Ausgabe 
21.10.1908 Zweites Blatt
 
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Narnbach-Gießm, Vei^in, Wenzel amb Weller, Gießen, Real- ahmnasium. 2. Preis: Gilbert-Metzen, Verein, Weirich-Gießcn Verein. 3. Preis: Barsch-Heuchelheim, Oehler-Gießen, Verein. I 2 0 S i l b c n: 1. unb Ehrenpreis: Klotz-Gießen, Sten.-Gesellsch. 1. Preis: Huth-Friedberg, Schülerverein, Rühl-Gießen, Sten.- Gesellsch., Nather-Gießen, Verein, Schneibmüller-Gießrn, Sten.- Gesellsch., Rinn-.Heuchelheim, Rademaler-Gießen, Sten.-Gesellsch.

Preis: Äreiling-Heuchelheim. 100 Silben: 1. und Ehren- preis: Töll-Gießen, Verein. 1. Preis: Leicht, Otzr, ,Vizefeld- webel Oechler, Petry, Fischer, Vizeseldwebel Straub-Gießen, Ver­ein 61, Gilbert, Stein-Heuchelheim, Schmidt, Scheuermann, Ge- sellsch. Friedberg, Schindler, Klipstein, Bausch, Junker, Reuß, .Realgymnasium Gießen, Frl. Schindler, Frl. Dörr- Tamenverein Gießen, Strüger, Engel, Gymnasium Gießen, Walther, Sand, Scholl, Gesellsch. Gießen, Münch-Wetzlar. _ 2. Preis: Schneider, Gymnasium Gießen, Frl. Qucdnau, Gesellsch. Gießen. 8 0 Sil­ben: 1. und Ehrenpreis: Walther, Gesellsch. Gießen. 1. Preis: Settegast, Kyritz, Becker, Gravelius, Schncioer, Gesellsch Gießen, Mehrung, Abend, Gesellsch Friedberg, Werner, Weißbach, Grob- Verem Gießen. 2. Preis: Koob, Gesellsch. Friedberg. 60 Sil­ben: 1. und Ehrenpreis: Schleenbecker, Verein Heuchelheim. 1. Preis: Sack, Verein Heuchelheim, Volker, Verein Friedberg, Peppler, Adam, Mulch, Scmmler, Gesellsch. Gießen, Vogel, Rockel, Andreas, Neumann, Vi.vefelbwebel Weiß, Deck-ert, Verein Gießen, Kaul, Verein Bad-Nauheim, Hofmann, Gymnasium Gießen, Dahmer, Heyer, Eise, Verein Schotten, Cost, Kleberger, Schüler-Verein Fritdberg. 2. Preis: Tebus, Deibel, Müller, Verein Gießen, Lellnhcher, Gesellsch. Gießen, Lenz, Verein Heu- chelheim. 3. Preis: Jung, Verein Heuchelheim, Eckel, Verein (Motten, Philippi, Gesellsch Friedberg.

-r ©taufenberg, 20. Cft. Dieser Sage wurde hier ein eigenartiger Fund gemacht. Es wurde in einem Weiher ein schwerer Sack Nohtadak zur Zigarrensabrikation ent­deckt. Auf welche Weise der Sack dahingekommen ist, weiß man nicht.

r. Grünberg, 19. Okt. Ten Bemühungen des Vorstandes des Gewerbe-Vereins ist es gelungen, den in Aussicht genommenen Buchführungs-Kursus zu Stande zu bringen. Es haben sich 11 Teilnehmer gemeldet, doch hofft man auf noch größere Beteiligung, umsomehr, als es im Interesse der Mitglieder liegt, sich eine geordnete einfache Buchführung anzueignen. Ter Unterricht beginnt voraussichtlich am nächsten Sonntag. Als Unterrichtslokal ist ein Raum der Sonntags - Zcichenschule in Aussicht ge­nommen.

