Ausgabe 
20.3.1908 Zweites Blatt
 
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Poffe mit 8563 Arbeitern in 676 Betrieben, die Zigarreninbustrie smit 8522 Arbeitern in 216 Betrieben und die Metallverarbeitung mit 7529 Arbeitern in 252 Betrieben. In 79 unter bc rgpo li- heilichcr Aufsicht ftefoenben Betrieben wurden durchschnittlich ,iiri Jnhre 1907 2689 Arbeiter beschäftigt davon 45 Eisen- !und Maganerzbergwerkc'mit 1798 Arbeitern und 13 Braunkohlen- werkc mit 588 Arbeiten: gegen 72 Betriebe mit 2330 Ar­beitern 1906. Ueberhaupt untersta:ü>en also im Großhcrzoglnm in Industrie usw. und Bergbau zusammen 5834 revifionsvslicl)tige Betriebe mit 100861 Arbeitern der Gewerbeinspektion. Bon der Gesamtzahl der Arbeiterschaft waren 17 3 02 Arbeiterinnen gleich etwa 17 Prozent; im Vorjahre machte der Anteil der Ar­beiterinnen etwa 15 Prozent aus, er ist also nicht unerheblich ge­stiegen. Industriezweige in Dessen, die Arbeiterinnen in erheblicher Anzahl beschäftigten, sind vor allem die Zigarren inl>u st rie imit 5131 Arbeiterinnen gleich etwa Vs der ausgeführten Ar­beiterinnen überhaupt, und ferner das Mklcidmrgs- usw. Gewerbe, Werkstätten der Kleider- und Wäschekonfektion mit 3341 und die Lederindustrie mit 2019 Arbeiterinnen. Jugendliche Arbeiter von 14 bis 16 Jahren wurden 5354 beschäftigt, davon 1111 in der Maschinenindustric: jugendliche Arbeiterinnen von 14 bis 16 Jahren 3792, davon 1005 im Bekleidungs-, Kvnfektions-- üsw.

Gewerbe und 699 in der Zigarrenindustrie.

Revisionen von Betrieben wurden 7019 vorgenommen "gegen 4929 im Vorjahre. In 618 Betrieben wurden Zuwider- ^bandlungen gegen die Schulgesetze für die jugendlichen Arbeiter ermittelt; hauptsächlich handelte es sich um Nichtinnehaltung der Bestimmungen Wer Arbeitsbücher, Anzeichen, Verzeichnisse und Aushänge, während besonders unsoziale Verstoße, wie z. B. solche gegen die Vorschriften über Nachtarbeit, nur in 9 Fällen ermittelt wuvden. Zuwiderhandlungen gegen die Schutzgcsetze für Arbei­terinnen wurden in 188 Anlagen ermittelt; vorwiegend kamen auch hier Verstöße gegen die Vorschriften über Aushänge uitb Anzeigen in Frage, außerdem wurden öfters die Bestimmungen über die Beschäftigung an Samstagen und Vorabenden von Festtage:: über­schritten. Hierbei handelt es sich vor allem um Betriebe, in denen Tamenkteider aus Bestellung für den persönlichen Bedarf des Bestellers angesertigt werden. Würden die Kundinnen etwas mehr soziales Gewissen besitzen, so dürftci: auch' hier solche Ver­stoße bald verschwinden. Aber unsere Tarnen müsssen ja Fest­tags ihren neuen Putz haben, koste es, was es wolle. Tie Ar­beitszeit bewegt sich im allgemeinen zwischen 9 bis 11 Stundet: täglich, ein längerer Arbeitstag sindet sich selten, doch kommen speziell im Müllereibetricbe Arbeitszeiten bis zu 14 Stunden vor. In den: Bestreben, die Arbeitszeit bei gleichbleibcnden Löhnen herabzusetzen, ist bekanntlich die Firma C. Hehl in Worms stets in anerkennenswerter Weise vorangegangcn; nach ihrem Beispiel hat jetzt auch die Firma Doerr u. Reinhart in Worms ihren Ar­beitern die Wohltat eines 8Vi ftünhigen Arbeitstages zuteil werden lassen. Im übrigen sind auch die Arbeiterorganisationen im Berichtsjahre für die Herbeiführung verminderter Arbeitszeiten weiter tätig gewesen.

