den Einigungsverhandlungen bereits hineinspielten. Die Mandatsprüfungskommission beantragte nämlich, denjenigen Organisationen, die ihren Austritt aus der Freien Vereinigung bereits erklärt, nur bei dem Punkte „Geschäftsbericht" die Anwesenheit der Delegierten zu gestatten. An der weiteren Beratung über den Ausbau der Organisation hätten die Delegierten nicht teil- zunehmcn, da ihre Vereine ja ausgeschieden. Es kam dabei zu mancher stürmischen Szene. Schlenker war der Meinung, daß diese Delegierten auch fernerhin teilnehmen müßten, da sie für das treulose Verhalten ihrer Organisation Rede und Antwort stehen sollten. Ohne Anwesenheit der Delegierten sei aber eine Abrechnung nicht möglich. — Ferner besagt ein Antrag des Nürnberger Allgemeinen Deutschen Metallarbeiter-Verbandes auch diejenigen Organisationen, die bereits beschlossen, für die Einigung im Sinne des sozialdemokratischen Parteivorftarrdes einzutreten, von der Teilnahme an den Verhandlungen über diesen Punkt auszuschließen. Der Kampf der- beiden Strömungen, die ciitc für die Erhaltung der Vereinigung der Freien Gewerkschaften, die andere für die Auflösung bezw. Verschmelzung mit dem Zentralverband Deutscher Gewerkschaften, nahm den ganzen Vormittag und Nachmittag in Anspruch.
Mttit>eriitäts* *Uad?rid?ten.
— Zum ordentlichen Professor der alten Geschichte an der Universität Marburg wurde der a. o. Professor daselbst, Dr. phil. Elimar Klebs ernannt. Er ist hier Nachfolger des nach Lalle übergesiedelten Geh. Regierungsrats Prof. Dr. B. Niese
' Erdbeben. Cal abrien wurde am 23. d. Mts. wiederum von einem Erdbeben heimgesucht. Es trat in Bianco, Africo, Brancaleono, Bruzzano, Ferruzzano und in den übrigen, schon durch das letzte Erdbeben mitgenommenen Gegenden mit größerer Heftigkeit auf und erregte unter der Bevölkerung eine Panik. Beschädigt wurden in Bianco mehrere Gebäude, die schon von der letzten Erderschütterung her Risse aufwiesen. Das Amtshaus ist unbewohnbar. — Gleichzeitig wird uns aus Mörida, der Hariptsladt des mittelamerik. Staates Dukatan gemeldet, daß der Campeche-Golf, der nördliche Teil des mexikanischen Golfes, von einem starken Erdbeben heimgesucht worden ist, das längs der Westküste von Pukatan und auf allen Inseln des Golfes verspürt worden ist. Die beiden Inseln Obispo del Für und Cayo Nuevo sind vom Meere verschlungen worden. Auf beiden Inseln waren zahlreiche Arbeiter bet der Ausbeutung der dortigen großen Guanolager beschäftigt. Man nimmt an, daß wenig st ens hun dert M e n s ch e n bei der Katastrophe ums Leben gekommen sind.
