Ausgabe 
24.11.1908 Erstes Blatt
 
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IWHste gestiegen, mtb Var Volk muß bereit sein, für sein« Ehre und Würde ein großes Opfer zu bringen. (Deisall rechts, Unruhe linlä.)

Wg. Fkhr» v. Gamp (9tp.)":

Noch nie ist eine Steuerreform im Volke so günstig ausge­nommen worden wie diese. (Schallendes Gelachter links.), Ter Abg. Schrader hat die Debatte auf ein niedriges Niveau gebracht. '(Unrube.) Die Aufregung der Linken lohnt sich nicht; wir wollen doch alle endlich aus der Misere heraus. Wir wollen nicht alle Jahre dies« Debatte haben. Es handelt sich hier nicht um ein Vertrauensvotum, sondern darum, dem Vaterlande die Stellung zu verschaffen, die ihm gebührt. Die Misere kommt von der maßlosen Verschwendung, vor allem bei den Betriebsverwaltungen. Auf keinem Gebiete wird do hinsichtlich der Verwendung von Be« ernten so gesündigt, wie bei der Post ob Telegraphie. Die Marine verdient den Appell an die Sparsamkeit nicht, wohl aber lassen sich beim Militär manche Ersparnisse erzielen. Fürst Hatzfeld hat schon auf die maßlose Steigerung der Pensionen hin« gewiesen. Die Militärverwaltung . sollte uns darin entgegen« kommen, sie hat alle Veranlassung, die sinansiellen und wirtschaft­lichen Kräfte des Landes zu schonen. Der Redner führt eine län­gere wirtschaftspolitische Polemik gegen Schrader unter Einbe« ziehung von Gothcin. Warum sollen wir nicht einen Kohlen. Ausfuhrzoll einführen? Warum nicht die Telephon- gebühren reformieren nach dem Verhältnis von Leistung und Gegenleistung? Gegen die Bindung der Mairikularbeiträge haben wir keine Bedenken; waS dem Reich nützt, nützt auch den Einzelstaaten und umgekehrt.

Bei der Nachlaststeuer habe ich mich vergeblich bemüht, eine gute Seite zu entdecken. Wird die Vorlage Gesetz, so wird die Steuerbehörde das ganze Leben des Erblassers durchstöbern, um festzustellcn, ob vom Vater etwas zur Aussteuer, Abfindung it. dgl. geschenkt ist. Kein verständiger Vater, keine fürsorgliche Mutter bindet sich an die Ausgleichsbestimmung des B. G. B. Die Tabakbanderole st euer würde die Heimarbeit schwer schädigen. Man müßte die kleinen Unternehmer und Arbeiter entschädigen, in einzelnen Landesteilen durch förmliche Organisa­tion zu einem anderen Gewerbe überleiten. Auch bei der Bier­steuer müßten die kleinen Brauereien für die Verluste infolge der Steuererhöhung abgefunden werden, denn diese ist für sie pro­zentual sehr viel höher als für die Großbrauer.

Die verbündeten Regierungen sollten die .Gelegenheit be­nutzen, die Gastwirte von den schikanös-n Sonntagsruhebestim­mungen zu befreien. Das Branntweinhandelsmono­pol sollte man vielleicht auf den T r i n k b r a n n t w e i n 6e» schränken. Ich babe hier die Ausstellung eines Gewerbetreibenden, der berechnet, daß, wenn diese Vorlage mit ihren gesamten Steuern Gesetz wird, er 35 Proz. seines Emkommens an Steuern zu zahlen hat. Soweit hat sich noch kein Sozialdemokrat oufge= schwungen. Möge der Schatzsekretär die nötige Rücksichtslosigkeit finden zur Zurückweisung des RessortfanatismuL.

Schatzsekretär Dr. Sydow:

Der Erlaß des Reichskanzlers besagte ausdrücklich, daß Er- fpetnttffe durch Betriebsverschlechterungen nicht gewünscht werden. WaS die Post und Telegraphie änlangt, so habe ich selbst lange genug hinter dem Busch gesessen, um zu wissen, daß der Vorwurf Oeß Herrn v. Gamp unberechtigt 'st.