A r b e i t s k ä m p f e haben wieder in größerer Zahl das Wirt- schastslebcn unseres Großherzogtums beunruhigt. Wie wir an der Hand der Angaben des Berichts feststellen konnten, ist eine ganze Reihe von Streits offenbar durchaus leichtfertig und unter völliger Verkennung der gegebenen Sachlage begonnen worden. Für den Gewerbeinfpektionsbezirk Darmstadt werden z. B. allein 7 größere Ausstände angeführt, von denen auch nicht einer Erfolg hatte. Ebenso steht es in bei: übrigen Bezirken; meistens ist der Erfolg auSgeblicbcn, nur im Jnspektionsbezirk Offenbach hat der große Streik in den Maschinenfabriken, bei dem etwa 1710 Arbeiter beteiligt waren, einen teilweisen Erfolg gezeitigt. Auch Aussperrungen sind als Maßregel der Arbeitgeber verschiedentlich vvrgckommen, so in Tarmstabt, n>o von der allgemeinen Metall- arbeiteraussperrung in Frankfurt und Umgebung 7 Betriebe mit 592 Arbeitern betroffen wurden. Recht interessant find die Angaben über die Organisationen der Arbeiter. Im Jn- spektionsbczirk Tarmstadt waren nach dem Bericht 6418 Arbeiter in freien Gewerkschaften organisiert, über andere Verbände fehlen die Angaben. Offenbach gibt 18 488 in freien Gewerkschaften, 2394 rn christlichen und 430 im Arbeiterverband (gelber Verband- Offenbach organisierte Arbeiter an. In Oberheffen werden rund 3790 in freien Gewerkschaften Organisierte gezählt. Im Aus­sichtsbezirk Mainz sind nach den Angaben des Berichts in freien Gewerkschaften 10 316 Arbeiter, in christlichen 679 Arbeiter und in Dirsch-Duncterschen Gewerkoereinen 266 Arbeiter organisiert. Ferner beträgt die Mitgliederzahl der kartzolifchen Männer- und Arbeitervereine 4854; ein evangelischer Arbeiterverein zählt 239 Mitglieder. Im Aufsichtsbezirk Worms werden 2190 Mitglieder der freien Gewerksäästen angegeben, der zweitgrößte Verband des Bezirks sind die £>irfch-Tunäerschen Gewcrkvcreine, Mitgliederzahl wird nicht erwähnt; die christlichen Gewerkschaften zählen 80 Mit­glieder, der katholische Arbeiterverein zählt 210 Mitglieder, hier­nach lind also sur däs Großherzogtum 50 464 organisierte Ar­beiter zu zählen, davon 41212 in freien Gewerr,chaften. Tie Angaben über die freien Gewerkschaften scheinen ziemlich eingehend Au fein, über die anderen Arbeitevorganifationen find die Angaben aber vielfach recht lückenhaft, sodaß die Gesamtzahl von 50 464 Or­ganisierten überhaupt wohl bei iveitem zu niedrig ist.

Hauptversammlung des Deutschen handelrtager.

