Ausgabe 
23.9.1908 Erstes Blatt
 
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t wieder neu CL. und * ifehlung.

Die heutige Nummer umfahr 10 Seiten.

^wtw- Erstes Blatt 158.Jahrgang Mittwoch 23. September 1908

erscheint täglich, außer Z5?'16^ © '*<* <rx VezugSprets:

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bis vormittags io Uhr. Rotattonsbrud und Verlag der Vrühl'schen Unio.-Vuch- und Zteindruckerei H. Lange. Redaktion, Lrpedition und Druckerei: Zchulstraße 7. !u °L*®;,.jc.&JL

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LSrft vülow und die presse.

Im Neichstagsgebäude mi Berlin ist gestern der internationale Pressekongreh eröffnet toorben. Von Vertretern der Regierung waren erschienen die Staatssekretäre v. Schön, v. Bellrmann- dolln^g, Krätte, v. Tirpitz, Dcrnburg, bie Minister Beseler, iooUe. Die EröfsmmgSrebe hielt bet Präsibent bcs Kongresses Singer Wien), bet in beredten Worten bie Bedeutung des Journalismus feiert, hierauf ergriff Herr v. Schön im Namen der Regierung bas Wort. Er vergleicht die Ausgaben der Diplomatie mit denen ber Presse und betont das Moment ber Fühlung iroifd>en den driden öffentlichen Mächten, die nie verloren gehen dürfe. Nach nnem Dank des Präsidenten trat man in bie eigentliche Verhand­lung ein.

Bei dem Ernpsmkg, den Reichskanzler Fürst v. B ü l o w gestern ! ,n Ehrm der Teilnehmer des Internationalen Pressekongresses n seinem Garten gab, hielt der 8i e,i ch s k a n z l e r in Erwiderung auf emc Ansprache des Präsidenten des stvngresses, Singer, sol­lende Rede:

I l?. Storai und Damen! Ich danke Ihrem verehrten

! äerrn Präsidenten für die freunbliclien und beredten Worte. Ich danke Ihnen allen für die sympathgchc Ausnahme, bie Sie diesen Sorten bereitet haben. Sie haben, meine Herren, heute bereits arbeitsreiche Stunden hinter sich. Ich hasse, daß sie Ihnen 'M Interesse Ihres Beruses förderlich gewesen sind. Ich hoffe, dah Ihre Verhandlungen auch weiter zu Ihrer vollen Zusrieden- >eit verlausen werden. Es ist mir eine große Freude, Sie ,ier begrüßen »u tonnen, und ich hoffe, daß Sie auch diese Stnn- .den der Erholung nicht als verloren betrachten werden. Ich voill es Ihnen verraten, meine Herren von der Feder, daß meine Beziehungen zur Presse früh angefangen haben, anr saßen eines Abends in Frantsurt, der schönen Mainstadt, um :\n runden Fainüientisch, meine Eltern, meine Geschwister und ich, als das Abendblatt hereingebracht wurde; ich weiß nicht unehr, war eS dasFrankfurter Journal" oder dieAugsburger ; ' allgemeine Aeitlmg". Voll Wißbegierde griff ich junger lOjähr.

jengcl nach dem Blatt, fuhr in meinem Eifer mit allen fünf ingern in den heißen Zylinder der Lampe, die auf dem Tische stand und verbrannte mich gräßlich (Heiterkeit!) Das war bad ».sie Mal, daß ich mir die Finger mit der Presse verbrannt habe. Äroße Heiterkeit.) Und 15 oder 18 Jahre später, ich war jgeitbH.djcr Geschäftsträger in Athen, las ich in einem großen wiener Blatt, einem Weltblatt, das ich zu meiner Freude hier -ertreten sehr-, etwa folgendes: Fürst Bismarck las ich da muß

.ii wahrer Meister der diplomatischen Kunst sein, wenn er alle - wrheiteu wieder gut madjen will, die der deutsche Geschäststräger i Athen jebt anrichtet. (Große Heiterkeit.) Schon das Aeußere dieses d>efd)äft3träger8. Wie Nr. 5 am Geschütz, sie ist soviel ich > "eiß. der Kanonier, der nichts zu tun hat, schaut er drein;

