stattgefunden. Es wurde beschlossen, an den Reichskanzler und den Warschauer General-Konsul sich um Schutzmaßnahmen zu wenden.
Ausland.
London, 2. Marz. Die Reibungen unter den yohcjn Persönlichkeiten der Flotte nehmen kein Ende. Leute berichtet ein Marine-Korrespondent von einer Mitteilung Lord Beresfords, des OberiomNiandierenden der Kanalflotte, an die Flaggoffiziere und Kapitäne, die bei der Admiralität der- rnaßen Anstoß erregt habe, daß sie aus denBefehlsbüchern der Flotte gestrichen wurden.
Paris, 3. März. Dem Mefsidvr zufolge soll die beabsichtigte Zusammenkunft des Königs Eduard und des Königs Viktor Emanuel vornehmlich einer Besprcch- >ung der mazedonischen Frage gelten. Italien soll dabei für ein Zusammengehen mit England und Frankreich gewonnen werden.
New York, 3. März. Während der Untersuchung, die sich Mit den Mißständen in der Unions-Marine beschäf tigte, entstand ein heftiger Wort streit zwischen Admiral Capps und Kapitän Sims über die Kriegstüchtigkcit der Schlachtschiffe, die bei Letztere in Abrede gestellt hatte.
hat
auch
esezrn!
bemertt.
es
die Bibliothek geblieben ist.
J 031 Bünde
zu oen sind dabei ' Soldaten
25us Stadt und Land.
(ä> i e b e i-., 3. März 1908.
• * Tageskalender für Dienstag, 3. Aiärz.'Stadttheater: ,Der Bibliothekar". Anfang 8 Uhr.
Kolosseum: Maskenball.
* • In Audienz empfangen wurde am Samstag von Sr. Kgl.Hoh. dem Großherzog u. a. Steuerkonimlsfür Kn ab von Homberg.
Ordensangelegenheit. S. K. H. der Groß- Herzog haben dem außerordentlichen Professor und Umver- sitätsmusikdirektor Dr. Fritz Volbach in Tübingen das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Grotz- mütigen verliehen.
* • Entlassen wurde die Lehrerin an der höheren Mädchenschule zu Mainz Anna Bickel auf ihr Nachsuchen aus dem Schuldienste.
Der Gesetzgebungsausschuß der zweiten Kammer wird am Freitag, den 6. März, nachmittags wieder zu einer Beratung zusammentreten. Alls der Tagesordnung steht außer der Verlesung und Genehm migung des Berichts über die beiden Anträge Köhler, betr. die Aufhebung der sog. Schlippeschen Erlasse noch die Beratung der Regierungsvorlage, betr. das Wohnungs- fürsorgegesetz für Unbemittelte und die Vorlage, betr. die Einverleibung der Gemeinde Kastel zu Mainz.
