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20.2.1908 Erstes Blatt
 
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!machkig aufsteigende neue Entwicklung der Rechtsprech­ung stellt, sofort zutreffend zu lösen, etwas ganz anderes gedeutet, als das, was die Sozialdemokratie in ihrer Agitation unter Klassenjustiz versteht. Mit Recht konnte der nationalliberale Redner auf die Verschiedenheit der Tonart und der Absichten Hinweisen, und daß es ein himmelweiter Unterschied ist, ob man tritische Bemerkungen mache in dem Bewußtsein, daß sie der deutschen Justiz, die ein gutes Gewissen hat, nicht schaden tonne, oder, wie ,cs die Sozialdemokraten tun, in der bewußten Absicht, das Vertrauet zur Rechtspflege zu erschüttern.

Ter Staatssekretär Tr. Rwbcrding legte luic schon oft­mals gegen die Beschimpfung des deutschen Richterstandes durch Herrn Stadthagen die eni jchiedenste Verwahrung ein, uud auch der Jentrumsredner Gröber, der sich ausorüct- lich die gestrigen Ausführungen des Tr. Heinze zu eigen machte, wies die soziatdemotratische Merhode der Ver­allgemeinerung von lrinzeksällen mir allem Nachdruck zu- rücr. Auch Dr. Ablaß, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, den Slanopunr oer Fcc. sinnigen zu ein.igcn ^pezial- fragen darzulegen, ließ kernen Zwr>-el darüber, dag die Stellung der linksliLeralen Parteien zu der Rechtspreaiung unserer Juristen durch eine weite Kluft getrennt wr.ro von der Auffassung und agitatorischen Behandlung der Sozialdemokraten.

Wie gestern Tr. Heinze, so erörterte auch Herr Gröber die Grünoe, aus denen es der Rechtsprechung, zumal aus srrafprozessialen Gebiet, an Äoltsrümlichieir gebricht. Auch er machie Vorschläge, um den aus allen Secken er­kannten Mißständen, aus denen oer darf nach Sonder­gerichten in der Hauptlache hervorgeht, nach Möglichkeil, obzuyelfen. Ein hervorragendes Mittel ist für chn die Einrichtung großer Schöffengerichte, in denen den juristi­schen (jsesehes^ennern Fachmänner aus den beteiligten Laien- kreisen zur Seite fixen. Mit großer Wärme nahm sich der Verrreter der Jentrumsparrei oer von den Narional- lioeralen in einer Resolution erhobenen Forderung an, den für die Regelung des Arbeitsverhältnisses in der Industrie eine immer größere Bedeutung gewinnenden Laris vertragen eine gesicherte rechtliche Grundlage zu geben. Die Frage der st r a s g e r i ch t l i ch e n Behand­lung der Jugendlichen ist le tue Parieiangei-egen- heit. Auch das Zentrum gab zu erkennen, daß es die Fürsorge der Gesetzgebung auf diesem Gebiet für em dringendes Erfordernis halte. Mit besonderer Gründlich­keit machte aber Dr. Ablaß diese Frage zum Gegen­stände ferner Besprechung. Er verlange, daß dem Sttnöe gegenüber, auch wenn es vor dem Strafrichter steht, das Bewußtsein keinen Augenblick zurücktretrn darf, daß es sich noch unter der Zahl der Familie befindet. Er gab die Anregung, Acrzto und Lehrer, und wo es sich um Mädchen yanoelt, auch Frauen als Beisitzer zuzu­ziehen, und erklärte unter allseitiger Zustimmung feine Kosten für hoch genug, um besondere Anstalten für Ju­gendliche zu schaffen, die sie vor der Berührung mit alten Verbrechern oewa^rr. Aber auch aus diesem Geoiete lehnte er mit der großen Mehrzahl seiner politischen Freunde eine weitere Zersplitterung der Justiz durch Scyasfung von Sondergerichten ab. Ter weitere Teil seiner Rede gait der Abwehr der Bestrebungen, die unter dem Deckmantel des Kampfes gegen die Porno­graphie die Freiheit der Kunst und Literatur bedrohen.

Siiniiiiiiiigsüild aus dem preutz. Abgesrö.ieleuhaus.

Berlin, 19. Febr.

