Ausgabe 
18.4.1908 Zweites Blatt
 
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Nr. »2

Ekschetnt tägNch mtt Ausnahme des Sonntag«.

General-Anzeiger für Gberheffen

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gerichtliche Sektion der l$eid)e vornehmen, brau an Vergiftung gMrben i|£

welche ergab, daß, die

Bielefeld

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M Gr. Hess.) Nr. Ik ts C. Kraussf, Eintritt 40 Pft. ne immer,

Kaiserpanorama: Programmwechsel.

Militärkonzert auf dec Liebigshöhe am Dienstag Feiertag), 4 Uhr nachmittags.

* Handwerkskammer. Dr. Erich Däpnec, bisher Deutschen Museum zu München, versieht von Ostern ab

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universität? - Buch- und Steindruckerct. R. Lange, Gießen.

UellerShausen; Nieder-Seemcn 1, Ulfa 2.

Wäsche ko n fe ktio n : Gießen 29, Grünberg 2.

K'appenmacher: Lich 1: Dorheim 1.

Handschuh m a cher: Gießen. 1 Bildhauerei: Nidda.

Redaktion, Exoedltton und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag; 5L Redaktion: ^^112. TeU-AdruAnzeigerGießem

Die ..Stetzener ZamtNenblätter- werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegl, das Kretsblati für den Kreis Giehrn" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschastlichen Seit- fragen erichemen monatlich zweimal.

Zur Heimarbeit im Gro'gherzoglunr Hessen, in.

Heimarbeit in der Textilindustrie findet sich inner­halb Hessens heute nur noch im Vogelsberg in den Kreisen Als- stld, Lauterbach unb Schotten, aber auch hier nicht mehr in nenneiis- Nertem Muße. Ehemals bildete die Leinenspinnerei und -Weberei einen unentbehülia-en Nebenerwerb der Bevölkerung. Das rauhe filima imb die Unfruchtbarkeit im VogelSberg standen einer inten­siveren Bodenbewirtschastung im Wege und der Lanvwirtschafts- betrieb ivtrr zumal bei der damals herrsä-enden Betriebsverteilung

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Re!tauraBt w n L 6 r ab,

ZLusran-,

Der Diener Stadtrat hat einen Kredit von L 0 0 0 0 Kronen für dieAuSschmückungderStraßen anläßlich der Ankunft des deutschen Kaisers und der deutschen kundcsfürsten bewilligt.

Der Herzog und die Herzogin von Eonnaught verdcn mit der Prinzessin Patricia am nächsten Dienstag von Nalta nach Korfu reisen und Ende nächster Woche zurück- 'ehren.

Die Duma hat das Amurbahn-Proje^t in dritter Le- 'ung endgültig angenommen.

D ie Verteidiger von Port Arthur: Wie, die Birshcwija Wjedomosti" meldet, sind ans Befehl des Kaisers Dom 15. April die aus dem Port-Arthur-Prozeß bekannten Generale Fock, Smirnow und Reiß wegen häuslicher Verhältnisse mit Pension verabschiedet worden.

Aus k a i s e r l i ch e n B e s c h l ist das W i l n a e r Dom­kapitel, bestehend aus neun katholischen Geist­lichen, entlassen worden. Der Befehl wird begründet mit der Weigerung des Domkapitels, nach der Verabschiedung des öischoss von Wilna, Baron Roop, einen temporären Stell­vertreter zu wählen.

Ausstand. In Vourganeuf in Frankreich find 1200 Arbeiter aus den Metallsabriken in den Ausstand getreten.

rod 2; Vlvfelo 2, Büdingen 1, Düdelsheim 3, Eazzell, Gettenau 1, Höchst a. d. Nidder 6, Kohden 1, Oberau 1, Ober-Widdersheim 1; Beienheim 1, Bönstadt 2, Dorheim 1, Friedberg 8, Groß? Karben 4, Ilbenstadt 1, Nied-er-Äoörlen 1, Okarben 2, Ober-Mör- len 4, Oocr-Rvsbach 1, Ober-Wöllstadt 2, Schwalheim

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H. Mannheim, 16. April. Am Atontag starb hier eine Frau Ingenieur Bormann, deren Mann auf dem städtischen Elektrizitätswerk angestellt ist. Stach der Todesanzeige sollte sie plötzlich an einem Herzschlag verschieden sein. Die auf heute angefetzte Einäscherung im hiesigen Krematorium wurde jedoch nach Blüttermeldungeit plötzlich inhibiert. Die Staats- anwaltschast ließ eine gerichtliche Sektion der Leick)e vornehmen.

