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20.2.1908 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

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jfiutig der Ge- jtänbige. Für ute sind die ine Forderung n enlitehcnden

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LtimmungsbUd aus dem Reichstage.

Berlin, 19. Februar.

Dulce ridentem Lalagen amabo, dulce loqnentem!

Liberal bedeutet Kirchenfeurdlich!

Die Morgcnvrutlcr ntclotn au» Bamberg: Erzbischof v. Abert hat an den Führer der liberalen Landtags­fraktion Casselmann einen umfangreichen Bries gerichtet, worin er betont, daß er als Erzbischof nach wie vor auf dem Standpunkte stehe, daß seit den Zeiten des Kultur­kampfes in den weitesten Kreisen des katholischen Volkes die berechtigte Ansicht bestehe, daß liberal kirchen- feindlich bedeute. Deshalb könne Pfarrer Gran- oinger weder der liberalen Partei angehören, noch den Reiseapostel für sie machen.

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i ch r milsÄcHm B d) meine, auf den man mal aitjangcn B Beim von3 bi° B [gentut Dienst isi, B nicht noch einmal B d bami gar noch B 6 Ühr nachmittag- kehr. 2as kommt B im Torfe zugute, Sonntag al- fj werfe beit Fudea Ich achte die )t hoch, und M ib auch dem * vbcxtetkti.)

langen Jahren entrang sich einmal während einer Stadthagen'schen Rede dieser Schlußvers der berühmtesten Ode des Horaz, in der der Dichter die sanften Worte seiner Lalage besingt, als Stoßseufzer der Brust eines besonders

kleines Feuilleton.

2. Aus Frankfurt a. 2JL wird uns geschrieben: Unsere städtische Galerie ist zwar erst wenige Wocheir alt, aber |te roäd)|t zusehends wie ein junges Riesenkind. Wenn es so weiter 8evL so wird die Frage eines groben Atufeinnsbaus bald akut werden. Nachdem die sog. Galerie-Deputation, bte so etwas ivie das Knnst-Atuiisterium der Stadt Frankfurt darstellt, die nöligen z!n die Hand bekommen hat, beginnt sie auch, den nötigen gebrauch bauon zu machen. Tie Herren, die als spiritus rectores oaytnlcr sitzen, haben wohl gewußt, warum sie gleich die Ver­fügung über so hohe Mittel begehrten 1 Gestern ist für die Sknlp- Ulrenscnnmlung, zu der erst eben der Grund durch die Erwerbung einer schönen Sammlung mitlelalterl. lind Renaissance-Plastiken ge- >egl worden mar, ein neuer bedeutuiigsvoller Kalif abgeschlossen worden: Die überaus wertvolle Antikensam m l u n g des ver- lotbeneit Münchener Archäologen Prof. F u r l w ä n g l e r, der ^ur als IDiaim der Wissenschaft, sondern vor allem als fünft- Erhcher Kenner gesammelt hat, ist für die Städtische Galerie er­worben ivorden. Seit Wochen schwebten die Verhandlungen, und , n ^^on, als solle ein bekannter amerikanischer (Sammler, eilen Gebot das Frankfurter bedeutend überstieg, der glückliche o^stKr ivecden, aber die Witwe des Verstorbenen tonnte sich nicht (nt|cl)lief;en, die in ihrer Art einzige, aus Imiter erlesenen Stucken uneift Bronzen und Terrakotten uni) meist Kleinplastik) bestehende ^nmluiig ins Allsland waiidern zu lassen, ein Verhallen, das oye Anerteinumg verdient. Bis die Sachen irach Frankfurt fonuneii, °Jte. Ein Glanzstück der Skulpturenjaminlung jein werden, wird

ey einige Zeit oergehen.

I , T Frank Wedckind in fron zösischemt Licht. Auch ^7? Ausland beginnt sich allmählich mit Frank Wedekind inten#- oex zu bcschästigen. In atublanb hat er eine Begeisterung her- IDie tcin anderer mobenier deutscher Dichter. In der

£ ^rösfentlickk nun L. Reau einen ausführlichen Aufsatz Äv von Dichter. Wedekind repräsentiert für den Franzosen den Tendenzen der neuen Generation ausdrücke. Er ^yt m ihm 'iyen frühsten Gegner des konseguenten Naturalismus, S.cincr Beit, da HauptmannTie Weber"" veröffentlichte, CTJ dne Bahnen der idealistischen Neuromantik einschlug, mjobt die Herrschaft in der deutschen Literatur errungen haben.