1 einfältig schaut dieser junge Herr v. Bulow in die Welt, ras war das erste Mal, daß sich die Presse eingehender mit : iir beschäftigt hat. Nasus displicnit ineuö. Mein Aeußeres Ort dem betreffenden Korrespondenten nicht gefallen. Ich weiß acht, ob der Herr, wenn er noch lebte, jetzt günstiger über mich 4 b.nFt; von derNeuen freie» Presse" hosse ich es without | ishing for compliments. Ich IjaOe später aud) angenehme Er- i ihrungen mit der Presse gemacht. AIS id) wieder einige Jahre I I pater, es war anfangs der 80er Jahre, an unserer Pariser Botschaft tätig war, da frug ich einmal, id) war in melancholischer (Stimmung id) fand, mein Avancement ging nicht rasch genug; i n der Armee nennt man das die Leutnants-Melancholie | ie.it Vertreter derTimes", Blowitz, es war ein kluger Mann, I i*i ich Aussichten im Journalismus hätte. Sofort bringe ich (2ic an, erwiderte mir Herr von Blowih, mit 30000 Franks H jährlich; das hat damals mein Selbsthertrauen gestärkt, und I moch heute macht die Erinnerung mir Vergnügen. Id) habe im I oilgemeinim beobachtet, daß es wenige Politiler gibt, die nicht, 1 tumentlich wenn ein Journalist zugegen ist, gern einmal über 1 ke Presse rasonnieren, aber es gibt nod) weniger Politiker, die 1 Micht wüirschten, daß die Presse von ihnen selbst nett sprechen rrödste, und am allerwenigsten ist die Zahl derjenigen Politiker, die es ertragen können, daß die Presse sich gar nicht mit ihnen. | beschäftigt. Das Veilchen, das im Verborgenen blüht, das gute I Blümchen möchte keiner sein. Seien Sie auch gerecht, meine m Herren. Wären Achilles und Hektor und Tiomedes ohne, Homer? I Lie das Sdwllrohr der Presse die Töne weiter trägt, so haften I |i im Gedächtnis der Menschen, so wirken sie auf bie Menschen I (.-roß, sehr groß ist in unseren Tagen bie Macht ber Presse. Sie hmt «Gerüchte verbreiten, Vorstellungen enoeden, Ansichten bei

|| b irrufcn, Ueberzeugungen begründen, die für lange Zeit hinaus 1; such nichts mehr zu erschüttern sind. Die Wenigsten madjen sich ' Wir, daß bas ein Novum ist in ber Weltgeschichte, in der Kultur- | Schichte der Menschheit. Wenn in früheren Jahrhunderten ein | hc.it diese ober jene Malice brachte, so sand sie 500 oder 5000 I tiger; der Angegriffene verfaßte seine Gegensdirift, di- eben* v stuiele Leser sand, und die Sache war ausgeitanben. So war H nod) in der Zeit ber holländischen Pamphlete, über die sich tiibtoig XIV. ärgerte, und der Gazetten, die Friedrich der Große ' r d)t genieren ivolltc. Wenn aber heute ein Blatt einem Manne brr Oefsentlichkeit etwas anhängt, so laust das weiter, wie der i (I:Etrifd)c Funle längs des Telegraphendrahtes, und ehe der Bc > i taosfene die Zeit fiiibet, bie Sache gründlich richtig zu stellen, | Y<t sich bie Vorstellung in den Stopfen von öunberttauicnben, ia, Millionen festgesetzt, ist sie oft unausrottbar geworden. Ich i-U Ihnen ein Beispiel nennen, ein kleines, unschuldiges Benpl-l.

