Freitag 23. Oktober 1908
Drittes Blatt
Nr. 250
Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntag«.
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158. Jahrgang
das Lied vom Menschheitsteid.) Plärrer D. Schlosser.
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Rotationsdruck und Verlag der Brübl'fchen Unwersitäls - Buch- und Stemdruckerei.
R. Lange, Gießen.
Vereinigung der konfirmicrinicrtcn Tonnerstag den 29. Cftobcr, faal: Bibelstunde. (Buch Hiob,
Nächstkünstigen Sonntag den
politische Tagesschau.
Elektrizitäts- und Eassteuer.
Die Veröffentlichung des „Vorwärts" über die neue Gas- und Elcktrizitälssteuer entspricht nicht dem Rcgiermrgscntwurf. Die ,Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der „Vorwärts" veröffentlicht Teile des Entwurfs des Elektrizitäts- und Gassteuergesetzes. Die abgedruckten Bestimmungen entsprechen dem Entwürfe, wie er vor einigen Wochen dem Bundesrate vorgelegt worden war. Da der Entwurf nicht bloß den beteiligten Dienststellen im Reiche und den Bundesstaaten, sondern auch verschiedenen Sachverständigen und Interessenten mitgctcilt worden ist, so läßt sich hier noch schwerer als sonst vermuten, ob und wo eine Indiskretion begangen wurde, oder wie sonst die Redaktion des „Vorwärts" in den Besitz des Schriftstücks gelangt sein kann. Die Vorlage hat übrigens bei den Beratungen im Bundesrate, die noch nicht völlig abgeschlossen sind, eine Reihe von Acnde- r u n g e n erfahren, so daß die jetzige Bekanntgabe des „Vorwärts" sich jedenfalls mit der endgültigen Fassung nicht deckt.
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Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51.
RcdaktioinL^A 112. TeU-AdruAuzeigerGießen.
GerichtrsaaL.
Kassel, 22. Okt. Das Landgericht hob das freisprechende Urteil des Schöffengerichts gegen den Redakteur Hauschild vom sozialdemokratischen „Kasseler Vollsbl." auf und verurteilte den Angeklagten wegen öffentlicher Beleidigung der Vorstandsmitglieder der Kasseler Ortsgruppe des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie, begangen durch eine Reihe von Schmähartikeln gegen den Reichsverband, zu 500 Riark Geldstrafe bezw. 100 Tagen Gefängnis und in die Kosten des Verfahrens. Den Privatllagern wurde die PublikationSbrsngniS in vier bürgerlichen Zeitungen Kassels und in dem sozialdemokratischen „Kasseler Volksb.att" zuerkannt. In dem Urteil wurde ausgesprochen, daß, trotzdem die Kläger um die Stellung von Beweisanträgen Über die angeblich lügenhaste Kampseswcise deS Reichsvcrbanües ersucht hätten, Härte eS der Beklagte, bezw. sein Anwalt abgelehnt, Leweisanträge zu stellen. Das Gericht folgert daraus, daß haltbare Bcwcts- anträge von feiten des Gegners überhaupt nicht vorhanden sind.
Die „Siehener Zamiliendlätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich be,gelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.
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Airchliche Nachrichtev.
Evattgrlijche Gemeinde.
Am 19. Sonntag n a ct, Tr , n i ta t is, d en 25. Okt.: Sottesdicnst.
In der Stadtkirche.
Vormittags V'/, Uhr. Professor 1). S chian.
Vormittags 11 Uhr: Kiuderlirche fiirdie DialthauSgememde.
Piarrer D. Schlosser.
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mationsiest findet im Abendgottesdienst Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde statt. Anmeldung vorher dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
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Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe.
Abends 8 Uhr im Matthäuchaal: Vereinigung der roiifir« mietten rnäiinlicheii Jugend der Aiatihäusgemeinde.
Piontag den 20. Oktober, abends 8 Uhr im Matthanssaal: Vereinigung der konfirniierlen wnblicbcn Jugend der Matthäus- gemeinde, wozit auch die Neüronfirmiertk.» cmgcladeu werden.
Tieiislag den 27. Oktober, abends 8 Uhr im Aiarknssaal: - ... Mädcheii der Vtarkusgenicinde.
abends 8 Uhr, tm Ätallhäus-
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GiehMr Anzeiger
General-Anzeiger für Gderheffrn
der Gruppe A abgegeben werden, gelten bei der Stimmenauszählung vierfach. *
3utn Fall Schucking II.
