Ausgabe 
22.7.1908 Zweites Blatt
 
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Nr. 170

Etwas von der Erbschaftssteuer.

Die Besteuerung deS Ehegatten ivie der Abkömmlinge ist germanischen, romanischen und slawischen Staaten keineswegs fremd. Prioatdozent Dr. Ncubecker-Berlin stellt in der Deutschen Juristenzeitung einige Erbsteuerbestimmungen in England, Schweden, Norwegen, Dänemark, Island, Frank­reich und Rußland zusammen. Danach geht in England die Stufenfolge von 1 v. H. für Abkömmlinge und Vorfahren, bis 10 v. H. für entfernte Verwandte und Blutsfremde; in Schweden zahlen Ehegatten und Abkömmlinge je nach der Höhe der Erbschaft zwischen 0,50 Prozent und 1,50 Prozent, Eltern und Geschwister 0,50 bis 3 Prozent, andere Personen 0,50 bis 6 Prozent; in Norwegen geht die Skala bis 10 Prozent; in Dänemark zahlen Ehegatten, Abkömmlinge und Eltern 1 Prozent, Geschwister und deren Abkömmlinge 4 Prozent, andere Personen 7 Prozent; in Island plant man, die Skala bis auf 12 Prozent hinaufzuführen; in Frank­reich zahlen Abkömmlinge nach der Höhe der Erbsumme 1 Prozent bis 5 Prozent, Ehegatten zahlen 3,75 bis 9 Pro­zent, der Höchstbetrag bei Blutsfremden ist hier 20,50 Prozent.

Das verhinderte russische Duell.

Der ruf). General Gall ist der Person des Groß­fürsten Nikolai Nikolajewitsch für besondere Dienstleistungen zugeteilt. Er spielt im englischen Klub: man ertappt ihn als Falschmünzer und wirft ihn hinaus. Gall geht tzum Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch und gibt diesem eine Darstellung des Vorganges, wie sie ihm gut dünkt. Dem Großfürsten, der sich beim General Arapow, einem der Seniorenmitglieder des Klubs, über den Vorgang er­kundigen läßt, wird erwidert, daß die Statuten der Ver­einigung jede Mitteilung an außenstehende Personen ver­bieten, und, daß nur auf den Befehl des Zaren eine Klar­stellung erfolgen könne. Ter Großfürst befiehlt darauf dem General Gall, jenen Offizier, der ihn im Klub als Falsch­spieler entlarvt hat, zu fordern. Die Forderung wird l)em Offizier Biskoupskij überbracht, der zunächst die An­gelegenheit dem Reglinentsgericht unterbreitet. Das tritt unter dem Obersten Krassowskij zusammen und entscheidet, daß das Duell erst nach gerichtlichem Austrag der Angelegen­heit stattfinden dürfe. Da der Großfürst Nikolai 'Nikola­jewitsch zugleich Oberstlomma-ndierender ist, so läßt er den Oberst Krassowskij wegen des Spruches, den das Rcgimcnts- gericht unter seinem Vorsitz gefällt hat, aus zwei Wochen tu Arrest setzen, und nunmehr nimmt diese Skandal- geschichte eine dramatische Wendung. Dem Zaren wird der ganze Vorgang in geeigneter Weife mttgeteilt, und ohne den Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch zu benachrich­tigen, läßt er den Obersten Krassowskij wiederum in Frei­heit setzen. Mcolai Nikolajewitsch hat darauf nichts Eili­geres zu tun, als wutentbrannt abzureisen.

Dieser Vorgang, und er ist nur einer von vielen, dürfte bezeichnend genug sein für die Zustände in der Armee; aber

Ter Festplatz ein See.

