Ausgabe 
25.6.1908 Erstes Blatt
 
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zugegangen. Der Aufwand für die Armee beziffert sich auf 98 730 626 Mk. Die einmaligen Ausgaben betragen dies­mal rund 15 Millionen, die meist für die Artillerie be­stimmt sind.

Die Zweite badische Kammer hat nach vier- monatlicher Kommissionsarbeit und dreitägiger Verhandlung im Plenum die Vorlagen, betreffend die Gehaltsordnung und Gehaltstarife, sowie die Abänderung des Beamtengesetzes von 1888, welche Kompromisse mit der Regierung darstellen, en bloc angenommen. Die Vorlagen bringen eine 18- bis 19prozentige Aufbesserung sämtlicher Beamten, so­wie eine wesentliche Verbesserung des Beamtenrechtes.

Ausland.

DasfranzösischeKolonialminifterium veröffent­licht ein Telegramm, welches Einzelheiten über das am 14. Juni stattgehabtc Gefecht bei Elmoinan, 80 Kilometer von Tid- hikdja. enthält. Danach wurde Hauptmann Mauchin an der Spitze von 30 Kamelreitern von mit Repetiergewehren bewaffneten Arauren angegriffen. Der Hauptmann und ein Sergeant wurden getütet und auch sonst erlitt die Abteilung schwere Verluste. Rach Privatdepeschen aus Dakkhar soll die Kamclreiterab- teilung niedergemetzelt und deren Waffen, sowie ein Geschütz von den Mauren erbeutet worden sein. Die a u f st ä n - di sche Bewegung in Mauretanien hat so sehr um sich gegriffen, daß der Generalgouverneur von Französisch-jA.estaftika den Befehl erteilt hat, die Verproviantierung der Militärposten nur durch hinreichend starke Truppenabteilungen vornehmen zu lassen.

Die italienische Finanzlage ist nach Aeußerungen des Schatzministers Carcaua in der Kammer sicher. Das rekti­fizierte Budget ergibt einen Mehrertrag von 51 Millionen Lire. Tie Regierung schlägt vor, 26 Millionen als autzer ordent­liche Ausgaben für Armee und Marine zu verwen­den; trotzdem verbleibt ein Mehrertrag zugunsten des Schatzes.

Im österreichischen Abgeordnetenhause hat es schon wieder einmal Krach gegeben. Der Abg. Herold (deutsch- national) wandte sich gegen die Gültigkeit der Stremayerfchen Sprachenverordnung, die von tschechisch-böhmischenRich- tern anerkannt sei, die massenhaft in deutsche Sprach­gebiete versetzt würden. Unter dem lebhaften, lärmenden Widerspruch der Tschechen erklärte der Redner, Bezirksrichter Fleyer habe nur das Richtige getan, als er in Eger die Klage mit der Begründung zurücdvies, daß in Egeü die tschechische Sprache nicht gerichtsüblich sei und die Deutschen würden ihn deshalb ver­teidigen. Dr. Myslivec rief:Pour le Roi de prusse". Dr. Herold:Schneeigen Sie mit dieser u n v e r s chäm t e n Verdächtigung, Sie Schuft!" (Anhaltender Lärm.) Luksch sprach sich gegen den Bau des Donau-Oderkanals aus, welcher für Oesterreich direkt den Selb ft mord bedeuten wüpde.

25freiheitlicheStudenten in Innsbruck meldeten ihren A u s t r i t aus der katholischen Kirche an. In den Universitätsstädten Oesterreichs wurde ein Los-von-Rom- Kvmitee gebildet.

Der Zar beabsichtigt nicht im Herbst dem König von England einen Besuch abzuftatten. Ueberbaupt sind in diesem Jahre keinerlei Auslandreisen des Zaren in Aussicht genommen.

Der,russische Marine ft ab entschied sich zum Bau von Linienschiffen für denDreadnaught"-Typus. Die Schnelligkeit soll 21 Knoten in der Stunde betragen. Tic Regierung will im Herbst mit dem Bau dreier Panzerschiffe beginnen. Der Reichsrat hat sich für die Flottenvorlage erklärt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 25. Juni 1908.