Professor Dr. Walther Schücking Marburg) sendet dem „Berk. Tagcbl." folgende Zuschrift mit der Bitte um Ausnahme: „In meinem Artikel „In eigener Sache" hatte ich erzählt, mir sei von wohlgesinnter Seite anfangs des Jahres mitgeteilt worden, das Ministerium habe den Kurator beauftragt, wegen des Verdachtes politischer Ausführungen Erhebungen über den Geist meiner Vorlesungen anzustellcn. In Rr. 247 bringt nun die „Oberhessische Zeitung" als „von zuständiger Seite" die Nachricht, daß der Kurator mit Erhebungen über meine Vorlesungen nicht beauftragt worden ist. Gegenüber diesem Dementi muß ich zunächst an der Nichtigkeit der Tatsache sesthalten, daß mir seinerzeit jene Mitteilung gemacht worden ist. Ich darf ferner hinzu- fügcn, daß der Persönlichkeit, die mir jene Mitteilung gemacht hat, das höchste Maß von Glaubwürdigkeit zukommt. Wenn nun das Dementi in der „Oberhessischen Zeitung", wie ich nicht zweifle, „von zuständiger Seite" herstammt, so kann es sich^bec der mir einst mitgeteilten, nunmehr öffentlich beanstandeten Tat- fadw nur um einen Vorgang gehandelt haben, der dem von mir geschilderten außerordentlich wesensverwandt gewesen ist. Walther Schückin g."
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Das Pluralwahlsystem in Sachsen.
Die preußische Thronrede stellt für Preußen ein Plurnlwahl- recht in Aussicht, da ist es nicht ohne Interesse, zu sehen, wie sich in Sachsen das Pluralwahlsystem gestaltet, das dieser Tage von der Äahlrechtsdeputation der sächsischen Zweiten Kammer angenommen worden ist. 1. Tie Wahloerechtigten iDerben in zwei Gruppen eingeteilt. 2. Zn der Gruppe A gehören lne- jenigen Wahlberechtigten, a) denen bei Abschluß der Wählerliste das Eigentum oder der gesetzliche Nießbrauch an einem im Königreich Sachsen gelegenen Grundstück tzusteht, auf dem entweder mindestens 100 Steuereinheiten haften oder von dem mindeftens 4 Hektar der Land- oder ForstiDirtschaft oder dem Oostbau dienen, oder von dem auf mindestens 1 Hektar Gärtnerei oder Weinbau getrieben wird: b) die in dem der Wählerlistenaufstellung voralv- gegangenen Kalenderjahre ein Einkommen von mehr als 2200 Mark versteuert haben; c) die im Dienste des Reiches, des Staates oder einer Gemeinde, einertei, ob politischen. Schul- oder 5kirchen- gemernbe, oder die als Privatbeamte ein festes Gehalt von mehr als 1800 Mark beziehen; d) die zur- Gewerbekammer wählen dürfen; e) die ihre wissenschaftliche Bildung, d. h. Zeugnisse nachweisen Inönen, die für den einjährig - freiwilligen Aiilitär- dienst genügen. — Zu der Gruppe B gehören die üorigeit Wahlberechtigten (einstimmig). 3. Die Stimmen, die von den Wählern
Ein Nachruf für Althosf.
Der „ReichSanzciger" sagt in einem Nekrolog aus Mthofs: Tas Schaffen des außerordentlichen Mannes in engem Nahmen 6u übersehen, ist unmöglich. Den preußischen Universitäten war sein innerstes Jqcdj geweiht und um sie hat er sich durch Gewinnung ausgezeichneter Lehrer, wie hinsichtlich ihrer äußeren Ausgestaltung und der Entwicklung ihrer Institute die größten Verdienste erworben. Das Blatt weist hin auf seine Inangriffnahme einer Sck>ulreform und seine Sorge um die Hebung des höyeren Lehrerstandes und die Sicherstellung der Witwen und Waisen in den seiner Obhut unterststlten Borufsziveigen. Ter „Reichsanzciger" hebt dann seinen Anteil ar. der Organisation jur Bekämpfung der Lungentuberkulose und sonstiger Volksrranl- hciten hervor. SL) immer er sein geniales Können in den Dienst einer Sache stellte, machte sich neuen der unerschöpflichen Fülle der Ideen und der Stärke seines Millens die überragende Persönlichkeit geltend, der auch scheinbar Unmögliches gelang. Vor allem war er durch ein nie ermüdendes Pflichtgefühl ausgezeichnet und ethisches Empfinden gab allem seinen Wirken Lauterkeit und innere Wärme.
