vor in ihrer Anklage gegen das Unrecht des Jahres 1866 und m der Hoffnung auf eine Sühne dieses Unrechts. Sie gründet diese Hoffnung jedoch nicht aus i.rgend welche auswärtigen Verwickelungen, auch nicht blos aus den freien Willen der deutschen Fürsten, sie rechnet vielmehr darauf, daß das deutsche Reich erst noch durch Entfaltung einer selbständigen und unabhängigen Rcichsgewalt zur Wahrheit werde, daß dann aber auch durch Aufhebung des preußischen Staats- absolutismus Raum für eine Stanunesglicderung des deutschen Volkes geschaffen werde, in welcher für Hessen und sein Fürstenhaus durch Natur und Geschichte ein Platz gesichert ist."
W. Wiesbaden, 20. Mai. Bei der Aufführung von Wedekinds „Erdgeist" im hiesigen Residenz-Theater ging dem Inspizienten und Schauspieler Queis beim Laden des Revolvers ein Schuß in die Hand. Infolge hinzu- getretencn Wundstarrkrampfes ist dec junge Schauspieler heute gestorbcn.
Provinzial-AusschuK der Provinz Obcrheffen.
Gießen L, den 20. Mai 1908.
Heinrich Klein Ehefrau zu Gießen hat um die Erteilung eines Wandergcwerbescheins nachgcsucht, der ihr jedoch von dem Kreisausschuß des Kreises Gießen mit Rücksicht auf ihre Vorstrafen versagt wurde. Gegen den Beschluß des Kreisausschusses verfolgte sie Rekurs an den Provinzial-Aus- schuß, jedoch ohne Erfolg, da dieser den Rekurs heute als unbegrüudet kostenfällig verwarf.
In der Sache: Enteignung von Gelände zur Verlegung des Bahnhofs Vilbel hatte der Provinzial-Ausschuß unterm 7. Dezember v. I. die Einweisung der Königl. Eiscnbahn- direktion Frankfurt a. M. in den Besitz der den Fr. Lindemann Eheleuten zu Vilbel gehörigen Grundstücke für zulässig erklärt. Der gegen das Provinzialausschuß-Urteil an Großh. Ministerium des Innern eingelegte Rekurs war von diesem zurückgewiescn worden. Nachdem die Königl. Eisenbahn- direktion inzwischen den Nachweis über die Hinterlegung der von der Lokalkommission zuerlanntcn Entschädigung bei Großh. Amtsgericht Vilbel erbracht hat, ivnrdc sic heute m den Besitz des fraglichen Geländes eingewiesen. Es ivird nunmehr in einer demnächstigen Sitzung über die Festsetzung der Höhe der Entschädigung zu verhandeln sein.
Die Beschlußfassung über die Klage des Landarinen- vecbandes Erbach gegen den Landarmenvcrband Gießen wegen Ueberliahme von Unterstützungskosten der Anna Abt wurde ausgesetzt, da vorerst noch Erhebungen angcstellt werden sollen.
Die Marg. Fischer von Schlitz mußte am 13. Mai 1907 durch Gewährung von Pflege für ihr Kind von dem Qrtsarmenvcrband Darnisladt unterstützt werden, welchem hierdurch 49,50 Mk. Kosten erwuchsen. Tic hierauf ange- slellten Ermittelungen ergaben, daß die Mutter ihren durch Abstammung in der Gemeinde Schlitz erworbenen klnter- stütznngLwohnsitz zur Zeit des Eintritts ihrer Hilfsbedücftig- keit in dieser Gemeinde noch nicht verloren haben konnte, da sie bis zu ihrer Volljährigkeit — 14. November 1905 — unter gesetzlicher Zwangserziehung stand und während dieser Zeit in der freien Selbstbcstimniung ihres Aufenthaltsortes behindert war. Der Orlsarmenverband Darmstadt versuchte deshalb zunächst auf gütlichem Wege von Schlitz Ersatz der Kosten zu verlangen und ging dann, als dies erfolglos war, klagend gegen den Orlsarmenverband Schlitz vor. Der letztere begründete seinen ablehnenden Standpunkt damit, daß die Fischer, nachdeni sie aus der Anstaltspflege entlassen und als Dienstmädchen iintcrgcbracht ivorden sei, kcilicswcgs in dec freien Selbstbestimmung ihres Aufenthaltes beeinträchtigt gewesen sei, da eS ihr jeder Zeit freigestanden habe, ihre Stelle zu wechseln. Außerdem habe sic von Eiide 1902 ab weder von der Gemeinde noch ans Kceisinitieln Untör- stütznng erhalten. Sie habe deshalb ihren Unterstützungs- ivohnsitz in Schlitz verloren. Dem gegenüber behauptete der Ortsarmenverband Darmstadt, die Fischer sei, da sie genötigt gewesen sei, die Dienststellen anznnehmen, die ihr das Großh. Kreisamt vermittelte, in dec Wahl ihres Aufenthaltes nicht selbstständig gewesen; außerdem sei sie noch nach 1902 auf Kreiskosten in Anstaltspflege nntergebcacht gewesen, habe sich aber auch bis zu ihrer Volljährigkeit in Zwangserziehung befunden; sodaß sie erst nach diesem Zeitpunkt selbständig in Bezug auf den Erwerb und Vecliist des llnterstützungsivohn- sitzes gewesen sei. Hiernach sei Schlitz ersatzpflichtig. Der Provinzial-Ausschuß erkannte in seiner heutigen Sitzung dem Klageantrag ent sprecheiid.
