Ausgabe 
2.6.1908 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

tert Tecken angebrachte Rosetten entweicht, in besonderen Kaminen angesammelt und hinaus durch den Bodenraum ins Freie g«- sührt wird. Tic Fußböden, Treppen und Gänge im Krankenhaus lind überall massiv (Terrazzo oder Torgament), die Decken- und Wändc-Anstriche so beschaffen, daß sie auch stärkeren Desinfektions- mittehi Widerstand leisten können.

Die Verwaltungsräume liegen im linken Seitenflügel des Hauptgebäudes. Dort befindet sich auch der Eingang zur Anstalt, durch den der Hauptverkehr geht. Ter Ausnahme suchende Kranke, der hier eintritt, befindet sich int Erdgeschoß. Er gelangt zunächst in das linker Hand liegende Wartezimmer. Weitn er durch dessen zweite Tür hindurchtrirt, stehl er im Arztzimmer. Hat die ärzt­liche Untersuchung seine Ausnahme zur Folge, so wird er durch die diensttuende Schwester, bereu Zimmer jenseits des Korridors gegenüberliegt, an seinen Besttmmungsor!. geleitet. Alle weib­lichen Kranken werden im Erdgeschoß, alle männlichen in dem darüberliegenden Obergeschoß untergebracht. Tie Krankenzimmer liegen im Erd- wie im Obergeschoß in einer Flucht auf der öst­lichen Längsseite des Hauptgebäudes. Tie Einteilung der, letzteren gestaltet sich im Erdgeschoß, von dtordosten nach Südwesten ver­laufend wie folgt: Speisezimmer der Schwestern Teeküche, zugleich Speifeverteilungsraum Klosetts Zimmer der diensb- luenden Schwester mehrere Krankenzimmer I., II. und III. Klasse Baderaum 8 Betten-Saal. Dieselbe Einteilung findet sich im Obergeschoß vor, nur daß an Stelle des zuerst ge­nannten Speisezimmers der Schwestern das Zimmer der Ober­schwester tritt. Im Kellergeschoß folgen die Räume "auf der gleichen Seite des Gebäudes und in der gleichen Richtung in nachstehender Weise: Kochküche Spülraum Speisekammer Klosetts Baderaum Zimmer für Krätze-Kranke Raum für Wäsche Wärterzimmer Isolierzelle für Geistes­kranke Obstkeller großer Keller für Viktualien und dergl. Im Tachgeschoß befinden sich t>:- Zimmer für die Dienstmädchen, das Flick- und Nähzimmer, d'e Aufbewahrungsräume für die Kleider der Kranken sowie zwei große Trockenböden. Von der Küche im Kellergeschoß führt ein Aufzug nach oben.

Im Obergeschoß, in gleicher Höhe mit der Männerabteilung, liegt der Operationssaal. In ihm wie im anstoßenden Raume, in dem die Waschvorrichtung und die Sterilisierungs-Apparate untergebracht sind, glänzt alles in Weiß, es herrscht helle, ob­schon nicht grelle Beleuchtung. Tie technische Ausstattung steht auf 'der Höhe der Zeit.

Der linke Seitenflügel des Hauptgebäudes ist der Sitz wich­tiger Betriebsfunktionen. Im Kellergeschoß befindet sich der Kesselraum, in dem die beiden Kessel zur Dampfheizung und zur Warmwasserleitung aufgestellt sind, dahinter liegen die Räume für das Feuerungsmaterial. Ueber diesen Räumen, im Erd­geschoß, finden wir den Aufnahme-Raum für infizierte Wäsche, den Desinfektionsraum, die Waschküche und das Bügelzimmer. Eine sinnreiche Vorrichtung verhütet das Sichberührcn von in­fizierter Wäsche mit Personen oder Gegenständen des Tcsin- fcktionsraumes. Der eiserne Wäsche-Desinsektions-Apparat ist durch die Wand, die den Desinfektionsraum von dem Raum für die infizierte Wäsche trennt, gesteckt, so daß je eine seiner beiden fest verschließbaren Oeffnungen in die genannten Räume hineinragt. Auf der einen Seite wird die infizierte Wäsche in den Zylinder gebracht und fest verschlossen; auf der anderen, im Desinfektionsraume, wird aus einem Dampfkessel heißer Dampf in den geschlossenen Desinfektions-Apparat geleitet und jeder Krankheitskeim vernichtet. Dann wird der Apparat ge­öffnet, die Wäsche herausgenommen und zur Weiterbehandlung in, die anstoßende Waschküche gegeben. Das Bügelzimmer ist aufs vorteilhafteste mit der Waschküche und dem Korridor des Erdgeschosses verbunden, von dem aus die fertige Wäsche durch eine Oeffnung in der Wand bequem abgenommen werden kann.