So uninteressant sich die Debatten i>es Abgeordnetenhauses in den ersten vier Stunden Oet Millwochsiitzung anließen, so großes aktuelles politisches Interesse boten sie in der letzten halben Stunde. Hiner derer v. Pappenheim war es, der dicht vor Toresschluß eine Batterie gegen den Kultus- minist er auffuhr, und auf den ProtztÜsien saßen int trauten Verein Teutschwnietvative und Zentrumsmannen zur Vedienung der Geschütze. Herrn Tr. Die der ich Hahns Liebeswerbcn um die Gunst des Zentrums im Zirkus Busch ist, wie der Abg. Kopsch angesichts dieser Bedienlmgsmannschaft der Rcaktions- batterie bemerkte, nicht vergeblich geblieben, und es war c i n Schauspiel von unleugbarer politischer Pikan­terie, als sich mit der gesamten Linien die Freikonservativen Zufamrncnta.cn, um dem dem Liberalismus sonst wahrlich nicht 'genehmen Kultusminister beizuspringen. Ter äußersten Rechten und dem Zentrum sagt die 'Neigung des Herrn Holle, die neben­amtliche Schulaufsicyt durch die hauptamtliche zu ersetzen, nicht zu. Dcß zum Zeichen haben sie ihm zwar nicht, wie die Sozial- dcmokraicn im Reichstage das lästigen Ministern gegenüber zu tun pflegen, das Gehait verweigert, aber die Rechte tarn mit einem Antrag Pappenheini heraus, der die Streichung eines der zehn von der Regierung geforderten hauptamtlichen. Kreisschul­inspektoren forderte. Eine Demonstration, weiter nichts: Ein Kceis- schulinspektor mehr oder weniger macht den Kohl nicht fett. Tas Bemertenswerte bei der Sache war eben nur, daß die Rechte ibem Zentrum einen kleinen Liebesdienst erwies: Kleine Ge­ischenke erhalten die Freundschaft. Und was weiter bemerkenswert taar, das war das Abschwenken der Freikonservatioen unter Oktario o. Zedlitz kluger' Führung in das Lager der Linken. Tie. Reaktion errang, mit Hilse der Polen, mit Mühe inib Not den Sieg: Tas Ergebnis der Abstimmung war mehr als zweifelhaft, und aus der Tribüne machte man sich auf den Keilrauoenden Hammelsprung in später stunde gefaßt. Aber Herr v. Kröcher entschied, daß die Antragsteller die Mehrheit hätten, und so wurde dann der zehnte fachmännische Kreisschul- inspektor in den Orkus gesandt. Kein Beschluß von Bedeutung, aber doch ein politisch vielleicht symptomatisches Ereignis. Nun, ibie Linke kann die Entwicklung der Dinge ruhig abwarten; weiß sie doch längst, daß die Seelenverwandtschast der Rechten und des Zentrums wie ihreWahlvenvandtschasi" allen inneren und äußeren Stürmen trotzt. Was vorher kam, war nicht von fonberliaKm Belang: Volksschulserien, Lehrcrinnenvermepiung, Schulaufsichtssragen und ähnliche oft genug erörterte Themen beherrschten die Debatte, die ziemlich eintönig sich hinzo^. Erst am Freitag wird das Haus wieder zusammentreten, um die Fähr­verbindung Saßnitz-Felleborg in zweiter Lesung zu erledigen, und die Schuldebatte wieder um ein kleines weiter zu fordern.

Ans 5»aot unc

Gießen, 20. Febr. 1908.

Aus dem städtischen Berwaltungsbericht für 1906.

VIII.

Die kaufmännische Fachschule gliedert sich bei einer dreijährigen Schulzeit in eine Unter-, Mittel- und Oberklasse. Der Unterricht in den Pflichtfächern cinsache uno doppelte Buchführung, Briejschreiben, Rechnen, Wechsellehre, Haiidcls.chre, Handelsgeographie, Warenkunde, deutsche Sprache, Recht- und Schonschreiven wird von 2 bis 5 Uhr nachmittags erteilt, bet in den Wahlfächern Französisch, Englisch, Kurzicpriit und Maschinenschreiben abends von 8 bis Uhr. Tas Schul­jahr umfaßt rund 40 Wochen mit wöchentlich 6 Stunden. Die Schülerzahl sür den Pflichtunterricht betrug im lehren Schul­jahr 14ü, von denen 103 aus Gießen, 30 aus der nächsten Umgebung unb 12 aus bei entfernteren Umgebung stammten. Von den Schülern hallen "2 bas Gymnastum, 25 bu .< Hdjule unb 118 die Volksschule besucht. Zu .eit >osten leige. r Staat 2060, die Stadt 800 und di. . j.u .hu

