Ausgabe 
27.8.1908 Erstes Blatt
 
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** Kriegerverein. Bei dem nächsten Sonntag im Philosophenwald statlftndenden Waldsest soll zum ersten Male rin PreiSschießen für Erwachsene abgehalten werden. Diese Einrichtung dürste gewiß ein Hauptanziehungspunkt für »lle Teilnehmer werden.

-Die Bürger gesellschaft unternahm am letzten Sonntag einen Ausflug nach TextorS Terrasse, der trotz der ungünstigen Witterung einen schönen Verlauf nahm. Tie von dem Gemischten Ehor deS Vereins unter Leitung seines Dirigenten Musiklehrer Gernhardt zu Gehör gcbrachtcn Lieder ernteten reichen Beifall; auch trugen die Weifen unserer Regimentskapelle wesentlich zur Verschönerung deS Nach­mittags bei. Die Beteiligung an den aufgeführten Kinder­spielen war äußerst rege; die zur Verteilung gelangten Bretzeln, die m ziemlich großen Dimensionen auSgeiührt waren, übten eine derartige Anziehungskraft aus, daß schon ziemlich »alte Knaben* sich nicht abhalten ließen, an den Kinderspielen teilzunehmen. Aber auch bei dem vom Verein veranstalteten PreiSschießen fehlte eS nicht an Beteiligung.

* Kolosseum. Um irrigen Ansichten vorzubeugen, er­sucht uni die Direktion um die Mitteilung, daß das Dom 1. bis 16. September zur Aufführung gelanaende Sluck von Tr. Franz Ferdinand:Eine Rächt im Selbstmörderklub" kein gewöhn­liches Schauspiel, sondern eine englische Burleske ist und nur von dem Ferdi rumd'schen Erucmble selbst dargestellt wird.

Rodheim a. d. Bieber, 26. 'Itua. In diesen Tagen, nämlich in der Nacht vom 21. -um 22. August war ein Laho .verfloßen, daß die uralteSch m i t te r M ü h l c" ein Raub der Flammen nmrbc. Vollendet steht nun ein stattlicher Neubau <in ihrer Stelle, der mit den neuesten Einrichtungen versehen, unserem Torfe -ur Zierde gereicht Inmitten ihre- gefälligen weißen KleideS prangt weithin lichtbar die Jahreszahl 1908. Leider hat ihr Besitzer, Baron van der Loop, die wiedererstandmc Mühle nicht mehr schauen dürfen.

Weilburg, 25. August. Die hiesige Landwirt­schaftsschule ist von einem schweren Verliist betroffen worden: ihr Direktor, Heinrich Matzat, starb gestern Mittag. Ein tückisches Leiden raffte nach kurzer Zeit den bis dahin so gesund nnb kräftig gewesenen Mann im Alter von 62 Jahren dahin. Mit Direktor Matzat ist ein Mcum von großer Begabung, außerordentlicher Willensstärke unb tadellosem Charakter dahingegangen.

s Marburg, 26. August. Eine äußerst zahlreich be­suchte Bürger-Versammlung beschloß, den Magistrat zu ersuchen, den abgebrannten vorderen Teil der Herrn- mühle (städtisches Elektrizitätswerk) im Interesse deS Ver­kehrs nicht wieder aufzubauen.

* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Zwei Fabrikarbeiter in Rödelheim überfielen in der vergangenen Stacht ans der Straße einen anderen Arbeiter und raubten ihm daS PoUemomiaie. Beide 'Tätet wurden seslgenommcii. Bei der Au-Lahrt aus C i i c n bad) wurde abends 8.10 Uhr in der Nähe des Waldes an der Offenbacher Landstraße ein Fenster des Zuges Eger- Frankfurt eingeivorfcn. Em Herr aus Frankfurt ivurbe leicht verletzt. In Frankfurt n. 'DL starb anscheinend an B l u t« Vergiftung im BnrgerhoSpual der 28jäljr. Packer Gnenzel. Tie Leiche wird einer gerichtlichen Obduktion unterworfen werden.

