Ausgabe 
23.11.1908 Zweites Blatt
 
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JiJJ® Erstes Blatt 158. Jahrgang Montag S3. November 1908

erscheint täglich, aus-erW*^' A VezugspreiZ:

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dirommaS'ui" Hotafionsftu« und Verlag der vrShl'schen U«lv.-Vuch- und Sleinbruaerei B. Lange, vedattion, Expedition und Druckerei: Schulftratze 7. 8°^^ni-u°b

Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

Zürft und Doll.

3um ersten Stale nach den traurigen Erlebnissen der letzten Wochen ist der Kaiser am Samstag wieder in der .Oeffentlichleit erschienen, und zrvar anläßlich einer Feier, die zur (Erinnerung an die Verleihung der «tüdteordnung im Berliner Rathause gefeiert wurde. Tiefe Feier, an der außer dem Kaiser auch die fteijernt, das Kronprinzenpaar, der Neichslanzler, die Staatssekretäre, die preußischen Mi­nister, die (Generalität, Magistrat und Stadtverordneten teil­nahmen, ist aus mehr als einem Gründe bedeutsam. Sie erweckt vor allem die Empfindung, daß der Kaiser den besten Willen hat, alles Trennende, was sich in den letzten Wochen zwischen ihm und dem deutschen Volke aufgerichtet .chatte, wieder zu beseitigen. Das erfuhr man aus dem Munde des Ltzaisers selbst, das zeigte sich aber auch darin, baß der Kaiser, nicht wie sonst, frei sprach, sondern die 'Rede aus der Hano seines verantwortlichen Kanzlers nahm, .ganz wie bei den Thronreden. Der Kaiser hat damit zum -ersten Stale und recht ostentativ bekundet, daß er die Lehren der letzten Zeit und die Wünsche der Nation keineswegs ignorieren will. Dem Kaiser mag es bei seinem im­pulsiven Temperament nicht leicht sein, sich bei seinem öffentlichen Auftreten Zwang aufzuerlegen, daß er es aber im Interesse der Nation doch tut, muß ihm hochangerechnet .roeroen. Der Kaiser hat Entgegenkommen gezeigt, nun darf 'auch das deutsche Volk nicht langer grollend beiseite stehen, sondern muß auch seinerseits "alles daran setzen, damit, wie der Kaiser sagte, ausstecgende Wolken ihre Schatten niemals trennend zwischen ihn und das deutsche Volt werfen. ; ,

Die Feier iin Berliner Rathause begann mit folgender Ansprache des Oberbürgermeisters:

Eure KaiserliHe und Königliche Majestäten bitte ich 'namens des Magistrates und der Stadtverordneten von Berlin, den ehrfurchtsvollsten Dank dafür entgegenzuneh­men, daß Ew. Majestäten die Gnade haben, begleitet von den Prinzen und Prinzessinnen des Königl. Hauses, an der heutigen Feier des 100jährigen Bestehens der Städte­ordnung inmitten der städtischen Behörden teilzuneymen.

3n den schweren Heimsuchungen der Jahre 1806 und 1807, durch die die Kraft des Staates Friedrichs des Großen gebrochen schien, hatten sich die preußischen Städte nicht 'als lebensvolle, an den Geschicken des Vaterlandes tatkräftig teilnehmende, op^.rbereiic und widerstandsfähige Glieder des Staates erwiesen. . i . . Es ist das unsterbliche Ver­dienst Cw. Majestät erlauchten Vorfahrens, des Königs Friedrich Wilhelm III., dessen wir heute in inniger Daiik- barkeit gedenken, daß er dem Vertrauen zu seinem Volke fein Herz geöffnet, den preußischen Städten in Betätigung dieses Vertrauens die Städteordnung und in ihr die Selbst­verwaltung gegeben hat, zum Heue für die Städte und zum Segen für das gesamte Vaterland.

- Ew. Majestät haben es wiederholt mit huldvollen, gnä­digen Worten auszusprechen geruht, daß die Städte dieses 'Vertrauen gerechtfertigt haben. Diese Anerkennung er­mutigt uns zu der ehrfurchtsvollen Bitte, Ew. Majestät wollen auch in Zukunft den preußischen Städten und ins­besondere unserer Stadt eine vertrauensvolle, gnädige Ge­sinnung bewahren. Uns aber, den Vertretern der Bürger­schaft Ew. Maejftät Haupt- und Nesidenzstadt Berlin, ist eS ein Herzensbedürfnis, Ew. Majestät das Gelübde zu

erneuern, daß die Bürgerschaft dieser Stadt auch künftig in guten und in schweren Zeiten mit allen Kräften unab­lässig bemüht fein wird, in unwandelbarer Treue und Hin­gabe an das Vaterland und das angestammte Königshaus sich des Vertrauens Ew. Majestät würdig zu zeigen."

