Ausgabe 
15.12.1908 Zweites Blatt
 
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Anzedm unter 010125 DLd, b. etc. i lentablti, m siottw NllbliLesöabmsei«aii cga.L wirb ein Mget r Teilhaber mit «w ildfle oon Jbvh -20.000 Sark Cnertett unter ff. U Hem & 'Logier, DL.

Ochm lgS£t u^brke zu oubuS ^rLtrrcigtts^?», BÄÄ «Uber mein £ ynbe genommen Ullt W btt Dchlugtrrmu muh.

Hochachümgüttt

Kl.-Linden. 'ch lllidezahllr i iM dm etunmti. ilte ich mir biß zm !M zuzusenden. I Adolf Graetzn. Tünche« üiou« iu§ links der Isar, i. i. l. Lasch, u. Putzer ch.LbwengasjeU.!«» e zum Btigejn! i. ^atharinengasse 12

Dienstag IS.Dezember 1908

158. Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 295

<tr1d)etnl-Nch mit Ausnahme deS Sonntag».

Hi

1907/08

1908.

Stadt-

Dte ..Wietzener ZamiliendiStter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das Krctsblatl für den Kret» Sletzen" zweimal wöchentlich. D,eLandwirtschaftlichen Seit- tragen" erfchemen monatlich zweimal.

hessischen Lehrern 5 als Freiwillige und 14 als Staats- einjährige eintratcn. Von den 36 Einjährig-Freiwilligen nahmen 18 an dem Reserveofsizieraspiranten-Unterricht teil und 13 ivurden als Neserveofsizieraspiranten entlasten. I« ausierhessischen Garnisonen (Frankfurt a. M., Aschaffenburg, München, Ingolstadt) leisteten in dem abgelausencn Jahr 7 Lehrer und zwar sämtlich als Einjährig-Freiwillige, ihren Militärdienst ab, so das; also im ganzen von 57 zum Militär eingetretenen Hess. Lehrern 38 oder 2/s der Gesamtzahl den Dienst als Einjährig-Freiwillige gewählt haben.

Rotationsdruck and Verlag brr BrühNch« UnwersuäiS Buch- und Stemdruckeret. R. Lange. Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: es® 5L Redctttiom^ZSll3. Tel.-Ad ru Anzeiger Gießen.

Aus unO Land.

(Sieben, 15. Dezember

' Tageskalender für Dienstag, 15. Dez.: theater: »Die Tür ins Freie". Aillang 8 Uhr.

" Lehrer als Soldaten. Im Jahre

leisteten in den Garnisonen unseres Landes (Babenhausen, Butzbach, Darmstadt, Gießen, Mainz-Kastel, Offenbach und Worms) im ganzen 69 Lehrer ihrer Militärpflicht Genüge, und zivar vom 1. April 1907 an 16, vom 1. Oktober 1907 an 53 Lehrer. Unter der Gesamtzahl befanden sich 19 Nicht- Hessen, so daß also 50 dein hessischen Schuldienst angehörlen. Von letzteren dienten 31 (62 Prozent) als Einjähng-Frei- willige und 19 als Staatsemjährige, während von den mcht-

Der Personalbestand der LandeSunioer- sität ist in der bekannten übersichtlichen Form erschienen und für 20 Pfg. zu haben.

** Auf zwei oft gerügte Miß stände weist eine Bekanntmachung des Polizeiamts hin, zwei Uebelstande, die nn Interesse der Bevölkerung nicht vorkommen sollten. DaS Verbot des Polizeiamts betrifft das leichtsinnige Auf. stellen von Blumentöpfen rc, an Orten, an denen Menschen verkehren und durch deren Herabfallen leicht Be­schädigungen von Passanten, spielenden Kindern 2c. Vor­kommen können und das überaus lästige Ausschütteln von Teppichen rc. nach der Straße. Wir hoffen, daß e3 nur dieses Hinweises bedarf, um diese Uebelstande zu be­seitigen, erinnern aber gleichzeitig die Herrschaften an ihre Pflicht, auch den Dienstboten diese üblen Angewohnheiten zu untersagen, denn sonst dürfte unfehlbar ein polizeiliches Ein­schreiten zu erwarten sein.