Etwas abseits vom Hauptgebäude liegt das Isolier-Haus. Es dient zur Aufnahme von mit ansteckenden Krankheiten be­hafteten Kranken. Der in der Mitte liegende Flur trennt es in zwei Teile, einen für männliche, und einen für weibliche Kranke. Jeder Teil besteht aus einem größeren und einem kleineren Krankenzimmer, Baderaunt und Klosett. Dach- und Kellergeschoß sind Aufbewahrungsräume.

Zu der Anstalt gehören noch die int Hintergründe liegende Leichenhalle mit Aufbewahrungs- und Sekttonsraum und eine Remise für Wagen und dergl.

Im Kreis-Krankenhaus sind zunächst zwei Schwestern des Alice-Frauenvereins als Pflegerinnen tätig. Es wird verpflegt in 1., 2. und 3. Klasse. Der behandelnde Arzt ist in erster Linie der Anstaltsarzt Dr. Weber. Indessen wird dem Prinzip der freien Aerztewahl in weitmöglichstem Maße Rechnung ge­tragen. Allen in der 1. und 2. Klasse verpflegten Kranken ist, da sie eine höhere Vergütung bezahlen, freie Aerztewahl ge­stattet. Es ist aber auch den in der 3. Klasse verpflegten selbst­zahlenden Minderbemittelten möglich gemacht, sich ihren Arzt selbst zu wählen. Alle Kranken hingegen, für die ausschließlich die Kranken- usw. Kassen die Entrichtung der Behandlungs- und Verpflegungskosten übernehmen, werden vom Anstaltsarzt be­handelt.

In der Anstalt sind vorerst 29 Krankenbetten zur Auf­stellung gelangt, !) im Jsolierhaus, 20 im Hauptgebäude; doch kann letztere Zahl ohne besondere Vorkehrungen auf das doppelte erhöht werden.

Die Lage unseres Kreiskrankenhauses gewinnt noch durch ihren landschaftlichen Reiz. Von den Fenstern der Kranken- ztmnier aus öffnet sich ein herrlicher Ausblick. Weithin fällt das Gelände allmählich ab. Der Blick schweift über saftiggrüne Wiesen, prangende Felder, blumige Auen hinab ins Schwalm­tal und hinüber, zu den jenseitigen bewaldeten Höhen. Durch die Baumwipfel schimmern von rechts her die Häuser der Unter­stadt, im Hintergründe grüßt Schloß Altenburg. Fern int Nordosten dämmern die Gipset des Knüllgebirges. Ein fesseln­des Panorama liegt vor dem Beschauer, von dem der Blick nur ungern sich losreißt. A. O. Z.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 2. Juni 1908. In Audienz empfangen wurde von S. K. H. dem Großherzog u. a. Professor Horn von Gießen.

* Titelverleihung. S. K. H. der Groß Herzog haben dem Kreisamtmann bei dem Kreisamt Friedberg Dr. Emil Ga ßner den Charakter als Negierungsrat und dem Oberlehrer an der höheren Mädchenschiile zu Dieburg Heinr. Kinkel den Charakter als Professor erteilt.

""Eine Sitzung des Provinzial-Ausschuss es findet am Samstag den 6. d. Mts., vormittags 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gemeinderatswahl zu Annerod. 2. Teilung der gemeinschaftlichen Gemarkung Ober- und Nieder-Rosbach.

** Wissenschaftlicher Fortbildungskursus für Volksschullehrer. Die Vorlesungen beginnen um 4i/4 Ufjc (nicht 41/2 Uhr, wie es in dem gestrigen Inserat hieß).

Arbeitsjubiläum. Morgen, 3. Juni, werden es 2 5 Jahr, daß der Glasergehilfe Wilhelm Sickert aus Giebichenstein bei Hatte in dec Glaserei Hermann Sch er ff Ww. hier tätig ist.