iüher mit Tehmel und Hofmannsthal der typischste ^rrreter der Neuromantik, b.e die Parole der jungen Tichter- trneiation ist. Tie neue Lehre hat in ihm einen ihrer ersten m??r.ait8/e,r «£&»*«; er ist ihr entschlossenster Vorkämpfer ge­rieben.Wer ift nun dieser einzigartige Schriftsteller, ge- tvnesen von den einen, geschmäht von den anderen, zugleich

horazkund.geu Abgeordneten. Des Dichters Liebchen Lalage ersetzte er durch ein in den Rhythmus sich zwanglos ein­fügendesStadthagen"". Die heutige zweieinhalbstüirdige Brandrede Stadthagens ließ diese Horazische Erinnerung wieder aussteigen. Je länger er sprach, desto leerer wurde es im Sihungssaale, und als er nach ^toei Stunden vvr- zutragen begann, wozu er sich eigentlich zum Wort ge­meldet habe, war der Saal öde geworden, wie jene Gegend, die ui derselben Ode Horaz so anschaulich schildert: pigris ubi nulla campis arbor aestiva recreatur aura. Das Thema der Klassenjufciz variierte der soziawemotratische Redner in ermüdender Weise. Natürlich versuchte er die freimütige Kritik, die der Wortführer der Nationalliberalen, Dr. Heinze, gestern an der Rechtspflege geübt hatte, für die Auffassung der Sozialdemokratie auszunutzen. Es hätte nicht erft der ausdrücklichen Feststellung des Llbg. Heinze bedurft, daß das Anerkenntnis, daß auch die Justiz Fehler begeht, und daß es den Richtern oft schwer fällt, die An­schauungen anderer Klassen richtig zu beurteilen und die wirtschaftlichen und sozialeii Probleme, die eine rasch und

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Gegen dte beabsichtigte Erhöhung der Telephougebuhren erheben auch o.e merzte mit. giucii Gr^n^eu EUispruch. So schreibt Dr. Arthur Hoffmann-Darmstadt in den Aerztlichen Mitteilungen"": Durch die von der Regierung in Aussicht gestellte und beantragte Aenderung in der Be­rechnung der Telephongebühren werden bie Interessen des praktizierenden Arztes so wesentlich berührt, daß es wohl angezeigt erscheint, auch aus ärztlichen Kreisen gegen diese beabsichtigte Neueritng Protest einzulegen. Diese Abschaf­fung der Pauschatbezahlung für Benutzung des Telephons und die statb dessen geplante allgemeine Einführung der Bezahlung jedes Einzelgesprächs.bedeutet fraglos für viele Aerzte nicht allein eine wesentliche Verteuerung, sondern erschwert ut vielen Fällen auch die Benutzung dieses wich­tigen Verkehrsmittels sehr bedeutend oder macht diese sogar ganz unmöglich. Bei Unglücksfällen oder bei plötzlich ein- getretenen sonstigen 9dotfällen ist es im Interesse des Ver­letzten oder Erkrankten oft nötig, daß nach den verschieden­sten Stellen telephoniert wird, um den Arzt rasch und sicher zu erreichen. In solchem Falle ist die Bezahlung je-

Offenbach bleibt also in absehbarer Zeit finanziell auf das engste verbunden mit dem Berliner Hotel, dessen jüngste Geschichte eine ftette grober Verstöße der Verwaltung gegen die Interessen der Aktionäre ist. Es steht fest, daß diese Mißwirtschaft mindestens zwei Jahre zuruckliegt. Sie ist also D/z Jahre älter, als das Offenbacher Lombard­geschäft.

Im übrigen geht die ganze Dullo-Affäre ihren gericht­lichen Gang. Der Stadtvorstand hat gegen seinen Vor­sitzenden und die Frankfurter Firma Wolff u. Ko. eine zivilrechtliche Regretzklage angestrengt. Gegen Wolff u. Ko. schwebt außerdem ein ehrengerichtliches Verfahren vor bem Börfenvorstand, unb ein Oberbuchhalter ber Kommune ist, weil seine Kasse nicht stimmte, seit einigen Wochen vom vom Amte suspendiert. Diese noch nicht auf­geklärte Angelegenheit hängt inbessen mit ber anberen nicht zusammen. Gekannt kann man barauf fein, wer unter diesen unerfreulichen Umständen in diesen Tagen in Offenbach zum Beigeordneten gewählt wird. Hoffentlich findet sich ein Mann, der bas unbankbare Ehrenamt übernimmt und biejenige Sachkenntnis mit­bringt, bie an anderer Stelle so gut wie ganz fehlt. Ich gäbe etwas darum, wenn ich in meiner Dullo-Broschure nicht recht be,halten hätte. Sie wurde in einer der gelesensten Darmst. Zeitungen noch vor wenigen Tagen alsunrühmlich"" bezeichnet. So etwas muß man sich eben gefallen lassen, wenn man freimütig Mißstände aufoeat. Ich selbst kann natürlich an meiner Schrift nichts unrühmliches entdecken. Unrühmlich waren dagegen die Zustände, mit denen ich mich beschäftigt habe. Hoffentlich wiederholen sie sich nicht. Der Offenbacyer Bevölterung, die eine schwere Prüfungszeit durchwacht, wünschen jedenfalls alle Wohlgesinnien endlich etwas Ruhe unb einen gesunden kommunalen Fortschritt.