O Laubach, 20. Okt. Auf den Einspruch, den der Handelskammeroertreter wegen Ausfalles der Züge 106 1 und 1064 erhoben hat, ist von der Elsenbahndirektion die Antwort erteilt worden, daß die Beibehaltung während des Wintersemesters wegen der schwachen Besetzung vom wirt­schaftlichen Standpunkte sich nicht rechtfertigen ließe. Die Wiedereinführung für den Sommer 1909 würde nachgeprüft werden. Im übrigen sei die Eins üh run g von Motor­wagen bereits in Erwägung gezogen. Wann und aus welchen Strecken der Obcrhessischen Bahnen dies geschehe, könne noch nicht bestimmt werden, da das von der Errichtung einer zweckmäßig gelegenen elektrischen Zentrale abhängig sei. Also Hechts abivarten und hoffen l

§ Vom oberen Vogelsberg, 20. Okt. Das gute Oktoberwetter hat die Herb st arbeiten sehr beschleunigt. Vor allein sind die Kartoffeln gut eingebracht worden. Tie Knollen sind nur wenig angefault und der Landwirt kann mit dieser Ernte vollauf zufrieden sein. In diesem Jahre werden die Schlehen wieder gesammelt und von Händlern mit 3 Pfg. das Pfund bezahlt. Seit heute nacht haben wir Frost 2° K.

L. Hof Altenberg, 20. Okt. Die Kreis-Jung- v ich weide auf Hof Altenberg wurde am Samstag ge­schlossen. Volle 22 Wochen, nämlich vom 18. Mai bis zum 17. Oktober, konnte sie demnach von den Tieren ausgenutzt werden. Die Zahl der Rinder ist diesmal auf 40 gestiegen, und hatten selbst entferntere Gemeinden, wie Hochelheim, Dorlar, Kinzenbach u. s. f., Tiere aufgetrieben. Diese stete Zunahme innerhalb vier Jahre ist der beste Beweis, daß das Unternehmen bei unseren Kreisbewohnern immer mehr An­klang findet. Trotz des überaus ungünstigen Sommers ist den Tieren der Aufenthalt im Freien ganz vorzüglich be­kommen; auch diesmal blieben sie von Kraukheits- und Un­glücksfällen gänzlich verschont. Wie durch die Wage fest- gestellt wurde, ist durchschnittlich eine Gewichtszunahme von 7090 Kg. zu verzeichnen. Das Weidegeld beträgt für das Tier 25 Pfg. für den Tag, der Rest wird im gleichen Be­trag vom Kreise übernommen.

s Marburg, 20. Okt. Die landwirtschaftliche Wintcrschiile begann heute ihr diesmaliges Semester mit nur 30 Schülern. Am 26. Oktober beginnt in der ala­de rn i s ch e n Turnhalle hier ein Ausbildungskursus für Turnlehrer.

w Frankfurt a. 9)1., 20. Okt. Die Stadtver- ordnete »-Versammlung lehnte in ihrer heutigen Sitz­ung die Berücksichtigung einer Eingabe des Aerzteverbandes, der auch in der Armenpflege die Einführung der freien Aerztewahl wünscht, wie sie von der Ortskrankenkasse be­reits eingeführt ist, ab.

Ü Frankfurt a. 9)1., 20. Okt. Wie nunmehr fest­steht, findet der Kaisergesang.Wettstreit deutscher Männergesangvereine in Frankfurt a. 9)1. in den Tagen vom 1. bis 4. Juni 1909 statt. Der Kaiser wird in der Zeit vom 31. Mai bis 5. Juni im Wiesbadener Schloß Wohnung nehmen und von dort aus den Gesang-Wettstreit besuchen.

FC. Frankfurt a. 9)1., 20. Ölt. Eine Großvieh­handlung hat sich infolge der hohen Preise, die zur Zeit für lebendes Vieh gezahlt werden, entschlossen, geschlachtetes Vieh aus dem Aiislande am hiesigen Markt zürn Verlaus zu stellen. Heute traf eine Probesendung em Waggon geschlachtetes Rindvieh aus Holland hier ein.

5ur waldschulftage.

Was sagt derGegner"?

Mehr als die Sbälftc seiner Entgegnung widmet der Waldschulinteressent dem meinen Aus,uhrungen bCigefügLn Urteil eines Stadtverordneten über den Wert der Sa) ul» baraden und zieht ans diesem Urteil an den Haaren ven Schluß herbei, daß wir beide -- meinGewährsmann" und gch von den Verhältnissen der höheren Schulen wohl |feinc Ahnung haben. Er schießt dabei weit am Ziel vor- ibei, wenigstens was mich betrifft imeinenGewährsmann" lernte ich leider nicht, iveiß al|ü and: nicht, uy,t er zu ocr Frage steht; die betreffende Aeußerung i- - einer di verordnetenvcrsammlniig, aus beim '.wrici), P!.: im Erinnerung ivar . Ich personlicl hat., auiu nicht die jSput einer Ansicht, der .Stgbtverjvgltuns mu o nqV4.