Unter dem Vorsitz c.. VicorüsU>enter: bes O?u. schen bieichs- tages, StadLälreften Kaempf (Berlin) trat am 19. März in Berlin die Vollversammlung des deutschen Hanbelskages Msammen. Tie Verhandlungen wuroen heute durch die Sitzung des Ausschusses eingeleitet, in dcr Bericht über die 51 rbeiten der Kommission des Teuticheu Hatwelsluges erstattet wurde. In Sachen der beab­sichtigten A e n d e r u n g des Fernsprechwesens sprach sich die Kvmmisfwn daiur aus, daß an dem bewährten geltenden Tele- phontaris, namentlich an den Pauschalgebühren unver­ändert se st gehalten werde. In Sachen des Börsen­gesetzes kam der Ausschuß zur folgerten Entschließung: Ter Entwurf, betr. 2knberung des Börsengesetzes stellt sich als ein ernster Versuch dar, die sehlimmsten Mißstände des Börsen­gesetzes zu bekämpfen, und bietet eine geeignete Grundlage für eine die Vertragstreue und Verkehrs! ich.eri;eit im Börsengeschäft hebende Reform, deren schleunige Herbeiführung im wirtfchaft- lic^en Allgemeininteresje dringend notwendig ist". Weiterhin beschäftigte sich der Ausschuß mit dem Scheckverkehr, in dem er allen Banken, Kaufleuten, Privatpersonen und Kommunalbehör­den nabel egte, im weitesten Umfange Bankkonten zu halten unb mit Hilfe dieser Konten die Bezahlung melw und mehr durch lieber» Weisungen ober Sch-eäs, namentlich Schecks zur Verrechnung, zu ersetzen. In Bezug auf die Organisation des Hand­werks lvurde folgende Resolution angenommen: Tie offenbaren Mißstände, die aus der Gefetzgeoung über bie Drgani)atu)n des Handwerts im Sufammcnfytuige mit den yanbels- kammergefetzen Der einzelnen Bundesstaaten und dem Deutschen Handetsgefetzbuch hervorgegangen sind, lassen sich bet Beibehal­tung der jener Gesetzgebung zugrunde liegenden UnterfdjetDung der BegriffeHandwerk und Fabrik"" nicht in vollkommener Weile abstellen. Insbesondere muß peder Versuch einer gesetzlichen De­finition dieser beiden Begrisse im Einklang mit der in Gesetzgebung, Wissenschaft und Rechtsprechung zum Ausdruck gelommencn lieber- zeugung als aussichtslos bezeichnen werden. Auch von einer gesetz­lichen FeMtellung der für beioc Begriffe wefemiichen '.Aerkmale ist angesichts ihrer Schwierigkeit, sowie Der Ungewißheit ihres Er­gebnisses und ihres stutzens als unzweckmäßig abzuseheu. Hin- sichtlick) des materiell-recistlichen Inhalts der einschlagend, ii .)e<v lichwi Bestimmungen ist daran se|tzuhalten, dapsowoy. der Haud- tverks- ro.ic der Fabrikbegrijs yt peu, verschiedenen Teilen, der

Gewerbeordnung und im Handelsgesetzbuch nach Gesetzeswortlaut, Gesetzentstehung und Reichsgerichts-Rechtsprechung ein durchaus einheitlicher ist, und in diesen beiden Gesetzen übereinstinnnt, und daß Handwerker von der Eintragung ins Handelsregister nach den Bestimmungen des Haiidelsgesetzbuches ausgeschlossen sind. Bei der Entscheidung darüber, ob ein Fabrik- oder Handwerksbetrieb vorliegt, sind in erster Linie die in der Rechtsprechung des Reichs­gerichts niebergelegten Merkmale unb Grundsätze zur Anwendung zu bringen und insbesondere stets die Gesamtverhältnisse des Be­triebes in Rücksiclst zu ziehem In Bezug auf das Verfahren zur Entscheidung darüber, ob ein Betrieb der Handelskammer oder ob er als handwerksmäßig der Handwerks-Organisation unterließt, ist die Forderung aufzustellen, daß diese Entscheidung für alle Fälle denselben Stellen übertragen wird. Es empfiehl sich, die ordentlichen Gerichte oder die Berwaltungsgerichte mit der Ent­scheidung zu betrauen. Gegen die Entscheidung sind den Handels­kammern dieselben Rechtsmittel wie den beteiligten Gewerbetreiben­den selbst einzuräumen. Auch eine klare, unzweideutige Grenz­ziehung zwischen dem der Handwerksorganisation und der Hand­werkskammer unterstehenden Gewerbe ist besonders auch für das Gebiet des Lehrlingswefeus und für die sachliche Ausbildung des gewerblichen "Nachwuchses Gewicht zu legen; jeder Besuch, die Zuständigkeit der Haill-elstamimer in dieser Richtung einzuschränken ober die ihnen unterstehenden Betriebe den Handwerksorganen dienstbar zu machen, ist entschieden zuvückzuweisen."" In Bezug auf die wichtige Frage der Sicherung der Bauforde­rungen liegt dem Deutschen Handels tage ein Antrag vor, in welchem Maßuahnten in Bezug aus die Verpflichtung des Bau­unternehmers zur Buchführung und ein Verbot der Verwendung von Baugeld zu anderen Zwecken als zur Tilgung einer Bau- forderung verlangt wird. Schließlich hat sich der Ausschuß gegen die Errichtung von D etait liste n kämm er n und für die Hinzuziehung von Handlungsgehilfen und Betriebsbeamten zu den geplanten Arbcitskammern ausgefprochcn.

