Ausgabe 
23.3.1908 Erstes Blatt
 
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unb die GesangSvorträgc des Schülerchors, darunter das t schöne LiedAuf, mein Deutschland, schirm dein Hau?." i Die ganze Feier nahm einen schönen Verlauf und wird den ! Bewohnern unseres Dorfes noch lange in Erinnerung bleiben. 1

x Friedberg, 22. März. Nächsten Mittwoch findet i am Predigerseminar die Entlassung der Pfarramts­kandidaten statt. An der Realschule fand gestern die s Entlassung der Abiturienten statt, sämtliche 17 bestanden ; die Prüfung. Bezüglich der Gewerbe-Akademie t schwirren gegenwärtig wieder allerlei Gerüchte durch die l Stadt. Jn maßgebenden Kreisen wird betont, daß von einem Eingehen der Anstalt keine Rede sein kann. Eine l definitive Entscheidung darüber, in welcher Form sie weiter < geführt werden soll, wird in aller Kürze erfolgen, ebenso ' die Entscheidung über einen Neubau.

Bleichenbach, 22. März. Vor einer sehr zahl- : reichen Versammlung hielt heute Lehrer Stirik-Altenstadt im Kriegeroerein einen Vortrag über den böhmischen Feld zu g im Jahre 1866. Der geschätzte Redner verstand . es, den Feldzug in seinen Ursachen und Verlauf, unterstützt von Spezialkarten, recht anschaulich vorzuführcn. Die Vor­träge erfreuen sich schon seit Jahren einer äußerst regen Teilnahme. Im Juni findet in Ortenberg der Dele­giertentag derKriegerkameradschaft -Hassia« statt, wozu eben die umfassendsten Vorkehrungen getroffen werden. Das Fest ist auf eine Dauer von 2 Tagen berechnet.

Aus dem Vogelsberg, 22. März. Daß auch die Orte des Vogelsbergs dem Fortschritt huldigen, sieht man wieder an dem Torfe Allmenrod. Es hat . vor einigen Jahren ein stattliches neues Schulhaus er­baut und ist zur Zeit mit der Herstellung der Feldbe­reinigung beschäftigt. Dieser Tage fand nun Gemeinde- ratssitzung statt, an der auch Kreisrat v. Bechthold-Lauter- bach und Kulturinspektor Kurz-Lauterbach teilnahmen. Auf der Tagesordnung stand die Erbauung einer Wasserleitung. Die Kulturinspektion wurde beauftragt, ein Projekt aufzustellen und Qucllschürfungen vorzunehmen.

K.L. Darmstadt, 22. März. Das Dekorierungs­fest des Odenwaldklubs vollzog sich gestern abend im Saalbau in althergebrachter Weise. Der große Saal war vollständig in prächtiges Tannengrün und Laubgewinde eingehüllt. Als Ehrengäste wohnten Minister Dr. Braun, Ministerialral Süffert, Geh. Kabinettsrat Röm Held, Bürgermeister Dr. Glässing, Kreisrat Hahn und meh­rere Generäle, sowie zahlreiche Vertreter der befreundeten Sektionen bei. Nachdem der Vorsitzende, NechnungSral Daub, der Festversammlung ein Willkommen zugerufen und in längerer Rede auf die Wichtigkeit der Wanderungen durch den Odenwald hingewicsen, begann der Neigen der Unterhaltungen, darunter ein Verslusispiel von Köscr: Ein Ständchen im Odenwald", das Herr Hofschauspieler Hacker vortrefflich einstudiert hatte. Später vollzog der Leiter des Festes, Professor Kissinger, den Akt der Dekorierung, bei dem 13 zum erstenmal, 9 zum zweiten­mal, 3 zum drittenmal, 2 zum viertenmal, 3 zum fünftem und sechstenmal, 1 zum siebtenmal, 2 zum achtenmal und 1 zum elftenmal dekoriert wurden. Später begrüßte noch Dr. Glässing namens des Gesamtvereins die Klub­sektionen, Kreisrat v. Hahn-Heppenheim lud zur Auf­führung des Festspiels:Das Müllerliesl von Michelstadt", das am 5. April in Bensheim erfolgt, ein und General v. Grolmaun trank als Rodensteiner auf die Zukunft des Odenwaldklubs und auf seinen früheren hochverdienten Leiter, Minister Braun, der dann in einer äußerst launigen und humorvollen Nede die innigen Beziehungen zwischen den Rodenstcinern und den Odenwäldern näher beleuchtete; er schloß mit einem kräftigenFrisch auf!" auf den Oden­waldklub und die engere Heimat.