* Eine luftige Geschichte aus Mecklenburg. Man schreibt der „N. G. C."»aus Neustrelitz: Vor kurzem weilte König Wilhelm II. von Württemberg als Jagdgast beim Grvß- l)erzog Adolf Friedrich von Mecklnrburg-Strelitz. Da beide Fürsten Anhänger des Automobilsports sind, begaben sie sich im Kraftwagen nach dem in der Mhe der Residenz Neustrelitz gelegenen Wildpark. Der junge Erbgroßherzog Adolf Friedrich war eben» falls bei der Partie. Auf der Chaussee begegnete dem fürstlichen Automobil ein Gefährt; ein Schimmel und ein Brauner traben sehr gentächlich davor, und auf 'dem Bocke sitzt in Seelenruhe ein Bauer mit seiner Ehehälfte. Als die Hupe des grvßh. Automobils ertönt, beginnt der Schimmel unruhig zu werden. Man stoppt sofort auf der anderen Seite und fährt im langsamsten Tempo vorüber. , Nichtsdestoweniger fängt das Mecklenburger „Vollblut" an zu steigen, und nach ein paar Kapriolen liegt der Schimmel auf der Straße. Tie Fürsten eilen sofort zur Hilfe. Ter Großherzog faßt beit Gaul beim Kopf und versucht ihn aufzurichten, vom Erbgroßherzog auf das lebhafteste unterstützt, während der König von Württemberg mit ein paar kundigen Griffen die Stränge abwirft, um dem Pferde daS Aufftehen zu ermöglichen. Der Bauer und feine Frau thronen indessen anscheinend ungerührt.und seelenruhig auf dem Bocke. Ten vereinten Hundes fürstlichen Bemühungen gelingt cs endlich, den Gaul auf die Beine zu bringen, unö schließlich steift der Schimmel wieder auf allen Vieren. Leutselig wendet sich der Großherzog an den Bauer: „Diesmal ist die Sache ja noch gut abgegangen, und nun können Sie erzählen: „Der Großherzog und der Erbgroßherzog haben mein Pferd aufgerichtet, und der König von Württemberg hat sogar dabei geholfen!" — In ech^ mecklenburgischer Ruhe erwidert darauf der Bauer: „Mien leew Herr, bat Haren Dee ruhig blieben laten könnt. Wenn sönn oll Ting (bas Automobil) ankümmt, denn füllt bcc Schimmel uminer üm; he steiht awer nahsten (nachher) ook ganz von sülwer werrer up!" —.Sprachs unb fuhr seine Straße weiter.
* Berlin als Landwirt. Aus dem Bericht der Berliner städtischen Kanalisationswerke und der Rieselfelder über das letzte C^eschäftsjahr geben wir folgende Daten wieder: Es wurden ettoa 1 Million Liter Milch produziert und 158 000 Mark dafür eingenommen. Die beiden Brennereien in Buch erzeugten aus den auf eigenen Aeckern gewonnenen Kartoffeln 200 000 Liter reinen Alkohol, und aus dem Verkauf des Obstes wurde ein Erlös von 106 000 Mark erzielt. Bemerkenswert ist dabei die große Differenz zwischen dem letzten und dem vorausgegangenen Ertrag, der nur 36 000 Mark erreicht hatte. An Kartoffeln halte Buch allein 2i/2 Millionen Kilogramm geerntet und Sputendorf und Osdorf je über 1 Million Kilogramm. Noch höhere Ziffern finden wir bei der Rübenernte. Da stehl Falkenberg mit 41/2 Millionen Kilogramm, Malchow mit 3% Millionen Kilogramm und mit ebensoviel Sputendorf verzeichnet. An Heu wurden fast 50 Millionen Zentner gewonnen. Früher wurden die ungeheuren Grasmengen teilweise zur Düngung verwendet. Im letzten Berichtsjahre hat man jedoch in größerem Umfange das Gras getrocknet und Fütterungsversuche damit ange,tellt. Sie ergaben ein so günstiges Resultat, daß die Ausstellung oer gefütterten Versuchstiere den Verwaltungen Ehrenpreise einbrachten. Auch mit der Fischerei sind, wie aus dem Bericht hervorgeht, günstige Resultate erzielt worden.
