Ausgabe 
25.6.1908 Erstes Blatt
 
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Donnerstag Z5. Juni 1808

158. Jahrgang

Erstes Blatt

Die heutige Nummer umsaht 12 Seiten.

dem Wasser ist soeben

im

Bezugspreis: nwnatlich 75 Pf., viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch drePostMe.2.oiertel- jährl. auSfchl. Besletlg. ZeiltnpreiI: lokck. lbPst auswärts 20 Pfennig.

Verantwo rtltch für den oolitijchen Teil: (£. Anderson; f. Feuille­ton undVermischtes* P. Wittko; fürStadt u. Land" undGerichts-

Das deutsche Sturmlied, von dem der Kaiser hier sprach, Deutschland, Deutschland über alles", wurde bei dem Uhlenhorster Fest, ohne daß die Musik die Weise anstimmte, von den angesammelte.n Massen gesungen.

politische Lcrgesschau.

Cleveland f.

Der frühere Präsiden, der Vereinigten Staaten, Grovei Cleveland, ist gestorben. Grover Cleveland wurde 1837 als Sohn eines presbitcrianischen Geistlichen gboren, war Lehrer an einem Blindeninstitut, wurde 1855 Schreiber bei einem Advokaten, benutzte die freien Stunden zum Studium der Rechte und ließ sich 1859 als Advokat nieder. 1870 wurde er Sheriff, 1881 wurde er Bürgermeister von Bufallo, 1882 Gouverneur des Staates Rewyork. Im Dezember 1883 wurde er als Kandidat der demokr. Partei zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt; bei der Präsidentenwahl im Jahre 1888 unterlag er dem republikanischen Kandidaten Harrison, errang aber bei dec nächsten Wahl 1892 einen Sieg über Harrison. Bei den Neuwahlen 1896 trat er nicht wieder als Kandidat auf und legte am 4. März 1897 sein Amt nieder. 1899 wurde er Professor der Staatswissen, schäften an der Universität Princetown in Neuejrsey.

Eine Rede des ttmsers.

Bei dem Diner, dasfam Dienstag abend nach der Preis-

st»r bte Lagesnummer Rotafiottsi>ru6 und Verlag der SrühNchen llnio.-vuch- und Steindrucken«. H. Lange. SedaNlon, Expedition und Druckerei - Schuistratz« r.

Ml vormittags 10 Uhr. ______

Deutsches ReLch.

I,, der Affäre Eulenburg sind von der Anklage» behörde in den letzten Tagen eine Anzahl neuer Zeugen geladen. Neben verschiedenen Kriminalbeamten wird auch Kriminalkommissar v. Treskow Gelegenheit zur Aussage er­halten. Der Fürst wird täglich in einem Krankenwagen von der Charitö nach Moabit gebracht werden, so daß die Ver­handlungen keinen Aufschub erleiden werden.

Die Landtagswahl in Berlin-Moabit wird von den Freisinnigen angefochten werden. Die An» fechtung wird begründet damit, daß bet den Urwahlen er­hebliche Unregelmäßigkeiten vorgekommcn sind, und daß eine ganze Reihe von Stich» und Ersatzwahlen gar nicht vorgenommen worden seien. Ein zweiter Grund zum Protest wird darin gefunden, daß bei der Stichwahl eine Anzahl bürgerlicher Wahlmänner gewaltsam verhindert worden seien, ihre Stimme abzugeben. Als dritter Grund wird geltend gemacht, daß eine Anzahl von bürgerlichen Wahlmünnern eingeschüchtert worden sei, zur Wahl zu gehen.

Der bayr. Militär-Etat für die Zeit vom 1. April 11908 bis 1. März 1909 ist am 24. ds. der bayr. Kammer

der Mcttrikularbeiträge, völlige finanzielle Selbständrg- machung des Reiches von den Einzelstaaten, was uns allein aus der Milliardenklemme herausbrächte, bekommen wir ganz gewiß nicht. Dagegen wäre die Opposition der niäch- tigen Ostelbier zu groß, schon weil damit die Abhängig­keit des Reiches vom konservativen Preußen ein Ende hätte.

Was also bekommen wir?

Der Reichssinanzminister S y d o w plant, wie man hört, mit der Zustimmung seiner einzelstaatlichen Kollegen einen Kamps wider das Licht: Gas und Elektri­zität, nicht nur als Motorkrastspender, sondern auch als Lichtspender.