Zuschuß. Tas mit der Schule uciounöcn.' DehrlurgshiUii iua. in hergebrachter Mjje weikergejuhrL

Der Unterricht der Ge iverlle stch ule umfaßt geometrisches Zeichnen unb darstellende Geometrie, Frcihanb- und Ornament­zeichnen, kunstgewerbliches Zeichnen, Fachzeichnen im allgemeinen, Baukonstruktwncn, Bau formen. Detaillieren, Baumaterialienkunde, Baukonstruktionslehre, Geometrie, Algebra, Mechanik, Festigkeits­lehre, Physik, Graphoftatik, Koftenveranschlagungcn, Arbeiter-Ver­sicherungsgesetze, gewerbliche Gesctzeskunde, Modellieren in Holz, Ton und Plastilin, Deutsch und Geschäftsrechnen, Buchführung und Wechsclkunde. Die Schule wurde im Sommer 1906 von 4 (12 int Vorjahr) und im Winter von 67 (65) besucht. Ter Unterricht der Handwerker-Sonntagszeichenschule erstreckt sich auf geometrisches Zeichnen, darstellende Geometrie und^Fachzeichnen nach den vcrichicdencn Handwerkszweigen. Die Schule wurde von 221 (233) Schülern besucht. Tie Einnahmen bestanden aus 2850 Mk. Schulgeld, 3940 Akk. Sraatszuschuß (neben dem Gehalt des Hauptlehrers), 1000 Mk. städtischem Zuschuß (neben freien Unterrichtsräumen mit Heizung) unb 1000 Mk. Zuschuß der Sparlassc.

Für die Vorbereitung b er Meiste r p r üfung wurde ein sünswöchiger Kursus in Buchführung, Wechsclkunde, Material- lunbc, Kostenveranschlagung, Gewerbeordnung und Arbeiter-Ver­sicherung abgehalten. Es nahmen 37 Haudlverker teil.

An der Alice schule für Frauen bildung und Erwerb wirkten außer der Oberlehrerin 3 ständige unb 2 Hilfs­lehrerinnen, sowie ein Hilfslehrer. Es haben tcUgeiwmmen am Wcißzeugnähen 41 (1905: 65), Sticken 44 (82), Kleidermachen 37 (öö\ Bügeln 19 (17), Unterricht für Handarbeitslehrerinnen 9 (IG, Kochen 59 (58;, Backen 12 (23) unb Einmachkurs 8 (19) Schülerinnen. Die Stadt stellt das Schulhaus unb die Heizung, die Schulgclb-Einnahme betrug 5300 Mk.; die Bezirkssparkaße leistet 600, die Provinz 300 unb der Kreis 400 Mk. Zuschuß.

Die Kleintinderbcwahranstalt iu der Diezstraße war im Sommer 1906 von 280 (272) und im Winter 1906/07 hon 290 (280) Kindern besucht. An ihr wirken 3 Schwestern unb eine Dienerin.

Tie für den Stadtbezirk Scltersberg von der Baugcnossen- schast des Evang. Arbeitervereins gegründete Elisabeth- Kleinkinder schule wurde von durchschnittlich 90 Kindern besucht. An der Anstalt wirkte eine Schwester und eine Dienerin.

Für die Gcwerb eaufsicht in Hessen, die im Jahre 1908 bei einem Personal von 5 Gewerbeinspektoren, 3 Assistenten, 2 Assistentinnen und 5 Gehilfen bei den Ge- werbcinspektionen an persönlichen Ausgaben 48 258 Mk. und an fachlichen Ausgaben, wie Tagegelder und Reisekosten, Schrcibhilfe, Drucksachen, Bureaukosten, Publikationen 2c., 27 950 AU. erfordert, war im neuen Staatsooranfchlag auch ein Betrag von 3500 Mk. für Erhebungen über die Zustände i n der Hausindustrie in Ansatz gebracht worden. Mit Rücksicht darauf, daß dem Reichstage eine Novelle zur Gewerbeordnung vorgelegt worden ist, in der eingehende Vor­schriften über die Regelung der Verhältnisse der Hausgewerbe­treibenden enthalten sind, können mm die von der hessischen Regierung geplanten Erhebungen über die Zustände in der Hausindustrie in Hessen unterbleiben. Die Regierung hat deshalb in einem kurzen, auch vom Finanzausschuß schon genehmigten Nachtrag zum Staatsvoranschlag von der For­derung der 3500 Mk. abgesehen und nur 500 Mk. für Kosten etwaiger Vorarbeiten dec Zentralstelle für die Landesstatistik in den Etat eingestellt.