Heues zum Fall Dulls.

Herr Professor Dr. Biermer schreibt uns folgendes: Viele, die es mit der schwer heimgesuchten Stadt Offen­bach gut meinen, hatten immer noch gehofft, daß es gelänge, die unvernünftige Ehe, die bie Firma Wolff u. Ko. als Schadchen zwischen der Kommune Offenbach und dem Ber­liner Käiserhos vermittelt hat, zu trennen. Der leidtra­gende Teil wäre freilich Offenbach gewesen, es hatte auf seine reichlich bemessene Morgengabe verzichten und sie als Reugeld opfern müsseu Leider ist die Schei­dung ganz unmöglich geworden. Die Stadt be­sitzt noch 330 000 Mark Aktien der Kaiserhof­gesellschaft, die sie zum Kurse von 130 Prozent, also zu einem Tageswerte von 429 000 Mk. lombardiert hat. Als ich meine Dullv-Broschüre schrieb, stand ber Kurs aus 76 Proz. Herr Bürgermeister Dullo erklärte biesen Kurs- sall für eine vorübergehende Erscheinung. Er sei fit Berlin gewesen und habe sich durch Büchereinficht überzeugt, daß die geschäftliche Sage ber Käiserbofgesellschaft eine recht günstige sei. Ich unb anbere haben das bestritten. Wir haben behauptet, baß bie Gesellschaft im Gegenteil schwer notleibenb sei, unb ich habe ihren Anleihebedarf auf 34 Millionen Mark aeschätzt. Wer bat nun recht behalten, Dullo ober ich? Gestern stand an der Berliner Börse, wo diese Papiere allein notiert werden, der Kurs ber Kaiserhofaktien aus 52 Proz., b. h. ber Offenbacher Aktienbesitz, nominal 330 000 Mark, ursprünglich sogar 429 000 Mk. wert, hat heute einen Tagespreis von 171600 Mk., das ist ein Kursverlust von mehr als einer Viertelmillion Mark. Endlich kennen wir auch den wirklichen Geldbedarf der Käiserhofgesellschaft. Sie braucht, uni wieder flott zu werden, im lausenden Fahre 5 400 000 Mk., beinahe so viel wie das ganze Aktien­kapital, das 6 Millionen Mark beträgt, ausmacht. Diese beträchtliche Summe kann die Gesellschaft auf den Geld­märkten nicht bekommen, denn auf dem Hotel Kontinental, das der Gesellschaft ebenfalls gehört, steht bereits eine Hypothek von 2 Millionen Mark, auf Hillmanns Hotel in Sremen_ eine solche von 1 Million, und auf dem noch nicht jertiggestellten Atlantiehotel in Hamburg ruht sogar eine Hypothek von 3 Mill. Der Kaiserhof selbst ist allerdings z. Z. hypothekenfrei. Früher war er auch mit 3 Millionen Mark belastet, aber diese Hypoihek wurde abgelöst und zusammen mit einer älteren Obligationsanleihe in eine einheitliche nicht hypothekarische Anleihe von 5 Millionen Mark um- ßctoanbelt. Eine Berliner und eine Hainburger Großbank haben sich jetzt bereit erklärt, gegen Kautionshypothek auf das Kaiserhosgrundstück Mitte dieses Jahres 2i/3 Millionen Mark vorzuschießen. Damit sind aber bie finanziellen Schwierigkeiten noch nicht gehoben. Cs müssen neue Obli­gationen ausgegeben werden, wie inan hört, nach dem )Prozentigen Typus und über pari rückzahlbar, und äußer­em sollen die Aktionäre, die natürlich in diesem Jahre leinen Lfennig Dividende bekommen, auch noch bluten. Sie müssen Zubuße zahlen, und zwar verlangt man eine Zuzahlung von 40 Proz. aiuf die Aktien, die bann f'ogenannteVor­zugsaktien"" werben. Wer sich weigert, wird zum Stamm- aftionär, der wahrscheinlich in den nächsten Jahren ganz ohne Zinsen bleibt,, herabgedrückt. Nach meiner lieber» jeugung kann bie Kommune Offenbach gar nichts anderes tun, als in den Vorschlag der Kaiserr-osgesellschast ein» billigen. Man muß zu retten suchen, was zu retten ist. bie Stadt wird also noch einmal 132 000 Mk. nach Berlin ibführen müssen. Das war ein teurer Besuch der armen Offenbacher am Kuiserhof ber Reichshauptstadt.

liefcrungStemiin. Hoffentlich werden alle Erwartungen erfüllt werden.

