Ausgabe 
2.10.1908 Zweites Blatt
 
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Nr. 232

Zweites Blatt

158. Jahrgang

Freitag 2. Oktober 1908

Erl meint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

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Sa. Zölle, Steuern, Gebühren, Stempel 202,97

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fsteugestaltung des Gesangsunterrichtes au den höheren Schulen.

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DieElehener ZamllienblStter" werden dem »Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das Mretsblatt für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit* fragen" erscheinen monatlich zweimal.

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steuer, Stempel, Gebühren .

Airteil der Kommunen an der Erbschafts­steuer ....... Konnnunale Gebühren u. Strafgelder usw. Kommunale Armen usw. didirekte Steuern

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idungen nur feinste Tafel-

Zittichafis-Arpjel nimmt

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion:^^112. Tel.-AdruAnzeigerGießen.

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Zuckersteuer Branutweiilsteuer Tabaksteuer. .

Biersteuer .

Wein- u. Schlachtsteuer

Stempel

Staatliche Zölle und Akzisen . . . 66,48

Zuschläge zu den Zöllen usw. für kom­munale Zwecke ....

Staatliche Einkommensteuer, Erbschafts-

Zölle .

Salzsteuer

Steuerlasten in Deutschland und in England.

Bei Betrachtung der kommenden Steuern wird häufig das Beispiel Englands herangezogen, um zu demonstrieren, wie gut loder wie schlecht der steuerzahlende Deutsche int Vergleiche zum Engländer dran ist. Namentlich von sozialdemokratischer Seite wird darauf hingewiesen, daß die große Masse in England gün- istiger dastehe, weil dort keine Zölle für Getreide, Fleisch, Eier, Butter usw. eingesührt sind und weil selbst der Zuckerzoll nur vcrlMtnismäßig niedrig ist. Nun weist aber die Kölnische Zei­tung darauf Hill, daß auch in England einige wichtige Gegenstände des Massenkonsums recht hoch besteuert sind: Aus Bier, Brannt- loein und Tabak habe England in den Jahren von 19041907 eine Steuereinnahme von 258 349 271 Mill. Mk. erzielt, insgesamt 20,3 Mk. auf den Kopf der Bevölkerung, während Deutschland im Jahre 1905 aus Bier, Branntwein und Tabak nur 327 Mill. Mk. oder 5,2 Mk. auf beit Klopf der Bevölkerung erzielt habe. Die englische Stcuerbelastring sei aber noch weit größer, wenn man die von lokalen Steuerverwaltungskörpern erhobenen Zuschläge, sowie die Gctränkelizenzen berücksichtige. Da ergäben sich Zu­schläge von 2.53 Vkk. auf den Kopf der Bevölkerung.

Wenn man die Steuerlasten Deutschlands und Englands mit­einander vergleicht, muß man ferner berücksichtigen, daß es in 'England eine außerordentlich hohe slhutzungssteucr auf städtisches und ländliches Grundeigentum gibt. Die kommunale Nutzungs- steuer betrug im Jahre 1905: 1315 Mill. Mk. oder 30.46 Mk. auf den Kopf der Bevölkerung berechnet, also fast 32 Proz. vom wirklichen dcrchungswerte der Grundstücke.

Die gesamte staatliche imb kommunale Steuerlast in England totb Deutschland berechnet dieKöln. Ztg." für 1904/05 fvlgender-

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'UftjgttNg msen Hormann, Gastwirt.

ti Einhorn -SaaR euer Theaterbühne zur Abhaltung von [5757 Hchkeiten.

jmeroen, Vorträgen, hielten, Sammlungen etc.

fehlende Erinnerung.

Max Jaskowsky.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhesten

Spielkarten.