Nachdem der Oberbürgermeister geendet und die Bravo­rufe verklungen waren, erhob sich der Kaiser und schüt­telte Herrn Kirschner die Hand. Dann erhob sich Fürst Bülow, der seinen Platz hinter dem Sessel des Kaisers eingenommen hatte, und überreichte dem Kaiser einen großen weißen Bogen Papier. Der Kaiser bestieg die Rednertribüne und verlas langsam und mit Nach­druck folgende Rede:

Mein verehrter Herr Oberbürgermeister!

Es war mir eine besondere Freude, durch Ihre Ein­ladung Gelegenheit zu erhalten, an der Feier des hundert­jährigen Vefiehens der preußischen Städteordnung teilzu­nehmen und.unter den Bürgern meiner Haupt-- und Ne- sidenMadt zu weilen.

Ihren Worten über die Bedeutung dieser Städteordnung für unser Vaterland ftirfnne ich aus voller Ueberzeugung zu. Der mit der Gewährung der Selbstverwaltung von meinem Ahnen seinem Volke gegebene Beweis des Ver­trauens und der damit verbundene Appell an die geistigen und sittlichen Kräfte des Bürgertums haben reiche Früchie getragen.

Echtes Gold wird klar im Feuer!" Das echte Gold deutscher Treue und Tüchtigkeit, weiches die Bürgerschaft der preußischen Städte erfüllt, wurde im Feuer der Bc- sreiungslriege geklärt und in hundertjähriger op,ersreu- diger Arbeit für das Gemeinwohl bewährt.

Diese Erinnerung gibt mir die Zuer,icht, daß die preu­ßischen Städte und ihnen voran meine Haupt- und Resioenz- ftadt Berlin auch in Zukunst die großen Aufgaben kommu­nalen und staailicl)en Vorwärtsschreitens in Treue, Ge­wissenhastigkeit und Kraft erfüllen werden.

Und weiter hege ich das feste Vertrauen, daß das Band der Treue und Zuneigung, welches in unjerin Vaterland von altersber König und Bürgerschaft, Fürst und Voll so eng verbindet, sich immer mehr als unzerreißbar erweisen wird. Wenn nach den Worten des Preußenliedes nicht immer Sonnenschein leuchten kann und es auch trübe Tage gebe nmuß, so sollen aufsteigende Wollen ihren Schatten niemals trennend zwischen mich und mein Voll werfen.

Zur Erinnerung an die he.tige Feier und als Zeichen meines Wohlwollens habe ich t_r Stadt Berlin mein Bild­nis verliehen, das 3,neu später zugehen wird."

Soweit ging die jieDe, wie sie au, dem Pap.er |ianb; der Kaiser fügte dann noch die folgenden Worte hinzu:Gott segne meine Haupt-- und Nesidenzstadt Berlin!"

Lauter Beifall ertönte, als der Kaiser geendet hatte. Dann betrat Burgermeiper Dr. Reicke dieicbneriribüiie und begann, gegen das Kaiserpaar sich verneigend, seine Festrede, die ausschließlich dem Schöp,er der Städteorb- nung gewidmet war.

Mit den eigenen Worten Steins und feiner Mitarbeiter suchte Dr. Reiae die Ziele und Tendenzen klarzulegen, die damals Stein und seine Mitkämpfer bei ihrem Resorm- merf geleitet hatten. Dengeistigen Stüdteeröauer" nannte Redner den Minister Friedrich Wilhelms III. Zwei grund­legende Gedanken, so führte er dabei aus, waren es vor allem, auf denen die schöpferische Wirkung der Stä^t.- orbnung berühre, und aus denen die ganze Re,orm ihre geheimen Kräfte sog: der Kamps gegen die Bureauiratie und die Heranziehung des Laienelements,des Bürgers",

Gieizener Stadttheater.

Elga.

Drama in 6 Bildern von ^-erhärt Hauptmann.