** Ein soziales Grabdenkmal wurde vor einiger Zeit auf unserem neuen Friedhof am Itodberg errichtet. Das von dem Bildhauer August Bauer in Düsseldorf, einem begabten jungen Künstler, ausgesührtc Denkmal ist dem verstorbenen Großindustriellen Karl Klings por errichtet und bitdel eine künstlerische Sehenswürdigkeit unseres großzügig angelegten Gemeindefriedhofs. Es stellt den Eingang zu einem nioituincntal.cn Grab dar, nach Art der altägyptischen Grabstätten, ähnlich wie das berühmte Kunstwerk Bartholomes „aux morls" auf dem Pöre Lachaise in Paris. In einer Ecke der Türnische steht das brennende Tonlämpchen bereit für den, der eintreten will, um dem hier Ruhenden seine Trauer kund zu geben. Zwei Gestalten haben sich eingesunden, ein Arbeiter im Schurzfell und eine Frau in leichtem Gewand. Die Inschrift sagt, was das Menschenpaar am Grabe dessen, der ihnen mehr als ein guter Mann gewesen ist, zu bedeuten hat. Sie klingt wie ein Zitat auf einen Lobspruch auf den Verstorbenen, der hier seine 'Ruhestätte gefunden . . . „und Arbeit und Liebe dein Erden- wallen bis zur Pforte einiger Morgenhelle". Die Körper der beiden trauernden Personen sind wundervoll durchgebildet und zu einander in Beziehung gesetzt. Den starken Arbcitsmann, das Symbol der unentwegten Arbeitstreite des Eittjchlafeiten, läßt die Trauer um den Brotherrn auf daS Zurschaustellen seiner Leibeskraft verzichten. Die Knie leicht gebeugt, die Hände in den Schoß gekreuzt, das Haupt mit dem fein geschnittenen Gesicht gesenkt, steht die trauernde Arbeit neben der weiblichen Gestalt, der trauernden Liebe, denn von Liebe für Familie, Untergebene, Freunde und Gesellschaft getrieben, hat der Verstorbene seine Arbeit getan. Zn denkbar günstigster und wir- tungsvolllter Weise hat der Schöpfer des Klingspor-Monumcnts Architektur und Plastik in Harmonie zn einander zu versehen gewußt. Earrara-Marmor hat das Material zu dem Denkmal geliefert, durch das die Stadt Gießen um ein Meisterwerk der Kunst bereichert wurde.
* Die General-Versammlung der Lesehalle, die am Freitag^ abend im Hotel Schütz tagte, war überaus schlecht besucht. Geh. Hofrat Professor Dr. Haupt erstattete den Jahresbericht, wobei er konstatierte, daß unsere Lesehalle im großen Ganzen ini abgelaufenen Jahre seine Aufgaben wieder erfüllt Ijat, daß man über mangelnden Besuch des Lesesaales nicht klagen könne und daß auch die Bibliothek besonders den Winter über
/benufct worden sei. Trotz des frischen Zuges, dessen »ich die vom Verein unterhaltene Einrichtung erfreue, sei aber cm. rechter Fortschritt nicht zu verzeichnen. Es sei unbedingt notig, zu erwägen, wie darin Wandel geschaffen werden könne. ~ie Bibliothek sei auf einem Punkt angelangt, daß Bücher nicht 'liehr , angelchasft werden können, weil cs an dem nötigen Raum ' lw. wangelt. Schon habe man die Universitäts-Bibliothek alsJymale der Lesehalle eingerichtet und dort einen Teil von , ^brn in Reserve lagern. Es sei dies ein unleidliches -Verhältnis, da die Bücher, die verlangt werden, und nicht im -rorhauschen sind, erst von der Universitätsbibliothek geholt werden müssen, so daß es häufig passiert, daß der Besteller auf die Werke verzichtet. Es sei nötig, daß ui diesem Jahre handel geschafsen itnrb, zwar habe die Stadt für die Zwecke ■ m L-xi einen Teil der biaume der jetzigen Gewerbeschule in Aus licht gestellt, aber es scheine, als ob sie in diesem Jahre noch Nicht frei würden. Der Vorstand habe inzwischen sein Augenmerk ans die jetzige Ohrenklinik gerichtet, die ihrer Lage nach zur Unterbringung der Bibliothek sehr geeignet fei und wan werde versuchen, diese Räume zu erhaltm, sobald die alte Klinik, die ja, wie nian höre, an die Stadt übergehen solle, m deren Besitz istz Die Mitgtiederzahl des Vereins ist bedaw.r- .acherweise durch Wegzüge zurückgegangen. Trotzdem haben sich ine Einnahmen des Vereins im abgelaufenen Jahre mit 3100 Mk. ftiDtt auf der gleichen Höhe gehalten wie im Vorjahr. Die '.gütlichen Aufgaben bestehen in 1630 Mk. für Besoldungen, • Bücher und Zeitungen (gegen 1665 Mk.
