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21.1.1908 Erstes Blatt
 
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haben wie alle ar- loickirren; zu leider len, baß bei Liest ifhtute vielfach vo: Ungünstig merbc die Äonkuirenz k Sarenbäider, bint egenüber die Lmd Stand Haden. Weigerung btt nfluffung bei Geld Meide gesagt hck ewerde.

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Das gewerbliche Schulw! esen untersteht der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe. Im Anschluß an diese Schulen i_nd Fachklassen errichtet, ebenso bestehen einige selbständige Fach- d)iilen. Eine größere Zahl Jnnungsmitglieder ist als Lehrer 4"her in sonstiger Eigenschaft bei diesen Anstalten beschäftigt.

Das Fortbildungsschulwescn ist durch Gesetz und ztvar obligatorisch geregelt. Der fachlichen Gliederung ö ?§ Fortbildungsschuluntcrrichts wenden wir ständig unsere Auf­merksamkeit zu. Auf unsere Veranlassung hat das Großh. Mini­sterium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten Erhe- b.ingen anstcllen lassen, deren Ergebnisse in unserem letzten Jahrcs- ' bericht niedergelegt sind. Einige Berichte zeugen von ständiger ;i Förderung der fachlichen Gliederung des Unterrichts, soweit sie I snch unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse durchführen ließt.

Klagen kommen des öfteren über ungünstige Lage der Unterrichtsstunden in der obligatorischen Fortbilbungs- sichule. Selbst da, wo der Handwerker sich mit der Verlegung dies Unterrichts auf eine Zeit einverstanden erklärt, in der Körper umd Geist des Schülers noch frisch und rege sind, wird be- bnt, daß doch nicht zu verkennen ist, daß oft genug das in t»er Schule Erlernte in keinem Vergleich steht zu den Nach­teilen, die sonst entstehen. Wir wissen sehr wohl, wie außer- oordentlich störend es ist, wenn oft kurznach der Mittagspauie beer Lehrling die Lehrstelle verlassen muß, und das unter Um- I svänden zwei-, dreimal die Woche, daß hierdurch von der er- s )rderlichen Lehrzeit ein nicht unbeträchtlicher Teil abgeht, der iiitr Ausbildung nur zu notwendig erscheint. Besonders im Schlosst-, Spengler- und Jnstallateurgewerbe machen sich diese ! Störungen häufig in recht unliebsamer Weise inbezug aus die 8 Fortführung der Arbeitstätigkeit der im Betrieb beschäftigten Arbeiter bemerkbar. Wir sind ständig bemüht, tn dieser Fra^ I die Interessen des Handwerkers mit denen des Schülers nach 1 Möglichkeit in Uebereinftimmung zu bringen. Die Ueber^eugung ! iglaube ich dabei aussprechen zu dürfen, daß bei der Verfchieden- awtigkeit der Beurteilung des Unterrichtsbeginns m den Kreisen des Handwerks sich auch hier eine glückliche Lösung wird finden lassen.

(Auf unsere Bestrebungen sind eimge Vorbereitungs- kurse für Meisterprüfungen abgehalten worden, die günstige Resultate aufzuweisen hatten. Wir, werden uns den Ausbau dieser Kurse immer weiter angelegen sein lassen, die aus ? die Teilnahme an den Meisterprüfungen von nicht zu unter» s hätzender Bedeutung sind. Vor den drei Prüf imgskormmst tonen j ;aben bisher die Meisterprüfung bestanden in

1902 1903 1904 1905 1906

112 151 135 125 138

Von 1907 liegt das Ergebnis noch nicht endgültig vor.