Aus SiaOt und Land*

Gießen, 18. April 1908.

** Tageskalender. Kolosseum: Montag (2. Feier tag) Programmwechsel.

Kinematographen-Theater: Programmwechsel.

Deutsches AeSeh.

Der Kronprinz wirb sich am 29. Mai auf dem Linien­schiffDeutschland" einschisfcn und bis znm 6. Juni an Bord bei dem Prinzen Heinrich verweilen, uni den Hebungen der Hochseeflotte beizuwohnen.

Ein Königsberger Blatt hatte berichtet, die Na­tionalzeitung solle am 1. Juli aufhüren, als selbständiges Organ zu erscheinen und mit der sreikonscrvativeu Post ver­schmolzen werden. Das ist, wie die Post mitteilt, nicht richtig. Die National-Zeitung wird in ihrer vollen bisherigen politischen Selbständigkeit weiter geführt werden. Es sind gewisse organi- IT torische Aenderungcn, die rein geschäftlicher Natur sein sollen, geplant, jedoch ist eine endgültige Entscheidung hierüber noch nicht getroffen. Aus alle Fälle bleibt die politische Richtung der National-Zeitung von den eventuellen Aenderungcn durchaus unberührt.

Dem bayerischen Landtag ist daS neue B c am­ten g es etz zugcgangen, ferner eine Vorlage betreffend die Ausbesserung der katholischen und protestantischen Geistlichen, ivosür ein Mehr von 3 800 750 Mk. gefordert wird, und drittens eine Vorlage betreffend- die Erhöhung des Einkommens der VolkSschullchrer, für welchen Zweck der Mehrbedarf 4 450 000 Mark beträgt.

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Stickerei: ^Nidda 4, Schotten 9.

Häkeln, Sticken, Perlennähen: Alsfeld Brauerschwend 1.

Professor Fritz Werner t.

Ter Maler Fritz Werner, Mitglied der Akademie der Künste, ist im 81. Lebensjahre gestorben. Fritz Werner, dem die 'Habemie der Künste aus Anlaß seines 80. Gwurtstages ihre tchte Sonderausstellung zum Teil gewidmet hat, .war ein Ber­eiter Kind (geboren am 3. Dezember 1827)). Ursprünglich war er Kupferstecher uno Radierer, erst 1864 ging er, wohl unter dem hinsluffe Menzels, bessert Taselvunde Friedrich des Großen er gesto- xn hatt^, zur Malerei über. Er wurde Historienmaler; da- rride- »rianische Zeitalter hatte cs ihm besonders angetan. Besondere Eindrücke empfing er in Paris von Meissonier. Eigentümlich jmb seinen Bildern die Helle, glänzende Färbung und die feine Ssleuchtunq. Eins seiner bekanntesten Werke sind die Grenadiere Friedrichs des Großen, am Gitter von Sanssouci mit Kindcv- Mädchrn scherzend; die Enthüllung deS Denkmals der Stöntgin *uifc befindet sich in der Nationalgalcrie. Auch hübsche Städte- Eilder und Interieurs hat Werner geschossen, so Lessings Wohn­haus in Wolsenbüttel, Stadttor in Tangermünde, Kvpelle Palatina «t Palermo. Seit 1889 hat er den Prvsessortitel.

Giessen u, Mik jf.

>r abends. nickst imstande, die Bevölkerung zu ernähven. , W stlittenmg und Ucbervölkerur'

^tzen die Fahr über diese gewerblichen

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und ÜebervLlkerung zwang viele Existenzen, das ganze _ ... diese gewerblichen Beschäftigungen zu treiben, wahrend

