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16.12.1908 Erstes Blatt
 
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158. Jahrgang

Erstes Blatt

Nr.Lr)« ErfteS Blatt 158. Jahrgang Mittwoch 16. Dezember 1V08

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ess» General-Anzerger für Gberhessen MO

Rotofions^rud und Verlag der vrNhl'lchrn Unlv.'vuch« und 5lelndrut»erel K. Lange, «edattlon. Lxpedtklon und vruckerel: Schnlfiratze Att-eigenteil: H. Veck.

bt« vormittag« 10 Uhr. ------ -------,

3n den Besprechungen I ist es in der Tat zu den v

Groß

1908.

Stadt

Herzogin Alice, dec sich ain Montag zum dreißigsten lUaie jährte, wurden am Sarkophag un Mausoleum, sowie am Alicedcukmal mehrere Kränze "medergelegt.

* Gießener Frei e Studentenschaft. Am Donnerstag, 17. Dez., abends 8'/, Uhr, wirb Prosesior Pochhain iner - Berlin einen Vortrag übte Goethe'S .ö-anfl* und Dante'S Divina Commedia halten. Der Rektor hat dazu in liedenSivürdiger Weife einen HÜr»> saal im KoUcgiengcdäude zur Verfügung gestellt.

2iu» StaOt unO Land.

Gießen, 10. Dezember

T a g e « l a l e n d e r für Mittwoch, 16. Dezdr.: l Heater: ,Ltu üattchemeut.' Anfang 7 Uhr.

- AuS 91 nltt6 des Todestages der

könne. An derselben StcUe wird diejUeuijcitung" darin auch einiges Nachdenklick)e überSchmeichler",halSflacrige Ber- tvckimg" undnbi'sti'e^tiae Pcrd'itiinq" iinbeii_____

Soeben erschienen:

Adreßbuch der Stabt und des ltreifes Gießen 1909 Genau bearbeitete Hamens-, Straßen ° und Geschäfts-Ver­zeichnisse der Stabt Gießen, sowie Ginwohnerverzeichnisse sämtlicher Gemeinden des Kreises Gießen.

Preis 3 Mark.

vriihlsche Univ.- Buch-u. Steindruckerei R. Lange Adreßbuch-Verlag.

* Landesuniversität. Geh. Hofrat Prof. Dr. Naumann feiert morgen, Donnerstag, sein goldenes Dok- torjubiläum. Wie roir hören, hat Pros. Dr. Rachfahl den an ihn von Kiel ergangenen Ruf angenommen.

Der 2. internationale Kurs der gericht­lichen Psychologie und Psychiatrie findet unter Leitung von Professor Sommer in Gießen vom 13. bifl 18. April 1909 statt. Außer dem.genannten werden vor­tragen Prof. Mittermaier und Dannemann (Gießen), sowie Prof. Aschaffenburg (Köln-. Vorläufige Anmeldungen ohne bindende Verpflichtung an Prof. Dannemann, Gießen.

