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24/01/1908 Zweites Blatt
 
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Höchste

23.-24.

9tiei)rtgfte

Handel

des

93.25 I Elektriz. Lahmeyer .

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Portugiesen

3%

1% Griech. Monopol-Aul. . 49.40

87.70

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27 60 145.20 118.50

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Börse, 24 . . 156.20 . . 126.20 . . 233.70

202.40

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Januar

1908

. 106.20

. 145.10

123.40 107.10

206 50 187.30 119.20 202.50 218.50 106.30

99.00

157.90

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173.20 139 20 201.25

3^7< 3%

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Reiehsanleihe do.

Konsols . .

do. . .

Hessen . .

Oberbessen

Bochum Guss . . .

Buderus E. W. <- .

Tendenz; fest.

Berliner

Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C.

Dresdner Bank . .

Tendenz: lustlos.

Elektriz. Schuckert . . . Escbweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paket!. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte Nordd. Lloyd . . . übeischles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat Bank . . Ditikonto-Kommandit. .

Dresdner Bank . . .

Kreditaktien Baltimore- und Ohio-

EisenLahn

Gotthard bahn Lomoard. Eisenbahn . . Uesterr. Staatsoaiin . . . Pnnce-llenn-Eiseubahn .

\% äussere Argentinier ö°/0 Mexikaner . . . 4>iu/0 Chinesen . . .

Aktien:

Januar. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . uaurahiitte . . . .

Lombarden E. B. . .

Nordd. Lloyd . . .

i'urkenlose . . . .

l/i7o russ.Staatsaul. 190o 4*4U,O japan. Staatsanleihe 1% Couv. Türken von 19U3 Türkeniose......

TeleSomscshie iCwr-sfoe richte

Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen.

Frank tarier Börse, 24. Januar, 1.15 Uhr.

+ 1,4 0 C.

6,1 0 C.

o Italien. Reute -. .

6 Portugiesen Serie 1

Ans StaSt und Lsnv.

Gießen, 24. Jan. 1908.

Die Justizpflege in Heften. I

Es ist eilte ziemlich umfangreiche Armee von Richtern und Beamten der verschiedensten Art, die in dem sechsgrößten deut- schon Bundesstaat mit seinen 1200 000 Einwohnern mit der . Wahrung und Ausübung der Rechtspflege betraut ist. Die Lust am Prozessieren und die Veranlassung zum Eingreifen des Rich­ters sind, wie fast überall, auch in Hessen wesentlich gestiegen. So erhöhte sich die Zahl der bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten bei den Amtsgerichten von 22 711 gewöhnlichen Prozessen im Jahre 1891 auf 29133 im Jahre 1900, es fanden 1900 1189a L>auptverhandlungen in Strafsachen von den Schöffen- und Amts­gerichten statt und die ZaU der Strafsachen von den Strafiammern stellte sich im HaupLverfahren 1. Instanz auf 1524 im Jahre 1900, während sie 1891 nur 1110 betrug. Aus den letzten Jahren liegt darüber noch keine endgültige Statistik vor, doch Äst die Zahl der prozessualen Handlungen zweifellos eher größer als kleiner geworden.