Gcrichts-aaL.

sd. Darmstadt, 27. Aug. (Tel.) DaS Kriegsgericht verurteilte den Dragoner Steuerwald aus Mainz wegen S i 11- lichkcitsvergeheils zu 3 Jahren Zuchthaus, 3 Jahren Ehr­verlust und Auoitoßung aus dem Heere. Irr hat Anfang August rin 15 jähriges Mädchen -n Dcrgcivaltigen gesucht und war einige Tage später (wie wir seinerzeit berichteten. Reo.- int Walde bei Isenburg verhaftet worden.

Marburg, 26. Aug. Unter der Anklage der Unter­schlagung stand gestern noch vor her Strafkammer der Ge­meind er echner Kranskopf aus Rodheim a. d. B., geboren im Jahre 1858. Er war Vormund des Dienstmädchens Pauline Schneider in Rodheim, deren Vermögen im Betrage von 4700 Mk. mif der Kreissparkaife in Wetzlar angelegt war. Eines Tages im sZahrc 1JOb veranlaßte Kranskop, teilt Mündel, mit ihm nach .Wetzlar -u gehen, um dort das Geld aozuheben und es in Ei eßen nnzulegen, wv eS vorteilhafter untcrzebracht sei. Als man bium tu Wetzlar das Geld in Empfang genommen hatte, sagte üraus- köpf zu feinem Mündel, er könne noch nicht gleich nach Gießen fahren, da er noch Geschürfte zu erledigen habe. Ec wolle das Geld cinftweilen behalten und es auf ein andermal an legen. Trotzdem nun die Schneider naächer wiederholt zu ihm ging und nach dem Geld fragte, hatte er jetus.nal eine Ausrede dafür, daß es noch nicht angelegt sei. Endlich gestand er ihr, daß er rs für sich verbraucht hätte. Sie erhielt eS dann, nachdein er daS Geld etwa 4/4 Jahre int Besitz gehabt, wieder, und zwar erst, nachdem der Tnsgeistliä>e ihn deswegen zur Rede gestellt hatte. Er wandle vor unb so mag es ja auch wohl gewesen sein, daß er die Eintragung einer vvpot.-ek aul fein Besitztum hätte vermeiden wollen, da er ein Grundstück für einen hohen Wrcit als '<iüupiab zu verkaufen hätte, daß die Verljandlungen darüber aber noch nidg zu Ende geführt seien. Der AngeNagte gab iücitcr an, daß er du: Ablieferung des Geldes, von dem er ein­mal 2 bis 3U0 Mk. zur Begleichung eines Wechsels geii'ommen habe, nur üeriuuumclt fritte. Tie Zengui Pauline 2d)neiocr ruimtc auf Befragen ein£ daß sie alleroings das Geld lieber im Besitz gehabt hatte, baß sie eS aber oem Angeklagten der als vermögender Mann gilt auch leihweise überlassen hätte, wenn er sie darum gefragt hatte. Auch dec Pfarrei gab als Zeuge an, daß er die liebericugung baue, daß der Angeklagte fein Mündel nicht uni daS Gew harte bringen wollen. Das Urteil lautete wegen Unterschlagung und Untreue auf eine Gefängnis strafe von 3 Monaten und eine Geldstrafe von 150 Mark.

veff. LdSztg.)

Seppelin.

Bei der letzten im Rathauje zu Friedrichshafen statt­gehabten Verhandlung haben fast »amtliche Privateigentümer, die bet dem Zeppelin-Unternehmen in Betracht kommen, die von der Absckrätzungs-Uommisfron ausgesetzten Preise ange­nommen. 9lur drei Besitzer beharren noch aus unannehmbaren Forderungen. Zn Stuttgart wird heute (Donnerstag) über die dem Grasen abzutretenden 110 Morgen der vosdomane verhan­delt. Sämtliche liebendjrcibungen werden auf den Namen des Grasen Zeppelin gemacht.

Der deuliche Aeroklub hat im EiiwerständniS mit der Motorlustschifs-Studiengesellschast neben Dvu bereits verau: gabteu Zeppelin-Marken zu 10 Pfg. 50000 Jiupier- grabflreji unfertigen lasten in der Größe von 30 zu 40 Zentimeter. Die Gravüren werden für 6 Mk. vertäust. Ter Erlös wird dem Zcppelinfondö zugewendet. Die Lieferung geschieht durch den Lrutschen Aerottub, ftkrlm W, Nellendorserplatz 3.