ffnn ^0 Mk. für den Buchbinder (gegen
1100 Mk.). lieber die Benutzung der von deni Lesehallenverein ge - fchassenen Einrichtungen berichtet Dr. Fr i t s ch e im Speziellen: danach sind ausgelichen gewesen in 1907: Erzählende Literatur, .gebundene Zeitschriften ic. 21 247 Bände, 4497 Bände mein alö im Vorjahr Dagegen ist erheblich zurückgegangen die Benutzung der belehrenden, populär wissenschaftlich gehaltenen tcratur, aHern bie Bände mit naturwissenschaftlichem und tech Nilchem Inhalt um 500, und zwar weil wegen Raummangels nicht auf der Höhe ^ntereflieren dürfte, daß nach außerhalb verliehen worden sind. Das Lesezimmer .verfchicdeneii Tageszeiten andere Stammgäste, alle Schichten unserer Bevölkerung vertreten, finoen sich ein. Tie ausgestellterr, immer ive frnben die weitgehendste Beachtung der Besuch i Die unter Verschluß gehaltenen toertvotlereu Läupg zur Ansicht verlangt. Dr. Fritsche bement, es ui rührend, yi beobachten, wie viel Bildungs- uno Schönheits-t
durst in unserem Volke vorhanden sei und man müsse sich ernstlich bemühen, dem entgegen zu kommen. Auch als Fremdenaufenthalt, für Leute die zur Bahn wollen, aber noch Zeit zum Zuge, haben, dient die Lesehalle, für welchen Zweck Reise- literätur und Adreßbücher dort ausliegen. Es fei“ ein gutes Zeugnis für unsere Bevölkerung, daß Entwendungen und Störungen in dem Lesezimmer fast gar nicht vor kommen. Das Publikum übe eine Selbstkontrolle, die mustergültig fei. Dr. Fritf<l)e weist zum Schluß feiner Jeljr interessanten Darlegungen noch daraus hin, daß die Gießener Bevölkerung stolz daraus sein könne, daß die Gießener Lesehalle, die jetzt in das zehnte Jahr ihres Bestehens eintrete, vollkommen unabhängig dasteht. Ter Vorstand wurde wiedergewählt. Für nach außerhalb verzogene Vorstandsmitglieder traten die Professoren Biermann und i^om- mer in den Vorstand ein. Die Versammlung behandelte dann noch eingehend die dringende Notwendigkeit einer anbertoeiten Unterbringung bet Bibliothek. Man wies in ber Debatte aus der Mitte der Versammlung darauf hin, es sei eigentlich beschämend für unsere Stadt, daß wegen Mangel an Raum die sozial für ein Gemeinwesen wie Gießen wichtige Bücherei verkümmern müsse und daß ihre Frequenz dadurch herunterge- brücTt werde. Der Verstand murue er,aast, alles zu tun, um endlich die Raumnot der Bibliothek des Vereins aus ber Welt zu schassen. Die Bücherei gedenkt man in andere, von der Stadt herzugebende Räume zu verlegen und bann bie gesamten Räume bes Tvrhauses für Lesezimmer einzurichten.