In diese Arbeit teilen sich nun das Oberlandesgericht und die Land- und Amtsgerichte. Das Oberlandesgericht hat einen Oberlandesgerichtspräsidenten, einen Senatspräsidenten und 12 Oüerlandesgerichtsräte, zu denen ein Generalstaatsanwalt, ein Gehilfe desselben und die entsprechenden Kanzlisten, Schreib­gehilfen usw. kommen. Die Ausgaben für das Gericht des Landes stellen sich für das Jahr 1908 auf 164 700 Mk., d. h. für Woh- mrngsgeldzuschuß 12 080 Mk. mehr gegen das Vorjahr. Die Gerichtsgebühren in Zivilsachen konnten hier um 100 000 Mk. höher, nämlich mit 1150 000 Mk. eingestellt werden. Das Ka­pitel Landgerichte und Amtsgerichte weist auf: 3 Land­gerichtspräsidenten, 10 Landgerichtsdirektoren, 43 Landrichter, 137 Amtsrichter und 3 Gerichtsschreiber bei den Landgerichten (xm Etat für 1908 ist die Zahl der Richter um 3 erhöht worden, bei den Amtsgerichten Groß-Gerau, Lampertheim und Offenbach), ferner 3 Oberstaatsanwälte, 10 Staatsanwälte (bisher 9; jetzt hat die Staatsanwaltschaft Mainz noch einen vierten Staats­anwalt erhalten), 2 Hilfsgerichtsschreiber bei den Kammern für Handelssachen in Darmstadt und Mainz, 36 Gerichtsassessoren, 57 Gerichtsschreiber bei den Amtsgerichten, 3 erste Staatsanwalts- gehilsen, 80 Hilfsgerichtsschreiber (bisher 78) bei den Amts­gerichten, 3 zweite Staatsanwaltsgehilfen, 3 Kanzleiinspektoren und 8 Kanzlisten bei den Landgerichten, 15 (bisher 14) Registra­toren bei den Amtsgerichten usw. Für Schreiühilfe bei den Land­gerichten sind 26 Gehilfen, bei den Staatsanwaltschaften 19 und bei den Amtsgerichten 85 Gerichtsschreibergehilfen und 205 Schreib­gehilfen vorhanden; die Amtsanwälte beschäftigen 21 Gehilfen, ferner sind beschäftigt 14 Kanzleidiener bei den Landgerichten und Staatsanwaltschaften, 62 Amtsgerichtsdiener und Gerichts­vollzieher usw. Der Wohnungsgeldzuschuß für Titel Landgerichte und Amtsgerichte beträgt 120 468 Mk., die persönliche Gesamt­ausgabe 2 235 273 Mk. (230 293 Mk. mehr als im Vorjahr) und die sachlichen Ausgaben 236 900 Mk. An Lasten auf den Ein nahmen und Abgängen sind ferner noch 538 485 Mk. im Etat angeiordert. *

** Bodenreform. In einer gut besuchten öffentlichen Versammlung der Ortsgruppe Gießen des Bundes deutscher Bodeu- reformer, die unter dem Vorsitz des Stadtv. Oberbibliothekar Dr. Ebel am Mittwoch abend im (Safe Ebel stattfand, sprach

82.60

93.65

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91 90

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Meteorologische Beovachrurrgen

der Station Gießen.

vermischte».

Ein Schiffszusammenstoß. Der Dampfer Amsterdam" der Linie HarwichHoek van Holland, ein Schwefterschiff derBerlin", stieß am 21. d M. bei Nieuwe Water­weg (Holland) mit dem engl. DampferAxminster" zusammen. Beide wurden leck. Der Zusammenstoß erfolgte bet dichtem Nebel. Ein von einem Nettungsdampfer und dem Dampfer ,Wodan" gesuchter Schaluppen d.DampfersAmsterdam"wurde noch nicht bisher aufgefunden. Nach einer Meldung von gestern abend sindvon derAmsterdam" alle Personen bts auf 21 Passagiere und 7 Mitglieder der Besatzung gerettet. Die noch Fehlenden befinden sich nach den Angaben des Kapitäns der Amsterdam" alle in der einen, noch fehlenden Schaltippe. Die Agenlender Harwtchlinte teilen mit, daß in der fehlendenSchaluppe sich 28 Personen befinden. Die Schaluppe führe eine für einige Tage genügende Menge von Wasser und Biskuit mit sich. Auch feien Ruder, ein Segel und ein Kompaß vor­handen. Die vermißten Passagiere sind bis heute noch nicht aufgefunden. Tie Aufregung des zu Tausenden am Strande , harrenden Publikums wächst von Stunde zu Stunde.

4% Uesterr. Goldreute.

4*/6 % Uesterr. Silberrente 4% Uugar. Goldreute . .

kirchliche Nachrichten.

uvaiiöciifcoe

3. Sonntag nach Epiphanias, den 26. Januar 1908: lyotitsbieiuu

In der Stadtkirche.

Vormittags 973 Uhr: Pfarrer Schwabe.

Vormulags 11 Uhr: Kinderkirche 'ür dre Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe.

Abends 5 Uhr: Siehe Johanneskirche.

Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matlhäusgemeinde.

In der Johanneskirche.

Vormittags 9*/2 Uhr: Pjarrer V e ch l o t s h e i m e r.