Verkauf von Feuerwerkskörpern. DaS Neujahrsfest gibt dem Großh. Polizeiamt Veranlastung, in heutiger Nummer die betreffenden gesetzlichen Bestimmungen zu veröffentlichen, worauf wir alle, die es angeht, Hinweisen.

Bei der gegenwärtigen Wuterung sollten Zugtiere niemals länger als unbedingt erforderlich und niemals unbedeckt im Freien stehen gelassen werden. (Siehe polizeiliche Bekanntmachung im heutigen Blatt).

L. Steinbach b. Gießen, 12. Dez. Tie Wirtschaft Zum grünen Baum" hier ging an I. W. Lteinmüller- Lang-GönS im Kauf über. Der neue Besitzer beabsichtigt, eine Bäckerei dabei einzurichten.

f Lang - Göns, 14. Dez. Die Freiwillige Feuerwehr feierte am Samstag Abend das 28jährige Stiftungsfest; die Feier verlief in schönster Weise.

Reiskirchen, 13. Dez. Der kürzlich gegründete Turnverein hielt heute seine erste Generaloersammlung ab. Dabei wurde zur Wahl des Vorstandes geschritten. Aus der Wahl gingen hervor: Lehrer Eis feiler als erster, Lehrer Grün als zweiter Sprecher, Ludwig Schäfer als erster und Heinrich Becker als zweiter Schriftwart, Herr Stumpf als Rechner, Herr Zimmer als Kontrolleur. Heinrich Peter wurde erster, Karl Peter zweiter Turnwart und Ferdinand Balser Zeugwart. Lehrer Eisfeller ermahnte

er möchte auch gern vergoldet sein, doch nicht ohne Poesie. Welch edeldenlende Jungirau wagt es? - Wie neu, wenn sie dann später einmal unsterbl ch ist. Hoffentlich befommt der gewinnende Poet ein recht gesundes Mädchen, so gesund und tranig, daß er sich wünscht, sterblich zu fern. "h-

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gderhessen

Die RatlonalNberalkn bet Pfalz.

In Landau fand am 13. Dezember unter Teilnahme von etn>a 2000 Perscnren der Parteitag des Nationalliberalen Vereins Der Pfalz flau. Den Haupwvrtrag hielt RcichstagSabg. Dr. Ofami dujB Darmstadt über die politische Lage im Reich. Im Vordergrund Vinn Ausführung stand natürlich die ReichSfinanzrefvrm. Ent- jiäueden sprach sich der Redner gegen die Weinstcucr mrd die teuer auf Gas und Elektrizität aus. Die Nachlaßsteuer werd.' riebt ohne weiteres von der Hand zu weisen fein, wenn sie die 51 einen landwirtschaftlichen Betriebe schont, wenn die Grenze von . 0 000 MI. herabgesetzt wird und wenn man bedenkt, daß bic Erbschaft nicht allein das Resultat der Arbeit des Vaters darstellt, > untern ein Slonglomerat der Arbeit von Galten und Kindern ist. rÄenn die Nachlaßstener fällt, so muß der Besitz durch eine andere 'Steuer herangezogen werben, und zwar durch eine Vermögens- fceucr; über kurz oder lang kommt sie doch; nachdem sie in Creußen eingesührt ist und auch in Baden und Hessen seit Jahren Lcftcbe. Der Redner streifte auch die freisinnigen Anträge zur ' ^nifterverantwortlichkeit. Wenn sie auch Gesetz würden, so sti t?j doch zweifelhaft, ob es angenommen würde. In Hessen bestehe ,eit 20 Jahren ein solches Gesetz, aber niemand sei es eingefallen, < inen Minister in Anklagezusiand zu versetzen, trotzdem schon schwere Tage vorübergegangen seien. Prof. Dr. Hammerschmidt, Vizepräsident deS baherischen Landtages, berichtete über die Arbeit ! :s Landtages in der verflossenen Session imd die Steuerreform ti Bayern, die mit der Reichs-Finanzreform in engster Verbin­dung steht. *

Zentralverem für Hebung bet Fluß- itnb Kanalschiffahrt.