sie den Bauern und Taglöhnern nur als Winterarbeit diente. Liefelbcn Ursachen wie bei der Textilindustrie um Offenbach hatten aber auch hier bereit Rückgang zur Folge, und alle, die uns über die Lage der Spinner und Weber berichten, erzählen nur von deren Elend. In den 80 vt und 90 er Jahren des vorigen Jahrhunderts ii't die ehemals bedeutende Haiisindustrie zugleich in Verfall ge­raten. Die Handweberei hat sich nur im Schlitzet Bezirk lebens­fähig erhalten, wo Qualitätswaren hergesteltt werden (Damast usw.), unb wo die Weberei nicht eine bloße Nebenbeschäftigung bildet, so daß von den in ihr zur Verwendung kommenden Arbeitskräften ein Grad von Kunstfertigkeit verlangt werden kann, wie es eben Sirr Produktion höherer Werte erforderlich ist. Crome gibt uns 1822 genaue Zahlen über die Verbreitung der Weberei. In 16 oberheffischen Ortschaften zählte er noch 3016Webermeister" ouf, in Lauterbach allein 270 Webermeister und 400 Web stichle, tn Schlitz berichtet er von einer Weberzunft von 500 Meistern und liO Gesellen. Vergleicht man damit die Angaben aus den beiden Berufszählungen, wonach 1882 noch 217, 1895 noch 186 Hnisindustrielle Leinenweberbetriebe im ganzen GroMerzogtum und &>3 bezw. 445 hauSindustrlelle Betriebe in der Textilindustrie überhaupt vorhanden waren, so wird der große Rückgang äugen» jiUig. Die Hausweberci für den Absatz ist in den letzten Jahren ruft ganz verichwunden; sie besteht meist nur noch für den eignen Aedarf zur Verfertigung der Arbeitskleider fort. Tie Existenz­bedingungen. dieser Hausindustrie sind die denkbar traurigsten, ^ sie noch nicht völlig verschwunden ist, beweist, wie schwer

Sack- und V utzlu mven nähe n: Alsfeld 56.

Hasenhaarschneiderei: Pfordt (Lautcrb.).

Anfertigung von Düten: Butzbach 11, Hausen 2, Hoch-Wetsel 4, Kir^-^Göns 1, Nicbrr-Weisel 3, Oppershofen 3, Mckenbcrg 32 (Friedo.).

Herstellung von Leder- und Galanterie­waren : Nockenbcrg 2.

Reche u m a aj c r : Fveicn-Steinau, Salz.

Stuhls lechterei: Alsfeld 25, BiilerrShansen 3, Eifa eine Familie, Elbenrod 3, Eudorf i, Liederbach 2, Ober-Breidenbach 2, Ober-Glcen ö, Ohmes 38, Rainood 1, Nuhlkirchcn 20, Sei­belsdorf 7, Strebenburf 1, Vockenrod 8, Zell 2; Wallenrod.

Besenbinderei: Pfordt, Rixfeld.

Holzbrehcrci: Alssclb, Strebendorf.

H o r n b r e h r c i : Alsfeld 2.

Schirm na Heu : Gießen 12.

Tabakverarbeitung: Griesheim. Pfungstadt (Darm­stadt), Allendors 1, Altcw-Bufcck 5, Bur'hardsfclden 2, Daubringen 20, Garbentcich 32, Gießen 9, Großcn-Buseck 1, Großen-Linden 12, Hausen 14, Heuchelheim 27, Klciw-Ltnden 13, Leihgestern 1, Lollar 8, Mainzlar 4, Reiskirchen 1, stcödgen 2, Staufenberg 4, Steinbach 3, Watzenborn 27, Schotten 12.

Schneiderei, Herren- und Damenkonfektion: Birklar 1, Gießen 3, Langd 3, Mufchenheim 1; Alsfeld 11, Eudorf 2, Gwß-Felda 2, Hopfgarten 3, Nicder-Ohmcn 3, Rom-

eine Hausindustrie ausstirbt, wenn sich nicht für die Haus-In­dustriellen eine andre Erwerbsgelegenheit bietet.

Neben der Weberei findet sich in Ober^ssen als Hausindustrie noch die Stu hl flechte re i im Kreise Alsfeld und die T a b a k i n d u st r i e im Kreise Gießen. In der ersteren find die EinÄmmensvcrhältnisse der Hatislnbustriellen womöglich noch schlechter als in der Weberei, und bei der letzteren ist die Heimarbeit von geringer Bedeutung. Es ist gerade ein Charak- t'.riftikum der Gießener Tabakindustrie, wodurch sie sich vorteil- yait von zahlreichen anderen deutschen Zigarrenindustrien in West­falen, Rh. u.provinz, Sachscn-Altenburg, Thüringen, Hamburg usw. untrescheidet, daß die Heimarbeit nur einen verhältnismäßig kleinen Raum in ihr einnimmt. Zur Erntezeit, wenn die Arbeiter der Lanbwirtschaft zuströiucn, wird ein größerer Teil der Arbeiten hausindustriell hergcstellt. Auch in Zeiten der Hochkonjunktur greift die Heimarbeit wohl stärker um sich. Tas währt jedoch nicht lange, weil cs die Fabrikanten vorziehen, Filialen auf dem Lande zu gründen, und so den Arbeitern, welche nickst zur Stadl kommen können, Gelegenheit zur Fabrikarbeit auf ihren Dörfern zu geben. Denn die Heimarbeiter gehen nicht sparsam genug mit dem Rohwvff um und liefern weniger gute Fabrikate.

