Nc. 274 Erstes Blatt
158, Jahrgang
Freitag 2V. November 1908
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Anzeiger Gießen.
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General-Anzeiger für Oberhefien
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RotaisonrbnlS vnd Verlag der vrühl'schen Uttiv.-Vuch- «nd Zieindruaerei K. Lcwge. Nedattion, (Erpcöition und Druckerei: Schulstrahe 7.
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Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.
Lin zweiter hessenpnnz geboren.
Ans Darmstadt erhalten wir die Drahtnachricht, dar. heute vormittag I. K. H. die Großherzogin von einem Prinzenentbundcn wurde.
Im ganzen Heffenlande wird die Nachricht, daß unserem Großyerzogspaar ein Mveiter Sohn geboren wurde, mit lebhafter Freude begrüßt werden. Jt doch damit menschlicher Voraussicht nad) der Fortbestand deS mit seinem Voll so innig verbundenen Groß herzoglich Hessischen HauseS noch besser gesichert, als dies bisher der Falt war. Dem glücklichen Elternpaar entbieten auch wir unsere herzlichsten Glückwünsck)e, haben doch Oberhesseri und die Stadt Gießen besonders innige Beziehungen zu ihm.
Wie uns noch gemeldet wird, erfolgte die Geburt um 103/< Uhr leicht und ohne besondere Schwierigkeiten. Man erwartete daS freudige Ereignis erst für später, was daraus hervorgeht, daß die Großherzogin gestern abend noch die Theatervorstellung besuchte. Mutter und Kind befinden sich wohl. Ein hundertundein Kanonenschüsse verkündeten der Residenz das frohe Ereignis, das überall mit lebhafter Freude auf genommen wurde.
politische Lagesscharr.
Gegen die Zuseratensteuer.
Der Verein deutscher Redakteure hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, eine Petition gegen die Insecalensteuer an den Reichstag abzusenden mit der Begründung, daß diese Anzeigensteuer für den Stand der Redakteure in materieller und sittlicher Beziehung die größten Gefahren in sich schließe. Die Anzeigensteuer sei grundsätzlich verwerflich und undurchführbar. Sie bedrohe besonders kleine und mittlere Blätter und deren Redakteure in ihrer Existenz. Sie berge in sittlicher Beziehung die Gefahr, daß die Redakteure verleitet werden konnten zur Umgehung der Älnzeigensteuer, Anzeigen und Reklamen im redaktionellen Teil der Blätter auszunehmen. Ein solches Vorgehen müsse zur Korruption der Presse führen und Ehre und Ansehen der deutschen Redakteure untergraben.
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Ein Protest gegen die Brausteuervorlage.
In einer Riesenversammlung im Zirkus Busch zu Berlin haben Verireter des gesamten deuischen Brau- und Gasiwirisgeiverdeü einstimmig eine Resolution gegen eine weitere Belastung des Bieres angenommen: „'Mehr als 700u im Zirkus Busch in Berlin verjammelre Benreter DcS gesamten deutschen Brauerei- unDGast- iDirisgeiDcrbed der Norddeutschen Braulleuerge-.uemschail erheben emdrmglichsten Protest Dagegen, daß Die Brau steuer, Die erst vor jiüci Fuhren erhöht ist, jetzt aufs neue erhöht werden soll, sämtliche an der Herstellung imd an dem Bei triebe von Bier beteiligten Gewerbe sind der Ueberzeuguiig und erklären, daß weder Das norddeutsche Braugewerbe noch das Gastwirtsgewerbe eine neue Mehrbelastung und die damit verbundene Beuurnhigung zu tragen vermögen, um so weniger, cus Die letzte Brausteuererhm)ung nicht ani den Konsum abgewalzt werden konnte. Auch in Dem vorliegenden Lrausteuergeietzentwuri, deren Ertrag Die Regierung aus Die Verbraucher abgewälzt wissen will, wird em gangbarer Weg sür eine Abwälzung der Steuer nicht