zu nahe zu treten:Siehst du, für die höheren Schulen sorgst du, für die Volksschule aber nicht." Die eingeklam­merte Aeußerung hatte nur den Zweck darauf hinzuwcifcn, daß man auch tn einzelnenLaienkreisen" Von der Güte der Baracken nicht so ganz überzeugt ist, und es lag mir voll­ständig fern, diese Ansicht des Stadtverordneten zu meiner eignen zu machen. Wer wie ich erfahren hat, welche Nach­teile es in gesundheitlicher Beziehung für ein Kind hat, wenn es nur ein Jahr lang seine Unterrichtszeit in einem der vom Einsender erwähntenSchulsäle" für höhere Schulen verbringen muß, der wird sich wohl hüten, die dortigen Verhältnisse als rosige zu schildern. ,

Im übrigen kommt mir derGegner" in diesem-teile seiner Ausführungen auf halbem Wege entgegen. Er tut dasselbe, was ich tat. Er macht die Stadtverwaltung eben­so dringend wie ich darauf aufmerksam, daß für viele un­serer städtischen Schulkinder (höhere" undniedere"), ge­sundheitlich einwandfreie Räume beschafft werden müssen. Hier muß ich darum dem Einsender danken, daß er meine Ausführungen noch ergänzt hat.

Gehen wir weiter ober vielmehr zurück, denn ich habe nun einmal angefangen, die Entgegnung vom 17. ds. von rückwärts auszutrempeln. Dort wird die Einrichtung einer Waldschule als ein Versuch bezeichnet, der meines Wissens recht kostspielig werden dürfte. Doch ist ein Versuch dieser Art kein Versuch nach meiner Aufsassung, sondern der erste Schritt zu einer ständigen Einrichtung, und ehe man einen solchen Schritt tut, muß man sich wohl fragen: Ist diese Einrichtung dringender wie andere? Wer ohne Voreingenommenheit an diese Frage herantritt, muß sie mit einem glattenNein!" beantworten. Vergleichen wir einmal die Einrichtung einer Waldschule mit anderen Fürsorgeeinrichtungen der Stadt. 2er Stotterkursus nimmt alle an Sprachgebrechen leidenden Kinder auf, der Hort alle Kinder, bei denen wirklich ein Bedürfnis zur Ueber- lvachung oorlieat, Schularzt und Schulzahnarzt sind für alle Volksschulkinder da und zwar vom ersten bis zum letzten Tage ihrer achtjährigen Schulzeit die Waldschule aber nimmt nur einen geringen Prozentsatz der Kinder auf, die eine Erholungsstätte nötig haben. Hängt der Ein­sender v. 17. ds. eine 0 an die Zahl 40 (soviel Kinder würden etwa versuchsweise für die Waldschule in Frage kommen, so wird er ungefähr die Summe der Volksschultinder haben, die an Blutarmut, Drü Anschwellungen, Wirbelsäulen­verkrümmungen usw. leiden. Da nun die Stadt als Zwangs- gemeinschast Aller all ihren Bewohnern gleiche Pflichten nach Können und Vermögen auferlegt, so haben alle Bewohner auch gleiche Rechte an die Fürsorgeeinrichtungen der Stadt (Stiftungen für bestimmte Zwecke sind selbstver­ständlich hier ausgenommen). Dieses:Gleiche Rechte für A l l e" fordert darum auch für Spezialschulen, die von dem Gelbe der Stadt bezahlt werden, gleiche Berück­sichtigung aller Bedürftigen (Stotterkursus, Horte usw.).

Und nun zur letzten bezw. ersten Behauptung des Art. vom 17. Okt., zu denSchmerzen lokaler Art, die mit der prinzipiellen Erörterung der Waldschulsrage nichts zu schaf­fen haben." Sck)merzcn lokaler Art in einem Organismus rühren oft, sehr oft von einem Allgemeinleiden her, und die Stadt wäre ein schlechter Arzt, wenn sie eine der wunden Stellen mit einem hübschen Pflästerchen zuklebte, statt durch geeignete Vorkehrungen das Allgemeinbefinden zu heben. Ein'vorsichtiger Arzt wird Schmerzen lokaler Art auf ihre Ursachen hin prüfen, damit er den richtigen Weg zur Heilung findet. Dabei wird er vielleicht auch einen schaden Schnitt, und wenn er dem Organismus auch wehe tut, nicht fdjcucn. Seine Tätigkeit wird bann wohl auch von Erfolg begleitet sein. Sollte aber als letzter Rest der nahezu Überstanbenen Krankheit, bie bis bah in wohl viel Geduld und viel Geld verschlungen hat, eine schwärende Stelle übrig bleiben, so lege er das schon vorhin erwähnte Pflästerchen auf die wunde Stelle, damit hier die letzten Krankheitsstoffe nadj und nach herausgezogcn werden, und bann ist bem Gesamt- organiSmus und all seinen Glieder.l gedient.

