Ihren Königlichen Hoheiten dein Groß Herzog und der Groß^ Herzogin von Lessen
in Darmstadt.
Im Sinne der allgemeinen Volksstinrmung des Landtagswahl- Eeytrfcs Lich-Hungen, bitte ich Ew. Ew. Königlichen Hoheiten, zur Geburt des Ivetten Hcssenprinzen die herzlichsten und ehrerbie- ligsten Glückwünsche der engeren Leimat Ihrer Königlichen Ho- hAt der Großherzogin gnadigst entgegenzunehmen.
Unser Hessisches Volk preist die göttliche Vorsehung, die uns den heimischen, cbelen Stammen Hessen und Solms, uns Allen 'tzum Heil, neues, hoffnungsreiches Leben entsprießen ließ.
Möchte der Prinz in einem glücklichen und langen Leben leimnol sich würdig erweisen seinen beiden großen Ahnen: Philipps von Hessen und Philipps zu Solms.
Köhler-Langsdorf.
Der Großherzog antwortete darauf: Abgeordneter Köhler-Langsdorf'.
Für Ihre freundlichen und treuen Wünsche sagen die Groß- herzogin und ich unseren aufrichtigsten Dank.
Ernst Ludwig.
Zum Telegraipm Köhlers wäre zu bemerken, daß unter Philipp von Hessen ohne weiteres Philipp der Großmütige zu verstehen ist. Nicht ganz so klar geht es mit Philipp zu Solms, als einem direkten Vorfahren der^Großhcrzogin. Man könnte ja wohl an Graf Philipp zu vsolms-Lich denken, den Vater des früh verstorbenen zweiten Gemahls der Anna, Landgränn v. Hessen, der Mutter Philipps des Großmütigen. Das scheidet aber aus gegenüber der bedeutenderen Erscheinung des zu Hungen int Jahre 1494 geborenen nitd daselbst im Jahre L581 verstorbenen Grafen Philipp zu Solms-Hungen- Braunfels. Es kann also als Ahne des zweiten Hejsenprinzen im Köhlerschen Telegramm Wohl in übertragenem Sinne nur dieser in Betracht kommen. Und das hat seine volle Berechtigung, da die nächste Blutsvertvandrsckiaft zwischen beiden Philippen bestand. Graf Philipp zu Solms, der Hungener, aber verdient sehr wohl das Prädikat des „Großen", iveil er — tzwar in beschränktem Gebiet — jedoch wirklich Großes während seiner Regierung leistete: Als Landesherr fing Philipp die Reformation der Kirche seines Gebietes an: er nahm auch den sogenannten „armen Leuten" in seinem Werterauischen Landesbezirk die Fesseln der Leibeigenschaft ab. Deshalb wird der Tag der Befreiung, der Tag des Hippolyt (13. August), im Hungisck)cn bis heute noch in mancherlei Weise gefeiert (Langsdorfcr Kirntest, Bettenhäuser Haalseier 2c.1. Dieser Großtat zunächst steht die Abfassung und Einführung der „Solmsischen Landordnung" vom Jahre 1571, die in Solinftr Landen, und weit über sie hinaus, bis zur Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs vom 1. Januar 1900 ihre Geltung behielt.
2lus Stadt und Land.
Gießen, 23. November 1908.
•* Aus dem „Militär-Wochenblatt". Prinz zu Solms-Hohensolms-Lich, Lt. im 5. Thür. Inf.» Regt. Nr. 94 (Großh. von Sachsen), ein Patent vom 18. Nov. 1906 verliehen. — 0. Becker, Nittrn. im Garde- Drag.-Regt. (1. Großh. Hess.) Nr. 23, bisher nach Japan kommandiert, zum Eskadr.-Chef ernannt. — v. Rettberg, Hauptm. im Jnf.-Leib-Regt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, kommand. zum Bekleidungsamt des 8. Armeekorps, zu diesem Bekleidungsamt versetzt. — Befördert zu Leutnants die Fähnriche: v. den Brink en im Leib-Garde- Inst-Regt. (1. Großh. Heff.) Nr. 115, — v. Fischer, Gr. v. Bredow im Garde-Drag.-Regt. (1. Großh. Hess.) Nr. 23, — v. Jlsemann im 2. Großh. Hess. Feld-Art.« Regt. Nr. 61. — Den Abschied mit der gesetzlichen Pension bewilligt: dem Major v. Stoesser, Abteil.-Kommandeur im 1. Großh. Hess. Feld-Art.-Regt. Nr. 25, unter Verleihung de§ Charakters als Oberstlt., mit der Erlaubnis zum Tragen der Regts.-Uniform; den Hauptleuten: Wilhelm!, Komp.- Chef im Jnf.-Leib-Negt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, v. Knobloch, Komp.-Chef im Leib-Garde-Jnf.- Regt. (1. Großh. Hess.) Nr. 115, dieser mit der Aussicht auf Anstellung in der Gendarmerie; zugleich bei den Osstzieren der Landw.-Jäger 2. Aufgeb. angestellt.