* Hessische Unterbeamte. In Frankfurt pielten gestern die Hess. Unterbeamten ihre Generalver­sammlung ab, die sehr gut besucht war. Ter Vorsitzende eröffnete die Versammlung mit einem Hoch auf den Landes- Oerrn. Es wurde sodann das Ergebnis der an Grvßh. Re- und Landstände gerichteten Petition besprochen. Schriftführer H ä u s e r-Darmstadt erstattete hierüber einen -bencbt, der mit großem Beifall ausgenommen wurde. Es gelangte )oöaini folgende Resolution einstimmig zur Annahme: ,,-iic heute zu Frankfurt a. M. versammelten HM- Unterbeamten sind über die Mitteilung ihres Vor­standes über das Ergibnis der an Regierung und Landstände

gerichteten Eingabe erfreut, nachdem bet Beratung der fragt Petition bei dem Finanzausschuß der Zweiten Kammer die in der Eingabe enthaltenen Wünsche und Forderungen Be­achtung sanden, und der Finanzausschuß beantragte, die Regierung zu ersuchen, bei einer baldigen Revision der Be- soloungsordnung die Wunsche der Antragsteller nach Mög­lichkeit zu beachten. Daß die Großh. Regierung und Land­stände den Beamten gegenüber ihr Wohlwollen durch Ge­währung eines Woynungsgeldzuschusses bewiesen haben, er­füllt die heutige Versammlung mit Dankbarkeit, jedoch dürfe nicht verkannt werden, daß mit der Gewährung des Wohnungsgeldzuschusses infolge der Teuerungs­verhältnisse noch keine nennenswerte Besserung ein­getreten ist, zumal es Tatsache ist, daß gerade die Unter­beamten bei dem geringsten Diensteinkommen und größter Ausnützung des Körpers und der Gesundheit am meisten betroffen sind. Die versammelten Unterbeamten, die treu und fest zu ihrem Landesherrn stehen und mit größtem Vertrauen auf das Wohlwollen der Großh. Regierung und Landstände hoffen, sprechen die mit größter Ehrfurcht gehegte Hoffnung aus, daß die hohe Regierung die zurzeit noch bei den Unterbeamten bestehenden ungerechten Verhältnisse hochgeneigtest einer eingehenden Prüfung unterziehen und in Anerkennung der Notlage, noch in diesem Jahre, sich zu dem Schritt entschließen möchte, eine Besserstellung der Unterbeamten herbeizuführen/' Die vorgelegte Rechnung wurde genehmigt, der Vorstand wiedergewählt und bann die neu vorgelegten Satzungen gut geheißen.

** T as Kolosseum hatte gestern abend Programm­wechsel, Grund genug, daß sich am Abend eine recht statt­liche Besucherzahl in dem luftigen Saal einfand. Das diesmalige, recht gut gewählte Programm räumt na­mentlich der Musik einen weiten Raum ein und bietet der fleißigen Hauskapelle Gelegenheit, ihre Kunstfertigkeit zu zeigen. Ten artistischen Teil eröffnet eine recht nette Drahtseilkünstlerin M i ß Lilli, deren Kunst sich auch auf das Dressieren von Tauben erstreckt, mit denen zusammen sie ein allerliebstes Bild abgibt. Eine zweite Dame und ein Herr assistieren ihr durch ihre starken Zähne. Sehr schik und temperamentvoll gibt sich die Soubrette Ma­rietta Varietta, ein kleines Sprühtenselchen mit nicht sehr großer, aber angenehmer Stimme und lustigen Liedern. Marco und Tartiana, ein komisches Künstlerpaar, sind auf vielen Gebieten zu Hause. Lustige Clvwnfpäße wechseln mit Tänzen, eine amüsante Schnellmalerei mit musikalischen Vorträgen auf verschiedenen seltsamen In­strumenten, und alles findet gleich dankbaren Beifall. Ein schneidiges Tänzerinnenpaar, Les Montez, gefällt bei aller Ausgelassenheit durch das Dezente feiner Darbietun­gen, die eleganten Kostüme und die große Geschicklichkeit, die es beim Tanz und den gebotenen gymnastischen Kunst­stücken zeigt. Tie drei Warringtons schließlich bieten eine. Anzahl prächtiger Marmorbilder, die zumeist klassi­schen Vorbildern nachgebildet sind. Als Hauptstück des Programms erfreut wiederum ein Burles ken-En- f emb I e das Publikum. Eine Blütenlese von höherem Blöd­sinn geht in ihren tollen Stückchen auf das lachende und entzückte Publikum nieder, das namentlich an den launigen Einfällen und der Falstaff-Figur des Direktors Blatzheim seine Freude hat. Es wird selten im Kolosseum so viel gelacht worden sein, und wer sich in den nächsten Tagen eine durch keinerlei Verstandestätigkeit getrübte vergnügte Stunde bereiten will, möge sich denkräftigen Jungen" ansehen, der auf dem Gebiet des höheren Blödsinns in der Tat einen Rekord bedeutet.

