Ausgabe 
2.12.1908 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

mittag eine größere Anzahl von Personen geladen, die im Justizgcbäudc als Zeugen vernommen werden. Wie man hört, handelt es sich babci um eine Untersuchung gegen einen Anwalt, gegen den der Verdacht der Gebührenüberhebung und der Einlassung mit Agenten wegen Zuweisung von Prozeßen besteht.

~ Neuer Professor. Se. Kgl. Hoh. der Groß. Herzog haben dem Oberlehrer an dem Ostergymnasinm Zu Mainz Dr. Hans Neis den Charalter als Professor erteilt.

Hilfsverein für die Geisteskranken irn Hessen. Der vor kurzem erschienene Rechenschaftsbericht 'für das Jahr 1907/08 enthält auf Seite 38 eine nach Pro­vinzen und Kreisen geordnete Uebersicht der in dem genannten Jahr als Ergebnis der alljährlich wiederkehrenden Kollekte dem Verein zugeflosienen freiwilligen Gaben und der ent­sprechenden Zahlen der Geber. Jeder mit der bisherigen Entwicklung des Vereins nicht vertraute Leser wird nun von vornherein zu der Annahme neigen, daß sich in der Provinz Starkenburg die höchste, in Rheinhessen eine weniger hohe, in Oberhessen aber die niedrigste Geberzaht bei der Koll.lte beteiligt habe. Denn in der Provinz Starkenburg beläufi sich ja die Beoölkerungsziffer auf 543 361, in Rheinhessen auf 369 356, in Oberhcssen nur auf 296 755. Ferner be­finden sich in Starkenburg die Städte Darmstadt und Offevi- bach, in Rheinhessen Mainz und Worms, in Oberhcssen nur die eine, erheblich kleinere Stadt Gießen. Endlich kommt im Betracht, daß Oberhessen weniger wohlhabend ist, als die betd/m anderen Provinzen. In Wirklichkeit haben sich jedoch bei der Kollekte des letzten Jahres beteiligt in Starkenburg: 27 410, in Rheinhessen: 13 457, in Oberhessen 30 515. Es entfallen also auf je 1000 Einwohner in Starkenburg 50, in Rheinhessen 36, in OberHessen dagegen 103 Gebier Um mit Oberhessen gleich zu stehen, hätten sich in Starkem- bürg nicht 27 410, sondern 55 858, in Rheinhessen nich r 13 457, sondern 37 970 Geber beteiligen müssen. Vor 10 Jahren, im Jahre 1397/98, lagen ganz ähnliche Ve r- haltnisse vor. Auf 1000 Einwohner hatten sich damals t-ci der Jahreskollekte beteiligt in Starkenburg 23, in Rhein­hessen 21, in Oberhessen 56 Geber, Ja, es steht fest, duß seit der Gründung des Vereins, also seit 34 Jahren, d cc Provinz Oberheffen sich Jahr für Jahr durch die höchsti'.e Geberzahl ausgezeichnet hat. So nahe es nun auch;je*, auf diese Tatsachen, die sich aus den betreffenden Be. völkerungsziffern ebenso wenig ableiten lassen lüic aus bcM verschiedenen wirtschaftlichen Verhältnissen, genauer eittzu- gehen und zugleich daran zu erinnern, daß und warum de r Verein auf zahlreiche Geber, wenn auch mit kleinen Gaben, den größten Wert legt, so muß doch an dieser Stelle hierauf verzichtet werden. Hier galt es nur um den Nachweis, du ist die Bevölkerung der Provinz Oberhessen ihre Ausnahme-, stellung auch in dem letzten Jahre und zwar in glänzender Weise behauptet hat. Der Vorstand des Hilfsvereins hat in., früheren Jahresberichten diese Stellung mit Recht wiedo r- 'holt hervorgehoben und als eine vorbildliche bezeichn, t. Denn je bekannter der vorliegende Gegensatz ivird und je schärfer er sich ausprägt, um so sicherer und um so rasch,.-,: wird er im Interesse unserer Geisteskranken und des gesainu n -Volkes verschwinden.

'* Der hessische Flottenverein. Die Haupt- veriammlung des Landesausschusses des Flottenvereins fv<t Hessen findet am nächsten Sonntag in Darmstadt (taut. Auf der Tagesordnung stehen: Jahresbericht des Vorstand« s, Rechnungsablage für 1907, Voranschlag für 1908, Bericht über die Hauptversanunlilng in Danzig, Schülerfahrten und > 'Lehrerfahrten, Neuwahl des Vorstandes vom Laudesausschup,, stVortrag des Generalleutnants z. D. Korwan über: ,Do.s Schreiben des Präsidiums vom 26. September d. I. und unsere weitere Tätigkeit." Der letztere Punkt dürfte zugleich der wichtigste sein, da mit ihm verbunden die aügcmcinr. £age im Flottenverein zur Besprechung kommen wird. Hespe,i, stand auf der Seite des alten Präsidiums Salm-Horstmar.