Plötzlicher Wctterumschlag hat die allgemeine Begeisterung ein wenig beeinträchtigt. Der Aufenthalt auf dein Festplatze heute war kaum möglich, denn er war in einen See über Nacht verwandelt worden. Die Turner, die schon in aller Herrgotts­frühe zum Kampfe anzutreten hatten, machten gute Miene zum bösen Wetterspiel, und besonders die Ausländer sorgten für dra­stische Komik und ulkige fremdsprachliche Unterhaltung. Mit einem donnerndenGut .Heil", das allen Turnern sicher aus dem Innersten kam, wurde die Feuerwehr, das Mädchen für dies, begrüßt, als sie sich mit der Mesendampsspritze anschickte, aus dem See wieder den Festplatz zu machen. Tie Turner griffen- wo es ging, wacker mit zu, so daß die Kämpfe, wenn auch mit geringer Verspätung, doch bald beginnen konnten. Leider fehlte am Vormittage das Publikum fast vollständig. Tie Turner ließen sich jedoch den Mut nicht nehmen und erzielten Resultat', die bisher noch selten bei Turnfesten zu verzeichnen waren. ;}u Mittag meinte es endlich die Sonne wieder gut, so daß eine erneute Völkerwanderung nach dem Festplatze begann. Tie Dar­bietungen der AlterSriegen, in denen man gar viele mit schneeigem Haar sah, sanden geradezu enthusiastische Ausnahme.

Von der Beleuchtung.

Die Beleuchtung des Festplatzes wre der Riesenhalle ist einzig in ihrer Art. Es brennen auf dem Platze zwei Riesenbogen- lampen, die eine Kerzenstärke von 30 000 Kerzen haben. Solche Riesenlampen sind bisher noch niemals nicht einmal bei den beiden größten Weltausstellungen installiert worden. Rechnet man alle Kerzenstärken der sämtlichen Lampen, die auf, vor dein Festplatze und in der Halle brennen, zusammen, so dürfte eine Gesamtkerzenstärke von einer Million herauskommen, denn man muß z. B. wissen, daß in der Festhalle allein am inneren Kranz 20 Effektbogenlampen brennen, von denen jede allein eine 7000 kerzige Leuchtkraft hat; so wird allein der mittlere Kuppelbau von 140000 Kerzen tatsächlich in ein Meer von Licht getaucht. ES brennen weiter allein in der Halle 72 Sparbogenlampen, 1500 Glühlampen, 1400 an den Brüstungen. Man greift nicht zu hoch, wenn matt insgesamt die Festbeleuch­tung in Frankfurt und auf dem Festplatze mit einer Milliarde Kerzenstärke annimmt.

Kommers des akademischen Turnetbundes.

Im Zusammenhang mit dem XI. Deutschen Turnfest feierte der Akademische Turnbund (Verband der nichtsarbentragenden Turnvereine auf deutschen Hochschulen) sein 25jähriges Bestehen durch einen Festkommers im großen Saale des Kaufmännischen Vereins, wozu die Mitglieder und Alten Herren des Bundes zahl reich erschienen waren. Die Leitung des Kommerses lag' m den Händen des Bundesvorsitzenden Richard Wobbeling (A. T.-B. Marburg,. Als Ehrengäste waren u. a. erschienen: General von Chappuis, Prof. Dr, Freund, Rektor der Akademie für Sozial-

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e=^5L Redaktion: Iv. Tel.-Adr^AnzeigerGießen.

Deutsches Reich.

Don der NordlandSsahrt des Kaisers. Die Hohenzollern" ging gestern früh um 7'/, Uhr nach Uebernahine deS vierten Kuners in See und traf nach guter Fahrt abends um 10'/, Uhr in Molde ein. Während der Fahrt hörte der Kaiser Vorträge und arbeitete allein. Das Wetter war kalt und regnensch.

Deutschland und die Brüsseler Ausstellung. Wie verlautet beabsichtigt die deutsche Reichsregierung für die Beschickung der Brüsseler Weltausstellung im Jahre 1910 durch deutsche Firmen eine Beihilfe von einer Million Mark zu ge­währen.

Als ein Zeichen versöhnlicher Regierungs­politik in der Nordmark wird es betrachtet, daß im Streife Tondern die letzte kommissarische Amtsverwaltung ausgehoben und gemäß dem Prinzip der Selbstverwaltung durch ihren Amts­vorsteher ersetzt wird.