Seitdem Max Koch in seiner Geschichte der deutschen Literatur, die die neuen und neuesten Werke deutscher Dichter nur sehr mangelhaft und ohne poetisches Mitfühlen und Begreifen, aber mit viel tönenden Worten, behandelt, seitdem er Gerhart Hauptmann einenEsfekthascher" ge­nannt hat und ihn nur alsdichterisch begabt" hinstellt, seitdem glaubt jeder Winkelrezeusent über den Schlesier hersallen und ihn mit ein paar bedauernden Worten abtun ;u können. Gewiß, als Hauptmann zum ersten Male auf der freien Bühne zu Wort kam, da wurde er bedeutend iiberfchätzt ünb der schneidige M. G. Conrad glaubte in ihm einen zweiten Zola feiern zu können. Dann aber lchlug sich das Blatt bald um und heutzutage ist Haupt­mann sehr mit Unrecht fast nur noch alseinstiger Bahn­brecher" ancrtainu, obschon auch in seinen neuesten Werten überall ein Dichter von starker und überragender Persönlich- lichteit hervortritt. Daß er dabei der Bühne so wenig eni- gegcnkommt, ist im Grunde kein Fehler an dem Dichter, denn wenn er tatsächlich derTheatraliker" wäre, als den man ihn des öfteren bezeichnet hat, dann würde er sich eben der Bühne viel mehr anpassen. Es fällt ja auch kaum jemandem ein, dem alten Goethe die Dichterlrone abzusprechen, unb buch sinb bie größte Mehrzahl seiner )ramatisck)en Schöpfungen nicht bühnengerecht unb aud) nicht bühnenwirksam. Leider kommt bei uns Deutschen das Borurteil immer vor dem Urteil. So kann es denn auch kommen, daß Hauptmanns Fuhrmann Henschel in Berlin jüngst einen äußerst starken Erfolg gehabt hatte, nachdem es Jahre vorher nur sehr kühl ausgenommen wor- Len war. Auch die hiesige Ausführung der Elga machte einen starken Eindruck, obgleich gar manches geeignet war, Lie Stimmung arg zu stören. Vor allem war es ein Miß­griff der Regie, in den Pausen das Haus vollständig zu Lerdunkeln. Die damit beabsichtigte Stimmung scheuerre cm dem bedauernswerten Unverständnis einiger Besucher, die sich deS Unsugs nicht enthalten konnten. Es wäre vielleicht Litjamer gewesen, einige Lampen im Zuschauerraum zu entzünden, um anstatt eines undurchdringlichen Dunkels eine leichte Dämmerung zu schaffen. Im übrigen aber leitete

Direktor Steingoetter die Ausführung sehr geschmack­voll und mit durchdringendem Verständnis. Die Bühnen­bilder waren eindrucksvoll und ohne jede Ueberladung präch­tig ausgeführt. Von den Darstellern gebührt Rudolf Goll unbedingt der Vorrang. Sein Graf StarschenSü war eine wahre Prachtleistung. Klug und gemäßigt vermied er mit viel Geschick die Zahlreichen Klippen, die die Handlung feiner Darstellung in Den Weg stellt, und führte sie mit leiden- schastlicher Deredtsamleit und warmer J.iuigkeit zu Ende. Weniger bedeutend schien mir Helene Ach ter berg, die das Kokottenhaste in dem Charaller b:r Elga zu ungunflen des Dämonischen zu stark beton.e. I i ihrer Aufsagung war sie ja hinreißend oder voll schneidender Kälte, aber ich glaube nicht, daß sich diese Ausfassung vollkommen mit oer Absicht des Dichters deckt. Erich Wein gärtner gab seine Rolle als Ritter sehr angenehm und mit gewohnier Sprechkunst wieder; Clemens Roden als Oginsch war ebenfalls sehr anerkennenswert. Eine sehr schone Leistung bot auch Riols Ziegler als Hausverwalter und Grete H ö ck e r als Marina. i^ari 14curatü