** Das Wohltätigkeitsfest, das am Samstag labend im Hause des Gesellschaftsvereins zum Besten der hiesigen 5ttantenschmestern abgehalten wurde, hatte sich eines sehr guten Besuches zu erfreuen, so daß jedenfalls ein hübscher Ueberschuß zu erwarten ist. Wie wir schon am Samstag mitterlten, waren die einzelnen Räume sehr schön ausgeschmückt und zu allen möglichen Zwecken hergerichtet. Im unteren Saale standen verschiedene hübsche .Häuschen und Buden, wo -Ansichtskarten, Lebkuchen, Körbe Sekt, Bier, Erfrischungen aller Art und andere .Herrlichkeiten verkauft wurden, im Nebenraum war ebenfalls eine große Erfrischungsbude und eine große Kunsthandlung, die neben verschiedenen Bildern auch eine große Anzahl kunstgewerblicher Gegenstände und .Handarbeiten feilhiüt. Im ersten Stock war ein Glücksrad, eine kleine Bühne, ein Teegarten und Mehrere Erfrischungsbuden. Sehr schön waren die mimischen Vorführungen von Pierrot und Kolombine und die Darbietungen des Kvschat-Theaters, die sich eines sehr lebhaften Besuches zu erfreuen hatten. Zu den schönsten und farbenvollsten Bildern aber gehörte der von etwa zehn Paaren ausgeführte chinesische Reigen, der so starken Anklang und freudigen Beifall fand, daß er nochmals ausgeführt werden mußte. Und in all diesem Treiben die geschäftigen Damen, die mit viel Eifer und Neberredungskunst ihre tausenderlei Sächelchen verkauften. Blumen, Zigarren, Lebkuchen, Postkarten, belegte Brötchen, Getränte und was sonst noch alles da war, es fand rasch willige Käufer. Selbst die Körbchen, die doch sonst unentgeltlich verteilt werden, wurden nicht ungern bezahlt und mancher schelmische Blick begleitete den seltsamen und nicht immer bedeutungslosen Korbhandel. Auch eine große Verlosung von Kunstgegenständen wurde abgehalten und erregte lebhafte Anteilnahme. Gegen 11 Uhr verlief sich dann der Schwarm allmählich und — aber das geht uns nichts an. — Eingeleitet wurde der fröhliche Jahrmarkt durch einen ernsten, würdigen Prolog, bei von Frau Hauptmann Köttschau sehr wirkungsvoll gesprochen wurde und sehr starken Beifall fand. Das Konzert wurde von der Kapelle unseres Regiments mit bekannter Vollendung bestritten. An der Ausstattung des Hauses waren die hiesigen Firmen Petri, Becker und Stückrath beteiligt, die sich chrer Aufgaben mit Geschmack und Geschick erledigt hatten. Wie man uns mitteilt, ergab das schöne Fest, das so zahlreiche Beteiligung und so outen Besuch erfahren hatte, einen Ueberschuß, bei 3000 Mk. nicht unwesentlich übersteigen dürfte.
*• Stadttheater. Nochmals sei darauf hingewiesen, daß die Festo 0istcllung am kommenden Mittwoch um 7 Uhr beginnt und daß eine Wiederholung des Stückes „Donna $)iana' ausgeschlossen ist. — Am 3. und 4. Dezember werden „Die Schlierseer' gastieren und zwar in zwei neuen Bauernkomödien ,Jn der Sommerfrischen^ und in dem „Paragraphcnschuster*. In beiden Stücken spielt Taver Terofal die Hauptrolle. — Vorn eigenen Personal werden gegenwärtig vorbereitet: Ibsens „John Gabriel Bopkmann", Richard Fellmgers „Pfarrerm^, die bei der Ur
aufführung in Darmstädter Hoftheater jüngst großen Erfolg erzielte, „Die Tür ins Freie" von Blumenthal^und Kadel- bitrg, sowie Tinters elsässische Komödie „Die Schmuggler", die ein Seitenstück zu der hier bekannten Komödie „Kater Lampe* bildet.
