Ausgabe 
21.9.1908 Zweites Blatt
 
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bem allmählich zu Arbeit und Erwerb immer unfähiger, die modernen ZorifDetträge erschweren dazu die Befthäf- tigung der halben ?träftc zu geringerem Lohn Unent­behrlich sind darum die rvanderarbeitsstätten sNaturalver- pslegungsstarronen , die eine Ausscheidung der Arbeitswilli­gen und Arbeitsfähigen ermöglicht. Jtad) dem neuen preuß- (Gesetze ist es möglich, die arbciisfcheuen Elemente der Be­strafung zuzuführen. Erwerb sun-äh ige Wanderer nrwscn aber seßhaft gemacht werden. Es ist sinnlos und lieblos, sie rastlos in der Welt herumziehen zu lassen. Freilich muß die Gleicl)gültigkeit und Unbarmherzigkeit vieler, nament­lich kleinerer Armenverwaltungen überwunden werden, denen Abschiebung der Fremden bequemer erscheint, als deren Ueberführung in geeignete Pflege ES ist reine Ent­schuldigung dafür, daß es sich ost um durch Alkohol her- untergekommene handelt. ES sind so viele Idiotische, Epi­leptiker, psychisch Belastete varunter. Da muß geholfen werden, teils nur:.'; Be . . . instalten, durch Bildung

besonderer Arbeitskolonren für beschränkt Erwerbsfähige feitenS des Staats und Gemeinden. Allerdings ist eine geduldige Erriehung mit Arbeit, und gegen die unverdefscr- tich arbeitsscheuen Elemente die Anwendung von Zwangs- maßrcgeln nötig, d. h., da die L-trasrechtspflege, wegen der Unkenntnis oer wirklichen Verhältnisse auf diesem ($k- biet bei unfern Richtern, versagt, des Arbeitszwangs auf dem Verwaltungswege. Auch hier handelt es sich vielfach um Jugendfürsorge, vielfach um Bekämpfung von Volks- feuchen.

Der Mitberichtcrstatter, Pastor Oskar Sell aus Leipzig, geht auf die praktische Ausführung der Fürsorge für erwerbe beschränkte und erwerbsunfähige Wanderer ein. Rur tvcim für sie geeignet gesorgt wird, kann mau das gedankenlose .Almofengebcn bekämpfen. Ein Allheilmittel dieser riranll^cit am Bolkskörper gibt c» freilich nicht. Auch für diese Arbeit gelten die drei Grundsätze der armenps legerischen Praxis: Individualisierung, Arbeit von Mensch zu Mensch, Vor­beugung.

Tie Trinker, die Tuberkulöse unter den Wanderern be­dürfen besondere Behandlung in geeigneten Anstalten zu längerem oder dauerndem Aufenthalt. Alle Arbeit muß getragen sein von einer sozialpädagogijcheu Gesinnung. Davon muß Sei hing und Personal der Anstalten durch­drungen sein, wofür von der Mitwirkung gebildeter »veib- licher Kräfte viel zu erwarten ist. Auch außerhalb der Anstalt bedarf es eines Kreises von Menschen, die in dieser (tief Innung bereit sind, an diesem Fürsorgewerk mitzuarbeilen durch persönliche Beratung, Aufsuchung von Arbeit usw.: Viel verdrießliche und traurige Arbeit ist zu vermeiden durch Vorbeugung. Darum dankbar zu begrüßen alle Arbeit der Jugendfürsorge, die namentlich den Schülern der Hilfs­schulen und den Fürsorgezöglingen zuteil werden muß.

Sozialdemokratischer Parteitag.

4.. u. £>. Nürnberg, 19. Sept.

Ter Parteitag nähert sich seinem Ende. Nach den tenv pevamentvollen AuSeinanl

das Iutcrcssc nn den weiteren Beratungen stark nachgelassen. Bebel läßt sich nicht mehr sehen, auch viele süddeutsche Dele­gierte sind bereits heim gereist. Tic Pressetische sind fast leer.