Aber damit nicht genug: Auch der Presse gilt der Kamps der Minister. In dem Reichssteuerbudget des Herrn Sydow, des Vaters der letzten Verteuerung des Postzei- tungstariss, nimmt eine weitere Verteuerung des Zeitungsbezugs nicht den letzten Platz ein. Sie soll 40 Millionen, jene Summe, die die Poft heute angeblich bet der Beförderung der Zeitungen zusetzt, abwerfen.

Die Lektüre der Zeituiigen, eines der Hauptmittel zur Erzeugung und Wacherhaltung des Interesses des Volkes an der Gestaltung seiner politischen und sozialen Geschicke, würde eingeschränkt werden. Und nun kommt Herr Sydow mit einem neuen Plan zur Bekämpfung der Presse. Der bayerische Finanzminister v. Pfaff hats, im Gegensatz zum oerschwiegeneren Kaiser, am Montag im Finanzausschuß der bayerischen Kammer ausgeplaudert, was die Pandorabüchse des Reichsschatzsekretärs an Steuern wider die Presse ent­hält: Herr Sydow will uns neben der Verteuerung des Zeitungsbezuges auch eine Verteuerung der Zeitungs-An­zeigen, eine I n s e r a t e n st e u e r bescheren!

Es gibt nur zwei Wege, eine solche Steuer technisch durchzuführen. Der eine ist die Verstaatlichung des gesamten Anze igenw es ens. Er kann hier außer Be­tracht bleiben: Das deutsche Zeitungswesen ist heute schon zu sehr entwickelt, zu vielgestaltig, als daß das Anzergen- monopol des Staates noch praktisch durchführbar wäre. Das hat man offenbar auch in Regierungstreisen einsehen müssen, und so will man denn den zweiten Weg gehen, der schon dem seligen Miquel schnurstraks in ein Finanz­paradiesgärtlein zu führen schien: Den Weg der An­zeigenumsatzsteuer. Und die Steuersätze werden nicht zu.knapp sein!

Es sieht sich zuerst so an, als müßte diese Steuer allein die Zeitungsverleger treffen. Fehlgeschlagen. Der Leidtragende bleibt auch hier das p. 1. Publikum. Es ist klar, daß die meisten Zeitungsverleger, die neben ihren sonstigen Einkommen-, Gewerbe- usw. Steuern auch noch eine Steuer von der Roheinuahme, eine Inseraten- und Satzfteuer zahlen sollen, diese Steuer abwälzen^ würden. Nur einer aber kommt in Frage, dem sie ausgepackt werden könnte: Der als Inserent wie als Leser aus die Zeitung angewiesene Zeitgenosse. Denn eine wesentliche Erhöhung der Anzeigenpreise hätte die Folge, daß auch die vom Ver­leger zu entrichtende Jnseratfteuer sich erhöht. Und wenn sie, wie es wahrscheinlich ist, stasfelsörmig gedacht wird, so würde die Erhöhung der Anzeigengebühr für den Ver­leger ziemlich zwecklos sein. Er würde also den Einnahme­ausfall, den er durch die Entrichtung der Jnseratfteuer erleidet, durch Erhöhung des Bezugspreises wettzumachen oder doch zu vermindern suchen. Und das würde Verein mit der geplanten Erhöhung des Postzeitungstariss manchem Minderbemittelten die Zeitungslektüre verleiden.

Am letzten Ende läuft die Jnseratfteuer also auf eine Benachteiligung des Publikums hinaus.

Es liegt auf der Hand, daß eine Anzeigensteuer auch eine s ch w e r e S ch ä d i g u n g d e s g e s ch ä f t l i ch e n V e r- kehrs bedeuten müßte. Erhöhen die Zeitungen den An­zeigenpreis, so wird die Zahl der Anzeigen sich zunächst ver­ringern ; daß darunter der Absatz unserer Geschäftswelt litte, bedarf keines Beweises. Das würden die Geschäftsleute bald einsehen und sie würden wieder in früherem Umfang in­serieren. Dann aber müßten sie ihren Anzeigenetat wesent­lich erhöhen. Jede Erhöhung des Spesenkontos aber, die nicht entsprechend höheren Nutzen abwirft, schädigt nicht nur den Geschäftsinhaber, sondern auch den ganzen Geschäfts­betrieb. An anderen zur Entwickelung des Geschäfts rwt- wendigen Ausgaben müßte gespart werden.

Nr. 147

Der «trtzener »nztiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich EtetzenerKamilienblÄter; zweimal wöchentl.UreiS' blattfürdenUretrGlehen (Dienstag und Freitag); zweimal monall. Land» wirtschaftlich« Seitfragea Fernsprech. Anschlüsse; sür di« Redaktion 112. Verlag u. Expedition 61 fiBcefie Mr Depeschen!