R. B. Darmstadt, 22. März. Im städtischen Saal bau fand heute der Frühjahrsgautag des Gaues 9 D. R.-B. statt. Um 11 Uhr wurde die Delegiertenver­sammlung durch den 1. Gauvorsitzenden August Stifft- Frankfurt a. M. eröffnet. Anwesend sind 17 Gauvor­standsmitglieder und 55 Delegierte. Der aufgestellte Vor­anschlag für 1908 liegt im Druck vor und wird genehmigt. Danach zählt der Gau z. Zt. 56 Vereine mit 1330 Mit­glieder und 820 Einzelfahrcr. Der Vertreter für Rechts­schutz im Gau, Dr. Haberling-Mainz, berichtet über interessante Fälle, besonders in der Unfall- und Haft­pflichtversicherung. Bei dem Deutschen Turnfest in Frankfurt wird der Deutsche Radfahrerbund durch eine Feslwagengruppe vertreten sein, die dazu erforderlichen Mittel morden genehmigt. Die Wahl der Delegierten zum Bundestage in Bremen ergibt ass Delegierte: Stifft und Bosch e r - Frankfurt, Dr. Haberling-Mainz, Ull­rich, Samcs und Schmitt-Darmstadt; als Ersatz: Braun-Lasphe, Hahn-Siegen, Biersack und Mauth ke-Frankfurt, T ätzn er-Offenbach, Bauste- Bornheim. sDer frühere langjährige 1. Gauvorsitzende Franz Jos. Schneider-Frankfurt wird zum Ehren­mitglied ernannt und ihm eine silberne Plakette überreicht. Als Ort für den Herbstgautag wird Frankfurt ernannt. Mit dreifachem All Heil wurde V/z Uhr der Gautag geschlossen.

* Frankfurt a. M., 22. März. Das Kronprinzen- pcrar, das gestern vormittag hier eingetrosien war und im Frankfurter Hof Wohnung genommen hatte, besuchte heute vormittag das Weinbergsche Gestüt und wohnte gestern und heute dem Preis-Reiten und -Springen iin Hippo­drom bei. Auch der Großherzog von Hessen und das Prinzenpaar Friedrich Karl von Hessen besuchten die inter- effante sportliche Veranstaltung. Die Rückreise des Kron­prinzenpaares nach Berlin erfolgte am Abend um ll1/* Uhr.

Frankfurt a. M., 22. März. Friedrich Karl Prinz von Hessen, Oberstleutnant im 1. Kurhessischen Infanterie-Regiment Nr. 81, ist zum Oberst und Kommandeur des Regiments ernannt worden. Dec seitherige Kommandeur, Oberst v. Wartenberg, ist mit der Führung der 33. Infan­terie-Brigade in Altona beauftragt. Major v. Nauchhaupt, seither im Regiment Nr. 95, wurde zum Oberstleutnant im 81. Regiment ernannt. Oberleutnant (Sarraciola im 81. Regiment wurde unter Beförderung zum Hauptmann in den großen Generalstab versetzt. Heute früh 11 Uhr übergab der älteste Stabsoffizier des Regiments 81, Major Seydel, baS Regiment, das zu diesem Behufe Paradeaufstellung auf

dem Kasernenhofe der Infanterie-Kaserne genommen hatte, dem neuernannten Obersten. Der Kgl. Musikdirektor, Kapellmeister Kalkbrenner, der seit 1884 die Regiments- Kapelle des 81. Infanterie-Regiments dirigiert, ist heute früh nach langer Krankheit gestorben.

X Hanau, 22. März. Jn Mensengesäß ereignete sich ein tödlich verlaufener Unfall. Die Witwe Agathe tofmann begab sich in die Pfarrkirche und ließ ihre beiden inder im Älter von 46 Jahren allein zu Hause. Die beiden Kinder spielten und liefen in der Stube auf und ab, wobei das jüngste Kind mit dem Kopfe gegen die Ofentüre siel und sich derart schwer verletzte, daß der Tod alsbald eintrat. Die aus der Kirche zurückkehrende Mutter fand ihr Kind nur als Leiche vor.