! ssch bin überzeugt, daß es wirklid; Leute .gibt, bie glauben, b«B ich mich auf meine Reben vorbereite, meinen Büdunann ui kr Hand. (Heiterkeit.) Der harmlose 2cl>erz eines Journalttten, rand) dazu eines mir befreundeten Journalistx l on n est wahi que Par les siens, brachte die Borstellung in Umlauf nid nun sitzt sie fest. In Wirklichkeit habe ich den Büchmann, brr übrigens ein gutes Bud) ist, ein mit Liebe juiammenge]telite8 Such, erst vor einigen Jahren in die Hänoe bekommen, als illht mir ein leider seither verstorbener Parlainentarier zum Ge- jwenk machte als Aprilscherz. Zitiert, habe ich immer. Ja) erinnere mich, schon als Sekundaner auf dem Gpinllasiunst Earo- liheum in Neustrelitz wurde ich von dem würdigen Rektor Schmidt cimahnt, nicht so viel zu zitieren. Aber ich I)abe immer , auü Sm Gedächtnis zitiert. Das ist nur ein unschuldiges Scqpiel. ) freue mid) immer, wenn id) mich in den Witzblättern abgebildet finde mit dem Büchmann in der Hand und mit meinem braven fH.tbcI neben mir. Aber id) kenne aud) Beispiele, wo gehainge N'rurteile gcnäl)rt, wo wirkliches Verdienst geschmälert und (vc- i.r)es in Ungerades und Ungerades in Gerades verwanbelt wurd:, ! Ire) Ungerechtigkeit und Unrecht und Unwahrheit gefördert wurden bxrd) die Macht der Presse. Je größer diese Macht geworden isst umio gewlfse:chaster muß sie gehandhabt werden, dcun roiil ii mal wieder zitteren:Ter Menschheit Würbe i)t in eur>. ^Ube gegeben; bervahret sie." (Beifall.) Und, meine Herren,

nicht allein der Menschheit Würde! Nehmen Sie als polittsch denkende und an ihrem Teil auch vor der Geschichte verantwort­liche Männer ein ernstes Wort von mir mit. Ich spreche zu Journalisten aller Länder und ich möchte, daß meine Worte auch über ihren Kreis hinaus gehört werden. Ich glaube, daß der Journalist Patriot sein soll, aber Patriotismus beißt nicht Ungerechttgkeit gegen Andere. (Beifall.) Wir lind nun einmal darauf angcmieicn, auf dieser Welt mit und neben­einander auszukommen. DaS haben Sie selbst anerkannt, indem Sie fid) zu einer internationalen Vereinigung jufammengetan haben; da sind Sie angewiesen auf den gegenseitigen guten Willen. Nehmen Sie bas als Abbilb unb Vorbild des Verkehrs und deS Zuiammenlebins der Völker. Aud) die Völker sind i:t ihren internationalen Beziehungen angewiesen auf guten Willen und ehrliches Entgegenkommen, auf gegenseitiges Verständnis und sreundlichen Ausgleich. Unb nun, meine Herren, bedenken Sie wie viel die Presse, wie viel Sie dazu beitragen können, diese Beziehungen srnlndlicher zu gestalten unb zu glätten, wie viel Sie aber auch tun können, um bicjc Beziehungen zu vergiften und in Feindsclinst zu verwanbeln. Ein aewaltiges Instrument ruht in Ihrer Hanb, gleid) geeignet, zuzuspitzen und zu schaden. Mögen es stets erfahrene Hände sein, denen dieses Instrument anvertraut ist, erleuchtete Köpfe, bie ju dirigieren wissen zum Heile ber Menschheit und zum Besten ber Völker. (Beisall.) Nun, meine Herren, wünsche ich Ihnen irochmals besten Erfolg für Ihre Arbeiten; nochmals herzlichen Dank für Ihr Kommen, Ihnen unb Ihren Tarnen." (Lebhafter Beifall.)

potitiScbc Tayccscbari.

Ein Konflikt im polnischen Lager.