- Steinberg, 1. Juni. An dem an Pfingsten aus Anlaß des 2Ojährigen Stiftungsfestes des Gesangvereins Jugendfreund" stattfindenden G e s a n gswett streit werden folgende Vereine teilnehmen: I. Klasse:Liederzweig" Wall­dorf,Germania" Lollar; IIa Klasse:Germania" Gcoßen- Buseck,Thalia" Heldenbergen,Frohsinn" Garbenteich; IIb Klasse:Liederkranz" Leihgestern,Germania" Großen- Linden; Illa Klasse:Sängerlust" Büdingen,Männer- gesangverein" Münster; IIIb Klasse:Jugendfreund" Stein­berg,Viktoria" Garbenteich,Sängerkranz" Watzenborn. Die bei dem Gesangswettstreit tätigen Preisrichter werden vor Beginn des Wettsingens nicht bekannt gegeben. Das letztere findet am 2. Pfingstfeiertag vormittags, von 10 Uhr ab in der WirtschaftZur Krone" statt; der Festplatz be­findet sich auf der sogenanntenMockswiese", wo auch die Kirchweih abgehalten wird. An dem Festzug am zweiten Feiertag beteiligen sich außer den vorgenannten Vereinen u. a. noch folgende Gesangvereine- die auf dem Festplatze auch Einzelchöre zum Vortrag bringen:Eintracht" Stein­berg,Germania" Lang-Göns,Harmonie" undGermania" Watzenborn. Nach den getroffenen Vorbereitungen ist dem festgebenden Verein ein guter Besuch zu wünschen. DaL vor ungefähr 5 Jahren in Benutzung genommene statt­liche Schulhaus hat sich zu klein erwiesen, sodaß eine Erweiterung in der Richtung nach Watzenborn zu in Aus­sicht steht. Der Raummangel ist dadurch herbeigeführt worden, daß in diesem Jahre über 10O ABC-Schützen aufgenommen wurden.

O,Lauterbach, 1. Juni. Einen zweitägigen Pfingstausslug in den Vogelsberg plant der Zweig­verein V. H. C. in Frankfurt a. M. Am ersten Tage wird bis Station Laubacher Wald mit dem 10 Uhrzug gefahren und über Ulrichstein nach hier (ca. 6 Stunden) zu Fuß ge­wandert, abends geselliges Zusammensein mit der hiesigen Sektion. Der zweite Tag führt die Touristen über Eisenbach. Jlbershausen nach Station Oberwald, von wo aus leicht mit der Bahn die Heimfahrt erfolgt.

Büdingen, 1. Juni. Der hiesige Maurer Höhn war heute vormittag mit Reparatur einer Gartenmauer be­schäftigt. Plötzlich stürzte dec in den 50igec Jahren stehende Mann leblos zu Boden. Mit dem Spitalfuhrwerk brachte man ihn nach Hause. Die Todesursache konnte noch nicht festgestellt werden.

h. Worms, 1. Juni. Gestern abend erstach der Straßenkehrer Hofmeister feinen Schwiegersohn auf offener Straße. Der Getötete hatte des öfteren seine Frau schwer mißhandelt und soll kurz vor dem Tode den Versuch gemacht haben, sie aus dem Fenster des vierten Stockwerks herauszuwerfen.

X Herborn, 1. Juni. Am Samstag, den 30. Mai sand in Herborn die Submission der III. Landes- Heil- und Pf leg e a n stal t statt. In Anbetracht der sehr hohen Bausumme dürfte die Bekanntgabe der Resultate sehr interessant sein. Loos I: Franke-Limburg 1 268563,85 Pik., Büscher-Münster 1309 069,07 Mk., H. Wmn & Co.-- Gießen 1 331 211,84 Mk., Klein-Dillenburg 1369 675,81 Mk., A. Behln - Iserlohn 1392 641,30 Mk., Müller - Wetzlar

1 398 565,50 Mk^ Düren - Goddesberg 1457153,40 M Lolat Eisenbeton - Gießen 1 497 703,88 Mk. Loos II' Büscher - Münster 101 112,41 Mk., A. Behln - Iserlohn 107 920,40 Mk., Klein-Dillenburg 113 920,30 Mk., Müller- Wetzlar 114 771,12 Mk., Düren-Goddesberg 115 290,30 Ms Pfaff-Herborn 116 336,55 Mk., R. Thielmann - Herborn 116427,05 Mk, Loos III: Büscher-Münster 150034,61 Mk., Klein - Dillenburg 158 707,00 Mk., Müller - Wetzla- 162 981,56 Mk., A. Behln-Jserlohn 163 931,25 Mk., Düren! Goddesberg 163 940,15 Mk., Pfaff-Herborn 166 010,24 Mk. Thielmann-Herborn 167 174,50 Mk.

