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22.2.1908 Erstes Blatt
 
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Nr. 45 Erstes Blatt 158. Jahrgang Samstag 33. Februar L908

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für die Redaktion 112, Verantwortlich

MW General-Anzeiger für Oberheffen MW

Annahme von Anzeigen ® »» u. Land" und ^Gerichts-

--kmW'io uh" Rotationsdruck UN- Verlag der vnchl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei. B. Lange. Bedaktian, Expedition und Druckerei: Schuistratze 7.

Die heutige Nummer umfa&t 16 Seiten.

Stimmungsbild aus dem Reichstage.

Berlin, 21. Februar.

Zu den -unerfreulichen Kapiteln der parlamentarischen Verhandlungen gehört die Behandlung der sogenannten Fälle". Am unerfreulichsten aber gestaltet sich die .Ver­handlung dann, wenn es sich um persönliche Angelegen­heiten von Mitgliedern des Hauses selber handelt, und einer dieserFälle", die mit unerfreulicher Regelmäßigkeit alle paar Jahre im deutschen Reichstag wiederkehren, ist der Fall Stadthagen. Bor mehr als 15 Jahren wurde er durch Erkenntnis des Ehrengerichtshofs aus dem Anwalts­stand ausgeschlossen, zu einem Teil aus einem politischen Grunde, wegen seines Verhaltens dem Richterstande gegen­über; und welche Virtuosität Herr Stadthagen in der Herabwürdigung der deutschen Rechtspflege besitzt, davon hat man ja dieser Tage wieder bedauerliche Proben bei der gegenwärtigen Justizdebatte gehabt, und sie haben den Anlaß gegeben, diesen Fall Stadthagen heute von neuem aufzurollen. Der zweite Grund für den Ausschluß war nach dem Erkenntnis des Ehrengerichtshofes in einer be­wußten Gebührenüberhebung zu suchen. Am Schlüsse der gestrigen Sitzung hatte der konservative Abg. Frhr. v. M a l tz a n auf dieses Erkenntnis Bezug genommen und daraus den Schluß gezogen, daß ein solcher Mann es nicht wagen dürfe, von der Tribüne des Reichstags den deutschen Richterstand in den Schmutz zu ziehen. Er hatte dabei Herrn Stadthagen ausgefordert, das Erkenntnis zu veröffentlichen. Das führte dazu, daß ein großer Teil der heutigen Sitzung durch diese leidige Angelegenheit ausgefüllt wurde. Wäre Herr p. Maltzan bereits zu An­fang der neunziger Jahre Mitglied des Hauses gewesen, so wäre die Wiederholung einer Verhandlung, die damals sich mit dem Fall bis in jede Einzelheit beschäftigte und wie man zugeben muß, nicht im Sinne des konservativen Redners auslief, dem Hause jetzt erspart geblieben. Damals hatte der Reichstag einmütig einem Antrag der sozialdemo­kratischen Fraktion stattgegeben und die Genehmigung zur. strafrechtlichen Verfolgung des Abg. Stadthagen wegen der in dem ehrengerichtlichen Verfahren behaupteten strafbaren Handlung erteilt. Aber obgleich Herr Stadthagen in seiner Art alles versucht hat, um eine Anklage gegen sich zu er­zwingen, ist eine solche nicht erfolgt, in der Hauptsache mit der Begründung, daß das Entlastungsmaterial, auf das er sich bezog, inzwischen verbrannt worden sei. Der unerquickliche Streit, der gestern begonnen, heute zunächst von dem Parteigenossen Stadthagens, dem Mannheimer Rechtsanwalt Dr. Frank fortgesetzt und dann zwischen den Abgg. Frhr. v. Maltzan und Stadthagen persön­lich weitergesührt wurde, zog sich bis in die achte Abend­stunde hin. Wegen des Vorwurfs der elenden Verleum­dung, den Stadthagen, kaum verklausuliert, seinem Gegner ^schleuderte, erhielt er einen Ordnungsruf, wie vorher schon fein Mannheimer Parteifreund. Die anderen Par­teien hatten keine Neigung, sich in diese Auseinander­setzungen einzumischen: der Eindruck bleibt aber, daß in dieser Sache der von Herrn v. Maltzan geführte Beweis gegen Stadthagen nicht geführt werden kann.

