Ausgabe 
26.9.1908 Zweites Blatt
 
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Forst Personalien. S. K H derGroß Herzog haben bcn Forstassessor Ludw. 2 t r ad aus Neinheim zum Oberförster der Cberföri'tcret Wald Michelbach ernannt.

** Lehrerpersonalien. Ucbertragen wurde dem Lehrer Ferd. Weyrauch zu Bielbrunn eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lber-Ramftadt. Erledi gt Zind: Tie mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Lber-Ramstadt. Erledigt find: die mit einem evang Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wallb ach; dem Fürsten zu Löwen­stein-Wertheim-Rosenberg und dem Fürsten und Grafen zu Erbach-Schönberg steht das Präsentationsrecht zu. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerslelle an der Gemeindeschule zu Aesselbach. Eine mit einer kath Lehrerin zu besetzende Lehrennstelle an der Gemeindeschule zu Dieburg.

** Xie neuen Dreimarkstücke. Nun ist ein lcmg- wermißter Freund des deutschen Volkes bald wieder zurück - gekehrt, wenn auch in etwas veränderter Gestalt. Es ist der Taler, dessen Verschwinden vor mehr als Jahresfrist allenthalben Bedauern erregt hat. Er kehrt wieder; in derselben Große wie einst, heißt aber jetztDrei Mark'. Mancher, der das neue Geldstück in die Hand nehmen wird, wird der Meinung sein, daß es kleiner sei als der alte Taler. Dies Gefühl beruht aber auf einer Täuschung, die hervorgerufen ist durch das ständige Hantieren mit den großen, ungeschickten Funfmarkstucken, die in den letzten Jahren massenweise in Kurs gesetzt worden sind. Tie neuen Dreimarkstücke haben aber, im Gegensatz zu dem alten Taler, feinerlei währungspolitische Bedeutung. Es fehlt ihnen die Währungsqualität, die jenem so großes Ansehen verschafft hat. Mit den alten Talern konnte man un­beschränkt Zahlung leisten, mit den neuen nur bis zum Höchstbetrage von 20 Mark. Sie sind Scheidemünze wie alles deutsche Silbergeld. Unseren Lesern aber wünschen wir, daß sie alle jederzeit recht viel davon haben mögen! Wir machen unsere Leser darauf aufmerksam, daß die alten Taler am 30. September ihre Gültigkeit verlieren und dis zu diesem Tage von der Reichsbank eingelöst werden.

* Die Einnahme der Landesversichc- ruugsanstalt Hessen aus dem Erlös aus den durch die Post verkauften Beitragsmarken betrug lt.Reichs- Arbeitsblatt" im Juli d. I. 300 204,26 Mk. und im August 236 596,84 Mk. Tie Einnahmen blieben also im August um 43 607,42 Mk. hinter den Juli-Einnahmen zurück. Dieser Rückgang der Einnahmen, der sich auch bei verschiedenen deutschen Landesversicherungsanstalten bemerkbar machte, dürfte durch die ungünstige Lage des Arbeitsmarktes mit- veranlaßt sein.

