Donnerstag S7. August 1908'
Erstes Blatt
158. Jahrgang
die Berichterstattungsweise über Angelegenheiten von allgemein-! späteren Ananzope lautlicher Bedeutung protestieren, tatsächlich versuchen, die soli-1 bis zur Erössnung
ernmnicrt wurden.
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** Die Ausgabe der steht für die nächste Zeit zu
iroetmol monntL Land» vlrtlchastltche Seltsragrn tfetnfprecb • Anschlüsse: lü< öte Redaktion 113, Uerlog u. Exvedmon 61 fihretle !ür Depeschen» «uietget Gieße».
Nr. 201
Der Älefiener Anzeiger erschetM täglich, außer -Eonntag». - Beilagen: viermal wöchentlich rtetzeneeZamtliendlätter;
...^.^..eratioii vorgeschossen. Allein die Regierung wird» Öffnung des Parlaments noch ebensoviel von der Batik
Sietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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?Keii?[irdien. _
Münze sind 15 Millionen Mark in Prägung gegeben, also fünf Millionen Dreimarkstücke, die nunmehr in den Verkehr kommen.
•• Eisenbahn-Ueberschuß und Frankfurter Tu rufest. Die preußisch-hessische Eifenbahnverivaltung hatte im Juli d. I. eine Mehreinnahme gegen den gleichen Monat des Vorjahres um 2 674 822 Mark im Personen- verkehr. Nach fachmännischen Schätzungen entfallen rund B/i Millionen der Mehreinnahmen auf den Verkehr anläßlich des 11. Deutschen Turnfestes in allen Teilen deI Eisendahngebiets.
*• Deutsche Einigkeit. Tie Mainzer Handelskammer hatte eine Eingabe an die Eisenbahndirektion Mainz gerichtet, in der der Wunsch ausgesprochen war, daß auch bayerische Banknoten von den auf hessischem Gebiete befindlichen Stationskasien angenommen werden nlöchten. Tie Etsenbahndirekrion hat es aber ab gelehnt, ihre Dienststellen zur Annahme dieser Banknoten zu ermächtigen. ES liege nach den gemachten Erhebungen ein dringendes Bedürfnis hierzu nicht vor und bei den Postanslalten würden diese Noten auch nicht in Zahlung genommen.
•• Der S.ängertranz veranstaltet am nächsten Sonntag seinen herkömmlichen Familienausflug, der sich bei den Mitgliedern und deren Angehörigen großer Beliebtheit erfreut. Tie Fahri geht diesmal in das liebliche Biebertal, in dem em herrliches Waldplätzchen als ErholungS- und Erfcifchungsorl ausersehen ist. Musik und sonstige Unterhaltung werden dort die Stunden geselligen Zusammenseins i aussüllen. Falls eintretender Regen die Festfreude stören i sollte, ist für genügende Unterkunft in Bieber gesorgt.
Oentkches Nerch.
Staatssekretär v. S ch o e n undMinister Tittoni richtekcn aus Berchtesgaden em in sreundschastlichem Tone ge- holicnc5 LegrüßungSte'legramm an Frciherrn v. Achrenlhal, dao dieser ebenso herzlich erwiderte.
Der 9. deutsche Handwerks- u n d Gewerbe- kaminertag in BreSlau wählte bei dein heutigen Schlüsse der Verhandlungen wieder Hannover Aus weitere vier Jahre zuin Vorort, foiuic den gejchäjtSiührenden Ausschuß in der bisherigen Zusannnensctzung. ,, „
Binnenschiifahrtsabgaben. Dem »Bert. -vagebl. zuiolge finden am 19. September in Emden Beratungen über die «iniührung von Binnenschlssahrtsabgaben für das vthcingebict talt. An diesen Beratungen nahmeii teil die Vertreter der beteiligten Bundesstaaten Preußen, Bayeril, Württemberg, Baden, Hessen und Etsaß-Lothringen.
Der Pfarrer Manjur) von Ars, der am Geburtstage des Kaisers von der Kanzel herab den Monarchen beleidigt Halle, bejchäjligt die reichsländijche Negierung noch immer. Sie hat jetzt gegen den Gcmeiiidevorstand von Ars bas Tisziplinarversahren ciugelcitet. Bei der Ailssctzung einer lebenslänglichen Reute an den Psarrer Atausui) handelt es sich indessen um keinerlei Beschluß der Gclncindcbehörden, soiiderii um ein selbständiges Borgehen der ÖrlSeimvohnerschait. . .