Vie Schützer §ehde.
Man schreibt uns aus Schlitz, 20. Mai:
Der Streit der Bürgcrschast mit d.-m Grasen Görtz dauert — leider — immer noch fort und demokratische und sozialdemokratische Blätter können sich nicht genug tun, ihren Lesern die unglaublichsten Sachen vorzumachen. 'Jin der Spitze marichiert nicht etwa der Vorwärts, welcher m seinem Artikel noch maßvoll war, sondern die „Kleine Presse" in Franksurt a. M. Daß der ganze Streit besser nicht gewesen wäre, lvird heute wohl beiderseits anerkannt. Ausgeschlossen ist es auch, daß cuva der Gemeinderat nachgibt, aber diese leidige Affäre nunmehr auszunutzen, um die Witzecken für sensationslüsterne Leser zu füllen, dazu ist wahrhaftig die Sache zu ernst. Auch ist es grundsätzlich falsch, Berichte über den Fall zu bringen, wie sie sich der „Frankfurter Generalanzeiger" leistet. Wenn der Schreioer des betr. Artikels von vornherein sagt, daß er die Geschichic eigentlich mehr als Privatangelegenheit behandelt und wenig darin unterrichtet sei, dann sollte^ er doch auch seine übrige Weisheit für sich behalten. Daß Wildschadenersatz als Nebenerwerb der Landwirte in Jägcrkrciscn gilt und daß dies hier auch so sein könnte, wirft er den Schlitzern nicht direkt vor, deuiet es aocr doch au. Karnikel, wofür er einmal hat Schaden bezahlen müssen, kennt mau hier nicht, wir haben nur Feldhühner, Schnepfen, wilde Enten, Haicn und Rehe (letztere in Menge), sowie ab und zu einmal ein Stück Rotwild oder Wildschwein. Wenn er aber nun noch gar in seinem Artikel die Bürgerschaft mit altch attisch er Dickköpfigkeit behaftet erklärt, so können luir ihm nur erwidern, daß er vollständig auf dem Holzwege ist, wenn er die Schützer etwa für Idioten ansieht. Sein lateinischer Ausdruck, den man auch recht gut mit Dummköpfigkcit übersetzen kann, geben wir ihm hiermit bestens Dankend zurück. Das beste Stlick leistet sich nun heute (Nr. 117) die Kl. Presse unter der Rubrik „Politische Ruiidschau". Hier wird der Redaktion angeblich aus Schlitz mitgeteilt, daß eigentlich der — Deuffchc Kaiser — die indirekte Ursache des Streites sei. Sr. Majestät wegen, dec Jahr einige Tage zu Jagd hier weile, würde das Wild immer sehr geschont, damit ein recht zahlreicher Mildstaud geboten werden könne. Einen 'solchen Blödsinn kann lein Schützer geschrieben haben, denn ein icber Bewohner weiß, da,; der Deutsche Kaiser hier überhaupt nicht zur Jagd geht. Bei dem allerersten Besuche 1892 hat cr an einem Fuchsgraben am Richthof leilgenommen, damals
einen Fuchs geschossen und seither niemals wieder die Jagd hier ousgeübt und wenn die Blätter tausendmal schreiben, der Kaiser kommt zur Jagd nach Schlitz, — es ist nicht wahr — er verlebt einige Tage int Jahre in der Familie t^s Grasen Görtz, macht viele Spaziergänge, meistens ganz allein in bie_ nahen Wälder, aber er jagd nicht, und deshalb ist obige Unterstellung vollständig falsch.