An erster stelle referierte Micl*StagSabg. Geher über die R e i ch S s i n a n - r c f o r m. Er legte eine Resolution vor, in der cs heißt: Tie Steuern des Rciclies sind ungcDcrfrt und unwirtscl^ftlich. Durch die Zölle und Verbrauchsabgaben wer­den die iirmftcn Klassen der L^völkernng am schärfsten ge­troffen. Dabei koynni nur ein geringer Bructzoil der Millio­nen, die die Steuerzahler ansgeben, in die Reichekasse. Deo größte Teil stießt in die Taschen oer Gioßgrmidbcsitzcr und t^roßkapitalisteii. Gesunde Finanzperhiltiiisse können nur gv° scl»affni werden, wenn die Ausgaben für Militär, 'Marine und Sinfonien l-erabgcsetzt nnd die Steuern oer Zohlungsfähigkell der Steuer ui hier an gepaßt werden Ter Parteitag protestiert gegen bic Erhöhung bereits best.hcnder, sowie die Einführmig neuer Steuern auf Massenverbrauchsartikel. Insbesondere protestiert der Parteitag gegen die Banderolenstcucr auf Zigarren und Tabak, sowie gegen die Erhöhung der B l e r st e u e r. 3-erner protestiert der Parteitag gegen Steuern auf Licht und Kraft. iPetroleum, Ga-.', Elektrizität. Der Parteitag fordert die Ab- schasfung aller indirekten Steuern, Zölle und sonstiaen steucr- politifchen Nfoßnahmen, n>cld)e die Interessen der Allgemeinheit ben Interessen einer bevorzugten Minderheit ovjern. Er fordert die Einführung einer stufenweisen steigenden Reichs-Einkommen- uitb Vermögenssteuer, die Reform der Erbschaftssteuer durch Hcran- tziehung aller größeren Erbschaslen und Erhöhung der Steuersätze uad) dein Umfange des Erbgutes und nach dem Grade der Vcr- n»andtschaft. insbesondere die erbsdxiftsftcucrlidic Heranziehung des Erbgutes jur Ehegatten und SHnber. Geher lvendct iid) gegen die veimlichtuerei gegenüber den neuen Steucrplancn. Tic ganze

THnanireTorm sei nichts weiter alS ein frivoles -Mel Der 'Jiame ist nur eine wohlwollende Umi<fcr.jung für Lteuererbohung

Tie Resolution wird e-.nst-.mmig angenommen. Be­schwerde kommi'scon berichtete Über den Slusichfon von em^lnen i^nosfen. Untre anderem schlägt sie vor, den <ruhrer der foka- listischen Berliner LLganisaLwnen Wiesent Hal audzuiwlietzen.

Der Parcruag fprubt den Ausschluß W efenthalS auS

Tann beschäftigte man sich mit der sZrage der u gen»- organisat.on. Tie Zahlreich vor.ie renden Anträge waren einer Hommniion überw.efrn worven. die durch Haale-LönigSverg eine Resolution unterbreiten ließ, m bet e» heiBi: -t/tc Förderung der Bildungsbestrebungen der lug-nidlichen Arbeiter und Aroeitrnnnen ist ruie wichtig« 'Xu gäbe un vnnanMPatwruv- kämpfe der Arbeiterklasse. Tee Parteitag verpflichtet tue Crgam- sationen, dafür zu sorgen, daß die Arveiieriugend im ^rnnc der prolerari'chen Weltanschauung erzogen wird. Um d:eies Ziel zu erreichen, sind S3orvrjge zu ceranitalten. die dem Erkenntnisver­mögen der Jugend an gepaßt sind. Daneben ist durch Veran­staltungen ernsten und battren Inhalts, sowie durch Lport und Spiel, Unterhaltung uno Geselligkeit zu Pflegen. Zu vielem Zwecke sind ui den einzelnen Orten besondere Kvmn igionen zu bilden. Die Teilnahme an den Vorträgen und, sow-eir cs mög­lich, auch an den anderen Veranftalcungen ist unentgelt'ich. Die üommis'lonen sollen dahin wirken, daß die v-cwerkidiaNSkartelle für den Lehrlingsfchutz etnUtien Ter 'ßarteilag beauftragt den Parteivrrstano mit oerHerausgabeein es Organ S zur Auf­klärung der jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen. Die wirt­schaftliche Intcressenverrrrtung und die Entscheidung über poli­tische 'Barlr.fragen bleibt nach wie vor lediglich Aufgabe der gcwerksäxrftl-.cben und politischen Ctganifotionen.

Tie RejoUttwn wird emstemmig angenommen.

Singer: Losfenrl.ch wird diese neue Waffe, btt wir uns. geschmiedet haben, dam helfen, die Jugend mu dem Geiste deS ^oziali'mus zu erfüllen. c. ., .

Es fomni bann Anträge zur Beratung, btc fich Mit bet Agitation bqchäftigai.