Auch sonst gestaltete sich die heutige Sitzung sehr leb­haft. Zunächst hatte man in zweiter Lesung das Scheck- Lesetz erledigt, sich dabei über die passive Scheck- i^higkeit der Sparkassen unterhalten und der Staatssekretär v. Bethmann -Hollweg durfte sich der Anerkennung erfreuen, daß die ausgezeichnete Ausarbei- ^ng seines Entwurfs dem Reichstag weitere Arbeit erspare, ^ann sprach in der Fortsetzung der Justizdebatte, wie I^hon erwähnt, Herr Frank und behandelte vornehmlich

Thema der Jugendlichen, das ihm als den Wegränder und Meister der sozialdemokratischenjungen ->arde" besonders geläufig ist. Herr Schirmer, ein Ber- ^eter der Zentrumsgewerkschaften, schloß sich zur Genug- äwng der Sozialdemokraten deren Klage über die l a s s e n j u st i z im weiten Umfange an. Dann nahm als dntter Redner der freisinnigen Volkspartei Dr. Müller- Deiningen das Wort. In der ihm eigenen tempercr- irrentvollen Art erörterte er unter lebhaftem Beifall der ge- lEMten Linken besonders die Fragen des Straf­vollzugs, der Jugendlichen, der Zeugenfolter, seine Worte klangen aus in eine Art Kulturkampf- rcde gegen pietistische Borniertheit. Mit Sendern Spott überschüttete er das Vorgehen der Segnitzer Regierung gegen die Gesellschaft rurVerbreitungvonVolksbildung und das Ver­alten des Preußischen Kultusministeriums: Ob Studt, vb Holle,schwarz istderKopfbisindieWolle! ^orher hatte schon der Abg. Frank sich mit diesen Fragen beschäftigt und einen Angriff gegen die Leitung der Gesell­schaft für Volksbildung gerichtet. Er rief damit ihren Vor- ichenden, den Prinzen Schönaich-Carolath, auf den Plan, dessen Rede den Höhepunkt der heutigen Sitzung bUdete. Das Zentrum, unterstützt von einigen Mitgliedern

Achten, versuchte ihn durch Lärmszenen am Sprechen zu hindern, und es bedurfte des energischen Einschreitens bes Vizepräsidenten Kämpf, um der guten Sitte, einem Angegriffenen die Möglichkeit der Abwehr zu geben, auch 0601 Minzen Schönaich gegenüber zu ihrem Recht zu ver­

helfen. Stürmisch von seinen Parteifreunden und den Mit­gliedern der drei linksliberalen Parteien akklamiert, stellte er fest, daß von einem Rückzug der Leitung der Gesellschaft gegenüber der Regierung, von der sie einen Zuschuß oder sonst eine Unterstützung weder erhalte noch beanspruche, keine Rede sein könne. Zu einem Traktätchenverein werde er die Gesellschaft nicht herabsinken lassen. Ihre Aufgabe und ihr hoher Stolz bestehe darin, die Liebe zu Fürst und Vaterland wach zu halten, aber auch die Liebe zu einem freiheitlich geleiteten und freiheitlich gesinnten Volk.

Die grstze Lündwirtschafiswoche.

S. u. H. Berlin, den 20. Februar.

~ Staatsminister v. Podbielski über die Schweinezucht.