♦♦ Für die Sitzung der ©tabtoerorbneten* Versammlung am Donnerstag, 17. Dez., nachm. 4 Uhr, ist folgenbe Tagesorbnung aufgestellt worben: 1. Ge­such bes Franz Block um Belassung einer Bretterhalle an ber Marburger Sttaße. 2. Gesuch der Firma Winn u. To. um Genehmigung eines BacksteiumacherhuuSchens am Wismarer Weg. 3. Baugesuch bes Paul Eim für Frrebrichstras>e 12. 4. Desgl. bes Jaiob Hengst für bie Licher Straße. 5. Desgl. bes Dr. Reinewalb für Liebigstraße 32. 6. Desgl. des Georg Bichl er für Robheimer Straße 36. 7. Einsprüche gegen den Bebauungsplan für bas G.birt zwischen Frantsurter Straße, Aulweg unb Wartweg. 8. Desgl. für bie Schwarzlach und das Gartfelb. 9. Abtretung eines Gelünbestreifens an ber Ost-Anlage an bas Garnisonlazarett. 10. Tauschvertraa zwischen ber Stabt unb Kommerzienrat Wlll-elm Gail. 11 Herstellung der Reinigeranlage im Gaswerk. 12. Ber- abfolßung von Kaffee uno Seife an bie Arbeiter des Gas- unb Wasserwerls. 13. Bau einer Kegelbahn ber Freimaurer­loge. 14. Reinigung ber Räume des Polizeiamts. 15. Be­schaffung einer'Reserveschwinge für den Steinbrecher im stabt. Steinöruch. 16. Nieberjauagung von Kanalgebühren. 17. An lau, ber alten Kll.il t. 13. Aumus von Grundstücken von Georg Simon. 19. Gesuch bes Heinrich Schmall um Er­laubnis um Schantwirtschast-be.ri-b im Hause Frankfurter Straße 7. 20. Gesuch des Konrab Kähler um Erlaubnis zur Vergrößerung bes Schantwir^schaflsbetriebs im Hause ^eltersmcg 70. v .

-Tie BergwerkSprodnktlon Hessens. Für ba$ Fahr 1907 ist ber Produktionswert der Bergwerke, Salinen und Hütten des Großherzogtums ohne Steuer zu 15 589 532 Mk. nut einer mittleren täglichen Ar-

Schürer der Unfriedens.

Mr haben bereit vor einigen Tagen angebeutet, daß sich Hnterftrömungen zeigen, bie das Verhältnis des Kaisers zum beutmjen Volke aufs neue »u verschlimmern drohen. Im Mtttel- punlte dieser Agilalion steht die Kreuzzeitung. Sie fahrt , auch jeet fort, in ber Kaiser frage ihr dappeldmttges Sp^ zu f vielen. In einem Rückblick aus bie verflossene Pürlamenlstagung erklärt sie u. a.: Der Neickjsmg hätte bei den Debatten über die Ber- äffentlidiung imDaily Telegraph" entlauf ajt, unb in all der Trübsal wäre nur dasmannljafte, von unwande barer Königs- treue geugenbe Auftreten des Abg. v. Olbenburg ein Luchtblick ffeivqen. Dann aber richtet sie ihr finnenbes weh.-rauge ui die Zu- fUn^'Siic ^iestmuai^en Novernbertage werden im deutschen volle noch aus Jahre hinaus nicht vergessen werben, und die deut che Volksvertretung wird dabei nicht gcrabe in einem rühmlichen Lichte ersckieinen. Insbesondere schon um d-Lwillen nicht, weil d eie. das ganze Volk bewegende Angelegenheit nickst nur erblich über­trieben, sonoern auch dazu benutzt worden ist, aus .abeutm unb d e Rechte des Parlaments aus itolteii bet Kron-

Dcutsches Ueid).

Der Kaiser wirb heute in Gegenwart des amerikanischen Botschafters Hill und des Staatssekretärs des Acußeren v. Schoen die beiden amerikanischen Ausgleichsprofessoren Adler und Davis im Neuen Palais bei Potsdam empfangen.

Zur Linderung der Arbeitsnot. Der preußische- Minister ber öffentlichen Arbeiten hat, zur Linberung ber gegen- nxirtigen Arbeitsnot, und um der Industrie eine gleichmäßige Be- chästigung zu sichern, bie Anordnung getroffen, baß der Reil- bedarf der Preußischen Staatsbahnen an eisernen Oberbaumate­rialien für das nächste Etatjahr, ber früher immer ju einem ipäteren Zeitpunkte bestellt wurde, schon jetzt dem Stahlwerks- verbände zur Unterverteilung an die Werke in Auftrag gegeben roiri® egen bie Haltung des nationalliberalen A b- georbneten Jürgensen in der Frage der Dänenpolitik batten bie nationalliberalen Vereine von Flensburg, Appcnrade, Kiel unb Altona öffentlich Protest erhoben. Die nationalhberale Fraktion des Abgeordnetenhauses hatte, rote bekannt, «ich nut diesem Protest besaßt unb sich auf die Seite der vier genannten Vereine gestellt. Wie die Kieler Neuesten Nachrichten nunmehr erfahren, soll auf den Abgeordneten Jürgensen ein Druck dahm ausgeübt werden, daß er sein Mandat nieberlcgt