<Serichts?a«L.

Görlitz, 18. März. -Wegen Beleidigung der p r e u ß i s ch e n S ch u tz m a n n f ch a f t und des preußischen Rich- terstaiches, begangen durch einen ArtikelUniformierte Bestien"" in derEörlitzer Volkszeitung"", verurteilte die Strafkammer den Redakteur Fleißner in Dresden zu fechs Monaten Gefängnis. Ter Mitangeklagte Taubadel wurde sreige- fprochen.

Kleine Tageschronik.

W eil er f o fürchterlich schnarchte" hat in Bern ein 45chhriger Schlosser Althaus leinen Zimmer kamera- d e n, den Maurer Pozzi erschossen.

Aus Chicago wird gemeldet: Nach den jetzt abgeschlossenen Erhebungen war Lazarus Auerbach, den der P o l i z e i ch e s Shippy in seinem Hause erschoß, kein Anarchist, sondern ein im Grunde harmloser, den niedrigen Ständen angehöriger Russe, der einen Paß haben wollte. Der Polizeichef, der |tets in Angst vor anarchistischen Angriffen lebte, soll einen solchen in ihm gewittert und ihn ohne weiteres angegriffen haben, worauf Auer­bach nur in der Notwehr vom Revolver Gebrauch machte. Die Polizei versucht jetzt, die Sache zu unterdrücken.

Neue Bücher.

(Besprechung erfolgt iiaaj Aus-uM. Eine Verpflichtung zur Besprechung und zur Aufbewahrung unverlangt eingefanbter Bücher wird nicht übernommen.)

P. Luis Coloma: Lappalien. Aut. Uebersetzung aus dem Spanischen von Ernst Berg. 18. Ausl. (Volksausgabe). Re­gensburg, I. Habbel.

Otto Dornblüth: Hygiene der geistigen Arbell. 2. Aufl. Berlin, Teutscher Verlag für Volkswvhlsahrk. Preis geb. 4 Mk., brofch. 3.60 Mk.

E. Vely: Bettchen Brennecke. Tie Geschichte eines Stief­kindes. (Band 10 der 1001 Erzählungen für jung und alt.) Mit einem Lebensbilde von Oberlehrer Dr. C. Klein, Gießen. Berlin, Hermann Hillger Verlag. Preis 20 Pfg.

Dr. Ludwig Wahr mund: Katholische Weltanschauung und freie Wissenschaft. 9. Tausend. München, I. F. Lehmann. Preis 1 Mk.

M a x Barack: Pälzer Schnorre. Mundartliche Humoresken. Karlsruhe, I. Lang.