TuBoss. Ztg " macht m einem Leitartikel darauf auf* tncrh'aui, daß die Geburtsanstokratie und auch die breiten Mittel* schichten Landadels weitaus nicht den Anteil an oer Zeppelin- jueiibc haben, der ihnen nach ihrem Vermögen oder nach ihren Einsprüchen in sozialer und politischer tfinncbt zufallen sollte, weitaus dec größte Deck der Beiträge für den Zeppelinioiws sei von dem deutschen Buraertum herbe,gesteuert worden, nicht nur »tach den absoluten Zistern, sondern auch nach der mater^Ucn LeistungSsabigkett des Adels im Verhältnis zu der der übrigen -Solidklassen. TicVoss. Ztg meint, es werde em Ende n irr L)inwcis genügen, um die Mehrheit des Adels zu bewegen, oem deutschen Bürgertuui wenn er ihm schon nich: mit gutem Beispiel voraogegangen sei wenigstens noch rechtzeitig nach- Buiulgen.

Tie deutsche Stotßjrie In Sofia fanuneltc für den Zeppelin-FondS 1130 Franks , .

©rar Zeppelin hat die Gelder zurückgavic'cn. die ibm der in Bern erscheinendeSport" zukommen lasten wollte. Vermutlich will der ©raf feine Beteiligung des AuSlant<s an dem Unter- n*rmen, das vom deutschen Volke tn^i'o großartiger Weise un­ter stürt worden ist. DaS ist anderen Schweizer Sammlungen ge­genüber auch schon dokumentiert worden.

Ter französische Lustschisfer ©riet erlitt während seiner Versuche mit feinem £umd?iff in Daris einen Unfall. -ras Lustschist trieb infolge falscher Si.u.rung aut den Boden und rourc schwer beschädigt. Ter LuM'chiffer kam mit einigen un* westntlichen Laurabfchürfungen davon. _________

Vcrmifd :c5.

* Berlin, 27. Äug. Beunrubiaende Gerüchte über die im Cftrn Berlins gelegene Friedriwsberger Bank, die besonders vom kleinen Publikum zu Spareinlagen benutzt wird, sühnen gestern nachmütag einen förmlichen Sturm des Bubli- hnr.5 gegen das Unternehmen herbei. Bis in die späten Abend- stundeii war da- Derwaltun^sgcbäude Ixt Bank von einer dichten Menschenmenge umlagert. DaS Gedränge rvurbc zuletzt lebens­gefährlich. so bar. über zwei Dutzend Schutzleute die Menge un Zaume halten mußten. Viele Personen wurden ohnmächtig weggeschastt. Die Bank zahlte an über 1000 Personen mehr als eine Million Mark Depositengelder zurück. Tie Zahlungen werden den ganzen Donncrsiag fortgesetzt. Ter Urheber der verleum­derischen Geruck-te soll ein Lehrer sein, gegen den Anzeige erstattet ist.

Von den Veruntreuungen, die wir in unseren Nummern erwähnen mußten, ist noch einige- Belangreiche mit- -uteilen. Der Dresdener TJraubant Eckert war 34 Zaftre Beamter der Dresdener Bank und galt Muster eines zlasfiercrs; er bezog zuletzt Bankdirektor 25 000 Mk. Jahres­einkommen Nachforschungen bei allen Bankinstituten haben er­geben, daß er nicht spekuliert hat, wenigstens nicht in großem Maße. Man ist sich noch heute nicht öar, wohin das Geld gegangen ist. In Chicago wurde ein gewisser Oteorg Fi tz- g e r a l b , der früher im dortigen Unterschatzamt Kassenbeamter war, unter der Anschuldigung verhaftet, daß er vor anderthalb Jahren 173 000 Dollars unterschlagen habe Fitzgerald machte sich verdächtig durch ausgedehnte Finanz* Transaktionen und durch fein sonderbares Angebot, 1000 Dollars-Noten für 500 Dollars zu verkaufen. Er leugnet energisch, ist jedoch bereits überführt.