T hiele-Lalle tritt für emen Antrag ein, wonach durch Flugblätter usw. darauf aufmerksam gemacht werden soll, daß durch private Vereinbarung vor Eingeh-.n eines ländlichen Dienst- verhältnisses die von der Gesindeordnung festgesetzte Kündi- gungSzeit ausgehoben werden kann. Der Antrag wird an* genommen. . _ . m

Tann beschäftigte man sich mit Anträgen über Presse und Literatur. Ein sächsisd>er 'Jlntrag sür ivürbigtre Ausgestal­tung der Alaifest-Zcitung wird angmommen.

Ein Antrag Nürnberg tritt für eine ständige Arbeit- komm iss ion ein, bic für den nächsten Parteitag erne Erörterung der 'Jlfliarirage vorbereitet. Ter Antrag iinrb in der o-orm angenommen, daß der Vorstand ausgeford.rt wird, eine Konferenz zum Studium der Agrarfrage cinzuberusen.

Ein Antrag Hamburg und Lamm erklärt, daß ein Genosse der deutschen Turncrschast nicht angehörcn darf. Ter Antrag wird angenommen.

Ein Antrag Königsberg i. Pr. regt eine Nekr uten- Abschiedsfeier an.

Reicl^tagsabg. Zubeil empfiehlt vor allem rege Agitation unter den 'Jicjerviften. Ter Antrag wird angenommen.

Eine Resolution erhebt eiieraischen Protest gegen bic Ausnahmegesetze geaen die Polen und besonders gegen das Verbot der Muttersprad)e in öffentlichen Versammlungen. Zu­gleid) werden die polnischen Proletarier aufgefvrdert, sich der Partei anzuschließen. Der Parteitag stimmt einstimmig zu.

Eine Resolution über die Kriegshetze fordert Oie Genossen auf, gemäß oer Resolution deS internationalen Kongresses in Stuttgart mit allen in Betracht kommenden Mitteln lür bic llebcrroinoiing des chauvinistisd)cn Geistes und die Sichenlng des Friedens einzutretcn.

Klara Zetkin weist auf die Kriegsgefahr hin, die durch das Treiben literarischer und w i s s c n s ch a s t l i ch c r Zuhälter entstanden sei. Tie Resolution wird einstimmig angenommen.

Singer: In Berlin tagt eben unter der Aegide des Fürsten Bülow ein Friedenskongreß. Englisd)e Arbeiter kommen im Interesse des Friedens nad) Berlin. In diesem Augenblick sprechen wir uns noch einmal für den völligen Frieden aus. (Scbb Beifall.)

Es folgen die V o r standS w a h l e u.

Singer: Damit ist unsere Arbeit erledigt. Ich danke den Nürnbergern für ihre Arbeitsfreude, durch die sie unseren diesjährigen den sünfund zwanzigsten Parteitag ermöglicht baden. Wir haben reiche Arbeit erledigt. Wir haben durch Reso­lutionen unsere Meinung kundgegeben. Dir haben unser? Feind- schaft gegen den bestehenden Klasscnstaat luiebcr scharf hervor- gchoben Die Jugend wollen wir kampfbereit machen Aus­räumen müssclt wir mit dem Duste öden Krams, mit dem die stopfe der Jugend in der Schule gefüllt werden. Heiß umstritten wurde die ^ragc der Bnd^ctbewilliguiig. Vor 40 Jahren wurde hier bcschlo)scn, die Arbeitervereine loszulösen aus dem Banne bürgerüdjer Vormmidschast. Tamals wurde den deutschen Ar­beitervereinen ein sozialdemokratisäicS Prvgranmi gegeben. ES wurde befchlosjen, daß der Kamps nur geführt werden könne durch bic Arbeiter selbst. Lier haben wirausgesprodicn, daß der Kamps, den wir führen, nicht geführt werden darf in einem Sinne beö Entgegenkorn-

von bet Tarnegie Institution in Washington errichtet. Es hat einen Turchinesser von nicht weniger als zweieinhalb Metern. Wie derGaulois" berichtet, leitet Prof. Ritchez )ie optische Seite der Arbeit. Die Maschine, die zuin Schliff de> Oilases bienen soll, ist der Vollendung naljt. Dir Glasblock, der zur Verarbeitung kommt, hat das Riesen- gewicht von 4500 Milb; nach langen Vorbereitungen gelang der schwierige Guß dieses gewaltigen Ellasklumpens in der Fabrik zu Saint^Gobain ohne jeden Zwischenfall.