D. Oskar Holtzmann: Ein Büchlein vom staatlichen Religionsunterricht, insbesondere in Helfen. .Gießen, Alfred- pelmann. Preis 30 Pfg.

Theodor Wolfs: Pariser Tagebuch. München, Albert Langen. Preis 3 Mk.

G. Kühn: Polentum und Strafbergwerke. Ein Beitrag zur Beseitigung der Polengefahr und Gefängniskonkurrenz. Berlin SW 19, Reinhold Kühn.

Max Grad: Lebensspiele. Novellen. Berlin, Egon Fleische! u. Co. Preis 4 Mk.

Heinz Tovote: Nicht doch! Novellen. Berlin, F. Fon­tane u. Co. Preis 2 Mk.

Theodor Rethwisch: Das Volk steht auf, der Sturm bricht los! Geschichte der Freiheitskriege in den Jahren 1812 bis 1815. Mit zahlreichen Abbildungen. In 80 Lieferungen zu 50 Pfg. Leipzig, Georg Wigand. Lieferung 1.

Marie H. von H e l 1 d o r f: Auf eigenen Füßen. Prakt. Wegweiser durch alle Berufsarten für erwebende Frauen. 7. Aufl. Berlin NW 87., Herrn. Seemann Nachf. Preis 40 Pfg.

Das Wissen für Alle. Populär-wisfenschaftliche Wochen­schrift. Redigiert von Universitäts-Professor Tr. A. Lampa. Jahr­gang 1908, Heft 1. Hamburg-Großborftel. Preis vierteljährlich 3 Mark.

Tie Länder und Staaten der Erde 190 8. Geo­graphisch-statistisches Jahrbuch. Berlin W 9, Hermann Hillger. Preis 80 Pfg.

MaxBusse; Einfache Buchführung. (Hillgers illustr. Volks­bücher Nr. 93.) Berlin W 9, Herrn. Hillger. Preis 30 Pfg.

Chemisch-technisches Lexikon. Eine Sammlung von mehr als 17 000 Vorschriften für alle Rezepte und technischen Künste. Redigiert von Tr. Jos. Bersch. 2. Aufl. Wien, A. Hartlebens Verlag. 20 Lieferungen zu 50 Pfg. Lieferung 1.

Tr. Johann Weyde: Neues deutsches Rechtschreibwörter­buch. Mit Rechtschreibregeln usw. 4. Aufl. Leipzig, G. Freytag. Preis 1.50 Mk.

Karl Eduard Meboldt: NLodernes Ehesträflingtum. Leipzig, Teutsche Verlagsaktiengesellschaft.

E. Hirth: Meine Methode zur Erlangung einer flotten kaufmännischen Handschrift. Leipzig, F. D. Glöckner u. Co. Preis 75 Pfg.

Tr. M. Wilhelm Meyer: Erdbeben und Vulkane. Stutt­gart, Frankh'sche Verlagshandlung. Preis 1 Mk.

Sidonie Judeich-Mierswa: Courbube. Roman (Kürschners Bücherschatz Nr. 581). Berlin, Hermann Hillger. Preis 20 Pfg.

Tr. E. Normann: Friedrich der Große als Mensch und Philosoph. Berlin, Hermann Seemann Nachf. Preis 1 Mk.

Heinrich Laubes gesam mette Werke in 50 Bänden. Unter Mitwirkung von Albert Hänel herausgegeben von H. H. douben. 1. Band. Leipzig, Max Hesse. Preis des ganzen Werkes 50 Mk.

daß diese trotzdem keine oppositionelle Haltung einnehmen, sondern die Anleihe nach Möglichkeit fördern werben.