Zum Fall S ch ü ck i n g. Ter .Bert. Lok.-Anz/ meldet aus Fleutzburg: Tie Voruntersuchung im Falle Schücking ist jetzt beendet. Ter Regierilngskommlssar iverde die Akten nunmehr dem iuun Elaatsamvall zu ernennenden Regierungsrate überweisen. — Tie ,Nordd. Allg. Zig/ schreibt: In der Tagesvresse wurde die Nachricht ocrbrcilcl, daß gegen den Lehrer v. Rameukranz in Niebüll ein Tisziplinarvcr'ahren cingeleilct worden sei, iveil er für die liberale Kandidatur des Bürgermeisters Schuckmg agitierte. Wir sind ermächtigt zu erklärcii, baß gegen den Genannten disziplinarische Maßregeln itacl) keiner Richtung hm ciugelcitet oder auch nur erwogen worden siiid. Er ist lediglich aus Antrag deS Bürgermeisters Schücking als Schutzzeuge vcrnomme>l worden.
VezugSpretSr monatlich75Ps., viertel jährlich ML. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 66 Ps.; durch die Post Mk.lt.— viertel- lährl. Bestellg.
ßetlertpretS; lofti lüPs^ auSnärlS 30 Psennig.
Verantwortlich für den ooliuschen Teilt E- Anderson: f. Feuilleton und .BenniscbteS* _ _ _ _ P. Winks; für .Stadt ttnnuhmr von Anzeige» ’ ..... V 1 BIJ u. Land* und.Seicht»-
Mmmagl'iöui“ klstatt«nrönick und Verlag der vrMschen Unle.-Bud)- und Steindruckerel. ki. Lange, iiedattlan, Lrpeditton und DruckereiSchuiftraHe 7. v^B°L
Aus stadL uiiO Luud.
Gießen, 27. August 1908.
•• 2 andtagSwahlbewegung. In Butzbach fand dieser Tage eine VertrauenSmänucrversammlung de« Bundes der Landwirte statt, um eine 2luSsprache über die bevorstehende LandtagSwahl herbcizuführeu. Man einigte sich dahin, die Wahl der aufgestellten Kandidaten Joutz- Butzbach, Fenchel-Griedel und Fenchel-Obec- härgern freizugcben. Bemerkenswert ist, daß Fr. Fenchel- Griedel zu Gunsten von Jvutz auf eine Kandidatur verzichtete. Fcnchel-Obcrhörgern gilt hauptsächlich als flanbibat1 der chcistlichsozialcn Partei.
*• Der Dauerritt um ben für Kavallerieoffiziere ge- tiftctcn KaiserpreiZ fand beim 18. Armeekorps am Vton- ag und Dienstag dieser Woche statt. An dem Ritte beteiligten sich etwa 40 Offiziere der Hanauer Ulanen, der Mainzer Dragoner und dec Dar-.nstädter 23er und 24er Dragoner. Ter Abritt erfolgte am Momag abend von Frankfurt a. M. über Hanau, Langenselbold, Gelnhausen, durch den Spessart bis in" die Gegend von Laufach, ivoselbst das 2. Jägec- bataillon auS Aschaffenburg eine Aufstellung genommen hatte. Der Rückweg wurde über Aschaffenburg bis nach Frankfurt geritten. Ter S.egcr wird erst später bekannt gegeben.
•• Ins Manöver. Unser Regiment suhr heute in zwei Zügen inS Manöver. 'Rach 7 Uhr fuhren die 1. —6. und nach 9 Uhr die 7.—12. Nompagie. Die Fahrt ging nach Ecuslhausen an dec Strecke Marburg—Fränkenberg, von wo die einzelnen Kompagnien in ihre in Battenberg und Umgegend liegenden Quartiere marschieren. Bei Battenberg findet in den nächsten Wochen das Regiments- und Brigadeexerzieren statt.