In ix?r gestrigen Sitzung der Vereinigung Deutscher Schweine^ züchter nahm im Anschluß an den Vortrag über die Bekämp­fung der Schweinepest Staatsminister v. Podbielski das Wort, zu folgenden Llusführungen: Gewiß müsse man den wissenschaftlichen Forschern für ihre Arbeiten und Erfolge dank­bar sein. Aber die praktischen Land^virte, auch sie ständen den' wissenschaftlichen Ergebnissen imt einer gewissen Skepsis doch gegen­über. Tas erste Bedenken bestehe für ihn hinsichtlich der von der Wissenschast erzielten Resultate bezüglich der Desinfektion. Wenn, die Wissenschaft immer nrieder betone, all die zahlreichen Desinfektionsmittel könnten die Bazillen und Keime nicht vcr Nichten und sie schlage sie anderseits vor, so sei danrit nichts er­reicht. Die Wissenschaft müsse erklären, entweder die Desinfckiiou genüge, oder sie sei wirtungslos. Tarüber müsse die Wissenichajt sich unbedingt klar werden. Nach seiner Kenntnis sei die An­wendung von Silüerwsungen am wirkungsvollsten, durch die eine wirkliche Tesinsektion erzielt werde. Dies führe er an, ohne in den Bcroacht kommen zu wollen, Bimetallist zu sein. (Heiter keit.) Aus der Praxis seien große Resultate genwnnen worden. Im Verhältnis zu den 16 Millionen Ferkeln, die jährlich in Deutschland erzeugt würden, seien die 16 000 geimpften Ferkel nur eine verschwindeiw kleine Zahl, ein Tropfen. Tie Land­wirtschaft habe eine gelvisse Aversion gegen die Impfungen, ohne die cs jedoch nicht ginge. Unbedingt müßten die Imp­fungen nur von Tierärzten vorgenomniLN werden. Die Land­wirte hören ja ganz gerne die selMen loissenschaftlichen Formeln über primäre und sekundäre Erscheinungen, aber ihm sei es um praktische Erfolge zu tun. Im Interesse der Produzenten sei das auch rwtwendig, denn in der rauhen Wirklichkeit stellten sich die Dinge doch ganz anders dar Herr v. Podbielski schilderte dann in drastischer Weise, toie die Dinge in Wirklichkeit lägen, wie die Mehrheit der Landwirte, to^nn ein Scuchcnsall bei ihnen vorkomme, von Tag zu Tag daraus i)offen, daß der Würge­engel an ihrem Stall doch lwch vorübergel-en möge. Er wies ferner besonders d arauf hin, daß eine Seuche erst dann ganz be­sonders gefährliche Formen annehme, wenn andere Bestände da­zwischen kämen. Das schädlichste sei, wenn wir aus dem Aus­lande Tiere hereinbrächten, die mit Krankheiten behaftet seien und dann einen neuen akuten Ausbruch der chronisch und in milde Forncen getretenen Seuche heroorriesen. Tas trete in zahlreichen Fällen besonders an der russischen OstFrcnze in die Erscheinung, vor allem bei der Maul- und Klauenseuche. Zu einer Gesundung unserer Viehbestände tönnten wir nur dann kommen, lvenn wir uns gegen dies Hineinschleppen kranker ausländischer Tiere nach Möglichkeit schützen. Die Seuchen würden von gesunden und kräf­tigen Tieren weit eher überwunden, als von schwächlichen und kteinen Tieren. Wenn man lebensfähige Ferkel produziere, käme man am besten über die Schwierigkeiten hinweg. Tie beiden ausschlaggebenden Punkte seien einmal eine richtige, gesunde Pflege der Muttertiere, die nicht in den Stall gehörten, sondern die man m ausgiebiger Werse an die freie Luft bringen müsse. Tann aber eine richtige Ernährung ihrer Ferkel. Die Diehrzahl der Landwirte sei froh, wenn die Sau eine große Zahl von Jungen geworfen habe. Sie prüfen nicht, ob die Mutter gut nähre und die Ferkel zur rechten Zeit abgesetzt würden. Die Muttermilch nehme in der Lattationszeit an Fettgehalt zu. Tic Milch der Muttertiere habe am Ende etiua 7 Prozent Fettgehalt. Tas lehre uns, daß der OrganisuMs kein verteütes- Fett ge­brauche, um die verichiedenen Kohlenhydrate richtig überzuführen in die Verdauung des Lebeweiens. Werde das vergessen, so ent­ständen die höchst unangenehmen Hängebäuche, die mau bei Tier und Menschen wahrnehmen könnte. (Heiterkeit.) Tas gleiche trete bei den zu früh abgesetzten Ferkeln ein. Man müsse daher die Ferkel bei der Sau lassen; dann träten die Erscheinungen nicht ein. Tie fehlerhafte Ausbildung fei das Resultat der falscl)en Er­nährung. Tas müßten die Schweinezüchter besonders beachten. Bei allem Tank, den die Landwirte ben Forschern schulden, müsse der Schwerpunkt in die Aufzucht der Ferkel gelegt werden. Auch darin müßten die Landwirte einig zusammenstchen. Was die Anwendung der Futtermittel anlange, so sei es da sehr schwierig, einen allgemeinen Rat zu geben, und allgemeine Vorschriften aufzustellen. Tas Schönste nützt nichts, wenn es dem einzelnen Landwirt nicht di'.ltzen, nicht Geld in die Tasche bringe. Hier greife die rauhe Wirklichkeit ein. Wir Landwirte wollen so arbeiten, daß etwas für unsere Arbeit und für unsere Ange­hörigen übrig bleibt. Tav sei das Einzige, wie wir vorwärts kämen. Es müsse also vor allem gesuirdes Material gezüchtet werden. Redner ging dann auf einzelne Desinfektionsmittel- wie Fornmlin, ein. Die Versuche mit letzterem hätten ergeben, daß es nicht ausgeschlossen sei, daß Formalin wirke. Aber es hat große Schattenseiten; nehme man einen Tropsen -u viel, dann konvine cs vor, daß das erste Ferkel tot sei, ehe man dem Fünften die Dosis gegeben habe. Ein weiteres Mittel sei die Anwendung von Fett, z. B. Lebertran, das aber nur in sein verteüten Mengeir gegeben werden dürfe und von hoher Bedeutung für die nächrungi sei. Meiner Ansicht nach, so schloß der Herr Minister, ist, daß wie nur in einem, gesunden Körper ein gesunder Geist, bei der Tierzucht ein gesunder Körper die Grundlage für eine ge­sunde TierzucÄ im Baterlmide. (Lebhafter anoauernder Bei­fall.) Der Vorsitzende sprach Exzeclei^ v. Podbielski den Tank der Bersamnnlung aus. In der Debatte wurden von verschiedenen Seiten die Richtigkett der von dem SiaatsminiflLr gemachten Aus­führungen anerkannt und hervorge^rben, daß Wisfenschaft und Praxis auch in dieser wichtigen Frage Hand in Hand gehen müßten.