Weihbischos Dr. Lllowskt foll, wie derKurier Poz- nandki" mitteilt, am letzten Freitag an die Geistlichen eine Ansprache gehalten haben, die recht geharnischte Angriffe gegen diejenigen polnischen Zeitungen enthielt, die den bcnio» Iraufch-vollöparteilichen Standpunkt vertreten. In dieser An­sprache berührte der Weihbischof bie polnischen innerpolitischen Fragen. Wörtlich foll Dr. Likowsli geäußert haben:Wer die Verhältnisse hinter ben Kulissen fvunt, der weiß, daß eine der polnischen Zeitungen in Pofen nichts anderes als eine Filiale der Umsturzpartcl in Warsd)au «ft. Tenn dcrKurier Pozuanskf druckt Erzahliingen voll ketzerischen Inhalts ab, in welchen der heilige Paulus als gewöhnlicher Plörder bezeichnet «uirb und dergleichen. Ich weiß, daß dieses Blatt vonviegend in den Kreisen ber Gelstlichl.it, insbesondere dec jüngeren, verbleitet ist. ^ch must cnch vor dem Aboyneinent solcher Zeitnngen warnen, auL denen der­artiges Gift entströmt. Denn ivas müssen sich ausgeklärte Sciite denken, wenn sie derartige Zeitungen m eurem Hause erblicken u. s. ro/ TerKurierantwortet auf die Angriffe des WeihbischosS, indem er erklärt, daß dieser feine eigene Volksgemeinschaft und die Strömung in ihr nicht kenne und deshalb gänzlich außerhalb der polnischen Gcsellschast stehe. Ter Weihbischof nehnie eine polnische Zeitung überhaupt nicht znr Hand, er werde von unverantwortlichen Ratgebern falsch über sie informiert. Tcrfluriec* verwahrt sich gegen den unerhörten Vorwurf, baß er nur eine Filiale der War­schauer Nmslurzpartei sei. TerPostep" und derGonieC ergreifen in längeren Ausführungen die Partei desKurier^ und treten in scharfen Artikeln gegen ben Weihbischof auf. Es ist nicht bas erste Mal, daß ein häuslicher Zwist die Polen erregt, über im Hasse gegen das Deutschtum haben sie bisher noch immer bald bie Brücken zur Einigung gefunben.

Aus Statt mit Laut.

Gießen, 23. Sept. 1908.

* Zur LanbtagSwahlbcweguug. Geh. Justizrat Tr. Guts lei sch, der langjährige hochverdiente Vertreter unserer Stabt im hessischen Landtag, hat sich erfreulicherweise zur Wieberannahrne der Kandidatur bereit erklärt. Da bic nalioualliberale Parteileitung bie Unterstützung feiner Kcmbibatur schon früher zugesagt hat, ist Tr. Gutfleisd) wie vor 6 Jahrcn alleiniger bürgerlicher Kandibat und seine Wiederwahl ist als sicher auzunehrnen--Tie Freisinnigen

werben im Wahlkreis Oppenh eirn -Osthofen- Würstabt mit einem eigenen Kanbibaten vorgehen. Als Kanbidat ist ber Weingutsbesitzer Karl Sittmann- Oppen­heim, ber Vorsitzenbe beS Weinbauvereins ber Provinz Rhein­hessen, in Aussicht genommen.

Wechsel bei ben höheren Beamten. In ber Vertretung beS Groß herzogt ums Hessen beim BunbeSrat hat sich soeben eine wichtige Acnderung voll­zogen. Der langjährige, im Alter von ca. 80 Jahren stehende außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Mi­nister am königl. preußischen Hose, Wirkl. Geheimerat Dr. Karl v. Neidharb t ist von seinem Posten zurückgetreten und an seiner Stelle der bisherige Provinzialdircktor dec Provinz Rheinhessen und Kreisrat des KreiseS Mainz, Geheimerat Maximilian Frhr. v. Ga gern unter Verleihung des Eharakers als Wirklicher Eebeimerat mit dem Prädikat »Exzellenz* ernannt worden. Gleichzeitig wurde er stellv. Mitglied des Bundesrats. Der Rücktritt des hochverdienten greisen Staats- manneS wurde schon seit mehreren Jahren erwartet und er­folgt lediglich infolge hohen AlterS unter ailSdrücklicher dank- barer Anerkennung der von ihm geleisteten langjährigen, treuen unb ausgezeichneten Dienste. Ec ist bereits seit Jahren im Besitze bet höchsten hessischen Orben, ber Großkreuze bes Ludwigs- unb bes PhilippSorbenS unb würbe auch vom König von Preußen unb anderen deutschen Bundesfürsten mit vielen hob. Auszeichnungen bedacht. Der neue Bundes- ratsbcvoltt- .gte Frhr. o. (Sagern steht im Alter von nahezu 60 x ren und gehört der alteingesessenen katholischen Familie bei o. (Sagern an. Er hat als Ministerialsekretar beim Minisleiium bes Innern u. a. bie Bauorbnung aus­