**FürsorgekassefürKommunal beamte. Die unter den: Vorsitz des Reichs- und Landtagsabg. Kohler gestern hier tagende oberhessische Beamtenversammlung war von über 300 Fürsorgekasse-Jnteresfenten beucht. 'Jatd) einem sehr instruktiven Vortrag von Regierungsrat Dr. Merck über das Fürsorgegesetz wurde eine Kandidatenliste für die Ausschußwahlen ausgestellt, i Näherer Bertcht folgt.)
"Turnverein Gießen. Vielfachen Anregungen aus Mitglicderkreisen entsprechend, werden von jetzt ab allmonatlich Monatsversammlungen abgehalten werden, in denen turnerische und sonstige auf die Leibesübungen bezügliche Fragen erörtert, Vereinsangelegenheiten besprochen und turnerische Geselligkeiten, deutscher Turnergesang usw. gepsiegt werden sollen. Man erwartet von dieser Neueinrichtung ein Aiifblühen des turnerischen Lebend im Verein und eine regere Anteilnahme der Mitglieder an den VereinS- bestrebungen, insbes. auch seitens der älteren Mitglieder, denen dadurch Gelegenheit geboten ist, ohne besondere Mühewaltung mit Rat und Tat der Vereinsleitung fördernd zur Seite stehen zu können. Die erste derartige Versammlung wird morgen abend im Saale des Eafe Ebel stattsinden, sie ivird u. a. ein sehr interessantes Referat des Gauturnwarts über den turnerischen Teil des Frankfurter Deutschen Turnfestes bringen.
** Wandervogel. Da in der jetzigen Jahreszeit Wanderfahrten nicht in dem Maße wie seither unternommen werden können, hat sich der Führerrat des Wandervogel bemüht, seinen Mitgliedern einigen Ersatz zu bieten. Zunächst wurde am Samstag die Besichtig un g des Elekt rizitäts- iverks unternommen. Den klaren Darstellungen deS Betriebsleiters Herrn Stolle folgten die Teilnehmer mit großem Interesse. Der Besuch anderer Betriebe ist in Aussicht genommen.
** Lesebuch für die hessischeu Schulen. Die Verlagsfirma Emil Roth hat den kürzlich erschienenen 2. Band (für Quinta) ihres „Deutschen Lesebuches für die höheren Schulen des Groß Herzogtums Hessen" Sr. K. H. dem Großherzog übersandt und darauf vom Großh. Kabinett ein herzliches Dankschreiben erhalten, nach dem der Großherzog das Buch mit Interesse und bestens dankend entgegengenommen hat.
" Was ein Häkchen werden will. Drei hiesige Fabrikarbeiter im Alter von 14, 15 und 16 Jahren hatten gestern mittag ihren Wochenlohn erhalten und machten dann nachmittags blau. Sie zogen von einer Wirtschaft zur anderen, bis der letzte Heller fort war. Der jüngste blieb betrunken liegen und wurde von seinen Angehörigen nach Hans geholt, während die beiden älteren beschlossen, ein Fahrrad zu stehlen, um es zu Geld zu machen. Sie holten dann auch aus einem Hose der Marktstraße ein Rad und tuurt-cn später von einem Schutzmann betroffen, der ihnen das Rad abnahm.
** Abgefaßt. Am Freitag abend hatten sich drei Burschen mit einem Handwagen nach der Bichler'schen Brauerei begeben, dort den Wagen mit altem Zink beladen, das zu Geld gemacht werden sollte. Sie wurden in ihrer Arbeit gestört und ergriffen die Flucht, den Wagen zurücklassend. Der Eigentümer des Wagens kann ihn bei der Kriminal-Abteilung des Polizeiamts m Empfang nehmen. — Am gleichen Abend wurden zwei B u r s ch e n am Nahrungs- berg betroffen, nachdem sie an einem Gartenhause die Dach- kandeln abgerissen, zerkleinert und in einen Sack gebracht hatten. Auch diese ergriffen unter Zurücklassung der Beute die Flucht.