Or densverlei hung. S. K. H. der Groß- h erzog haben dem chirurgischen Leiter des Diakonissenhauses Elisabethensüff, Sanitätsrat Dr. med. Karl Kolb zu Darmstadt die Krone zu dem Ritterkreuz 1. Klasse des Ver­dienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

* * Erle d i gte L eh rerste llen: Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bernsfeld. Mit der Stelle ist Organisten- und Lektor­dienst verbunden. Eine mit einem evang. Lehrer zu be­setzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Helpers­hain. Mit der Stelle ist Organisten- und Vorlesedienst verbunden. Dem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende dritte Lehrerstelle an der Gemeindeschnle zuGe d ern. DemFürsten zu Stolberg-Wernigerode-Gedern steht das Präsentationsrecht zu.

* Evangelische Pfarrkonferenz. Die gestern im alten großen Saale der Universität dahier abgehaltene 26. all­gemeine Pfarrkonferenz der evang. Geistlichen der Provinz Oberhessen war von Geistlichen aus allen Teilen Oberhessens zahlreich besucht. Nachdem der Vorsitzende Superintendent D. Petersen die Anwesenden willkommen geheißen und der im letzten Jahre verstorbenen Pfarrveteranen Clotz-Queck und D. Stock-Gießen in dec üblichen Weise gedacht hatte, referierte Professor Walbe-Darmstadt in eingehender fesselnder Weise über das protestantische Gotteshaus des 17. und 18. Jahrhunderts und legte dabei den hohen Wert der kirchl. Denkmalpflege dar; der Vortrag wurde durch die Vor­führung vieler Ansichten oberhessischer Dorfklrchen mittelst Lichtbilderapparat illustriert. In der sich anschließenden längeren Diskussion wurde allgemeine Uebereinstimmung mit dem Referat konstatiert und der Vortragende gebeten, seinen Vortrag im Druck erscheinen zu lassen, was dieser bereitwillig zusagte.

Das Automobil erobert sich weitere Kreise. Das hessische Ministerium hat mit Rücksicht auf die vielen und häufig rasch notwendigen Geschäfts- und Besichtigungs­reisen der Ministerialmitglieder die Vorteile des Automobils sich zu Mutze gemacht. Nach eingehenden Berechnungen ist man zu der Anschauung gekommen, daß diese Reisen rascher und meist mit nicht höheren Kosten ausgeführt, daß insbes. auch manche Uebernachtungen und Tagegelder gespart werden können, wenn ein Automobil benutzt wird. Als Resultat der Verhandlungen ergab sich der Abschluß eines Vertrages mit der Firma Haas & Bernhard, die einen Wagen gegen ent­sprechende Vergütung zur Verfügung des Ministeriums haben muß. Zu dem Zweck wurde von der Firma Opel m Rüssels­heim ein sechssitziges Landaulet-Auto angefertigt, ein Luxus­wagen mit vier Zylinderstärke, der mit allen Neuerungen, eleftr. Licht, Sprachrohr rc., ausgestattet ist. Die erste Dienst- sahrt machten gestern der Finanzminister Gnauth, der Minister des Innern Braun und Ministerialrat Süffert. Auch bei der Staatsanwaltschaft geht man mit dem Gedanken um, behufs rascherer Ermittelungen und Einnahme von Orts­besichtigungen einen ähnlichen Vertrag abzuschließen.

* Schlägerei. Zwischen dem Tienstmann Karpf und dem Taglöhner Schneider kam es gestern abend zu einem Streck, wobei Karpf mit einem kürzen Prügel am Kopse nicht unerheblich verletzt, wurde, so daß er in die Klinik verbracht werden mußte. Schneider wurde verhaftet,

aber heute früh wieder entlassen, da die Verletzungen des Karpf nicht lebensgefährlich sind. Karpf, ein dem Trünke ergebener Mensch, hat in letzter Zeit tagtäglich, wenn nicht seine Frau, dann die Hausbewohner in der gemeinsten Art beschimpft und belästigt, so daß die PolizÄ. häufig ein­schreiten mußte. Er hatte sich auch zwei Revolver angeschafft, wovon ihm erst einer von einem Hausbewohner abgenommen worden war. Als er geftern abend wieder den Schneider beschimpfte und bedrohte, begab sich dieser in den Hof, wo sich Karpf befand. Sofort hatten sich beide gepackt und Schneider bearbeitete ihn mit dem PÄael.