Neuer Prozeß in Sicht. Nachdem das auswärtige Amt gegen den Verfasser der Broschüre über Geheimrat Hammann Strafanzeige crflattet hat, hat nun Geheimrat Hammann selber für seine Person ebenfalls Sttafantrag gestellt.____

pelitiicbe Cncjciicbau.

Die Türkei vor der ParlamrntSeröfsnung.

Mit großer Spannung sieht man jetzt in der Türkei ber Parla­ments« rofmung in bei Hagia Sophia au gegen, unb es werden zu ihrer Feier bereits großartige Denwnstrationen geplant. In Kon- stantittopel Derjaminelteu sich dieser Tage zu.» eritcnmal etiou 140 Abgeordnete im Klub der Abgeordneten. Man bivfuuertc über die Eidesleistung des Sultans. Die Mehrheit der anwesenden Parlamentarier trat dafür ein, daß der Sultan den feier* lichenEidnochmalovorversammelte m Parlament ich.cöien inüs^e. Tie M-nchr.,e>i hielt da.,eg n den V.'N Abbu! Hami geleisteten Eid vor dem Scheilh Ul JSiam für genug. uO. Bet txi Diskussion tarn es au äußerst erregten, teilweise zu tumultuarilchen Szenen, die die Abstimmung verhinderten. DerJkoatn" fragt, was nach der Eröffnung des Parlaments auä dem lungtürkiicheii Komitee werden wird. Die Existenz eines geheimen Komitees fei ungesetzlich. Tas Stomitee müßte entweder.aujl)ören oder bis Don- nerstag mittag publizieren, daß cs ein öffentliches Komitee werde unb seine Statuten dem Parlamente zur Beftäligung oorlegen Tie int Parlament eingebrachte Interpellation müsfe die Lage des Komitees verschlimmern. Tas Komitee müßte auch sein Budget publizieren, bamd lebet wisse, was mit feinem Gelbe gefchtehl

Castro.

Während bie Franzosen den Präsidenten von Venezuela, Castro, mit Hohn und Spott beljanbelt haben, scheint Deut>')land den exotischen Gast mit Auszeichnung beljaubelit zu tvollen. Uniert Tiplomaten wollen offenbar den Vorwurf der Untätigkeit, den sn in letzter Zeit gar zu oft gehört haben, nicht langer auf sich sitzen lassen. Staatsiekretar v. echoen entjandte gestern Dormmag den Wir kl. Legationsrat Goetsch zu dem Prasideitlen Caftro, um ihn zu begrüßen und sich im Wanten des Staats­sekretärs na ch seinem Befinden zu erkundigen. Goetsch ist dem Präsidenten von früher bekannt. Er war Mitglied der jlommission, die im Jahre 1903 in Venezuela die deutschen Enlsckwdigungsansprüche feftflellte. Auf einen langen Auietitha.t in Tcutschland scheiitt Castro sich übrigens nicht einrichten zu pollen. Er hat die italienische Regierung bereits von der Abncht verständigt, sich nach seinem Berliner Aufettthalt nach Italien zu begeben. In Venezuela verschlimmert sich die Lage inzwischcn. Niederländische Kriegsschiffe beschlagnahmten an der Nordkuftc uon Venezuela die venezolanische RegierungsgaleafseMajo . Die Besatzung und die Armierung wurden an die Küste gebracht. Dte Majo" trifft heute in Curacao ein. Nach Berichten aus Euracao nimmt in Abwesenheit Castros bie Slimmüng gegen den Präsi­denten namentlich in Maraeoibo und Umgebung zu. Castro hat namentlich dort politische Gegner in großer Zahl.unbarml-erzig in das Gefängnis werfen lassen, die es dann sckuverkrank oder irr­sinnig wieder verließen. Maraeaibo leidet überhaupt am schwcr- ten durch den Boykott Curaeaos, da die Landwirte von Mara­caibo ihre Produkte nicht absetzen können, die Reedereien lahm liegen unb ber Handel von Maracaibo viel Kredite vermitzt, bie ihm sonst von gtcebern in Curacao zur normalen Preisen gewahrt wurden.______________________ ______