parlamentarisches ans tzessesr.

Eine Abänderung des 5Mndesteuergefetzes. Der Zweiten Kammer der Stände ist ein Gesetzentwurf zugestellt wor­den, der eine Aenderung des Gesetzes über die ^rndesteuer in Hessen bezweckt. Der einzige Artikel des Gesetzentwurfs lautet: Artikel 3, letzter Absatz des Gesetzes, die Hundesteuer betr., vom 12. August 1899 in der Fassung des Gesetzes,

die Abänderung des vorgenannten Gesetzes betr., vom 22. Dez. 1900 wird hiermit aufgehoben." Tiefe Vorlage verdankt ihre Entstehung den jüngsten Hundesteuerdebatten in der Zwecken Kammer, wobei obendrein ausdrücklich konstatiert wurde, daß drei von den vier zur Verhandlung gebrachten Hundesteuer-iVorstellungen von byn Vorsitzenden des dritten Ausschusses selber verfaßt resp. veranlaßt worden waren. Die jetzt zu streichende Bestimmung betrifft das vielumstritteneeinsam wohnen" und die Regierung sagt dazu in der Begründung: Fest in jedem einzelnett Falle mußten eingehende Untersuchungen an Ort und Stelle darüber vorgenommen werden, ob der betreffende Gesuch- steller alseinsam wohnend" im Sinne des Gesetzes an» zusehen war. Eine Reihe von Hundebesitzern, die von dem Steuerbehörden mit ihrem Befreiungsgesuch abgewiesen worden waren, wandte sich mit Vorstellungen an die Land­stände. Die dort geführten Verhandlungen brachten aber auch keine praktisch verwendbare Desinckion dieses Begriffes, iie hatten aber, da die beiden Kammern in den Einzel- sallen einen verschiedenen Ständpunkt einnahmen, die Folge, daß die Eingaben an den Landtag wiederholt wur­den und zeitraubende weitere Erörterungen hervorriefen, die ohne praktisches Ergebnis waren und dem Landtag nicht unerhebliche, zur Bedeutung der Sache in gar keinem Verhältnis stehende Kosten verursachtet!. Bei dieser Sach­lage so heißt es zum Schluß muß eine gleichmäßige und befriedigende Handhabung der gesetzlichen Bestimmung nahezu unmöglich erscheinen, oder es wird doch wenigstens befürchtet werden müssen, daß sie auch in Zukunft ähnliche unerwünschte Wirkungen zeitigt. Es ist deshalb lvohl an­gezeigt, der schon wiederholt und so auch wiederum bei den letzten Verhandlungen der Zweiten Kammer von ein­zelnen Abgeordneten gegebenen Anregung den letzten Absatz des Art. 3 des Hundesteuergesetzes ganz auszuheben, zu entsprechen.

Denkschrift über die Eisenbahngemeinschaft.