** Das Bezirkskommando befindet sich, worauf Interessenten hingewiesen seien, nunmehr im Hause West- Anlage 31.

** Eine Unterführung zwischen Ebel- und iStephanstraße wird in nachstehender Zuschrift aus unserem Leserkreis verlangt: Mit Interesse folgte man in der gestrigen Rümmer Ihres geschätzten Blattes den 93er- handluugen in der Stadtverordnetensitzung vom 24. d. M. hinsichtlich deSumfassenden Bebauungsplanes". Daß durch die Verlegung der oberhessischen Eisenbahn der Stadt ein Aufwand von 3 Millionen Mark erwachsen würde, davon hatte man in fernstehenden Kreisen bisher keine Ahnung. .Diesen ungeheuren Opfern gegenüber müssen die Wünsche um Verwirklichung dieser zeitgemäßen Aenderung zu gunften anderer, ebenfalls nötigen Einrichtungen zunächst in den Hintergrund treten. Wann nun aber der Moment cintritt, daß die fragliche Verlegung der Gleise bahnseitig aus be­triebstechnischen Gründen erfolgt, das zu ermitteln ist er» fahrungsgeinäß undenkbar, vielmehr auf unabsehbare Zeit ausgeschlossen, da die Bahnverwaltung neuerdings an be­legter Strecke weitere Gleisanschlüsse Industriellen ge­nehmigte. Bereits vor einigen Jahren wurde an gleicher Stelle der Wunsch rege ,eine direkte Verbindung zwischen Ebel- und Stephanstraßc zu schaffen, gewiß ein beschei­denes Verlangen, nicht etwa aus irgendwelchen Sonder­interesse, ausschließlich zu gunften der Allgemeinheit. Dieses Verkehrshindernis wäre durch eine nicht sehr kostspielige Unter- oder Ueberfül)rnng an dem Eisenbahndamm technisch leicht zu beseitigen. Man hofft, daß die Stadtverordneten dieser Frage, die den Petenten s. Zt. abschlägig beschieden wurde, erneut nähertreten. Eine befriedigende Lösung wird sich zweifellos finden, so daß zahlreiche Wähler den ein­sichtsvollen Bemühungen ihrer Vertreter im Stadtparla­ment zu großem Dank verpflichtet werden.

** An 1 agemusik findet morgigen Sonntag in der Süd Anlage mit folgendem Spiel plan statt: 1. Chevalier cl Chatelaine a Bal costume von Rubinstein; 2. Balliirenen, Walzer von Lehar: 3. Fantasie a. d. OperDer fliegende Hollander", von Wagner 4. Hesse Xarmfläbtcr fain mir! Zubelfestmarsch von »tauge.

** Das Panorama bringt von morgen, Sonntag, ab eine sehr interessante Serie Herrenchiemsee, bekannt­lich cino der schönsten Schlösser der Welt.

** Xie Obsternte in der Gemarkung Gießen beträgt: Aepfel 700 Doppelzentner, Birnen 200, Zwetschen und Pflaumen 300 und Walnüsse 1 Doppelzentner; in der Gemarkung Schiffe,iberg: Aepfel 250 Doppelzentner, Birnen 2, Zwetschen und Pflaumen 5 und Walnüsse 3 Doppelzentner Ter Durchschnittspreis des Doppel­zentners beträgt für Aepscl 18, Birnen 23, Zwetschen und Pflaumen 10 und Walnüsse 20 Mk.

Ein Siebzigjähriger. Am Montag, 28. d. M., feiert der in den weitesten Kreisen der Bevölkerung Gießens bekannte Bnreanvorstehec der Handelskammer, Heinrich Bruch user, seinen siebzigsten Geburtstag. Durch sein bescheidenes Auftreten nnb sein liebenswürdiges Wesen qat er eS verftandcu, sich bei allen, die mit ihm in Ver» dindung stehen, ein hohes Ansehen zu erwerben.

** L c b e ii? Leiter. Der Backerburscbe Franz Ha r t * m a n n an.- Racken heim hat am 11. Juli 1908 einen Menschen vorn Tode des Ertrinkens gerettet. AIS Anerkennung hier­für ist ihm von S. Ä. H dem Großherzog die Siet­tun g s in e b a i 11 e verliehen worden

" Kursus für weibliche LiebeStätigkeit. ES fei nochmals auf den in der Zeit vom 29. September bis 6. Oktober in Darmstadt, u.eSstraße 17, fiatifinbcn- den Instrnktionskursus für weibliche Liedes- tätig leit aufmerkjam gemacht. Es wird. b^s gauy ge­