Verlegung der 118ec? Zu unserer, einer Berliner Korrespondenz entnommenen Mitteilung, daß eine Verlegung des 118. Infanterieregiments von Worms nach Posen in Aussicht genommen sei, schreibt uns ein Leser unseres BlatteS: .Diese Sensationsnachricht trägt schon deshalb deutlich den Stempel der Unwahrscheinlichkeit an dec Stirn, well schon in srühercn Jahren wiederholt in Rhein- Hessen ähnliche Gerüchte umgingen. Als ich anfangs der 90ec Jahre in Mainz, wo damals das 1. Bataillon des genannten Regiments in Garnison lag, diente, hieß es: Dir 118er kommen nach Danzig, damit sie Sonntags nicht mehr nach ihren Heimatdörfern m Urlaub reisen können, wo dem Weine so sehr zugesprochen worden sein soll, daß Zapfenstreichen und andere Vergehen gegen die militärische Disziplin die Folgen waren. Ein anderes Mal wurde eine lothringische Garnison mit dem Regiment in Verbindung gebracht. Also,, diese Meldungen sind zu alt, um für wahr gelten zu/ können."
neuen D r e i m a r t st ü ck e erwarten. Von der neuen
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9«Wiit|amett ■ ltchl-öm FW ‘««»ÄS aU5brütfli4 bart.
'S .gemach,, reptcmbcr vt ist.
Die Kartoffeln sind ds- ng zu bezahlen. ny ' cintritte können täglich z 11 ^rtauisiteueu: iitSnirOntt^c 31 a ilvaBc 16a erfolgen.
werden ffc J.Wckle,°U ^eliersweg 81,
Ki-8iigelnona^ iuniö) auch nbgeholL k
str.31,0., Neub.Fr.Lc 149-22)
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Veräopen ^on,aVStunnb^ senlos. M- W erEkved^N-^
Wieseck. gtfSß**
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Politische Lcigesschau.
Finnland und Rußland.
Bisher wurden alle Angelegeul-eiten des, Großfürstenkums Finnland dem Zaren durch den Minifterftaatsiekremr für Fum- >Iand, einem Finnländer, vorgetragcn. Das gefüllt den slawo- ^hiten Heißspornen in Rußland natürlich mcht, ivre ihnen überhaupt die Personalunion, die eigene Versalsung Finnlands, cm -Dorn in« Auge ist. Ihre JahrzehntelangenBemühungen i nd tziicht ohne Früchte geblieben, unb der rusfilchl. Relchvrat yatt gingst beschlossen, daß alle Gcsetzenllvürfe, Antrage nnd Pett. ckonen, alle Berichte des finms6>en,Senats, deS Generalgouver^ leurS und des Minislerstaatssekretärs erlt, dem runpchen JJt Äifterrate vorgelegt werden müßten, bevor ne zum Ertrage an üen Kaiser gelangen, also eine Beoormundung des Grotzsürlten mmS in aller Form. Gegen diesen Beschlug proteiticren nun Hi: Finnländer in einer Petition an den 3<nen. <5ie ernaren Darin, daß Finnland nach seiner Beriasiung daS Recht. auf b-lb- 'iändige Behandlung finnischer Fragen habe,^und daß dieie durch Finnländer dem Zaren vorgetragen werden. ~ic Jetttwn. »uiw, Laß die vertragsmäßigen Rechte Finnlands amrech: crha.te.i w.r- ßcn. Diese Petition hat nun die rufiuchen üreinvc -jinnianD» imu-)- Big erbost. Tie russische Zeitung „Rossijia" fuhrt Ni einem ^eil- Kclitcl folgendes aus: „Wir erblicken m die,em neuen ^nnüchen Ansuchen ein charakteristisches Beispiel bajur, in welchem Grade
Politiker nicht begreifen wollen, daß lic, wenn iu gegen
Marokko.
Tre Franzosen haben nun Älbdul Asis irt aller Form fallen assen, und wenn sie hinsichllich des neuen Sultans Muley Hasid iwch eine gewisse Zurückhaltung bewahren, so geschieht das wohl mir darum, um sich erst mit den übrigen Mächten zu Derjtänbigen. Es ist vereinbart worden, die Ereignisse in keiner Weise zu überstürzen und abzuwarten, ob Muley Hafid seinen Berpjlick)- hingen gegenüber Europa nachkommen wird. Die russische Regierung hat übrigens erklärt, daß sie Muley £>afib als Sultan anerkennen werde, sobald diese Anerkennung durch Frankreich o'sizitll ausgesprochen sein werde. Recht bemerkenswert ist eine offiziöse Zuschrift der Süddeutschen Reichskorrespondenz aus Berlin. Tort heißt es: „Ter Zusammenbruch der Sultanstellung von Abdul Asis bedeutet an sich nur das Ende eines mühsam ausrecht erhaltenen Sckieinwesens. Ein Fortschritt aber wäre es, wenn er auch das Ende einer Politik bedeutete, die den Marokkanern einen von ihnen nicht anerkannten Sultan aufnöligen will. Im allgemeinen Interesse aber wäre e5, wenn über die Absichten der französisck-en Politik in Marokko die Maroktaner lelbit rasch und gründlicv beruhigt werden könnten. Europa wurde den strück- sall in eine um Maroklos willen schon einmal entstandene, leidlich überwundene Spannung gern vermieden selben." Dieser Saß wird wohl die Stimmung der Allgemeinheit ziemlich richtig wiedergeben. Neigungen zu irgendwelchen Disserenzen um Marokkos willen, sind osfenbar nirgend vorhanden. _____________G. u.