Zum zweitenmal habe ich mir meine Ansichten zur Frage der Gründung einer Waldschule vom H rzcn herunter* geschrieben, weil ick) glaubte, unfern Volks,u)ulkindern dies schuldig zu fein. Mögen meine Ausführungen gute Folgen für die Gesundung des Gießener Schullebens haben, dann bin ich reid) belohnt für meine Mühe. Damit aber: Schluß für mich!

GerichtsdaaL.

Hagen i. Wests., 20. Olt. Im Prozeß gegen den Land­arbeiter Franz Hesse wurde heute nachmittag das Urteil gefällt. Hesse war beschuldigt, im November 1907 die 15 jährige Tochter der Witwe Hartmann aus Hagen ermordet zu haben. Er hatte das Mädchen unter dem Vorwande, ihm eine Stelle besorgen zu wollen, von der Mutter fortgelockt, vergewaltigt und ermordet. Die An­gelegenheit war schon einmal vor dem hiesigen Schwurgericht verhandelt worben; Hesse hatte aber die Wiederaufnahme des Verfahrens durchgesetzt, indem er behauptete, daß ihm die Beweisführung abgcschnitten tooroen fei. Tas Urteil lautete wiederum auf Todesstrafe und dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte.

M a n n h e i m, 20. Olt. Hier ist heute eine Schwurgerichrs- periode erossnet worden, lieber die Eröffnung der Tagung wird derFranks. Ztg." gemeldet: In einer einleitenden Ansprache bemerke der Vorsitzenoe Landgerichtsdirektor. Dr. Hummel u. a., daß unter den ausgelosten Geschworenen fick) auch ein Arbeiter befand. Dieser haoe aoer von seinem Amte entbunden werden müssen, da die Firma, bei der er beschäftigt ist, ihm erklärte, daß er sofort entlassen werde, wenn er dieses Amt aus- übenjvolle. Der Vorsitzende nannte die Firma nicht.

Saarbrücken, 20. Okt. In Sadjen der auf den fiska­lischen Gruden Göttelborn und Reden seit einer Reihe von Jahren vorgetommenen Bestechungen von Steigern und Ober­steigern, die Ende vorigen Jahres zur Kennttiis der Berg- nerlsoireltion gekommen sind, begann heute vor der Straf­kammer die Verhanolung über die Vorkommnisse auf der Grube Rede n. Zur Verhandlung über die *Durchstecl)ereien auf Grube Göttelborn dürste es erst int Januar des nächsten Jahres kommen wegen Meineids bezw. Verleitung zum Meineid. Bisher sind im Laufe des Jahres bereits sieben Bergleute und ein Obersteiger verurteilt worden. Es sind 52 Angeklagte vorgeladen, die von neun Rechtsanwälten verteidigt weroen. Für die Verhandlung sind vorläufig fünf Tage vorgesehen. Bis jetzt sind vier Fahr­steiger und vier Steiger vernommen worden. Die Vernommenen bestreiten alle, Bestechungsgelder angenommen zu haben.

Allenst-ern, 20. Ott. Der 15 jährige Besitzerssohn Bruno Zacheys aus »ombien wurde von der Strafkammer wegen Brudermordes^ zu sechs Atonalen Gefängnis verurteilt. Gelegentlich eines Schulfestes hatte er seinem zwei Jahre älteren Bruder nach einem Streit mit einem eisernen Trahtstoa einen so heiligen etid; gegen die Stirn versetzi, i? der Tod sofort emtrat.

Dermitotes.