* * Fahrrad dieb. Aus dem Hofe eines Hotels in der Bahnhofstraße wurde gestern mittaa einW artburg"- Fahrrad mit der Polizei-Nummer &. 2029 und der Fabrik- stummer 28 245 von unbekanntem Täter gestohlen. Der Eigentümer des Rades hatte es nur hingestellt, um im Hause etwas zu besorgen, und als er nach ganz kurzer Zeit heraus kam, war das Rad verschwunden.

Ehrung. In Anerkennung seiner mehr als 25- jährigen Tätigkeit als Obmann deö Hessischen Landes-Lehrer­vereins, als Mitglied deS Gesamtvorstandes des Deutschen Lehrervereins, sowie des Engeren Ausschußes der Deutschen Lehreroersammlung wurde dem Ehrenvorsitzenden des Hessischen Landes - LehrerveceinS, Rektor Backes in Dortmund, als besondere Auszeichnung wie der .Schul­bote für Hessen" schreibt eine künstlerisch ausgestattete Adresse überreicht. Sie erwähnt vor allem mit warmen Tankesworten die Verdienste des Ausgezeichneten, der 25 Jahre hindurch ohne Ermüden, mit Ausdauer und sicherem Blick für die Volksschule und die Lehrerschaft Hessens gear­beitet habe. Als Leiter des Landcs-LehrervereinS, als Be­gründer und Förderer von Wohltätigkeits - Anstalten und -Unternehmungen, in denen das Bestreben dec Lehrer, sich selbst zu helfen, zum Ausdruck kommt, als Abgeordneter der Zweiten Ständekammer, habe er der Schule und den Lehrern unschätzbare Dienste geleistet. Liber auch für das einmütige Zusammenwirken aller deutschen Volksschullehrer sei er eifrig eingetreten und stets sei es sein Streben gewesen, im Dienste des großen Ganzen tätig zu sein. Zum Schluffe gibt die Adresse der Hoffnung Ausdruck, daß auch fernerhin der be­währte Rat und die hilfsbereite Tat des Gefeierten für das Wohl der Volksschule und des Vaterlandes dem Verein treu zur Seite stehen werden.

* * Kolosseum. Die Kämpfe der Internat, tarnen- Ringkampf-Konkurrenz endigten gestern mit folgendem Resuliate: Frl. Philip p i - Aachen siegte über Frl. Murausky- Ungarn in 18.35 Min. durch Armsallgriff. Im Kampfe Frl. Richter-Schlesien contra Frl. Koslowsky - Ostpreußen siegte erstere in 19.30 Rim. durch Amreißer am Boden. Durch Arm­durchzug am Boden mit Halbnelson siegte Frl. H a n l o n - Elsaß über Frl. Schönburg-Wien in 14 26 Min. Tie Kämpfe ernteten reichlichen Beifall; das Haus war gut besucht.

Großalmerode i. Hess., 22. Juni. Die Schwarm­gei sie r - B e w egu n g, die im vergangenen Jahre in un­liebsamster Weise von sich reden machte, und die viel Streit iind Zwietracht in den hiesigen Familien verursachte, hat glücklichenveise einen kräftigen Schlag erhalten. Bei der gefltigcn Presbyteriumswahl, zu der nahezu 80 Prozent aller Wahlberechtigten erschienen waren, siegte erfreulicher­weise die Liste des christlich-liberalen Vereins über die Liste der Orthodoxen mit 245 gegen 150 Stimmen. Die über­wiegende Majorität unserer Bürgerschaft hat die unvernünftige Schwarmbewegung gründlich satt.

Crumbach, 24. Juni. Für das Kirchspiel Franken- bach-Crumbach ist für Sonntag den 5. Juli ein Missions - f e ft vorgesehen. Pfarrer Conradi-Hirschberg bei Diez predigt im Frühgottesdienst, 10 Uhr beginnend, in Crum­bach und Missionar Sund ermann-Borneo nachmittags 2 Uhr in Frcmkenbach in der Nachversammlung.