Abg. v. Paper (Südd. 93p.):

Die Art des Herrn v. Gamp hat keinen Wert und verleidet nur die Mitarbeit. (Sehr wabr! links) DaS Steuerbewilligen ist ein äußerst nüchternes Geschäft. Was soll das heißen, der Abg. Schrader habe das Niveau der Debatte über die Finanzreform herabgedrückt! Ist denn die Neichssinanzreform für uns ein Gegenstand der Verehrung? (Heiterkeit.) Ihre günstige Auf­nahme -int Volk« ist doch etwas übertrieben. (Heiterkeit.) Was ich gehört habe, war nicht Begeisterung; nur da, wo es sich darum handelte, daß andere zahlen sollen. (Sehr wahr!) Nein, die Bevölkerung beißt die Zähne zusammen und sagt: es ist verdammte Pflicht und Schuldigkeit mehr aber nicht. In der äußersten Not sind wir noch durchaus nicht. Es ist sehr interessant, wie heute die Regierung und die Herren von der Mehrheit sich darüber unterhalten, wer Schuld bat; die Mehrheit sagt, der Bundesrat und Herr b. Nheinbaöen sagt: der Reichstag. Wir sind allzumal Zünder und ermangeln oeS Ruhms! Schuld ist unsere Wirt­schaftspolitik, die die Aufbesserung der Beamten usw. erforderlich gemacht hat. ?lber zum Verzweifeln ist untere Lage noch gar nicht. Wir haben alle Veranlassung, die Aufstellungen der Re­gierung in der Kommission genau nachzuprüfen. Der Redner macht eine eigene Aufstellung auf. ES ist sehr fraglich, ob cs richtig ist, ein so starkes Tempo in her Schulden- tilgun g einzuschlagen; kann man es nicht einhalten, dann wird schließlich gar nichts getilgt. (Sehr wahr!) Es fragt sich, ob die Ermäßigung der Zuckersteuer nicht sistiert werden soll. Nach meiner Rechnung ist, wenn ich dem Schatzsekretär folge, in fünf Jahren alles amortisiert und 100 Millionen jährlicher Ueberschuß vorhanden. Unmöglich kann in zwei Jahren das Defizit sich von 220 auf 500 'Millionen gesteigert haben. Der Reichskanzler hat uns im Tone fast väterlichen Wohlwollens, den er neuerdings angenommen hat, zur Sparsamkeit im großen und im kleinen und zur Einfachheit der Lebenshaltung aufgefor- dert. Das scheint nun leider böse mißverstanden zu sein; denn die Kriegsverwaltung macht Zeppelin, der auf Uebernahme seines Luftschiffes und Bezahlung des Kaufpreises dafür dringt, und das auch in Aussicht nehmen durfte, nun auf einmal wieder die allergrößten Schwierigkeiten. (Hört! hört!) Meint vielleicht die Kriegsverwaltung, daß die 6 Millionen, die man als Ehrengabe zusmnmengesammelt hat, etwa zu ihrer Er­leichterung bestimmt waren? Vielleicht hat der Reichskanzler die Güte und läßt ins Kriegsministerium herübersagen, daß er so die Sparsamkeit nicht gemeint hat. (Lebhafter Beifall.)

Es ist günstig, daß die EtatTberatung neben der Beratung der Neichssinanzreform herläuft. Da werden wir ja gleich sehen, tote es mit dem Spartrieb der Regierung steht. Wir haben bisher über unsere Mittel gelebt. (Sehr richtig!) Darum dürfen wir die alten Posten nicht fortlaufen lassen. Durch U n - fähigke'it und Unverstand sind Millionen vergeudet worden. Wenn eZ uns so schlecht geht wie der preußische Finanz. Minister es gesagt hat, dann dürfen wir leine Minute zögern, um die notwendige Operation vorzunehmen. Dem Schatzsekretär mag nicht wohl zu Mute fein. Was ist von feinem Steuerbukett ge­blieben ? Das Schlachtfeld ist schalt mit Leichen bedeckt. (Heiter­keit.) Das sinnreiche Branntweinmonopol, das mechanisch er­dachte Banderolensystem sind schon zur Strecke gebracht. Und es werden noch andere finstere Wolken vor dem Schatzsekretär sich auftürmen. Vorläufig will man ja nur das Bier bluten lassen. Schließlich wird man doch zur Reichsvermögenssteuer greifen muffen. Sie wird schließlich das Schicksal der Reichs- finanzreform sein. (Sehr richtig! links.) Ihr erzieherischer Charakter ist nicht zu leugnen. (Lachen rechts.) Sie würde am