gearbeitet unb wat vor seiner Ernennung zum Provinzial- direktor von Oberhefsen KrciSrat in WormS. Gleichzeitig mit Frhrn. v. (Sagern nuirbc auch ber bisherige stellvertretende Bevollmächtigte, Minister dcS Innern Dr. Braun, zum Bevollmächtigten zmn BunbeSrat ernannt. Der KrciSrat des Kreises Offenbach Fritz v. Hom bergt zu Dach wurde zum Provinzialdirektor der Provinz Nhemheffen und KrciS- lat des KreiseS Mainz, ber KreiSrat bc8 Kreises Dieburg Friebt. Lochinann zum KreiSrat beS KrciscS Offenbach er­nannt. Gleichzeitig hat S. K. H. ber Großherzog ben Pro- v nz'.albirektor bet Provinz Rheinhessen unb KreiSrat beS KreiseS Mainz Fritz v. Hom bergt zu Vach mit ber Wahr­nehmung ber Funktionen cin:6 lanbeSherrlichen Tcrritorial- lommiffärS bei ber Festung Mainz beauftragt.

* Für bic Sitzung bet Stabtoerorbneten- Versammlung am Donnerstag, 24. Sept., nachm. 4 Uhr, ist folgenbe TageSorbnung mifgefleUt worben: 1. Aus­losung von Schulboerschreibungen. 2. Mitteilungen. 3. Ein­trag Winn unb Genossen wegen Dlusstellung eines mnfaffenbcn BebaiinngSplaneS. 4. Baugesuch beS Georg Schäfer für ben .'lliefeldweg. 5. Dcsgl. bcS K. Bänninger für ben Erbkauter- weg. 6. TeSgl. ber Gebrüber Kahl für bie Frankfurter Straße. 7. DeSgl. beS Albert Rahnefelb für bic Schanzen- flraße. 8. Desgl. bcS Friebr. Schmitz für bie Krofborfe, Straße. 9. HinterhaiiS von Kreubcr in ber Neustabt. 10. Bau­gesuch dcr Firma Winn u. Eo. für die Bahnhofstraße. 11. Gesuch beS Karl Jeckel wegen eines FirmenschilbeS. 12. Einfricbigung des (SrunbftücfS Frankfurter Straße 80. 13. Bebauungsplan für die Gi'.tenbergslraßc. 14. Enteignung von Gelände für die Kläranlage. 15. Ankauf von Grund­stücken von Georg Simon. 16. Ankauf von Straßengelände in der Wagengassc. 17. Ei werb von Stiaßenland am Schiffenberger Weg. 18. DeSgl. in der Wetzsteingasse. 19. Ver- gebung von Arbeiten. 20. Beschaffiing von Klinkern für bic Sielbauarbeiten. 21. Genehmigung von Rechnungen. 22. An­lage von Grabenüberbrückungen in ber Frankfurter Straße. 23. Gesuch ber Gebrüber Kahl, betceffenb Gleisanlagen bei der Kläranlage. 24. Gesuch des Albert Kuhnb um Erlaubnis ZMN Schantivirtschastsbctrieb im Hause Leihgestcrner Weg 18. 25. Desgleichen des Andreas Oberhausen für Astecweg 7. 26. Dcögl. des Karl RudcrSdoif zum Schankwirtschaftsbetriev unb Bramitweinoeikauf über bie Straße für Bismarckltraße 7. 27. DeSgl. des Friedrich Schneider znm Gaftwictschaftsbetrieb iür Hammstraße 7. 28. Gesuch deS Heinrich Benner II. um Erlaubnis zum Ausschank von Mineralwasser in der Hamm- siraße dein neuen Güterschuppen gegenüber.