* Modernisierung des Zahlungsver­kehrs. Wie dieDarmst. Ztg." erfährt, hat das Großh. Ministerium der Finanzen ungeordnet, daß die Beamten, die ihre monatlichen Gehaltsbezüge aus Antrag ganz ober teilweise durch Ueberweisung auf ein von ihnen bezeich­netes Bankkonto vergütet erhalten, für die Zukunft nicht mehr gehalten sein sollen, monatlich eine Quittung über den Empfang ihrer Bezüge an die anweisende Kassen - stelle gelangen zu lassen. Es genügt vielmehr, wenn die korüofuhrende Bank sich der aniueijenbcn Kasse gegenüber verpflichtet, ihr die im Geschäftsverkehr übliche Mitteilung über cmftraggemäße Verwendung des überwiesenen Be­trags alsbald zukommen zn lassen. Der von dem Beamten einmal erteilte Auftrag auf Ueberweisung seines Gehaltes kamt nur schriftlich zurückgezogen oder abgeänbert wer­den. Die Verpflichtung zur Ausstellung einer General- q ui klung am Jahresfchuifse wird hierdurch nicht berührt; bei Todesfällen genügen die monailichen Empfangsbeschei­nigungen der Bank. Diese Erleichterungen bebeuien einen werteren, gewcß zu begrüßenden Schritt in der Moderni­sierung unb rationelleren Ausgestaltung bes Zahlungs­verkehrs, unb es ist nur zu wünschen, baß auch die Kommunen bent ihnen von dem Staate gegebenen Bei­spiel alsbalb folgen.

** Kreisgeometer. Bei den Beratungen der Zweiten Kammer ist auch das Institut der Kreisgeometer und deöK re i s v e r in e f f u n g S w c f e n s Gegenstand eingehender De­batten gewesen und die Regierung war den Wünschen aus dem Schoß der Volksvertretung insofern enlgegengekommen, als sie sich bereit erklärte, auch die fünf provijorisch besetzten Stellen bet den 35 Remtern mit definitiv angestellten Be­amten zu besetzen. In dem jüngst dem Finanzausschuß über­gebenen Nachtrag zum Hauptvoranschiag für 1908 beantragt nunmehr die Regierung, zu Kap. 30, Titel 2, anstatt: 30 Kreisgeometer, Gehalte 20004000 Mk., 86 500 Mk., zu fetzen: 35 Kreisgeometer, Gehalte 20004000 Mark, 96 500 Mk., fo daß also auch die bisher provisorifchen fünf Stellen in definitive unigewandclt werden. Die 10 000 Mk. 'Mehrausgaben werden an dein unter Ziffer 3 eingestellten Betrag von 185 100 Mk. für Vergütungen, Tagegelder re. wieder gekürzt und die eigentliche Wirkung der neuen 'Maß­nahme dec Regierung ist nur die, daß sich der unter Ziffer 8 emgesiellle Wohnimgsgeldzufchuß im Betrage von 7 920 Mik. aus 9120 Mk. erhöht. Der Finanzausschuß dec Zweiten Kammer hat einmütig seine Zuslunmiing dazu erklärt.

** Zulassungen zur Rechtsanwaltschaft. Am 8. Januar wurde der ?üeserendar Wüp. Fritsch aus Gau-Wein­heim zur uteci>läamnalt)cyafl bei bem Amtsgericht Osthosen unb der Ger.Qüäa,ie,sllr Fnebr. Koch zu Bübingcn zur Meausanwaililchaii bei bem integerid)i Büdingen, am 6. Februar wurde der Reseren- bar Fricdr. Blecyncr zu Bensheim zur Reapsanwaltschast bei dem Amtsgericht Bensheim zugelassen.