Oertliiche Verteilung der Heimarbeit in Ober­hef s e n auf Grund von Erhebungen der KreiS- amter und der Volksfchu^llehrer im Jahre 1907.

Es wird getrieben:

Weberei: Stockhausen, Weickartshain, Brauerschwend fünf Heimarbeiter, Eifa 12, Elbenrod 18, Eudorf 1, Eulersdorf 1, Grebenau 1, Errst-F-elda 5, Ober-Breidenbach 3, Oder-Sorg 1, Ramrod 13, Ruppertenrod 4, Schwarz 12, Stvrndorf 1, Strcben- botf 4, Udenhausen 3, Vadenrod 8, Wallersdorf 1, Wettsaafen 2, Windhausen 3, Burg-Gruscnrvd 1, Allmenrod, Angersbach, Ternshausen, Dirlammen, Cichelhain, Frau-Rombach, Harters­hausen, Herbstein, Hvpfmannsfeld, Hutzdvrf, Landcnhausen, Lan- zenhain, Laut'.rbach, Pfordt, Qneck, Reuters, Rimbach, Sand­lofs, Schlitz, Uellcvsl-aui'en, Unter-Sck)warz, Wallcnrod, Wern­ges, Willofs, Bvbcnhauien 6, Fcldlrücken 1, Freten-Secn 10, Groß-Eichen 51, Helpershain 4, Höckersborf 6, Klein-Eici^n 4, Lardenbach 17, Rudingshain 1, Sckwtten 7, Sellnwd 11, Wohn­feld 3.

bas Valerlaitd".Gedanken übet Faust" entwickelt Dr. Eduard Platzhoss-Lejeune und Ad. Teuleuberg gibt einen Ueberblid über die Goetheliteratur der letzten Jahre unter ber Ueberfd)vift6)octbe§ Auserstehungen". Eine Zufanunenstelliing Goethcschet Aeußerungen, die aus seinen Briefen und Gesprächen ausgewählt sind, ergänzen das Hest^ bas mit einer dem Lunstwart entnommenen Nachbitbung des wenig bekannten Tavidschen Goethekop'es und fünf Zeichnungen Ernst Liebernianns zum ,ftaiift" geschmückt ist.

Die Kinematographe.ntheater DnrUschlands haben Veranlassung gegeben zu Erörterungen in der Groß­stadtpresse. Es soll hier nicht ausgeführt werden, welche Berechtigung die Vorwürfe hatten, eS soll auch nicht ge­leugnet werden, daß eS Unternehmer gab, die glaubten^ durch Sensationsvvrführungen einen verntehrten Besuch her­beiführen zu föniten. Um Auswüchse beseitigen zu können, ist eine Konsolidation der Angehörigen der Branche vonnöten. Hervorragende Besitzer von Theatern lebender Photogra­phien erkannten diesen Weg und gründeten in Hamburg den Internationalen Kinematographenbund. Der Vorstand dieses Bundes hat wiederholt da eingegriffen, wo Schäden zu beseitigen warerr. Uni nun ein Bild von der gesamten Kinematographen-Jndnstrie vor Augen führen zu können, beschloß er, vom 13. bis 28. Juni eine Internationale Kinematographen-Jndustfie-Ausstellungins Leben zu rufen. Abgesehen von den ersten Firmen Deutsch­lands sind namentlich die Filmsfabriken in Rom, Turm, Parts, London, sowie auS verschiedenen Städten Amerikas bei den Anmeldungen vertreten. Die Ausstellung wird in folgende Abteilungen zerfallen: Kinematographen und Film­industrie, Photographie, Optik und Projektion, Elektrische und andere Motore, Beleuchtungsgegensiünde, Musikwerke, Spreckmaschinen, Heizungsanlagen, Wirtschasts- u. Theater- einricytungen rc.

den Dienst eines wissenschaftlichen Hilfsarbeiters bei der Hand- werkskainmer zu Darmstadt.