Wechselstempelsteuer

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ergötzt hat. In zweiter Linie gibt das Wierk zwei unserer neuen Fachmitglieder Gelegenheit, sich in größeren Auf­gaben vorzustellen, es sind dies unser Charakterkomiker und Regisseur Herr Max Kronert und die Soubrette Frl. Lore Scholz. Es sei schon heute darauf hinge­wiesen, daß am Mittwoch, 14. Oktober, ein Gastspiel der berühmten Tänzerin Signorina Rita Sacchetto in ihren Tanzpoesien" stattfindet. Vormerkungen für dieses Gast­spiel, dessen Eigenart noch näher erläutert werden wird, werden von heute an entgegengenommen.

Gießener Konzertverein. In der General­versammlung de§ Vereins konnte erfreulicherweise fest- gestellt werden, daß die Zahl der Abonnenten wiederum zugenommen hatte und damit die Zahl der Mitglieder, obgleich in Gießen im vergangenen Jahre für Theater und Oper erheblich größere Ausgaben öom Publikum getragen worden sind, als je vorher. Es darf daher angenommen werden, daß Oper und Theater dem Konzertwesen keinen Eintrag tun werden ein erfreuliches Zeichen für den Hochstand des Verlangens nach guter geistiger Kost, ein gesunder Zustand. Der Verein geht daher mit den besten Hoffnungen an das neue Vcceinsjahr und seine Auf­gaben heran und wird demnächst mit seinem Winterprogramm an die Oeffentlichkeit treten. Aenderungen organisatorischer Natur sind nicht geplant; die bestehende Organisation, wie sie durch die hiesigen Saalverhültnisse im Vorjahre bedingt wurde, hat sich gut bewährt und wird sich sicherlich zur Zu­friedenheit aller Musikfreunde einleben. Der Verein beab­sichtigt auch im kommenden Winter seine Orchesterkonzerte im Theater abzuhalten. Von besonderem Interesse dürfte für die Allgemeinheit noch sein, daß der mit dem Konzert­verein verbündete Akademische Gesangverein im Februar 1909 sein 90jähriges Stiftungsfest begeht, als einer der ältesten Gemischt-Chorverei ne, die über­haupt existieren. Man beabsichtigt, dies Fest durch hervor­ragende Choraufführungen mit Orchester zu begehen. Die­selben sollen aber keine Extrakonzerte sein, sondern im Nahmen des Abonnements auf die seit Jahren regelmäßig veranstalte­ten 10 Konzerte stattfinden. Man wird sich also bei Zeiten ein Abonnement sichern müssen.

**DasKolosseurn begann gestern mit seinem neuen Programm, das diesmal nicht nur sehr vergnüglich, sondern auch sehr reichhaltig ist, vielleicht sogar zu reichhaltig, denn die Vorstellung ging erst gegen i/212 Uhr zu Ende. Recht hübsche Kraftleistungen mit Gewichten sowie am Reck und am Schwungseil zeigten die Geschwister Paulsen und ern­teten durch die vornehme und peinlich genaue Ausführung ihrer verschiedenen Vorführungen reichen Beifall; Mary Walter als fescher Liftboy und dann als lebensfroher Gassenjunge brachte feinpointierte Vorträge und mußte sich zu mehreren Zugaben verstehen. Große Heiterkeit erregte der Komiker Erich Charto n mit seinen gelungenen Liedern und Versen, die von drastischer Wirkung waren. Sehr gute und bewundernswerte Leistungen bot die Demoll- Truppe, die vom letzten Programm her noch vorteilhaft bekannt ist und auf vielfachen Wunsch hin weitere vierzehn Tage verpflichtet wurde. Viel Beifall fanden auch die Schwestern N o r r i s, zwei fesche Weaner Madeln mit ihren Gesangsvorträgen. Die Hauptnummer aber ist das En­semble Harry B i e n e n st e i n s, des Kölnischen Charakter­komikers, das mit seinen zwei flott gespielten Burlesken: Einmal noch leben und D^r Teufel lacht dazu dauernd schallende Heiterkeit erregte.