** V e r c i n heldischer ^.ecutskonsulenten. In einer am 10. d. M. in Darmstadt aogehaltenen Versamm­lung der hessischen Rechtswnsuleuren würbe ein>timmig einVerein hessticher Rechisionsnlenten" gegrünbet, bem nunmehr ais sjjii.tgiiebcr angehören die Reustskonsulenten Albtechr-Ober-Jngeiheim, Bauer das., Haag-Micyelltavt, Heß- Darm>iaot, Herget-Vilbel, Holzan^er-Nieoer-Olm, Kramer- Höchst i. £). Vorsitzender des Vereins, Kuöß-Oppenheim, Lan- oau-Wörricaot, 'üiay-Beerjeiben, Meyer-Wörrlladt, Poppets- dors-Butzuach, Schepp-Wsrui-, Stappel-Wiesecc b. Gieren und Zahn^eiigenstadt. - In Oderhefien uno Starkenburg ist oie ^uiigieit oerRecht.»wninlenien" weniger bekannt, wäh­rend m Rheinhessen, der 'öiheinpfalz unb in sonstigen Gegend-, n sie nut vo.i i. ci.i Vertrauen unb ber Achiung oes Voiles getragener Tiitigieit wirken.

' erVerband der Krankenkassen und der GLmemden als Tcagei bei Kranteiwcrjicherung im Gwßher-

.jogtum Seifen" gibt bekannt, daß seine vierte.I nst r u kk io ns«, stunde am Sonntag, 23. Febr., Dorrn. 10 Vi Ühr, in Die­burg ftattfinben wird. Es werden besprochen: 1. Regreßan-, spräche der Krankenkassen an Tritte, sowie die Regreßanspruchc,' die an die Krankenkassen gemacht werden können. 2. Der Kreis der Verficherungspslichtigen nach bem Krankcnversicherungsge- sctz. 3. Tic Beitragsbemessung und Absührung nach bem Kranken- und Jnvalldcnversicheruugsgefetz. 4. Die wichtigsteiv Bestimniungcn der Unfall-, Krankeii- und Jnvalidenverficherungs-- gefetze rc.

X Grünberg, 17. Febr. Für den Kirchban in Schadenbach haben die Orte des .Kirchspiels Wirberg 80 Mark beigestencrt, was dankbar anerkannt werden muß. Wie wir hören, wird auch der Zentraitirchensonds in Darm­stadt der kleinen Gemeinde eine namhafte Unterstützung zu teil werden laffen. Daß der Ban einer neuen Kirche kein Luxus ist, davon kann sich jedermann überzeugen, wenn er das alte baufällige Kira)lein nur von außen betrachtet.

Gelnhaar, 15. Febr. Die hiesige Feld- und Waldjagd wurde heute auf 9 Jahre für 850 Mk. jährlich verpachtet. Der bisherige Pächter, Rentner Koch Büdingen, hatte sie in den 6 verflossenen Jahren für jährlich 360 Mk< erstanden. Der jetzige Pächter, an dessen Gebiete die Jagd vielfach angrenzt, ist dec Fürst zu Ä) sc;n burg -B üd ingen zu Büdingen. Mehrere Jagdliebhaber ans Sachsenhausen unb Frankfurt a. M. waren bei der Verpachtung fcharfe Gegner.

-d. Bad-Nauheim, 16. Febr. Der Stenogra- phenvereinGabelsberger" feierte in ber ver­gangenen Woche ben Geburtstag Franz Xaver Gabels- bergsrs. Der jVorfitzende bes Vereins, Herr Mentzer, begrüßte bte zahlreich Erschienenen unb gab habet gleich ein kurz unb treffenb gezeichnetes Lebensbilb ihres M- meisters. Buchhalter Hartmann hielt sobann einen mit großem Beifall aufgenommenen Festvortrag. Der Rebner wußte ben an sich trockenen Stoff einer Lebensbeschreibung und eines geschichtlichen Ueberblicks baburch interessant zn gestalten, baß er bie ganze stenographische Bewegung vom Stanbpupkte bes Entwickelnngsgebankens aus betrachtete. Nachbem ber Vorsitzenbe bem Rebner für ben trefflichen Vor­trag gebankt hatte, hielt ein gemütlicher Teil bie Gäste noch lange beisammen. GemeinsameGabelsbergergesänge" unb besonbers bie musikalischen Vorträge von Fräulein Lorenz unb Fräulein Langenbach trugen sehr zur Stim­mung unb Belebung der vornehmen, einfachen Feier Bei.,

Man lese den Gießener Anzeiger größte Md reichhaltigste Tageszeitung Gberhestens mit den BeilagenZamilienblätter",Landwirtschaftliche Zeitsragen- und dem Ureisblatt für den Kreis Gießen.

Auflage über 13000 Expl.

5llle Briefträger, unsere Zweigstellen und die Geschäfts» stelle bes Gießener Anzeigers nehmen Bestellungen auf dem Gießener Anzeiger entgegen.