biet der Tätigkeit der Frau in der Gemeinde umfassen und ganz besonders für die Mitglieder der Gemeinde- Frauenvereine lehrreich sein. Vorträge über Themata wie TiakonissenauSbildung, Armenpflege, «rankenpflege auf dem Lande, Wohnungsfrage, Kinderschuh, Fürsorge für die weib­liche Jugend, werden von auf diesen Gebieten erfahrenen bekannten Rednern gehalten werden, und die gegebenen Anregungen sollen durch nachfolgende Aussprache und durch die Besichtigung von Anstalten und Vereinen vertieft wer­den. Aus unserer Stadt werden die Herren Pfarrer D. Schlosser, Schwabe, Professor v. Echian und Lie. G l a u e sprechen. Um möglichst weiten Jtrciien die Teil­nahme zu ermöglichen, sind sowohl die Preise der Teil­nehmerkarten als auch die der Wohnungen jm Marthahaus des ElisabethenstistS pro Tag mit voller Bervflegung 2 M.) sehr niedrig bemessen, nach Möglichkeit wird auch für Frei- auartiere gesorgt. Anmeldungen werden an den VereinS- geistlichen Pfarrer Schlosser in Tarmstadt, Roßdörfer- ftraße 85, erbeten.

** Ein Mann, ein Wort! In einem unserer Nach­barorte lebt ein schlichter Bauersmann und Schuhmacher- meister, der vier Söhne hat, die alle in Ehren des aKisers Rock getragen haben Als der älteste von ihnen feine zwei Jahre gedient hatte, brachte der Postbote den bekannten Wäsche- und Proviontkorb, der mindestens alle 14 Tage oen Weg nach der Garnison und zurück machen mußte, mit den Worten:Hier ist der letzte!", worauf der biedere Vater, in der Voraussicht, daß seine drei weiteren Söhne auch Soldat werden müßten, antwortete:Wenn du den letzten bringst, kriegst du ein Paar neue Schuhe gratis."Bleibt dabei!" erwiderte der Stephane jünger. Heine, nach Jahren, brachte er den wirklich letzten .Horb und lächelnd fragte er: Und die Schuhe?"Tie hast du verdient," sagte der Mann mit dem Ernst, den man an ihm gewohnt ist und überreichte sie dem erstaunten Postboten.

8 Lollar, 2b. Sept. Bei den heute hier abgehaltenen beiden Ob st v e r fte igc r u n gen wurden trotz bc5 grauen ObstreichtumS durchweg schöne Preise erzielt. Morgens von 9 Uhr ab wurde das Obst an der Kreisstraße Lollar- Kirchberg versteigert und mittags von 1 Uhr ab das Ge- ineindeobst. Die Preise sind durchschnittlich zwischen 5 und 8 Mark für den Zentner am Baum. Tie größeren Stamme deS GemeindeobsteS stellten sich etwas billiger. Ter Gesamt- erlös des GemeindeobsteS beträgt 700 Mk. gegen noch nicht 200 Mk. deS Vorjahres.

--Lich, 26. Sept. Nachdem die Bezirksackerbau- u n b O b sta u s ste 11u n g in Steins Garten za Xid) nun­mehr eingerichtet ist und man die zur Schau gestellten Leistungen abwägcn kann, muß der Besuch der Ausstellung jedem Landwirt und Interessenten aufs wärmste empfohlcn werden. Durch die Witterungsverhättnisic d^s oerftofsenen Sommers ist es bedingt, daß die Erzeugnisse des Ackerbaues in Menge und Güte gegen die des Obstbaues zurücktreten. Um so reichhaltiger und großartiger ist dagegen die Lbst- ausstellung, in der man Früchte von außerordentlich schönem Aussehen, in verpacktem und unverpacktem Zustande und in den verschiedenartigsten Gruppierungen sehen kann. Tic Eröffnung der Ausstellung wird heute nachmittag dur'ch den Protektor der Ausstellung, den Fürsten zu Solms Hol-cn- ioerben noch Ehrenpreise, gestiftet von dem Fürsten zu Lich, Xr. Breibert und des Vorsitzenden des Landwirtschafts- kammerausschusses, LanbtagSabg. Korell vollzogen werden. Geöffnet bleibt sie alsdann bis Sonntag abend. Sonntag nachmittag um 4 Uhr findet im alten S.cinschen Saale eine öffentliche Versammlung statt, in der Professor Xr. Gise - oins sprechen wird. Nach dieser wird die Auszahlung der verliehenen Geldpreise erfolgen; abgesehen von den Prä- miiccungsmitteüi des LandwirtschastskammerauSschnsses werden noch Ehrenpreise, gestiftet von dem Fürsten won Lich, dem Kreise Gießen, dem Landw. Bezirksverein Gießen und der Stadt Lich, zur Vergebung gelangen. Xie Landwirte und Lbstzüchter des Kreises werden sicher manche Beleh­rung und Anregung mit nach Hause nehmen, wenn sie die Veranstaltung des LandwirlschaftskammerauSschusses recht zahlreich besuck)en.