* Einnicd" licher Sanas ganger. Vor einigen Ta­gen wurde berichtet, daß eine Nieder Ehefrau mit ihremSchlaf- ganger" nach Frankfurt burcf-gebrannt sei. fcieryi erläßt nun ein irüherer Schlafgänger derselben 3-amilic in derNieder Ztg." folgende Warnung:Warne hiermit jedermann, mad) in Sachen der Eheleute I. Brünner, Neustraße 26, zu beleidigen, da ich mit der Frau des Brunner in keinerlei Verkehr stand. Zu­gleich erkläre ich mich Weiberfeind und halte mich in ähn­lichen Fällen als zuverlässiger Schlasgängev bestens entpsohlen. Michael Wagner, Salzmeisier."

* Tie schnapsgefüllten PralineeS. Die lveit die Fürsorge des preußischen Kultusministers für das feiner Lbhut dnoerirautc Reffort g hl, zeigt ein Erlaß gegen Schnapsbonbons, der soeben veröffentlicht worden ist. Aerztliche Untersuchungen haben ergeben, daß Zuckerbohnen, Pralinees und Bonbons, wie sie befannilid) in icexr Mvnoitorei zu haben sind, erschreckliche Mengen von Alkohol enthalten. Zum Beispiel enthielten 15 Stück Konfekt bei einem Gewicht von etwa 100 Gramm und einem Preis von 28 Pfennig einen Eßlöffel Trinkbranntwein. Ja, die vorsichtigen Statistiker haben sogar feftgeftcllt, daß erwachsene Personen durch Schnapsbonbons berauscht worden sind. Geradezu beängstigend i|t nach Ansicht des Ministers die Gefahr, die durch den Genuß foldxr Bonbons für Binder entsteht. Er weist des­halb in seinem Erlaß die Regierungspräsidenten an, in geeigneter Weise anfklärend auf die Bevölkerung einzuwirken und das Er­forderliche zu veranlassen.

Stlcine- Tagcschronik.

lieber eine Ausinerkfcunkeit 5t a t f e r Wilhelms für die TI o g n a r c n wird berichtet: Kaiser Wilhelm sandte an bic Tireftton des Budapester Kaiferiii-Elisabeth-'Museums ein tiugansches Gedicht der Kaiserin Elisabeth, dasRei-ignation" betitelt ist unb in einem Zimmer des Achilleion gefunden ivurde. Ter Kaiser ließ eS auf grauer Seide in einem goldenem Rahmen montieren.

Ter 23jährige Sohn der Witwe Tiedrich in Tremessen «Posen) wurde am Dienstag von einem Fleischergesellen ermordet. Der Täter wurde verhaftet.

Der Bergmann Bueck in Dortmund tötete burtft einen Schuß feine von ihm getrennt lebende 18jährige Fra» aus Eiser- suckn in der Wohnung ihrer Eltern. Er wurde bereits ver­haftet.

In Wald bei Solingen wurden ein Bäckergeselle und ein An­streicher bei einem Kirchenraube festgenommen. ES sind berüchtigte Kirchcnräubcr, die über ihre Einbrüche Buchführten.

Der Ehcmiker Der manns dürfe r aus Mannheim, von dessen Versclyvinden mir vor einigen Tagen beridücten, ist in den Allgäuer Alpen von Der Leewand adgcstürzt unb tot ge­blieben. <

In dem nordamerikanischen Kohlenbergwerk von Laileh- Bille (Lklahoma brach Feuer aus, wodurch 25 Bergleute abge- schnitteu wurden. Es ist keine vossnuitg auf Rettung vorhanden, da die Grube heftig brennt

Die Reise des Schusters Voigt nach Budapest hat gleich­falls ein schnelles Ende gefunden. Er reiste gestern auS der unga­rischen vauptstadt wieder nach Berlin zurück, da alle Versuche, ein Engagement in einem Zirkus ober Varic- zustande zu bringen, mißglückten.

Der Bürgermeister von Alareon Skanien, Tr. Tortosa ist unter der Beschuldigung, zahlreiche Morde begangen zu haben, verhaftet worben.

Ein unangenehmer Fund wurde in Petersburg gemacht. Im p h y s i k a ( ij rf) c n R n b i u e i! für höhere weibliche Kurse wurden in einemSchrank versteckt sechs gebrauchsfertige B o ui b e n aufgefunden.