Frankfurt a. M., 24. Juni. Zum deutschen Turnfest iverden von Deuts ch- Südw estaf rik a 3 0 Turner eintreffen. Führer dieser Abordnung ist dec Vor­sitzende des Turnvereins Windhuk, Gustav Thomas, früher in Frankfurt. Die Fahne des Swakopmundec Vereins wird nach der Eröffnungsfeier am 18. Juli vorn Vorsitzenden der deutschen Turnerschaft, Dr. Götz in der Fe st halle geweiht. Mit dem LloyddampferMain" sind gestern in Baltimore ungefähr 400 Mitglieder des nordamerikanischen Turner­bundes zur Teilnahme am Turnfest abgereist. Zu Ehren der Turner und ihrer Angehörigen veranstaltete der Turnverein Vorwärts" in Baltimore gestern einen großen Empfang. Mehrere kleine Gruppen von deutsch-amerikanischen Turnern reisen in den nächsten Tagen von Hoboken ab. Ein Buch­halter eines Hotels am Hauptbahnhof war beim Abspringen von einem Motorwagen der Straßenbahn unter den An­hängewagen geraten. Er erlitt schwere Verletzungen, denen er gestern erlegen ist.

c f. Kassel, 24. Juni. Die Kaiserin trifft mit der Prinzessin Viktoria Luise von Preußen am 10. Juli auf Schloß Wilhelm Shöhe zum Sommeraufenthalte ein. Alle Vorbereitungen dazu sind auf Wilhelmshöhe und Schloß Wilhelmsthal getroffen.

GerLchtssaal.

Frankfurt, 24. Juni. Die 44jährige Ehefrau Marie Theresia des Kaufmanns Alfons Landauer, die am 29. Februar ihre n Ai an n e r s eh offen hatte, wurde uach elsflündiger Ver­handlung von den Geschworenen für nicht schuldig befunden und von den Richtern f r e i g e s p r o ch e n.

Berlin, 25.^Juui. Im Prozeß gegen den 21jährigen Försterssohn Schwarzenstein, der des Vatermordes angeklagt war, wurde gestern abend daS Urteil gefällt. Die Ge­schworenen verneinten die S ch u l d f r a g e des Vatermordes. Ter Gerichtshof erkannte demgemäß auf Freisprechung des An­geklagten. Die Kosten sind der Siaatskasse auierlegt worden. Gegen das freisprechende Urteil ivird die Anklagebehörde das Rechtsmittel der Revision beim Reichsgericht in Anspruch nehmen.

A l t o ii a, 24. Juni. Kommerzienrat Möller, ehe­mals Besitzer der Altonaer Wachsbleiche, wurde heule vom hiesigen Landgericht wegen Koukursvergeheutz und wiederholten Betruges zu fünf Jahren Gefängnis und dreijährigem Ehrverlust verurteilt. Der Staatsanwalt halte sechs Jahre Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust beantragt.

Universitäts-Nachrichten.

B e y l i n, 24. Juni. Zu Ehren des 7 0. G e b u r t s t a g e s Professor S ch m o l l er s fand im Landesausstellungspark ein Fest- esseil statt, woran etwa 200 hiesige und auswärtige UniversilätS- Professoren, Schüler und Freunde Schmollers teilnahmen. Professor Brentano, Geheimrat Koser foivie Professor Gering hielten An­sprachen, worauf Schmoller erwiderte. Professor von Soden brachte einen Trinkspruch auf die Gattin Schmollers aus

Vermischtes.

' Attentat in einer Kirche. Als sich am Dom in Turin unter Teilnahme des Kardinals Richelmy und des ganzen DomkapitalS eine Prozession zum. Johannisfest ordnete, explodierte eine Petarde. Der starke Knall brachte unter den zahlreichen Teilnehmern eine furchtbare Auf. regung hervor. Viele Frauen fielen in Ohnmacht, andere wurden zur Erde geworfen. Man vermutet einen Rache­akt gegen den Kardinal.