Im übrigen scheint sich die Spannung eher zu erhöhen als nachzulassen, trotz des sehr maßvoll und korrekt gehaltenen offenen Briefes von der Stadwerwaltuiig. Was soll man zum Beispiel dazu sagen, daß ein dem hiesigen Badcverein gehöriges Bade- haus in dem Schlitzflusfe, ohne weitere Mitteilung an den Verein, einfach abgebrochen, auf Magen geladen und an einen Platz vor die Stadt gestellt wird, wahrscheinlich weil der Zugang zu dem Badehause über eine gräflich^ Miese führt? Muß sich die Gutsverwaltung, (in diesem Falle der ausführende Teil), nicht selbst sagen, daß eine solche Eigenmächtigkeit, besonders in so aufgeregter Zeit, doppelt stark wirkt? Der Badeverein hatte auf gestern abend Generalversammlung einberufen, 11 in zu beraten, was gegenüber einem solchen Schritt zu tun sei.
Der Erb gras wird in den ersten Tagen von Berlin hier ein- tresscn und eS ist sehr zu wünschen, daß dieser etwas in der ead;2 vermitteln hilft, damit der Streit, der nur beiden Seiten schaden kann, endlich beigelegt wird. Daß der Kaiser dieses Jahr nicht nach Schlitz kommt, ist bekannt, es wäre jedoch grundfalsch, dies etiva mit den bestehenden Zwistigkeiten in Verbindung zu bringen._____________________________________________________________
Vermischtes.
• U e b e r die Maßlosigkeiten bei dem Empfang der französischen Studenten urteilt die Kartell- Zeitung des Sondcrshäuser Verbandes Deutscher Studenten- Gcsangvercine: „Konnte man schon nach den Pceßäußerungen den jungen Leuten einen herzlichen Empfang und genußreiche Tage in Aussicht stellen, so haben doch die Tatsachen die kühnsten Erwartungen derart in den Schatten gestellt, daß — dein deutschen Studenten die Zornröte ins Gesicht steigen muß! Nicht der — an sich ja utopische — Gedanke einer „Aussöhnung" zwischen Deutschland und Frankreich ist hier gepflegt: dec alte deutsche Erbfehler des untertänigsten Dieners vor allem Fremden, namentlich vor allem Französischen, hat wahre Orgien gefeiert, die zuletzt selbst der geduldigen deutschen Presse etwas zu viel geworden sind. Und was meines Erachtens das Schlnnmstc ist: die französischen Gäste haben selbst mit feiner Ironie zu verstehen gegeben, wie albern ihnen das ganze Tun und Treiben in Berlin vorgekommen ist. Die jungen Leute sind überall empfangen, wie etwa fremde Fürstlichkeiten. Bei einem dec zahllosen Fest- ! mahle, die sic über sich ergehen lassen mußten, bemerkte ihr Führer, Professor Andlcr, sehr treffend, „der luxiöse lieber» schwang käme eher einer Schar Diplomaten als jungen Aka- demikern zu". Alle Sammlungen, alle Schlösser haben sich ihnen anfgetan, und tuo der Deutsche von einem mürrischen Kastellan zurechtgewiesen wird, standen hohe Staatsbeamte und Würdenträger, um den jungen Franzosen ihre Referenz zu machen. Der Rektor der Universität, Vertreter mehrerer Ministerien, der Direktor des Reichstages usw. — kurz: ein Apparat war aufgeboten, der unter geivühnlichen Umständen nur bei fürstlichen Besuchen in Tätigkeit tritt. In einer Reihe von Zeitungen heißt es, man hätte die französischen Studenten durch deutsche Studenten empfangen lassen sollen, denn an den Knciptischen dec Verbindungen würden sie sich wohlcr gefühlt haben, als bei den Champagnerdiners der Diplomaten. Tas mag richtig sein; aber es ist besser, daß die Berliner Studcntenfehast — soweit ich übersehe bis auf Freistudentensehast und „Motiv" — sich ferngchalten und sich nicht 511111 Mitschuldigen an dieser unwürdigen Liebedienerei gemacht hat. Mit welchen Gefühlen mögen diese jungen Herren nach Frankreich zurückkehren? Sind cs Gefühle hochachtender Bewunderung vor deutscher Art, deutschem Fleiß, deutschem Geist? Was sie gesehen und gehört haben, war Firlefanz und Mache, über die sie in dec Heimat im besten Falle — lachen werden! Und was ist der positive Erfolg? Das sagt der gesunde Menschenverstand: wenn jemand die deutsche Servilität, die uns leider immer noch in den Gliedern steckt, so in Reinkultur gezüchtet wird, verwehen die „Verbrüdcrungsgedanken" wie Spreu im Winde".
