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26.6.1908 Erstes Blatt
 
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Das Entgegenkommen des preußischen

den in Betracht kommenden Beamten

Bureau des Stadttheaters.

Hessen

() W i e s e ck, 26. Juni. Gestern abeub hat sich hier eine

gründ die .W kS in

erwarte der vor- Bureau-

L. U. LandeSuniversität. Der Geheime Ober- forstrat Th a ler in Darmstadt wurde von der philosophischen

lieber die Bestrebungen und bisherigen Erfahrungen im Vogelschutz hielt hierauf Herr Forstmeister Kuhlmann aus dem reichen Schatz seiner Erfahrungen einen Vortrag. Er ver­breitete sich besonders über Nistkästen und Futtereinrichtungen, die er an praktischen Beispielen vorführte. Lehrer Burckschell-Bingen sprach dann über eine sehr praktische Falle zum Schutze der Nist­kästen gegen Raubzeug aller Art und führte die Falle vor. In­teressante Ausführungen über Erfahrungen aus der Vogelwelt machten noch Geh. Oberforstrat Wimme nauer-Gießen und Schloßhauptmann Bauer-Schönberg. Mit einem beherzigenswerten Schlußwort zur Anspornung eifriger Tätigkeit im Dienste Der schönen Sache wurde durch Geheimerat Wilbrand die gutbesuchte Sitzung beendet.

Fakultät der Landesuniversität zum Doctor philo- sopliiae honoris causa promoviert.

hessischem Dienst. Eine große Anzahl hessischer Beamter, die bei der Verschmelzung der preußischen und hessischen

in preußisch

Ans Stadt und Land.

Gießen, 26. Juni 1908.

Aus der Sitzung der Stadtverordnete«.

Die rasche und, man kann ruhig sagen, gesunde Ent­wickelung Gießens bringt es mit sich, daß die Stadtverord- neten-Bersammlung in fast jeder ihrer Sitzungen vor neuen wichtigen Entscheidungen steht. So gab es auch gestern wieder um einen landläufigen Ausdruck zu gebrauchen, einen großen Tag. Galt es doch, über einen Lieblingswunsch wohl aller Bewohner unserer aufstrebenden Stadt zu entscheiden, näm­lich über die Frage der Errichtung einer elektrischen Straßen-

Hessische Eisenbahner

das Miuisteriu»! möge den Hörerinnen, die infolge des Zir-> folgen, sich vereinigen wolle, insbesondere mit den Tierschutz- rularö des Minlileriums von den Universitäten entfernt wurden, und Verschönerungsvereinen, wenn man auch weiter wie diese gestatten, ihren Kursus letzt zu beenden, auf Grund eines Ukas, gehen und auch gegen die Katzen austreten müsse. Hieraus wurde der den Universitäten die akademische Freiheit verleiht. Die Duma Geheimerat Wilbrand zum Vorsitzenden gewählt. Die von nahm den Antrag an Dagegen erhob der Gehülfe des Ministers Herrn Ministerialsekretär Nikolaus zur Verlesung gebrachten für Volksaulklarung Protest. . Statuten fanden dann die Genehpnigung der Versammlung.

t ? «5 nf 'y i 9 ,n erlaubt sich selcht das Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: Geheimerat

Heer em kühnes Lpiel Konsulardepeschen aus Skutari melden, Wilbrand, Geheimerat Eisenhut, Geh. Oberfinanzrat Fuchs, Forst- daß Offiziere und Soldaten das dortige Telegraphenamt besetzten meister Kuhlmann, Prof. Dr. Seitz-Darmstadt, Kreisrat von nnb von dem Sultan telegraphisch die Absetzung des Valis Hahn-Heppenheim, Kreisrat von Hombergk-Offenbach, Hofavo- ^eifullah-ibaicha, seines Schwiegersohnes, des Brigade- theker Groß-Darmstadt, Pfarrer Vogt-Niedernhausen, Geh. Re- generals Kemal-Pascha, und des Chefs der Militärverwaltung gierungsrat Dr. Kaiser-Worms, Prof. Frenzel-Worms, Oekonomie- verlangten, weil G a g e und o l d rückständig wären, was I rat Göthe-Darmstadt Geh. Oberforstrat Wimme u au er- :den Genannten zur Last fiele. Am Sonntag ist die Antwort ein- Gießen, Graf Oriola-Büdesheim, Prof. Dr. Schlenger- gegangen, nach der die Absetzung bewilligt wird und die Mainz Geh. Reg.-Rat Provinzialdirektor v. Gageru-Mainz, Abgeietzten zu ihrer Rechtfertigung nach Konstantinopel berufen Lehrer Stock-Dortelweil und Oekonomierat Spieß- rocT^en- «Dortelweil. Zahlreiche Mitglieder traten dem Verein alsbald