Anzeiger Gießen.

Diese neue Kaiserrede ist in mehrfacher Beziehung höchst bedeutungsvoll. Sie ist getragen von einem schönen, Nicht übermäßigen, sondern wohl temperierten Optimis­mus, einem Optimismus, dem ein leichtStürmisches" freilich nicht fehlt, der vielleicht, namentlich in Bezug auf die Hoffnungen, die der Kaiser für die neue Reichs- flinanzreform hegt, etwas Zu rosig ist. Handel und Verkehr aber werden den Morten des Kaisers, soweit sie sie im besonderen angehen, zustimmen. Und aus voller Kehle werden Heer und Marine seinen ihnen gewid­meten Morten stürmisch und freudig zujubeln.. Diese Worte bilden einen bemerkensloerten Kommentar zur soz. sTöb'eritzer Rede. Am meisten aber Freude empfinden wird der von seinem Kaiser so außerordentlich ge­priesene Kanzler des Reiches. Diesem stürmi­schen Lobe wird das Volk doch nur i*44 nicht un­beträchtlicher Einschränkung zustimmen, das Volk, das lieber anstatt der guten Worte gute Taten sähe.

Mas wird uns denn die neue Reichsfinanzre- form bringen? Eine Junggesellensteuer? Ein netter Scherz, aber doch nichts weiter. Warum denn sind die Regierungspläne immer noch Geheimnisse? Damit die vorherzusehende Opposition nicht gar zu früh, sagen wir: xechtzeitig einsetzt? Direkte Reichs-Steuern, Aufhebung

bar, die Luft verpestet. ,

Nach Beendigung der Unruhen in Teheran Null der Schah an der Spitze der Truppen nach den Provinzstädten ziehen, um die Endschumen, ivelche dort Truppen sammeln, niederzuwerfen. Ein Bürgerkrieg steht bevor.

Telegraphischen Meldungen von der rufsiickf-permchmGrenzt zufolge, fahren die Kurden, die türkische Untertanen sind, fort, die Dörfer an der Grenze niederzubrcnneli und die Einwohner auszuplündern und zu ermorden, y'rauen weÄen vergewaltigt. Tie. Mordbrenner zerstörten auch das Zarenbild der AisoAchen Kirche. Tie Stadt Djulsa ist von Fluüst- lingen überfüllt. Es herrscht Hungersnot.

Das Reutersche Biireau meldet, daß England und Rußland nicht beabsichtigen, sich in die Angelegenheiten Persiens zu rnischcn, aber beide Regierungen hätten veranlaßt,, datz den Beteiligten bekanntgcgeben werde, sie dürsten nicht aus irgendwelche Unter­stützung bei Versuchen rechnen, die gegenwärtige Dynastie Persiens zu stürzen oder auf die Volksvertretung in Teherm einzuwirken. Die Kurdenübergrisse aber Huben dem W. T. B- zufolge den ruh". Geschäftsträger in Konstantinopel veranlaßt, an die Pforte eine Forderung zu stellen, die von den englischen Vertretern energisch unterstützt werden wird Der russisaie Ge­schäftsträger hat den Großvezier aus das Entschiedenste erklärt, Rußland könne nicht länger teilnahmloser Zuschauei: der sort- währenden Kurd-engrcucl und des Vordringens der tuNlsckM Drup- pen bleiben. Auf die Vorstellungen versprach der Grotzvezrec, un­verzüglich vorzuschreiten, die türkischen Truppen aus dem Be­reich der strittigen Zone abzuberufen und die KUrden zu zugelii. Der Großvezier hat jedoch die tleberschreitung des Bereich» der strittigen Zone in Avrede gestellt, mit Ausnahme einer kleinen Truppenabteilung und nur eiius Ortes. Desgleichen wurde kate­gorisch die Beteiligung türkischer KUrden an den Greueln ver­neint. ________ _______

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

airordnete. Die Hinrichtung sand außerhalb der Stadt statt. Ter nndent der Times schätzt die Zahl der Verluste vor rlamentsgcbäude auf 70. Andere Schätzungen variieren zwischen 4OO und 80 0. Die meisten Personen sollen ui den Häusern getötet toorben sein und nicht bei den Straßenkämpsen. Uebereinstimmend wird darauf hingewiesen, daß der verfafsungS- feindliche tyrannische Schah vollständig Herr der Lage sei.