Bei der im Abgeordnetenhausc in Berlin stattgchabteii Aus- bchußsitzung des Zentralvereins für die Hebung der deutschen Fluß­md rtanalschiffahrt wurde nach eingehender Erörterung über Re Einführung ermäßigter Ausfuhrtarife für Kalisalze folgende Gr- tlärung angenommen: Der Zentralverein für Hebung der beut» ßchen Fluß- und Kanalschiffahrt erachtet es im Interesse der ge- janden Weiterentwickelung unserer Wasserstraßeupolitck, sowie im Interesse der Erhaltung der Lebensfähigkeit der Binnenschiffahrt -für nachteilig, daß seitens der Eisenbahnen die Ausnahmetarise für Massengüter noch üoeiter herabgesetzt werden. Der Zentralverctn »alt solche, wo ein Transport auf Wasserstraßen möglich tu, in sanz besonderen Ausnahmefällen nur dann für zweckmäßig, wenn eine ZLollage einzelner Industriezweige unb Rücksichten auf bte allgemeine Wohlfahrt vorliegen. Die in den letzten 25 Zähren Wgesetzteu Tarifvcrhandlungen für Massengüter erschioeren der Binnenschiffahrt ohnedies ben Bettbciucrb mit den Giiciibahnen. ~5er Zentralverein spricht sich daher gegen die Ausdehnung der »angeführten Sonbertarise für einzelne Ausfuhrbeztrke auf bic ge­samten Kaliverseudungen aus.

E i n s e 11 s a m e s Z c ti s u r v e r b o t hat OhornsBrÄdec von St. Bernhard" ereilt. Das Werk, das am Düsseldorfer Lustspiclhaus zur Aufführung gelangen sollte, ist dort von der Zensuroel-örbe verboten worixm, sowohl Ohorns Schau­spiel bereits fast überall unb and; im Rheinland mit großem Er­folg Misgeführt worden ist.

Bureaukratischer Uebeieifer. In Stuttgart hat sich, wie die Köln. Ztg. mitteilt, die Polizei, anscheinend aus der bureautratischen Schablone heraus, eines komischen Uebergriffes schuldig gemacht. In einem dortigen Variete wurden verschiedene Vergrößerungen farbiger Photographien vorgeführt, Stäbtebilber, Landschaften, ein Bild einer Stuttgarter Hofopernsängerin als Salome usw. Ter Unternehmer hatte zur Steigerung der An- ziehungslraft die VorfülirungenSchönheitsabende" getarnt Im Hinblick darauf, daß Sckwnheitsabende gewisser Art neuerdings überall verboten worden sind, soll nun die Stuttgarter Polizei nach einem unbestätigten Gerücht zunächst die ganze Vorführung, offen­bar uudeseheii, nur auf das Wort Schönheitsabende hin, ver­boten baden. Vielleicht um doch nicht hinterher ganz ins Unrecht zu kommen, verbot sie dann schließlich wenigstens einige ganz harmlose Bildchen, so eine Waldlandschaft mit einer Nhuiphe als Staffage. Ter Fall zeigt wieder, wie bedenklich es ist, Sittsichkcits- fragen der polizeilichen Obhut zu überlassen. In diesem Falle hat er glücklicherweise nur eine heitere Seite. Aber cs ist echt bureaukratisch, einfach zu entscheiden: Schönl-eitsadende sind ver­boten, also ist alles verboten, was diesen Namen trägt, ob es nun Weib, Vieh, Wasser oder Land, Himmel oder Hölle barstellt, denn das Wort ist für ben Sureaufraten der Dinge Wesen, nicht der Begrisf.