* Ein furchtbaresSchiffsun glück. Am Nachmittag des 23. ds. Ms. ist i,n den spanischen Gewässern in einer Untiefe unweit Laeoruna der spanische Dampfer Larache der ttansatlantischen Gesellschaft von Barcelona infolge Nebels auf eine Klippe aufgerannt. Der Dampfer sank fast plötzlich. 144 Peysonen befanden sich an Bord. Ueber hundert sind ertrunken, darunter die Hälfte der Besatzung. Der Rest, unter ihnen der Kapitän und der Schiffsgeistliche, wurden durch Fischer­boote gerettet.

* Einen aufregenden Schluß hatte eine ©traf» kammersitzung des Landgerichts zu Insterburg in einer Strafsache gegen den Schuhmacher Georg Jurat. Nachdem die Strafkammer Jurat zu einem Jahr Gefängnis und zwei Jahren Ehrverlust verurteilt hatte, zog dieser ein offenes Messer und machte Miene, den Staatsanwalt damit an^-ugreifen. Letzterer ging aber kaltblütig auf die Anklagebank zu und nahm dem Verurteilten das Messer ab, welcher dann abgeftihrt wurde. In der Nacht daraus hat Jurat seinem Leben im Landgerichte- gefängnis durch Erhängen ein Ende gemacht.

Kleine Tageschronik.

Ueber eine Steuerhinterziehung des kürzlich verstor­benen Kommerzienrats Rudolf Hegenscheid in Gle iwitz werden Gerüchte verbreitet. Es handelt sich uni ausländisches Einkommen Hegenscheids in Höhe von 400 000 Mk., deren Steuerpflichr die Erben bestreiten, weil cs bereits im Auslande versteuert ist. Die Steuerbehörde fordert 41/2 Millionen Straf nachzah- lung und hat einen Zivilprozeß gegen die Erben anhängig gemacht.

In M e l s 0 e (Wests.) wurde mit Hilfe von Polizei­hunden die Leiche der seit einigen Tagen vermißten achtjährigen Tochter des Arbeiters Bergmann aufgefunden. Es liegt Lust­mord vor. Vom Täter fehlt jede Spur.

An der Tete Noire der Walliser Alpen hat der 72 Jahre alte Sommerfrischler Victor Dupuis, ein Kaufmann aus Hartinach, durch A b st u r z seinen Tod gefunden.

Im Gotthardgebiet wird seit Freitag der 22jährige Dr. M a r k s aus Ndünster (Westfalen) vermißt. Marks wollte von Göschenen zur Furka wandern, ist dort aber nicht eingettoffen. Man vermutet, er fei das Opfer, eines Unglücksfalls geworden. Nachforschungen werden durch rauhes und nebliges Wetter mit Schneefall erheblich erschwert.

Schwere Gewitter mit Hagelschlag hoben in zahlreichen Bezirken Oftgaliziens enormen Schaden angerichtet. Mehrere Personen wurden vom Blitz getötet. In Borislaw wurde ein lstohöllchacht durch Blitzschlag in Brand gesetzt. In Bouzyna und Suchowola drang das Wasser mit großer Macht in das Schulgebäude, so daß die Schüler nur unter Lebensgefahr gerettet werden konnten.

Aus der franz. Gemeinde Chateau Chion ist ein Notar mit Hinterlassung von 500000 Frank Schulden flüchtig ge< worden. Er war gleichzeitig Unterbürgermeister.