Durch Feuer wurden 300 Häuser in der chinesischen Stadt L»okoy zerstört.

Zn Nord- und SD-Karolina sanden furchtbare Ucber- sch n c m m u ng c n statt Bisher sind 4 0 M e n sche n umge- kommen. Die <uibte sind nachts in D-inkelheit gehüllt. Viele Fabriken stehen sti'.l, dec Bahnverkehr ist unterbrochen. Tert Schaden beir.-at mehrere MiN onen Dollar.

CaiiOioirtidmft.

* S t u t c n k ö r u u g. Tie LandwirtschaitSkammer hat die bieder vom 2aude:pferdezuchtvcrein durchgefühne Stuten- förung und bte bair.it verbiiudene Führung des Pjeidcuaininbuches übernommen unb führt dieselbe m biedern Zahlc erstmalig aus Die Kor terinnie iüv Lberhessen fuib ni nachfolgender Reihenfolge festgesetzt: I. AlSfeld: l-. Sept., vorn,. 10 Uhr; 2. Äründerg. 17. Sepr, norm. 9 Uhr; 3. Schlitz: 17. eeot, nachm. 3' , Uhr; 4. Berfiadi: 1H. Sept., vorm. U Uhr; 6. Tüöclfl- hcnn: 18. Scpt., nachm. o1 , Uhr; 6. Selzerdmnnen: 30. Sept., vorm. 10 Uhr. Tie Auswahl der_JDite ist den Vanbivirten frei- gelassen. Tie im Vor,ahre angefotten Stuten inüfien aU;ährlich vorgeführt iverben. Sticht vorgeinhrte Stuten iverben avgekört. Für die .'liikönmg de» 6iiUcn komme« nachstehende Bestimmungen m Anwendung. 'Als Zuchtziele sind festgesetzt: Arle.lS'chlag: Tie Zucht eines nur kräftigen, liefen, breiten Pferdes belgischen Schla u-r mit guten Hnien unb räumendem i ang. Wagenschtag: Die Zucht eines (rältigen, tiefen, breiten Pferdes Oldenburger ecfclage^ mit guten Hufen unb schönem Emig. Sie Rötung einer ctiue ist an Einstimmigkeit der Kommission gebunden. Jede uite muß Zahr für Fahr bei den Körungen vorgeinhrt werden. Der Besitzer einer gekörten Stute ist verpflichtet, dieselbe decken zu lallen. Ber der Vorführung ist der Kor- unb Dockschein vor zu* zeigen. Tie RorungitonnniHioii besteht au6 Ccfonomierm ilüUei* Reuhof, Estitsrächier C. Rnllmani.-PliUelgnmtau unb Cbertanb* uUmeifter o. Willtch als Sachverständiger. Tre Landwirte werden augefotbert ihre ctuten ntöglichst zahlreich der üommlssion vor-

AufüSren. Ta die Gefchäste der Stntb-.ichführnng der Landwirt- fcha't-tammer obliegen, sind alle Anfragen unb Zuschriften an tiefe, Darmstadt, Rdein''^aße 311. ru richten.

ßanöcl und Ocrkcbr, Volkswirtschaft-^

Berlin, 26. Aua. Te>r Besttzern ber am 1. Cftober fällig«, 245 Millionen Mark 3'',pro;entlger deutscher Reichs- und preußifcher Staats-Schatzscherne wird nunmehr st«, der Barrückzablunt ter U m t a n f ch in neue 4vro.u, drei Fahr, laufende edMgamoeiiungen gegen die Gewährung einer Prämie von 0 6U Pro;, angeboten.