Der im 77. Lebensjahre stehende Erzbischof von M ü n ch e n - F re i s i n g Dr. von Stein wird wegen seines vorgerückten Alters einen Weihbischof erhalten, was in Bayern bisher ungebräuchlich war.

Heer und Llotte.

Bau einer Luftflotte. Seit den Erfolgen des Zeppelinschen Luftschiffes sowie des Militär-Ballons tauchen immer wieder Gerüchte auf, als hätten die Pläne zur Be­schaffung einer Luftflotte bereits feste Gestalt angenommen. Letztere soll nach einem auswärtigen Blatte noch in diesem Jahre auf die Zahl von 12 Luftschiffen gebracht werden, auch habe man die Frage der Armierung bereits praktisch in Angriff genommen. DerL. - A." betont demgegenüber wiederholt, daß die ganze Angelegenheit noch nicht über die bekannten, zumeist ja bestens geglückten Versuche hinaus­gekommen ist. Die Militärbehörde hat, wie bestätigt wird, noch keine weitere Entscheidung getroffen und kann sie auch vorläufig nicht treffen.

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oben mJuaAM y/j M SSfefÄ nTuchroLWstr.

Ausland.

Tas österreichische Herrenhaus nahm die Vorlage betreffend die Erhöhung des Landwehrrekrutcnkontingents, sowie die Vorlage bctrcifcnb die Entschädigung der F-amilienmitglieder der zu einer Wasfenübung cinberufcncn Reservisten, an. Im Laufe der Teballe betonte Fürst Schönburg, im engsten Zu­sammenhang mit der militärischen Frage stehe die Bündnis- frage, denn das Bündnis mit dem Deutschen Reiche sei im wesentlichen ein militärisches Bündnis. .Er hege felsenfestes Vertrauen zu der Bu;idestreue beider Staaten. Er sehe die Armee Oesterreich-Ungarns mit der Armee des deutschen Reiches lieber verbündet als mit sämt­lichen Armeen des Kontingents. (Lebhafter Beifall.) Nach Erledigung mehrerer kleiner Vorlagen und der Vornahme von Delegationswahlen wurde die Sitzung geschlossen.

Ter gemeinsame F i n a n z m i n i ste r Oesterreich- Ungarns, Baron Burian, der auf Urlaub gegangen ist, wird nach Meldungen der Montagszeitungen nicht auf seinen Posten zurückkehren. Die Entscheidung sei während^ deS letzten Besuchs des Thronfolgers in Ischl gefallen. Des Thronfolgers Kandidat für den Posten sei Graf Zichh. 1

Deutschland und Frankreich. Freiherr von Mair- teusfel, der Präsident des preußischen Herrenhauses, erklärte dem Korrespondenten des Matin, zwischen Deutschland und Frankreich beständen keine unlöslichen politischen Gegensätze. Er halte die Möglichkeit, daß die mazedonische Frage zwischen beiden Ländern Schwierigkeiten schaffen könne, für ausgeschlossen. Deutschland gedenke eine abwartende Haltung zu bewahren und werde gern allen Vorschlägen zustimmen, die der Aufrechterhaltung des Friedens dienen. Tie Reisen des Kvisers und des Reichskanzlers bewiesen, daß die deutsche Regierung gegenwärtig keine Störung des Welt­friedens befürchte.

Eine private Abstimmung über das Frauen- wahlrecht. Daily Expreß veröffentlicht das Ergebnis einer Abstimmung seiner Leser über die Frage des Frauen-Wahlrechts. Tie männlichen Leser haben mit 20000 Stimmen Mehrheit sich gegen das Frauenstimmrecht ausgesprochen. Auch auf Seiten der Frauen selbst sind über 3000 Stimmen gegen das Wahlrecht der Frauen abgegeben worden.

