ibe» Lonservators Hauptmann K r amcr über „Die römische Terrafigülataroare' unter Berücksichtigung der Bestände im hiesigen Museum". Der Redner verbreitet sich in spannender Weise über die Formen, die Herstellung, künstlerische Ausstattung, die Verbreitung durch den Handel usw. Zahlreiche (Gefäße und Gesäßteile, Lieget und Stempel dienen, zur Veranschaulichung und Erläuterung. Die Fundstucke stammen größtenteils aus den Maft eilen bei Arnsburg, Langsdorf, Butzbach, Höchst a. d. Nidda, ferner aus der Sandgrube an der Rödgerstraße und vom Trieb. Ttc Fabrikation der Terrasigillateware stand besonders 40—250 n. Ehr. in Aallien in größter Blüte und kam dann auch nach Germanien und Rätien. Er verbreitete sich des Weiteren über Pie Geschichte der Keramik, die für die Geschichtsforschung sehr wertvoll sei. Anhaltender Beifall belohnte den Redner. Bibliothekar Fritzsche teilt mir, daß in der Universitätsbibliothek eine Ausstellung bestehend in Sammlungen von Handschriften, JUustrationen, alten Drucken, Holzschnitten, Klassikern eröffnet worden sei; es solle eine ständige Ausstellung sein. Professor Strack regt die Sammlung von römischen Halbmüirzen an, die besonders unter den Kaisern Augustus und Tiberius in Umlauf waren unb dann verschwanden. Hauptmann Kramer machte schließlich noch einige interessante Mitteilungen aus seiner Tätigkeit als Konfervator und Denkmalpfleger.
•• Zweckmäßige Schulräume. Welch großen Einfluß geräumige und helle Schulsäle auf das körperliche und geistige Wohlbefinden der Schüler auszuübest vermögen, geht aus einer Tabelle hervor, welche die Myopie oder Kurzsichtigkeit dec Schüler des hiesigen Gymnasiums behandelt. Nachdem die Anstalt am 6. Januar 1879 in das neue Gebäude an der Süd-Anlage eingezogen war, nahm diese Schülerkrankheit alsbald bedeutend nb,i und dies zeigte sich mehr, als am 23. Februar 1883 eine Verordnung über die häuslichen Arbeiten der Schüler erschien. Hierin wurden nämlich zu umfangreiche Hausarbeiten verboten. 1881 betrug die Kurzsichtigkeit noch 50 Proz., 1885^ sank sie ans 34 und 1889 gar auf 28 Proz.; seitdem haben sich die Verhältnisse fortgesetzt weiter gebessert. Dies sollte eine ernste Mahnung für Stadt und Land sein, ihren Kindern für moderne, helle und der Schulhygiene entsprechende Schulräume oii sorgen.
'* Skiklub Wandervogel. 9(nf Veranlassung von Oberlehrer Dr. Bernbeck halte Lehcamtsreferendar A. Peppler kürzlich einen Vortrag über Skisport gehalten, der, wie ivir ausführlich berichtet haben, so lebhaften Beifall fand, daß die Gründung eines Skiklubs in Gießen beschlossen wurde. EL wurde deshalb gestern nachniittag unter den: Vorsitz von Dr. Bernbeck eine Versammlung abgehalten und ein Wintersportverein mit dein Ätarnen Skiklub Wandervogel gegründet. Der Klub, der schon eine große Anzahl Gießener Samen und Herren zu seinen Mitgliedern zählt, bezweckt die Pflege uud Förderung des Wintersportes unter oorzligsivelser Berücksichtigung des Skilaufes, als der vornehmsten und schönsten Art des Wintersportes. Durch Veranstaltung von Vorträg en, Wanderfahrten und vor allem durch Unterricht im Skilauf und leihweise Ueberlassung von Ski soll der Sport nach Möglichkeit gepflegt und gefördert werden. Späterhin sollen auch Wettkämpfe in: Kunst- und Schnellauf abgehalten werden. Oberstes Ziel bleibt aber stilvolles und sicheres Saufen bei Wanderungen. Seine Mitglieder unterrichtet der Klub rechtzeitig über die jeweiligen Schneeverhältnisse durch Bekanntgabe int Gießener Anzeiger sowie durch Aushang m der Lederwarenhandlung von A. Kilbinger. Um Studierenden den Beitritt angenehmer zu machen, beginnt das Vereinsjahr am 1. Oktober, sodaß für das Wintersemester nur em einmaliger Beitrag erforderlich ist. Auf Vorschlag von Dr. Bernbeck wurde Lehramtsreferendar A. Peppler zum Vorfitzenden, Schriftsteller und Redakteur K. Neurath zum Schriftführer, Frl. Winckler zum Kassenwart und Meteorologe W. Peppler zum Laufivart gewählt. — Jede nähere Auskunft erteilt Redakteur K. Neurath.