Vermischtes.

*Wer kann gutzählen? Wie viel kommt heraus wenn man zusammenzählt: den Kaiser Wilhelm, Bulow' 5 Offiziere, 1 Schutzmann und 2 Hasen? Zwölf, denn Kaiser Wilhelm und Bülow sind 1, dazu 5 Offiziere macht 6 ein Schutzmann gibt 8, zusammen also 14, und die beiden Hasen werden abgezogen^ also bleibt 12.

* Gewitter. Bei Zalenze (Oberschlesiew wurde eine Radsahrergesellsck)aft vom Gewitter überrascht. Der Arbeiter Tyüa wurde vom Blitzstrahl getroffen und war sofort tot. Pei Karlsruhe schlug am Sonntag der Blitz in ein Anwesen und tötete den Besitzer und zwei Kühe.

* Automobilunfälle. In Stuttgart stießen auf einer Straßenkreuzung zwei Automobile zusammen. Zwei Personen wurden schwer verletzt. Der Kunstmaler Fuhrmann aus Pasing bei München ist auf einer A u t 0 m 0 b i l f a h r t in der Nähe von Freising verunglückt und soll schwere Verletzungen erlitten haben. Ein schwerer Automobilunfall ereignete sich ferner zwischen Düsseldorf und Cleve. Bei Rheinberg rannte ein mit fünf Personen besetztes Automobil mit voller Wucht gegen einen Baum. Der Führer des Wagens, zwei Kinder und eine Dame wurden schwer, die anderen Insassen leichter verletzt, das Automobil zertrümmert.

* Eisenbahn unfäl l e. Ein Eilzug Brüssel München ist bei dem Kreuzungspunkt Chenee-Herve in Belgien, wahrscheinlich durch den Bruch einer Schienen­verbindungsstange, auseinander gerissen worden. Es stürzte ein Wagen um und wurde teilweise zertrümmert. Zahlreiche Passagiere wurden verletzt, drei ge­tötet. Der vorletzte Wagen stürzte gegen das Weichen-' stellerhäuschen, welches vollständig zertrümmert wurde. In dem umgestürzten Wagen, welcher eine Strecke mitgeschleift wurde, befanden sich 15 Reisende. Die meisten waren deutscher Nationalität. Von diesen sind sechs schwer ver­letzt. Ein Personenzug ist in der Nähe der ungar. Station Szemes aus bisher unbekannten Ursachen entgleist. Mehrere Wagen wurden zertrümmert. Ein Schaffner wurde schwer, mehrere Passagiere leichter verletzt. Ferner ist ein Schnellzug auf der Strecke WeimarOßmann- st e t t mit dem letzten Wagen entgleist. Ein Reisender wurde schwer, zwei wurden leicht verletzt. Endlich bei dem Halte­punkte Pu st leben (Prov. Sachsen) entgleiste eine Achse des im V-Zug laufenden Speisewagens und sprang im H-Stück einer Weiche wieder in die rechte Spur. Personen wurden nicht verletzt. Im Owen-Sound im Staate On­tario ist auf der Canadian Pacific Bahn eine Lokomotive auf ein abschüssiges Gleise geraten und gegen einen Eilzug gerannt. Der Lokomotivführer des Eilzuges wurde schwer verletzt, der Zug teilweise zertrümmert. Unter den Trüm­mern entstand eine Feuersbrunst; eine größere An­zahl von Passagieren wurde verletzt.

Kleine Tageschronik.

In Oppau (Platz- ist uh protestantischen Pfarrbaus ein Lepra-Fa ll festgestellt worden. Ter Schwager des Pfarrers Walter war vor sieben Jahren aus Brasilien zurückgekehrt. Jetzl erst trat die Krankheit bei dem Manne zu Tage. Es sind strenge Absp-errungsmaßregeln getroffen worden.