** Tie Landwirts chaftskammer für bas Groß- Herzogtum Hessen hielt gestern in Darmstadt ihre 23. Vor- öandsiit'ung ab. Folgende Tagesordnung kam zur Erledigung. Die Abhaltung eines Lehrganges für Obstbaumwärter an der landw. Winterichule zu Heppenheim. Die Invalidenversicherung ausländischer Arbeiter. Der Grundplan zur Förderung des Obst-, Wein-, Gemüse- und Gartenbaues. Die Vorberatung des Schau- uub_ Prämiierungsordnung-Entwurfs für Orts- und Bezirks-Obstausstellung, folüie Bestimmung über Obst-Pflück- und Verpackmvgs- turse. Ter Grundplan zur Förderung der Viehzucht. Tie Festsetzung ber Entschädigung für Unterrichtsverteilung an der Hans- haltungsschule Langen durch die Herren Dr. Hamann mib Pfeiffer. Eine Unterstützung für den Hessischen landwirtschaftlichen Wetterdienst in Gießen wurde abgelehnt. Die Auseinandersetzung über das Inventar ber Geschäftsstelle bes landw. Provinzialvereins Oberhessen mib des Landw irtschaftskammer-Ausschu sscs von Oüer- hessen wurde genehmigt. Das Gesuch des Vereins für Feld- und Gartenbau in Offenbach a. M. um Unterstützung wurde dem Pro- vinzialausschuß überwiesen. Ter Antrag des Dr. Dchlinger in Weilherhos um Ermäßig:ng d:r Koh.cnci f hrtarls und Erhöhung ber Ausfuhrtarife soll im Plenum beraten wmoen. Gu.gcpe.vcu wurde ferner: Ein Antrag des landwirtschaftlichen Versicherungsverbandes „Mittelrhein" betr. Bekanntgabe der Vorteile dieses Verbandes der hessischen landwirtschaftlichen Zeitschrift. Die Einführung einer einheitlichen landw. Buchführung. Die Instandsetzung des Gebäudes ber Haushaktungsschule Langen. Bei der Frage der Aenderung der Tarifsätze bei Analysen durch die landw. Versuchsstation Darmstadt soll an den jetzigen Sätzen sestgchalten werden. Ein Gesuch des Jakob Süß IV. zu Volxheim uni Zuschuß zu den Ansbildungskosten seines Sohnes bei der Großh. Wein- und Obstbauschulc Oppenheim wurde abgelehnt. Bei der Frage ber Legitimation ansläiibischer Arbeiter burch Inlands- Pas; will man sich abwartend verhalten. Die Bedingungen, unter welck-en bie Kreishaushaltungsschule Alzey übernommen werden sollte, werden abgelehnt.
, ** Das Studium ber Forstwissenschaft in Hessen betiisst folgende Anfrage des Abg. Reh in bei 2. Kammer: In den Nrn. 25 und 26 des Darmft. Tägl. Anz. wird eine Maßnahme bei Foistabteilung Großh. Ministeriums ber Finanzen besprochen, die über bie beteiligten Kreise hinaus berechtigtes Aufsehen erregt hat. Es sollen die Forstkanbidaten, bie sich zur Ableistung bes sogen. Vor- bereitungöakzesses gemeldet haben, bedeutet worden sein, daß sie auf Anstellung im Staatsdienst nicht zu rechnen hätten; auch sollen sie einen dahinlausendeu Revers unterzeichnet haben. Wenn auch au und für sich ein Recht auf Anstellung im Staatsdienst nicht besteht, so muß doch diese Maßregel befremden, iusbes. deshalb, weil man den betr. Kandidaten jede Aussicht auf staatliche Anstellung genommen hat, obwohl man sie durch Zulassung zum, Studium und zur Fakullätsprüfuug in den Glauben versetzte, sie wurden in gleicher Weise wie frühere Kandidaten hinsichtlich der Anstellung behandelt. Ich richte deshalb, weitere Ausführungen einer Besprechung im Landtage mir vorbehaltend, an die Gioßh. Regierung die ergebenste Anfrage, ob die genannte Meldung richtig ist.
"* Heim-Industrie im Vogelsberg. Im Vogelsberg an der Vogelsbergbahn soll ein neuer Industriezweig als Heimarbeit eingeführt werden. Es handelt sich um die Ein- führung einer Vogelsberger Spiel waren-Jndu strie. An der Spitze des neuen Unternehmens stehen der Darmslädier Künstler Daniel Greiner und Bürgermeister Jost m Bermuthshain. In diesem Orte, der etwa 450 Einwohner zählt, soll mit dieser Industrie begonnen werden. Nachdem vor kurzem von Darmstadt die verschiedensten Modelle zu Spiel- waren, z. B. Eisenbahn, Schiff, Automobil, Lokomobil, Hebe- krahn u. a., eingetroffen waren, sind jetzt bereits eine Anzahl Probestücke angefertigt worden, die nichts zu wünschen übrig lassen und von dem Kunstsinn und der Fertigkeit der Einwohner Zeugnis ablegen. Die Spielwaren sind sämtlich Holzwaren, die einzelnen Gegenstände sind massiv aus einem Stück verfertigt, also äußerst dauerhaft. Die Ausführung ist sehr geschmackvoll und kunstsinnig, und die hergestellten Gegen- stänbe werden sicher einmal gern gekauft werden. Die neue Industrie soll eine Heimarbeit für den Winter bieten. Es ist geplant, während der Darmstädter Landesausstellung für freie und angewandte Kunst „Vogelsberger Spielwaren^ auszustellen.