* Bemooste Häupter i in Gymnasiu m. Ans Eves- felb (Westfalen, wird dem Berl. Tgbl. geschrieben: Das hiesige Gymnasium ist zweifellos unter allen höheren schulen der Mo- narchie dasjenige, das die ältesten Schüler zählt. 'Nach dem diesjährigen Jahresbericht fanden sich unter den Dfterabitucienten drei, die in dem immerhin für einen Gymnasiasten schon etwas ehrwürdigen Alter von 28 bis 32 Jahren standen. Einer von ihnen trat mit 23 Jahren in die Tertm ein, nachdem er schon vorher zwei Jahre als Soldat gedient hatte; wahrend seiner Schulzeit hat cr es noch zum Landwehruntcroffizier gebracht; cm zweiter trat mit 29 Jahren in die Prima ein und brauchte für diese Klasse drei Jahre. Unter den Schülern befindet sich auch ein Untersekundaner, der nicht weniger als 28 Jahre zahlt und, wenn es ihm in normaler Zeit gelingt, also mit 32 Jahren bie Reifeprüfung bestehen kann. Dieser Sekundaner ist zweifellos gegenwärtig der älteste Gymnasiast der Monarchie. Neben ihm treten alle anderen Schüler, wenn sie auch in großer Zahl die normalen Altersskiisen dec einzelnen Klassen erheblich über- schreitcii, doch zurück; cs gibt hier Tertianer von 17 bis 19 Jahren, und viele Sekundaner haben bas 20. Lebensjahr weit überschritten; für diese anormalen Altersverhältnissc spricht auch das am 1. Februar festgestellte Durchschnittsalter; es betrug für Oberprima 21,2, für Unterprima 19,6, Doeriefunba 18,9, Untersekunda 17,6, Obertertia 16,5, Untertertia 14,9, Quarta 13,9, Quinta 12,4, Sexta 11,9 Jahre, ist al'o durchschnittlich um zwei Jahre zu hoch. In Bezug auf bie Altersverhaltnisse der Schüler dürfte demnach das Gymnasium zu Coesfeld eine SonbcrftcUung unter den übrigen höheren Schulen einnehmen.
* Verunglückte Luft schiff er. Als gestern der Leutnant Ta Fonseca in Manaos (Brasilien) in Gegenwart beS Kriegsministers mit einem Luftschiffe einen Aufstieg unternehmen wollte, rissen, ehe ,das Signal dazu gegeben war, die Taue. Das Luftschiff erhob sich zu größerer Höhe und stürzte dann herab. Der Leutnant wurde in dec Gondel tot aufgefunden. — Zwischen Alpehcr und Valls in der spanischen Provinz Ferragona fuhr ein Luftballon in geringer Höhe, sodaß das Seil den Boden berührte. Mehrere Bauern ergriffen das Seil und wollten den Luftschiffer Magdalena zur Landung zivingen. Dieser weigerte sich jedoch und forderte die Bauern zur Freigabe des Seiles auf; er bot ihnen sogar Geld, aber vergeblich. Der Luftschiffer warf drei Sandsäckc aus und brachte den Ballon zum plötzlichen Steigen, wodurch die Bauern zu Boden geschleudert wurden. Der Ballon prallte gegen einen Felsen; hierbei zog sich der Luftschiffer schwere Verletzungen zu, u. a. einen Armbruch. Der Ballon erhob sich dann bis zu einer Höhe von 3000 Metern. Der Luftschiffer konnte später unter günstigeren Umständen eine Landung bewerkstelligen.