Die Zerstörung eines vorchristlichen Denkmals ist durch eine merkwürdige Ver- ständnislofigleit erfolgt. Th. Benecke teilt darüber int der ZeitschriftRiederjachsen" näheres mit Es handelt sich um die einzige, bisher noch vollständig erhaltene Stein- lummer im Landkreise Harburg, um ein herrliches St ein grab nahe bei dem Orte Alvesen (I1/* Wegstunde von Harburg- am Rande des sagenumwobenen Kgl. Forstes Rosengarten. Der Kinftlid) aufgetragene Hügel hatte bei Meter Höhe einen Umfang von 60 Meter Die Kammer selbst nnirbc erst vor etlichen Jahren entdeckt. Mancher Altertums­forscher und Tonrist stand an dieser einst geheiligten Stätte und ließ die ^schichte ziveier Jahrtausende an Jirf) vor­über ziehen. Selten hütete sich jedermann, diese ötälte zu enttvelhen Und nun Ixit der eigene Besitzer diese einzige wirNiche Steinkammer im tveiieftcn Umkreise vollständig zerstört: einmal, um bartniS gute 1 -* Kubikmeter Pflaster­steine zu gewinnen, zum andern aber, weil ihm die Be­sucher angeblich das Korn zertraten. AIS ihm Benecke ernste Vorwürsc machte, iinttvoriete der gute Mann:Tat güng nid) miyr so wieder, be Hamborg er pett't mi den ganzen Roggen dahl." Der ointlidie Schutz des Denkmals schei­terte, ivctl der Besitzer sich weigerte, das Stückchen Acker mit dem Grabe und einem Zugangswege an das LaiideS- bireftorium zu verkaufen.

A r d)äo l o g i f d) c Fuiide in Tibet. Rach Mit­teilungen des Fvrjchiingsrc'isendcn Tr. Stein aus Shotan Vorn l >. Juli sind in Kara schar Tibet in der nvrdöst- lidicn Ecke der Tarimwüste mälde und Skulpturen gefunden worden, die vorherrschend graeco budhiftijchen Ein­fluß verraten. In den Xmmmem eines verfallenen Dacht- turms auf einem einsamen Hügel in der Nähe von Masar- Tag wurde eine große Sammlung von Schrift stuck en auf Holz und P.ipier gefunden, bic hauptsächlich indischen.

ck)incsischen und tibctanisd-en Ursprungs sind. Die Schrift­stücke stammen frühestens aus dem achten oder neunten Jahrhundert und gehören offenbar zur Periode der tibeta- mfd>cii Invasionen. Stein beschreibt in den Mitteilungen aud) die gefahrvolle Reise durch die Wüste, wo sich der Kerufaflun im Sande verläuft.

Uder die neuesten Ausgrabungen auf dem Forum Rom an um wird derKunstdirouik" berichtet: Giacomo Boni, der verdienstvolle Leiter der Ausgrabungen auf dem Forum Romanum, hat jetzt den Titusdogcu zum Mittelpunkte feiner neuesten Arbeiten gcinad)t und dabei interessante Funde anS Licht gefördert. Nadidcm die großen Pflastersteine der aud augusteischer Zeit stammenden Bia Sacra entfernt waren, fand man ein aus der römischen Republik Zerrührendes Pflaster mit etwas kleineren Quadern und viel tiefer darunter einen noch älteren Weg, bei mit dickem Flußkies bestreut war. Tie Heinen Schleusen neben diesen Straßen ergaben eine reiche Ausbeute an Fragmenten von römischen Lampen, unter ihnen eine bleierne tunische Ampel, und schönen Glaspasten mit figürlick-cm Schmud. Auch für bic Richtung, in bet die Via Sacra verfiel, find neue Anhaltpuukte gegeben. In der Nähe deS TituS- bogens kamen große Tuffblöcke von ben Grundmauern eines mächtigen Baues zum Vorschein, bic als Reste deS Iupitcr- Stator-TempelS gedeutet werden. Ten Tempel umgaben kleinere Bauten, über die im Mittelalter neue Gebäude aufgefuhrt wurden. Außer diesen Arbeiten am nördlichen Ende des Forums werden auch die Ausgrabungen der Ba­silika Aemilia eifrig gefördert, so baß im Laufe deS Herbstes die noch übrigen 3000 Quadratmeter Erde entfernt fein werben und damit die ganze Basilika freigelegt ist.