Q Lang-Göns, 19. Noo. Gestern nachmittag ging hier em Militär-Luftballon nieder. Ec wurde alsbald am Bahnhof verladen und nach Köln verfrachtet. Die Insassen waren zwei Offiziere aus Köln.
Harbach, 19. Nov. 87 Jahre alt ist der Hüter unserer Schafherde, KaSpar Schäfer, und 8 0 Jahre sind es her, daß er als siebenjähriger Junge mit seinem Vater zum ersten Male auf die Weide zog. Dabei ist der alte Herr so rüstig, daß er vom Aufgeben des Dienstes noch lange nichts wissen will, — man solle ihm hiermit kommen, wenn er hundert Jahre alt sei, pflegt er zu antworten.
Offenbach, 19. Nov. Dem Vernehmen nach hat das Ministerium das Ortsstatut über die Einführung der vollständigen Sonntagsruhe nicht genehmigt, und zwar aus formellen Gründen. Tie Bürgermeisterei hatte Fragebogen an die einzelnen Interessenten verschickt mit ber
OrHsig, daß nur die den Fragebogen wieder zurückzuschicken haben, die gegen die Einführung der vollständigen Sonntagsruhe sind. Diesen Modus soll das Ministerium beanstandet haben: cS ist also nicht ausgeschlossen, daß die Einführung der vollständigen Sonntagsruhe dadurch um einige Zeit hinausgeschoben wird.________________
Gerichts-««!.
*♦ K ein Priester. Zahlreiche Blätter, darunter auch der Gieß. Anz. vom 28. Olt., berichteten, in Namur (Bel- giem sei ein früherer katholischer Geistlicher wegen zahlrercher isitilicl tcitdücrbredjen, die er an kleinen Kindern begangen, zu aclu Jahren Gefängnis, bedeutenden Schodenerfatzsummen und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf sechs Jahre verurteilt worden. Ter Zentral-Austunftsteile der kath. Presse wird dazu vom bischöflichen Ordinariat Namur nritgetei.lt, daß der Verurteilte nie katholischer Geistlicher war. Er wohnte in seiner Familie und gab Unterricht in einem Kinderheim. In früheren Jahren war er kurze Zeit in einem Priesterseminar, welches er wegen Viangel an Berus zum geistlichen Stande bald verließ.
vermischtes.
'Auf tragische Weise starb der Präfekt des Departements O ca n-Algecien, de Mal herbe. Ec wurde von einem Unwohlsein befallen, das er für den Beginn einer Gehirnkongestion hielt. In einem medizinischen Buche, das er rasch zu Rate zog, las er, daß er sich durch eine Blut- entzieh nng, und zwar durch einen Einschnitt in die Ohrgegend, Erleichterung verschaffen könne. In dec Aufregung schnitt er jedoch so tief, daß er sich fast die Ohrmuschel ab- schnitt, und ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte, einer V e r- b l u t u n g erlag.
* Der Kaiser von China als Maler. Der verstorbene Kaiser von China beschästigte sich, wie wir im „Bert. Börs.-Cour." lesen, in seinen unfreiwilligen Mußestunden meist mit den schönen Künsten, für die er eingehendes Verständnis zeigte. Ec liebte vor allem Musik und Malerei und bervies eine über das Mittelmaß hinausgehende Begabung als Dialer. Es dürfte nicht allgemein bekannt fein, daß zwei Gemälde auf Seide, die Kaiser Kuang-hsn mit eigener Hand hergestellt hat, zu dec chinesischen Sammlung des Museums für Völkerkunde gehören. Sie stellen Blütenzwelge dar, die mit einer eigenartigen Detailkunst gemalt sind. Die Bilder sind mit dem Stempel der verstorbenen Kaiserm-Witwe Tse-shi versehen und wurden vor fünf Jahren in Peking aus dritter Hand erworben. Beide tragen auch poetische Inschriften, die von Beamten des Pekinger Hofstaates, wahrscheinlich „auf höheren Befehl" gedichtet wurden. Es sind Hymnen, die in schwungvoller und blumenreicher Sprache die Schönheiten der kaiserlichen Gemälde hervorheben.