** Bei dem diesjährigen O b st r e fdj t u in und den damit verbundenen niederen Obstpreisen empfehlen wir, möglichst viel Obst im eigenen Haushalt zu verwenden, zumal der Genuß von Obst der Gesundheit außerordentlich zuträglich ist. Für Konservierung in großen Mengen zu häuslichen Zwecken kommt außer der Bereitung von Mus, das Trocknen von Obst; Dörrobst in Betracht. Zum Dörren von Obst benutzte man früher in Lehmbrechsteinen aufgeführte Dörröfen. Fast ein jeder Garten auf dem Lande wies einen solchen Ofen auf. Heute sind, diese Obstdörren nur noch ganz vereinzelt anzutreffen und wo solche sind, da werden sie meist nicht benutzt. Der Grund des Verschtpindens dieser Dörröfen ist wohl vor allem darin zu suchen, daß der Landwirt das Obst müheloser und rascher durch Verkauf verwertet. Bei einer so reichen Obsternte, wie in diesem Jahre, sollte man sich aber unter allen Umstanden dem Obstdörren wieder zuwenden, damit wir nicht gedörrtes Obst vom Ausland beziehen müssen, wie z. B. die Amerikanischen RingäpfSl. Neuerdings werden in Fabriken einfache Obstdörcapparate hergestellt, welche leicht transportabel und entweder mit einem Ofen versehen sind, oder ohne Ofen auf dem Küchenherd aufgestellt werden können, so daß auch noch das Brennmaterial gespart wird. Die An- schassung solcher Apparate dürfte sich für die Landwirte sehr empfehlen. Zweckmäßig ist auch der Ankauf eines Dörrapparates durch die Gemeinde und leihweise Abgabe an die Interessenten, wie dies z. B. schon beim Keltern geschieht.

Treis a. Lda., 1. Olt. Unbegreiflich ist es, daß man den Dieb, dec schon, wie zur Zeit berichtet, seit ca. 2 Jahren... hier seine Einbrüche ungehindert yceibt, nicht ausfindig machen kann. Der Ort ist darüber in großer Un­ruhe und Aufregung, daß man den Spitzbuben, der es meistens auf Speisevorratskammern wie auf Heu und Hafer absieht, das Handwerk nicht legen kann. Er soll sogar schon 45 Mal bei einem Bürger eingebrochen haben. Sonntag nacht war er wieder in eine Hofreite eingebrochen, wobei er aber die Vorratskammer leer antraf. Ec hinterließ, wahr­scheinlich durch Geräusch vertrieben, einen Hut, sowie einen Gegenstand, der anscheinend im Falle eines Angriffes als Waffe dienen sollte. Beide Sachen wurden von der Bürger­meisterei in Gewahrsam genommen. Es glaubt niemand, daß man den Einbrecher auswärts zu suchen hat, es kann nur jemand fein, der durch und durch ortskundig ist und jeden Schlupfwinkel kennt.

-d. Lich, l.Okt. Heute feierte Herr Karl Reinemuth, in Diensten des Fürsten zu Solms-Lich, sein bOjähriges Dienstjubiläum. Zuerst als Mahlbucsche in Kohnhausen beschäftigt, wurde er später Obermühlenverwalter in Lich.

x Schotten, 1. Oft. Heute sind es 50 Jahre, daß die taubstumme Marg. Merz im Hotel »zur Post", Besitzer C. Cellarius, in treuen Diensten steht. Bei drei Generationen, Großvater, Vater und Sohn, ist die Jubilarin,

Der Zwischenfall in Casablanca.

Die Franzosen streuben sich noch immer, ihr Unrecht einzu­sehen. Der Temps komnkt in einem Leitartikel auf den Zwischen­fall von Casablanca zurück und versucht durch Anführung von Präzchenzfällen den Nachweis zu liefern, daß General d'Amadc berechtigt war, noch viel energischer gegen die Deserteure vvrzu- gehen. Der Einwand, daß kein Kriegsfall vorliege, sondern, daß es sich nur um eine polizeiliche Exekution handle, kommen nicht in Betracht. Kein anderer Staat habe energischer das Mandat be­trieben «aus Deutschland, das Frankreich im europäischen Interesse erhalten habe? Wenn die Expedition wirklich nur ein Privat­unternehmen Frankreichs sei, müßten ihm auch die Funktionen eines solchen Unternehmens zugestanden werden.