haben, heute auszutreten.

Taniit ist bie vvitstuntliche unb freiheitliche Richtung in ber Hessischen Baucrnbewegung auf eine Werte unter­brochen. Aber wir sind ber gewissen Hoffnung, baß mit bem Sieg bieser reaktionären Elemente bie Banernbewcgiuig ber letzten 18 Jahre nicht ihren Abschluß genommen hat, sviiberil baß im V-eclause nur kurzer Zeit oie große Masse ber in Wirklichkeit freiheitlich gesinnten Bauernschaft un Lande zu irästiger Aowehc bieser reak- lionären unb bureautratischeu Bestrebungen sich au|iuiicn unb ermannen tuirb.

Darm sta b t, den 15. Dezember 100&

Köhle r-Langsdorf.

vom heWchen Landtag.

R. B. Darm stabt, 15. Dez. Anläßlich der Kon­stituierung ber Zwe iten Kammer, bie am Mitt­woch um 12 Uhr stattfinbet, haben bie Fraktionen ber Kam­mer ihre Mitalieber schon um 10 resp. 11 Uhr vonnittags zu Vorbesprechungen erngelabcn, bie ben Zweck haben, sich über bie einzelnen, sür bie Wahl des Kammerprüsibiums vorzuschlagenben Knnbibaten unb über bie für die vier stan- bigen Ausschüsse ber Kammer zu präsentierenben Partea- mitglieber schlüssig zu machen. Die Vertreter ber lunb- l ich en Wahlkreise, bie bisher bem Bauernbunb ange­hörten, finb schon hent hier zu vertraulichen Bera­tungen zusammengelommen, bie sehr lebhaft unb aus­gedehnt waren. Es handelte sich bei ben dieser Parletrich- tung angehörenden Abgeordneten um die Frage, ob alle 13 bisher zum Bauernbund vereinigt gewesenen ländlicheii Vertreter auch weiterhin als Fraktion zusammenbleiben wollen.)on während ber vorigen Kammertagung war es zwischen ben gemäßigten MitgEebern, wie Brauer unb Leun,' und den rabikaleren Abgeordneten Bähr, Wolf u. a. zu einer offenen Spaltung gekommen, so daß bie Ab;icht destaiid, eine besondere wirtschaftliche Gruppe zu bilden und davon bie radiialen Elemente auszuschliefen. Man bar, daher auf ben Ausgang ber heutigen Beratung der bauern- bundlerischeri Aogeordneten gespannt sein unb zwar um ,o mehr, als bei einer Tremmug Dec 13 eventuell das Zen- tr um mit seinen 8 Mitgliedern d.e z w e i t st a r t st e P a r - tei in der Kammer werden unb bamtt ein Anrecht aus ben Posten des ersten Vizepräsidenten erhallen wurde.

i der bündlerischen Abgeordneten von unserem DarmstLdter Ziedak- ttonsbu'reau aiigedeullten 83eränberungcn gekommen, über deren Umfang unb eigentlichen Inhalt bis jetzt nur bie nachstehende, uns vom Abg. Köhler zugegangene Er­klärung vorliegt: r

Es ist ben Einflüssen mancher Abgeorbnelen unb beson­ders des, neuestens auch bem Bauernbünde beigetretenen Abg. Forstmeisters Dr. -lieber gelungen, bei ber neuen Kvii- stiluierung ber Fraltion nach Vorbereitungen o o tri a n g e r H a u b solche zwnstellationen herbe izu- fuhren, die den Aog. Bäl)r und mick^veranlaßt haben, aus der Fraition des Baueinbundes im Landtage, deren Grundlagen wir beide in 15 Jahren geschallen

Die heutige Nummer umsaht 12 Selten.