Vormittags 11'Uhr: Kindertirche für die Lukasgenieinde.

Pfarrer B e ch t o 1 s h e t m e r.

Abends 5 Uhr: Missionar Fl ad.

Montag den 27. Januar 1908: In der Stavtlirche.

Vormittags 10 Uhr: Vereinigter Zivil- und Militär-Gottes­dienst zur Ferer des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers.

Pfarrer D. Schlosser.

Abends 8 Uhr, im Lukassaale : B i b e l st n n b e.

Pfarrer B e ch l o l s h e i m e r.

Dienstag den 28. Januar, nachmittags 4 Uhr, im Matthäus- saal: Frauenimssionsverein.

Donnerstag den 30. Januar, abends 8 Uhr, int Ma Aus­

saat: Vibelstunde. (1. Pelr.-Briei, Kap. 4.)

Pfarrer Schwabe.

Katholische Gemeinde.

Sa mS tag den 25. Januar:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit!

zur heil. Beicht.

Sonntag den 26. Januar.

3. Sonntag nach Epiphanie.

Fest der heiligen Familie.

Vormittags von 6H, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

uni 7 Uhr: Die erste heil. Messe.

v um 8 Uhr: Die zweite heiliae Messe.

um 9% Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 5Uhr: Christenlehre; darauf Andacht zu Ehren der heil. Familie mit Segen.

Montag den 27. Januar, am Geburtslage Sr. Majestät des

Kaisers, ist um 91/, Uhr Mltilärgoltesdlenst.

Gönnt vrn Kleinen dre Spiele tm Freien, auch wenn es kalt ist. Aber wickelt sie nicht nur wann ein forgt auch dafür, daß die Schleimhäute des Halses nicht' assizien werden, daß die Kinder sich mdjt trotz der warmen Einhüllung erkalten. Darum gibt man den Kindern imrnev Fays echte Sodener Mineral-Pastillen mit ins Freie und man erlebt die Freude, daß den Kmdern die Bewegung tm Freien meist vortrefflich bekommt. Fays echte Sodeners /fflPW must man für 85 Pfg. die Schachtel m allen Apotheken^ Drogerien und Mmeralwasserhuudluugeu. Nachahmungen n» aber lehne man entschieden ab. hv^/u

der 2. Vorsitzende des Bundes, Herr P o hlm an n--Hohenaspe, über die besondere Stellung des Bodens tm Wirt- chaftsleben. Er ging in seinen lichtvollen Ausführungen )on der Tatsache aus, daß der Boden als Ware betrachtet werde und unsere Gesetzgebung auf diese Anschauung zuge- chnilten sei. Aber diese Anschauung wandele sich langsam um, wenn sich auch die zünftige Nationalökon.mie zurz'.il gegen die Bodenreform-Ideen nocy aolehnend verhalte. Der Boden unter- cheide sich von der Ware dadurch, daß er immer eine Rente abwerfe und zwar keine wirtschaftliche, sondern eine poli­tische Rente. Die Sache liege so, daß keine Rente bezahlt werde, wo keine Sicherung des Grundes und Bodens vorhanden sei. Im Anfang habe man nirgends eine Rente bezahlt, dann sei für den Schutz gegen feindliche Angriffe eine Abgabe bezahlt worden. Dies habe sich im Mittelalter weiter ausgebildet, für den Schutz, Krankenpflege usw. habe der Landbebauer an das Kloster oder den Feudalherrn, die später auch sonst alle Lasten von ich abgewälzt hätten, den Grundzins bezahlt. Die, er Grundzins 'ei durch den wachsenden Despotismus in immer weniger Hände gelangt, bis die französische Revolution der Anlaß geworden sei, daß auch der dritte Stand seinen Antell am Boden verlangt naoe Dadurch sei er mobilisiert und zum Handelsartikel ge­