= Alsfeld, 26. Sept. Der Mitteilung über die dem- nächstige Wiederherstellung des Rathauses ist ergänzend hinzuzufügen: Tie Renovierung wird nächstes Frühjahr begonnen, wenn der Staat einen namhaften Bei­trag dazu leistet. 76000 Mark werden vorläufig in den Voranschlag für 1909 Eingestellt. Die Vorarbeiten an der Walpurgiskirche werben gleichzeitig mit ben Arbeiten am Rathaus beginnen. Tie Ausführung selbst hängt von dem Regicrungszuschuß ab.

x Ortenberg, 25. Sept. Heute fand die Verstei­gerung unseres Ge m e i n b c o b st cs statt. Es waren fast nur einheimisch Käufer, Hänbler fast nicht anwesenb. Trotzdem waren die Preise, wenn auch nicht hoch, so doch über mittel. Es kamen etwa 100 Ztr. Aepfel zur Vcrsteige- rung, von denen der Zentner durchschnittlich mit 4-6 Mark bezahlt wurde. Birnen gaben hier eine mittlere, Zwetschen eine sehr geringe Ernte. Unsere Kanalisation, welche auf ctma 26000 Mark zu stehen kommt, geht ihrer Vollendung entgegen. Gegenwärtig werden die Hausanschlüsse gelegt. Auch in dem nahen Selters kamen heute etwa 50 Ztr. Tafel- und 50 Ztr. Dirtschastsäpsel zur Versteigerung. Es waren einige Händler von Homburg, Frankfurt und Wies­baden anwesend, weshalb die Preise für die Gemeinde zu- friedenstellend waren. Birnen und Zwetschen sind bei uns heuer nicht so gut geraten.

Bad - Nauheim, 25. Sept. Bis zum 24. Sept. Ünb 29 315 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Sage noch 2278 anwesend waren. Bäder wurden bifl zum 24. Sept. 386 950 abgegeben.

C. Groß-Felda, 25. Sept. Nachdem die Vor­arbeiten zu dem Bahnprojekt Mücke- Ulrich ft cm nahezu beendet sind, haben in diesen Tagen auch die Ber- messungen zu der mit jenem Projekt verbundenen Abzwei­gung Ruppertenrod-Groß-Felda begonnen. Tie Aufnahmen erfolgen auf Kosten der Gemeinde Grvß-Felda, die hierzu 1500 Mk. venvilligt hat, durch Jngcnie»tre der Firma Lenz u. Go. in Berlin. Xie letztgenannte Firma, bereu Vertreter Regierungsbaumcister Reh am letzten Diens­tag hier tveilte, ist bereit, mit der Strecke Dktcke<^.Eichen» RuppeNenrod-Odcr-Ohmen-Ulrichstein auch die Strecke Ohm» tal-Groß-Felda in einem Plane zu bauen und in Betrieb ju setzen. Gleichzeitig soll auch eine etwaige Weiterführung der Bahn von t^roß-Felda über Windhausen-Stomdorf- Vadenrod nach Renzendorf in Betracht gezogen werden, da­mit auch diese £rtc spater den ersehnten Bahnanschluß be- kommen Da für die Linie Ohintal- Groß-Felda der größte ±eil des verlangten Garantielapitals, wovon rwoß-Felda allein 100000 Mark übernahm, bereit» gezeichnet ijt, jo

Einladung zum Bezug des Gießener Anzeigers für das letzte Vierteljahr 1908.