Nach einer Trahtmeldung dauerten die heftigen» Kämpfe in Teheran bis zum Nachmittag. Das Parlament ist für den Kon­flikt verantwortlich, denn es stellte, wie die ruh'. Duma, übertrie­bene Forderungen. Die britischen und russischen Vertreter wi­derten den Schah auf, sofort die Ordnung wlederherzusticken, und teilten ihm mit, daß sie ihn für alle widrigen Vorkommnisse verantwortlich halten würden. Der Schah gab bercitwilligst um­fassende Versicherungen, von denen man natürlich nichts zu halten hat. t

Am Mittwoch ist das Haus Zahtrs ed Towlch, des Gouver­neurs von Rescht, dessen Sohn verhaftet und dem >L-chah em- geliefert wurde, bombardiert worden. Jedes bombardierte Haus wird von der Volksmenge geplündert, so auch in diesem Falle, ob­gleich das Haus des Gouverneurs mitten im Europäerviertel steht. Die Kvsaken-Brigade feuerte auch auf einige Verwundete. Von den Versolgten wuvde nur geringer Widerstand geleistet.

Das gestrige Bombardement dauerte anderthalb Stunden. Durch den Luftdruck, den die Salven verursachten, sprangen viele Fensterscheiben in den europäischen Geschäften. Der Pöbel macht sich gegenseitig die Beute streitig. Die Kosaken hatten harte Arbeit, die Plünderer aus den Straßen zu vertreiben. Erst zum Abend trat Ruhe ein. Die Gesandtschaften geben amtlich bekannt, das; der Belagerungszustand verhängt sei. Tie Lage ist ernst, obgleich das Volk die Euro päer noch respektiert. Man befurchtet, daß weitere Bombardements bevorstehen. Den Kosaken wird ae- stattet, die Geschütze mit dem Raube zu bepacken und diesen m die Zeltlager zu bringen. Auf Befehl des Sckiahs sollen die Bazare wieder geöffnet werden, widrigenfalls ein Bombardement auf sie vorgenommen werden wird. Die Pferde-Kadaver wurden tion dem Parlamentsplatz noch nicht entfernt. Die Hitze ist furcht-

für den Aufschwung.

Wir erleben das auch im Sportsleben. Bald drängen sich die Jachten in Menge zum Ziel, bald erscheinen sie weniger zahlreich. Neue Berechnungen, neue Vermessungen veranlassen zum Warten, und mit frischer Kraft nach dem Studium der Neuen Gesetze lverden dann die Jachten wieder zahlreich am Ziel erscheinen.

Ich kann mir wohl denken, daß in der Mitte der Sportsleutc, die heute hier auf dem Wasser sich getummelt haben, so manches weise Haupt sitzt, dessen Denken und Arbeiten nicht nur für ihn, sein Haus und seine Reederei, sondern auch für das Deutsche Reich und das Deutsche Volk von Nutzen ist, und in dem Gedanken Raum sinden mögen über die Zukunft unseres Vater­landes, soweit sie seine so wichtige finanzielle Ordnung betrifft. Nun, meine Herren, die Basis ist gelegt; die Pläne sind aufgestellt, und das hamburgische Blut, das in den Adern unseres ausgezeichneten und hochverehrten Kanz­lers fließt, wird Ihnen garantieren, daß der Aufbau für die Neichsfinanzreform rationell, gesund und für das Reich zweckdienlich sein wird. Der Mann, der ihm zur Seite steht, verdient Ihr volles Vertrauen ünd, das des- Vaterlandes. Was geplant ist, muß noch Geheimnis bleiben und darf nicht gesagt werden. Vielleicht kann, wenn ich den Schleier etwas lüften soll, für diejenigen, die nicht verheiratet sind, eine Jung­gesellensteuer zum Vorschein kommen. Bestimmt ist es 'aber noch nicht. (Große Heiterkeit.)

Nun, meine Herren, möchte ich den Dank auf dem Schiffe hier nicht beendigen, ohne noch einmal zurückzublicken auf die drei herrlichen Tage, die ich in der Stadt Hamburg habe verleben dürfen. I. M. die Kaiserin hat mich! noch besonders telegraphisch ge­beten, ihren gerührten Dank für alle Liebe und Freundlichkeit der Hamburger auszusprechen, und ich möchte noch einmal hier, wo so viele Hamburger versammelt sind, auf einem Hamburger Schiffe, auch von meiner Seite aus versichern, wie tief ergriffen ich gewesen bin von der Haltung der Bevölkerung und von dem Abend auf der Alster. Als ich mich fragte, wo der Grund für diesen Ausbruch der Begeisterung liege, da erschallte spontan, erst all­mählich, dann immer mächtiger anschwellend unser altes d e u t - sches Sturmlied.