* Eine Operationauf stürmischer See. Von einer unter erschwerenden Umständen auf hoher See ausgeführten gefährlichen Operatwn wird uns aus New-Dor k berichtet: Es war während der Uebersahrt des Cunarddampsers „Pannoiiia". Während eines schweren Sturmes erschien der Schiffsarzt Dr. I. F. Orr beim Kapitän mW berichtete, baß einer der Passagiere, ein schottischer Kaufmann namens Laco, der an einer akuten Blinddarmentzündung darniederlag, sich in kritischer Situation befände; nur ein sofortiger operativer Eingriff könne bas Leben retten. Der Kapitän ließ sofort swppen, eine Anzahl Oelfäner wurden ins Meer arnnffpn 1.».. • -
schweren Wogengang in ruhige Lage zu bringen. Der Arzt schritt unterdessen zur Operation, die vollkommen glückte. Aber die Nervenanstrengung des Operateurs war dabei so groß, daß er unmittelbar danach ohnmächtig wurde. In jeder Sekunde während dieser gefährlichen Arbeit fürchtete er, daß das Stampfen des Schiffes im Sturm ihn hindern würde, zu Ende zu kommen, baß seine Hände ausgleiten und leicht eine tödliche Verletzung herbeiführen könnten. Laco, der bei einem Aufschub der Operation das Land nie wiedergesehen haben würde, war bereits auf dem Wege der Genesung, als der Dampfer in New-Dork anlangte, und in wenigen Tagen wird er seine Tätigkeit wieder aufnehmen können.
* Die Zahl der Israeliten auf der Erde beträgt nach einer amtlichen Statistik ungefähr 11081000. Davon entfallen auf Europa 8 748000, auf Amerika 1556 000, auf Afrika 354 000, auf Asien 342 000 und auf Australien 17 000. In Europa verteilen sieh die Juden auf die einzelnen Länder folgendermaßen: 5 100 000 auf' Rußland, 2 100 000 auf Oesterreich-Ungarn, 600 000 auf Deutschland, 400 000 auf die Balkanhalbinsel, 105 000 auf Belgien und Holland, 80 000 auf Frankreich, 40 000 auf Italien. Die Städte mit größter jüdischer Bevölkerung sind Newyork mit 700 000 Juden, Wien mit 130 000, Berlin mit 05 000, London mit 80000 und Jerusalem mit 30 000:
Kleine Tageschronik.
Auch Hauptmann von Göden wurde zur Beobachtung seines Geisteszustandes nach der Provinzial-Jrrenan- st a 11 in Kortau gebracht.
Bei einem Brande in einer Kellerwohnung eines Hauses der Pappelallee in Berlin fanden drei Kinder den Tod durch Ersticken.
In Stuttgart wurde die etwa 55 Jahre alte Witwe Marie Fuhr erdrosselt aufgesmiden. Die Behältnisse ihrer Wohnung waren durchwühlt; so daß ein Raubnwrd vorzuliegen scheint.
In Jena beschlossen die Stadtbehörden, gegen die Bebauung des Schillergartens bei dem Ministerium Einspruch zu erheben.
Berlin, 24. Jan. In der 10. Abendstunde sprach gestern das Kriegsgericht der 1. Division (Garde-Division) das Urteil wider die Grafen Hohenau und Lynar. Graf Hohenau wurde freigesprochen, weil der Beweis für die ihm zur Last gelegten Vergehen ntcht erbracht werden konnte. Graf Lynar wurde wegen Mißbrauch der Dienstgewalt in 6 Fällen in Verbindung mit Beleidigung und wegen sittlicher Verfehlungen mit Untergebenen in 5 Fällen zu 1 Iahr 3 Mon. Gefängnis verurterlt.
In bcu Enlscheldungsgründen heißt es, daß der Gerichtshof den Grasen Hohenau freigesprocheu' hat, weil die Tatbestands- Merkmale des § 175 des Slr.--G.-B. nicht hinreichend nachgewiesen sind, aber nicht wegen erwiesener Uiischlild des Angeklagten. Bezüglich des Grasen Lynar nahm das Gericht an, daß die Anklage in vollem Umfange eriuiefcu wurde. Die Strafe ist deshalb so hoch bemessen worden, iveil der Angeklagte sich vergangen hat in ferner Eigenschaft als Vorgesetzter mit Untergebenen seines Regiments. Aon der Untersuchungshaft ist nichts angerechnet ivorden, weil der Angeklagte durch sem Verhalten selbst die Hanplverhand- luiig verzögert hak. Von einer Ehrenstraie wurde deshalb Abstand genommen, well der Angeklagte, ohne Berechligimg, Uniform zu tragen, verabschiedet wurde. Ter Gerichlshof beschloß, bei der Begründung der einzelnen Strafsälle im Interesse der militärischen Disziplin und der öffentlichen Sittlichkeit die Oeffentlichkeit wieder auszuschließen.