nachgewieseu, inr Gegenteil uiuß Die Behauptung der Regierung, der vorgelegte Entwun biete Die Mag- tichkrit einer angemessenen Abwälzung Der Steuer, als Durchaus irrig bezeichnet werden, Ader selbit im Falle der 'Möglichkeit einer Abwälzung würde em gewaltiger Rückgang Des jetzt schon stark vermmDerten Konsums und damit eine Berrrngerrmg des beabsichtigten LleuerzolleL um 80 bis 40 Prozent Die Folge sein. Aist jeden Fall würden unter der Last etner neuen Steuererhebung Lausende von Brauereien und Gastwirts chaüen zu Grunde gehen; mit timen würden weitere Lausende mit dem Brau- und Gast-
Aleine» icMiUcioit
— Neue 13 c r । u ui c u u e u das Gehör. In der Pariser Äkademie des Sciences legte Delage einen Bericht Dr. ALurages über seine neuen Untersuchungen über bic Ge- HÖrSzentren im Gehirn vor. Dr MarogeS hat in mehr als 700 Fällen Messungen der Gehärsschürfe vorgenommen, durch deren Ergebnis er Nachweisen zu rönnen glaubt, daß die bekannte Theorie von Helmholtz nicht alle pathologischen Fälle, die man beobachtet, zu erklären vermag. Er hat an Versuchspersonen sesrge,rollt, daß sie auch bic schwächsten Geräusche 'zu Horen vermochten, wahrend sie für Die Musil und das Wort absolut taub waren; andere hören das gesprochene Wort und tonnen es nicht verstehen; wieder andere sind nur für gewisse musikalische Schwingungen empfindlich, und schließlich gibt cs Personen, die bei demHörvvrgang eitle Verzögerung entpsiitden, als ob die Verbindungsivcge schlecht funktionierten. Wemt man die Gehörsschärfe zu entwickeln sucht, so stellt sich allmählich das Gehör für jede der Schwingungsacten, Die das Ohr rvahrzanehmen vermag, wieder cm. Marages zeigt, daß diese anscheinend so komplizierten Phänomen sich seyr leicht durch die zahlreichen Gehckrszentrcn, die das Gehirn enthält uno bie mehr oder weniger unabhängig voueinanber sino, erklären lassen; man versteht danach auch Die Rolle, die ule Wiedererziehaug des Ohres spielen kann, wenn mau mit einer wohlavge- messeNen J..ceniiiät die Schwingungen anzuwenden versteht, die luuiit die ^teroenzencren oeemsiusien lörinen. Diese Geiiorstheorie, die sehr einfach uno klar ist, genug: zur Erklärung eer Erscheinungen, die mau vei veu verschiedenen Formen der Taubheit beobachtet hat.
— Gesundheit uno Weihwasser. Der ital. Mönch Angustino Go mellt hat das Weihwass er - b e ct e n in ocr u r t ii c r Kirche vom Hefigen Z'.reuz aus das etwaige Vorhandensein von Krankheitserregern unter,acht. Er hak seine Ergconi,,e in ucr Zeiifchrist „^an.a Ealwiiea" l)crv||e.uiim)t Auf aec Oacr,ruü)enichicht des Weiywasserbeaens fand er im Kub ir-entime ter
wirtSgewerbe in Verbindung stehende selbständige Existenzen und 9lrbcitnebmer brotlos werden. Jede weitere Steigerung dcr Brau- steuer steht in schönstem Widerspruch mit deiu Bestreben der Negierung und des Reichstages, den gewerblichen Mittelstand vor dem Untergänge zu bewahren. Die Versammlung erklärt, daß jede Brausicuererhcbung mit einer rationellen Wirtscha'tspolitik und mit einer gesunden Sozialpolitik durchaus unvereinbar ist, in- dem sie große Gewerbe und Tausende von Existenzen dem Untergänge preisgeden würde. Aus all diesen unD zahlreichen anderen Gründen ist es nach der testen Ueberzeliginig der Versammlung unmöglich, doß sich im Reichstage eine Mehrheit für eine weitere Belastung des Bieres sindeu sollte. Tas tu der Versammluug vertretene gesamte Brau- und GastwirtSgemerbe appelliert au alle Mitglieder des iReidjstageS, daß sie jede Erhöhung Der Branstetter direkt ablehuen.
Schissrsntech»ifche Gesellschaft.