Kinzenbach, 22. März. Der Kriegerverein Kinzenbach, gegründet am 100jährigen Geburtstage Kaiser Wilhelms I., 22. März 1897, war bis jetzt noch nicht im Besitze einer Fahne. Da ihm der General-Appell des Kreis- Kriegerverbandes nicht zuerkannt wurde, wird er sein Fahnen­weihfest im engeren Kreise feiern. In der heutigen General­versammlung wurden der zweite nnd dritte Pfingsttag als Festtage bestimmt. Trotz der vielen Festlichkeiten, welche für diesen Sommer in hiesiger Gegend angekündet sind, hofft der Verein auf eine zahlreiche Beteiligung. Die Fahne liefert die Fahnenfabrik zu Bonn.

VerinitzÄMo«

* Hochzeitsglocken am portugiesischen Königs- h o s. Obwohl das Trauergeläut um Dorn Carlos noch kaum verstummt, heischt doch das Interesse der Dynastie Braganza, das; König Manuel schon jetzt an Hochzeitsglocken denkt. Der Lissaboner Hof bemüht sich, eine Gattin für den jungen Souverän zu finden, und die Presse glaubt mit ihrem Rat nicht knausern zu dürfen. Eine französische Prinzessin, wie es Königin Amelie ist, soll die künftige erste Frau Portugals nicht wieder sein. Im Volk lebt eben noch die Erinnerung an Junot und die Franzosenzeit. Eine deutsche Fürstentochter würde gleichfalls von den Portugiesen nicht gerade mit Jubel begrüßt werden. An eine spanische ist nicht zu denken. Portugal würde dann in der Furcht leben, ein Vasallenstaat des Nachbarlandes zu werden. Bleibt nach Ansicht einer mit England in intimen Beziehungen lebenden Nation nur die Möglichkeit, unter britischen Prin­zessinnen Umschau zu halten. Einige Blätter glauben sogar be­reits versichern zu können, daß die Wahl auf Alexandra Duff, 17jährige Tochter des Herzogs von Fife aus bem niu)t souveränen Hause Duff und seiner Gemahlin Luise, die Tochter des Königs von England ist, gefallen sei.

* K u n st s ch m n g g e l i m k ö n i g l i cy e n A u t o. Jn welcher Weise die Kunstbegeisterten den italienischen Behörden ein Schnippchen schlagen, die über die Ausführung des Verbotes zu wachen haben, auf Grund dessen alten Kunstwerke Italien nicht verlassen dürfen, davon weiß der Jiitrasigeant eine hübsche kleine Geschichte zu er- zähleii. Es handelt sich um drei kostbare Gemälde, einen Raffael, einen Tizian und einen Velasquez. Sie waren das Eigentum eines Herrn, der mit dem italienischen Königshause in nahen Beziehungen steht, der aber ans zwillgenden Gründen^ seine Bilder verkaufen wollte. Ein Pariser Kunsthändler interessierte sich für die Kunst­werke, lind nun war die Frage zu losen, wie man die Bilder aus Italien heransschniiiggeln fönne. Lange wußte der Besitzer keinen Ausweg; als er aber eines Tages erfuhr, daß die Königin Margherita eine Automoblllahrt nach Frankreich unternehmen würde, kam ihm die Erleuchtung. Die drei Bilder rourbert sorg- iam zusammengerollt und heimlich in dem Automobil der Königin verstaut, nachdem selbstverstäiidlich die Dienerschaft mit einigen qolbenen Argumenten von der Zweckmäßigkeit dieses Verfahrens überzeugt ivorden war. Als das königliche Automobil die Grenze passierte, verzichteten die Zollbeamten selbstverständlich daraus, das Gefährt der Königm-Wuwe zu revidieren, und, einmal in Frank­reich, war es die einfachste Sache der Welt, die Rollen nach Paris zu desördern. Dort mären sie auch eine Zeitlang bei einem Kunst­händler ausgestellt und ivurden schließlich auch für 200 000 Mk. an einen französsischen Sammler verkauft. Die Königin hat natürlich keine Ahnung davon, daß sie zur unschuldig Mitschuldigen an diesem Schmuggel geworden ist.

Kleine Tagcschronik.