Ende jeden Jahres den vermögenden Klassen am eigenen Geld­beutel zeigen, ob vom Reiche zu viel auSgegeben woroen ist oder nicht. (Sehr richtig! links.)

Erst nach Einführung der NcichsvermögenSsteuer kann die Fixierung bet Matrikularbeiträge in Frage kommen. Die Einzel« ftaaten haben eben zu viel gefordert und deshalb auch gegen ihre berechtigten Forderungen Mißtrauen geweckt. Zu diesen rechn? ich den Erlaß der 242 Millionen gestundeter Matrikularbeiträge Denn die Einzelstaaten haben gleich bei ihrer Uebernahme erklärt, daß sie sie nie bezahlen würden. (Heiterkeit.)

In bezug aus unsere Stellung zu den einzelnen Steuern be­rufe ich mich auf die Ausführungen meiner Freunde von der frei­sinnigen FraktiouSgemcinschaft. Nur gegen die Wei nst euec noch einige Worte. Bei der Reichsgründung hat W ü r t t e m - berg Garantien gegen die Weinsteuer verlangt. Mer Bundesrat und Reichstag haben damals ausdrücklich erklärt, daß sie von ihrem verfassungsmäßigen Rechte der Weinbesteuerung nie­mals Gebrauch machen würden. Württemberg bat also nach den Worten des Ministerpräsidenten Frhrn. v. Mittnacht zwar keine Rechtsgarantie, aber doch bindene Zusicherungen erhalten. (Hört! Hört!) Die Flaschenweinsteuer ist so salopp ausgearbeitet, daß ihr unbedingt nach wenigen Jahren die volle Weinsteuer folgen wird. Der Winzerstand aber ist der Teil der landwirtschaftlichen Bevöl­kerung, der am meisten des Schutzes bedarf. (Beifall.) Fügen wir nicht zu den vielen Schädlingen, mit denen die Natur ihn quält, von Reichswegen einen neuen hinzu.

Zum Schlußaber muß ich noch den Zusammenhang zwischen Reichsfinanzreform und der ganzen politischen Lage betonen. Das Reich braucht nicht nurGeld, sondern auch Stetigkeit in derFübrung, Besserstellung des Reichstages und Fortschritte auf allen Gebieten im liberalen Sinne. (Beifall links.) Noch zittert die mächtige Erregung der letzten Wochen im ganzen Volle nach. Wir stehen erst am Anfang des Kampfes um die kon- stitutionellen Garantien, die wir nicht länger ent­behren können. Die Lage des Parlaments ist dabei ausnahmsweise günstig, denn diesmal besitzt der Reichstag etwas, lvas er noch nie besessen hat, nämlich eineMacht. Wir sind bereit, die Beratung der Reichsfinmtzreform mit allen Kräften zu fördern und lvollen die Beratung nicht verquicken mit der über die Vcrfassungsfrage. Wer die Entscheidungen über die finanzielle und die politische Lage Itxt; den gleichzeitig fallen müssen, und dann werden wir sehen, wieviel von dem deutschen Volke gefordert und wie viel oder wie wenig ihm geboten wird. (Lebhafter Beifall links.)

Reichsschatzsekretär Sydow:

Die Wein st euer in der Form der Flaschensteuer hat im Bundesrate die ausdrückliche Zustimmung Württembergs gefunden. Die Absicht, sie früher oder später zu einer allgemeinen Wein­steuer auszubauen, besteht nicht. (Beifall.) Herr v. Payer hat ge­meint, ich würde schon froh sein, wenn ich erst 800 Millionen hätte. Ich bekomme ja das Geld doch nicht. (Heiterkeit und Zu­stimmung.) Ich habe nur dasselbe Interesse tote Sie, die Reichs- sinanzen zu ordnen, und da fürchte uh sehr, machen Sie mit der Bewilligung von 200 oder 300 Millionen wieder fjalbe Arbeit. (Beifall rechts.)