* G i n e igen a r 11 g cc ll n i a11 ereignete sich kürzlich in einer 'Diotoi- und Kühlanlage :n Dresden. Durch einen Bruch am Kondensator eines .Kohlensäure - Behälters erfolgte eine Explo- q0?' der Maschinist betäubt wurde und cifi mit Hil>e des I Konigichcn piauch'chui^ -'lpparaie-:- gerettet ivciÖen konnte. Die I ""U'WeUten Wieder belebungsverhuche hatten einen

Eine amerikanische Ehrung Zeppelins. Auf Veranlassung des Ingenieurs Dr. Robert Grimshaw- Tresden unb ohne Wissen des Grafen Zeppelin wurde die Erfindung des lenkbaren Ballons demComittee on Science and the Arts" des Franklin-Instituts Philadelphia vorgelegt mit der Absicht, bie Verbienste der deutschen Erfin­dung mit der Elli ot C r e s s o n g o l d e n en 9J1 e b a 111 c ( der höchsten Auszeichnung des Instituts, zu belohnen, «tiefe wird selten verliehen. Unter denjenigen, die sie erhalten haben, befindet sich Westinghouse, der Erfinder der selbst- tätigen Luftbremse für Eisenbahnen. Die genannte Körper­schaft, 1824 zur Förderung des Jngenieurwcsens gegründet, ist das leitende Institut Amerikas m Bezug au, industrielle und technische Angelegenheiten. Es wurde em Unterausschuß ernannt, der bie Ersinbung zu prüfen unb baruber Bericht zu erstatten hat.

Meine Tageschronik.

Die Witlwe des Geh. Kommerzienrates Böninger in Duisburg saftete 50000 Mark für verschämte Anne und 20 00u Alark für das Hamelfche Krankenhaus in Ruhro r t. Für das gleiche Krankenhaus flifieie Kommerzienrat Franz Haniel lo 000 Mark.

Der Redakteur derBerliner Morgenpost", Kvn- rad 9Jlarlin Schmidt war wegen Beleidigung des Frän- lein Olga Molitor zu neun Monaten Gefängnis verurteilt morden. Diese Strafe ist jetzt vom Kaiser im Gnadenwege iv eine Geldstrafe umgewandelt worden.

Der Münchener A kade m i e p r o se s so r Büttner-Pfänner zu Tal wurde unter dem Verdacht der Verleitung zum Mein­eide in Koburg verhaftet und nack) München übergeführt.

Auf den südlichen Bergen des Karwendeltalcs zwischen Schamitz und Larschetal verwüstete ein großer Waldbrand ausgedehnte Gebiete. Der Schaden ist sehr bedeutend.

In Leuifcha u (Ungarn) wütet seit gestern eine furchtbare F e u e r S v r u n st. Alehrere Kirchen unb öffentliche Gebäude sowie zahlreiche Privalhätiser sind ent Raub der Flammen ge,vorden.

Nach den letzten 9Jielumigen über den am 17. Oktober in Tschang-Tschou Kwang-Tung aufgetretenen Taifun lind 2700 Menschen ums Leben gekommen; 3600 Häuser sind zerstört worden.

handei.

Aus der Warenhausbranche. Unter dem Ein­druck des unaufhörlichen Kursrüdganges der Aknen der Com­pagnie Internationale des Grand Basais (Frankfurter und Nürn- oerger Basar) Brüsicl, die Aktien notieren an der Brüsseler Börse 41 Frks., läßt sich die Verwaltung endlich herbei, einige An­gaben über den Geschäftsgang zu madjen. Wie dieCöte Libcre" meldet, hat die anfangs des lause:ioen Geschäftsjahres ausge. brochene finanzielle und industrielle Krisis, die sich in Deutsch­land sehr stark fühlbar machte, auf den Umsatz eine Rückwirkung ausgeubt, deren Folgen jedoch nicht übertrieben werden dürfen. In Nürnberg haoen sich die Umsätze nack) einem Nachlassen in den ersten 6 'Monaten wieder gehoben und hielten sich Ende Septemoer bis auf einige Hundert Mark aus der Höhe der vor- jährigen. Der F-rankfurter Basar hatte stärker zu leiden, haupt- lächlich unter Der Konkurrenz mehrerer neuer, gleichartiger Un­ternehmungen, die im Laufe des Jahres errichtet wurden. Es wurden wahrend der ersten Monaten ungefähr 180 000 Mark weniger umgesetzt (bei einem Jahresumsatz von 6 9)1 UI. Mark) und gewisse unverkauft gebliebene Saisonwaren haben die Lagcr- oorräte vergrößert. Es lverden daher entweder auf dieselben beträchtliche AuschrrSungen vorzunebmen sein, oder die Waren sind mit Rabatt abzustotzen. Die MitteUung hält diese Verhält­nisse für vor.'beigehend und außergewöhnlich, da die allgemeine Lage gesund sei.