Berlin, 25. August. Ter ,Reich-5an<eiaer^ veröffentlicht den Saaten st and o-Bericht um Milte August (öie en» aeklchnmertcu Zahlen bebenten Auaustmitte 1907): Winrenvetzch! 2.4 <2,9); Sommeriveizen 2,6 i2L); Wmterroggen 2,4 <2,6); Sommerroggen 2,5 2,6.; Sommergerste 2,6 ^2.3 ; pafer2,7 Kartoffeln 2/» 2,6); Klee 2,7 (3.0); Lnreme 2,4 2,9); BewafferungS» wiesen 2,2 <2,6) unb andere -fielen 2^} <2,9). In den Bemerkungen beißt es: Für vacffrüd)te unb Futtergewächse waren die häufigen Regenfälle meist noch recht vorteilhaft, waren aber hier unb be etwas iu fpäL Für (Betreibe war das regnerische Wetter be­lebten Wochen weniger günstig. Die Ernte bes 'Wmtergetreibeß war zur Zeit der Berichterstattung schon weit fortgeschritten. Die l iSherigen Drusch - Ergebnifie werben sehr verschieden deuneckt. Allgemein überwiegt bte günstige Beurteilung des Ernte-Aus- ialles. Auch von der Sommerung war um Mitte August sch«, ein gut Teil ab.uemtet. Kartoffeln finden allgemein eine nicht un­erheblich günstigere BeuNetluirg al- bisher. Stellenweise »ühne das Uebermaß an Feuchtigkeit zu Erkrankungen. Tie Feuchuokerr der letzten Wochen kam den Futterpsianzen, Klee und lluzerne fehr zustatten. Eme befriedigende Nachmahd steht in Aussicht. Ter GraSwuchS hat sich bei den häuftgen Niederschlagen meist so « erholt, daß die Grummeternte noch annehmbare Erträge lief em dürfte.

Märkte.

fc. Frankfurt a. TL, 2ti. 21ug. Ter heutige Schweine» markt war gut be'ahren. Bet einer Sendung von 113 jungen Zieren aus dem Waldeckjchen war auf dem Transport Lungen» seuche auSgcbrocheu. Tie Tiere wurden sofort abgefchlachtel, ivorauf umfangreiche TeSiitsektionSmaßregeln durchgefckhn wiirden.'

la. R r a n (i u r t a. TL, 27. Aug. Gelege. ^rtg.-Bertcht des .Gieß. Aitz.".) Amtliche Slotierungen der heutigen lliebmartt* vreife. Zinn Verkaufe standen: 91 Ochsen, 8 aut Lesterrerch 2 Bullen, 0 au5 Cefterreid), 97 Kühe, Fersen, Stiere und Jimba, 987 Kälber, 100 Schafe unb vämmel, 00 Schweine, 3 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Schastammer. Bezahlt ivurden für 100 Pfrmb Schlachtgeivicht: Schsen: 1. Cualität 8082 Dk 2. Qualität 7375 Mk., 3. Qualität 6064 Mk.; Bull«: 1. Qual. 6567, 2. Qual. 6062; Hübe 1. Qualität 7476 -J;f 2. Qitall 6567 *113. Qual. 54-56 Mk., 4. Qual. 0000 5. Qual. 00 00 Mk. Bezahlt wurden für bafl Pfund Schlacht» gewicht: Kälber 1. Qualität 92 bis 95 Pfg., Lebendgewicht 6556 Psg., 2. Qualität 8492 Pfg., Ledeiidgeioicht 60-54 Pfg, Schlachtgew. 6872 Pfg.; Schafe: 1. QuaL --.chlachtgew. 82 bn 00 Pfg., 2. Qual. 7476 Pfg. Schweine: 1. Qual. 7172 Pf, L'ebenbgcivid)t 56,500 Pf., 2. Quall 6970 Pf., VebeuögewS 56,0-00 Pfg., 3. Qual. 6268 Pfg., llebeiidgewicht 00 00 Piq. (Äeschäft bei Hornvieh langsam, mittelmäßig, bet Kleinvieh gut tem Uebentanb.

Himburg a. d Lahn, 26. Aug. Fruchtmarkt. Durch. fchinttLpreis pro Maller. Roter Weizen (nassauischer) 17,00 Mk, weißer Weizen 00,00 Rik., fiorn 13,35 Ü?lk., Gerste 00,00 Dlk., Hafer 8.500.00 Mk , Erbsen 0,00 Mk., Kartoffeln 7-0,00 Pik.

ALirchliche Nachrichte«.

orraelitische Rcligionsgemcinöt.

Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).

Samstag den 29. 21 u g u ft 1908;

Vorabend 6.45 Uhr.

Morgens 8.30 Uhr.

Nachmittags 4.00 Uhr. Lchriftcrklärung.