Karl Wilhelm Nowack, der langjährige Teil­haber dcr Firma E. W. Nowcck u. Sohn, ist gestern ge­storben. Der Tahingeschiedene, der seit 40 Jahren hier ansässig war, ist in weiteren Kreisen als kenntnisreicher und eisolgreicher Kaiifmann sehr geschätzt worden. Dies kam u. a. dadurch zmn Ausdruck, daß er vor 8 Jahren in die HandelS- lammer gewählt wurde. In den letzten Jahren war er deren Rechner. Dem Verstorbenen, der ein Sliter von 72 Jahren erreichte, ist em ehrenvolles Gedenken sicher.

Verhaftet wegen Unterschlagung wurde gestern der Buchhalter eincS hiesigen Geschäfts. Ec hatte die Fcrienreise seines Prinzipals im Geschäfte zu seinen Gunsten dadurch aliSgenützt, daß er eingegangene Beträge in Gesamt­höhe von ca. 200 Mk. nicht buchte, sondern in seine Tasche steckte.

Vorsicht beim Spirituskocher. Ein Beamter ivollte sich vor einigen Tagen auf dem Bureau auf einer SpirituSmaschine Kaffee kochen und goß in ben noch heißen Behälter Spiritits nach. Hierbei cxplobierte baS Gefäß, ber Beamte eilitt berart Branbwunben im Gesicht unb am Leib, daß cc in bie Klinik ausgenommen werben mußte.

* Dentschn ationale r HandlungSgehülfen- oeebanb. Am Samstag, 12. und Samstag, 19. d. Mts., feierte bie hiesige Ortsgruppe bcs Deutschnationalen Hanb- lungSgehülfenverbanbes zu Hamburg ihr lOjährigeS Stiftungsfest, zugleich auch das 15jährige Bestehen des Verbandes. Tie Feier begann mit einem Komm er 5 in Steins Garten, zu dein mehrere hiesige Vereine erschienen waren. Rach einer Begrüßungsansprache deS Vertrauens­mannes der hiesigen Ortsgruppe folgte die Festrede des Kollegen Loitsch, dec einen genauen Uebcrblick über die Entstehung und Entivickelung des Verbandes und inSbes. der hiesigen Ortsgruppe gab. Tie Ortsgruppe Gießen der D. H.-D. wurde im Sept, des Jahres 1898 gegeünbet, sie zählt zur Zeit über 200 Mitglieber. An die Festrebe schloffen sich bic Begrüßungsansprachen ber eingelabenen Vereme, ber Stenographen-Gesellschast Gabelsberger, Stenogr.-Verein Stolze-Schrey, Kathol. Kaiifm. Verein, Verbanb reisenbec Kaufleute, Verein beutscher Stubenten, sowie beL Gauvorstehers S ch c 1 l i n - Frankfurt. Am Sonntag, 13. Sept., fanb ein Ausflug nach Burg Gleiberg statt. Den Abschluß des Stiftungsfestes bilbete ber am vergangenen Samstag in Steins Garten veranstaltete Fest ball, soivie der am Sonntag darauf folgende AuSflug nachdem Wind Hof, die beide sehr zahlreich besucht waren.

"Stenographisches. Am SamStag, 19. d. M., feierte der S ten o g raph en - Vere in nach Babels­berger am hiesigen Gymnasium sein 33jährigeS Stif. tungSfest durch einen Ausflug nach dem Heuchelheimer Mühlchen. Außer den VcremSmitgliedern hatten sich die Vertreter folgender Vereine eingcsunben: Stenographenverein Gabelsberger Gießen von 1861, Stenographen - Gesellschaft