Revolutionäre Propaganda unter den russ. Soldaten. Aus^Vcoskau wird gemeldet, daß man unter den Truppen des bärtigen Militärbezirks eine gcfährlicherevo- lutionäre Propaganda entdeckt hat. Es waren Schriften verbreitet, die rein revolutionären Inhalts sind und folgenden unschuldigen Titel trugen:Heber Militärdienst, Eid und Dis­ziplin" ; darunter befand sich der Zusatz:Begutachtet vom Haupt­stabe, vom Kvmmandenr des sibirischen Regiments, zur Ver­breitung unter den Soldaten empfohlen." Dieses zersetzende Gift ist seit längerer Zeit in zahllosen Exemplaren unter den Soldaten des Moskauer Militärbezirks verbreitet.

DerneueFinnländischeLandtag wird am 1. August eröffnet werden.

Tie jungtürkischen DrohakteundAttentate im Bereiche des dritten Korps in Saloniki dauern fort. In den letzten Tagen wurde der Oberstleutnant-Nazim in Saloniki verwundet, ein Kavallerieoberstleutnant in Serres und der Mutessaris von Tibre wurden ermordet. Nach Meldungen der Londoner Abend­blätter aus Saloniki griffen vier junge türkische Offiziere, die zur Besatzung von Seres gehören, ihren Oberstenanundtöteten ihn nach l-artnäckigem Kämpfe, in dessen Verlauf auch die Aw- greiser schwer verwundet wurden. Ter Oberst tourde später mit 32 Wunden aufgefunden. Die Mörder sind entkommen. Sie ge­hören sämtlich der jungtürrischen Partei an. Der politifdje Cha­rakter des Verbrechens ist zweifellos.

I n d e m spanischen Guineagebiet, südlich von Kämerun, soll es laut Blättermeldungen zu Unruhen gekommen sein, die den Gouverneur von Fernando, Pao, veranlaßten, sich dorthin zu begeben, um nach dem Rechten zu sehen. Er soll dabei angeblich in einen Hinterhalt gefallen und verwundet tovrden fein.

Krieg in Mittelamerika. DerKöln. Ztg." wird aus Newyork gemeldet: Die Regierung Guatemalas hat dem hiesigen Staatsdepartement mitgeteilt, daß zivischen Nrcarayua und Honduras der Ausbruch eines Krieges bevorstände, da Nica­ragua den Aufständischen von Honduras in der Verletzung der Verträge Beistand geleistet habe.

A u f Haiti wird eine Revolution befürchtet. Amerika­nische, englische und französische Kriegsschiffe sind Port emge- t rossen.

politische Tagesschau.

Keine Monarchenzusammenkunst im Taunus.

Wie aus bester Quelle verlautet, ist es ausgeschlossen, duß in diesem Jahre eine Zusammenkunft zwischen Kaiser Wilhelm und König Eduard im Taunus ftattfinbet. Das Gerücht, daß eine solche Möglichkeit bestände, ist auf die Tatsache zurückzuführen, daß im August in Homburg v. d. H. ein Denkmal für die Landgräsin Elisabeth von Hessen-Hom­burg enthüllt wird. Zu diesem Denkmal hat neben Kaiser Wilhelm auch König Eduard einen erheblichen Teil der Kosten geschenkt. Es lag nun die Annahme nahe, daß König Eduard zur Enthüllung kommen werde, zumal er Mitte August nach Marienbad reift. Neuerdings ist jedoch angeordnet worden, daß sich die Einweihung des Denkmals in Homburg in sehr einfachen Formen vollziehen soll, es ist also ausgeschlossen, daß König Eduard anwesend fein wird. Bezüglich des Zeitpunktes für die Enthüllung ist be­stimmt, daß sie nicht vor dem 20. August stattfinden soll. Nach diesem Termin wird der Kaiser auf einige Tage zu Besuch bei seiner Schwester, der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, in Cronberg eintreffen und in Schloß Friedrichs- hof Wohnung nehmen. Von hier aus wird er nach Hom­burg zur Denkmalsweihe fahren. Bisher hat König Eduard, wie mit Bestimmtheit feststeht, noch keinerlei Nachricht an den Berliner Hof gelangen lassen, wonach er einen Besuch in Cronberg oder in Milhelmshöhe beabsichtige. Man darf deshalb sagen, daß die diesbezüglichen bisherigen Meldungen nur auf unbestätigten Gerüchten basierten.