Hierauf vertagt sich das HauS.

Nächste Sitzung: Dienstag, 1 Uhr. Interpellationen des Zentrums unb der Wirtschaftlichen Vereinigung über das Gru- beuunglückauf Zerbe Radbod.

Schluß 6% Uhr. '

Piyorgegesetz für Sememdebeamte.

Drei stark besuchte. Vecsanrmlungen von Gemeindebeamten uud Genteindebedicnsteten von Oberhessen tagten gestern hier auf Einberufung des Reichs-- und Landragsabgeordneteit Köhler und des Bürgermeistereisekretärs Berg-Vllvel. Die Versammlungen führten etwa 300400 Gemcindebecunten aus der Provinz hier zusammen. Die drei Versammlungen beschäftigten sich mit der Ausführung deS Gesetzes, bctr. die Fürsovgekasse derGem ei ndebearntenundGemeindebebien steten. Um 1 Uhr faub unter Leitung des BürgermeiftcreifeteetärS Berg- Vilbel eine Vorbesprechung in Steins Garlmt statt, an der etwa 260 Personen teilnahmcu. Hier wurdet: die Ausschußwahlen ciit^ stehend besprochen, und schließlich einigte man sich zu einer Liste für die Ausschußwrchten - es wurden Ausschußmitglieder und Stell­vertreter namhaft ge.nindjL Gleichzeitig tagte im Lenzschen Felsen- leller eine Versal nuilung der Polizeidiener. Hierart schloß sich inn 31/! Uhr eine Hauptvkrsa mm lang im Lengschen Felsen- geller unter Leitung des Reichstagsabg. Köhler-Langsdorf. Der geräumige Saal nmv überfüllt, man zählte wohl an 300 Personen. Auch Landtagsabg. Bürgermeister L e u n - Großen-Lin- den nahm an der Versautmluug teil. Rach kurzen Begrühungs- luorten gab Reichstagsabg. Köhler dem Rcgiernngsriat Dr. Merck das Wort zu feinem Vorrrag überDas Fürsorgegesetz und die sachliche Ausführung der Ausschußwah - len". Der Referent begrüßte als Wahlrornmissar für Over Hessen die Versammlung, da sie die Arbeit, des WahlLom-uüssärs ev- leichtern mrd eine Zersplitterung der Stimmen vermeidet: könne. Die überaus zahlreich besuchte Versanwilung beweise, daß keine Gleichgültigkeit £cgen das neue Gesetz herrsche, vielmehr würde es allseits mit Freuden begrüßt Das neue Gesetz gilt für alle Otemeindebcamten und Gemeinde bedienstete. Alle Beamte, die als solche int Hauvllremf tätig sind, gehören zwangsweise zur Kasse, aber nur solche, die weniger als öOOO Marl Gehalt haben. Nm Bemnte, die durch Gesetz oder Statut bereits ein Ruhegehalt haben, wie Gemeiude-Forsttvarte, sind von der Kasse befreit. Wer unter das Fürsorgegetetz fällt, kann beim. Znvaiideugesetz ans- scheiden. Die Bediensteten ixagegen müsset: auch der Invaliden- Versicherung angehören. Tie Beamten sitck> unkündbar angestellt: Bürgermeister, 'JZcdmct', Polizeidiener, Feldschützen, Gemeindebe- dienstete sind^ kündbar im Dienst, z. B. Fasclwärter, Straßen­kehrer usw. Für sie wird die Invalidenversicherung Pjatz greifen. Praktisch sollet: bctbc ganz gleichgestellt werden, inbczug auf Ruhe­gehalt. Gr beginnt nach mindestens 10 jähriger Amtstätigkeit, fällt aber weg, wenn jemand von seinem Am: ausgeschlossen wird, ünt) wird entzogen, wenn jemand verurteilt tuirb megnt eines Delikts, durch den die Gemeinde benachteiligt würbe. Tie Höhe beträgt 40 Prozent der Tienstbezüge bei 1520 jähriger ?ttitts- tötiffteü unb steigt bis öd Prozent des Gehalts nach 20 jähriger Amtstätigkeit. Nach 8 63 des Gesetzes ist ausdrücklich Invaliden­rente vorgesehen, falls kein Ruhegehalt inöglich ist. Der Ruhe- gehall wird bemessen itach dein 2icitfteinfommen des letzten Iah res. Für Bürgermeister gelten auch die Gebühren als O-rtsgerichls- Vorsteher, für Gemeiirdorechner die als Gebühren als llntercrJjebe.r. Die Hinterbliebenen haben Anrecht auf ein Sterbegeld, ferner wird Witwen- und Waisengelb bezahlr. DaS Witwengeld beträgt 30 Prozent des Ruhegehaltes, das Waisengelb richtet sich nach der Zahl der Kinder. Nach Unterbrechung der Dienstzeit laitit auf Antrag die frühere Dienstzeit wieder angerechnet werden. Es rft für die jeßigen öfteren Beamten sehr nnchlig, daß sie sich bic Anrechnung ihrer früheren Dienstzeit erwerben. Sie müssen inner- halb 6 Monaten einen diesbezüglichen Antrag stellen. Alsdann lind für die früheren Jahre Beiträge zu entrichten. Tvck sind hier mancherlei Erleichterungen geboren, so kommen z. A. die jäheren JnvalidciEeiträge zur Anrechnung. Der Antritt in bic Kasse beträgt 10 Prozent des Geholtes, er muß innerhalb 2 Jahre bezahlt werden, der I al) res beitrag ist 3 Prvzem des Gehalts. Die ßiückerstatuutg der Beiträge fanit erfolgen, wenn icntani) ohne feine SchtKd aus beut Amt scheibet, oder tue tut i> B. ein Burgernieister nicht wiedergewähll wird. Tie Hälfte der Beiträge erhält der, der durch eigene Schuld ausscheiden muß. Unter gewtssen Bedingungen können die Hutleroliebenen fwtlidK Beiträge zurücksorderiu Bei Ausscheiden aus dem Amt ist eine freiwillige Fortsetzung bei Borsrcherung gestattet. Die ÄiittLl der Kasse setzen sich zusammen cu5 Miigliedcroeiträgen, aus einem StaatSoeittag von 80 000 Mark unb aus Umlagen, soweit 1 unb 2 die Kosten nicht decken. Bezüglich der Organisation der Kasse bemerkt Der Redner, baß an der Spitze ein V e r w a l t u n g s- rat von 7 Personen steht. Zum Borsttzenoen hat bas Mini­sterium des Jmiern Regiemugsrat Gr^^Torntmidt bestimmt. Seinen Vertreter bestimmt daS Ministerium der Finanzern Zwei