.Unter dem Ehrunoorsts oes Grvppr^zogS von Oldenburg und in Gegenwart von Vertretern Der Reichs- unD her Staatsregierung trat gestern vormittag in der Tech- nifcfyen Hochschule zu Berlin die Schif^sbautechnischc Gesell- schäft zu ihrer zehnten ordentlichen Hauptversammlung zu- lammen. Der Groß Herzog von Oldenburg eröffnete die Versammlung mit der Mitteilung, daß ihr Protellor, der Kaiser, wegen überaus dringender ^taaiSgeschäfie zu feinem aufrichtigen Bedauern nicht in der Lage fei, der diesjährigen Hauptversammlung beEuwohnen. Nach Worten der Begrüßung erteilte er dem Vor,inenden, G.heimcn Rat Prost,,or Busley, bas Wort, der die mit lebhaftem Beifall aufge- nommcnc Mitteilung machte, baß der Kaiser geruhte, dem Großhcrzog von £)iDcnburg in Anerkennung seines Vce- diensies um beit deutschen Schisssbau und die Deutsche Schifffahrt die goldene Medaille der Schiifsbautechni|chen Ge,eil- sä-ajt zu verleihen. Hierauf ergriff G. Bauer-Stettin bas Wort zu dem Hanp.vortrag: Heber moderne Turbinen- anlciQeii sür Kriegsichijse. Au den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen. Vvrirag schloß sich eine anregende Diskussion, in der aud) über die Kombination von dtolbcn- maschiiten und Turbinenanlagen geiprocljcn wurde. Den zweiten Vortrag hielt Tr. A n f ch ü tz - Kampser-Kiel über den Kreisel pls 9tichtungsweiser auf der Eroe mit besonderer BerücklichLigung feiner Verwendbarkeit auf Schis,en. 'Rach der MitiagLpanst bcrichte-.e Proseswr Ahlborn- .Hamburg über |emc Hntersuchungen über die WiderstandS- oorgänge im Wasjer unter Zuhu,encchnic einer Reihe von Photogrammen. Den letzten Punkt der LageSoronung bildete der Vortrag des Ingenieurs Axel Wblin-Lonbon, der feine technischen und sonstigen Gesichtspluckte für die Aufstellung der Rettungsbote au, den modernen Dampfern erörterte.
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Die Krisis im Orient.
Während die , ui.ier friedlichen Be
endigung der Krisis im Orient langsam ihren Fortgang nehmen, zeigt sich namentlich in Secoieu uno Montenegro eine wachseuoe Kriegs tust. DaS und der noch immer andauernde Vohkotr der osterreichijchen Waren er.chivert natürlich' die Verständigung zwischen ben beteiligten Mächten. Der „Pester Lloyd" versfjenilill.t jetzt MitwHungen aus Wien über die Lage, in Denen es heiöt: Eine unmittelbare Folge des Boykotts ist, baß Oesterrcich-Hitgarn in keinerlei ossizielle Veryandlung mit der Türkei über die Regelung Der schwebenden Fragen cintrcten kann. Ein fZlbiommen zwischen der Türtei und Oesterreich-Hngarn ist eine der wesentlichen Voraus,enungen für bas ^u,ianbetommen ber Konferenz. Die Türkei mutz also, da sie oic Lon,erenz will, auch die Vereinbarung mit der Monarchie wollen; bieje wiro sie aber ohne Aufyoren des Boykotts nicht erlangen. — Bemerkenswert ist es, daß nenerbings auch bic Mohammedaner Indiens oben Partei ergreifen. Die mohammedanische Presse in Lahore empfiehlt der iZlamitifchen Welt, Symputhiekuicdgebungen für die Türkei zu veranstalten und
150UUO, am Vooen ouuuuuj Mittooen oon rranlf>eit- erreaendeu Arien. Es wurden verschiedene Tierveriuche mit diesem Weihwasser angestellt, und die Versuchstiere gingen stets entweder an Tuberkulose ober an Diph- therie oder an 5)armerrran!ungen zugrunde. Gomelli schlägt daher vor, die bisher üblichen o,senen W-eih- wasferbecten durch gejchlossene Wechwas|errohren mit einwandfreiem Weihwasser zu ersetzen. Die Kirchenbe,ncl)er sollen gehalten sein. Durch einen Druck auf den Nöhrenkiivp^ lich Wasser auf die- Finger träufeln zu lassen, nm auf bieje Weise sich vor einer Ansteckung durch gefährliches Weih- tvaffer zu schützen.