Tie langen Winterabende stehen vor der Tür, und wv. ihnen mehrt sich naturgemäß das LesebedürfniZ. Bon be­sonderem Interesse wird eS da wohl für icbcrmann jeur. über die neuesten Ereignisse in der Rühe und in der tverv, Ferne rasch und zuverlässig unterrichtet zu werden. der Politik unserer engeren hessischen Heimat und ßG Reiches stehen für diesen Herbst wichtige Entscheidmtßk bevor. In Hessen sind es die Landtagswahlen, tm Srj» die Finanzreform, die unserem politischen und öffentlidtci Leben auf lange hinaus ihr Gepräge geben werden. Bo« Ausfall der hesfischen Landtagswahlen, über die der Su. ßener Anzeiger ausführlich berichten wird, hangt ei rc: allem ab, wie sich unser hessisches Wahlrecht in Zukua-: gestalten wird Auch über die auswärtige Politik wirt der Leser des Gießener Anzeigers in ausreichendem fltafr unterrichtet werden. Wie bisl-er, so wird der Leser aud> in Zukunft von allen irgendwie bemerkenswerten Vorgänge, in Stadt 'und Land, insbesondere aus Oberhessen, aue- sührliche und zuverlässige Kenntnis erhalten. Eben auch für bas UnterhaltungsbebürfniS unserer Leser beftm gesorgt. Ein großer Stab von Mitarbeitern auö alles Gesellschaftsklassen gibt dein Gießener Anzeiger bie Mög­lichkeit, über alles Wissenswerte schnell und erschöpfen zu berichten und so weit cs möglich ist allen Interessen Rechnung zu tragen.

Bestellungen auf denGießener Anzeiger" werde« ent­gegengenommen : in Gießen von der Gcschäft-stellc, Schulstraße 7, von den Austrägerinnen und den Filla.- stellen; auswärts von den Postämtern, Briefträger» urt Zweigstelleninhabern.

hofft man, daß in der in Aussicht 'tehenden R?inerunq<. Vorlage zu dem Dabnbau RückeUlrichstein auch gicutvm- die Abzweigung OhmtalGrc ' ? . vorgesehen:> c würden bann die am weitesten von der Hauptbahn entfern­ten Bezirke Ulrichstein und E'roß-Felda ro?nn amh großen Opfern der beteiligten Gemeinden den seit nidc- Jahren erstrebten Bahnaiischluß endlich bekommen

Ermenrod, 25. Sept Gestern starb hier r.ad- kurzem Krankenlager der älteste Einwohner, der.Förster: P Adam Kratz. Er stand im 89. Lebensjahr und war eins der ältesten Forstleute Hessens.

sc. Marburg, 25. Sept Ten in der hiesigen Kll» ' untergebrachten Trompeter Fr ä n kl er von b:r 4. E?k^ dron des Dragoner-Regiments 'Är. 24 der im Manöver- gelände von entern JLimcraben durch einen Messer n - ichioer verletzt wurde, hoffen die Aerztc am Leben erbaiit zu können. Er befindet sich trotz der schweren Berlctzun etwas besser.

(ficricbtsfanL

Offenbach, 25. Sept. In der B e l e i d i au n tzNtaat de- Pfarrer- Flath von Inges he im gegen yteöafiee pirsch vom .Cffenb. Adendblund Herrn. W e i n f ch »th. P<- schä'lslührer des Poiteleuiller-Perbande-', kam heute vor Der ter* slädter Strafkammer a!4 Bertitiing-inftanz cm Vergleich 'laude. Hiernach verv'tichteicu sich die bciben Angel Buüe von 120 '1UL an den Hess. Schnyoerem für emlanenttte gefangene zn zahlen und fäntlliche Nonen zu tragen.

s Marburg, 25. Sept. Tie Strafkammer oerbaiibtüt heilte gegen einen 11 i i a r p U i d) t i g e n , der im Jahre ivegen Entziehuna der Wehrpflicht DCturleill morden war, urj sprach ihn im W i e d e r a u f n a h >n e - 3 e r f a h r e n tret, ti er nachweisen konnte, da» er sich damals gestellt und wegen en d sehr sichtbaren körperlichen Gebrechend gänzlich militärfrei ge­worben war.