Die Großh. Regierung hatte gelegentlich der Etats­beratung im Finanzausschuß beim KapitelEisen­bahnen" auf Anregung von Ausschußmitgliedern zugesagt, den Landständen demnächst eine Denkschrift über bte Entwicklung der im Jahre 1896 zwischen Preußen und Hessen abgeschlossenen Eisenbahngemeinschaft zu­gehen zu lassen. Diese Denkschrift ist gestern dem Präsi­denten der Zweiten Kammer überreicht und sofort dem Druck übergeben worden. Sie bildet ein umfangreiches, mit großer Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit ausge­arbeitetes Aktenstück und wird zweifellos dazu beitragen, mancherlei selbst in den Kreisen der Volksvertretung über das Gemeinschaftsverhältnis herrschende Mißverständnisse oder Unklarheiten zu beseitigen.

Arrs Sta-t und Land.

E><ßc.., 22. Febr. 1908.

Aus dcnr städtischen BerlvaltuugsberichL für 1906.

X

Die Aufgaben des StadterweiterungsfondZ wurden gefördert durch den Erwerb mehrerer Hofreiten, Mesen usw. von im ganzen 25 036 qm, wofür 162890 Mark ausgewendet wurden. Die von der Baudeputation ausgestellte Wertschätzung des gesamten Grundvermögens ergab 2 024 852 Bit., denen 1 770 771 Mk. Schulden ge- genübersteheu. Es verbleibt sonach ein reines Vermögen von 372 789.47 Mark oder 67 085.61 Mark mehr als im Vorjahr.

Im städtischen Schlachthof wurden 21 718 Tiere geschlachtet und der Fleischbeschau unterworfen, 106 Stck mehr als im Vorjahr. Genußuntauglich waren 3iy2 ©tet, bedingt tauglich 311/4 Stück und im Genuß- und Nahrungs­wert erhebckch herabgesetzt IO51/3 Stück. Tot wurden irt den Schlachthofstallungen 4 Tiere gegen 5 im Vorjahr. Außerdem wurden 163213 (16233/4) emzelne Organe, ISSy. (IO81/2) kg Fleisch und 291/2 kg Fett als genußuntauglich erklärt und vernichtet. Von auswärts wurden 4200 (31007) Kilogramm Fleisch, 223 (160) Stück Eingeweide und 9 (53) geschlachtete Tiere eingesührt und int Schlachthaus unter­sucht, ferner 30 712 kg Fleisch und Wurst zum eigenen Haitsgebrauch, die der Nachschau nicht unterworfen wur­den. Auf Trtchinen wurden 10684 (10 642) Schweme unter­sucht. Für das aus der Freibank verwertete Fleisch wur­den 14 033.74 Mk. gegen 15 866.69 Mk. im Vorjahr erlöst. An Seuchen wurden feftgestellt Schwettteseuche, Rotlauf und Backsteinblattern. Das durchschnittliche Schlachtgewicht be­trug bei Ochsen 278 (260) kg, Fasel 304 (305) kg, Kühe 200 (186) kg, Rinder 179 (178) kg, Stiere 200 (195) kg, Schweine 85 (75) kg, Kälber 2530 (2530) kg, Schase 25 (25) kg. Der Betrieb des Schlachthofs und der Fleisch­beschau brachte 51 791.37 (50007.24) Mark Entnahmen, während die Ausgaben der Fleischbeschau 10 902.98 Mk. betrugen. Den 40 229.06 Mk. Schlacchhauseinnahmen stan­den 26 455.54 Mk. Ausgaben gegenüber, so daß außer den voranschlagsmäßig vorgesehenen 2550 Mk. Tilgung noch 13 773.52 Mk. abgeschrieben werden konnten. Neu hinzu kommen für den Errverb der früher Kröck'scheu 5^ofrecke und sonstiae Ausgaben für die Schlachchoferweckerung 25 533.01 Mk., so daß am Schluß des Rechnungsjahres! der Schuldenstand deö Schlachthofes 90172.13 Mk. betrug.

Der städtische Grundbesitz (ohne Gebäude und Hausgarten) einschließlich der des Stadtertveiterungssonds betrug am Ende des Berichtsjahres 100,5 (100,4) ha Acker- und Gartengelände, 121,81 (120,8) ha Mesen und 1324,2 Hektar Wald. Das Acker- und Gartengelände ist verpachtet und hatte einen Ertrag von 13 878.66 Mark, wozu noch 1498.22 Mk. Erlös für Obst kommen. Die Heu- und Grum-