Kälteferie n". Einen neuen Beitrag zu den ostelbi­schen Zuständen bringt ein pommersches Kreisblatt. Es enthält folgenden Bericht aus Bublitz: In Friedenshof, einem Ausbau von Bublitz, hat der Lehrer Reinseid im Einverständnis mit dem Lokal- sowie dem Kreisschulinjpektor die Schule schließen müssen, da er seit acht Tagen kein Feuerungsmaterial yun Heizen des Schulofens hat. Ta sich die Einwohner von Friedenshof, die bis dahin bas Heizmaterial für die Schule lieferten, ebenso die Stabt Bublitz, die i-tzt das Heizmaterial geben soll, weigern, es zu liefern, jo werden Lehrer und Schüler rwch eincge Zett Kälteserien" hoben.

Aleines Seuillcton.

Originelle neue Berufe. TieKonstanzer Ztg." mthält folgendes Inierat: .Empfehle mich im N i k o l a u S - machen. 'Komme zur weiteren Bejprechrmg persönlich. Mieden m s. ro Gleichzeitig lesen wir in einem Darmstadter Blalt folgende Anzeige, die manchem einen Stern vonr liebevollen Herzen, s't wälzen geeignet ist, der m Versen reden wollte, ohne die käst- tziche Gabe der Dichtkunst zu besitzen. Daß es aber noch genug .ceniale Leute gibt, beweist bic Anzeige-

Gel e g e n h e i t S - D i ch t e r!

Gedichte für Geschäfts- und Neklamezwecke (WeihnachtS - Annoncen), Festlichkeiten lpoch- zetten, Geburtstage rc.), für Verliebte unb Ver­lobte, diskret und künstlerisch ausgeführt. Offerten unter .Pegasus« an die Exped. ds. Q3L,

Also all ihr Verlobten und Verliebten, aui nach Tarmltadt .{um Pegaslis mit Gänsefüßchen, er w,rd euch heilen von euren "Schmerzen - und dichtet alles, roa-3 ihr wollt, auf Bestellung ebenfalls nach Maß. Es kommt aber noch Diel schöner, unb war in einer Anzeige der .M. 91. 9V, "ach der jeder mit Glucks- sickern gesegnete, rühmhnngerige Deutsche gleichviel welchen Ge- chlechts und Alters in kürzester Zeil berühmt werden kann:

Literarischen 91 a m e n können sich Nichtschriststeiler schnell und leicht erwerben. Vollständige Uebertrogung mit Autor­rechten von ungedrucklen Roniaiien, 9!ooellen, Gedichtsammlungen, wrssenschastlicheii, politischen ober industriellen AusarbeiliMgen u. j. w. _

Reflektanten werden um Angabe ihrer Adrege unter Zusichernng ehrenwörtlicher Diskretion gebeten. ,

Leider sagt die Anzeige nicht, wo der.Nichtschriftsteller auger seinem Gelbe die Bücher nachher los werden kann, «lüget i>t es edenfalls, roenn sich der .Ruhmrasende'^ einige Bogen weiges ßapier fein säuberlich binden läßt unb bann als seine gesamnielten -Perke in den Bücherschrank stellt. Tas schönste aber habe ich mir bis zuletzt aufgehoben. ES ist eine Anzeige, die ich einem Wiener Blatt entnehme und die also lautet:

.Geborener Dichter, kath-, 30 Jahre alt, gesund, gewinnend, in jeder Hinsicht gestählt, durch Unglück und ärniliche Verhältniiie veredelt, vornehmster Gesinnung, nut großen Lebensaufgaben, will sich reich, ober nicht ohne Poesie verheiraten. 9ilchtanouyme Zuschrliten unterUnsterblichkeit" an das Ank.- Bureau d. Bl."