worden. Die Grundrente sei in den Besitz des Kapitals gekommen und erst jetzt fange man wieder an, den Boden wieder dem Kapital zu entziehen und die Grundrente der Allgemeinheit wieder zuzuführen. Wenn dies geschehe, entspreche es der wirtfchaft- lichen Gerechtigkeit und dem Prinzip von Leistung und Gegen­leistung. Insofern sei dies eine politische Frage, als die Grund­rente mit der herrschenden Schicht gehe und sich mit der Aendo- rung der politischen Herrschaft verfchiebe. Der Unterschied zwischen Ware und Boden sei, daß die Ware im weitesten Sinn bewegllch sei, der Boden aber nicht. Dadurch wirkten Kredit, Steuern und öffentliche Aufwendungen verschieden auf beide. Der Kredit ver­teuere den Boden, während er die Ware verblllige. In England, wo der Boden keine Handelsware sei, kenne man unser Hypothekar- recht nicht, und die Folge sei, daß der Boden viel weniger wert ist als bei uns, in London z. B. nur den zehnten Teck so viel wert ist als in Berlin. Frankreich ist ebenfalls besser daran wie wir, denn dort besitzt die Hypothek wenigftens nicht das Recht der Priorität. Wie schädlich unser Hyprthekarrecht wirkt, sehe man deutlich an der Landwirtschaft, die in guten und schlechten Zeiten eine Verschuldungsmögltchkeit habe. Durch die Versteuerung von Waren werden sie verteuert, während beim Grund und Boden die Steuer vom Wert heruntergehe. Denn mit der Steuer sinke der Verkausswert und eine Grundsteuer wirke deshalb verbilligend. Durch öffentliche Aufwendungen endlich wird der Wert des Grundes und Bodens als Rentenobjekt erhöht.

Diese Erhöhung der Rente ohne eigene Arbeit habe man bei keiner anderen Ware, weshalb man vollauf berechtigt sei, eine Zuwachssteuer zu erheben. Bei der jetzigen Regelung des Beptz- rechts am Boden habe der Bodenbesitzer viel mehr Macht als der Staat selbst. Der Redner kam in seinen weiteren Ausfüh­rungen zu dem Resultat, daß die Zunahme des Bodenwertes keine Zunahme des Voltsvermögens sei, und daß der, der den Boden verteuere, seine Mitmenschen schädige, während der Warenverteuerer nur sich selbst benachteilige. Er illustriert dies praktisch durch ein von Henry George gegebenes Beispiel. Als Konsequenz seiner Anschauungen bezeichnete er. daß der Grund und Boden von Rechtswegen der Allgemeinheit gehöre Vor allem müsse man ihr die in der Zukunft entfteljcnbc Bodm- rentc sichern, was durch die Wertzuwachs steuer zum Teil grichel-e. An den mit Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine längere Debatte, an der sich Stadtv. Krumm, Generalagent Schmidt, Bibliothekar Dr. Koch, Stadtv. Dr. Ebel, Stadtv. Haubach und der Vortragende beteiligten. Als das Wesent­lichste daraus sei hervorgehoben, daß der Redner ausführte, einer allgemeinen Verstaatlichung des Grundes und Bodens be­dürfe es nicht, denn im Grunde genommen sei die Lchung der Bodenfrage im bodenreformerischen Sinne nichts weiter als eine

Steuerreform. ,,

X Aus dem Vogelsberg, 22. Jan. In einem Vortrag überDas oberhessische Bauernhaus", den der Darmstadter Prof. Dr Walbe vorgestern in Gießen gehalten, beklagt der Vor­tragende den Verkauf des altväterischen Hausrates seitens der Bauersleute. Diese Klage ist durchaus gerechtfer­tigt. Sehr häufig sprechen in unseren Bauernhäusern fremde Händler vor und fragen nach altem Hausräte. Da werden alte Truhen und Kasten, Schränke u. a. hervor geholt und verkauft, well man seitens ihrer Besitzer meint, die alten Sachen, die oft kunstvolle Schnitzereien aufweisen, hätten keinen Wert, stünden im Wege und erwarten den Platz. So werden u. a. von Städtern die Spinnräder, die oft fein verziert sind, gerne ge­kauft. Auf dem Lande rasten feit geraumer Zell Spinnräder und Webstühle, well der Flachsbau durch die Baumwolle vollständig verschwunden ist. Sv zierst, gar manches Vogelsberger Spinnrad den Salon vornehmer Damen. Der Bauer weiß eben nicht, daß er mit dem Verkauf solcher Stücke die Zeugen des alten, echten Bauerntums beseitigt. Aufklärung in dieser Richtung gehört auch zur Hebung der Volksbildung.