Königsberg i. Pr., 22. Jan. Das Divisionsgericht Jnster-- burg verurteilte den Feldwebel Mielke vonr 4. Grenadierregiment wegen Soldatenmißhandlungen in 280 Fallen zu 9 Monaten Gesangiiis.
A l l e n st e i n, 23. Jan. Hauptmann v. Gäben wurde der „^llenstemer Zeitung" zufolge heilte zur Beobachtuiig feines G e l st e s z u st a n d e s nach der Provinzial-Jrrenanslalt in Kortau gebracht.
Straßburg i. E., 22. Jan. Der Kassenbote Staude n m c 1 e r, der bei der hiesigen Steuerbehörde im September 1907 GO 000 Mk. unterschlagen halte und in der Schweiz festgenoinmeli worden war, wurde von der Straskammer zu vier Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust bei Anrechnung von einem "Monat Untersuchungshast verurleilt. Seine Begleiterin, eine mehrsach bestrafte Person, wurde zu zwei Jahren Ge'ängnis, eine Frau aus Mannheim, die einen Teil des gestohlenen Geldes verborgen hatte, wegen Begünstigung zu vier 'Monaten Gefängnis verurteilt. Das Geld war bis aus 1U00 Mark wieder beigebracht worden.
Petersburg, 22. Jan. Die Errichtung einer russisch- japanischen Bank, ivoran sich Japan mit 15 Millionen beteiligt, ist nunmehr beschlossene Sache.
handel.
Diskontherabsetzung der Bank von England. Das englische Noteninstitut hat den Diskont gestern gleich um ein volles Prozent und zwar von 5 auf 4 Proz. herabgesetzt, während nur eilte V2 Proz. Ermäßigung erwartet worden war. Die Bank trat mit 7 Proz. in das neue Jahr ein, sie ist also innerhalb drei Wochen um 3 Proz. in ihrer Diskontrate zurück- gegangen. In Bantkreisen wird dieses Vorgehen für etwas zu rasch gehalten und man kann sich des G.du k nS ni'ft erwchren, daß damit ein bestimmter Zweck verfolgt wird, ohne daß man jedoch hierfür einen, positiven Anhalt hat. Im vorigen Jahr blieb das Institut auf seinem am 17. Januar auf 5 Proz. herabgesetzten Satz bis 11. April stehen. Dann ging es zunächst auf 41/2-Proz. zurück und erst 14 Tage später auf 4 Proz., welcher Satz dann bis Mitte August beibehalteit wurde. Mit dem jetzigen Diskont hat die Bant von England wieder die Kontrolle über den Geldmarkt gewonnen. Zu erwarten steht nun auch, däß die Deutsche Reichsbank baldigst gleichfalls mit ihrem Zinsfuß und zwar wohl auch um 1 Proz. herabgehen wird. Zinsfuß und zwar wohl auch um 1 Proz. herabgehen wird.
— Zur Emission der neuen preußlsa> en vier- prozentigen Staatsschuld buch-Anleihe. Tie Zuteilungen auf die Subskriptionen sind nunmehr den einzelnen Zeichnern zugegangen, wobei entsprechend der Zusage durchweg die Zeichnungen voll berücksichtigt worden sind. Bei einem Teil der kleinen Zeichnungen war bei der Subskription sogleich der volle Betrag eingezahlt worden. Es beginnt nunmehr die Einzahlung der bis zum 31. ds. Mts. zu erlegenden 181/2 Prozent der zugeteilten Summe. Es ist anzunehmen, daß hinsichtlich eines erheblichen Betrages von Zeichnungen bereits von dem Rechte dcr Votlzahlung Gebrauch gemacht werden wird.
— Zeichen dcr Zeit. Tie Verl. Stadt. Sparkasse hat im Oktober bis Tezember 1907 6 635 000 Mk. mehr verausgabt 4 eingenommen.