. ... bei.

bahn. Dementsprechend war der Besuch des Hauses trotz der Jahreszeit recht gut und auch zahlreiche Zuhörer hatten sich ein gefunden, um den Beratungen zuzuhören. Sie mußten sich allerdings zuerst gedulden, denn da einige der Stadtväter ihr Erscheinen erst für später in Aussicht gestellt hatten, wurden zuerst die übrigen Beratungsgegenstände erledigt. Es waren zwar keine weltbewegenden Dinge zu erledigen, aber immerhin sind einige interessante Episoden erwähnenswert. So gab ein kleines Ansinnen unserer Gar-, . . . - - -

nisonverwaltung - die Freigabe der Bürgersteige für kleine ^taatsbahnen tm Jahre 1897 m ihrem bisherigen Dienst- militärische Abteilungen dem Stadtv. Krumm Gelegen- Verhältnis geblieben waren, hat neuerdings zum großen Teil heit, für diese Forderung des Militarismus einzutreten, den Wiinsch geäußert, noch nachträglich in den preußisch- ivährend andere Mitglieder, die einer militärfrommeren hessischen Staatsbahndienst einzutreten. Der preußische Eisen- Richtung angehören, dem Verlangen mit Rücksicht auf die bahmninister hat sich nun bereit erklärt, diesen Wünschen zu ' Interessen der Bürgerschaft der Forderung mit Erfolg wider- entsprechen. Er hat allen hessischen Beamten der Ober-

.Das Verlangen des ^enkmalspflegers für An- hessischen Bahnen und der Main-Neckar-Bahn, die sich da- k? * *-.**-**-* Stadtv. Dr. Biermer zu der Bemerkung, die Handhabung bntschwden haben und jetzt noch tm Drens! stnd, dte Ent- des Denkmalschutzgesetzes werde nachgerade zu einer Be- ichuetzung fretgestellt, in das Verhältnis von Gememschafts- lästigung anderer Kreise. Die Beratung über die Er- beamten überzutreten. r

bauung einer Straßenbahn wurde durch einen länge- Ministers wird von ren Vortrag des Oberbürgermeisters M e c ü m eingeleitet, freudig begrüßt.

der in der Hauptsache schriftlich vorlag und zusammen mit Aus dem . .. hem gleichzeitig vorgelegten umfassenden Zahlenmaterial Die nächste Operettenaufführung am Dienstag, 30. Juni, ein erschöpfendes Bild der Angelegenheit gab. Danach liegt bringt Johann Strauß beliebte OperetteZigeuner- »or, 8h>ti baton". Di- Titelrolle gibt dem Kgl. Stichs. Hosopern.

SSH"1br->ndt Gelegenheii, seine schönen stimmlichen Friedhof am Rodtberg und Kaserne an der Licherstraße unb '^n Temperament zur besten Geltung zu bringen. Falls die Versammlung aber zunächst nur eine Linie bauen Sec Z'geuncrbaron gilt als Glanzrolle des Sängers. Auch wolle, solle sie vom Bahnhof durch die Bahnhofstraße, West- seiner Partnerin Frl. Großkopf liegt die Partie der Safft be- Anlage, Seltersweg bis zum Markt und von da in zwei sonders gut, so daß auch hier Hervorragendes Linien zum Friedhof und zur Kaserne abzweigen. Die werden darf. Der Vorverkauf und die Ausgabe Debatte, die sich bis nach i/28 Uhr hinzog, wurde von Stadtv. bestellten Billets beginnt Samstag, den 27. Juni. Grünewald eröffnet, der zunächst vorschlug, zur Verein- stunden täglich von 11-1 Uhr.