fc. Mainz, 22. Jan. Die 18jährige Tochter der Witwe Engler in Mombach hatte ihr Verhältnis zu dem Schmied Jakob August Werner gelöst, weil er sich arbeitslos umhertrieb. Gestern morgen nun lauerte Werner dem Mädchen am Tor der Konservenfabrik in der Mombacherstraße, in der e§_ arbeitete, auf und brachte ihm einen tiefen Stich in die Leistengegend bei. Die Gestochene befindet sich in ärztlicher Behandlung; der Täter ist flüchtig.

() Marpurg, 21. Jan. Ein Dachdecker aus dem Dorfe Bortshausen im Kreise Marburg war wegen Feh­lens bei einer Fcuerwehrübung vom Bürgermeister des Orts auf Grund her PoliAeiverordnung über das Feuer­löschwesen mit einem Strafmandat bedacht worden. Der Mann beantragte gerichtliche Entscheidung und gab an, daß er wegen Krankheit solchen Hebungen nicht bei­wohnen könne. Das Schöffengericht pflichtet bei, das Land­gericht erkannte jedoch auf Freisprechung und zwar deshalb, weil die betreffende Polizeiverordnung nicht ord­nungsmäßig vom Gemeindevorstand von Bortshausen in der Zeitung veröffentlicht worden war. Das Landrats­amt hatte bei dem Inkrafttreten der Bestimmungen be­treffs Regelung des Feuerlöschwesens das für alle Gemein­den passende, aber laut Verfügung der Regierung von jeder Gemeinde zu veröffentlichende Statut einfach für sämt­liche Gemeinden zusammen erlasjen und deshalb sind die Verordnungen nun sämtlich ungültig.

Temperatur am 23.24. Januar

Kunstsaloa Hirs

SeHersweg 22 I. Klage. [Hl

Ausstellung: Alter Meister. Eintritt 20 Pfg.

kommenden Reisenden keinen schlechten Eindruck gewinnen. Namentlich zwischen Bahnhof und Theater müsse für beffere Reini­gung gesorgt worden. o , . . ... r

Ter Vorsitzende fuhrt aus, bei den fetzigen Slraßen- verhältnissen halte die beste Reinigung nicht lange vor und meint, mit der fortschreitenden Straßenherstellung werde es auch in dieser Hinsicht besser werden. .

Stadtv. E m m e l t u s meint, bezugl. der Marburger Strave bestehe ein Mißverständnis. Ter Fußsteig sei keineswegs beschlossen worden, es sei nur die Vorlage eines Kostenanschlags gewünscht

Stadtv. Huhn empfiehlt die Herstellung des Tiekenwegs.

Nachdem noch die Stadtv. Loder, Gabriel und Wallen­fels zu der Sache gesprochen haben, werden die vorgeschlagenen Straßenherstellungen gulgeheißen dis auf die Anlage des Fußsteigs in der Marburger Straße, dre zurückgestellt wird.

Wirts hastskouzeisionsgejuche.

Befürwortet werden das Konzejstonsgeiuch von PH. Hch. K e l l e r für die Eisbahn, des M. von Z w e r g e r für Burggraben 9, des Karl finger für West-Anlage 64, des Jakob N o l l für Neuenweg 2b und des Gg. Ehrhardt für Ludivigsplatz Id. Nicht befürwortet wird ein Gesuch von Eberhard Vianden, der ini Hanie Landgraf Philipp-Platz 10 eine amerikanische Bar nut Tarnen- bebienung betreiben will.

Verschiedenes.

Der Vorstand der A l i c e, ch u l e bittet um Ueberlassnng der Turnhalle der Ltadtmädchenschule zur Abhaltung eines Lurnturfus zur Ausbildung von Turnlehrerinnen. Da die Turnhalle an den Montag-, Mittwoche und Samstag-^tachmittagen tret ist,, 'oll dein Gesuch willfahrt werden gegen Zahlung einer Gebühr für Reinigung, Heizung und Beleuchtung. . . , _. . ,.