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In der Zohanneskirche.
Vormittags S'/r Uhr: Piarrer AnSield.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche *ür die Johannes- gemeinde. Piarrer Aus'eld.
Nachmittags 5 Uhr: Pkarrer B e ch t 0 l 8 h e r m e r.
Abends 8 Uhr uu Johauuesiaal: Versammlung und Bibcl- besprechung. ,
Aroniag den 26. Oktober, abends 8 Uhr im JohanneSsaal:
Bibelstunde. Pfarrer Ausield.
Nächstkünstigen Sonntag den 1. November: <ycter bc5 Rei 0 rmati 0 nsfestes. Tabei findet Beichte und heil Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemenide im Abendgolievdicnst stall. Anmeldungen vorher bei dem Piarrer jeder Gemeinde erbeten.
Ain ReformationSieste wird nach allen Gottesdiensten eure Kollekte für die Guslav-Adoli-Sliilung erhoben werden.
Warlburg- Verein (Christlicher Verein junger 'Manner), abends 8 Uhr: Vorlrags-Abend uu GemeuthehauS Kirchstraße 9 Gäste willkommen.
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Gottesdienst.
Samstag den 24. Oftober:
Nachmittags um 5 Uhr und abends um v Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. , _ .. ..
Sonntag den 25. Okt., 20.Sonntag nach Pfingsten: Vormittags von 6'.. Uhr an: Gelegenheu zur heil. Beicht.
„ um 7 Uhr: Tie erste heil. Wie.
„ um 8 Uhr: Tie z,veile heilige Blesse.
„ um 9*-, Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 6 Uhr: Christenlehre, daraui Nosenkranz°-A,ldacht mit Segen.
Montag, Dienstag, Mittwoch, Tonnerstag, Jreilag und Samstag abends'nm 6'/, Uhr ist Roienkranz-Andacht nut «-egen.
Menn der herbstwlnd über die Stoppeln braust« mutt men besonders vorsichtig sein, denn man hat einen Katarrh men, eh man's sich versiebt.. Da mm; man Denn immer gleich Jays achte Lodener Mineral-Bauitlen zur Hand haben, damit io ein.Katarrh auch gleich uu Amans bequem und ohne Bermsstörung bekämpft werden rann. J-ayS ächte Sodener Haben ihrer prompten Wirkung wegen einen Weltruf und sie sind heute für ungezählte ^auiende schon ganz unentbehrlich. Der Preis ist niedrig: 8v Pfennig W die Schachtel und find dieselben in jeder Apotheke, Drogerie oder Alineralwasferhandlung zu haben. Achten Sw bitte, daß Sie keine viachahmung erhalten.________________Ihv- /n
Ein Stärkungs - Getränk für alle, die sich schwach und elend fühlen, das 2-leiich, Eier, Milch uiw. eriestt. .. , p),J/w
Frankfurt a. M., den 30. Juli 1008. Hierdurch erlaube ich mir Ihnen nmzuteilen, daß ich nach Versuch Ihrer Kostprobe nur ein Pacet „Liofon" getauft habe, welches jetzt zu Ende^gegangen ist, und iverde nun em zweites nehmen. Durch eine Operation, welcher ich nttch unterziehen mußte, war ich sehr ichwach uub blut- arm aetvorden. Lei diesem meinem Leiden zeigte Ihr „Btoson große Wirkung. Ich fühle mich schon viel kräftiger und habe auch wieder mehr Lebensgeift. Hochachtungsvoll Heinrich Schmidt, A-rohnhofitraße 11, 11. — Liofon ist anertanntermatzen das beste und billigste blutbildende Kräftigungsmittel für Schwache, Elende, Kinder, altere Leute ufro., dessen belebende, erfrischende Wtrrnng sich schon nach wenigen Tagen bemerkbar macht. Erhältlich */2 Kilo 3 Mk., für einige Wochen ausreichend, in Apotheken, Drogerien ufw.
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