"Einbrüche. Zu dem Einbruch im Güterbahnhofe wird uns noch mitgeteilt, daß der Dieb ein Adler- Drei^ rad am Tatort zurückließ und noch in einer Wirtschaft der Frankfurter Straße einen Einbruch beging und außer etwas Kleingeld und Briefmarken auch ein Fahrrad stahl. Mit diesem dürfte er dann weiter gefahren sein. Man ist sich darüber klar, daß alle drei in der Nacht ausgeführten Einbrüche von einem auswärtigen Gauner begangen wurden.
m. Lollar, 21. Nov. Gestern, Freitag abend gegen 7 Uhr verschied infolge eines Schlaganfalls der in weiten Kreisen bekannte und sehr geachtete Bierbrauereibesitzer Schadeck von Salzböden auf hiesigem Bahnhof. Sch., der, um den Zug nach Fronhausen zu erreichen, nach dem Bahnhof gelaufen war, siel, kaum dort angekommen, toi nieder.
= Lick), 22. Nov. Am 25. d. M. feiert der Kirchenvorsteher Hch. Ludwig und dessen Ehefrau Marie, geb. Zimmer zu Lich in geistiger und körperlicher Frische das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Mr wünschen dem Paar einen recht heiteren und ungetrübten Lebensabend.
[| Bingenheim, 20. Nov. Am Dienstag abend sand hier im Saale des Gastwirts Pipp ein von dem hiesigen Zweigverein des Evang. Bundes veranstalteter Luther ab end statt, der zahlreich besucht war. Nach dem Gesang des Lutherlicdes eröffnete Forstmeister Lang von hier die Versammlung und wies auf die Ziele und die bisherigen Leistungen des Bundes hin. Im Mittelpunkte des Abends stand ein Vortrag von Pfarrer Loos aus Butzbach über „Luther als deiitschen Mann*, während der Ortspfarrcr die Schlußansprache hielt. Dazwischen sorgten Deklamationen von größeren Schulkindern und gemeinsame Gesänge aus dem Liederbuch des Evang, Bundes für die erwünschte Ab- wechSliing. Der Zweigvcrein zählt jetzt 47 Tlitglieber.
-s- Deckenbach, 22. Nov. Ein seltenes Fest feierte heute hier die bekannte Zigeunerfamilie von Konrad Lan- binger, gebürtig von der Kröte bei Battenberg, nämlich die Taufe ihres bereits 14 Jahre alten Sohnes. Der Laufhandlung, die im Beisein del Familie Pfarcverwalter Hcberer in unserer Kirche vollzog, wohnte selbstverständlich eine große Anzahl von Neugierigen bei. Zur Feier des Tages gab die sehr musikalische Familie ein Konzerts das von unserer Jugend vollzählig besucht war. Hoffentlich wird die Konsirmation nicht so lange, wie die Taufe auf sich warten lassen.
? Schotten, 22. Nov. Der vor kurzem hier ver- schwundcne Aktuar Wilh. Mol ter ist in der Nacht vom Freitag in Frankfurt in einer Anlage erschossen aufgefunden worden. Die erste Nachricht, daß nichts Besonderes gegen Plotter vorliege, erfährt eine unliebsame Wendung, indem sich inzwischen Unregelmäßig teilen heraus-
stellten, die M. in den Tod Getrieben haben. Dienstliche Verfehlungen können werft nicht behauptet werden, da nicht bekannt ist, was die zweitägige Revision ergeben hat, es werden hier nur Vermutungen ausgesprochen, dagegen hat der Selbstmörder besonders in einem Falle sich eines groben Vertrauensmißbrauchs schuldig gemacht. Er hat sich nämlich erboten, in einer Nermögensangelegenheit den Betrag von 5000 Mark an den Empfänger in Amerika zu übermitteln, und aus Vertrauen wurde ihm diese Gefälligkeit über» tragen. Das Geld ist aber nickt an seinem Bestimmungsort angenommen, vielmehr stellte sich auf wiederholtes Drängen heraus, daß die Summe unterschlagen ist. Wohin der Se. trag gekommen, da er doch unmöglich verlebt sein kann, ist nicht befarmt, doch wird allgemein angenommen, daß Motter das Geld in lockerer Tamengesellschaft in Frankfurt (wohin er oft reifte) verpraßt hat. Jedoch «nicht allein diesen Betrag hat M. verbraucht, er hat (neben seinem Gehalt) noch Anleihen gemacht, hat auch noch größere sonstige Schulden hinterlassen, so daß von ihm zirla 10 000 Mark gefordert werden. Ueber die Hinterlassenschaft, die zirka 11 700 Mk. beträgt, ist der Konkurs eröffnet. * ®s wird davon gesprochen, daß auch in Darmstadt, wo fNolter vorher war, noch Schulden für ihn vorhanden seien, die Summe kann heute nod) nicht genannt werden. Molter war ein sehr begabter Mensch, der aber dem Bier in unvernünftig großem Maße zusprach, er saß halbe Tage lang ruhig am Tisch und trank manchmal über 50 Glas Bier, setzte sich auch halbe Nächte ruhig, ohne ein Wort zu sprechen, ganz allein an den Biertisch und trank. In einem Entschuldigungsbrief suchte M. sein Vergehen in ein besseres Licht zu stellen — aber die Geschädigten werden das Nachsehen haben.