Mrchliche Nachrichten, lLoaugeitfche Gemeuwe.
Sonntag, den 2 2. November, Totenfest: Gottesdienst.
In der Ltadtkirche.
Vormittags 9'/. Uhr: Plärrer D. schlosser.
Vormittags 11 Uhr: Kiuderkirche iür die Matthäusgemeinde.
Piarrer D. Schlaffer.
Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matlhäusgemeinde.
In der alten Zriedhosskapelle.
Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Schwabe.
Dienstag den 24. November, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Markusgememde.
'Dt 111 m o cl), b c n 2 5. Jl o ü e m b e r:
Vormittags 93/4 Uhr: Vereinigter Zivil- und Miluär-Gottcs- dienst zur Feier des Geburtstages Sr. Königl. Hoheit des Groß- Herzogs. Piarrer Schwabe.
Donnerstag den 26. November, abeitbs 8 Uhr, im Matthaus- saal: Bibelsiunde. (Buch Hiob, das 2iei> vom Meuschheüsleid.)
Pfarrer D. Schleifer.-
Nächstkünstigen Sonntag, als am 1. Advent, findet im Haupt- gottesdienst Beichte und heil. Abendmahl iür Matthäus-- und Martusgemeinde gememjam statt. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Geuiemde erbeten.
Weitere Abendinahlsfeiern werden gehalten am 2. Advent für die Markusgememde und am 3. Advent mr die Malthäusgememde, jedesmal nn Abendgottesdienst. Zu beiden Abendmahlsfeierii wird besonders auch die konfirmierte Jugend eingeladen.
In der Iohanneskirche.
Vormittags 9’/? Uhr: Pfarrer Ausield.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche *ür die Johannes- gemeiube. Pfarrer Aus'eld.
Nachmittags 5 Uhr: Piarrer B e ch t o l s h e i in e r.
Abends 8 Uhr im Johannessaal: Versammlung und Bibel- besprechung.
Montag den 23. November, abends 8 Uhr int Johannessaal: Bibelftunde. Pfarrer A u s f e l d.
Ajittwoch den 25. November, abends 8 Uhr, im Johannessaal: Versammlung der G e m e i n d e s r a u e n v e r e i n e. Vortrag voii Piarrer D. Schlosser über „unsere Ülrinen» pfleg e". 1. Teil: Tie gesetzliche»! Grundlagen.
Am nächstkünsligen Sonntag, den 29. November, als dem 1. Adveiit (Beginn des neuen Kircheiifahres) wird im Bormittags--
gotiesdienst Deichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannes- gemeinde qemeiufam gehalten werden. Anmeldung dazu wird vorher bei dem Piarrer jeder Gemeiiide erbeten. Auch wird ein. Kollekte zum Betten unseres Kirchensonds erhoben werden.
Wanburg=Pctdn, Kirchstraße 9.
Sonntag den 22. November, abends 8 Uhr:
L o r t r a g s - A b e n d.
Zugleich Vereinigung der könfirmierten männlichen Jilgend der Markusgememde.
Katholik wriHciP.öe,
SottcLdienst.
Samstag den 21. November:
Nachmtttags um 5 Uhr und abends imt 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht.
Sonntag den 22. N o v., 24. Sonntag n a ch Pfingsten:
Vormittags voii 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
e um 7 Uhr: Tie erste heil. Blesse.
„ um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.
Vormittags um 11 Uhr: Heil. -Messe mit Predigt.
Nachmittags um 6 Uhr: Christenlehre; darauf Andacht für die Abgestorbenen.
Mittwoch, den 25. November, am Geburtstage., Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs ist vormittags um 91/, Uhr Militär- gotlesdienst.
Telefonisciie Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen.