""GießenerVolksbad. Im Februar wurden 8511 Bäder verabreicht gegen 6719 im Januar 1908 und 7308 im Februar J907 oder mx Durchschnitt täglich 293 Bäder gegen 217 im Januar 1908 und 261 im Februar 1907. Der Besuch im einzelnen bat sich ivie folgt verteilt:
Schwimmbad: 8592 Männer, darunter 762 zu 10 Pfg.
n 681 Frauen, , 150 10
Wannenbäder 1. Klasse 347 Männer, 122 Frauen, , 2. , 714 , 548
Dampf- u. Heißlustbäder, sowie Massage zus. 202 Männer, 23 Frauen. Brausebäder 1. Klasse 977 'Manner, 83 Frauen,
„ 2. , 1089 „ 133 ,
Die Personenwage wurde von 160 Personen benutzt und da» Bad von 10 Personen besichtigt.
'* Ergriffen wurde gestern auch noch der dritte der Verbrecher, die im Zuchthaus Atarienschloß ausgebrochen und geflüchtet waren.
'*2 5 Mark Belohnung hat der Besitzer de? Jifcher- häuScheus an der Lahn ausgeschrieben für Angaben zur Ermittelung eines Einbrechers. Es handelt sich um die Einbrüche die vom Samstag, 29. v. Mts. bis 2. d. Alls, ausgeführt wurden und bei denen Fischereigeräte 2C. entwendet wurden.
„** herein ge^en den Mißbrauch geistiger Getränk, Die am Sonntag nachm. im Rathaussaal in H o lz- heim stattgehabte öffentliche Versammlung war so zahl- reteb b?iud)t daß ber geräumige Saal bie Erschienenen kaum alt, Wien tonnte, -ter alö eifriger Förbersr ber Mäßigkeits-!
betannte Pfarrer i. P. Holinann, bet als mnaer GeMllchLr lu Fahre lang bas Pfarramt in Holzheim bekleidet I
hatte, eröffnete bie Versammlung unb gab unter Anführung' zahlreicher Stellen aus bent alten unb neuen Testament eint biblische Begründung des Kampfes gegen bie Unmäßigkcit im Alkoholgenuß. Tiefen Einbruck machte bie von ihm verlesene Leichenrebe, bie jüngst ein Frankfurter Geistlicher einem Opfer bes Alkohols gehalten hat unb die, inzwischen durch kirchliche unb andere Blätter verbreitet, in weiteren Kreisen bekannt geworden ist. Der Vorsitzende des Vereins, Oberstaatsanwalt Theobald, sprach über bie Bebcutung ber Alkoholfragc für unser Volksleben unb schilberte die Schäben bes Alkoholmiß- brauchs in wirtschaftlicher, gesunbheillicher unb sittlicher Hinsicht, babei ausführlicher behanbelnb bie Beziehungen zwische« Alkohol unb Verkehrswesen unb Alkoholmißbrauch unb Geistes- krankheit unb Kriminalität. Mit gespannter Aufmerksamkeil folgten bie Zuhörer ben Ausführungen ber Vortragcnben, bit ihre freubige unb bankbare Anerkennung für bas Interesse unb bas Verständnis aussprechen konnten, bas ben Bestrebungen des Vereins in Holzheim entgegengebracht worben war. Nach dem Schlußwort bes Ortsgeistlichen, ber bie Versammlung trefslich Dorbereitet hatte, mürben an die etiva 250 Teilnehmer ber Versammlung Mäßigkeitsblätter (sog. grüne Hefte), Blätter zum i Weitergeben, Quemclkaiten unb zahlreiche Abbrücke des von Ibcm Kaiserlichen Reichsgcsmibhcitsarnt herausgegebenen Merkblattes über bie Alkoholsrage verteilt.