Ministerkrisis in Oesterreich.

Gestern hat der böhmische Landtag keine Sitzung abgehalten, aber heute wird sich wahrscheinlich zeigen, daß von einer Arbeits­fähigkeit des Landtages nicht mehr die Rede sein kann. Die Tschechen haben bereits ihren im Ministerium sitzenden Partei­genossen erklärt, dckß im Falle der Landtag vertagt werden sollte, sie sofort ihre Portefeuilles zur Verfügung stellen sollten. Sie haben ferner beschlossen, daß die tschechischen Abgeordneten sich dec Regierungs-Majorität im Reichsrate entgegen, zu stellen haben. Tie Narodny Politica melden, daß eine Ministerkrise bevorstehe und erklären, daß an Stelle des jetzigen Kabinetts Beck ein B eamtennrinisterium mit Tr. Körber an der Spitze, treten werde.

Aus Stadt und Lrrnd.

Gießen, 2. Oktober 1908.

** Tageskalender für Freitag, 2. Okt.: Stadt­theater, abends 8 Uhr: Eröffnungsvorstellung.Die Jungfrau von Orleans".

** Auszeichnungen. S. K. H. der Großherzog haben dem Ministerialrat und Vorsitzenden der Abteilung für Steuerwesen Dr. Johs. Becker die Erlaubnis zur An­nahme und zum Tragen des ihm vom König von Preußen verliehenen Kronenordens 2. Klasse und dem Limmerzien- rat Karl Ihrig zu Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Preußen verliehenen Roten Adlerordens 4. Klasse erteilt, sowie dem praft. Arzt und Direktor des Städt. Krankenhauses zu Offen­bach Meoizinalrat Tr. Wilh. Köhler den Charakter als Geh. Medizinalrat verliehen.

** Lehrerpersonplieu. Uebertragen wurde dem Lehrer Hch. Maurer zu Landenhausen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Angersbach, dem Schulverwalter Gg. Kalbfleisch zu Lauterbach eine Lehrerstelle an der Ge­meindeschule daselbst. In ben- Ituhestand versetzt wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Hoch-Weisel Friedr. Walther auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste und ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen; der Lehrer an der Gemeinde­schule zu Schwalheim Hch. Schultheis auf sein Nach­suchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste und ihm aus diesem Anlaß das Silberne Kreuz des Ver­dienstordens Philipps des Großmütigen mit der Krone ver­liehen; ferner der Lehrer an der Volksschule zu Offenbach Georg Volk auf sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit.

Eine Sitzung des Provin z ial-Au8schusses findet am 7. Oktober ds. Js., nachm. 3l/s Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Enteignung von Ge­lände zur Erweiterung des Bahnhofs Hirzenhain; hier Ausspruch der Enteignung. 2. Enteignung von Gelände zur Durchführung des Ortsbauplans der Stadt Friedberg; hier Ausspruch dec Enteignung. 3. Wirtschaftsbetrieb des Jakob Eckert IV. zu Büdingen; hier Antrag auf Kon­zessionsentziehung. 4. Antrag auf Entziehung der bem Otto E rn r i ch zu Eckartsborn erteilten Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft. 5. Enteignung 'von Gelände zur Er­bauung eines Schulhauses zu Büdingen.

** Land es Hypothekenbank. Der Beamte bei der Landeshypothekenbank, Karl Hammon, wurde zum ersten Konto-Korrent-Buchhalter bei der Bank ernannt.