Der $elöjugsplan der Kaifers für England.

Im Neickrstaae baue ber Reichskanzler bei Besprechung ber Lerüsfintlickning des Kaiser-Interviews in ber en<ilisck>en Presjc gesagt, daß eS sich bei bem Feld-ugSplane beS 5Vaisers für Eng­land uno gegen tne iburen nur um einen Enttoun gehandelt habe. Im ,/3ournal Magazine" glaubt nun White, der früher Bdtschajter in Berlin war, diese Behausung ridjiltg stellen zu müssen. White behauptet, bub es sich latfächtich uni einen formellen Felb^gS püin gehandelt habe und bau er ihn selbst im Sck)losse zu Pois- tem gesehen. Amvesend seien bei dieser Gelegenheit noch einige iTeiwrruotnbe Persütckichrciten der deutschen Regierung geturfen. Der Kaiser IZibe zu Wie gesagt:Was würden sie ivohl ui Berlin sagen, wenn sie diese- wüßten.^ White habe geantwortet, sie kömilen tovhl Majestät abfetzen. Ter Kaiser jagte hierauf: Sie könnten es immerhin versuchen."

Tiefes seltsame Ziviegespräch macht die ganzen Mitteilungen Whites etivas verdächtig unb unglaubroürbig, unb wir würden sie gar nicht erwähnt buben, roenn die Feldzugspläne bc8 Kaisers nun nicht auch noch von anberer Sette eingehend besprochen roiirben. Ter bekannte englische Schriftsteller W. T. Stead veröstem- licht in der Rieview of Reviews einen offenen 9311e f an bie deutsche Nation. In diesem Briefe des englischen Burenfchn-äriners ist fvlgcnbe interessante Unterhaltung Steads unt dem ftüheren rustifchen Botjchaftsrat Les ja r enthalten, der später als rufsischer Gesandte in Peking geswrben ist und augeufcheückich vvu bem Feldzugsplaue bcS Kaijcrs gut utuei-

Jch uiöchte wohl wissen, sagte Derr Lessar, was ber deutsch. Kaiser von England für bie Dienste erhalt, bie et ihm wahrend dieses Krieges geleistet bhL Welchen Lohn, für weiche Dienste, fragte ich (Eieab)'? Zweimal währenb bieses Mieges, erwiderti Herr Lessar, hat ber Lkaiser, unb er allein, Englanb vor einer feindlichen Koalition gerettet, bie ganz gewaltig geworben wäre. Meinen Sie einen Krieg? Nicht nottoenbigerweye einen itrieg, sonbern England wäre in eine schwierige Lage geraten, aus bet ihr euch nwhl nicht ohne itvieg hättet hetausz-iem'n lüiincn. Sticht» anbei es als bet ciufeitige Widcrstanb bes Kailers bat euch bavor dcivahrt. Ich möckste nur roiffen, wie England ihm bas jemals in angemessener Weise vergelten wirb. Tenn niemanb tut etwas umsonst in bieser Welt, unb irgendwie werdet ihr ihm seine Dienste bezahlen müssen. Ich warf ein, batz roir mit ihm in Venezuela zufammeugegangen seien unb verbucht batten, ihm in ber Frage ber Bagbabbahn entgegenzukommen. Ach was, entgegnete Herr Lessar roegroerfenb, bas find nut Stleinig^ keilen im Vergleich zu ben Diensten, bie er euch geleistet hat. Ich kann Ihnen sagen, baß meines Wissens kerne Nation m unfern Tagen solck>e Dienste von einem ftemben Staate erhalten Hal wie England vom bcutschen Kaiser. Wje ihr das bezahlen könnt, kann ich mit nicht vorstellen. Ich grüble nachts, roenn ich nicht jchlafe, barüber, welchen Lohn er bafür erhalten wird. Loch da bin ich ratlos. , ,