Frankfurter JBörs»o, 3%0/0 Beichsauleihe . . 94.50, .)% do. . . 85.10 315°/, Kousols .... 94.50 "6% do. .... 85.00 3>i®/o Hessen 92.90 3>i°/0 Oberbesseu . . . 92.00 4% Uesterr Goldrente. . 98.10 4*/6 % Uesterr. teil betreute 98 90 4;'6 Ungar G oldreute . . 92.80 49ä Italien. Heute . . . 104.15 3% Portugiesen Serie I 5640 3-o Portugiesen „ III 58.00 4>5°/6 russ.btaatsaul. 190b 97 05 4ya *70 Japan, Staatsanleihe 91.45
Uouv.Türken von PJUö 92.90 Türkeuiose 143 60 1% Griech. Monopol-Aul.. 49 30 4% äussere Argentinier . 86.20 du/0 Mexikaner . . . 63.60 4 e/e Uluuesen .... 96.80
Aktien:
Bochum Guss 218 80 Buderus E. W 112.50 leudenz: schwächer.
Berliner l»örse, 20
Cauada HB...... 178.90 Darmstädter Bank . . . —.— Deutsche Bank .... 239.90 Dortmunder-Union C. . . 60.40 Dresdner Bank . . . 148 0.
Tendenz ■ schwächer.
20. November, 1.15 Uhr.
hlektnz. Labiueyer . . ■ 11680 Elektriz. Schlickert . . . 118.60 liscbweiler Bergwerk . . 190.UO Gelsenkirchen Bergwerk . 188 50 Hamburg-Amerik. PaketL 112 50 Uarpeuer Bergwerk. . . 195.50 Laurahütte 196.00 Aordd. Lloyd 90.20 Obeischles. Eisen-Iudustrie 97.50 Berliner Uaudelsges. . . 168.25 Darmstädter Bank . . . 128.00 Deutsche Bank .... 240.25 Deutsch-Asiat Bank . . 138 30 Diskonto-Komuiaudit . . 180.20 Dresdner Bank .... 148.30 Kreditaktieu 198.40 Baltimore- und Ohio-
Liseulahu 108.00 Gotthard bahn — Lombard. Bisenbahn . . 20.80 Uesterr. tSlaatsbuhn . . .146 00 Bnuce-Heun-Eiseubahu . 123.70
November. Anfangskurse.
Harpcner Bergwerk. . . 194.70 Laurahütte 194.50 i.umbarden E. B. ... 2080 Nordd. Idoyd 90.20 1 ürkenlose 142.70
Bestes Rohmaterial und sorgfältige Fabrikation bedingen die wertvollen Eigenschaften von Knorr’s Hafermehl als leichtverdaulichste, nahrhafte und Durchfall vorbeugende Kindernahrung.
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Ich rauche gern meine Meise Haöali und am Stammtisch muß eine Zigarre nach der andern dran glauben. Wenn ich nur nicht andern Tags so verschleimt wäre! Es dauert allemal Slunden, ehe ich wieder nornial bin; und dann diese überschüssige Säure un Magen! —
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bedeutet die Erfindung von „MrssF-T", des neuesten Xasfee- Ersatzes. Er verleiht dem Raffee-Getränk eine tadellose Farbe, sowie angenehmes Aroma und besitzt vor allem infolge seines Gehaltes an Protein, Nährsalzen und Eisen hohen Nährwert, Oer Gebrauch von „Mosyr“ ist sonach allen denen aufs wärmste zu empfehlen, die wert auf eine gesunde, vernünftige Lrnährungs-- weise legen.
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Berichtigung,
betreffend: Neuwahlen zur Handelskammer.
Infolge eines TcuckfehlerS m der gestrigen Bekannt« machnng werden hiermit die ausscheidenden Herren im Wahlbezirk Gießen-Stadt nochmals bekannt gegeben.
Es scheiden aus:
Im Wahlbezirke Gießen-Stadt: die Herren Kommerzienrat F. (£. B. Koch, Kommerzienrat S. Heichelheim, Max Friedberger, A. Zllrngspor, A. Munter, C. Röhr, Kommerzienrat H. Schimmer und W. Zurbnch, fäiittllch in Gießen. ,
Telegramm
Schellfische, Kabliau und grüne Heringe.
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