m. WeningS, 22. Nov. Der Unhold, der am verflossenen Sonntag, 15. d. Mts., die 60jährige Frau E. S. von Bindsachsen in der Nähe eines Wäldchens zwifcher. Usenborn und Gelnhaar zu vergewaltigen suchte und mit dem Messer bedrohte, wurde in der Person des 19 Jahre alten Ernst ©mmel von Gelnhaar, der auf dem Baumwieser Hof bei Gelnhausen bedienstet ist, ermittelt und durch die hiesige Gendarmerie in das Amtsgericht Octenberg abgeführt. Emmel hat die Tat eingestanden.
s. Darmstadt, 23. Nov. Die land- und forstwirtschaftliche B e r n f s g e n 0 s s e n s ch a f t für das Großherzogtum Hessen bewilligte in ihrer Generalversamm- ung 800000 Mark für den Bau eines Kur- und (Sc» nesungshauses in Darmstadt.
Gerichessaaz.
Kiel, 22. Nov. Das Kriegsgerichtverurteilte den Marineleutnaut Besch vom Linienschiff „Elsaß" wegen Verfehlung gegen Untergebene aus § 175 zu drei Monaten Gefängnis und Dienstentlassung.
Spenden für Raddod.
Die Sammlung des Gießener Anzeigers:
Bisher quittiert: 1308.65 Mk^ H. S. 1.—, '1)L R. 2.—, ). W. 2—, Fran A. E. 5.—, Hobr. u. W. 4.—, I. S. 5.—, Karl Bourgeois 2.—, Dr. St. 3.—, I. Sch. 10.—, L. L. 3.—, L. Kattrein 5.—, I. St. 5.—, Skatverem Großcn-Linden 25.—, Skattisch Burk- hardsielden 3.—, Dl. G. 10.—, 2)L L. 3. Zusammen 1396.65 Mk.
In Anbetracht des schrecklichen Unheils, bitten 1d i r unsere Leser, r hr c Spenden möglichst umgeh c n d an uns gelangen zu lassen, damit wir das Geld möglichst rasch au die Hinterbliebenen ab- uhren können.
Kleine Tageschrontk.
Ter Frauen m örder K 0 ch aus Oberndorf wurde am Samstag m Erkürt htngerichtet.
Hundert Fischer, die von der W i n t e r w i t t e r un g überrascht wurden, sind in der Provinz Astrachan seit zwer Tagen verschwunden. Alan vermutet, daß sie sich auf einer Eisscholle befinden.
In Siende (Jndochina) kam es zu einem Z u f a m in e n- st 0 ß zwischen i r a u 3 ö j t f d) e n Soldaten und einer Bande von acht Piraten. Die Piraten wurden nach längerem Wiher- tanbe sämtlich erschossen.