weitere Mitglieder wählte der Proviuzial-Ausschuß am Samstag und zwar fiitb als Mitglieder für Oberhefsen Llpotheter Welcker- Allendorf 0. d. Lmnda unb al§ dessen Stellvsrtreter Oekonomrerat Schade-Altenbuig gewählt worden. Die Wahl der einzelnen Aus­schüsse dauert vom 21. bis 28. November. Diese Wahl betrifft den Mitglieder-Ausschuß, der große Bedeutung für die Festsetzung des Kasienstatuts hat, er besteht aus sieben Mitgliedern. Der Referent fckstoß mit dem Hinweis auf die großen Vorteile des Gesetzes unter lebhastcu: Beifall. Abg. Köhler dankte ihm und gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß die ätegiernng sich direkt mit dem Volke in Verbindung fetzte. Zur Ehrung des Re­ferenten erhoben sich die Amveseiwen von ihren Sitzeit.

Taran geht es an den Pultll: Aufstellung der Kandi­datenliste. Bürgerrncistereisekretär Berg»Vilbel teilt die Bc- ratungen unb Beschllisse der Vorversammluna in Steins Garten mit. Tie dort autgeftclltc Kandidatenliste finbet die Genehmigung der VersamrnluM. Es sind zur Wahl in den Mitglieder-Aus- sckluß vorgesehen: Beamten gruppe A: Polizeidiener Meier- Lich und F-eldschütz Filz-Assen he im, Stellvertreter Polizeidiener Zinscr-Grvß-Karben unb Feld schütz Held-Leihgestern; Beamte n- gruppe B : 3tabtredjncr Theodor Trassel-Vilbel, als sein Stell­vertreter Gemeinderrchner Franz-Otedern; Beam t en g r uppe C: KreiSstraßenwart Seil»-Rockenberg, Weintöter-Usenporn und als Stellvertreter Otterlnin-Nieder-Gemünden und KveiSbaum- wart Born-Friedberg; B e a m t e u g r n pp e T: Fleischbeschauer Lcicknter-Vllbel, Stettverttster Leierzapf-Butzbach; Beamten- gruppe E: Bürgermeßter Birteuftea-Ranstab 1, Stellvertreter Krrssenrochner Kührv-Fiiedberg. Jugeitieur Zimmer- Gießen gab feürcnt Bedcnlern Lius druck, daß in der Kandidatenliste die Tech­niker nicht berüch'ichtigt seien. Die so beschlossene .stanbibatenlifte wirb gedruckt unb jebem Mitglied zngeschiclt. Abg. Köhler teilte zum Schluß noch mit, daß er unb seine Freunde im Land­tag bereits angeregt hätten, baß die Kreisräte verpflichtet würden, die Genteinden anzuhalten, das Gchatt der Beanttv,: auf einer gewissen Höhe zu hallen. Mit einem Schlußwort schloß Abg. Köhler bic anregend und erfolgreich verlaufene Versautmlung.

Getrcide-Wochenberichr

der Preisberichtstelle des Deutschen Landwirischastsvats vom 17. bis 23. November 1008.

Nach dein amtlichen Bericht für Preußen war um die Mitte November nur etwa em Drittel der für den Weizenbau bcftunmten Fläche bestellt, stellemveije auch die Roggenanosaat im Rückstände. Ungünstiger als in einem voraugegangenen Jahre ist diesmal auch die zisiermnäßige Beurteilung des SaatenslanbeS nuägefaUen, in­dem Weizen die Note 3,4, Roggen die Note 3,3 erhalten hat. Aehn- liche Berhältnisic scheinen nach den belrestenden Berichten in Oester­reich uni) in Ungarn vorzuherrschen. Zu ernsteren Besorgnissen hinsichtlich der Saaten gib: anscheinend auch in Nordamerika der bisherige Wltternngsverlauf, der übrigens eine beträchtliche 23er- mmberimg der Anbaufläche bewirkt haben soll, Beraiüaffunq. Diesen für eine feste Auffassung bei- Ättwktlage fprechenbcn- menlen standen Dlelbungen über eine Besierung bei* Erntenns- sichtei: in Argenlimen gegenüber. Bor allem aber bciviritc bie feit Beginn der Berichtswoche in ganz Deutschland herrjcheude nnldo uni) regnerische Witterung, von der man einen gunsligci: Emfttis; auf den Saarenstanb und auf eine Besserung ber Schiff fahrtsverhällnisse erhofft, daß sich die Känser wieder vom SDiarfte zurückiogen, so das; das etwas stärkere Wai-enangebol nur bet ent­gegenkommenden Forderungen Aufnahme finden foule. Während aber die Weizenprelfe in dein großen Unterschiede gegenüber den ausländischen Forderungen eine wirksame Stutze finden, hat der Atangel jeglicher AuSlandskolikurrenz bei Ztvggen em weiteres Zrnüekwelchen der Preise nicht zu oechindern ver-iwcht, zumal das inländische Slugebot den zur Zeit mäßigen Anspruchei» des Exports und bev Mühlen bei weitem überlegen" zu sein scheint. In Brau- fleilte hat die gelinge 2iachfrage nur ine Preße für Mittel- und abfallende Ware etwas herabgedrückt, ivährenb feine Qualitäten ihren Preisstand bei knappem Angebot bisher gut behaupten konnten. Die Forderungen für iuffiid)e Gerste haben in ber legten Woche keine nennenswerte Aendeinng exialrren/ während MarS so­wohl in greillmrer Ware, wie auch für spätere Abladung fester gehalten wurde. In inaßigen Grenzen hielt sich auch m ber letjicn Woche das Haieigenhäfr, doch mußsen bet geringem Proviiizangebot volle Preise beiviUigt wei-ben.