Nun wußte ich genug. Meine Herren, ich danke Ihnen dafür, ich habe Sie verstanden. Es war der Druck der Freundeshand, einem Manne, der entschlossen seinen Weg geht, und der weiß, daß er jemanden hinter sich hat, der ihn versteht, und der ihm helfen will. Die Hamburger und ich, wir verstehen uns, und so freue ich mich denn, auch am heutigen Tage wiederum das, Wohl des Norddeutschen Regattavereins, in dem so viele ausgezeichnete Hamburger vertreten sind, ausbringen zu dürfen. Möge der Sport blühen, möge sich der Norddeutsche Regattaverein weiterentwickeln und ebenso der Hamburger Handel unter deut Schutz eines' ehren­haft bewahrten Friedens, den unser Heer und unsere Maring verbürgen werden! Hamburg soll leben, hurra, hurra, hurra!

Verteilung an die siegreichen Jachten, an Bord derOceana", BrunsbüttelLoog, stattfand, hielt der Kaiser in Beant­wortung eines ihm gewidmeten Trinkspruches des Ham­burger Bürgermeisters Dr. Burchard folgende Rede:

Ich möchte ein Wort wehmütiger und dankbarer Erinne­rung" dem Manne spenden, dem Sie soeben ein Denknial gesetzt haben. Ich meinerseits werde niemals die Freundlichkeit, die Frische und das Jugendliche in dem Charakter Dr. Möncke- bergs vergessen, der mich oft hier empfangen und begrüßt bat. Und ich glaube, in Ihrer aller Sinne zu sprechen, wenn ich versichere, daß wir ihn nie vergessen werden, den Förderer und begeisterten Freund des Sportes, und daß wir sein Andenken in Ehren hMem un!d so ost wir uns hier versammeln, im Stillen seiner gedenken werden.

Die Geschichte Hamburgs auf . .

von berufener Seite geschildert worden, und Wort und Bild hat sie im deutschen Volke bekannt gemacht. Ich glaube in dem Laufe der zwanzig Jahre meiner Regierung, während meiner vielfachen Besuche im Hamburger Hafen und auf der Elbe, beob­achtet zu haben, daß die Kurve des Handels und Ver­kehrs wie überall in Deutschland, so vor allen Dingen in diesem Emporium stetig in die Höhe geht. Gewiß, meine Herren, wir alle, entweder als Seefahrer oder als Sportleute, kennen das Barometer. Es steigt, es finkt auch und verfolgt ver­schiedene Linien. Wenn aber die Spitzen, die es int Steigen und Fallen beschreibt, nur im allgemeinen eine auf st eigen de Kurve ergeben, bann schadet es nichts, toenn dazwischen auch mal tiefere Täler liegen. Sie sind, das unvermeidliche Korrelat

Aber auch noch eine andere Gefahr droht von der Jn- seratsteuer: Die nämlich, daß sie nicht vereinzelt bleiben würde. Schon hat Graf Moy int bayerischen Finanzausschuß auf eine Reklame steuer hingewiesen. Wenn man sich vergegenwärtigt, tuelche Bedeutung die Reklame, trotz des un­belehrbaren Pros. Sombart, für unseren geschäftlichen Verkehr hat, wie sie eine Hauptquelle unseres gewerblichen Absatzes ist, so wird man die Bedeutung dieser Gefahr richtig einschätzen.

Mir haben gesehen, wie vielfältige schädliche Wirkungen die Jnseratensteuer haben müßte. Im Interesse der All­gemeinheit also liegts, daß diese Steuer in den Tartarus geworfen werde. >

«U5 Teheran

erfährt man jetzt haarsträubende Einzelheiten über die Greuel taten, die am 23. von den Truppen des Sck;ahs an der Bevölkerung der persischen Hauptstadt verübt mürben. Nach einer Meldung der Times wurden das Parlamentsgebäude sowie die angrenzende Moschee vollständig vernichtet. Die Truppen hätten sich schändlich benommen, indem sie die friedliche Bevölkerung ausplünderten. Auch von anderen Seiten wird bestätigt, daß die Tüuppen unglaubliche GreueltÄen begangen haben. Nachdem der Widerstand der natronaltstischen Partei, deren Anhänger kurze Zeit aus deit Straßen kämpften, gebr*n war, drangen die Trtwpen iy die Läufer em, um dsrtn Mäniter, Fmuetl und Kinder ohne Unterschied deS Alters oder des Geschlechts niederzuschießen oder noch gmusomer zu töten. In einer anderen Meldung heißt es, daß 18 F ührer oder bekannte Mitglieder der Reforiyparlei, gelangen .und vor den Schah geschleppt wutden, der ihre sdfMige HtN.pnchrung