Kleine Chronik aud Kunst und Wissen­schaft. InWiedbaden ist, wie bicD.cSb. Ztg " mit* teilt, ber Ornamenten- und Myihenjorscher, srahcrc Direktor der Kunstgcwerbefchulc in St. (Wien, Friedrich Fisch, ba ch, im Alter von 69 Jahren geswrben. Der Dahmgc- schiedene, der aud Aachen stammte, gründete lbtk> ein Mustcr- zeichnungSatelier in Bien. Tas Badifche Minlsterium bo- üntragte bei der Stuttgarter Oberftaalsanwaltschaft das Strafverfahren gegen den vcrannDortlid>en Redakteur des ,. Sirnplizis s l m us wegen Beleidigung des Großherzogs von Baden.

menSacsenbiebürgcrl,ckeGc,c!l,äba,t.Dir unsere Politik weiter auf dem Boden des Uancnkcnnpsts iilfcrrn. Jedes Entgegenkommen gegenüber den bürget, lieben Parteien ist » u r ü d i u ro e o en. xerJLampf die Franc der Bud^ethewilligang war heitz. Er m zu ^aoc. Venn die'er Gegenstand lociia berührt iverden sollte m bei «.resse und m ben B-reinen, dann bitte td> ^ne ie-de biilenntg zu tun rcb.cac Ausgaben st-h i ber Pan.i ben-r ES wäre gerade.u felüstmörderifch, wenn Oie Fregr cuf» in ber heftigen Weise diskutien rvunx-. ine tu3 .rschetz« und r. mußte. Tvür und bandelt es sich ben«, emig und geschfo'sen zu ÜIN. tu:nit wir oen m-ä'^gen «gner Nieset ringen. Ter iranb ist nicht in uniev.n Rrih.n, her strdt draLj - (Beifall.- Ich hoffe, daß auch die juddeutschen c»,. nossen von nun a n d i c Dege finden werde», bit Bejchlüsfe des Parteitages zu respektieren, müfien eimj fein. Vori^irrS an Oie ÄrLtü! T.e Fuhne» jur: Kumpfe gegen fißpualu.nu* und Militarismus! üce bettHhe Äojialbenwfrauc lebe ivxb. (Lebd. Beifall-

Unter Äbimgung der Ar>eiteimarfeillatsr hatte der Partei tag um 1 Uhr sein Ende erreicht.____________________________

21 us unt

Gießen, 21. Sept. 1906.

Fnbiläum des Gießener volksbadeS.

AuS 'Anlaß seines lOiährigen Bestehens Halda« Siebener VolkSdad heule geflaggt. Unsere Stadt roac W erste Mittel- oder Kleinstadt, bic eine solche jüc die gefan-.# Bevölkerung segensreiche An ialt errichtete.

Der bürgerliche Gemeinsinn in unserer Stadt brachte et zuwege, damals eine Einrichtung zu schaffen, die seit terra bestehen für andere Städte vorbildlich wirkte.

Wohlhabende Bürger gaben die Hälfte des zur Er. richtilng einer DolkSbadcanstalt erforderlichen Kapital- bet. ben Rest stellte bie Stabt zur Verfügung, die sich weiter o«» pflichtete, innerhalb 25 Jahren bie von privater Seite vor» geschoffenen Beträge zu amortisieren. In ben ersten r n VetriebSjahren arbeitete baS Unternehmen mit einem Fr!;', betrage von 10 000 TL, ben bie Stabt beckte, ieitbeui ronbei Zuschüße nicht mehr crsorberlich. ES wurden sogar |tbrt Jahr kleine Ucdcrschüffc erzielt, bic für Verbeffetungen ba Anstalt Perivcnbung fanden. AllerbingS konnte bisher rnt Verzinsung beS im Volksbad angelegten privaten und städN ch« iapilatS mit der man übrigens von vornherein cmch nicht gerechnet hatte nicht erzielt werben, trotzbem ieit Befiek«, bcr Anstalt nahezu eine Million Bäder verabreicht ioutO:n.

Ist auch eine Dicnlabilität ber 'Jlnflalt im vollen Lir« nicht vorhanben, so besteht doch darüber Einigkeit, baß ras VolkSbab für unsere Stabt unentbehrlich geivocben ist. euu Wohltat für Arni und Reich, die nut bem ZuiSoerlujt bd von der Stabt bafür angelegten Kapitals nicht zu teuer er­kauft ist. Die 9ln|"talt wurde nach Planen beö Architekn- HanS Meycr hier erbaut. Tie Installation unb bie Lieierun. bcr Einrichtung ivurbe von ber Firma H. Schaff laedt h« >cforgt.