Was nun die Durchführung des Handwerkergesetzes von 1897 belangt, so hat dieselbe immer weitere Fortschritte gemacht. Unsere fortgesetzten Veröffentlichungen in den Tagesblättern, die ständige Revision der Gewerbebetriebe durch unsere Beauf­tragten bringen es mit sich daß die Maßnahmen, insbesondere auf" dem Gebiete der Regelung des Lehrlingswesens, welche das Handwerkergesetz vorsieht,, immer mehr Beachtung finden unb Uebcrtretungen immer seltener vorkommen werden. Es Liegt mir ferne, irgendwelche Schönfärber in meinem Bericht »u bringen, aber ich glaube doch, daß darauf hingewiesen i rerben bart, baß eins unzweifelhaft besser geworden ist, und t ii Laufe der Jahre immer besser werden wird, das ist das

mehr wie bisher zum Ausdruck kommende Standesbewußtsein des Handwerkers. Aeußerlich habe ich schon den Beweis hierfür in der stattlichen Anzahl der Teilnehmer an unserer heutigen Tagung und die Gewißheit habe ich weiter, daß mit der Zeit bei allen auch die Erkenntnis kommen wird, daß die Wünsche und Be­strebungen, die der Handwerkerstand hat, nicht nur bei seiner Interessenvertretung, sondern auch bei der Regierung eine wohl­wollende Prüfung und Entgegenkommen jederzeit finden. Ich habe gesagt, das Staiidesbetvußtsein des Handwerkers ist wieder lebendiger geworden, das Interesse des Handwerkers an feinen Fragen hat immer mehr zugenommen, der Handwerker hat wieder mehr Zuversicht zu sich selbst und zu seiner Tätigkeit bekommen. Die überaus zahlreichen Anfragen, Wünsche, Mnregungen, An­träge und berg!., welche doch in jedem einzelnen Fall unter sachlicher Würdigung der Gründe durch uns bearbeitet unb an biefer ober jener Stelle vertreten werden müssen, die legen schon Zeugnis hierfür ab unb geben schon ein Bild von der Zu­nahme unserer Arbeitslast. Die Anerkennung, welche uns hie unb ba aus den Kreisen des Gewerbeftandes und von Einzelnen 8um Ausdruck gebracht wird, sowohl das Bewußtsein einer guten und großen Sache der Förderung des Handwerkerstandes zu dienen, befriedigt uns vollauf.

öermOdfotes»

* Ein schweres Eisenbahnunglück in Ober­italien. Am Abend des 20. Jan. fand bei Pont Aquabella ein Zusammenstoß zweier Züge statt. Bisher wurden neun Tote aus den Trümmern gezogen. Der Schatzminister Careano, der sich in dem Zuge nach Rom befand, blieb unverletzt. Kurz vor Schluß der Redaktion lief noch folgendes Telegramm ein:

Mailand, 21. Jan. Von den bei dem Eisenbahnunglück Verunglückten sind bis jetzt 25 geborgen, darunter mehrere schwer Verletzte. Die Namen konnten noch nicht sämtlich festgestellt werben, doch wurde bis jetzt kein Ausländer unter den Sserun» glückten ermittelt.

Universitäts-Nachrichten.

Aus Tübingen wirb uns b r a h t 1 i ch gemeldet: Der Proiessor für gerichtliche Medizin Medizinalrat Dr. von O e st e l e r wirb nach Schluß des Wintersemesters in den Ruhestand treten.

R.B. Darmstadt, 20. Jan. Ter aus Ermordung der Elisabeth Dörsam von Mar len dach durch den Landwirt Johannes Göhr I. daselbst erwachsene R ech t s st r e i l, welcher in der Zivilkammer II des hiesigen Landgerichts anhängig war, ist kürzlich durch Vergleich erledigt worden. Die bejahrten Eltern der aus verschmähter Liebe meuchlerisch 9iiebergeslochenen halten, da dies ihre einzige Stütze im Betrieb der klemen Landwirtschaft gewesen war, gegen den Mörder auf Schadenersatz (entweder 2500 Alk. einmalige Abfindung ober 350 Mk. Jahresrente nebst 125 Mk. Beerdigungskosten) geklagt und der für das Vermögen des seit der Tat verschwundenen Göhr gerichtlich bestellte Pfleger hat sieh zu folgendem Vergleich verstanden. Hiernach erhalten die Ehe­leute Dörsam zur Begleichung aller Ansprüche 1200 Mk.

Innsbruck, 20. Jan. Ter Beginn des Prozesses gegen 42 wegen der Ueberfä11e aus deutsche Turner in Ealliano und Persen angeklagte Personen ist auf den 27. d. Alts, verschoben worden. Ter Prozeß, der in italienischer Sprache geführt ivird, dürfte 14 Tage bauern. Es sind 34 Zeugen vorgeladen, darunter vier Berliner.