In B e r l i n wurden von der Kriminalpolizei die Juwelen­diebe verhaftet, die am 31. Januar d. Js. in Schwäbisch Gmünd Schmuckjachen im Werte von 120 000 Mk. erbeuteten. Der geistige Urheber der Tat ist ein ehemaliger Angestellter des Be­raubten, der extra nach Berlin fuhr, um zu der von ihm geplanten Tat einen Einbrecher zu suchen, den er bann auch ui ber Person eines gewissen August Langfelb ianb. Durch den Schankwirt Guje unb bessen Bruder wollte ber Anstifter, besten Name Richarb Kaus- mann ist, bie Schmuckjachen verkaufen, ivurde hierbei aber verhaftet'

Prinz Joachim Albrecht von Preußen, der be­kanntlich wegen meiner Liebesaffäre den Abschied aus bem Heere erhielt, steht in Umerl-andlung wegen Ankaufs einer großen Be- ffhuilg südlich des Alain, wo er dauernd zu leben gebenit. Ter Prinz beabsichtigt, den Namen eines Grafen von Kamenz anzunehmen.

Der aus einer hochangesehenen Münchener Familie stammende P o r t r ä t m a l r Herma n n M a y r (Pseudonym Hermann Ar­nim, hat sich mit Cyaukali vergiftet. Er litt seit einiger Zeit an nervösen Depressionen.

Von einem aus Station Friedrichs seld (Baden) aus- sahrenden Güterzuge riß sich der Schluß los. Als ber Zug­führer den Zug darauf zum Stehen brachte, rannten die noch im Rollen befindlichen abgerissenen Wagen von hinten auf und wurden teilweise zertrümmert. Ein Bremser wurde schwer ver lehr.

In Breslau brach in dem Hausezu den drei Mohren" Feuer aus. In dem Hause befinden sich Wohnrrngs- und Gc- ichäftsräume, in denen sich zurzeit des Brandes ungefähr öO Per- - iouen befanden. Diesen Personen war, da die Treppe lichterloh : vrannte, der Ausweg aögejchnitten. Die Feuerwehr rettete diese - Personen mit allen verfügbaren. Leitern durch die Fenster. Der Hausmeister Döring, der seine alte Mutter und seine Frau selbst ' zu retten versuchre und auf den Dachrand kletterte, blieb bart hängen und iuuroe erst durch die Feuerwehr, die die mechanische l Leiter anlegte, berrett. Auch die beiden Frauen, bie ohnmächtig geworden waren, und von Denen eine Brandwunden erlitten, wurden von ber Feuerwehr gerettet. Der Schaven ist groß.

1 In Bruckbergerau (Bayern) drang in die Behausung des i Gütlers Wimmer ein Unbekannter ein, er mordete dessen Frau > und IVe jähriges Töchterchen und erbrach sämtliche Kasten.

In Dresden wurde in einem Hotel ein Ehepaar namens Lehmann aus Bischofswerda mit seinen Kindern ütt aufgefunben. : Sie hatten Gift genommen. Ter Ehemann, ein Staatsbeamter, ! litt an Schwermut. Die Umstände fprechen dafür, daß alle un > Einverständnis gehandelt haben.

In Berlin würbe auf den Kaufmann Sigmunb Bern­stein ein Raub mordvers ach verübt. Ter Täter hat dem ' in seiner Wohnung am Schreibtische sitzenden Bernstein drei Kops- [ Verletzungen peigevracht unb ist dann entfoinanen, ohne etwas zu . hinterlassen. Für bie Ermittelung des Täters hat das Polizei­präsidium eine Belohnung von 1000 Mk. ausgesetzt.

- Am 22.März stürzte ein 19 jähriger j. Mann aus Reutlingen , der sich mit einem Freunde am O lg afelsen (Schwaben) im , Klettern übte, infolge Losgehens eines Steines in die Tiefe und blieb mit zerschmettertem odiäM liegen.

' Gerüchte melden die Verh a f t u n g des berüchtigten Staub 1 mord ers Sternickels, der seit langem in der Provinz . Sachsen unb in ber Altmark verfolgt wurde, in Glinde bei Barby. t In Tüllen im Rheinland mißhandelte ein 9jähriger ; Schulknabe ein 4jähriges Mädchen in bestialischer Weise und knüpfte sie dann an einem Baume auf. Das ' Verbrecheii wurde noch rechtzeitig entdeckt und das schwerverletzte f Kind m ärztliche Pflege gegeben. Ter Missetäter enttarn.

In Altona wurde die S ch r i f t st e l l e r i n Kate Kampe' aus Berlin, die sich in selbstmörderischer Absicht schwer ver­giftet hatte, aufgefunden.