Es scheint dem armen Dichtersmann, der aber sonst gesund ist, «!so nicht zu genügen, daß er gesund, veredelt und gestähtt ist

politische Lagesschau.

Englische Sohlen für die deutsche Kriegsmarine?

Vor einigen Tagen wurde von Hamburg aus die Nachricht ver- ireitel, daß das Reichsmarineamt sich mit der Absicht trage, die Silierung einer erhebliche!'. Menge Kohlen für feinen Bedarf nach England zu vergeben, rvährend sie ihren Bedarf bisher immer hm. Jnlanoe gedeckt haUL

Zu der von eincnr^Blatt an die Nachricht gekiiüpften Be­merkung, daß der Grund, weshalb die deutsche Marinebehvrde den "Infaut auslundijchcr Kohle beabsichtige, in der durch eine un= mafjiflc Kohlenausfuhr bewirkten, Preistreiberei zu suchen sei, ticHt die Teutsche Bergioerkszeitung fest, daß beim Rheinisch- Westfälischen Kvhlenshndikat eine Anfrage des ReichSmariileamts j?eßcn des nächstjährigen Bedarfs überhaupt noch nickst vorlicge. tline Preistreiberei tonne demgemäß für das Reichsmarineaml nicht bestimmend sein. Im übrigen weist das genannte Blatt Darauf hin, daß es geradezu unbegreiflich wäre, wenn eilte deutsche Behörde den deutschen Markt übergehen und durch ihren Auftrag einen ausländischen Markt unterstützen lvolsie. Wirtschaftspolitische ()riint>c müßten schon hinreichend maßgebend sein für eine deutsche Äehörde, von einem derartigen Vorgehen Abstand zu nehmen und den deutschen Markt nicht im Auslande zu diskreditieren, ganz cdgesehen von dem Eindruck, den es machen müsse, lvenit sich die keulschc Kriegsmarine auf englische Stoblen stützen raolltc.. Es Lars wohl bezweifelt werden, daß die englische Siriegdmarine über kaupt jemals den Bezug deutscher Sivhlen in Envägung ziehen «ntrbe.

Ter Verkauf von Konigsschloffern.

Die preußische Sterne besitzt 52 Sck^siis.er, deren Unterhalt eine ga.nz gewaltige (Summe verschlingt. 9hm beißt es, daß eine An­zahl dieser Sckckösser verkauft werden lotl. Die königliche Hoskammer leist, wie derBote a. d. Riefengebirge" beridäet, in Verhond- lungcn über den Verkauf des Stosses Erdmannsdorf nebst Do­minium. Als Staufpreis für dir 1700 Morgen große Besitzung werden 1700 000 Mark genannt. Lange Jahre bat Feldmarschall v.' Gtieisenau auf dem Sch-lvsse «wohnt, von dessen Erden cs 1832 König Friedrich III. kauft. Von ihm erbte es desien itocitt Gemahlin, die Fürstin v. Licgnitz. bic es an Stömg Friedrich Wilhelm IV. verkaufte für 165 000 Taler. DieRhein. Wests. Ztg." erwähnt bie Gerüchte von b in Berkaus der Königsschlösser m Tüsscteors, Benrath, Stolzenfels unz> Brühl und erinnert daran, daß das Lrerhoft'.iarfchallantt die dlachricht, die Burg Stolzenfels sei sar 5 Millionen an ben Freiherrn v. schortcmer- Lieser verkauft worden, dementiert habe. Dann Mrt sie fort: Tie Dinge liegen in Wirklichkeit viel ernster. Was wir <uv saugs nicht gut annehmen mochten, erhalten wir aber heute von eurer PersönliclKit ans der Provinz bestätigt, die über diese Tinge infolge einer amtlid^n Stellung unterrichtet fein mutz: der Berkaus von Schloß Benrath und dem Jägerschlog in Tüssci- oorf ist bereits ringe leitet worden. Die über Stolzensels umlausen- dcn Gerüchte entbehren dock> nicht so ganz einer Unterlage." Schloß Benrath soll angcblid) in den Besitz eines Großindustriellen oder eines altadcligen Hauses Übergehcir. Der Bcssitz um das Jäyerschloß in Düsselc-or, soll angeblich parzelliert und der Mar- stall mit seinen sMnen Giebelschnitzereien soll nieixrrgelegt wer' den. Warum nun oieRh. Wests. Ztg." und nut ihr eine Reihe anderer Zeitungen sich gar so scl)r über diesen Berkaus von Slönigsschlössern ereiferte, ist nicht recht verständlich.