darische Staatsverwaltung und bas solidarische Staatsinteresse anzutasten Durch eine derartige Offensiv Haltung bekunden die finnischen Politiker das Bestreben, vom Wege der Realpolitik abzu- weichcn. Eine solche Haltung enthält eine direkte Herausforderung gegenüber fundamentalen allgemcinstaatlicheii Aufgaben. Wir raten den Finnländern, ernstlich über ihr Handeln nachzudenken." Die Finnländer werden sich durch solche Drohungen schwerlich euv schüchtern lassen. Sie haben cs schon mehr als einmal gezeigt, mit welcher Zähigkeit sie an ihren verbrieften Rechten nnb an ihrer, auch vorn Großsürsten-Kaiser Nikolaus II. beschtvorenen, Verfassung festhalten. E. A.
Der Halfer in Metz.
Die Stabt Metz hatte fick) gestern festlich geschmückt, um Jene Kaiserpaare einen würdigen Empfang zu bereiten. Im . Taufe des gestrigen Nachmittags trafen außer dem Kaiserpaare das A.ronprinzenpaar, Prin» und Prinzessin Eitel Friedrich und die Prinzen August Wilhelm und Oskar in Metz ein. Ter Einzug ieö Kaiserpaares gestaltete sich sehr imposant. Am Prinz Friedrich ?arl-Plav war der Gemeindcrat der Stadt Meß versammelt. Gegenüber hatten 80 weißgekleidete junge Tarnen Aufstellung genommen. Eine von diesen überreichte der Kaiserin einen Blumenstrauß, eine zweite dem Kaiser einen Ehrentrunk lothringischen Weines in einem schönen Kristallpokal aus deut Städtifck)cn Mu- ßenm, welcher mit dem Wappen der Stadt Meß, mit dein Wahr- yicbert der Pucelle geschmückt war. Der Bürgermeister Geh. TicgierungSrat Dr. Böhmer hielt folgende Ansprache an den Kaiser:
„Euere Majestät bitte ich, den ehrerbietigsten Willkommen- gruü des Gemeinderats der Stadt Meß huldvollst entgegen- «nnehmen Wir entbieten Euren Majestäten diesen Gruß an ucc Grenze des alten und des neuen Metz in dankbarem Gedenken daran, daß der beengende Gürtel der Festungswälle, die cm dieser Stelle einst emporragten, auf Eurer Majestät persönliche Entschließung gefallen ist. Diesem hochherzigen Entschlüsse Eurer ilaieftät verdanken wir die zukunstsreicheu Ansänge des neuen Meß, welche Eure Majestäten bei der Fahrt von dem Prachtbau Les neuen Bahnhofes hierher wahrgenommen haben. Die Stadt -Netz ist seit dem letzten Jahre in unverkennbarem Fortschreiten h-griffert. Große und schwierige Aufgaben harren jedoch noch der Erfüllung. Ein schaffensfreudiger Gemeinderat bürgt für >’.nc fortschreitende Entwickelung. An Eure Majestät aber richten i vir die ehrfurchtsvolle Bitte, Eure Majestät möchten auch künstig- (jin unserer Stabt das allerhöchste Wohlwollen bewahren und .auch dem Metz der Zukunst Eurer Majestät Schutz nicht ver- i igen. Und nun bitten wir nach altem ftädlischem Brauch Eure aiserlichen Majestäten ehrerbietigst, die Symbole unserer Huldigung allergnädigst entgegennehmen zu wollen, Ihre Majestät die Blumen unseres lieblichen Moseltals und Eure Majestät als ^iutommenslrunk das Wachstum der sonnenbeschienenen lothnn- .aisihen Rebenhügeln, den edlen Wein von Scy, kredenzt in k-ühriiigischem Kristall."