In Wien wusch sich eine. 19jährige Oberleutiiantsgattut ihre Haare mit Petrolenm und kam in bieDiäiye einer bren­nenden Kerze. Tie Haare fingen Feuer. Auf das Geschrei der Frau warf der herbeieilende Bursstfe eine Steppdecke über die Frau. Tiefe war aber schon so schwer verletzt, daß sie kauml mit dem Leben davonkommen dürste.

In Rozsahhegy iUngarn) spielte sich im' Verlandlungs^ saale dcs Gerichtshoses eine peinliche Szene ab. Ter Gerichtshof hatte einen Prozeß des Bäckermeisters Brüll verhandelt. Als der Gerichtshof sich zur Urteilsfällung zurückzog, erhob sich Dr. Hiller, ber Advokat der Gegenpartei, von seinem Platze und ver­setzte dem Brüll zwei Ohrfeigen. Der Bäckermeister hat den Advokaten zum Zweikampf ford:rn lassen.

Der Herzog der Abruzzen will jetzt wieder nach Italien zurückkehren. Er hat aber seiner ainerik. Brant verjprochen, iin Alai zurückznkehren. Tie Hochzeit soll im Herbst slattsinden. Die Be- hanplungen amerif. Blätter, daß der Herzog 10 Millionen Dollars gefordert habe, sind unwahr. Er verfügt übrigens über 300 000 Lire Revenun.

«KerscL-ts-asL.

x Hanau, 21. März. Vor dem Kriegsgericht der 21. Division hatte sich heule ber U n l e rz a h l m e i st e r Zörb vom 1. Ba­taillon bes Jnsanterie-Regnnenl 91 r. 166 wegen Unterschlag ung eines Betrages von 100 Mart zu veranuvorten. Das Urteil lautete auf 4 Ai 0 n a t e (Stang u i 5 , auperbem würbe auf Segrabation erkannt. Ter Verurteilte biente un 18. Jahre.

Solingen, 22. Alärz. Tas Schöffengericht verhanbelte gestern gegen22 W a h l r e ch l s b e m 0 n st r a n t en vom 12.Januar. 19 Angeklagte erhielten 921 Mk. Gelbstrafe, einige Gefängnis­strafe von einer bis zwei Wochen, drei würben freige)prochen.

Monastir, 21. März. Der bulgarische Banben- f ü f) ter Alhanassosf, ber wegen ber Zerstörung griechischer Dörfer in Anklagezuslanb verjetzt worben war, würbe 511m Tobe verurteilt.

ArdeiSerbewegttng.

A Marburg, 22. März. Zwischen ber Schneiberinnung unb beu Gehilfen würbe gestern vor bem Gewerbegericht als Einigungsamt ein auf 2 Jahre festgesetzter Tarifvertrag ab- ges chlossen. _____________________________________________________

Lings-ansr.

Für Form und Inhalt aller uiucr dieser Rubrik stehenden Artikel dbetiur.-mi die Rebarticm bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung-)

Prof. B i e r m e r unternimmt es, mir in seinerEpistolae fonnatae" über bie Reform ber Arbeiteroersichermig Unsachlichkeit vorzuwersen, ba ich nur Jnteressenpolilik vorgelragen habe.

Ich kann bie§ nicht unwibersprochen lassen, ba bie Sache sich boch wesentlich anbers verhielt.

Der Vorstanb ber O. K. G. hatte bereits uuterm 28. 2. 08 beschlossen, eine öffentliche Verjammlung auf beu 22. 3. 08 einzube­rufen, um Stellung zu nehmen über bie zu erroartenbe Reform bes Krankenversicherungsgesetzes.

Ter Schriftführer bes Zweigvereins ber Gesellschaft für soziale Reform hatte hiervon Kenntnis erhalten unb ersnchte nun ben Vorstanb von biejer Versammlung abzujehen unb bie von ihnen arrangierte zu besuchen. Er erklärte hierbei, in biejer Versammlung könnten in ber Diskussion bie Forberungen bet Ortskrankenkasse zum Ausbrnck gebracht werben. Der Vorstanb ging hierauf ein unb ich würbe beauftragt,- bie Forberungen ber Ortskrankenkasse zu formulieren, bezw. zu erörtern.

Ties habe ich getan unb überlasse nun jebem richtig Denkenben bas Urteil. Ich habe übrigens auch in ber Versammlung bies ausbrücklich erwähnt.

Zu ben übrigen Ausführungen bes Prof. Biermer will ich mich nicht äußern, habe ich folche boch fchon vor längerer Zeit sinngemäß bei ben Arbeiten von Seltmann, Freunb, Majet, Kleeis u. a. ge- fimben.