Künstler-Theater in ber Ausstellung Münetjen 19 08". Die künstlerisch-kulturellen Absichten ber Ausstellung sollen burch bas Künstler-Theater, ähnlich wie 1902 in Darmstadt, auch auf die Schaubühne übertragen werden. Es soll, wie man uns mitteilt, versucht werben, das Theater von ber kostspieligen Kulissenmechanik zu be­freien unb bafür eine künstlerisch organische Szenengestal- tung unb bas schöpferische Eingreifen ber modernen Malerei unb bckorativen Raumkunst zu ermöglichen. Gleichzeitig soll burch bie als Amphitheater geschaffene Einrichtung des Hauses für bie Zuschauer die Richligstellung der Bühnen- perspektive erreicht werden. So soll das Drama frei von allem Aufwand erdrückender Details als eine völlig in sich abgeschlossene Welt in ein richtiges räumliches Ver­hältnis zum Menschen gesetzt werden.

Die Verfügung der Liegnitzer Regierung gegen die Gesellschaft zur Verbreitung von Volks­bildung und die Erklärung des Kultusministers im preußischen Landtag veranlaßten den Neuen Frankfurter Verlag als Ver­leger der neuesten Schrift von Professor HaeckelTas Mcn-> schenproblem unb die Herrentiere von Sinne"" von dieser Schrift im Einverständnis mit bem Verfasser je ein Exemplar an tausend deutsche Volksbibliothekcn kostenlos zu verteilen.

Kleine K u n st ch roni k. Wlwenvruchs Raben­stein erin"" hat nun auch den Weg nach Ackinchen gesunden und wurde ain Hoflheater mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Fräulein Rottmann schuf der Berfabe eine Gestalt von plastischer und künst­lerischer Schönheit. Ter neue Jahrgang der Monatshefte für graphisches K u n st g e w e r b e (Herausgeber Kunstmaler Albert Knab, Verlag von Karl Flemming A.-G., Berlin und Glogau, Heü 3 und 4, 6. Jahrgang, zeigt mit jedem neuen Hefte Höherentwicklung, Klärung. Besonderer Wert wird jetzt auf das Thema K ü n st l e r t s ch e Reklame" gelegt, und es ift erstaun­lich, in wie feiner Weife bem ft a u f m a n n die Augen geöffnet werden. Tas geschieht in Leitartikeln, bie durch Ent­würfe unb Vorlagentafeln von anerkannten Künstlern wirksam unterstützt werden. Der Kaufmann stndet hier eine Fülle von An­regungen für geschäftliche Erfolge, aber er findet durch die Reich­haltigkeit der Hefte auch sonst manche Belehrung, manchen tünft- lerischM Genuß. Der Leiter der Düsseldorfer Akademie. Prof. Peter Janssen ist am Rlittwoch g e st o r b e n.

desEinzelgesprächsdoch eine ganz ungerecht­fertigte Mehrbelastung. Für Den praktizierenden Arzt und mehr noch für den den Arzt erwartenden Kranken ist es außerdem von großem Werte, daß der Arzt, wenn er seine Krankenbesuche macht, von unterwegs telephonisch zu Hause an fragen kann, ob nachträgliche Be- stellungen eingegangen sind. Seither war dies leicht aus­zuführen, man ibenutzre einfach das Telephon eines Patienten, der gegen Pauschalgebühr Telephonanschluß hatte. Später­hin wird man dies ohne Belastung ber betreffenden Stelle nicht mehr können. In vielen Fällen wird die Telephon- benutzung aber gar nicht angängig fein, da sehr viele Tele- phonstellen keine Sammelbüchse ausgehängt haben und man gar manchem Patienten doch nicht wohl bie Telephongebühr mit 5 Psg. in bie Hanb brücken kann. Wie bie Handels­kammern als Vertreter ber Geschäftswelt Protest gegen bie beabsichtigte Verteuerung bes Telephons erhoben haben, sollte auch ber Leipziger wirtschaftliche Verband als Ver­treter ber wirtschaftlichen Interessen des ärztlichen Stan­des entschieden Verwahrung gegen bie geplante Verteue­rung einlegen.