** Zu Lehramtsassesforen wurden die Lehr­amtsreferendare Val. Becker zu Worms, Jak. Berg zu Bingen, Dr. Gust. Deggau zu Worms, Otto Deibel zu Mainz, Otto Diemer zu Alsfeld, Tr. Peter Ehrhard zu Darmstadt, Dr. Otto Ellenberger zu Mainz, Tr. Hch. G e p p zu Bingen, Ernst Heinemann zu Darmstadt, Dr. Emil Henninger zu Nidda, Hans Herrberg zu Groß- Bieberau, Ottmar Kalten User zu Gernsheim, Aug. Keller zu Büdingen, Hch. Kiefer zu Alsfeld, Alfons Knoll zu Groß-Umstadt, Otto Köhler zu Gießen, Tr. Eduard L a n t e l m e zu Mainz, Tr. Wilh. Malzauzu Bü­dingen, Friedr. O b e r m a n n zu Ober-Jugelheim, Tr. Ernst Ofen loch zu Bingen, Tr. Wilh. Riedel zu Darmstadt, Karl Rühl zu Darmstadt, Dr. Hch. Schaaf zu Bensheim, Hch. Schneider zu Mainz, Kart Schort zu Darmstadt, Herm. Schuchmann zu Darmstadt, Dr. Wilh. Seiler zu Worms und Gust. Waldt zu Worms ernannt.

^Prüfungskommissionen. Die Prüfungskom­mission für die Prüfung der Aspiranten zum Staatsdienst im Medizinalfach für 1908 besteht aus: Ministerialrat Dr. Weber zu Darmstadt als Vorsitzender, Geh. Obermedizinal­rat Dr. Neidhart zu Darmstadt, Geh. Oermedizinalrat Dr. Hauser zu Tarmstadt, Obermedizinalrat Prof. Tr. Heyl zu Darmstadt, Direktor der Landes Irrenanstalt Medizinal­rat Dr. Bieberbach zu Heppenheim und Kreisarzt Medizinal- rat Dr. Lehr zu Tarmstadt als Mitglieder. Die Prüfungs­kommission für die Prüfung der Aspiranten zum Staatsdienst im Veterinärs ach für 1908 besteht aus: Ministerial­rat Dr. Weber zu Darmstadt als Vorsitzender, Geh. Ober­medizinalrat Dr. Hauser zu Darmstadt, Obermedizinalrat Pros. Tr. Lorenz zu Tarmstadt, Obermedizinalrat Professor Dr. Heyl zu Darmstadt, Schlachthofdirettor Veterinärrat Dr. Garth zu Tarmstadt und Kreis Veterinärrat Dr. Schnei­der zu Offenbach als Mitglieder.

** Stadttheater. Die Vorstellung des nächsten Sonntags dürfte aus doppelten Gründen besonderes Inter­esse erregen. Adolf L'Arronge ist im vergangenen Som­mer gestorben. Tie Direktion hat nun als erstes Werk heiteren Genres ein Stück dieses beliebten Bühnenschrist- stellers angefetzt, der eine Generation durch seine Stücke, in denen sich Humor mit gemütvoller Lebensauffassung vereint,

Mk. pro Kopf d. Bevölkerung Bevölkerung zu 43,2 Millionen angenommen 31,40

2,60

26,00

2,00 3,38 30,46 95,84

Für Deutschland ergab demgegenüber ein späteres Jahr 1905 bis 1906 (wir wählen es absichtlich, weil die Erträge 1904/05 erheblich geringer waren) Einnahmen an Zöllen und indirekten Steuern sowie an Stempeln:

Mill. TtarE Mark pro Kopf (Bevölkerung 60,0 Mill.) 10,63 0,93 2,35 2,44

1,58

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unterrichteter Seite erfährt die Voss. Ztg. folgendes: Am 1 Stober suchet im Kultusministerium eine Beratung statt, " rganzung der Lehrpläne und Lehrausgaben vom 29. Akai 1JO1 eilten Lehrplanentwurf für den Gesangunterricht an den Höheren Lehranstalten aufstellen soll. Außer den beteiligten Mini- .Itertalvertretern werden an diesen Beratungen bedeutende Fach- tnrännei- der Musik teilnehmen wie der Direttor des königlichen Instituts für Kirchenmusik, Professor Kretschmar, Professor Rolle, Professor Hollander, Dr. Max Friedländer sowie Dr. Friedrich Legar aus Zurich. Als allgemeines Lehrziel wird die Konferenz Ms Auge sauen die aus planmäßiger Ausbildung des Gehörs »lnd der stimme beruhende Fertigkeit im Vom-Blatt-Singen ein­facher Satze sowie den Vortrag guter Volkslieder und die Ein­führung in das Verständnis dec musikalischen Kunst überhaupt. 4;le obigen Namen bürgen dafür, daß diese Beratungen besonders die Pflege volksmaßiger Kunst auch auf den höheren Lehranstalten bcruHichtigen werden; denn die Mehrzahl der Herren gehörte der Kommission an, die unter dem Vsorsitz des Pcobstes Frhrn. v. LUiencron das voni Kaiser angeregte Liederbuch für Männer­

nd in den Bundesstaaten betrug also 34,21 Mk. ilcn Lasten berechnet dieKöln. Ztg." für e 1903 auf etwa 1617 Mk. auf den Kopf 5tadt ulch Land. Die Ge f a m t b e l a ftu n g i g mit Steuern für staatliche und kommunale hiernach in England auf 96 Mk., in Preußen cur viuuj. uw. England zahlt also nahezu noch einmal so viel Steuern wie Deutschland. Die Hauptmasse der Steuern entfällt auch in England nicht auf die Wohlhabenderen, denn Zölle, Akzisen und kommunale Steuern bringt die Masse auf, es sind nicht weniger als .64.46 Mk. auf den Kopf berechnet, gegenüber 19.93 Mk. an Zöllen und indirekten Steuern in Deutschland. A.

pditifdjc Tage§?charr.

Die Aussichten der neuen Brausteuer.

Daß die kommende BrausleuewDorlage int Reichstage feine Mehrheit finden werde, dazu ist, wie dieTagesztg. f. Brauerei" ausführt, wenig Aussicht vorhanden. Die Flnanznol des Reiches werde, so meint das Fachblalt, voraussichtlich auch diejenigen Mit­glieder des Reichstages, die einem weiteren Fortschreiten auf der Bahn der indirekten Besteuerung an sich nicht geneigt sind, zwingen, ihre Bedenken beiseite zn stellen, um das notwendig zu fördernde Werk nicht zu gefährden oder attfzuhallen.Für die Brauereien kann es sich jetzt nur noch darum handeln, alles ztt tun, was gc- seignet ist, die öffentliche Meinung und die maßgcbeiibcn Kreise der Gesetzgebung über die wirkliche Lage des Gewerbes auizuklären und dahin zu wirken, daß die drohende Braustenererhöhttng nach höhe und Anlage so gestaltet wird, daß sie möglichst wenig Schaden im Braugewerbe und dein mit ihm zusammenhängenden Gast- und EchankwirtschaitSgewerbe anrichtet." Wotiuenbig. sei vor allem bie Sicherstellung der Ueberwälzbarkeit der Braustenererhöhung, und dazu bedürfe cs in erster Linie eines einheitlichen geschlossenen Lorgehens der Brauereien mit oder ohne gesetzliche QJhtiuirfimg. 8,ur Ueberwälzbarkeit der Steuer sei es aber auch erlorderlich, daß oste Kreise des Braugewerbes möglichst gleichtnäßig trifft, nicht Itaffelformig.

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Vermietungen^ Bundesstaaten erhoben an Stinunun Steuern . 495,9 8,20

« el, Gebühren 308,2 6,08

AUS® 814,1 14,28

« g an direkten und indirekten Steuertl sowie

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen

Unwersitats - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

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