Markte.

Gießen, 21. Jan. Marktbericht. Auf heutigem Wochen- markte kostete: Butter pr. Psd. 0.901.00 Alk., Hühnereier 1 Sb 910 Psg., Käse pr. St. 68 Pf., Kasematte 2 St. 56 Psg^ Erbsen p. Psd. 1824 Psg., Linsen p. Psd. 2540 Psg., Tauben pr. Pr. 0,80-1,00 Alk., Hühner pr. St. 1,001,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk., Gause pr. Psd. 6070, Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Alk., Ochsenfleisch pr. Psd. 8288 Pfg., Kuh- unb Rinbsleisch pr. Pfund 8082 Psg., Schweinefleisch pr. Psnnd 7084 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psd. 88 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 7080 Psg., Hammelfleisch pr. Pfb. 6484 Psg. Kartosselii pr. 100 Kg. 5.506.00 Alk., Zwiebeln pr. Zlr. 5,006,00 Alk., Milch per Liter 20 Psg., Weißkraut per etücf 0-00 Psg., per Zentner Alk. 0.000.00. Aepfel per Zlr. 1025 Mk., Birnen per Zlr. 1025 Alk. Russe 100 Stück 4000 Pfg., per Zlr. 000 Alk. Marktzen von 82 Uhr.

Die Marktpreise für Bich und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brolpreife am 20. Januar 1908.____________

Höchste Schlacywiehpreije m Frankfurt a. 3)L

sZleischpreise m Gießen

Achsen

50 Kg. Schlachtgewicht 7580 Mk.

'/, Kg. 82-83 Psg.

Kälber Schweine

, Kg.Schlachigew. 9295 Pi.

r 60-61

'/, 7080 7084_____

Getreibepreije in Ntanuherm

Brotpreije in Gießen

Weizen 100 Kg. 23.50-U0.00 Rck.

|'1bei|3broi 2 Kg. 62 Pig.

Roggen 100 Kg. 21.50-0^.00 Atk.

Schwarzbrot 2 Kg. u8 P'g

fc. Frankfurt a. M., 21. Jan. Heu- und Strohmarkt (Org.-Tel. d. Gieß. Anz.) Angefahren waren 15 Wagen Heu, 4 Wagen Stroh. Bezahlt wurde für Heu Alk. 3.3o3.c0, für Siroh Alk. 2.60-2.75, Alaschinen-Langstroh Alk. 2.15-0.00. Alles für 50 gk. Geschält ruhig.

<9ctseBiabZ>ral)tiEici0uBis^n«

Köln, 21. Jan. Der rheinische Städtebund beschloß in seiner gestrigen Tagung, auf der 69 Städte vertreten waren, beim Handelsminister gegen bie besondere Staatsaufsicht der Elektrizitätswerke auf deren Kosten zu protestieren. Der Städtebund ersucht weiter den Minister um Freigabe der Filialsteuer.

Kiel, 21. Jan. Zu einem vom Prinzen Adalbert tn der Seebadeanstalt hier veranstalteten K o st Ü m f e st erschien, nachdem der Kronprinz und Prinz Joachim bereits cingctroffcn waren, unerwartet der Kaiser. Während der Polonaise legte der Monarch seinen schwarzen Domino ab und trat in den Saal im KostÜm des Großen Kurfürsten. Dem kaiserlichen, Hofzuge war ein Automobilzug von 11 Wagen unter Führung des' Prinzen Heinrich bis Plön entgegen gefahren, um den Monarchen, mit Gefolge im Automobil nach Kiel zu bringen.

Tanger, 21. Jan. Die Gesetzlosigkeit nimmt hier in Besorgnis erregender Weise z u. Die Bevölkerung plündert die Weizenmagazine ber spanischen Regierung unb bebroht die Behörden mit Totschlägen.

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Nr. |

Gew- 'Nr.

Los- ,

Nr. 1

Gew - 1

Nr. |

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Marltitraße 3.

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Dienstag und Freitag noch zu vergehen. C hr. Bclz, Rcfraucatt z. Pfau.

^Neustadt 55. <0391

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