Nach einer Meldung desMemeler Dampfboot" wurden in Rnssis ch-K r 011 i 11 g e n, nahe der preußischen Grenze, durch ein Schadenfeuer über 80 Häuser, meist von geringerem Werte, eingeäschert; auch einige Menschenleben sollen dem schnellen Umsichgreifen des Brandes zum Op f e r gefallen sein. Stau ver­mutet Brandstiftung.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 25.Jum. tzTelegr. Orig.-Bericht desGieß. Anz."). Antti. Siotierimgeii der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 514 Ochsen, 4 aus Oesterreich, 47 Bullen, 0 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 1021 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 ans Dänemark, 355 Kälber, 290 Schafe und Hänuuel, 00 Schaie ans Oesterreich, 00 Ziegen, OG Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 7671 Mk., 2. Qual 6872 9)if., 3. Qual. 58-60Mk.; Bullen l.Qual. 68 bis 70 2)if., 2. Oncü. 60-63 Ml.; Kühe l.Qual. 7375 Alk., 2. Qual. 6365 Pik., 3. Qual. 46-48 Mk, 4. Qual. 00-00 Mk., 5. Qual. 0000Mk. Kälber: 1. Qual.9698 Pfg., Lebendgewicht66-58 Pf., 2. Qual. 8695 Pfg., Lebendgewicht 5156 Pfg., Schlacht- gewicht 7275 Pfg. Schafe: 1. dual. 8200, 2. Qual. 7476 Pfg., 3. Qual. 0000 Pfg.; Schweine 1. Qual. 6300 Pfg., Lebdgew. 49,500,0 Pfg., 2. Qu. 62-00,0 Pfg., Lebendgew. 49-09,0 Pfg., 3. Qual. 5456 Pfg. Lebendgew. 00 Pfg, Geschäft bei Hornvieh gut, unbedeutend. Kleinvieh lebhaft, keinUeberstand.

+ Kirchhain, 24. Juni. Mit dem heul hier abgehaltenen Fohle nmarkt war auch zugleich eine Prämiierung verbunden. Für Saugwhlen erhielt den 1. Preis Joh. Wahl, Erbenhausen, für einjährige Fohlen Joh. Boßhainer, Kleinieelheim und für zweijährige Fohlen Anlon Römer, Kirchhain.

Gießener Wetterdienst.

. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Freitag den 26. Juni: Fordaner der heiteren trockenen Witterung. Warm. Oesttiche Winde.

MMer'sche Badeanstalt.

W a s s e r iv ä r in e der Lahn 17 °R.

GriginaL-VrahtineLdungen.

Stuttgart, 25. Juni. Generaloberarzt v. Strauß, ein Sohn von David Friedrich Strauß, ist im Alter von 62 Jahren gestorben.

Graz, 24. Juni. Heute nachmittag sammelten sich die d e u t s ch - n a t i 0 n a l e n S t u d e n t e n, verstärkt durch Han­delsangestellte und Arbeiter, vor einem Hotel, von wo aus die katholischen Studenten mit einer Anzahl geladener Gäste einen Ausflug unternehmen wollten, und versuchten, in den Restaurationsgarten einzudringen. Die SJtenge wuchs am Abend immer mehr an und, da die 50 Mann starke Polizeitruppe an­gesichts der immer kritischer werdenden Lage sich als zu schwach erwies, wurde eine Kompagnie Infanterie requiriert, welche den Platz säuberte und die katholischen Studenten in ihre Wohnungen geleitete. Eine Abordnung der Demonsttanten be­schwerte sich beim Bürgermeister und beim Statthalter über das Vorgehen der Sicherheitswache und die Heranziehung des Militärs. Zu einem ernsten Zwischenfall ist es nicht gekommen. Drei Verhaf­tungen wurden vorgenommen.

London, 25. Juni. Der ehemalige französische Minister des Aeußern, D e l c a s s 6 , der sich augenblicklich hier aufhält, ist von König Eduard in Privataudienz empfangen worden. Die Unterredung soll einen freundschaftlichen (?) Cha­rakter getragen haben und von längerer Dauer gewesen sein. Tie Wichtigkeit der Unterredung im jetzigen Augenblick wird Niemanden entgehen.

London, 25. Juni. General French wird an den französischen Herbstmanövern teilnehinen.

London, 25. Juni. Wie aus Teheran berichtet wird, wurde eine Bombe in das Lager des Schahs geworfen.

Madrid, 25. Juni. Nach den neuesten Feststellunaen sind von dem auf eine Klippe aufgerannten DampferLarache'' 81 Personen u in g c f 0 m m e n. Ter Dampfer war innerhalb 8 Minuten verschwunden. Unter den Umgefommeiicu befindet sich auch der Kapitän. Viele Dampfer eilten zu Hilfe. Diejenigen Dampfer, ivelche nicht an die Unjallstelle abgingen, iverden gericht­lich verfolgt.