Kleine Chronik aus Kunst unb Wissenschaft. Unter den Beständen der Hof- und Staatsbibliothek in Mwicbcn hat der Privatdvzem der rjrmmiicfcn Philologie an der Dortigen Universität Dr. Leo Jordan eine Handschrift des Rwmans Die Mondrc ise" des Cyrano de Berge rac erkannt, von dein bisher nur eine einzige, in der Pariser Nationalbiblioihek anfbewahrte Handschrift bekannt war. Die neucntbccfte Hano- schrift ist nod) den bis^rigen Pwvcn mit der Pariier als gleiä)- werlig anzusehen. Der valencianifche Dichter Teodoro Llo- rento hat eine Uebersetzwig ausgew-ahUcc HernescherLieder m einer neuen erweiterten Auslage veröffentlicht. Am 5. De­zember wird die erste ägyptische Universität feierlich eröffnet werden. Die ersten Vorlegungen werden sich auf franzö­sische, und englische Literatur, auf die nwfeünaniidje Zuülstauon und auf araoifche Philosophie erstrecken. Die Gerüchte von Dem Rücktritt des Gencralirckcudanten v. Hülfen sind. Der N. Ä. Z. »u folge, völlig unbegründet. Professor Lombrosö in Florenz bereuet eine Studie über Kaiser Wilhelm vor, die in einem italienischen Blaue zur Becofsciuiia-ung gelangen soll. Das Theater inBuenosAires wico DenP a tf i f a V mit dem berühmten Tenor Fiorella G i r 2 u d von Der Scala in Mailand zur Aufstch.. ig bringen. Ein Berlauf des Schlosses Stolzenf ;», den wir gleich bezweifelten, ist nicht beabsichtigt.

im Gegensatz zuni Beamten.Ich halte es für wichtig," schrieb Stein an Hardenburg,oie Fesseln zu zerbrechen, durch welche die Bureaukratie den Aufschwung der mcnsch- lichen Tätigkeit hemmt seine Anhänglichkeit ans Mecha- nijd)e zu zerstören, die diese Regierungsform beherrscht." Voti Steins Mitarbeiter, dem Königsberger Polizeibirektor Frey, zitierte Reicke bas WortZutrauen verebelt ben Menschen, ewige Vormunbschast hemmt sein Reisen". Pie Stellung bes Reformators zu bem Zweiten Grunbgebanken: Heranziehung bes Bürgers zur Stadtverwaltung, beleuchtet Redner eben,alls burd) eine Reihe von AuSsprüd)en, die die Sd)öpfer dieses Werkes getan haben. Als dem Mi- nister entgegengehalten wurde, ob Laien auch genügend wifscnsd-astlichc Bildung und Gesd)ästskenntnis haben würben, da hielt Stein den Fragenden entgegen: Ob denn der Gejchästsvetrieb für den Laien keinen ^teiz habe. Wie höchst selten sei wisseiisdfaflliche Bildung bei ben besoldeten unb siubierlen Beamten, unb Geschäftskenntnis erlange man bock am besten eben burch die Geschäfte. Mutige Worte fano Reicke sodann gegen ben Geist bet Bureaukratie, der mehr unb mehr wieber in unserem Vaterlanbe umgehe und gegen ben es, wie zu Zeiten Steins, nur in anberer Weise gelle, ben Abwehrkampf zu führen. Schreibseligieit unb Formelkram seien wieber mehr wie einst ein Kennzeichen ocr Behörben geworben. Dabei berührte Redner ben von Stein schon angeregten Gebauten, baS Laienelement über bas Stäbteweseu hinaus aud) an ben RegiernngSgeschäften, b. h. hier aud) am Wir len ber Au ssichtsbehörben teil- nehmen zu lassen. Unter ben Lebensfragen, bereit Lösung bann vielleicht eine ganz andere Wendung nehmen würde, nennt er auch Groß-Berlin. Zu Stein zurückkehrenb, nennt er ihn den Mann, der Dem neuen Preußen die deutsche 3^ce in die Wiege gelegt habe, unb schließt mit ben Worten: Ein Sämann wie kaum ein zweiter ist er gewesen, eine politisch-moralische Kraft, bie Begeisterung unb Mut zur Durchsetzung idealer Gedanken und großer Ziele ausstreute, unb beibes können wir nod) heute brauchen."

Nach biesem Vorträge zog ber Kaiser ben Bürgermeister Dr. Reicke in ein längeres Gespräch. Als Dleide bei ber Frage um bas Tempclhoser Feld darauf anjpielte, daß die Schwierigkeiten im Ministerium des Innern liegen, wandte siä) der Kaiser anm Kronprinzen und sagte: Das seid also Ihr!" Betanntlich arbeitet der Kron­prinz zurzeit im Ministerium des Innern.