sachrmg der Beratung all das aus ihr auszuscheiden, was ** Das 29. K i r ck e n a e s a n a f e st für UL|IC11

nicht wolle, und als solche Vorschläge findet, wie schon mitgeteilt wurde, am nächsten Sonntag

nur einer ^.mre bezeichnete. Dem sUmm- nachmittag zu Lauterbach in der Stadtkirche statt. Ta

gu^-?./^!o^bnden Redner zu. Es kamen als abweichende der Festgottesdienst erst um 2i/t Uhr nachmittags beginnt, Innungen eigelitlich nur folche Aeußerungen zur Sprache, sann von den Interessenten ans Gießen noch der um 12 Uhr tnntfm>-^^^^^wents beruhten. So 6 Min. mittags hier abgehende Zug benutzt werden, um wollte eine Anzahl der Mitglieder unter Betonung ihrer rechtzeitig einzutreffen

grundsätzlichen Zustimmung das vorliegende Material zn- * Zer Eoanaeliscke Arbeiterverein veranstaltet nächst einem uninteressierten Sachverständigen übertragen

haben, um namentlich in finanzieller Hinsicht eine noch- i Hardtwaldchen sein Wald fest. Außer

malige Durchprüfung zu erhalten. De/ gefaßte Beschluß Konzert und Gesangsoortragen des Gemischten Chors wird war gewissermaßen em Kompromiß zwischen beiden Anschau- der Kinderchor durch Reigen und Spiele iiiltwirken. Bel un- ungen. Man beschloß die 2 Linien, die etwa den jetzigen günstiger Witterung finden die Aufführungen in der großen Omnibuslinien entsprechen, bezw. iloch etwas darüber hin- Bichler'schen Halle bei Textors Terrasse statt.

ausreichen und beauftragte die Verkehrskommission, auf ** Kolosseum. Tie Damen-Ringkämpfe des zehnten Grund dieses Beschlußes und unter Zuziehung eines neu- Abends zeitigten folgendes Resultat: Frl. Haag-Stuttgart traten Sachverständigen binnen zwei Rlonaten ein genau siegte durch Halb-Nelsen am Boden über Frl. Nelson-London ausgearbeitetes Projelt vorzulegen und die Ausschreibungen in 16.45 Min. Im Kampfe Frl. Koslowsky contra Frl. rnegeii Uebernahme der Bauausführung und des Betriebes Paban-Belgien siegte erstere in 17.32 Min. durch Arm- ^v^äulegen. letzteres foll geschehen, trotzdem die große durchzug am Boden. Mit Untergriff an der Seite siegte Mehrheit für eigenen Betrieb i)t, da für den Anfang der Frl. Muransky-Ungarn über Frl. Manuela-Spanien in Betrieb durch eine erfahrene Gesellschaft vorzuziehen sein 6.26 Min.

auf biC,e® Unterlagen - Der Ruderklub .Hassia" Gießen veranstaltet

,ur den Ipatercn eigenen Betrieb erhalt. Es wurde zu toeit am 5 <^uli feinen, gieaätfa auf der «ahn Waran fick fuhren, auf die einzelnen Ausführungen der Redner biet L r x i i u atta au, o-r -.ayn, woran ficy

naher eliizugehen. Nur so viel sei gesagt, daß Stadtv. 2>r. na^t0 9be $erane 6etci[igen:Slmicitia grantfurt,Bo- Gut s l e i sch e,u großzügiges Bild der in Betracht kommen- Frank,urt,Mainzer Ruderklub 1903«, .Alemannia« den Verhältnisse gab, indem er den Bau der Straßenbahn Frankfurt,Fortuna" Mainz undGermania" Offenbach, als ein Hauptmittel bezeichnete, die Interessen aller Stadt- Samstag, 4. Juli, abends 8 Uhr, findet auf dem Festplatz teile auszugleichen und die durch die Entwicklung der Stadt (Schürz'sche Bleiche) eine Begrüßungsfeier mit Konzert statt, benachteiligten Gegenden zu heben. Auch die wichtige Frage Es starten am Sonntag den 5. Juli 35 Bote mit 187 Nu- ber Embezichulig unserer Vororte behandelte er, um sich derern in 11 Nennen. Bei 4 Nennen müssen wegen starker bmin? nprhrpilpit11 Beteiligung Vorrennen stattfinden, die vormittags ausgefahrcn