Genehmigt wird em Gesuch von H. Ruf ch wegen Einrichtung eines Kellers auf früherem Stadibachgelände, da tue geplante An­lage nach einem Gutachten des Stadtv. Dr. Haberkorn in sani­tärer Beziehung unbedenklich ist.

Em Gesuch von W. K i l b i n g c r um Genehmigung zur lieber Lrückung des Schoorgrabens in der Süd--Anlage (beluas Anlage eines Lurchgangsweges vom Seltersweg zur Süd-Anlage) findet Zustinunung. .

Der Vorsitzende bringt einen Briefwechsel nut der Groph Baubeyörde für die Irrenanstalt zur Verlefung, wonach U. Staut= dertrag das Holz der auf dem Schutzstreifen stehenden Bäume dein Staat gehört." Tas bei der Turchwrstung entlastende Holz soll aber der Stadt zusallen. An der Debatte hierüber beteiligen sich die Stadtv. Löber, Helfrich und Dr. W t m menauet, woran, auf Antrag des Stadtv. E m melius die Angelegenheit an Die juristische Kommission verwiesen wird.

Em Gesuch des Gg. B i ch l e r um Verpachtung eines städtischen Flutgrabens zur Füllung seiner Eisteiche wird für einen jährlichen Pachtpreis von 10 Mk. genehmigt.

Bezüglich der Ausführung des ReichsgesetzeS vom 30. Juni 1900 (Aufhebung der Mmdestruhezeit für Angestellte offener Ver- kaussgeschäfte und Genehmigung des Offenhaltens über die gesetz­liche Verkaufszeit hinaus) wird beschlossen, nach der bisherigen Hebung die drei letzten Lage vor Ostern, einen Tag vor Himmelfahrt, zwei vor Pfingsteii, vierzehn vor Weihnachten und einen vor Neu- iahr als A u s n a h m e 1 a g e zu bejtimmen.

Der städtische Arbeiterausschuß hat beantragt, den rentenbezugsberechtigten städtischen Arbeitern am Eilten eines leben Monats von 11 Uhr ab Urlaub ohne Lohnabzug zu gewähren, ferner den Besuchern der Kontrollberfammlungen zwei Stunden und Tellnehmern an Beerdigungen von Angehörigen u. s. w. bis drei Stunden. Aian ist damit einverstanden mit der Maßgabe, daß bei Beerdigungen der Urlaub von Fall zu Fall vom Tiefbauanit ge­währt wird.

Ter Voranschlag für die sachlichen Ausgaben der höheren und erweiterten Mädchenschule wird mit 2640 Mk. (seither 2470 Mk.) :gm|mj]^ g ß c [ bringt dabei eine Veränderung der Bücher­gestelle in Anregung.

Erfurt, 22. Jan. Tas hiesige Schwurgericht o er­litt e i 11 e von neun des Landsriedensbruchs und Aufruhrs ange» klagten Maurern drei zu je 7 Monaten, zwei zu je 3 Monaten und einen zu 2 Wochen Gefängnis, drei wurden^ freigesprochen. Die Ausschreitungen sind beim Erfurter Maurerstreik begangen worden.

Spielplan öes Neuen Eichener StaMtljeakrs.

Sonntag, den 26. Januar, nachmittags 3*/2 Uhr, bei kleinen Preisen, unter Mitwirkung der Kapelle des Jnf.-Negimems:Ter Verschwender/ Ende gegen 67» Uhr. Abends 7l/i Uhr, bei kleinen Preisen:Tie Orientreise." Ende 10 Uhr. Äiontag, abends 77'z Uhr, bei kleinen Preisen: Festvorstellnng zu Kaisers Geburts-! tag : , Z 0 p f und Schwert." Lustspiel in günf Aiüzügen von- Karl Gtitzkoiv. Ende nach 10 Uhr. Dienstag, abends 8 Uhr: Volksvorftellung:Das Kälchen von Heilbronn." Ende gegen 1u73 Uhr. Mittwoch, abends 7 Uhr: 14. Mutwoch-Abonnenients-- Vorstellinig: ^Zivei Wappen." Ende gegen 97, Uhr. Freitag, abends 8 Uhr: 14. Freitag - Abonnements - Vorstellung:Der Andere." Ende gegen 103/4 Uhr.

23.

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