— Heber Den „Mann mit der eisenen Maske" werden in einem Buche des ehemaligen Ehrenkämmerers Pius' IX., Monsignore BariieS, neue Forschungen verös,eni- licht. Seit dem ersten Werk über Die geheimliiSvolie Persönlichkeit, das irn Jahre 1745 erschien unb Pecquet zum Verfasser hatte, sind, .vie bekannt, ganze Berge von Büchern über die ei.erne Maske erschienen, ohne daß das Rätsel gclu|i ist. Banies hat o,;enbar Papiere zur Ver,ugung gehabt, bic visher in den vatitanijü-en Archiven gcschtummeri haben, und so ist es recht wohl möglich, daß |eine Losung richtig ist. Barnes gibt an, daß der Ge,angene der Ba.liile „der ^oijn eines englijchen Königs, Mitglieo des Jeiuitenoroens uuo Agent der sranzösifchen Regierung" gewe.en sei. Diese An- gaven deuten zweifellos auf einen Sohn Karls 11., der Diesem in seiner sruye|ten J.igeno geboren wvrocn ist. Von anderen Lo,ungen, die bisher angegeven )inD, jei oaran erinnert, datz der Hnbefanme baio ent Zwilüngsbruoer Ludwigs XIV., bald ein Sohn oes Herzogs von xyuaingfjatn uno der Anna von Oesterreich sein ,ollie. Aks Der Mann mit der eisernen Maske am l‘J. '.-.ooember 170.3 gestorben war, rourue er tags darauf beerdigt und in seinem Tötenscheui. Der ans Den Namen Marthtöki lautete, wuroe jem izilcr au, 45 Jahre angegeben, was jCDOu; taum rtchUg gewe,eu fein uutite.
— Eine Puppenreform wird in dem Oktober- hest von „Kind uno Kunst" angetünaigt Es Handelt jiuj
öfterrcichiich-ungarische Waren zu bo:;£utderen. Sie richtet zugleich an bic nwhcmimedanischen J.nportcure in Bombay und Kalkutta die Aufsorderuug, sia) der Bewegung anzuschließen.
Tie Lage in China.
Der Ches des chinesischen StaatsrateS, Prinz Tsching, hat im Warnen DeS Kaisers von China an alle befminDctcn 'Mächte ein Schteiben gerichtet, worin er Die Sympathie ihrer Staatsoberhäupter erbittet. Es ist Dies cm neues Verfahren sür China unD eö wirb Dies als ein bedeutsames Zeichen Der Kraft der RegicrtiNgSverwaltung angefehen. China gehl allem Anscheine nach seiner Modernisierrlng entgegen. Em iveilcrcr Beweis hierfür ist c5, daß ein Beamter Des Wai- rvupu in Erwiderung einer Frage die formelle Versicherung abgegeben hat, Daß Die neue Verwaltung kräftig die Reformen fördern würde, die unter dem Kaiser ütvangfu begonnen worden seien. Die politischen Edikte, die seit dem 15. November erlassen wurden, zeigen nämlich, Daß eine fortschrittliche und moderne Regierung beabsichtigt ist. — Der ,Rew- Pork £)cralD* bringt eine Meldung auö Tokio, der zufolge General Puanschikei, der Rcorgamsator der chinesischen Armee vergiftet morden sei.
Aus StaSt uuS LunS.
Gieuen, 20. November 1908.
Lberhessischer Geschichtsverein.
Die Haupio.r,uiu.uiuzig ue» X/vDiycni|u}ßn GcschichiS- vercins tugie gestern abend un Sgalc des Easö (SbeL
Der Voriitzcnde, Geh. Hosrui Pros.^ Dr. Behaghel erstattete den Geschäftsbericht für 1907/08. Er schildert dieses als befriedigend. Sen Mittelpunkt ber Tätigkeit bildete das Müseum im allen Schivtz. Der Besuch war sehr stark, unb viele auswärtige Fachgelehrte besichtigten es. Die Sammlungen des Geschichtsvercins unb der Wilhelm G-ail-Stistung er,uhren bciraajtliaje Verncehrungen. e.ine Spende von 500 Mark von einem Unbekannten wurde |ür bie mittelaltcrnd)e (Sammlung verwendet. Besondere Ausmerk|'amkeit ftruroe ben Ausgrabungen gewidmet. In Leihgestern wuroen gelegentlia) von Erdarbeitern eitoulj- nensiaerte Funde aus oer iieolithiicheu Zeit geborgen. Funde bis in die rumija;e Zeit geben hier Zeugnis, dag die Grcgener Gegend schon in vorchristlicher Zeit stark besicbelt war. ^eiocr kannte in Leihgestern nicht meyr alles geborgen, werden, da fa)on inana/rs avhauden gekommen ober wieder verichutlet luoroen war. Von J.iterefie ist auch ein La Tene- Grab auf dem Trieb. Heber jcüie Bedeutung sind die Gelehrten verschiedener Meiriung. Mit dem Zenlralmnseum in Mainz wurde ein freunosihaftlither Austausch gepjlegt. Die Fluritamenjor|<i)ung soll gemeinfam mit dem Verein für he|siju;e Volts runde ivrtge,etzt werden. Eine Arbeit in Henschel; sJ)lunDart wiro demnächst ericäeinen. — Den Rechen|a)aftsbericht erstattete Oberstaosarzt S i e g e r t Dar- naa) |neg oie '.nciigiieDerzahl auf 402. Leider ist sie aber feit 1. April wieder um 18 zurnckgegangen. Die Gesamteinnahmen oetrngen Mari, bic Ausgaben 5817 Mark, |o öag ein Kasjenoorrat oon 119 Mart miüteibt Das Hn> veriitätS-Jnoi.äum unb die Ausgrabungen Derurjaajten grugere Ausgaben. Zu Den Einnahmen tragen auch der otaat, bie Provinz, Der Kreis und mehrere oberheifiscya ötäoie, darunter legen, bei. Um ben SchissenbLtgprei- Hai sich uiejeö Jahr kein Bewerber gesunben.