eine neue Anweisung über das praktische Jahr der Mediziner ist jetzt vom preußischen Kultusminister erlassen worden. Sie beruht auf den Vereinbarungen zwischen den beteiligten Bundesregierungen. Die Beschäftigung kann an einer Uni­versitätsklinik, an einer Universitätspoliklinik, an einem be­sonders ermächtigten Krankenhause, an einem medizinischen nichtklinischen Universitätsinstitute, an einem dazu besonders ermächtigten, selbständigen, medizinisch-wissenschaftlichen In­stitute und an den zu den Akademien für praktische Medizin vereinigten Krankenanstalten und wissenschaftlichen Instituten erfolgen. An nichtklinischen Anstalten darf die Beschäftigung nur sechs, höchstens acht Monate dauern. Außerhalb des Reiches können Beschäftigungen bis zu sechs Monaten an­gerechnet werden. Mindestens ein Drittel der Zeit ist der Behandlung von inneren Krankheiten zu widmen. Es muß dies aber an allgemeinen Krankenanstalten geschehen, denen ein reiches Material an inneren Kranken zur Verfügung steht, nicht an Irrenanstalten, Lungenheilstätten und sonstigen Spezialkranlenanstalten. Das praktische Jahr soll sich mög­lichst an die Prüfung anschließen. Die Uebertragung einer Hilfsarztstelle an den Kandidaten ist nicht zulässig, er soll aber voll beschäftigt werden. Das Jahr ist in der Regel ohne Unterbrechung zu erledigen. Der Kandidat soll min­destens zwei öffentlichen Jmpfungs- und ebenso vielen Wiederimpfungsterminen einschließlich der Nachschautermine beiwohnen.

er ist aud) bezeichnend für den Zaren. Der Höchstkomman- dierende in Petersburg muß es sich gefallen lassen, daß ein von ihm erteilter Befehl vom Zaren aufgehooen wird. Inzwischen ist der Außenwelt gegenüber zum wenigsten eine Aussöhnung zwischen dem Za ren und dem Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch herbeigeführt worden.

XL deutsches Turnfest.

(Lriginal-Bcricht c--> ^icLer-er r.n.-.eigers.)

eh. Frankfurt a. M., 21. Juli. III.

Der Festdienstag.

Auch der heutige 4. Turnsesttag war hauptsächlich dem Turnei: gewidmet. Ter Zudrang des sciaulufttgen Publikums war heute besonders groß, waren doch beim E i n z e l w e t t u r n e n die Mittelrbeiner beteiligt und zwar in besonders stattlicher Anzahl; außer ihnen turnten die Kreise 'Jcorboften (Ost- und Westpreußen, Bromberg, Schlesien, Pommern, Provinz Sachsen, Niederweier und Ems (Oldenburg, Bremen und Friesland', Oberweser (rund­liches Knrhefsen), Oberrhein (Baden, Pfalz nnd^ Elsaß-Lothringen, Königreich Sachsen, ferner die akcchemischen Turnvereine die leider in Gießen zurzeit keinen Verein besitzen, und die aus­ländischer: Turner, die an dem Feste mit gleichen Rechter: und Pflichten wie die reichsländischen Turner icilnehmen. Neben zahl­reichem jungen Nack-wuchs iah man manchen alten Wettkämpfer, dabei solche, die zwei oder drei deutsche Turn preise im Besitz Haber:. Gar manchem wird das Wetturnen nicht den erhofften Er­folg bringen, beim die Hebungen sind schwer und die Kamps­richter nehmen es ernst mit ihrem Amt. Für den zuschauenixn. Laien war allerdings nur gutes zu sehen, Denn die Turner, die sonst oft mir mitturnen, um sagen zu rönnen, sie feien auch dabei gewesen, fehlten diesmal, da man sie schon vor dem Fest als Wettkämpfer ansgemerzt hatte. Immerhin waren etwa 700 Turner angetreten.