Der Sangerkranz unternahm auch gestern wieder den üblichen llarfieitags-Herrenausflug und zwar nach dem Frauenberg und nach Marburg. Eine stattliche Sänger- schar fuhr um die Mittagsstunde nach Niebenveunar und wanderte von dort über die alte Nahebrücke nach dem Frauenberg. Bel der schönen Frühlingsluft gestaltete sich die Wanderung recht genußreich und schon auf dem Wege zum ersten Ziel erregten die entzückenden 2luSblicke auf Macbllrg, die Hinterländer Berge ufiv. immer wieder die Bewiinderung der Teilneh,ner an drr frohen Sängerfahrt. In dein schönen BerggaslhauS, das leider zu nahe an der charakteristischen Bergknppe liegt und dadurch ihr Aussehen von der Mar-^ öurger Seite her beeinträchtigt, gab es eine Kast'.epause.-' Tann wurde von den spärlichen Trümmern der ehemaligen Biirg die umfassenbe Aussicht bewunbert, bie zu den schönsten bes ganzen Lahntals gehört. Miinterer Scherz und froher Sang kürzte daraus den Rest des Weges nach Marburg merk­lich und ein gutes Abendessen vereinigte dann die Sänger un Hotel Kaiserhof- Nach der leiblichen Stärkung kam auch der eigentliche Nereinszweck zu seinem Rechte und aus vollenr Sängerherzcn heraus kamen die Worte de§ Dankes und der Verehrung, die dem Ehrenpräsidenten Berg und dem jüngsten, Ehrenmitglied Jughardt, die beide die Wanderung mit­gemacht hatten, gcwidinct wurden. Um 9 Uhr erfolgte die Rückfahrt nach Gießen, wo noch einmal Einkehr gehalten wurde und die schönen Erinnerungen deS Tages besprochen wurden.

** Konzerte. Am ersten Osterfeiertag konzertiert unsere Regirncutsmusik im Schützengarten in Wetzlar, am dritten Osterfeiertag in den Räumen der Liebigshöhe in Gießen. Der Anfang ber Konzerte ist in Wetzlar wie tn Gießen tun 4 Uhr nachmittags.

Kunstvcrein. Die Gemcilde-AuSstellung am Brand ist an den Feiertagen von 11 bis 3 Uhr mittags ununter­brochen geöffnet. Ein Teil der erst seit 8 Tagen ausgestellten Bilder bleibt nur noch kurze Zeit ausgestellt.

** Das Museum ist während der Dftcrfeiertage geschlossen, am Sonntag, den 26. b. Mts. von 2 bis 4 Uhr nachmittags geöffnet. Tie neuesten Schenkungen und Erwerbungen sind im Saal 3 (oberstes Stockwerk) ausgelegt.

** Iagblichcs.Rot ist halb der gute Bock und sein Gehörii ist reis, er geht schon stolz einher"! Ter Bezirksausschuß des Regierungsbezirks Kassel hat für dieses Jahr den Schluß der Schonzeit für Rehböcke für den Kreis Hanau auf den 1. Mai inklusive festgesetzt. Für die übrigen Kreise deI Regierungsbezirks Kassel verbleibt eS bei der gesetzlichen Bestim­mung, nach der bic Schonzeit erst mit dem 15. Mai erlischt.,

** Weinliebhaber. Vor einigen Tagen wurden aus! dem Keller eines Hauses in der West-Anlage 4 Flaschen Sekt (Henkel trocken), mehrere Flaschen Portwein und 5 Flaschen Kog­nak von unbekanntem Täter gestohlen. Da das Kellersenster offen und der Keller nur geringe Tiefe hat, war es dem Dieb recht b.quent gemacht.

** Annoncenschwindel. Recht bittere Erfahrungen machte ein Obermüllcr au5 der Gegend Friedbergs mit einer Annonce in einer Fachzeituüg. Dort hatte er im Februar L IS. eine Annonce entdeckt, wonach ein Obermüller wegen Krankheit seine gut dotierte Stelle im Ausland gegen Vergütung ab treten; wollte. Er trat mit dem betreffenden Herrn, der in Hannover wohnte, in Verbindung und reiste selbst zu ihm. Ein Vertrag wurde schriftlich abaefchlossen, wonach der Betreffende gegen eine Vergütung von 800 Mk. seine mit 8000 Mk. dotierte Stelle in Alexandrien abtrat. 400 Mk. mußte ber Obermüller gleich be­zahlen unb ber Rest sollte später entrickftet werden. Später teilte es sich heraus, daß alles Schwindel, ber Herr verschwand aus Hamwver unb bie Mühle, wohin der Obermüller reifen sollte, existierte gar nicht, aber die 400 Mk. war er los.

r. Hungen, 18. April. Da auf der Grube Friedrich ein Schacht e i n z u st ü r z e n droht, sind unterirdische Niaurer- arbeitcn nötig, die sehr beschwerlich sind. Möglicherweise ist der Abbau ber Kohlen bis zu nahe an die Schächte und Fabrikgebäude vorgenontmen worden, da die letzteren wieder­holt Sprunge zeigen.