Die Zigarettensteuer i::i deutschen Zollgebiete brachte im zweiten Viertel des laufenden Rechnuiigsjahrcs 4 389 034 Mark ein.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 21. Ott. Schweinemarkt. (Org.- Tel. des Gieß. Anz.) Zum VerkaiN'e standen 1394 Schweine. Bezahlt wurden: für Schweine 1. Qual. 7173 Pfg., Lebendgewicht öß,5 bis 57 Pfg.; 2. Qualität 7000 Pfg., Lebendgewicht 56,000 P'g., 3. Qual. 0663 Pfg. Geschäft gilt, lieberstand nnbebenienb.

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung Mir yenen am Donnerstag den 22. Oktober: Trübung und Erwarmung, spater auch 9tledersck)läge. Veränderltd)e Wiitde.

GreginaL-Drahtttieldungen.

M. Bad-Nauheim, 21. Okt. In einem hiesigen Hotel wurde kürzlich einer Russin ein Pelz im Werte von 800 Alark gestohlen. Tie Diebin, ein Vlädchen namens Elise Peuffer wurde heute in F-rankfurt verhaftet.

Frankfurt a. M., 21. Okt. Dem Reichstagsabgevrd- treten Grafen Oriola wurden am 6. Oktober in V e n e d i g Schmuck- fadjen und 1500 Mark in bar gestohlen. Ter Dieb, ein gewisser Erich Schmidt, der durch bie Karte einer Frankfurter Bardame ermittelt wurde, ist nunmehr in Genf verhaftet worden. Ten Schmiick hatte er für 500 Mark in München versetzt.

Wien, 20. Okt. Der Boykott von feiten der Türken gegen die ö st e r r e i ch i s ch e n Waren kann, wie dieNeue Freie Presse" meldet, als beendet betrachtet werden. Das Aufhören der Boykottbewegung hängt mit der Besserung der politischen Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn unb der Türkei zu­sammen.

Rom, 21. Okt. Tie meisten Blätter melden aus Konstan­tinopel, die Pforte fei auf Betreiben der Jungtürken bereit, sich mit Oesterreich-Ungarn und Bulgarien auszu­gleichen, um einen desto größeren Druck auf Serbien und Montenegro ausüben zu können.

Paris, 21. Okt. Als^Nachfolger des Marineininisters Thomion hat Elernenceau beit Seklionspräsibenten des Staatsrats Picauart ausersehen, seinerzeit Kommissar der Weltausstel­lung von 1900.^ Picquark hat sich seine Entscheidung noch Vor­behalten, wird aber im Laufe des heutigen Tages geben.

Sofia, 20. Okt. Wie verlautet, ist in dem Standpunkte der bulganichcn Regierung, betr. bie O r i e n t b a h n s r a g e. insofern eine wesentliche Aenbcrung eingetreten, als bie Regierung, bie noch vor kurzem bas Eigentumsrecht ber Türkei auf bie oftrumelischen Bahnstrecken überhaupt nicht anerkennen wollte, heute bereit ist, über bie Exploitation, bie Ablösung und den Abkaus des Eigentumsrechtes gleichzeitig zu verhandeln, und zwar entweder mit ber Bahngesellschast ober mit Konstantinopel. Die Zuitimmung ber Pforte wirb nachgesucht. Man hofft, diese dem- nachft zu erI)alten.

8-cav 21. Ockt- Der montenegrinische Spe-'

zial-Gef a n_b t e Wulotitsch wurde abends vom König in emflunbigcT befonberer Audienz empfangen. Während Wukotitsch im Palais mente, brachte eine große Volksmenge ihm stürmische Ovationen dar. Der Kronprinz erklärte in einer Ansprache das Osfiziertorps, falls.Milowanowitscy ochie icdes Resultat nack) Hause komme, sei der Krieg mit Oesterreich unver­meidlich. Avenos besetzten Demonstranten die Ein gange von loldjen Gefchaften, deren Besitzer bsterreichisck>-ungarische Unter* tauen sind uno verhinderten den Eintritt von Kunden.

Kindermehl

B esf bewährte gesunde und mager.

darmkranke

Nahrung fUr: sowie schwächliche, in der Entwicklung zurückgebliebene

Kinder.