Märkte.

Limburg a. d.L., 19.Febr. Frucytmarkt. Turchjchnittspreiie pro Aialter. Roter Weizen (nass.) 17,50 Mk., weißer Weizen 00,00 Alk., Korn 14,50 'Mk., Gerste 11,00 'Mk., Haier 7.50 Pik., Erbsen 0,00 Mk, Kartoffeln 6,00 'Mk.

ic. Frankfurt a. M., 20. Febr. (Telegr. Ocig.-Bericht des Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen bei heutigen Viehmark i- preise. Zum Verlause standen: 27 Ochsen, 0 aus Oesterreich 4 Bullen, 0 aus Oesterreich, 90 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 926 Kälber, 209 Schafe und Hammel, 1055 Schweine, 11 Ziegen, 6 Ziegenlämmer, 16 Schastammer. Bezahlt wurde sür das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 8083 Alk., 2. Qualität 7j15 'Mk., 3. Qualität 6366 Alk.; Bullen: 1. Qual. 6567, 2. Qual. 0000; Kühe 1. Qualität 7000 Alk., 2. Qual. 6466 Ml., 3. Qual. 4850 'Mk., 4. Qual. 0000 'M, 5. Qual. 0000 Alk. Kalber 1. Qual. 9294 Pfg., Lebendgewicht 5456 Pfg., 2. Qualitäl 7582 Pfg., Lebendgeivlcht 43 Psg., Schlachtgeiv. 6063 Pfg.; Schafe: 1. Qual. Schlachlgeiv. 80 bis 00 Pfg., 2. Qual. 7000 Pfg. Schweine: 1. Qiml. 5758 Pf., Lebendgervicht 45,500 Pf., 2. Qual. 5600 Pi., Lebendgewicht 44,000 Psg., 3. Qual. 4850 Psg., Lebeiidgeivicht 00UO Pig. Geschäft bei Hornvieh gut, lleberstand unbedeutend, bei Kleinvieh, lebhait, Markt geräumt.

Teäeiomsoäw

des Giessener Anzeigers, mitge und Industi

Frankfurter üörwt 3^®/e Beichsauleihe . . 92.601 d% do. . . 82.70 3ya°/0 Konsols .... 92.75 o% do 82.70

ö^°/0 Hessen 91.40 3>4°/0 Uberbesseu . . . 92.00 4% Uesterr. boldrente. . 99 00 4l/»% Uesterr. öilberxente 99.60 4?<» Ungar. Goldreute . . 94 4% Italien. Heute . . . 104.00 3% Portugiesen Serie I . 3% Portugiesen III 62.40 4>$°/0 rnss.Staatsaul. 1JUa 93 80 4/au?o Japan, btaatsauleihe 88.05 1% Uouv. Türken von 1'ju3 95.3v Türken lose 145.80 4% Gnech. Monopol-Anl. . 42.50 4% äussere Argentinier . b6.25 o°/0 MexiKauer .... 65.20 4>6v/0 Ulunesen .... 96.20

Aktien:

Bochum Guss 198.00 Buaerus KW 111.40 lenden.; fest.

Beruner Börse, 20

Canada E. Bj 141.40 Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank .... 236.20 Dortmunder-Union C. . . 57 Dresdner Bank . . . 137.2u

Teudeuz fest.

Kursberichte

teilt von der Bank für Handel ie, Giessen.

>, 20. Februar, 1.15 Uhr.

Elektriz. Lahmeyer . . . 120.00 Elektriz. Schuckert . . . 104.20 Eschweiler Bergwerk . . 205.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 184.00 Hamburg - Amerik. FaketL 118.00 Harpeuer Bergwerk. . . 197.00 Lauiaiiütte 212.50 2\ordd. Lloyd 105.70 Ubeischles. Eisen-Industrie 96.25 Berliner HandeJsgos. . . 158.50 Darmstädter Bank . . . 125.00 Deutsche Bank .... 236.20 Deutsch-Asiat Bank . . lö7.0U Dibkoutu-Kommaudit. . . 174.30 Dresdner Bank .... 137.25 Jkieditaktien 200.70 Baltimore- und Ohio-

Biseulahn 81.90

Gottuardbahu ....

Lomuard. Eisenbahn . . 2533 Uesterr. Staatsoaim . . . 143.40 Pnnce-Heun-Eiseu b ahn .

. Februar. Anfangskorse.

Harpeuer Bergwerk. . . 196.70

Laurauütte 212.60

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