Zur Wahl in Meterih-Bom».

Der Ausgang der Wahl in Meser.tz Bomsi hat daS Zentruni enttäuscht. Es wurden, wie hier wiederholt fet, vorläufig gezählt H 506 (Stimmen für den Grafen Westarp und 10 211 Stimmen für den Kandidaten der Polen und des Zentrums, Propst 3iön- spicß. Der konservative Vorgänger im Mandat v. Gersdorff hatte bei der Wahl von 1907 11 388 Stimmen erhalten; damals fielen auf den Polen 8427, auf den Zentrumskandidaten 1682 unb aus den Sozialdemokraten 102 (Stimmen. Die Hoffnungen bes Zentrums, die sehr unverhohlen geäußert wurden, basierten wohl hauptsächlich auf der er Ist büchen Steigerung der polnischen Stimmen von der Wahl 1903 bis 1907; hätte sich die Steigerung in ähnlichem Maßstabe fortgesetzt, bann wäre allerdings der Kreis leicht verloren gegangen. D-ie Wiah. oeb c;raren Westarp ist da­durch ermöglicht, daß bic Steigerung nicht eintrat unb baß bie nichtklerikalen Deutschen sehr treu unb geschlossen sur ben Konser­vativen stimmten. Ter Mißerfolg der vereinigten Polen und Siterikalen ist um so bemerkenswerter, je eifriger die Vortrcnuch- Eeit und Leistungsfähigkeit dieser Firma in letzter Zeit angepriescn wurde. Schrieb doch dieSföln. Volrsztg." von dem Wahlkreise: Wir können jetzt mit Aussicht auf Erfolg sagen:ben Finger draus, bas nehmen wir!"" Das Zentrum hat nun bas Odium der Verbrüderung mit den Polen die ihm doch immerhin noch von einigen Leuten aus den eigenen Reihen verdacht wird und bie Abstoßung der 5eonservativen aus sich genommen, ohne ben Lohn in Gestalt eines gewonnenen Manbats einzuheimsen. Tas Zentrum mag nur ruhig sein Partciroß zu wetteren solchen Ritten in bie Ostmark" satteln________________

** Lahntal verband. Tie Hauptversammlung deS Lahntalverbandes wurde kürzlick) in Weilburg abge­tanen, sie war von 30 Vertretern besucht. Den Vorsitz führte Bürgermeister Scheuern-Diez. AuS dem Bericht über dia Tätigkeit des Verbandes entnehmen wir, daß dem Ver­bände 22 Slörperschaften und 30 Einzelmitglieber mit einemj Jahresbeiträge von 241 Mk. angeijüceu. Die Haupttätrg-. leit im verflossenen Jahre bestand in der Herausgabe eines! Führers durch das Lahntal, der mit einem Kostenaufwande' pon 1900 Ml. in 10 000 Ezemplaren bergeltellt wurde. Ab-^ gesetzt wurden bis jetzt 7750 Stück. Nach dem Staff entricht betrugen die Einnctt-men 2479 Mk., die Attsgabcn 3405 ÖILj mithin bleibt ein Fehlbetrag von 927 Dtt. Die Versamm­lung ermächtigte den Vorstand, die Reklame ber Beginn der- Reiiefaijon zu erneuern und die Errichtung von Sch stier herbergen durchzuführen. Dem Gründer und' eifrigen Förderer des Verbandes, Domäuenrat Reichert-- Weilburg, wurde ein Diplom als Ehrenmitglied überreicht.» um Ort der ruichsticchrtgen Versammlung wurde Wetzlav- bestimmt. 1