Märkte.
io. Frankfurt a. M., 23. Nov. (Orig.-Telegr. des „Gieß Anz/) Amtliche ^louernngen der heutigen Fruck) tmarktprerse. Weizen Alk. 20 00—20.50, Kurhessischer Alk. 20.75—21.00, La Plata Mk. 33.75—24.50, Kansas All. 23.00—23.50, Roggen (hiesiger) Mk. 17.75—18.00 Gerste (Wctterauer) Alk. 21.50—22.00, Franken- selber Mk. 21.50—22.25, Haier 16.00—17.90, Mais Alk. 17.75—18.00. Weizenmehl Mk. 31.50—32.00, 00—00, 2. Qualität Mk. 30.M bis Mk. 31.00, 3. Qualität Mk. 29.00—30.25, Roggemnehl 0
Pik. 27.75—28.00,1.Qualität Mk. 26.75—27.00, Weizenkleie Mk. 10.25 bis Ml. 10.50, Roggenlleie Mk. 10.75—11.00, Maiskeime Mk. 13.50 bis Mk. 13.75, Franken, Psälzer, Ried Aik. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier.
tc. Frankfurt a. M., 23. Nov. (Telegr. Orig. - Bericht der „Gieß. Anz.".) Amtlick)e Notierungen der heutigen Biehmarkt- preise. Zmn Verkaufe standen: 352 Ochsen, 77 aus Oesterreich 43 Bullen, 0 aus Oesterreich, 905 Kühe, Fersen, Stiere und Rmder, 327 Kälber, 429 Schaie und Hümmel, 1768 Schweine, 00 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 00 Schallämmer. Bezahlt wurden für 100 Psund Schlachtgewicht: Ochsei;: 1. Qualität 80—83 Dik^ 2. Qualität 74—76 Mk., 3. Qualität 60—65 Mk.; Bullen: 1. Qual. 66—68, 2. Qual. 62—64; Kühe 1. Qualität 68-70 Pik, 2. Qual. 60—62 Pik., 3. Qual. 48—50 Pik., 4. Qual. 00—00 Pik, 5. Qual. 00—00 Mk. Bezahlt wurden für das Psund Schlachtgewicht : Kälber 1. Qualität 92 bis 97 Pfg., Lebendgewicht 55—56 Pfg., 2. Qualität 82—90 Psg., Lebendgewicht 48-52 Pig, Schlachtgew 70—OOPsg.; Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 70 bis 72 Pig„ 2. Qual. 50—54 Pfg. Schweine: 1. Qual. 72—73 Pf, Lebendgewicht 57—57,5 Ps., 2. Qual. 70—71 Pf., Lebendgewicht 56—56,5 Pfg., 3. Qiial. 66—68 Psg., Lebendgewicht 00 — 00 Pfg. Geschäft bet Hornvieh gut, kein Ueberftcmb, bei Kleinvieh mittel- mäßig, Ueberstanb gering.
Cingefanöt.
Die Zustande in der o u 9 ii i) u 1 ft raße zwischen Löwen- und Wolkengasse spotten geradezu jeder Beschreibung. Tagv» lang ist das Trottoir aufgerissen unb nun, seitdem regnertsä)^ Wetter eingetreten ist, ^sperrt .man mit fragwürdigen Lattengestellen einfach die eine Seite der Straße ab. Das liebe Publikum watet durch den Schmutz in der Fahrbahn, denn auf der andere» Straßenseite ist das Trottoir auch teilwcise in bejammernswerte« Zustande. Wie lange soll denn die Absperrung der Schaufenster unb Läden noch dauern, etwa bis trockenes Wetter eintritt- Große und kleine Kinder machen sich ein Vergnügen daraus, die Längs-- Rangen der Absverrung 5ujammen^ula/icben unb so kurzerhand selbst die Eingänge -u den Ladentüren unnwglich zu ntachcn.
Aber dic Bahnlwfstraße mit ihrem „geringen Verkehr" kann auch derartige Einrichtungen vor der Weihnachtszcit ruhig hül- nehinen, ähnlich wie vor einigen Jahren die Ecdorbeiten, die durch die Legung eines Posttaoels hervorgerusen waren! Sie gilt ja doch mir als Verkehrsstraße dritter oder vierter Güte! Ich wollte cinmni sehen, wenn man das ben Geschäftsleuten! auf dem Seltersweg bieten wollte!
Kümmert sich oenn keiner von den Sxnxn, die es angeht. Um solche Zustände? Muß man in Gießen inaner ein die Press: anrufen, pm sclbstr erstündlichen Uebelständen auzuhclfoi?.
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