-s- Klein-Linden, 2. März. Die von der hiestge» Heinialvercinigung gegründete Volksbibliothek erfreui sich eines guten Zuspruches. Unter den 233 Bänden Und vertreten UnlerhaltungSliteratiir, technische, landwirtschaftliche, Haus- unb volkswirtschaftliche Schriften, Weltgeschichte, religiöse Schriften, Zeitschriften, Naturkiinde, Erb- unb Völkerkunde. Im letzten Jahre erfolgten 905 Rnchansgaben. Von ben Entleihern werben für 14 Tage 5 Pfg. Leihgebühr erhoben.
e Großen-Linden, 2. März. Gestern abend fand in der stark besetzten Turnhalle ein V olksunterhaltungs- abend statt, wobei Pfarrer Schil l t e, einen Vortrag über „Die heilige Elisabeth" hielt. Die beibe» Männer- chöre und der gemischte Kirchenchor verschönerten die Feiet durch prächtige Ehortieder und mehrere Herren sorgten für ein schönes Jnslriimentalkonzeit. Dies war die erste derartige Veranstaltimg in unserem Orte und sie hat in dec Bevölkerung lebhaften Anklang gefunden.
x Taubringen, 29. Febr. Rüstig wird an unserer Wasserleitung gearbeitet; in den ersten Monaten werden mir gesundes reines Wasser in Fülle in unseren Häusern haben. Die Arbeiten sind ber Firma Schröter in Tüssolborf übertragen unb stehen unter Leitung bes Ingenieurs Schiffmami aus Gießen. — Tie Felobereinigung in unserer Gemarkung ist vol- tenbet, sie hat unseren Bewohnern groß: Sn r.mcn gekostet, stc..t sich boch ber Morgen, zu 2500 Meter gerechnet, ca. auf 100 Mark. Tie Lumbaregulierung hat sich gut bewährt, benn tämt- kiche Uferanlagen finb noch unversehrt, auch haben mir tein Hochwasser mehr zu befürchten, bas früher ost großen Schaden durch Durchbrechung ber Ufer anridjtete; bie Kosten sollen sich aus 45 000 Mk. belaufen, wovon ein Trittcil ber Staat, unb je ein Teil bie Felbbereinigung unb bic politische Gemeinde trägt. Obgleich ber Nutzen nicht zu verkennen ist, so hat sich boch unsere Gcmeinbe schwere Opfer auferlegt; hvssentlich wird es unserer strebsamen Gcmeinbc gelingen, biese Finanzangclegen- beit balbigst zu überminben. — Unsere brei Schulklassen sind jetzt durch Lehrer besetzt; wir haben in ber Person bes Schulverwalters Gruner noch eine neue Lehrkraft erhalten. — Tic Klein-Kinberschn le beginnt im Monat Juli in ben alten Schulräumen, bic Gcmeinbc erhält für biese Räume eine kleine Vergütung. Der Gemciiibe werben burch genannte Schule teilte weiteren Kosten entstehen, weil es burch bie Bemühung n des Psarrers Gußmann zu Kirchberg gelungen ist, bas nölige kapital durch freiwillige Gaben herbeizubringen. Mögen bic genannten Neuerungen unserem Orte zum Segen gereichen.
? Hungen, 1. März. Am Freitag abenb stürzte iin benachbarten Orte Inheiben eine Frau mit einer brennenden Lampe bie Treppe herunter, wobei sie sich einen Beinbruch zuzog. Da bie Lampe beim Fallen verlöschte, ist ein größeres Unglück nicht entstanden.