* Die Familien-Tragöd ie in der New-Porker
Gesellschaft zwischen dem Millionär Georg Sterry und seinem Sohn ist nach den jetzt vorliegenden Nachrichten auf Eifersucht zurückzuführen. Stern) sen, ein Wittwer von 70 Jahren, war Mitinhaber vieler Minen und Fabrik-Unternehmungen. Ec wollte sich mit einer hübschen 30jährigen Lehrerin, Miß Rebecca Blackie wieder verheiraten. Sein 40 jähriger Sohn war in dieselbe Dame verliebt, doch zog diese den Vater vor. Dcc jüngere Sterry trat vorgestern früh in das Bureau seines Vaters in der Pine-Street und streckte diesen, ohne ein Wort zu sagen, diirch einen Rcvolverschuß in den Kopf nieder. Darauf jagte er sich selbst eine Kugel in den Kopf. Beide waren auf dec Stelle tot.
Offener Antwortschreiben an Herrn Airchenrat 0. Schlosser, Gictzen.
Sehr geehrter Herr Pfarrer!
Durch eine Fügung des Zufalls ist Ihr offener Bricj erst heute an meine Adresse gelangt. Gestatten Sie mir auf gleichem Wege eine kurze Antwort!
Sie haben bas Wort „Legende" so gefaßt, als ob ich damit bie geschichtliche Tatsache der Kreuzigung Christi hätte negieren wollen. Das war jedoch meine Absicht gar nicht. Ich habe daS Wort nur in dem ernsten Sinn gebraucht, der mir aus meiner Beschäftigung mit Goethe geläufig geworden ist, für eine Erzählung, bei der es auf den historischen Kern gar nicht fo sehr ankommt, wie auf die Bedeutung für unsere ethisch-religiös.- Kultur.
Was die anderen Punkte betrifft, die Ihr Brief berührt, so ist an dieser Stelle kein Raum für ihre erschöpfende Behandlung. Daß ich mich aber nicht nur als „Feuilletonist" mit diesen Problemen beschäftige, ist Ihnen wohl selbst nicht unbekannt. Mein Schristchen „Gott und die Kirche" (Konkordia Deutsche Verlagsanstalt, Berlin) z. B. kann Ihnen soviel wenigstens zeigen, daß ich mir der Verantwortlichkeit, um bie es sich hier handelt, vollauf bewußt bin.
Ihr hochachtungsvoll ergebenster
Dr. Strecker. Bad-Nauheim, 20. Mai 1908.
GvttgejanHt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt bie Rcbaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung-)
Ein neuer Geschäftszweig winkt dem Kaustnannsstande im Au- streichergewerbc. Dieser Tage fonnlc man m einer Geschäftsstraße sehen, wie cm Kaufmannslehrling feste daraus los bie Ladensrout anpinselte. An sich ist diese Ausführungsweise eine sehr billige, ba die ganzen Kosten nur in Farben und Pinsel bestehen, wohingegen der Anstreicher feine Lehrlinge von der ersten Stunde an mit aus- wärtssteigendc m Lohn bezahlen und auch die hohen Beiträge zur Berufsgenossenschait tragen muß, während der Kaufmann von alledem verschont bleibt. Wäre es daher nicht angebracht, wenn solche streichlustige Kaufleute auch zur Unfallversicherung heran- gezogen werden, dann kann wer Lust-hat feine Lehrlinge im Aw streichen ausbtlben unb in einigen Jahren gibt cs bann kaufmännisch gebilbete Anstreichergehilfen.
Meteorologische Beobachtungen
der Stativ» Gießen.
Höchste
Vlicbrigfte
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Weller
19.
Temperatur um 19. bis
20. Mai
■20. „
8 E8E
Sonnenschein Klarer Himmel Soimcnjchem
752,4
752,7
750,5
21,6
15,8
15,3
= -+■ 22,2 ° C. = 4- n,ou c.
12,5
12,2
10,6
20.
20.
21.
66
91
82
Mai
1908
2»
7 35
Vcrantw. für Feuilleton u. Vermischtes: I. V.: E. Anderson.