wenn nicht die Entziehung des Hinterlandes durchs Eisen- 2tbenbS Pceisverteilung, danach Venetianischc

bahnen noch weiter erfolgen solle. In diesem Zusammen- ^"^ahrt auf der ^.ahn. Montag, 6. Juli, findet morgens Hang gab er auch seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß auch em Frühschoppen mit Konzert statt, nachmittags wird ein über kurz ober lang der vielgeschmähte Nord bahn Hof Volksfest veranstaltet, wobei Wasserspiele (Schifferstechen, kommen werde, wenn auch vielleicht in etwas anderer Form, Büttenwettfahrt, Aalschnappen usw.) aufgeführt werden, wie jetzt erstrebt werde. Allen Rednern gemeinsam war ** Die alte Hirsch apotheke. Die unter Denk- oer Ausdruck des Dankes und der Anerkennung für die um- malschutz stehende alte Hirschapotheke, welche im fafiende und umfichtige Bearbeitung der Vorlage durch Ober- Jahre 1619 erbaut und 1875 renoviert wurde, wird z. Zt. burgermeister Jtecum, welchem Dank sich die Gesamtbürger- auf Veranlassung der Stadt, der das Gebäude jetzt gehört, fchaft wohl freudig anichließen wird. Mit dem vom Ober- außen mit einem neuen Anstrich versehen. Prof. Wälbe- burgermerfter geäußerten Wunsche, daß der Beschluß der Darmstadt weilte am Mittwoch hier, um die Arbeiten zu Stadtverordneten - Berfammliing der Stadt Gießen zum besichtigen. Die Älusführung wurde Weißbindermeister Phil, ^egen und dmtzen^ gereichen möge, erreichte nach y28 Uhr Wagner III. hier übertragen. (Siehe auch den Bericht über öie denkwürdige Sitzung ihr harmonisches Ende. die Stadtv.-Versammlung.)

A .... . ** AusfrischerTat. Ein Hausbursche hatte gestern

Ter Hesfifche ^.andesveretn für Vogelschutz abend sein Fahrrad vor die Ladentür seines Arbeitgebers wurde gestern nachmiitag.unter dem Vorsitz des Geheimerats gestellt, vorsichtigerweise aber ein Schloß daran gelegt, weil 3? t Dfnn ^üung des Finanzministeriums in er schon einmal ein Rad auf gleicher Stelle entwendet be-

Darmstadt in Anwefenheit zahlreicher Interestenten aus dem kommen batte ^n dem Paßen trat nun ein fernher

ganzen Grotzherzogtum gegründet. Erschienen waren u. a. Ober- » nne. ^arre. ^n oem x,awn trat nun ein Fremder,

landesgerichtspräsident Lippold, Senatspräsident Küllmann, Geh. ^"^5 Kleinigkeit und als er sich entfernte, nahm er Obersorftrat van den Hopp, Geh. Oberforstrat Walter, Geh Ober- bas Rad mit. Der Hausbursche setzte chm nach, nahm ihm

forstrat Wimmencruer-Gießeu, ferner eine Anzahl Gelehrte, Kreis- das Rad ab und ließ den Burschen festnehmen. Nur

räte, Forstbeamte rc. dem Umstand, daß das Rad angeschlossen Ivar, batte er es

' Der Vorsitzende begrüßte die Versammlung mit einer einleiten- zu verdanken, daß er sein Rad wieder erhielt. Denn wenn ben Ansprache, in ber er auf die Bedeutung des Vogelschutzes hin- sich der Dieb hätte bar auf setzen können, wäre er über alle loteg, der m erster Linie auf den Freih. von Berlepsch zurück- Berge gewesen. Täter war ein arbeitsloser Bursche aus zuführen sei, da dieser ichvn vor 30 Jahren mit seinen Studien Dänemark begonnen habe und damit große Erfolge erzielt habe. Redner wies auf den idealen, wie auch auf den praktischen Wert des - . ,

Vogelschutzes hin und erläuterte dann, daß man mit den schon ältere Fran erhängt. Ans welchem Beweggrund die gestehenden Vereinen, die gleiche oder ähnliche Bestrebungen ver- Tat geschah, ist unbekannt, doch nimmt man azi, i '

einem Anfall von Geistesgestörtheit geschah, da sich die Frau in guten Vermögensverhältnissen befanb.

r. Lollar, 25. Juni. Der Wette rau-Lahn­gau-Sängerbund hält sein Bundesfest voraussichtlich im klonal August hier ab. Als Festplatz ist da»s Etablisseinent von Rohrbach vorgesehen, das sich hierzu besonders eignen dürste. Ein Wettstngen findet diesmal nicht statt, es soll vielmehr besonderer Wert auf die in Aussicht genommenen Massenchöre gelegt werden; außerdem werden die Einzel­vereine durch Gesänge zur Verschönerung des Festes bei­tragen. Außer den Bundesvereinen, sowie einer Llnzahl aus­wärtiger Freunde des Männergesanges und der vom Bunde gepflegten Bestrebungen werden auch verschiedene Nicht- bundesvereine an dem Fest teilnehmen.

Grünberg, 26. Juni. In einer wohl wegen des anhaltenden Regenwetters sehr gering besuchten Ver­trauens männer-Vers am rnlung vom Bunde der Landwirte für ben Lanbtagswahlkreis Grünberg-Lanb würbe, nachbem Gutspächter L. Einrnel auf bem Warthofe bei Grünberg seine Kanbibatur niebergelegt hatte, bet Guts­besitzer unb Rittmeister ber Lanbwehr Ebuarb Lutz in Elpen­rod vom B. d. L. zum Kandidaten erwählt. Ob der Ge­wählte die Wahl annimmt, ist noch nicht bekannt.

x Lang-Göns, 25. Juni. Der Gesangverein Frohsinn", ber durch seine gesanglichen Leistungen weit und breit berühmt ist, und schon oft mit ersten und Ehren­preisen preisgekrönt wurde, errang am Sonntag unb Mon­tag in Röbelheim in ber 1. Lanbklasse ben 1. unb Ehren­preis. Nur noch wenige Tage trennen uns von bem ftattfinbenben 10. Stiftungsfest unb Bannerweihe bes hieß Turnvereins. Das Festprogramm ist seht hübsch zusammengesetzt unb in ihm ist besonders auf das Turnen Rücksicht genommen. Es beweist dies schon, daß 23 Vereine des Gaues Hessen ihr Erscheinen zugesagt haben. Aber auch für das vergnügungssüchtige Publikum ist hinreichend Sorge getragen. Die Musik wird von der Kapelle des 2. Großh. Hess. Dragonerregiments Nr. 24 unter Leitung des Musik­direktors Rühlemann ausgeführt. Den gesanglichen Teil füllen die hiesigen Gesangvereine aus. Um 6 Uhr Sonntags werden einige Trachten-Reigen aufgeführt.

Rockenberg, 25. Juni. In einem der nahen Steinbrüche waren einige Arbeiter damit beschäftigt, ge­brochene Steine zum Forttransportieren aufzuladen. Dabei fiel ein Stein so unglücklich einem jugendlichen Arbeiter, der erst kurze Zeit in ben Steinbruch geht, auf den

Kopf, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Nachdem der Verletzte einen großen Blutverlust erlitten halte, wurde ihm die Kopfwunde vernäht.

W Bad Nauheim, 25. Juni. Der russ ische Admiral No je stwensky ist aus Petersburg hier zur Kur eingetroffen.

X Alsfeld, 25. Juni. Zur Bestreitung der Bedürf­nisse der Gemeinde Alsfeld im Rechnungsjahr 1908 sollen mit Genehmigung des Großh. Ministeriums des Innern auf die 110 594,1 Alk. betragenden doppelten Grundzahlen und ganzen Einkommensteuerbetrage der Ortseinwohner und Forensen 127 000 Mk. Umlagen mit einem Prozent­zuschlag von 114 834, und für Kultuskosten auf die 3246,7 Alark betragenden doppelten Grundzahlen rc. der katholischen Parochianen 305 Mk. Umlagen mit einem Prozentzuschlag von 9,394 erhoben werden. Die israelitische Gemeinde er­hebt 5000 Mk. Umlagen.

sd. Darmstadt, 26. Juni. Für Erweilerungs- und Umbaukosten im neuen städtischen Krankenhause werden weitere 132 000 Mk. bewilligt. Der 8 - Uhr - Ladenschluß wurde heute nach ausführlichem Referat des Stadtv. Gallus, aus dem hervorging, daß die große Mehr­zahl aller interessierten Geschäfte dafür sind, ohne Debatte einstimmig angenommen. Nur eine kleine Gruppe Zigarrenhändler war für Beibehaltung des 9-Uhr-Schlusses eingetreten.