Ter Kaiser erwiderte hierauf etwa folgendes:
Er gratuliere dem Bürgermeister herzlich zu dessen Wahl i.ud hosse, das; diese für die Stadt Metz Gutes bringen werde, i. r baute für die soeben gesprochenen freundlichen Worte und ur den schönen unb herzlichen Empsang seitens ber Stabt in s inent Namen und im Namen ber Kaiserin. Er treue sich, zu sehen, baß bas Einreißen ber Wälle einen so guten Einfluß oui die (x.itroiclifung der Stabt gehabt l^abe, unb er fei er fiaunt gewesen über bie Veränderung des L-tädtbildes. Er hätte dm Eindruck, daß die Taille der Stadt Metz zu knapp geworden Va für bie Figur, zu der die Stadt Metz sich entwickelt habe, »nd er hosse, daß sie sich nunmehr immer weiter .zu einem nähenden, stolzen Frauenbilde entwickeln werbe. Für alles das, i >as die Entivicklung fördern könne, sage: er seine volle Unterstützung -..i. Er bitte, der Bürgerschaft seinen herzlichen Dank zu über- i urteilt unb trinke auf bas Wohl der Stabt, ihrer Bürgerschaft unb auf ihr weiteres Ernporblühen.
Der Bürgermeister brachte hierauf ein dreifaches Hoch auf ben Kaiser, unb bie Kaiserin aus, in welches bie vielen Tausende begeistert einstimmten. .
Lor der Kathedrale wurde der Kaiser von Bischof Benz- ber mit einer Ansprache begrüßt, die folgendermaßen lautete:
„(Sure Kaiserliche und Königliche Majestät! Im Namen des hochwürdigen Domkapitels, der Geistlichkeit und der ganzen Diözese entbiete ich Eurer Kaiserlichen unb Königlichen Majestät sowie Ihrer Majestät ber Kaiserin einen ehrsurchisvollsten Willkommen- Ctufe. Möge der Aufenthalt in unserer Stadt ein in feder Hinsicht angenehmer unb wohltuender sein. Mit Freuden benütze ich diese Gelegenheit, Eurer Kaiserlichen und Wniglicyen Maie|tat unferen wiederholten ehrerbietigsten Tank atiszusprechen für das I Phaste Interesse, welches (Sure Majestät seit vielen Jahren an b»nt großen Werke ber Restaurierrnig^unserer ehrwürdigen Käthe- brale nehmen. Möge unter dem Schutze Eurer Maiestät das shöne Friedenswerk zum Abschlüsse gelangen, Gott dem Herrn Mr Ehre, Eurer Majestät zu unDcrgänglidjcm Ruhme. Geruhen Gute Majestät unsere ehrsucchtvollsten Wünsche entgegenzunehmen Mr allerhöchstderen Wohlergehen, für das Wohlergehen Ihrer Majestät der Kaiserin und des ganzen Kaiserlichen und Stömg- ^Ter°Kaise'r bankte frenublichst, erfimbigte sich nach dem Stande iier Arbeiten in ber Kathebrale unb stellte feinen Beiuch in Aussicht. — Um 7 Uhr fanb im Bezirkspräsibium bei der Malierin sine Abendtasel statt. Hierbei saßen die Majestäten einander gegenüber. , . ... ...
Tie Straßburger „Bürgerzeitung" teilt mit, daß der Pran- itent des evangelischen Konsistoriums Curt ins, der veraus- -eber der Hohenloheschen Memoiren, wieder kerne ISin- iuduna zur kaiserlichen Tafel erha l t e n ha be -va- •egen hat man, um einen Protest der evangelischen Geistlichkeit :orzubeiig- .t, diesmal einen anderen Vertreter des Konfiftonums lut kaiserlichen Tatet hinzugezogen. ,
Um 81/2 Uhr besuchte das 5tatscrpaar die Galavorstellung im Stabttheater. ___________
irocimal wöchentl.XreiL» Hott für ftenKreU töte jjen fTienßfag und Freitag);
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AusLanV.
Oesterreich-Ungarn sondiert Lei den Berliner Sig- natarmäck'ten wegen Abänderung d e t staatsrechtlichen S: e11ung Bosniens und der Herzegowina zur habsburgischen Monarchie. Ohne entsprechende Abanoerung wäre die Einführung einer repräsentativen Versüssung in ben okkupierten Provinzen unmöglich. .