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An der russisch-türkischen Grenze herrscht Frieden.

Gegenüber den A.armi^au.^ic<,i^n wer englischen Presse über bedrohliche Truppenbewegungen in den russisch-türkischen Grenzgebieten' in Asien veröffentlicht berPetit Parisien" folgenbe, offiziös inspirierte Note: Tas hiesige auswärtige Amt hat weder von der österreichischen noch von der russischen oder türkischen Regierung irgendwelche Informationen erhalten, bie einen kriegerischen Konflikt befürchten lassen. Im Ge­genteile, bie hiesigen maßgebenden Kreise haben bie An­sicht gewonnen, baß sich in ben Beziehungen ber ge­nannten brei Kabinette nichts Anormales ereignet hat. Zubern können bie drei Ko n fli kts sto f fe, bas österreichische Sandschalbahnprojekt, die mazedonische Justiz- resorm und die türkjsch-russischen Gegenfätze in Persien aus keinen Fall eine Auseinandersetzung mit bewaffneter Hand rechtfertigen.

Nr. 43 Erstes Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 20. Februar 1008

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überschätzt und mißachtet? Es scheint, man kann von ihm nicht kaltmütig sprechen und ibn nach seinem wahren Wert einschätzen ohne Uebertveibung m Lob und Tadel. Tie Verzückten ver­gleichen ihn mit Shalespeave, die Pharisäer behandeln ihn als Pornographen, die einen roie die andern entbehren in gleicher Weise der rechten Beurteilung. Körperlich ist Wedekind ein kleiner Mann mit etwas schwerfälligem Gang, den schweren Kops auf eckigen Schilltern, ein fleischiges, glattrasiertes Schauspieler- geficht, sinnliche, seinschmeckerisa-e Lippen, fast stets gesenkte kurz­sichtige Augen. So macht er den Eindruck eines traurigen Wol­lüstigen, eines Schüchternen, der sich mit Frechheiten verteidigt und mit seinem Zynismus paradiert, um sein Inneres zu verbergen. Seine nirgends von tünstlerischcm Feuer oder genialen Licht­blitzen getragene Unterhaltung, die aber durch unvermutete Wen­dungen überrascht, ist die eines sehr klugen Mannes, der das Leben als ironischer uird amüsanter Zuschauer betrachtet."" Roau erkennt die künstlerischen Fehler, die in den moralisierenden und persönlichen Tendenzen der Wedekindsck)en Lichtungen liegen und betont das Groteske und Satirisck)e seines Stils.

Die Hebung deutscher Studentenkunst hat, wie bereits mitteilten, ein Unternehmen des Kgl. Landesgewerbe- museums in Stuttgart zum Ziele, welches durch eine Preis­ausschreibung und durch eine damck verbundene große Ausstellung neue Grundlagen schassen wird, um Kneipausstattungs- wesen und studentische D e d i k a t i o n s g c g e n st ä n d e aus ein höheres künstlerisches Niveau zu heben und Studenten­kreise mit ben Künstlerkreisen zu gemeinsamer ftuchtbringender Tätigkeit zusammenzuführen. Ein über alle deutschen Gaue ver­breiteter Ehftnausschuß, dem die besten Namen der deutschen Gelehrtenwelt angeboren, hat in verschiedenen Orten schon sehr erfreuliche Vorbereitungen getroffen. Vornehme Ehrenpreise und mehrere tausend Mark an Geldpreisen, welche durch Widmungen ftubrentifeber Verbände, sowie von Freunden der Studenten­schaft noch eine wesentliche Steigerung erfahren werden, stehen bereits jetzt der aus anerkannten Künstlern zusammengesetzten Jury zur Verfügung, Hunderte von deutschen Künstlern sind überall damit beschäftigt, originelle Entwürfe gediegen, aussühren zu lassen; zahlreiche Studentenvereine, sowie ganze Studentenverbände haben ihre Beteiligung in Aussicht gestellt. Ter König von Würt­temberg, derAlter Herr"" eines Studentenvereins ist, hat sich als Protektor an die Spitze des Unternehmens gestellt. Jährlich werden z. Z. über zivei Millionen Mark für künstlerisch nreist recht wenig bedeutende Gegenstände ausgegeben, während dieselben Summen, dem tüchtigen modernen deutschen Kunsthand- ivert zugeführt, von atüv. oßter Wichtigkeit für das fernere Ge­deihen sein könnten.> . trennen uns ton dem Eiw-

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