Bremen, 18. März. Der Aufsichtsrat be-5 Norbdeutschen! Lloyb beschloß heute, der aus den 3. April cinberufenen General­versammlung eine Dividende von 4 Vs Prozent (gegen 8 V' Proz. i. V. > vorzuschlagcn. T er Abschluß weist iolgenbe Ziffern auf: Betriebsüberschüssc 32 697 000 Mk. <39 318 000 Mark); außergewöhnliche Reparaturen 3 230 000 Mk. ,2 945 000 Mark); allgemeine Unkosten, Steuern, Zinsen ec. 5 778 000 Mk 5 713 000 Mk.); Abschreibungen 16 108 000Mk. (16 235 000 Mk.); Ucberiveiftingen in Reservefonbs 1346 000 Mk. (4 957 000 Mk.)' Tie Reserven betragen 34 029 000 Mk. (gegen 33 164 000 Mk. am 31. Tcz. 1906).

Diskonter Mäßigung b e r Bank von E n g l a n b. Die Bank von Englanb, die erst am 5. bs. Mts. ihre Diskontrate von 4 auf 373 % ermäßigte, hat heute bei: Diskont um ein weiteres 7, °/0 aus 3 % herabgesetzt. Es war dies vorauszujeheii, beim bet Status des englischen btoteninstiluts hat in der letzten Zeit eine weitere ansehuliche Kräftigung erfahren. Ein Satz von 3 °/0 war in Deutschland feit September 1905 nicht mehr tii Kraft. Unter den obwaltenden Berhältnifseu ist cs wohl doch inöglich, baß bev Diskont der Deutschen Reichsbank auch uoch in biesem Monat, wenigstens roteber um 7, % auf 5 °/0 herabgesetzt wirb.

Airchliehe Nachrichten«

Evangelische Gemeinöe.

Sonntag ben 22. März 19 0 8, Oculi: Gottesdienst.

3n der Ztadtkirche.

Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Schwabe.

Vormittags 11 Uhr: Kinberkirche tür die Markusgemeinbe.

Pfarrer Schwabe.

Abends 6 Uhr: Passionsauß'ührung des Eoangel. Kirchen- gesangvereins.

Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde.

Dienstag den 24. März, nachmittags 4 Uhr, im Matthaus- saal: Frauen-Missionsverein.

Mittwoch den 25. Ätärz, aberids 6 Uhr: 4. Passions-Andacht. Pfarrer Schivabe.

In der Iohanneskirche.

Vormittags 972 Uhr: Pfarrer Bechtolsheims r.

Vormittags 11'Uhr: Külberkirchc für die Lukasgememde.

Pfarrer B e ch r o l s h e i m e r.

Abends 6 Uhr: Siehe Stabtkirche.

Freitag den 20. März, abends 67, Uhr, irrt Konsirmanbenfaale: Vereinigung bev konfirmierte^: weiblichen Jugenb aus bev Johaunes- gememöe.

Freitag ben 27. Akärz, nachmittags 4 Uhr, im Lukas faale: Frauen-Ptlfsionsverein.

Uatholische Gemeinde.

Gottesdienst.

Samstag den 21. März:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zpr heil. Beicht.

Sonntag ben 22. März 1908,

3. Fa st en-Sonntag:

Vormittags von 67, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Aiefje.

, um 8 Uhr: Tie zweite heilige Piesse.

um 97, Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 57, Uhr: Christenlehre; darauf Passions-Andacht.

Atittwoch abend um 67, Uhr ist ßasteuandachl.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

Wetter

März 1908

19.

19.

20.

975

741,9

4-3,7

4,9

82

926

742,6

t 3,2

5,2

90

^36

743,0

+ 2,2

5,0

93

Höchste Nledri

Temperatur gste ,

am 1(

. 19

120.

20.

ESE 2 Beb. Himmel E 2 Bew. Hiinmel

E 2

März = + 4,5 6 C.

= 0,1 0 C.

Telefomsche Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.

Frankfurter Mörse. 20. März. 1.15 Uhr.

