Ausgabe 
23.10.1908 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

fein prächtiger, da? Auditorium mit fortreikender Humor belebt alle Szenen. Ihr Lachen ist so herzbefreiend, so goldig, daß das Publikum gar nicht anders kann als recht herzlich mit zu lachen. Vorzüglich wirkte besonders die Szene »Wir Wienerinnen". Hier zeigte sich Pepi Weiß als absolute Beherrscher in der verschieden­sten Dialekte. Tie Künstlerin hat den ihr gespendeten stürmischen Beifall ehrlich verdient, denn es waren genußreiche Stunden, die suns ihre Vorträge bereiteten. Auch die übrigen Mitglieder des Ensembles trugen nach Kräften zur Unterhaltung des Publi­kums bei.

Der Evang. Arbeiterverein wird auch in diesem Winter wieder eine Anzahl Vortragsabende für Mitglieder und Freunde be§ Vereins veranstalten. Der erste Vortrag findet am nächsten Sonntag im oberen Saale der Herberge statt und zwar wird Pros. Ko ob über feuer­speiende Berge und heiße Springqucllen sprechen. Die Aus­führungen des Referenten werden durch Vorführung von Lichtbildern erläutert werden.

Das Kriegs spiel, das von dem 2. Bezirk des jTurngaues Hefien am Sonntag veranstaltet wird, findet in den beteiligten Kreisen regeS Interesse, so daß sich niehrerc hundert Turner in den Mittagsstunden auf dem Gleiberg, um den sich daS ganze Spiel dreht, zusannnenfinden werden. Nach Beendigung des Spieles, das gewifiermaßen auS einer Anzahl Turnfahrten mit Hindernissen besteht, werden ver- schiedene Turnspiele veranstaltet und hieran anschließend em geselliges Zusammensein der Turner stattfinden.

Adreßbuch 1909

Die Revierschutzleute haben gestern mit der Einholung der Hauslisten begonnen. Die Herren Hausbesitzer oder deren Stell­vertreter werden dringend gebeten, die ausgefüllten Listen bereit zu halten und den Schutzleuten zu übergeben.

Adrehbuch-Verlag.

** Mehr turnen! Tas Turnen, Pas wirkliche, echte Turnen kann gar nicht genug empfohlen werden. Und es ftft wirklich keiner zu gut dazu, jeder kann cs gebrauchen, und wer es nach des Tages Arbeit regelmäßig cur einem bestimmten Abend übt, dem ivirb das Turnen nicht etwa als eine Strapaze erscheinen, sondern als eine Erholung. Der Deutsche hat infolge seines Bierverbrauchs überhaupt schon eine Anlage zum Phlegma, und diese Anlage wächst mit den Jahren. Vor allem wird er zu bequem, aber daß ihm dabei wohl würde, das kann er nicht sagen. Die Alten stöhnen und die Jungen singen die Melodie nach, bis sie Soldat werden müssen und die Sache dann wieder einmal etwas anders herum geht. Hättest du doch mehr geturnt! ist dann ihr J .mmer. Der Deutsche hat aber auch eine große Vorliebe für Lleußerlichkeiten, und so hat das elegantere Sportwesen eine Ausdehnung erlangt, die zum Teil aus Kosten des Turnens erfolgte. Gegen den Sport soll nichts gesagt werden, aber unsere guten deutschen Sitten wollen wir nicht darüber vernachlässigen, und durch und durch deutsch ist das Turnen. Freilich schlichter dazu, aber gerade das rechnen wir ihm zum Ruhme nach. Es würde nichts schaden, wenn etwas weniger Sport getrieben, aber viel mehr geturnt würde.

Betrunkener Bettler. In angetrunkenem Zu- stanbe bettelte gestern Nachmittag ein Fremder den Großen Steinweg ab und entwendete dabei aus einem Korridor einen Rock. Da der Rock bald vermißt und Anzeige erstattet wurde, konnte der Dieb festgenoinmen werden.

4- Rödgen (Kr. Gießen), 22. Okt. Am Sonntag ftnorgen gegen 8 Uhr vernahmen am Ausgang nach Anne­rod hin wohnende Leute von dem nahe gelegenen Walde jemanden um Hilfe rufen. Mehrere Männer begaben sich alsbald auf die Suche nach dem Hilfeschreienden. Emer der Männer mußte an einer noch nicht lange eingerichteten Sand­grube vorbei. Hier bemerkte er ein Wimmern, sah nach und erblickte den Eigentümer der Sandgrube, Ph. Döring, der bis zum Halse verschüttet war. Sofort gab er ein Zeichen um weitere Hilfe und rasch waren die anderen Suchenden an der Stelle. Es gelang den wackeren Männern, durch so­fortiges Ausgraben und Zurückhalten der nachrulschenden Erbmassen Herrn Döring wieder zu befreien. Wenn es noch einige Minuten gedauert hätte, so wäre er vollständig vcr- schüttet gewesen.

§ Lollar^, 22. Okt. ^Dem Landwirt Hch. Schadeck VI. hier, der mit ^rau und Schwiegermutter in seinem großen GraS- und Obstgarten Futter holen wollte, passierte das Unglück, daß ihm hierbei seine beste Kuh durch Verschlucken einer Birne zu Grunde ging. Trotzdem ein rasch herbei­geholter Metzger noch einen Lustschnitt vornahm, um daS Der zu retten, erstickte cs. Der Schaden dürfte sich immerhin auf etwa 250300 Mk. belaufen.

FC. Friedberg, 22. Okt. Nach einer von den Kais. Po st an st alten im diesseitigen Kreise für das Kalenderjahr 1907 ausgestellten Statistik wurden an dem Postamt in Friedberg im besagten Jahre durch Postamveisungen emge- zahlt 4156156 Mk., ausgezahlt 2 959 637 Mk., in Bad- Nauheim 4 168 402 Mk. cm- und 3 249056 Mk. ausgc- Zahlt, in Butzbach 1 946 628 Mk. cingczahlt und 1 336 708 Mk. ausgezahlt. Tas Postamt Friedberg hatte 1907 388 266 Telephongespräche, Bad - Nauheim 445 768 und Butzbach 72 515 zu verzeichnen.

FC. Vom Vogelsberg, 22. Okt. Im Oberwald werden Heuer wieder Schlehen gesammelt. Die Händler zahlen für das Pfund drei Pfennig.

lH Mücke, 22. Okt. Eine größere Wasser^Ver- sorg u ngS-Anläge ist jetzt in der Nähe unserer Station vollendet worden, an der eine Anzahl Orte beteiligt sind, z. B. Bersrod, Beltershain, Rcinhardshain, Wirrberg, Lum­da, Atzenhain, Stangenrod und Lehnheim. Dec Haupthoch­behälter faßt 120 Kubikmeter und kostet 12 000 Mk., das Maschinenhaus 5000 Mk. Die Orte Bersrod und Lumda haben besondere Hochbehälter erhalten.

R. B. Darmstadt, 22. Okt. I t bet heutigen Stabt- verorbnetensitzung machte Ob.rbürgcrm.i.ter Morue^ weg die Mitteilung, Bankier Neu stabt in Frankfurt habe her Bürgermeisterei mitgeteilt, baß sein Vetter Siegmunb Neustadt in Newyork der Stabt den Betrag von 50000 Mk. zu der Moritz unb Karoline Neustadt-Stiftung überwiesen habe unter der Bedingung, daß bie mit einem Kapital von 50 000 Mk. bestehende Stiftung den Namen Moritz, Karoline und Elise Neustadt-Stiftung" führt. Die Zinsen sollen zur Unterstützung solcher bebürftigen Ein­wohner der Stubigemcinbe verwendet to erben, tie sich aus Gründen ihrer Gevurt, Lebeils- ober gesellschaftlichen Stel­lung nicht an bie öffentliche Milbtätigkeit wenden können. Die Annahme der Stiftung wurde genehmigt Der wegen Alters von seinem Poften zurückgetretene Beigeordnete Phil. Kahlert verabschiedete sich heute mit herzlichen.Worten von der Stadtverorbnetenversammlung. Darnach sprachen bie beiden ältesten Stadtverordneten Müller uno Lehr dem Scheidenden für seine mehr als 20jähriZe Tätigkeit in der Stadtverordnetenversammlung unb seine 5jährige Wirksamkeit als unbesolbetcr Beigeordneter herzlichen Dank aus, bem sich namens der Bürgermeisterei Oberbürgermeister Morneweg anschloß.

n Mainz, 21. Okt. Tie Schutzleute Kräber unb Prinz würben in Rücksicht bes Ergebnisses einer Gerichts­verhandlung vom letzten Samstag, in der sich herausstellte, daß sie zwei junge Leute ohne jeden Anlaß fürchterlich miß­handelten und in der sie noch selbst als Ankläger auftraten, von der Bürgermeisterei nut Ziistinunung der Stadtverord­netenversammlung ohne Kündigung sofort aus dem Dienst entlassen.

---- Rodheim a. d. Bieber, 22. Okt. Der Vaterländ. Frau en verein für den Kreis Biedenkopf wird unter dem Vorsitz der Frau Landrat Daniels am nächsten Sonntag nach­mittag 3 Uhr hier im Saale des Gastwirts Karl Schlierbach eine M i t g lie d e r - Ve rsa m mlu n g abhalten, in der zwei wichtige Fragen verhandelt werden sollen. Kreisarzt Dr. Tenbaum wird einen Vortrag halten über die Säuglings­pflege und Pfarrer Vömel über die Bedeutung und Ein­richtung der Kleinkinderschule auf dem Lande. Der genannte Verein ist nicht bloß einer der größten KrelSvcreine, sondern er entfallet auch besonders innerhalb einzelner Orts­gruppen eine lebhafte Tätigkeit auf dem weiten Arbeitsfeld der Vaterländischen Frauenoereine zum Wohle der leidenden, pflege- und hllfsbebürftigcn Kreise unserer Landbevölkerung.

O Dutenhofen, 22. Olt. An drei Abenden, von Montag bis Mittwoch, wurden durch Kceishaushaltungs- leh<.erin Müller, Winte-rschuld.r.k or Eourtin und Kr.isobst- vaulehrer Kikb praktisch^ Vorführungen über Milch Verwertung unb Vorträge über Jungvieh- aufrucht unb Geflügelzucht gehalten, die sehr gut besucht waren. Währenb Fräulein Müller au den beiden ersten Abenden versuchte, dem weiblichen Geschlecht eine wirtschaftlichere, reinlichere unb gewinnbringendere Art der Suttergetoinming vorzuführeu, galt der letzte Abend den Landwirten selber, inbem die beiden Herren über Jungvieh­aufzucht bez-w. Geflügelzucht interessante Mitteilungen machten. Mit nächstem Montag beginnt hier ein sechs- wöchentlicher Haushaltungskursus für Frauen unb Mäb- chen, zu dem bis jetzt 20 Anmeldungen vorliegen. Auch in Münchholzhausen ist ein gleicher Kursus vorgesehen.

Dorlar, 22. Ott. Die Ehefrau W. Macscheck war gestern nachmittag beschäftigt, Kartoffel auszumachen, wobei ihre Kinder sich ein Kartoffelseuecchen anmachten. Die Kleider des 4jährigen MäbchenS fingen hierbei Feuer. Die Mutter sprang gleich hinzu und löschte das Feuer, worauf sie das Kind nach Hause schickte. Die Kleider müssen jedoch nicht ganz vom Feuer befreit gewesen fein, denn ungefähr 200 Meter vom Acker fingen sie abermals zu brennen an. Leute, die in der Nähe waren, löschten die Flammen, riffen dem armen Kinder die Kleider vom Körper und trugen es nach Hause. Samtätsrat Dr. Halber) und die Schwester von Waldgicnws waren schnell zur Stelle und legten beit ersten Verbanb an. Der Sanitätscat orbnete so­fort bie Ueberführung in bie Gießener Klinik an. Das Kmb erlag jcboch auf bem Transport den Verletzungen.

w. Wetzlar, 22. Okt. Heute Nachmittag wurde unter großer Beteiligung Stabtkammerer a. D. I. Werr zur letzten Ruhe gebettet. Jahrzehntelang, nämlich feit dein Fahre 1883 hat er mit hingebendem Eifer unb großer Pflicht­treue seinem Amte vorgcstanden. Doch nicht allein in biesem, auch außerhalb hat er an ben Interessen ber Stabt unb beS Kreises regen Anteil genommen unb tn manchem Ehrenamte für sie gewirkt.

D Altenstadt, 22. Okt. Umfangreiche mehrwöchige Ausgrabungen führten üdtig^t Herbst zur Freilegung des größten Teils des Römerkastells Altenstadt. Nur die Südsront des Kastells, die in das Dorf hineinragt, konnte damals nid)t genau festgestellt werden. Vor allem fand man die östliche Umfassungsmauer, bte in der Orts­straße liegt. Bei den biesiährigen Ausgrabungen ist nun auch die Kastellstraße entdeckt und ausgemesjen worden, sogar die Randsteine der Straße wurden noch gefunden. Nach ben letzten Messungen ist das Kastell ungefähr 136 Meter lang unb 110 Meter breit, entbricht also der Größe der Kapcrsburg bet Ober-Rosvach. Interessant ist es, baß man auf den Getreide- und Kartoffeläckern ganz genau bie Rich­tung ber 1.5 bis 3 Meter starken Mauer erkennt. Hier zeigt sich ein Zurückbleiben bes Wachstums, so daß über dem Acker eine Mulde entsteht.

Gürn. Dillenburg, 22. Okt. Unser Bahnhof ge­nügt schon |eit langer Zeit nicht mehr den Ansprüchen. Es ist deshalb ein Umbau beschlossen worben, ber einer völligen Neugestaltung fast gleich kommt. Tic Umgeftallung criiredt sich bis in die Nähe der nächsten Haltestelle Nieder- scheld-Sud. Gegenwärtig dienen drei Geleise für bie Be­wältigung bes Verkehrs. In Zukunft werben es fünf Gclei.e l'eui, so baß jede Strecke i-jr: eigenen Geleise hat unb zwar bic Deutzer Strecke zwei, c.L Weibenauer ck trecke zwei und du elrea» nach Wezhölz ein Gelcis. Dadurch wird natur» gemaji auch dic Betriebssicherheit erhöht. Am mopsende

des Bahnhofes wird die ganze Schienenanlage überbrück!. Eine lange Rampe vermittelt den Verkehr über bie hoch gelegene Brücke. Sämtliche Weg- und Schienenübergänge werben burch Unter- oder Ueberführungcn erfctzt. Der Ran­gierkopf wird fahl die andere Seite des Bahnhofs verlegt. Im Bahnhof selbst, der vorerst stehen bleibt, wird das lieber- Ichreitcn ber Geleise burch Unterführungen vermiebcn. Auch ber Lokomotivschuppen wirb verlegt unb wird in Viertel- kreisform mit 18 Einfahrten erbaut, der bann später auf Halb kreis form ausgebaut 36 Einführungen bekommt. Auch die Eisenbahnbrucke wirb verbreitert unb erhält statt ber jetzigen zwei vier Geleise. Die ganze Anlage ist auf eine bedeutende Vermehrung des Verkehrs, besonders des Güter­verkehrs berechnet.

[] Marburg, 22. Okt. Für bie Schmiede, Schlosser unb Klempner in ben südlich unb südwestlich unserer Stabt gelegenen Ortschaften ist eine Zwangs­innung mit bem Sitz in Fronhausen gegründet worden.

Universitäts-Nachrichten.

hc Dar m sl a b t. Dec erste Assistent und stellv. Direktor der hiesigen Landw. Versuchsstation Dr. pbil. Max Popp ist vom 1. November 1908 ab zum Vorsteher der Versuchs- und Koutroll- llattoii der Landwirlschaftskammec^für das Herzogtum Oldenburg be.ufeit worden; er tritt dort an Stelle von Dr. F. Honcanw, der nach tJlofiocf >ü'i?r'icd?!ic

Oerichtssaat.

Freiberg i. S., 22. Okt. Das Landgericht verurteilte den früheren konservativen Landtagsabgeordnelen von Herder wegen fahrlässigen Faljcheidcs zu einem Monat Gefängnis.

Berlin, 22. Okt. In dem Beleidigungs-Prozeß des Bürgermeisters Schrickt ng gegen den Beigeordnelen Dr. Marknll, der eine scharfe Kriiik über die Broschüre Schückings veröffentlicht halte, kam beute Mittag vor dem Schöffengericht Berlin Mrtte folgender Vergleich zu Stande: Ter Beschuldigte erklärt, daß er durch den infriniimerteit Artikel bie persönliche Ehrenhaftigkeit bes Klägers mchl habe antasten unb schmälern wollen. Er nimmt in allen Beziehungen, soweit der Kläger in bem Artikel Beleibigungen seiner Person erblickt, dieselben zurück. Ter Beklagte übernimmt die gerichtlichen Kosten und räumt dem Pri­vatkläger das Recht em, diesen Vergleich auf Kosten des Beklagten in denPreußischen Verwallungsblättern* einmal bekannt zu geben. Die außergerichtlichen Kosten tragen die Parteien.

Lustschiffahtt.

Da sich ber Sturm gestern beoeutenb verstärkte, beschloß Zeppelin, keinen Aufstieg zu unternehmen. Wenn bas Luftschiff schon in ber schwimmenben Halle wäre, bie sich genau in ber Winbrichtung breht, hatte ber Sturm nicht mel zu bebcutcn. Die Ueberführung ist beshalb verschoben worden.

Der Parscval-Ballon der Motor-Luftschiff-Studien- gesellschast ist gestern nach seinem am 16. September im Grünewald erfolgten Unfall zum ersten Male wieder auf­gestiegen. Die Veränderungen, die an dein Ballon gemacht ivordcn sind, scheinen sehr vorteilhaft zit sein, denn die Ge­schwindigkeit, mit ber sich bas Luftschiff von ber Ecbe erhob unb über Spanbau nach Berlin zu manövrierte, waren erheblich größer als bie bisher erreichten, unb bürsten an- nähernb sogar 60 Km. betragen. Rach einer Fahrt von mehr als emstünbiger Dauer l anbete ber Parseval glücklich auf bem Tegeler Schießplatz. Der Aufstieg hatte einen vollen Erfolg, so baß Hauptmann v. Kehler erklärte, ben Vallon sofort bem Luftschiffer-Bataillon zur Vccsügung zu stellen.

Zeppelin tmirbe telegraphisch nach Berlin berufen. Wie es heißt, hanbelt es sich um bie Affäre zwischen dem Grafen unb bem Major Groß, bie immer noch nicht ausge­tragen ist unb die Anwesenbeit bes Grasen in Berlin not* wenbig macht. In F-riebrichshafen steht man völlig unter bem Einbruck der plötzlichen Abreise Zeppelins. Daß der Graf gerade jetzt wegen der Affäre Groß nach Berlin be­rufen ist, wahrend man doch wußte, daß er jeden Tag ben Aufstieg ausführen wollte, wirkt geradezu deprimierend. Man glaubt, daß die Affäre eine kritische Wendung ge­nommen habe unb große Konsequenzen nach sich ziehen werde. Ein Duell zwischen dcm Major Gro ß und dem. Grafen Zeppelin dürfte am Freitag be­vor st e h e n. Graf Zeppelin übertrug die Führung des Ballons für den heutigen Aufstieg dem Oberingenieur Dörr.

* Roosevelt alsJournalist. Aus Newyork hrirbi Roosevelt hat sich nun entschieden, nachdem er das Weiße Haus verlassen, eine journalistische Laufbahn einzuschlagen. Er roiro Mitherausgeber der ZeitschriftOut Jook" werden und seine Tätigkeit sogleich antreten, wenn feine Amtsperiode beendet ift. Wie eine Zeitung mitteilt, wird er dem Blatt regelmäßige Bertchlc aus Afrika, England und vom Kontinent senden, unb menn er von feinen Reisen zurückgekehrt ist, bie Zeitschrift zu- lammen mit Dr. Abbott hecausgeben. Heber sein Gehalt ist noch nichts bestimmtes bekannt, doch verlautet, daß er 25 000 Dollars jährlich erhalten wird, so daß er neben dem Heraus­geber des Ameritan, Arthur Brisbane, der höchftbczahlte Jour* nalist ber Vereinigten Staaten wäre.

, * llebert rümpft. In einem Dorfwirtshause unterhielten! sich mehrere ~eufc über bie Fortschritte ber Zeit, besonders über die neueiten Errungenschaften im landwirtschaftlichen Maschinen- bau. Einer ber Gäste erzählte, daß es jetzt eine Maschine gäbe, .ÖCT .chan aus ber einen Seite eine Garbe Korn hinein» rourfe, wahreub auf der anderen Seite ein gebackenes Brot heraus- sielk. darauf erklärte ein anderer, bas sei noch gar nichts. Er habe neulich auf einer Ausstellung eine Maschine gesehen, bet ber man aus ber einen Seite Hopsen und Malz hineimvarf, wahrend aus der anderen Seite etn Hausknecht schon die bc- trunkenen Leute an die frische Luft beförderte. Tableau!

L-andeU

e a l p e t e r s y N d i k a l. Tie am Mittwoch stattgehabte Dec- sarnrnlung der Salpetermlereffenten in London, die das Projekt des Salpelerverkauqyndikats beipxacb, ist nach langen Diskussionen ergebnislos verlausen und auf drei Wochen vertagt worden.

,, k> rW , ? 9 n2,2 . Der Karlsruher Ehemieprofessor

Ubbelohbe, dec «etrctar des Petroleumkongresses, hat feine un Au trage der denlichcn Regierung unternommene niehrinonaltge Reise nach den amerikanischen O e l f e l b e r n beendet. Ec wurde beule vorn Prandenten Roosevelt m zweistündiger Aubicn; empfangen. Dec Prastdem äußerle bei dieser Gelegenheit ferne Zn nnmung zu ber geplanten Einführung einheitlicher Probier- methoden für Pelrolenm.

, _ Markte.

261 Heu» und St rohmarkt.

S Heu und 3 Wagen Stroh ans

»7n-9«n ® xM JÜU?ec ,uv Heu Mk. 3.50-3.60, für Stroh Mk. _. - 0. ^amtliche Zu'nbr war aus bem Kreis Dieburg. Der

Maru war bei ledlm'ler Srattmage rasch geräumt. Tendenz fest,

ü"iche Witterung für Hcfjeu am Samstag den

^"er und trocken. Temperatur ivie heute.