Die Weihnachtsscndungen. Die RcichS-Pvstver-j roaltung richtet auch in diesem Jahr an das Publikum das (Et*, lud.cit, mit den Weihnachtsscndungen bald zu be­ginnen, baiitit die Pakettnafsen sich nicht in den letzten Tagen, vor dem Feste zu sehr zuiaiimicndvangen, uwduvck) die Pünkttich- Isiit m b:c Bciörbc.ung letecl. Bei dem außerordentlichen 2lw- Ichwelkcn des Vcctehrs ist es nicht hmUa), die gewöhnlichen Be- chrderungsfiisten ciilzuhatten und namentlich auf wette Entfernun­gen eine Gewähr für rechtzeitige Zustellung vor dem WcihnackstS-' ttste zii übernehmen, wenn die Pakete erst am 22. Dezember odepi noch später eingeliescrt werden. Tie Pakete sind dauerhaft^ zu verpacken. Etwa auf dem Verpackungsstoffc vorhanden« ültcrc Äuischrislen unb Betlcbezeltcl müssen beseitigt ober un-. nntlid> g.nmcht iöclocil Dünne "Papptastien, schwack)e Schachteln, Zigarren lasten usw. juu> nicht zu benutzen. Die A u s s ch r i f t dev, Patete muß beutlich, vollstänbig unb haltbar hergestellt ein. Storni bie Aufschrift nicksi in bcutlicher Weise aus bas Paket elbst gesetzt werden, so enipfiehlt sich die Verwendung eintii Blattes weißen Papiers, baä der ganzen Fläche nach c st aus geklebt werden muß; bei in Lcmwaiid verpackte«. Sendungen von Fleisch und anderen Gegenständen, die J-euchtig-i Leit, Feit, Blut usw. ajiebcu, bars bie Aufschrift inbessen nicht auf die Umbildung geklebt werden. Am zweckmäßigsten sind gedruckte Aufschriften auf weißem Papier; dagegen dürfe«', Formulare zu Posipakrtadresien für Paketaufschriiten Nicht irct*' ruaiüit toerbcit. Der Name des Ve stimm mt gsortes mutzi stets recht groß uni> kräftig gedruckt oder geschrieben sein. Tic Patetausschrift muß sämtliche AngaoendcrDegleit- ad resse enthalten, zutreffendensads also den Frantevermerk, beit Nackinahmeoctrag nebst "Namen und Wohnung des MsenderS, den Vermerk der Eiloesteuurrg usw., banüt im Falle des Verlustes Dec Posi^k^tabresse das Paket doch dem Empfänger auSgehandigt werden kann. Auf Paketen nach größeren Orten ist die Wo hn u n g d e s E m p fäng c r s , aus Paketen nach Berlin auch Der Postbezirk (E. W. SO usw.) anzugeben. Zur Bescksteunrgung öCÄ Betriebs trägt es we s ent l ich bei, wenn die Pakete fran­kiert ausgeliefert werben. Tie Vcrsanbung mehrerer Pakete mittels einer Postpaletabresse ist für die Zeit vorn 10.25. Dezember weder im inneren deutsck/en Verkehr noch im Verkehr! mit bem Ausland ausgenommen Argentinien gestattet. Nach, Argc'.ckinicn können auo in dieser Zeit 'mehrere, jedoch höchstensj orci '! af.tc mr einer Postpatetadressc versandt werden.