So weit Stead. Auf seine weiteren Darlegungen braucht man nicht einzugehen, sie laufen nur barauf hinaus, neue Zwietracht In Teuti'chlanb zu sehen. Wir haben von ben Stürmen ber letzten Beit genug unb brauchen uns von einem Engländer wahrlich nicht erst sagen zu lassen, wie wir unsere nationalen Privatangelegen­heiten regeln sollen. Angenehm ist die neue Erörterung bei Fcib^ugspläne bes Kaisers barum aber boch nicht. Tie p-rage, aber bie ber Russe so lange gegrübelt hat, ist ja laugst beantwortet. Wir wissen, welcher Lohn uns non ben Engländern geworben ist: bie Erbauung von Dreabnoughts gegen Deutschlanb. Man täte am besten, bie Felbzugspläne beS Kaisers nach allen ben ausieichenben Erörterungen ruhen zu lassen, aber man sollte auch nie vergessen, wie Englanb gute Dienste lohnt. 2xenn wir im Deutschen Reickje aus bieser Erkenntnis ber wahren Natur Cuglanbs heraus enblid) aushören, ben Engländern und sonstigen Ausländern mit unseren Freundschaftsbeweisen nachzulamen, dann lyerben wir boch wenigstens einen Gewinn zu verzeichnen haben. Wenn es wahr ist, was man bem Deutschen ini Auslände nach­sagt, daß er nämlich nur grob ober nur kriechend Höflich fern könne, bann ist Grobheit immer noch bas beyere Teil fernes Charakters. x

rechte zu vermehren."

öeaccgcner können die Dinge wohr nicht auf ben Kops gestellt weiden. Wenn versucht worben i|t, bie Angelegenheit partei­politisch auSzubeuten, so ist bas nur zum Schluß jener Swelckigigen Debatten geschehen und ztvar von Herren, bie bermeuzztg. erheblich nul>cr stehen alS der Linken. Nicht ohne einen gewiffen stillen Humor ist auch bie eigenartige Aufsagung derKteuzztg. , baß schon bas 'Jlnftrebcn §räßere Rechte für das Pariament je- uianb zu bisqualifizieren vermöckfle. Für solchen P-hst^ismus, raumen wir offen cm, fehlt uns jedes Verständnis. Kronrechro find ebenso wenig wie Parlamentsrechte für die Eivigkeit geniadjt; beide finb in ben Fluß der Entwicklung gestellt und pflegen sich zu wan­deln, wenn ihre Zeit erfüllt ist. Und wären weite Mcye des Bolles iuitfiiüj der Uebciyeugung, baß bas üLvfrerige Verhältnis ber Kräfteverteilung zwisckjen Krone und Parlament nuiu mel/r ausreia te, bas Herl der Gefam.heit zu gwäljrlejten, so wäre Ls ganz einfach ihre patriotifä-e Psliaft, nach einer Aeuoerung bies.s Vsrh.!iariif':s zu streben. Im übrigen ist in Mrvemocr- tagen eine Erweiterung ber Parla'.uentsrechte in Wahrhctt nicht einmal ang-cfrccbt worben. Was die Nation unb auch bie itoiu servalivskn uitb am meisten die 'jLOi)ati|U]"d)cn in ihr bantaly wollten, kann bi:Kceuz-tg." in dem ihr polittfch doch ivohl nahmst-henden ^Reickjsbvten" nachte,en. Sie wollte ,o fteh,. da geschrieben ber schon lange in den verzen lebenden ehr licheu Ueberzeugung Ausdruck geben, daß es so nicht weiter gehens