Sabbatausgang 8.05 Uhr.

Israelitische keligionrgesellschast.

(Sotleibienft.

Sabbatfeier am 29. August 1908:

Freitag abend 6.50 Uhr.

SamStag vormittag 8.00 Uhr.

Vlachmittags 4.00 Uhr.

Sabbat-2lusgang 8.05 Uhr.

WochengolteLdiciist: morgens 0.30 Uhr, abends 7.00 Uhr.

Gicßcucr Wetterdienst.

VoranSsichttiche Wittcriiug für Hessen am Freitag be» 28. 9luguft: Wechselnde Bewölkung. Rur geringer Regen. Tem­peratur wie heute. Zunächst sti>rmisch, später mäßig ivesUtche Winde.

Vrigittal-vrahtmeldungen.

Heidelberg, 27. August. Dec a m erikanische Botschafter Hill richtete im Auftrag deS Präsidenten und des amertkanischen Staatssekretärs des Aeußern ein in herz­lichen Ausdrücken gehaltenes Beileidstelegramm a« die Witwe Speck von SterndurgS.

Metz, 27. August. Tie Kaiserin begab sich heule vormittag zu Wagen nach dem Paradefeld bei Tratcav. Der Kaiser traf um 9»/, Uhr im Auto dort ein und wurde von den zahlreichen Zuschauern und den ipalicrbilbtebci Schulkindern von Metz und Umgegend lebhaft degrüßL

Wien, 27. Aug. Aus Konstantinopel roub be­richte t: Gestern Nachr ging ein toetteres Bataillon nach Br »ist- (iin von dort cingetrofscner Türke beruhtet, daß befreite -er« brccher den in bte Mofchee geflüchteten Bali zwangen, eine schritt gegen 35 Beamte zu unterschreiben und berr. GlaubensriWe ab-itsctzcn Tie persische Bott'chast erhielt eine Depesche e# idjiran: Sendet umgehend türkische Bersassnit mit Wahlgesetz. Ter Mintsterral btidüob. einen .inunh; Nischen Instruktor für die Flotte zu beruirn. ES verlaut«, dc; der Ervcsier Fcrid zum Praftdenttn des Parlaments ausersrhat sei. .B. T.)

Wien, 27. Aug. Tie B egegnuNI T i tton ls em A c h r e n l ha l wird am 4. September in Salzburg ftaufuM-

27 Aug veuie bcgicbt sich

Eduard mi :rl)t Automobil nach Kurls.ad, ivo er mit Z-wolskd und Elvmcnc.au neuere k.vitre(huiigcn Haven tviti>. kilemcectti nnto Tteusurg seine Rückrc nach Paris antreten.

P" riS, 27. Aug. Echo dc Part- berichtet aus lautet. dort seien beunruhigende Nachrichten aus Rabat -nd ^ale cingetroifcn. Tie sanarische Bevölkerung von Sale k* gegen dre Fremden sehr ausgebracht und wünsche dcra Ausweisung. Der ürcuzcr Tciai^ liege aus der Rhede und war« die weiteren Ereignisse ab.

Petersburg, 27. Aug. Aus Anraten der GroßfürstiL Elnad.rb, Schwester der Malierin, hat lieft bi: kaiscrl ich« As' nulte cn'idilojcn., einige Wochen in vapsal tm Gouveinemack Esthiand an der Qst)ee zu derbringen. Die 'Abteile erfolgt ß»4l idHup, der Ikanducr nach dem 28. August per Schuf tach vatffall von wo eine rltcuuadrt m den schwedischen Gewässern unb ux Anichluß hieran eme Begegnung der schwedischen Kbmgs- jamilie m Aussicht genommen »st.

Petersburg, 2/. Aug. tzicr zirkulieren Gerüchte, daß -t o I it o t bereit» in Agonie liege

langer, 27. Aug. El L?konebhi, der von einer 3»* ircktionsrclsc in der Umgegend nach der Sraot ^urückgckehn liL versicherte Dem franzöiucycn i^cfünätcn, daß keinerlei Zwisch«»- iälle zu befürchten feien. Alle 2?Lrßreacln feien getroffen, -u- «uien etwaigen HaüdstreIch gegen Zanger iurüdjuwr.ifll.