+ Grebenhain, 2. März. Eine landwirischastl. Ein- unb Verkaufsgenossenschaft ist für etwa ach/ Orte unserer Umgegeub geplant. Am Samstag fand eine größere Versammlung der Ortsvertreter statt, bet der endgiltig beschlossen wurde, daß die Genossenschaft ihren Sitz in Bermuthshain erhält. 9(ni Bahnhofe Bermuthshain wird ein großes Lagerhaus erbaut. — Hier werden vom 7.-9. März die Kriegs fest spie le vo>n Feldzug 1870/71 aufgeführt.
* Darmstadt, 1. März. Am Samstag, 7. März vorm. 11 Uhr wirb im „Städtischen Saalbau" in Darmstadt durch den Großherzog bie 2. Lanbesverbands- Geflügel- unb Vogel-Ausstellung eröffnet werben. Die Ausstellung miib_ sich zu einer bei glänzenbsten gestalten, bie je die Residenz gesehen hat, weist doch der Katalog nahezu 900 Nummern auf. Sie wird ein Spiegelbild sein von dem gegenwärtigen Stand der Geflügelzucht in Hessen. Hierbei verdient hervorgchoben zu werden, daß die ländlicheri Geflügelzüchter in erfreulicher Weise ihr Interesse an der Geflügelzucht durch zahlreiche Beschickung der Ausstellung zu^ erfeniieu gegeben haben, ein Beweis dafür, daß die Geflügelzuchtvereine auf dem Lande segensreich gewirkt haben. Ein Besuch der Ausstellung dürfte sich selbst für die an den äußersten Grenzen des Landes wohnenden Aussteller und Züchter lohnen, zumal am Sonntag, 8. März, die 2. Laudesverbands-Versaminlung in dem 600 Personen fassenden „Kaisersaal" zu Darmstadt stattfindet.
R. B. Darmstadt, 29. Febr. Ter Provinzial-Ansschuß verhandelte heute u. a. bie Klage bes OrtsarmenverbaNbtt Gießen gegen ben Lanbarmcnvcrbanb Erbach wegen Ersa', von Vcrpslcgungskoftcn für bie 20 jährige Anna Abt von Nie- bcr-Kinzig. Die erhobene Klage mürbe als unbegründet Der* nwrfcn unter Verurteilung bes Klägers in bic Kosten bes Vcr- fahrens sowie einer Gebühr Don 25 Mk. — Der Stubent Gusto» Christiansen aus Mühlhansen i. Ty. hatte bekanntlich Dor einiger Zeit eine chemische Golblosung hergestellt unb dazu neun Zehnmarkstücke gebraucht, bie bei ihrer Lösung in WnigSwasser natürlich bcbcutcnb an Golbgchalt Derkor e n. Diese Golbstücke nahm ber Stubent bann zur Beza hlung s e r n e r K o l l e g i c n g e l b e r an ber hiesigen Hochschule. Der Rechner nahm das Gelb, merkte sich aber bie betr. Persönlichkeit unb bie Feststellung ergab, daß bic Gclbstticke zusammen nahezu 17 Mk. Golbwert Deiloren hatten. Auf ©rnnb bes § 150 Str.-G.-B. war Anzeige gegen ben Stubenten erlösten worben. Die Strafkammer Derurlcilte ihn gestern öu orei Tagen Gefängnis. Das Gericht nahm 5u jein en Gunsten an, baß es iich nur um einen unbesonnenen Streich handele, nicht um einen absichtlich zum Zwecke ber Vcrmögcnsbc- rcichcrung Dersuchten Betrug.
-sä. Darmstadt, 2. März. Der 40 Jahre alte Fabrikarbeiter Georg Horneff aus Gunbernhausen wurde am Samstag abenb, als er mit seinem Fuhrwerk vom Felde Wurzeln holen wollte, von einem Zuge der Bahn Darmstadt— Groß-Zimmern überfahren unb verstümmelt. Der lieber** fahrens war seit 20 Jahren bei Merck beschäftigt unb Vater von drei Kindern.