Auf Vorsa-iag des LHeroibiiotheiars a-r. Heuser wurde ber bisherige Vorsianb einstimmig durch Zuruf wieder- gewählt. Dr. Heuser regt zuglcich eine Satzungsänderung hinsichtlich der Vorstandöwayl an, mit dem Wunsche, die Wahl johe nur alle drei Jahre vorgenommen werden. Von größtem Interesse war der sich anschließende Vortrag
um die Munu/encr Kunsiuwp^ppcn, oie oon mehreren jungen Münchener Künstlern tingeferngt woroen sino uno auf Der dortigen großen Ausstellung das lebha,teste Entzüaen, be- londers bei den Mädchen, erregt haben. Maa ist hierbei davon ausgegangen, baß bie gebräuchlichen Puppen, namentlich Die wsijpieligeren, meist Damen in eleganten Toiletten daricelten ober gar pariserisch gcüeibeie üoietien, die in ihrem reichen Spitzen- unb Seibenputz zu dem schlichten Empsinoen des -cindes eigentlich m recht starkem EKgen,atz sianven. Darin lag auch eine Gefahr: Sie,er falsche ^>chön- yeitstyp mit der unnaLurliu/cn Lvaenmahne, mü Den üaer- gtogen, srrahrenden, langoeiuimpcrien Augen unb dem viel ou tteinen Mündchen mugte »ich allmählich in bei tinairchen Anschauung feft,etzen und aas gesunde Einp^inden schädigend oeeinflUssen. Das waren nicht uie lieben 2p.eitamcraoen, die oas Mino sich wünscht, und in ihrem dummen G^anz konnten ,ie das Kino wohl verwohnen, mutzten ihm aoer innerlich ,remd bleiben. Statt de,sen wurae nun von jenen Künstlern möglichste Einfachheit uno Natürlichkeit uno echte Kindlich leit erstrebt. Eine jri.che lustige Bauiheit sollte herrschen und oie Kc-pfcheu füllten lebendig uno wahr totrien. Und gekleidet ivuroen uie Puppen nicht in Samt uno Seide, sondern ui schlichten stüttun, leichtgeblümten 'Muffelin und andere oilüge Stosse. Unb was ziiscanue kam, waren Figuren von yerz^r,risthunder EiUsachhcit und Natürlichkeit, dw doch in ihren krustigen, naiven o-arue,t ganz uno gar tunjiierifch luiriten. DuS Otwöerhesr von „Kind uno Kunst" verostent- ticht eine ganze Schar davon.
— Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Tas Schauspiel v ö e' von Kail Schönherr tuuD gegen- lüuttig von EDmonD R o st a u D uversetzr. Tie Aiisiiihiung soll iot>alö aU möglich m Paris eriolgcn.— ä) n e t D e t i ps", ciugipici von paus v. We»rgei, Aiusil von Blklor yoilan- D e i, cvieDie gei.ein im uo njeaicr ui Weimar ei > olgierch ; seine Aiausstihiung. — 'L> o D o EbharDl, Der Die po.,tonigS- uurg luicDei Hai, ifi zum Pro, esjor euiaiua rouiDeit.
— Tie „UL A. Z. teilt mit, Day Ti. v. TschuDl nach Ablaut seines Urlaubs aui seinen Posten zii rucktehren iverDe. Hiermit ent- laUcu auch alle Nachilusten uvcr Die Perjon jetnes Nachfolgers.