Um 12V* Uhr berdey das Kaiscrp iar das Rathaus, nach­dem es sich nod) lange mit den beiden Bürgermeistern, unterhalten hatte.

Deutsches Ueich.

Prinz und Prinzessin August Wilhelm von Preußen statteten am SamStage in Friedrichsha,en dem Grafen Zeppelm einen Besuch ab.

Wertzuwachs steuer in Württemberg. Der wurp- tembergische Minister des Innern teilte dem Volks,virüchaftiichen Ausschüsse mit, bie Regierung arbeite ben Entwurf einer Wert­zuwachs steuer als fakultativer Gemcindesteuer aus.

Nicht wahr. Die Ateldung, daß Abgeordneter H u e einen schweren^Blutsturz erlitten habe, ist unrichtig. '2i.bg. Hus ist am Samstag im Reichstag erschienen.

Gütergemeinschaft. Der württembergifcheStaatS- anzeiger" vernimmt, daß das Güterwagenübereinkommen aus der Konferenz der Regierungsvertreter in Frankfurt a. M. am Samstag Unterzeichner worden ist.

Ausland.

Der Vatikan und Proiejsor Schnitzler. In den nächsten Tagen erwartet man Die Cxkommunikatwn des Münchener ThcologieprofessorS Dr. Josef Schnitzler. Die Anwesenheit deS NuytlUs Dr. Frühwirr hängt bamit zusammen, In streng kleri­kalen Kreisen wird das jüngste Vorgehen des Vatikans gegen Schnitzler (Verbot jedes öffentlichen Hervortretens) als eine taltijch verfehlte, praktisch für Schwäche auszulegende Halbheit herb kritisiert.

Die Deisetzung der Leiche de§ Großfürsten Alexis hat am Sonntag in St. Petersburg stattgefunden.

Die türkische Boykottbewegung gegen Lester­reich- U n garn dauert fort unb beginnt auch Deutschland in Mitleidcnschafl zu ziehen. So wurden vor einigen Tagen m Jaifa deutsche Waren, die von zwei Dampfern der Levaute- Linie entladen wurden, von der ausgehehten Bevölkerung ins Wasser geworfen. Auf sofortige nachdrückliche Vorstellungen des deutschen Konsuls in Jerusalem wurde der Kaimakan von Jaffa seines Amtes enthoben. Die österreichisch-ungarische Regierung ihrerseits hat der Pforte erklärt, daß sie die Verhandlungen wegen Bosniens und der Herzegowina abbrechen werde, falls die türkische Regierung nicht endlich energisch gegen jede Boykottbewegiuig einjchreite.

Die Eedurt des zweiten hessenprinzen.

Tas Befinden I. K. H. der Großherzogin und deS neu­geborenen Prinzen ist nadj den von Professor Dr. von Franaus und Leibarzt Happel jeden Tag ausgegebenen Bulletins fortgesetzt sehr befriedigend. Fortgefei't laufen aus dein Lande sowie von Den befreunoeten unp verwandten Fürstenhäusern noch zahlreiche Glückwunsä-telegramme ein.

Zwisciien dem Großl^rzog undderhiesigcnStudenten- schast Hal folgender Depescl>enwechsel stattgefunden:

S. K. H. Ernst Ludwig, Großherzog von Hessen n. b. Rh. unb ^5. K. x>. Eleonore, Großherzogin von Hessen u b. Rh

Die Studentensci-ast Der Ludoviciana gestattet sich, ihrem alb- verehrten Recwr Si.agnisiccniissimus und feiner erlauchten Ge­mahlin die herzlichsten Glückoünsche zum heutigen Tage darzu- vnngen. «

Die Gießener Studentenschaft

nrrD Stratemeyer. Jnsä-cr. Rausch.

Als Anboort traf cm:

Ueoennüieln ^.ic uute Der Großhertzogin und meinen aufrich- trgsten 2xmt [ur die srenndlichen Glückwünsche.

. .. Ernst Ludwig.

-con ben übrigen hiesigen Gratulanten sei iuu} der itrieger- erf u21l n erwähnt, der eoenfalls ein herzliches Dankielegramaq

2er Abg. Köhler- Langsdorf sandte, nach feiner Rückkunft S2r,S^lul' T pigendes TelLgramn: an den

Großherzog und bie Großtzerzogm von Hefsen: