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158. Jahrgang
Freitag ÄS. Mai 1908
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Der Stetzener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viet mal wöchentlich StetzenerFamiiirndlirtker; »ivcimal wöchentl.Ureis- blattsürdenUreirEiefjcn (Dienstag und Freitag); zweimal monntl. Land» wirtschastlicheSestfragen Fernfprech • Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Üdcelle tüt Depeschen: Anzeiger Gteßcu.
Ännattmt von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormlttags 10 Uhr,
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Str. 12<r Erstes Blatt
Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiieir.
ahndirek- chlagansallcs
enthüllt werden.
Der Präsident der Königlichen t i o n Erfurt, Todt, ist gestern infolge
der Aögg. 51 ö h l e r und U e 6 c l über die
AustellnngS- und CehaUsverhältniffe der Kommunalbeamten
Interpellation erst folgen.
Eine Anfrage
Regelung der
Vereine zusammen. SS dürfte nur wenige oder vielleicht gar keine Gemeinde im Deutschen Reiche geben, die unter den gleichen Ver- hältnisien eine gleich hohe Summe für rein kirchliche Zwecke auf° bringt. Wenn trotzdem die evangelische Kirche Oesterreichs der Unterstützung der reichsdcutfchcn (Glaubens- und Stammesbrüder zum Aus- und Ausbau ihres kirchlichen und gemeindlichen Lebens bedarf, so wird mau denen desto lieber beistehen, die sich selber zu helfen nach besten Kräften versuchen.
übck, und daß auf der höchsten Stufe eine Lokalisierung der Reiz- empfindlichkeit auf ganz bestimmte Zellen vorhanden ist, die nur diese eine Funktion zu vollziehen haben. Diese höchste Sture haben wir hier vor uns, und die Funktion bedingt wieder den anatomischen Bau der Ranken. Diese Ranken besitzen Tastorgane, wie wir Menschen Fühlpapillen. Tie Pflanze empfindet einen Reiz — das klingt so gar nicht maschinenmäßig. Die Pflanze hat Tast- also Sinnesorgane. Und wo Sinne sind, da sind Eindrücke. Und diese wieder müssen verwertet werden. Zunächst ist uns also klar, daß die Pflanze empfindet — eine solche Vorstellung, vor einem Jahrzehnt noch als bloße Phantasie verschrien — sollte heute eigentlich kaum noch befremdliche Züge tragen. Besteht denn die Pflanze nicht aus denselben Stossen wie Tier und Mensch? Hat uns die Entwicklungslehre nicht längst gelehrt, daß wir uns aus tierischen Vorfahrenstufen entwickelt haben? Daß diese Vorfahren wiederum in dem niedersten Reich des Lebendigen — dem Reich der Einzeller wurzeln, und daß diese Einzeller Formen unter sich haben, von denen wir lange Zeit nicht wußten, ob sie eigentlich Tier oder Pflanze seien? Lehrt uns die Entwick- lungslehre nicht weiter, daß auch die höheren Pflanzen sich entwickelt haben, daß also auch ihre Wurzel im Reich der Einzelligen zu finden ist? Das alles wird mir selbst der strengste Mechanist; zugestehen, doch dann kommt der Umschwung. „Als Pflanzen bezeichnet man solche organische Naturprodukte, welche zwar gleich den Tieren die Fähigkeit besitzen, sich durch Ernährung selbst zu erhalten und ihresgleichen hervorzubringen, denen aber das Vermögen der Empsindung und der willensfreien Bewegung mangelt." Das schrieb im Jahre 1860 der Grazer Professor Bill und das wird heute noch allgemein als Begriff vom Wesen des pflanzlichen Lebens gelehrt. Wie reimen sich damit unsere Beobachtungen und wie stimmt damit die logische Folgerung, zu der uns die Entwicklungslehre offenkundig zwingt? Kurz und klar? wir müssen in den Pflanzen empfindende — also beseelte Wesen sehen, denn die Empfindung ist trotz aller gegenteiligen Lehren und trotz aller Ausflüchte immerhin eine psychische Qualität. Beseelte Pflanzen — wie ein Märchen klingts an unser Ohr — und doch sind es nicht Phantasien, in die wir uns verrannt. Die Stimme der reinen Vernunft fordert diesen Begriff. Und der Vernunft sollen wir uns beugen, selbst wenn ihre Forderung uns unbequem dünkt.
gestorben.
Der I n t e r n a t i o u a l e Vi a s ch i n e n m a r k t ist auf dem Exerzierplatz in Breslau eröffnet worden.
Die N e u ß i s ch e Regier n n g hat soeben die Ausführung vom ReichSv er ei nsgesetz veröffentlicht, die/Ausführungsbestimmungen find äußerst liberal und dem Geist des Reid)s- vereinsgesetzes entsprechend gehalten.
Die bayerische R e i ch s ra t s k a m m e r hat gestern dem Beschluß der Abgeordnetenkammer, die Regierung um Vorlage eines Gesetzentwurfes noch in dieser Session zu ersuchen, wonach die Einführung der Verhältniswahl für die nächsten Gerne i n d e w ahle n angeordnet wird und zwar für alle Gemeinden mit über -1000 Einwohnern und für alle übrigen, in denen mindestens cin Fünftel der Bürger für die Einführung der Verhältniswahl stimmen, aj> g e 1 e b u t, weil es sich nicht empfehle, den Erwägungen der Slaatsregierung über die Vorlage eines Gesetzentwurfes betreffend die Abänderung der Bestimmungen des Gemeindewahlrechts und einer eventuellen Prüfung dieser Verhältnisse vorzugreifen. , _
Die Mißhandlung eines deutl chen Schutzb erotz- len en in Maro kko. Das von dem deutschen Gesandten in Tanger dem Berliner auswärtigen Amt mitgeteiite Matenal über die Vorgänge, die sich zwischen französischen Mililarpersvnen und einem deutschen Scyutzgenvssen marokkanischer Nationalität in der Umgebung Don Easaolanea abgespielt haben, hat, soweit bis jetzt feststeht, ergeben, daß militärische Uebergrisfe vorzuliegen idjtincn, die voraussichtlich Reklamationen bei der franzöiischen Regierung erforderlich machen werden.
Reise be8 Königs Eduard «ach Rußland.
Wie ainttid) bekannt gegeben wird, werden die Königin und Prinzessin Viktoria den König auf seiner Steife nach Rußland begleiten. Londoner Blättern zufolge wird der Minister des Auswärtigen, Sir Eduard Grey, den König nicht nach Rußland begleiten , dagegen wahrscheinlich der Unterstaatssekretar des auswärtigen Amtes, Sir Charles Hardinae. Gegenüber den Versuchen eines Londoner Blattes, die Reise König Eduards nach Rußland zu unerfreulichen Treibereien gegen Deutschland zu verwerten, kann der „Verl. Lok.-Aiiz. nut- teilcn, daß die deutsche Regierung von der bevorstehenden Entrevne in ireundlichsler Weise von London aus unterrichtet worden i|t. Alan sieht dieser Alonarchen-Begegnung in Berliner maygebenden Kreisen mit Interesse und Sympathie entgegen.
Die Opserwilligkeit des österreichischen Protestantismus lur seine kirchlichen Zwecke ist nachgerade allgemein anerkannt. Wie sehr er aber auch diese Anerkennung verdient, erhellt an= folgender Aufstellung: Im Jahre 1907 hat ein Gebiet in Böhmen allem für kirchliche Zwecke unter seinen 5368 meist ivemg bemittelten evangelischen Mitgliedern 34 041,80 Kr. an gebracht; davon waren 18 953,15 Kr. auf Grund der nach eigenem Willen und Festsetzung der Gemeindeil eingeführten festen Kircheminilagei, angebracht, ' 6489,04 Kr. waren Widmungen und Einlagen in die Gotteskasten und 5975,92 Kr. sonstige Spenden von Gemeinde- Mitgliedern. Ter Rest setzt sich aus den Elimahmen der kirchlichen
hessische 3Weite Uammer.
Darmstadt, dm 21. Mai.
Am Regierungstisch: Siaalsminister Dr. Ewald, Minister des Innern Braun, die Ministerialräte Best und puffert.
Präsident Haas eröffnet die Sitzung um 10Vj Uhr mit der Mitteilung, daß die Mitglieder der Kammer zur Teilnahme an der Eröffnung der Landesausstellutrg am Samstag eingeladen worden seien. , . . n . .
Tas Haus verweist daraus die Vorstellung der Lehrer an der Gewerbeschule zu Worms und die Vorstellung des Zentralverbandes Deutscher Händler und Markt-M»ßreisender in betreff der Stempelsteuer an den zuständigen Ausschuß, Die Vorstellung des Frank- surter Zweigvereins d.s Vogelsberger Höpenklubs, betretend die Eist'.ibahnvcroindung Frankftlrts mü Oberhessen uni> dein Vogets- bera, wird einem Abgeordneten, zur Berichkerstatlung nbe iNnescn
Dorisches Aerch.
Ter Kaiser unternahm gestern morgen einen längeren Spaziergang mid hörte vormittags die Vorträge des Ehefs des Marinetabinetts, des Ctzes des Admiralstabes der üiatine und deS Staatssekretärs des Reichsmarineamtes. Um 1 Uhr fand eine Familientafel beim Kaistrpaar in Schloß Bellevue statt. Der Kaiser reiste Nachmittags 33,4 Uhr nach Briesen zur Pürsche bei Altmadlitz ab. Am Abend um 10ft_- Uhr erfolgt die Weiterreise von Briesen nach Marienburg. Um 11 , Uhr vormittags erfolgt die Ankunft in Prökelwitz zu mehrtägigem Jagdausent- halt. Von einer nach der diesjährigen Nordlandsreise angeblich bevorstehenden Zusammenkunft des Kaisers Wilhelm mit dem Zaren ist in hiesigen unterrichteten Kreisen bisher nichts bekannt.
M v n a r ch e n b e g e g nHit g in Homburg. Der Berliner Vertreter des Standard telegraphiert seinem Blatte, daß König Eduard und der Deutsche Kaiser sick) in Homburg gegen M i 11 e A u g u ft treffen, werden. König Eduard wird sich auf per Reise nach Marienbad, wie in den beiden letzten Jahren, einige Stunden als Gast ix» Kaisers aushalten. An diesem,Tage wird das in Homburg errichtete Denkmal der Landgräfin Elisabeth von Hessen, einer englischen Prinzessin, vom Deutschen Kaiser
Auf die Anfrage des Abg. Hirsche l, den W^hnungSgeld- zuschuß von außerhalb ihres Dicnstortes wohnenden Staatsbeamten betreffend, verliest Staatsminister Ewald,eine Regierungs-Erklärung. Danach bezieht sich die Anfrage auf Beamte der Reichsverwaltung und auch auf Beamte der preußisch-hessischen Eiscn- batzngemeinschaft. Diesen Beamten werde der WohnungSgeld- znschuß nach dem Vertrag mit Preußen ebenso, wie den preu- ßisckjen Beamten bemessen. Die Regierung habe auf ihre Anfrage die Antwort erhalten, daß der im ReichSfchatzamt ausgestellte! Gesetzentwurf bei Bemessung de» Wohnungsgeldzuschusses nur den dienstlichen Wohnort als maßgebend erachtet und bau sich auch Preußen dieser int Reich erfolgenden Regelung zweifellos an-
Dryaden lächeln schalkhaft aus den Wipfeln grünender Baume, Blumen und Gräser winken und raunen uns ihre Geyeimntfte zu Hinweg mit den Geistern. Sie kommen zu früh. Zunächst wcU ich noch ein anderes Geschichtchen erzählen. Da lebt tn unseren Gewächshäusern eine Kürbispflanze, die in der Wiyen- schaft Trichosanthes Kirilori heißt. Auch diese Pflanze hat Ranken und auch diefe Ranken suchen und tasten wachfend nach Stutzpunkten. Haben sie einen solchen gesunden, halten sie sich gewöhnlich durch Umschlingen fest. Ist aber der Gegenstand zu groß, so verzweifelt das Ränkchen noch lange nicht. Flugs rollt sich das Ende zu einem kleinen Knäuel aus, scheidet einen ftitt ab und heftet sich damit fest. Tann zieht sich der Stil fmralig zusammen und damit die Pslanze in die Höhe! Wie nennt man eigentlich eine solche Handlungsweise beim Menschen? Me Antwort hole ick) mir nachher. Jetzt weiter. In den Tropen gibt es eine große Gruppe von Lianengewächien: die BignoniOlen. Bignonia exoleta hat Ranken, die tn dreikralligen Vogelfützen enden. Die Enden sehen wirklich so aus, sind sie doch trallen- förmig gebogen, seitlich zusammengedrückt und stark verhärtet. Außer den Mallen gibts aber auch Haftorgane, die da hervorsprießen, wo die Schößlinge der Liane den Baumstamm berühren, der ihm Wohnung und Nahrung bietet Da sprossen denn auf einmal eine Unmenge feiner Würzelchen aus dteesn Schotzltngen hervor, die fich an der Unterlage festsaugen. Wie mag das nun wieder kommen? Empfindet die Pflanze die Berührung und antwortet sie durch Entsenden der Wurzeln daraus? Aber auch die Krallen sind nicht untätig. Haben sie sich beun Winden irgendwo festgehakt, fo werden sie unheimlich beweglich. Sie pressen sich sörmlich in den Gegenstand em. Ungefähr so wie ein Vogelsuß einen Ast umklammert. Beim Vogel nehmen wir ruhig eine Willenshandlung an. Und bei der Pftanze? Was können wir zunächst aus diesen Bewegungen schUetzen, gletchgultrg, ob sie mit oder ohne Ueberlegnng erfolgen? Doch wohl zunächst das eine, daß die Pflanze einen Berührungsreiz merkt, datz sie für Berührungen empfindlich ist. Wir nehmen, wieder die Aussagen der Naturwissenschaftler zu Hilfe. Da erfahren wir Denn, daß die Empfindlichkeit für äußere Reize eine allgemeine Eigenschaft des lebenden Protoplasmas ist. Daß auf den niedersten Stufen der Entwicklung alle Zellen die Neizernpfindlichkcit besitzen. Doas; höher hinaus eine Beschränkung auf besttmntte Gewebe statt- indet, die diese Funktion neben einer anderen Hauptfunltwn auS-
lautet: Ist Gwßh. Regierung gewillt, alsbald den Landständen einen Gesetzentwurf über die Regelung der Anftellungs- und Gehaltsverhälknisse der Kvmmunalbeamlcn (Kreis- und Ge- meindebeamtcn) vorzulegen?
Minister des Innern Dr. Braun bringt hierzu eine längere Erklärung zur Verlesung. Es wird in derselben darauf hingewiesen, daß die in dieser Sache in Betracht kommenden Beamten, in ihrer überwiegenden Mehrheit Kreisöeamte seien. Eine Neuordnung dieser Verhältnisse könne aber nicht ohne eine Aen- derung der betreffenden kreis- und kommunalgeseylichen Bestimmungen erfolgen. Die Regierung müsse es jedenfalls ablehnen, die Regelung dieser Angelegenheit getrennt von der Revision der Verwaltungsgesetzgebi'.ng in die Wege zu leiten.
Das Haus beschließt auf Antrag des Mg. Köhler, sofort in eine Besprechung der Interpellation und der Negierungsantwort einzutreien.
Abg. Hebet geht daraus in längeren Ausführungen auf die Lage brr unter?;: und mittleren Kvmmunalbeamten im allgemeinen ein und bedauert, daß Die Regierung sich gegen die schleunige Abänderung der ungünstigen Verhältnisse erklärt habe. Redner führt eine Reihe angeblicher Mißstände in den Kom- munalverhältnissen an und betont, daß dem Fürsorgeiäfsengesetz eine Regelung dieser Verhältnisse vorangehen mußte. Die Ge- meindedeamten würden cs sehr begrüßen, wenn die Gemeinden angehalten würden, durch Orlsstatut die anderweite Gehalts- regelung der Kommunalbeamten festzufetzen.
Minister des Innern Dr. B r a u n wendet sich gegen die Ausführungen des Vorredners. Tie Regierung habe bereits im Verwaltungsgesetz-Ausschuß Herrn Uebel ausdrücklich Wime an die Hand gegeben, in welcher Weise sich eine Beseitigung der beklagten Mißstände ermöglichen lasse. Es gehe doch weit über das Maß des parlamentarisch Erlauben hinaus, wenn der Vorredner hier einfach nach dem Grundsatz verfahre: ick) kenne die Absichten der Regierung nicht, aber ich mißbillige sie. Er werft der Regierung einen Mangel an sozialem Verständnis vor an demselben Tage, an welchem die Kammer an die Beratung der Regierungsvorlage über die Fürsorge für die Gemeinde- und Kömmunalbeamten und deren Hinterbliebenen herantreten solle. Tie Ausfichrungen des Vorredners wären besser sür eine Volis- versammlung bei der bevorstehenden Wahlkampagne geeignet gewesen, als hier für Die gesetzgeöeiwe Körperschaft. Die Regierung^ habe sick) Durckfaus nicyt auf einen ablehnenden Standpunkt gegenüber! den berechtigten Wünschen auf Veroefserung gestellt, sondern lediglich betont, Daß die Beratung über die Lanb.femeindeorDnung der geeignete Moment für die Regelung dieser Atacerie sei. (Beifall.)
Abg.^M o l t h a n konstatiert, daß Abg. Uebel nicht im Namen der Zentrumspariei, sondern nur sür sich gesprochen habe. (Abg. Ulrich ruft: Auch das noch! Heiterkeit.) Redner äußert bann: Bedenken gegen eine Einheitlichkeit der Gehälter der Kreisstraßen-, meister und der Hochbauausseher, da dadurch die Selbstoerwal- tungsrech^e der Gemeinden gefährdet werden lönnten.
Abg. Ulrich geht mit allgemeinen Bemerkungen auf das Thema ein und stimmt dann verschiedenen, der vom Abg. liebet vorgebrachten Beschwerden zu. Es komme häufig vor, baß verwandtschaftliche Beziehungen bet der Besetzung von Gemeinde-., posten den Aus)d)lag geben und bei brr Ausschreibung würden Die Poften vielfach an den Mindestsordernden übertragen, was dock) jWenfalls von einem Mangel an sozialem Verständnis zeuge. Mit dem gleichen Reckfi könnte man ja auch die Münsterstollen ein;ad) össentlich ausschreiben. Da würde fich wohl auch eine
Kolvtrsci^e Scrgesscbcrn.
Aus unserer Kriegsmarine.
Nachdem das Flottengefetz auch in dritter Lesung angenommen ist, werden im laufenden Etatsjabre, so entnehmen mir Der soeben erschienenen Mainummer der „Flotte", dem Vlouatsblatte des Deutschen Flottenvereins, ein großer und zwei kleine Kreuzer neu in Bau zu nehmen fein. Dazu treten noch cin Flußkanoneuboot, zwölf Torpedoboote und llnterfecboote, deren Zahl nicht bekannt ist. Da sich aus Den Vorjahren noch vier Linienschiffe, zwei große und vier kleine Kreuzer im Bau befinden, so werden im Jahre 1908 die deutschen Werften allein mit 16 gröberen Kriegsschifss- bauten beschäftigt fein. Davon weifen die sieben Linienschiste und cin großer Kreuzer ein Deplacement von etwa 18 000 Tonnen auf, werden also sogenannte „Dreadnought" - Bauten fein. Dem Stapellauf des Linienschiffs „'Nassau" ist am 11. April der des großen Kreuzers „E" gefolgt. Er erhielt den Namen „Blücher". Von diesem großen Kreuzer ist vorläufig nur befmuit geworden, daß er ein Deplacement von etwa 15 000 Tonnen hat. Etwas mehr ist über den im Monat Mai vom Stapel laufenden kleinen Kreuzer „Ersatz Pfeil" bekannt. Er wird bei einem Deplacement von 3600 Tonnen und einer Maschinenstärke von 13 500 PS. eine Schnelligkeit von 24 Seemeilen entwickeln und eine Armierung von 10—10,5 und 8—5,2 Schnelladekanoueu, vier Maftchineu- gefchützen und zwei Torpedolanzierrohren führen. — Schiffe tu Der Heimat: Der Fifchcreikreuzer „Zielen" hat am 15. März die Bc- fatzuna aufgefüllt und nut zwei älteren Torpedobooten den Schutz bei- Rordfccfifcherei wieder übernommen. — Tas Spczialschifs „Möwe" ist am 1. April zu Vcrmessungszweckcn in Dienst gestellt. — Ihm wird am 14. April das Spezialfchisf „Grille" folgen, um die Ausbildung von Offizieren in Der Küstenkunde zu übernehmen. — Die Schiffe „Vmeta", „München", „Württemberg", „Frilhjof" und „Aegir", jorote die Schulflotille sind am 30. März unter dem Befehl des Vizeadmirals Zcyl zu einem „Verbände der Schul- und Vcrfuchsfchiffe" zufaniinengczogeii. Zu diesem traten noch am 9. April das Stammfchiff der Rcfervedwision Der Nordsee „Kurfürst Friedrich Wilhelm", das Lmicnschiff „Schwaben" und die einige Tage später m Dienst zu stellenden beiden Alanövcrslotilleu. Die Auslösung des Verbandes, der gemeinsame Lieblingen in der Ostfee, speziell vor Saßnitz und Swinemünde bezweckte, erfolgte am 25. April. — Von Den Ende März aus dem Auslande zurückgekehrten Schulfchiffen sind „Stein" und „Moltke" außer Dienst gestellt und durch die großen Kreuzer „Viktoria Luise" und „Hertha" ersetzt worden. — Das kleine, zur Miueuucrsuchsdivision gehörende Torpedoboot „8 12" wurde in der Nacht zum 13. März in Der Elbcmündung von dem auslaufenden deutschen Dampfer „Eduard Großmann" cuigeraimt und ist fofort gesunken. Die Besatzung wurde bis auf den leitenden Maschinisten, der durch diese Katastrophe leider seinen Tod fand, gerettet.
schließen wird.
Auf Antrag d?s Abg. Köhler wird die BespredMNg dieser nad) Drucklegung der Regierungsantwort ex»
Var SiMesleben der Pflanzen.
Ueber dieses interessante Thema schreibt W a l t e r W. S i c d c in der neuesten Nummer des „Blaubuckfs" *) u. a. folgende».
Alle meine Leser kennen den wilden Wein. Nun, hat wohl jemand von euch einmal einen recht hemen Vormittag ^ Hochsommer vor einem Weinstock verbracht und die Ranken betradftet. Man macht sich dazu einen kleinen Apparat zurecht, rndem man hinter dem oberen Ende der Ranke euren weißen Kartonbeseftigt und darauf die Rankenspitze durch Emstecken einer Nadel oder sonstwie markiert. Diese Vorrichtung darf natürlich dre P anz selbst nicht hindern. Betrackstct man nun nach kurzer Zeit die Spitze der Ranke, so sieht man, daß fie inzwischen gewandert ist und achtet man genau auf die Bewegungen, lo ^igt fich, daß sie in 67 Minuten einen Kreis oder belfer eine Ellipse M^^bt Di- Wissenschaft sagt: Die Ranke zirkumnutiert. Und nun denle man sich die tausend und abertausend Ranken, die da srebernd und fitternd in der lauen Sommcrluft ihre Krefie sichen , was foll dies Tasten und Suchen eigentlich bedeuten? Bald schon wird es uns klar: Die Pflanzen suchen Stützen um fich daran an^u- Biegen ’Ä Setat '«t wi-d»Ä°?M-°L Gegenstand, tvianche Ranken braucf)cn )iegu nur fünf Schmöen,
Wahrscheinlich t „Es hat nach etwas S-grAen . »
rs&r is psi iMS »,"i“i äugeständnis. Märchen der Kindheit tauchen vor uns auf "750 5 Blaubuch, BoJeüfiWft■«f’Ä
P Nachdruck mit Genehmigung
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