F.C. Darmstadt, 17. April. Damit den Offizieren des B e u r l a u b t e n ft a n b e § das neue Exerzierreglement in Fleisch unb Blut übergeht, sind seit einigen Tagen auf dem Truppenübungsplatz« Darmstadt 70 Reserve- und Landwehroffiziere! aus dem Bereich des 18. Armeekorps zu einer mehrwöchigen Hebung zusammengctretcn, um die Neuerungen praktisch lernte« zu lernen. Die Uebungen leitet Oberstleutnant v. Sinbequift vom Regiment Kaiser Wilhelm (Nr. 116), Gießen. Als Instrukteure sind Hauptleute aus dem 18. Armeekorps kommandiert und zwar einer von jedem Jnfantcrieregiinent, mit Ausnahme des 81. Regi­ments. Zwei Kompagnien, je eine vom Regiment Leibgarde (115) Darmstadt, und Hessen-Homburg (166), Hanau, dienen zur prak- til'djen Vorführung. Tie Oberleutnants der Reserve unb Land­wehr, die die Hauptrnanitsepaulletten zu erwarten haben, emp­fangen außerdem täglich Reimntercicht. Die Pferde dazu stellen die Dragoncrregimenter Nr. 23 und 24.

Frankfurt a. M., 16. April. Heute vormittag wurde im Waldgrabcn hinter dem Oberräder Forsthause in der Nähe ber Goetheruhe ein unbekannter Mann mit bem Tode ringeub aufgefunben. Der Lebcnsmübe, ber sich 5 Revolver- schüsse beigebracht hatte, gab nach wenigen Minuten den Geisl auf. Außer einigen Mark Bargeld fand sich in seinen Taschen eine Korrespondenzkarte mit der Aufschrift: An den Kanonier Anton Trott in Ingolstadt in Bayern. Der Lebensmüde trug Zivil­kleidung. Die Leiche wurde nach dem Sachfenhäuscr Ficedhos« gebracht.

h. Kassel, 16. ?lpril. Ein junges Mädchen, bas sich am frühen s.Diorgcn auf bem Wege zur Stabt befand, würbe in der Jhringshäuser Allee von einem Manne vergewaltigt. Aus das Hllfcgefchrci der Ueberfallenen eilte eine Abteilung Kricgs- schülcr herbei, die gerade Hebungen im Gelände cwhielc. Tie KriegssckMer schwärmten aus, kreisten den Verbrecher ein und ilbetlieferten ihn der Pulverhauswache.

Zweites Blatt 158. Jahrgang Samstag 18. April 1908

Gietzener Anzeiger

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Ein »Faust'-Jubilaum. Ostern 1808 wurde der .onuff zum ersten Male ausgesuhrt. Wir können ihn alfo jetzt *üt Fug als einen Hundertjährigen feiern. Tie .Kuttiiriragen", -lonalsfchrift für den deutschen Kaufmann (Herausgeber Johannes Buschmann, Verlag Georg D. W. EaUwey, Allmchen. Vierleljähr- -ch Dik. 1.50) bringen soeben als Festgabe zu diesem Jubiläum ein »Goethe-Hest" heraus, das vielleicht nicht zuletzt dadurch Jmeiesse erwecken wird, daß es einige Seilen des Goelheschen Wesens in den Vordergrund stellt, die man sonst gemeinhin an dem Dichter desFaust" nicht zu sehen gewohnt ist. Ad. Teutenberg bringt eine 'üt zahlreichen Auszügen aus den Werken, Briefen, Gesprächen >iiib Tagebüchern belegte Studie überGoethe als Beobachter des ,,s ^irtschaillichen Levens", Tr. Wilhelm Bode einen Aufsatz über -Goethes Stellung zum irdischen Gut" und Eugen KalkschMidt eine iiechtsertigung Goethes in der vietumslnttenen FräseGoethe und