Paris, 23. Jan. Die Bank von Frankreich er-i mäßigte den Diskont auf 3 Proz., den Lombardzinsfuß auf 4 Proz.
— Stahlw erks v e rb and. Aus Fachkreisen wird gemel-' bet, daß der Stahlwerlsverband für weitere 3 Monate, also jetzt! für 6 'Monate vom 15. Tezember 1907 an gerechnet, eine Aus- i fuhrt, ergütnng von 15 Mk. pro Tonne Halbzeugverbrauch auf Fertigfabrikate bewllligtc. Ter Antrag der Rl^inisch-Westfälifchen Trägerhändler-V"reinigung, den Weiterverkaufspreis für Träger statt nun 10,50 Mk. auf'10 Mk. pro Tonne zu ermäßigen, wurde abgelehnt.
— Eine Gerichtsentscheidung z u Gunsten be r1 amerikanischen Eisenbahnen. Das Oberste Gericht des Staates Pennsylvania entschied, daß das Gesetz, das den Eisenbahnen verbietet, mehr als 2 Cents pro Aöeile für Passagiere zu berechnen, verfassungswidrig ist, iveil cs verhindert, einen den Ausgaben und den Charakter des Eisenbahnbetriebs entsprechendcir Nutzen zu erzielen.
Gingejandt.
(Für Form und Inhalt aller ...uei dlcicj Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Entgegnung auf das Eingesandt eines Garbe nteichers in Nr. 1 5.
Aus dem ganzen Sinn des Eingesandt kann ich nur herausfinden, der Schreiber müsse ein direkter Interessent sein, denn für die Allgemeinheit von Garöenteich hat die Verlegung des jetzigen Bahnhofs keinen Groschen Wert, im Gegenteil bedeutet sie einen großen Schaden für ganz Garbenteich und Steinbach. Ob der Weg angetäuft werden muß oder nicht, darauf will ich nicht eingehen, jedenfalls wird es so fein. Gefallen an einem Güterverkehr hat heutzutage ein jeder Ortseinwohner, und wenn er noch so llein^ ist, ein jeder ist von einem guten Verkehr abhängig. Was Steinbach anbelangt, Jo hat es an diesem Projekt kein Interesse. Die ungünstigen Steigungen von Garbenteich nach Steinbach würden es jedem Steinbacher verekeln, ihn mit beladenem Wagen zu fahren, und er wird besser nach Lich fahren, wenn es auch etwas weiter ist. Ob sich die Bittsteller orientiert haben bei Watzenborn-Steinberg, Grünin- gen und Dorfgüll, will ich dcchingestellt sein lassen. Jedenfalls haben die angeführten Orte kein besonderes Interesse an dem angeführten Projekt. Watzenborn-Steinberg hat nicht weiter nach Großen-Linden. Grüningen hat noch keine Chaussee und wird auch in allernächster Zeit noch keine bekommen. Dorfgüll hat Hof Güll. Der Garbenteicher weiß, wie es scheint, den Weg von Garbenteich nach Grüningen schlecht zu taxieren. 9Ioch nicht ein Drittel liegt in Grenzsteinen. In der Gemarkung Watzenborn-Steinberg und Grüningen ist noch nichts geschehen, und Schwierigkeiten werden sich bieten. Wenn die Bahnverwaltnncf den Orten Watzenborn-Steinberg, Hausen und Garbenteich etwas Entgegenkommen zeigen will, so soll sie ein airderes Projekt ins Auge fassen, und da wäre Schiffenberg vorzuziehen. Eine. Erörterung über Watzenborn-Steinberg und Hausen ist nicht nötig., Garbenteich und Steinbach würden gern auf eine Güterverlade--- stelle halbwegs in Dorfgüll verzichten, wenn sie nur ihre Personenhaltestelle behalten, wo sie gegenwärtig ist. Stückgutverkehr ist auf der Personen Haltestelle Garbenteich, und ihre Waggon- ladungen können die Garbenteicher sich auch am Schiffenberg holen. Wenn