Seine anberen utifachlicheii Aussührungeii nehme ich ihm nicht übel, ba es nur ganz gleichgültig ist, wie em Professor hinter feinem grünen Tische über Ausführungen, bie nur aus ber Praxis herausgenommen sinb, benkt. H. Fourier.

Spielpteit der vereinigten grantiurter Stadttheater.

Opernhaus.

Montag ben 23. März, nbcnbS 7 Uhr: Zum Besten ber Pensionsanstalt ber Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger: Z u m ersten 9)1 a l e :D e r W a n b e r e r." (J1 Viandante.) Lyrisches Drama m 1 Aufzug von Enrico Bossi. Hierauf: Zum e r ft e n Male:R übezah I." Phantastisch - pantomimisches Märchen-Ballett in 1 Auszug von Franz Köhler. Zum Schluß, neu emftubiert:Fortunios Lieb." Dienstag ben 24. März, 7 Uhr: Mabame Butterfly."

Schauspielhaus.

Dienstag den 24. März, abends 7 Uhr:Erde."

Bvsefkasten dev Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.»

Herrn O. 9!., liier. Selbstverständlich sind mit ber Be­merkungVerhalten bes Herrn R." in bem Bericht über bie Anne- röber Versammlung nicht Sie gemeint gewesen.

Märkte.

fc. Frankfurt a. 9)1., 23.März. (Telegr. Orig.-Bericht bes »Gieß Anz."). ülintl. Notierungen ber heutigen Viehmark tpreise. Zunr Verkäme stauben: 445 Ochsen, 82 aus Oesterreich, 47 Bullen, 5 nus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 838 Kühe, Fersen, Stiere imb Ninber, 0 aus Dänemark, 314 Kälber, 246 Schafe unb Hammel, 00 Schafe aus Cefierreidi, 00 Ziegen, 2244 Schweine. Bezahlt würbe für lOOPfunb Schlachtgewichi. Ochsen 1. Qualität 7476 Mk., 2. Qual 7072 Alk., 3. Qual. 6064Mk.; Bullen l.Qual. 64 bis 66 Mk., 2. Qual. 5860 Mk.; Kühe l.Qual. 6870 Mk., 2.Quall 0264 Alk., 3. Qual. 46- 48 Mk, 4. Qual. 0000 9)IL, 5. Qual. 00OOMk. Kälber: 1. Qual.9294 Pfg., Lebenbgewichl5456 Pf^ 2. Qual. 7686 Pfg., Lebenbgewicht 4550 Pfg., Schlacht­gewicht 6065 Pfg. Schafe: 1. Qual. 8st82, 2. Qual. 7274 Pfg^ 3. Qual. 0000 Pfg.; Schweine 1. Qual. 5800 Pfg., Lebdaew. 00,000,0 Pfg., 2. Qu. 56-57,0 Pfg., Xiebeubgen). 45,500 Pfg., 3. Qual. 4850 Pfg. Lebenbgew. 00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstanb erheblich; bei Kleinvieh: Schweine ge­brückt, Ueberstanb bebeutenb; bei Kälber und Schafe gut, lieber- stand gering. Bei öfter. Ochjen Uebenwnz.

Gießener Wetterdienst.

Boranssichtlichc Witterung für Hcffeu am Dienstag den 24. März 1908: Heiler und trocken. 9lach1s kühl, am Tage warm. Schwache östlllche Winde.

ßu b e cE, 23. Alärz. Auf dem Ratzeburger See ging eine Dampffähre unter. Von den 14 Passagieren wurden nur 4 gerettet

Madrid, 23. Viärz. El Mundo erklärt, von mehreren Seiten aus Lissabon erfahren zu haben, daß die Armwunde, die König Manuel bei dem Attentat am 1. Februar erhalten hat, sich verschlimmere. Tic Aerzte hätten ihm sogar zu einer Amputalion geraten, wozu sich aber der König unb die König iw- Mutter nicht bewegen, ließen.

Madrid, 23. März. Am "26. März beginnt in Bar­celona der Pv ozeß gegen den Polizeispitzel Rull, dem man mit Spannung entgegen)iJ)t, da Rull für den Urheber zahlreicher Anschläge gehalten wird. In Barcelona wurde ein verdächtiger Chemiker verhaftet, der au5 Kuba stammen will und bei dem zur Anfertigung von Sprengkörpern' geeignete Substanzen gefunden wurden.