Berlin, 26. Sept. Im Proze» gegen ben LHahrigen limgSgehilsen Wilhelm JakobowSky, ber vom cebwurgtr.^: bcö versuchten Morbe» an feiner lviährigen Geliebte« angeklagt ivar, wurde gestern abenb da» Urteil ge'ölb. Tie Uk- schworeneu bejahten nach längerer Beratung die Schuldlrage c t Totschlag unter Zubilligung milbeniber Umstände. Temaemäj uevinteilic der Gerichkühoi den Angeklagieu zu >'/, Jahre: Gefängnis, unter Anrechnung von sech« Tlonaten Uniet- suchung-hast.

B e u t h e u (C.-5.), 26 Sept. Tie Strafkammer vemrtn.te den Metallgießer Sieradzky, ber an ber Spitze einer i-aet» nationationalen Eiubrecherdaude int oberfcblesische > Jndustrieb«,- stand und in zahlreichen europäischen Hauptstädten xa'tv'tv.t Beutezüge unternahm, zu zehn Jahren Zuchthau». tu Beute betrug mehr als 100 000 Mk.

Stettin, 26. Sept. Bon der hiesigen Strafkammer tr-«r« gestern der Polizei-sergeant Krüger z u vier Re­naten Gefängnis verurteilt. Klüger hatte in der Rächt r-i 26. Februar im Anschluß an eine Militäranwärter - einen Wehrlosen niebergebauen und bann auf dem l'ohicibufw einen Fleifchergesellen mit dem Säbel derart mißhandelh Ni dieser mehrere Wochen arbeitsunfähig war.

Vcrmifcbtes.

Konflikt Zeppelin. Graf Zeppelin ift, de» Vernehmen nach, mit dem Ma,or Groß vom i.'uftschifser-Vat0'.2M m Berlin in emen schweren Konflikt geraten. Wie innerlich, behaupteten Wiener Blätter, da- starre L*uftf4tff lei eM von Zeppelm, sondern dem verstorbenen österreichischen Jnaern.: Schwarz erfunden worden. Gral Zeppelm wie- darauf txeÄ. daß sein System mit dem Schwarzlchen System nicht bal zu tun habe. ES heißt nun, daß Tfajor Hroß Zweifel an N Darlegungen Zeppelin- geäußert habe, durch die sichte Gral naturgemäß schwer verletzt «ühlt. Graf Zeppelm geh« ** ber Absicht um, vom Major Groß persönliche Rechenlchakt bent. Mit bet Angelegenheit soll bat wurttemdergifche unB w preußische Militärkadmett de'aßt sein. Auch soll sich schon dn Ehrenrat mit der Angelegenheii beschäftigt Haden.

'Die Beisetzung der bei ber Explosion dem ,Latouche i t e o 111 e* Getöteten erfolgte griem mot:r in Gegemvan beS Marmemimster» und der Militärbehörden. S* Lchlnsi der Feier Iprach der lozialistische Abgeordnete Forrerr und sagte,^daß die sich mehrenden llnglfidefdUe dazu entf» seien, die Soldaten zu entmutigen. Bei diesen Worten trat der Marineminister auf ihn zu, 'ah ihn sest an und ries, intern a nach den Bergen wie»: ,ES lebe Frankreich" Torrero er­widerte: .Immer!'

Die Eholera hat von Xonnetilag auf Freitag ta Cdr* bnrg 357 neue Opfer gefordert. Von den bwher Erkrankten ' 16J gestorben. Im übrigen ist ein Stillstand im ganzen 8®*1 zu verzeichnen. Bei dem m Berlin unter Pockenverde^' erkrankten Jlinbe sind echte Pocken fc'igesteUt worden. XI« fleiw* de» Kmbrt ruib d.e übrigen Angehörigen der namilte sind pu Beobachtung in das Virchow-Lraiikenhau» gebracht wsrdeu. »üw sonst werden b;e SicherheuSmatzregelu streng durchgefuhrl,