Ministerkonserenzen. Mmisterpraiibent Clemenceau und der russische Minister deS Aeußern, JswolsU, begaben sich gestern vormittag nach Marienbad zum Besuch des Königs Eduard.
Ein deutsches Kohlendepot auf den Kanarischen Inseln? Der spaniscke Ministerrat hat beschlossen, einer bvutfd^n Firma die Anlage eines Kohlen.oepots auf den Kanarischen Inseln unter gewissen Bedingungen zu gestalten. „
Die portugiesische Regierung legte ben Stirmmcm einen Gesetzentwurf wegen Regelung der Ansprüche des Fürmm Hohenlohe dezuglid) der Sanatorien auf Mad.ira vor. ^te Entschädigung soll 4U Äclll. Mk. betragen, zahlbar in Werten dec inneren Anleihe. c _
Lloyd George über Deutschland. In einer amtlichen Mitteilung erklärte der Handelsminister Lloyd George, er fei aus Deutschland mit sehr angenhmcn Erinnerungen an seinen Besuch zuruckgeiehrt. Er sei sehr bciriedigt von der freundlichen Ausiuthme, die er sowohl bei der Regierung als auch bei der deutsch. 'Jlation gefunden habe. Tee Ton der Presse sei in ganz Teuti'dx land sehr freundlich unb ihre Erörterungen über bie Beziehungen ber beiben Lnäde: seien durchaus von sehr gutem Geiste getragen gcwcsin.^ ^age [n Anatolien. Blättecmeldungen zufolge ist die Lage in Analolien sehr ent ft Tie moslemitische Bevölkerung, aufgehetzc burd) Anhänger des alten Regimes, droht die Christen zu massakrieren. Tie letzteren slüchten oder vervarri- Eaoiercn sich in ihren Häusern. Tie Blätter verlangen ein eiicr= gischcS Einschreiten der Regierung. In Brussa wurve die Revolte niedergeschlagen. . , „ . .
Ter BeschluljOesterreid;-Ungarns, lerneGen- darmcrieossizlere aus Piacedonien zurückzu- ziehen, Macht in Konstantinopel einen ausgezeichneten Eindruck. Lcsterreich-U.:garn gibt da:>nt einen Beweis seuws Zutraucns zu dem neuen Regime in ber Türkei.
Tie Vorschüsse ber/Uforte. Bisher hat bie ^ttoman- bank ber Regicrung 400000. türttichL. Pfurw auf Rechnung einer
n »1 h aui '2. pypoy, U Mtz. dreiicher esuchl. Schriftliche Angk»-
ajr-LchiiD
übeuiehmell r?; enstock & Schnei ^rdurch die höfliche Teilung, daß ich nicht m. öleichstr. 18 sondern» rvllengasse Nr. 22 < e. — haste mich bei co: icnden Umzügen, foir gen Lohnsuhren be|ir_ )hlen. --
ust König, Tiensim. ä 'I.Fnrfiifi -tabch.kü!r- t'Mfi'V.^Äoch. bai- uizbug. durchaus mM. M. Malier, Licherftr. k.
[067541
verlangen müssen. „
Tic Räubereien ber regulären Regierungstruppen in Täbris haben ihren Höhepunkt erreicht, i-kyen 1500 Läden und 3000 Hauser sind ai-sacraubt. Ain cd Taulehl versucht, in der Umgebung von Täbris Räuberbanden ^isiimmen- zuziehen. Die Geistlichkeit l^il d-en heiligen Krieg er^ klärt unb hat als erste zu ben Waffen gegriffen. Sie wird fidfi ooraussiattlich den Reoolutiomtren auschliepeu. — Tic Psorte! beabsichtigt, die tückischen Truppeii von dec lvrfifd>en (ärenje; aus den Positionen zurückzuziel)en, die jüngst besetzt wurden, ob>' gleid) sie den Persern zukommen. 'Jiad? der Zuräckziehrnitz iw die uriprünglich sttiitige Zone soll die Greuzregulierung wieder ausgenoiumen und eine befriedigende V:rcinbarung herbeigesührt werden. Jedenfalls envaLet man von diesem Schritte die Pazi^ izierung ocr pcrsisck)cn Kurden, die durch die 'Jinrotfcnbeit der türkischen Trupven zu ihren Einfällen in weilgehenonN Maße