A Hochelheim, 25. Juni. Hier regen sich viele ge­schäftige Hände, um Vorbereitung für das am nächsten Sonn­tag stattfindendeHültenberger Bundessängerfest" zu treffen. Außer den 8 Bundesvereinen haben 5 Nachbar­vereine ihr Erscheinen zugesagt. Unter Leitung des Bundes- birigenten Nau-Reiskirchen kommen 2 MassenchöreBrüder reicht die Hand zum Bunde" undSie sollen ihn nicht haben, ben freien deutschen Rhein" zum Vortrag. In dankens­werter Weise wird auch ber Turnverein bei bem Feste Mit­wirken burch Vorführung von Neigen und Stabübungen. Die Fesimusik stellt bie Kapelle Pauli-Marburg unb die Festwirtschaft hat Gastwirt Ph. Jung hier übernommen.

s) Biedenkopf, 25. Juni. Am Montag, 27. Juli, wird hier die B e z i r k s s ch a u im Zuchtbezirk II. für die Vogels­berger Rasse (umfassend den Hinterland- und den Tillkreis) ab­gehalten. An Staats- und Vereinspreisen kommen zur Verteilung 1140 Mk. für Rindvieh und außerdem noch 450 Mk. für Aufzucht- pramien, sowie 115 Mk. für Schweine unb 80 Alk. für Ziegen.

** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Ter nächste Bundestag des Bundes deutscher Gastwirte findet in D a r m st a b t statt.

GerichtssaaL.

R.B. Gießen, 25. Juni- Der Musketier Franz Fisch aus Jügesheim (Kreis Offenbach) von der 8. Kompagnie des Jnf.-Regts. 116 hatte sich in der gestrigen Verhandlung des Kriegsgerichts zu verantworten. Er hatte an den Kompagnie- Ährer einen anonymen Brief geschrieben, worin er darüber Klage führte, daß in seiner Korpvralschaft die Stiefel zu schlecht wären. Er schimpfte dabei auch über seine Vorgesetzten und drohte, ich mit einer Anzeige an das Generalkommando wenden zu wollen, wenn keine Abhilfe erfolge. Der Angeklagte, der als Ur­heber des anonymen Briefes ermittelt wurde, erhielt ivegen Ach- tungsverletzuna, zum Teil verbunden mit Drohung und Belei­digung, eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten. Der Musketier Christian Feldmann aus Kästel von der 3. Komp, des Jnf.-Regts. 168 wurde wegen Gehorsamsverweigerung, ver­bunden mit Sachbeschädigung, Achtungsverletzung vor versammelter Mannschaft und Widersetzung gegen einen Vorgesetzten zu 7 Monaten 14 Tagen Gefängnis verurteilt.

F.C. Frankfurt a. M-, 25. Juni. Das Oberkriegs- g e r i ch t verhandelte heute unter Ausschluß der Oeffentlichkeit gegen den Leutnant Orenburg vom 166. Infanterie-Regi­ment in Hanau wegen Mißhandlung eines Untergebenen. Das Kriegsgericht der 21. Division hatte in seiner am 29. Mai in Hanau abgehaltenen Sitzung den Fall zu milde angesehen, was den Gerichtsherrn veranlaßr hatte, Berufung einzulegen. Das Oberkriegsgericht gab der Berufung statt und verurteilte den Leutnant wegen 'Mißhandlung eines Untergebenen zu 10 Tagen Stubenarrest. Während der Urteilsbegründung wurde die Oeffentlichkeit wieder äusgefchlossen.

Hamburg, 25. Juni. Das Landgericht Altona hat als Berufungsinstanz in der Privatllagcsache eines Vorstandsmitgliedes des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie den .Genossen" Waberski vom HamburgerEcho" zu drei