3Reichsanleihe . . 92.00 3% do. . . 82.25 3^°/o Kousols .... 91.85 ö% do. .... 82.35 6>aolo Hessen 91.40 3>$o/o Oberhessen . . . 92.00 4% Oesterr. Goldrente. . 99 10 47s % Oesterr. äHberrente 99.40 4% Ungar. Goldrente . . 93.90 4% Italien. Rente . . . 1U3 90 3% Portugiesen Serie I . 61.00 3% Portugiesen III 61.40 4_%°/o russ.Staatsaul. 1905 94 60 4>i°/0 Japan. Staatsanleihe 84.55 4% Conv. Türken von 19U3 95.30

Türkenlose 151.20

4% Griech. Mouopol-Anl. . 49.30 4% äussere Argentinier . 86.00 o°/0 Mexikaner . . . 67.70 4>a7o Uhtneseu .... 96.00

Aktien:

Bochum Guss 198.50

Buderus E. W. .. . . . 111.00

Eiektnz. Lahmeyer . . . 118.80 Eiektnz. Schuckert . . . 103.00 Eschweiler Bergwerk . . 204.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 184.00 Hamburg - Amerik. PaketL 110.90 llarpener Bergwerk. . . 194.50 Laurahütte 209.20

>ordd. Lloyd 97.20

Ubeischles. Eisen-Industrie 97.85 Berliner Haudelsges. . . 159.50 Barmstädter Bank . . . 124.10 Deutsche Bank .... 238.90 Deutsch-Asiat Bank . . 138.40 Diskonto-KommandiL . . 176.75 Dresdner Bank .... 138.00 Kreditaktien 201.60

Baltimore- und Ohio-

LisenLabn 81.00

Gotthardbanu 175.50

Lomuard. Eisenbahn . . 2510

Uesterr. Staaisoaiin . . . 143.40 l'nnce-Henri-Bisenbahn . 118.00

'lenden.: ruhig.

Iterliner Börse, 19. Mälz. Anlangskurse.

Cauada E. B 146.00

Darmstädter Bank . . .. Deutsche Bank ..... Dortmunder-Union C. . . 55.80 Dresdner Bank . ....

Tendenz: fest.

llarpener Bergwerk. . . 194.40 uauraniitte. ^ümbardeu E. B. ... 25.20 Nordd. Lloyd 96 90 i urkenlose 150.90

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HandeL und Verkehr, Volkswirtschaft.

Deutscher A n l e i h e - B e d a r f. In unterrichteten Kreisen wird der Ülnleiyebedarf des Reichs und Preußens auf über eine Atilliarde veranichlagt. Aiich will man wissen, daß das Reich allein übet 800 Millionen Mark beansprucht, demnach 300 Millio­nen Mark mehr, als bisher als Höchsliorderung betrachtet wurde. Bei dem urfprimglicheu Termü: der Deckung anfangs 'Mai wirb es voraussichtlich bleiben. ''Auch verlautet, daß, wie bei der preußischen Staaisschilldbuchaiileihe 311 Beginn bs. IS. die Regierung direki durch die Reichsbauk an das Publikum appelliert, sodaß auch Dies­mal bie Großbanken nicht in Betracht kämen. 2)ia» bürt aber,

Uun bin ich mit meinem Latein am Ende!

Mein Katarrh hat sich in Permanenz erklärt und alle Mittel wollen nicht bellen. Geschwitzt hab ich Tee-hab ich getrunken, Bonbons gelutscht, daß mir ganz elend im Magen würde und der Katarrh ist immer noch da. <So? .Haben Lie s denn 05® aber auch mit F-ays echten Sodener Mineral-Pastillen versucht?

Ich sage Ihnen, die räumen mit so einem Katarrh aus, daß es eine Luft ist, und sie fdjnbeii nicht etwa dem Magen fie neutralisieren die üverichuiüge ^riurc. Wer F-an-S echte Sodener nimmt, fühlt r.d: wohl! haben iür 8> Psg. die schachtel in jeder Apolhete, Drogerie u. Mmeralwanerhdlg. LLD Man weise aber jebwebe ^kachahmnng gmiz entschieden zurück.