Die Benutzung beS Volksbades seit seinem Bestehen. o?'i vorn 21. September 1898 biS 1. April 1908, stellt sich w< folgt: Im ganzcii wnrden 973 693 Aäber verabreicht, ui zwar 591 928 Schwimmbäber. 165 778 lifonnenbtic.

198 875 Brausebäber und 17 112 hygienische Bäder, ter Wasserverbrauch stellte sich m den abgelanfenen 10 Iat.-c auf 444 490 Kubikmeter. An Kohlen wurden 72 782 Jartwr verbraucht. .

* Vom Großh. Hofe. Zur Mittagstafel au|$#^ schloß WolsSgartcn ivarcii n. d.Tacmft. Ztg." am ^ams«ß geladen: Die Erbprinzessiu von Meiningen, die Urr.- prinzefsin von Griechenland und bie Prinzessin Friedru: Karl Don Hefscn. Im fiaufe deS Nachmittags kehne» bk Herrschasten nach Schloß Fcicdricbshof zurück.

* Ordensverleih »ing. Seine Kgl. Hoh. der Ä r o s- Herzog haben dem Major v. Schaumann im Qrora Generalstabe, seither im Gencralstade bcr Heff. (25.) Division daS Ritterkreuz 1. Klaffe des BcrdienstocbeuS Philipp- bd Großmütigen verliehen.

' AuS bem Forstdienst. Erledigt sind: die zitüt be 3 Oberförsters ber Lberfürsterei Wind Hausen: bie Stelle dcr Forstwarte ber Forstwartei Arn - ha »n, Odeiförftnr Wahlen, bcr Forslwarlei Lichtcnklingerhof. Lberföi'ien Walb-Tlichelbach, unb ber Forstwartei Seilbach, Ctc- törflerei TreiS a. d. Lda.

In den Ruhe st and wurde versetzt am 5. cav lcniber d. IS. der Lehrer an der Geineindeschule zu Ai> Lechtern, flreid Heppenheim, Gg. Pfeifer auf sein suchen, unter Anerkennung seiner mehr alS 50jährigen trrun Dienste.

* * Der Partei ta g deS freifinnigen Lande»- Vereins Iinrb, wie bereits mitgeteilt, am 2i; und 27 in o r in s stattfindc n 2 'c i' '.gung beginnt am 26. abew mit einem gefelltgcii Abend Nach Erledigung bcr öffc» itagSverhandlungen juiOct am

1 »4 Uhr eine große ö f f e n 11 i di c Verfarn inlungX- in welcher '!< 11, Geheimrat

Iuftizrat Reh und andere cniSwärtige Politiker ipw<t* werden.

Akademische Fcrienzufammenkunft Donnerstag fand in Tarmftadt eine FcricuzujamincnkuL bcr SSerbänbc bcr wissenicdastlichen Verei» Gießen unb Heidelberg statt eine Ohefoen unb Heidelberg, die Math -Rat Sr: eine Gießen und Hcidclberg, sowie der Alad.-Theol. Lenr Gießen.) Schon in früljer Stunde waren die allen Herr» und BerbandSbruder in großer .Zabl cinflciroffcn, ung-* tonen an ber Zahl. Nack» Vegr ' ..n , :

DarmftäDter BerdcindSbrüder ging man durch einigt etui" der Stabt (Meßen 11 Uhr trafen sich die Gäste bei eine:

-

Anlaß, eine Huldigungsdepesche an die Lanoeso.rrui' senden, worauf bald eine Antwort emtras. 8;1 Nachmittag teilte sich bie löesellschaft; em Tell der besichtigte bie LaudeSauSstcllung, während em anber: unter kundiger Führung inen Spa/.ergang but± de' Damistädler Wild machte. Um bic T :ra»"

sich wieder im Fürsleufaal, wo eine fröhliche kneipe alt « jung noch einige Sttindcn zusammenhielt

Zivildiencr-Witwcnkasse. Der im Stufr* stand bcsindliche Ministerialrcoisor bei dem Mimsteriu n d' Finanzen unb erste Beamte bei bem Forsloermeffung«- ur- TaxationSburcau. RcchnnngSrat Znedr. Wimmenoucr, Darmstadt, wurde auf sein Nachinchen, unter «nerfennue: seiner auch in dem Rcbenanite gdfifietcn longfähngen treu- Tlenste, von bet Versetzung ber Sekretariat-- unö Registtado- gsschäs»« wegen der Zwilbiencr-Witwenkaffc enlhobm.