die Ausladerampe nahe an Hausen gelegt unb ein Weg längs der Bahn bis an das Bahnwärterhaus bei Hausen an-! gelegt würde, wa§ doch für Hausen von großem Wert märe;, so hätte Garbenteich und sogleich^auch die Kreiswasenmeisterei einen nicht weiteren Weg, als bis an den schon so viel er»' wähnten, ungelegenen Platz. Durch die Domäne Schiffenberg hat auch der Staat ein Interesse an dem Projekt Schiffenberg. Auch ist das Gelände leicht zu erwerben, da es fiskalisch ifL Schon aus humanen Gründen wäre die Bahnverwaltung ver-! pflichtet, für die Haltestelle Schiffenberg etwas zu tun. Kommen doch nach meiner übersichtlichen Berechnung im Personenverkehr an der Haltestelle Schiffenberg jährlich an 12000 Mk. ein. Da wäre e5 an der Zeit, daß am Schiffenberg bald etwas bessere Verhältnisse herbeigeführt werden und die Augen der maßgebenden Körperschaften auf dieses Projekt gelenkt werden. Vielleicht tragen diese Zeilen etwas dazu bei.
Ein Watzenborner.
Gießener Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung für Hessen am Samstag den 25. Januar 1908: Meist heiter unö trocken. Fortdauer der Frostes. Oestliche Winde.
OrigLnLsL-DkKhtmeLdunse«.
Bielefeld, 24. Jan. Gestern erschien hier ein Adjutant des Ka isers bei dem Schwiegersohn des verstorbenen Geheimrat Hinzpeter und bat um Ueberlassung eines Sesiels, eines Schreibtisches und anderer Gebrauchsgegenstände aus dem Besitz des Verstorbenen für das Hinzpeter- Zimmer, das der Kaiser im Berliner Schloß einrichten will. Der Hofphotograph Hayn-Wllms ist beauftragt worden, ein Bild Hinzpeters in Lebensgröße herzustellen.
Stuttgart, 24. Jan. Dr. med. A. Tafel ist oon. einer 4jährigcn Forschungsreise im nordöstlichen China heute zurückgekehrt und hat wertvolle Forschungsergebmfse mitgebracht.
Paris, 24. Jan. Aus T 0u l 0n wird gemeldet: Eine Barke versuchte in das Arsenal, an der Stelle einzudringen, wo sich die im Barr begriffenen Unterseeboote befinden. Die Wache rief die Insassen der Barke an und gab Feuer, worauf dte Barke umkehrte.
Paris, 24. Jan. „Matin" glaubt mitteilen zu können, daß der französische Botschafter Bompard tatsächlich demnächst von seinem Petersburger Poften zurücktreten werde. Sein Nachfolger ist noch nickt ernannt. Tavon, daß Teleasss diesen Posten erhalten werde, wie gerüchtweise verlautet, ist bisher nicht die Rede gewesen.
Tokio, 24. Jan. In der gestrigen Sitzung des Parlaments wurde die Regierung wegen der u n g ü n ft i g e n Finanzlage heftig angegriffen. Tas eingebraebte Tadelsvotum wurde nur mit einer Majorität von 10 Stimmen, nämlich mit 178 g:gcn 168 Stimmen abgelehnt.
Tanger, 24. Jan. Nach glaubwürdigen Nachrichten, die tn Rabat eingetroffen sind, zeig: sich Abdul Asis über bic Folgen der französischen militärischen Penetration in Marokko sehr beunruhigt. Er soll beabsichtigen, einen allgemeinen Ä u f- ruf an die Mächte, speziell an Deutschland, Spanien^und England zu erlassen, damit diese ihm bei seinen jetzigen Schwierigkeiten zu Hilfe kommen, und der Schein beseitigt werde, als würde er ausschließlich von Frankreich unterstützt, der Hauptgrund für die Unbeliebtheit Abdul Asis bei seinem Volle.
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