Teiefomsclhe
des Giessener Anzeigers, mitge und Industi
Frankfurter ßfiöv
Beichsanleihe . . 91.65 3% do. . . 82.70 3j*°/0 Konsols . . .. 91.75 3% do 82.70
Hessen .... 90.80 3>j0/0 überbessen . . . 92.50 4^6 Uesterr. Goldrente. . 9895 4*/6 96 Uesterr. tiilberrento 99.15 4% Ungar. Goldrente . . 93.70 496 Italien. Rente . . . —.— 3 96 Portugiesen tierie I . 62.60 396 Portugiesen „ III 64 00 4%*'/0 russ.Staatsanl. 1905 95 25 4)S°/0 japan. Staatsanleihe 88.90 496 Gonv. Türken von 19ü3 96.00 Türkenlose 150.80 4 96 Griech. Monopol-Anl.. 50.60 4% äussere Argentinier . 87.30 3u/0 31exiäaner . . . 66.70 4>av/0 Chinesen .... 96.60
Aktie»:
Bochum Guss 217.75
Buderus E. W 113.00
Tendenz: fest.
Berliner Börse, 2
Cauada E. B 155.70
Darmstädter Bank . . . —
Deutsche Bank .... 232.60
Dortmunder-Union C. . . 61.40
Dresdner Bank .... —
Tendenz: fest.
Kursberichte
teilt von der Bank für Handel ie, Giessen.
wo, 21. Mai, 1.15 Uhr.
Elektnz. Lahmeyer . . . 120.10
Elektriz. Schuckert . . . 109.10 Eschweiler Bergwerk . . 205.90 Gelsenkirchen Bergwerk . 193.00 Hamburg-Amerik. Paket!. 110.7c Harpener Bergwerk. . . 198.05 Laurahütte 212.75 Kordd. Lloj d .... 95.30 Obeischics. Eisen-Industrie 100.10 Berliner Handelsges. . . 162.70 Darmstädter Bank . . . 124.00 Deutsche Bank .... 232.80 Deutsch-Asiat Bank . . 135.60 Diskonto-Kommandit. . . 175.50 Dresdner Bank .... 139.25 Kreditaktien 198.50 Baltimore- und Ohio-
Eiseutahu — Gottbardbahn —•— Lombard. Eisenbahn . . 23 00 Uesterr. Staatsbahu . . . 148.75 Pnnce-Heuh-Eiseubahn . 120.50
L Mai. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 197.90
Laurahütte 212 00
Lombarden E. B. ... —
Nordd. Lloyd 94.40
L'ürkenlose 150.00
FriedrichShagen, Kastanienallee 10, den 18. Juli 07. Seit einer Reihe von Jahren mache ich als Pädagoge immer wieder die traurige Beobachtung, wie bet manchen Kindern mit dem Eintritt in die Schule der Appetit nachläßt und ailniätmdb zum großen Kummer der Eltern, die roten 'paus- backen vcrichwindcn. — Das Frühstück wird, ent» weder ganz verweigert ober es stellt sich, nach seinem mangclhasten Genüsse, Uebelkcit unb Erbrechen em u. 2 Kleinen kebren mit Kopfschmerzen unb Mattigkeit beim. — Indem ich bestrebt war, die Ursachen zu beseiugeN' suchte ich auch nach einer Frübkost, die von den Kindern mert nur gerne genommen, sondern ihrer körperlichen Entwickelung förderlich sein sollte. — Zu meiner großen Freude kann ich nun« mehr seststcllen, das; das Biofon meinen Forderungen entsprach- Selbst niemi sich der kleine Schüler noch nicht zu einem Zubrot bequemen wollte, bot das Bioson für sich allein eine genügende Ernährung und hinterließ, wie ich auch persönlich erprobte, das gesühl der Sättigung. Es luurbc aurfj von den kleinsten Kindern wegen seines Kakaogeschmackes aus der Flasdie getrunken. Ich habe deshalb klagenden Ellern das Bioson empfohlen und nebnie es in meiner Familie au täglichem Gebrauch. Mit uorAÜghdier Hochachtung! G. Schönberg, Gmnnasiallehrcr. Untcricbrut dc* Slonbigt: J-riedrichshagen, den 26. Juli 1907. Der Amtsvorlteyer, A.: Ploelz, Gemeinde-Sekretär. Bioson, das beste und billigitc für Kranke und Schwache, ist in Apotheken, Drogerien usw. das Paket 3 Mk. erhältlich, ivelches für 14 Tage auöreicht. b «
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