Arge Unregelmäßi gleiten in dem sozialdemokratischen Wahl verein in Wilhelmsruh bei Berlin sind entdeckt worden. Es sollen nicht nur Mitgliedev-Beitväge unterschlagen, auch Ouil- tungen und Beläge gefälscht wovden sein. Die Mgelegenheil ist der Staatsanwaltschaft übergeben worden, welche ein Strafver­fahren gegen den Vertrauensmann eingeleitet hat.

Bei einem Trabrennen in Westend bei Berlin ist der Fahrer Stolzenberg tätlich verunglückt In Berlin wurde ferner der 41jährige Arbeiter Grahl vom Hitzschlage ge­troffen und war sofort tot.

Dem Landgerichtspräsidenten Paul E h r en b e r g in Potsdam ist der erbliche Adel verliehen worden.

König Friedrich August von Sachsen tritt im Juli eine Fußtour durch 9t 0 r w e g e n an.

Im CaisModern" zu München versuchte der Schau­spieler Anton Hoier vom Wiener Raimund-Ensemble, das zur Zeit im Münchener Lustspielhaus gastiert, eine Kollegin zu er­schießen. Als der Schuß fehl ging, wollte Hofer die Waffe gegen sich richten. Ein Kellner entriß sie ihm. Im nächsten Augenblick brachte sich Hoier mit seinem Taschenmesser einen lebens- gefährlichen Stich in die Herzgegend bet. Das Motiv der Tal ist Eifersucht.

In H i r s ch b e r g (Schles.) gerieten die Arbeiter Zimmer und Binder wegen der Landtagswahlen in Streit. Fran Binder, die ihrem Manne beisiehen wollte, erhielt dabei einen so heftigen Stoß vor bie Brust, daß sie auf der Stelle st a r b.

Tic 21 jährige Tochter des Magistratsrates Widmann in Hall (Tirol) ist beim Blumensuchen aus der Hohen Wand etwa hundert Meter tief ab gestürzt. Tie Leiche ist geborgen. Tie zwei Begleiterinnen der Vcrunglückien hatten sich verstiegen und mußten durch eine Rettungs-Expedition herabgeholt werben.

Sorge verwandelt sich in Freude.

M?

Nur echt mit dieser MartedemFischcr dem Garantie- Zeichen de8 Scott- lchen Derfahrenüt

erforderliche Kräftigung. Dieses vortress- liche Nahrungsmittel wird von den Kleinen selbst dann gut vertragen, wenn Much ihnen nicht bekommt, weil es so leicht ver­daulich ist, daß der kindliche Körper, auch bei ernstlicher Entkräftung, den vollen Nährwert auszunützen vermag.

unterschätzen ist dabei, daß die Kinder das Präparat gern und mühelos nehmen.

Scott» (Smulfion wird von une auölchltchtich i1 .9'^ verlaust, uno zwar nie tose nach Gewicht oder Mal», l0" ct nur in versiegelten Ortginalflaschcn in Karton nut um Sdjuyniuvfe Milcher mit dem Dorsch). Scott u. Loiv» -

m. b. H, Fraiiksurl a. M. -ga,

Bcstandreilc: feinster Mrdizmal-Uedertran 150,0, prima (iapjcrtn; R

unic,pl>oopi,oriasaurcr Katt 4,3, unterphodpl,orig>aureS Natron 2,u, puin. aiuh 3,0, iernster arab. töuuimt pulv. 2,0, bcfülL Hasser 129/), LUtoyol 11A aromatische Emulsion mit Zimt-, Mandel- und (Laultheriaöl je 2 Dropse».

Ducherow, Kr. Anklam, den 23. Oktober 1907.

Da mein Töchterchen Hedwig im Alter von 2 Jahren »och feinen Fuß aufsetzen konnte, so entschloß ich mich, ihm Scolis Emulsion eiuzugebeu. Schon nach der ersten Flasche konnte ich wahrnehmen, daß eine deutliche Wirkung sichtbar war, indem die Kleine bedeutend munterer wurde und besseren Wppent bekam. Nach Verbrauch der zweiten Flasche vermochte das Kind schon an einer Halid zu gehen, und jetzt, nachdem sie das Präparat eine Zeitlang regelmäßig erhalten har, läuft sie geschlviud wie eine Kugel überall herum, ißt und trinkt alles und hat auch im Sprechen ausgezeichnete Fortschritte gemacht. Au dem kleinen Mädchen, das vorher n»stl Sorgenkind gewesen ist, haben mein Mann und ich unsere helleJreude.

(gez.) Frau. M. Putzer.

Scotts Emulsion brachte dem Kinde die so unbedmgl