Neben dem Wettunter: gab cs Vor- und Nachmittags wiederum Wettspiele und um 7> .> Uhr fand das Turnen der Kreist feine Fortsetzung. Es wurde bis zum Mittag zu Ende geführt und bot in der Hauptsache das gleiche Bild wie am Tage vorher. Be­teiligt waren die Kreise Brandenburg mit 740 Turnern, 'Norden (Schleswig-Holstein, Hamburg, Lübect und Mecklenburg, mit 664 Turnern, Hannover-Braunschweig mit 258 Turnern, Westfalen mit 636 Turneri:, Rheinland (Niederrhein- mit 1081 Turnern, Schlvaber: mit 733 Turnern, Bayern mit 1000 Turnern, Th Ir­ringen mit 1296 Turnern und Teutsch-Oest rreich mit -118 Turnern.

Der Festnachmittag brachte noch einige interessante besondere Veranstaltungen. So das Turnen des a l"a o e m i i ch en Turner­bundes, der mit 70 Teilnehmern eine Säbelvorführung zeigte und bann in 10 Musterriegen sein turnerisches Können sehen ließ. Dann turnten unter Leitung von Turninspektor S ch m nck - Darmstadt die AltersriegenA11 - Deu t s ch l a n d" in drei nach dem Alter getrennten Abteilungen. Tas Alter der zahl­reichen Teilnehmer bewegte sich zwischen 40 und 77 Jahren und man sah bei den alten Herr ei: noch Leistungen, die sich in der Tat sehen lassen konnten und mit denen auch jüngere Turner Ehre gemacht hätten. Sie zeigten Hantelübungen, Reck- und Pferdübungen, Spiele, Schmilaus über 100 Meter und Schn.'li- marsch über 1 Kilometer.

Aktive Turner verschiedener Vereine maßen ihre Kräfte im. Eilbotenlauf und im Tauziehen, kurz, es gab wiederum eit: sehr abwechslungsreiches und vielseitiges turnerisches Pro­gramm, das in seiner Gesamtheit erkennen ließ, daß das deutsche Turnen an Vielseitigkeit und Zweckmäßigkeit alle anderen Systeme von Leibesübungen übertrifft.

Die von mehreren Zeitungen mitgeteilten Siegerresultate bei den turnerischen Wettkämpfen stimmen nicht. Der Berechnungs­ausschuß hält alles streng geheim bis zur Preisverteilung, die in feierlicher Form am Mittwoch abend vor sich gehen wird und zugleich den Schluß des Festes bildet. Offiziell bekannt sind bis jetzt nur die Resultate der Wettspiele am Montag, die den Mittelrheinern schöne Erfolge gebracht haben. Siege hatten von ihnen u. a. zu verzeichnen: Tgm. Darmstadt 2, Tv. Saarbrücken, Mtv. Saarbrücken, Tgm. Hanau, Tv. Homburg v. d. H. 3, Ak. Tv. Alemannia Darmstadt, Tv. Vorwärts Bockenheim, Tv. Frank­furt, Tv. Offenbach, Tgm. Bockenheim, Tgs. Niederrad, Tgm. Damm, Tv. Groß-Gerau und Tgm. Bornheim.

Die Frankfurter zeigen eine unverminderte Festfreudigkeit. Trotzdem ihnen die Halle auch heute wieder verschlossen war, hat die Besucherzahl sich nicht vermindert. Die Halle gehörte auch heute wieder den Turnern, die sich dort an den lebenden Bildern und anderen turnerischen Vorführungen erfreuten.

Auch auf dem Festplatz fanden noch turnerische Aufführungen statt, darunter als Hauptglanznummcr ein Kürturnen von über 30 Jahren alten Turnern.

tteiberiu nimmt noi 160631 Schützens^ iüWti [jrcib. u. v. B. 80

Wetzlar. IsL

i Contentia.

ig dea 26. Juli im-AuWg uf dieBadellburg.

Ubr.

willkommen.

Ter Borstand.

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Zweites Blatt 158. Jahrgang Mittwoch ÄS. Juli 1908

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags. ? AX AM äa . Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen

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^Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das El U B es, ÄL ffl B, M ra wLE JL

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