stellten sich die Preise für inländisches Getreide am letzten Markttage m Mark pro 1000 k* ie nach Qualität, ipobci bas Mehr (4-) bezw. Weniger () gegenüber ber Vorwoche in Klam mein 1) bcigeiügt ist, wie iolgt:

Weizen Roggen Hafer

Königsberg

208 ( 2)

165V,(

2l/o)

156 (- 2)

Danzig

212 (4- 5)

166 (

2)

168 (4- 5)

Stettin

202 (+ 2)

169 ( +

1)

16t? (+ 2)

Posen

203 (- )

165 (-

1)

158 (- )

Breslau

205 (- 1)

172 (-

1)

160 (- )

Berlin

207 (- )

171 (-

2),

176 (- )

Magdeburg

201 (- 1)

170 (

3)'

174 ( )

Halle

203 (- )

176 (-

2)

172 ( )

Leipzig

202 (- 2)

175 (

2)

168 (- )

Braunschweig

200 ( 2)

169 (-

2)

177 (- )

Rostock

198 (+ 2)

165 (-

)

157 (- )

Hamburg

202 ( 1)

169 (

1)

171 ( 3)

Köln

197 (- )

172 (+

2)

155 ( 5)

Hannover

203 ( 2)

171 (-

3)

172 (- 3)

Düsseldorr

209 (- 4)

175 (

1)

167 (-f- 1)

Frankfurt a.M.

206 (-1* /.,)

180 (

)

175 (- )

Mannheim

217V, (-2V.J

1721/,(

2VZ)

172', (H-2VJ

Stuttgart

22u ( )

185 (

)

175 (- )

München

216 (- )

175 (

)

171 (- )

We11 ni ar kt p r eij e: Weizen : Berlin Dez. 208.25 (1.25),, Mai 212.25 ( 3.25). Budapest April 222.40 (-s- 5.05). Paris Noo. 184.60 ( 2.45). Liverpool März 174.70 ( 0.20). Chicago Dez. 160.75 (-f- 1.15). Roggen: Berlin Tez. 172.75 (' 3.25), Mai 181.50 ( 3.25). Hafer: Berlin Dez. 165.25 ( 1.00), Mai 167.25 (- 1.75) Alk.

Meteorologische Beobachtttttgeu

der Station Gießen.

November

1908

Barometer mir 0° reduziert

Temperatnr der Lust

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

t

Xj i

i Windstärke

Wetter

23.

2»

734,1

6,8

6,1

82

w

4

Bew. Himmel

23.

9

741,8

5,3

5,3

80

NW

6

24.

7

750,6

,0

5,3

87

w

4

Höchs

1

e Tetnperatur

am

12.2-

1. 9101).

- 4-

7,4° C.

Niedrigste

, 22.-22

. 91oü.

=5? -V

5,1 ° C.

Nun sagen Sie bloss, wassolldas werden? Schlaslosc Närlite, weil der Husten mir keine Ruhe gönnt Mattigkeit, Schmerzen in den Bronchleii am Tage: es mmb: mich ganz elend. 7)a. lieber Herr, ich kann Ihnen nur immer raten, was ich Unzähligen zu ihrem Gluck' geraten babe: Nehmen Sie Fays ächte Sodener Miwrat Paitilleii nach Vorschrift. Zch verspreche (Unten gewiß nicht zu viel, wenn ich Ihnen säge, daß Sie bald wieder ruhig schlaün und frei atmen können. Wenmitens macken eminnl einen Versuch. Die Schachtet ist fiir85Pig. überall erhäUtick

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