"Die Gießener Freie Studentenschaft bealb- sichtigt, wie man uns schreibt, durch eine Reihe von Vec-' anstaltungen das Interesse der gesamten Studentenschaft «tu ihren Bestrebungen zu wecken. Sie sieht es als eine ihr. ?r Hauptaufgaben an, das Gefühl der Zufannüengehörigteit j.i.i verbreiten. Die Frelstudentenschaft will die Korporation« n nicht ausschließen, sondern zu gemeinsamer Arbeit zu gewinn« i.i suchen. Jeder Student hat Zutritt zu ihren Versammliingi.-m und das Recht, sich an der Diskussion zu beteiligen. Es i darauf hingewiesen, daß nächsten Donnerstag abend imEin.. Horn" ein Vortrag des Prof. Kinkel überCharaktei: und Schicksal" stattfindet, zu dem alle Kommilitonen ein- geladen sind. Ucbec die sonstigen Veranstaltungen ist näheres durch die Anschläge auf den schwarzen Brettern zu erfahret i.

** Das Wohltätrgkcitsfest, das am Samsta g den 21. November im Hause des Gesellscyaftsvereins zum Besten der hiesigen Schwestern stattsand, hat einen Rein - ertrag von 4O00 Ml. erbracht, die zu gleichen Teilen an di e beiden hiesigen Schwesternhäuser abgeführt wurden.

** Evangelischer Bund. Am nächsten Sonntag, S. Dezember, findet in Steins Garten der erste Familien - Abend des hiesigen ZweigvereinS des evang. Bundes fiat t. Da die Veranstaltungen deS Bundes stets aus ein starke s i Interesse Anspruch machen können, so sei schon jetzt auf; den Abend hlngewicscn. Der Vortrag des Professors D. IXr. Schian von der hiesigen theologischen Fakultät wird da s' Thema behandeln:Der Friede zwischen den Konfes,ionen.- ' Aus berufenem Munde eine solch aktuelle, hochwichtige Frag c bel)andelt zu wissen, dürfte manchen Freund des evana. Bundes anziehen uird seiner guten Sache neue Anhänger geimnnen. Wie gewöhnlich werden auch musikalische Dar- bietungen gediegener Art die Anwesenden erfreuen. Unter der Leitung des .Herrn Gernhardt werden der gemischt« Chor uird der Frauenchor des evang. Arbeiter-Bereins finger und einige Vorträge mit Streichinstrumenten geboten werden. (Näheres siehe Inserat.)

** Schneebeobachtungsstationen im Oden.. Wald. Die Ortsgruppe Darmgadt des Ldeuwaloklubs hat im Odenwald n e u n ch n e e b e o b a ch t u n g § st a t i o n e n angelegt. Sie befinden sich auf dem Felsberg, in Neun - tircucn, ^Nonrod, Reiclvelsheim, Linden,el,, Gro > Uenbach , an der Juhöhe, Waldmicln ibach, Beersrioen und .n'ichelstadt. Die Berichte dieser Stationen sollen allwöchentlich einmal einlaufen und in Darmstadt an verfchieoenen Stellen be­kannt gemacht werden. 'Man hofft baburta das Interesse jur den Rodel- und Schneeschuysport zu h.ben.

Neues Straßen Pflaster. In der KaplanSgaffe zwischen Bahnhofstraße und Katharinengasse hat man das alle Pflaster der Fahrbahn tiefer gelegt und darüber Platten­pflaster in Zement angebracht. Es handelt sich dabei um einen Versuch und wenn sich das dortige Pflaster bewährt, sollen solche Pflasterungen in den Straßen zur Anwendung kommen, die von der Elektrischen Straßenbahn berührt werden.

Eine für Fischfreunde angenehme Neuerung hat die Obersörsterei Schiffenberg eingeführt. Das Fischerei­ergebnis der einzelnen Teiche am Schiffenberg soll nämlich in Ziikunst in kleineren Posten öffentlich versteigert werden.

-s- Lich, 30. Nov. Der Kriegerverein hielt seine Großherzogs-GeburtstagSfeier etwas verspätet, ver­bunden mit Abendunterhaltung, in der Turnhalle ab. Der Vorsitzende, Metzgerineister Luow. Heller, begrüßte die er­schienenen Gäste und brachte dann in begeisterten Worten daS Hoch auf unseren geliebten Landesfürsten aus, dabei besonders auf die nahen Beziehungen hinweisend, in denen gerade die Licher Emwohnerscyaft zum hessischen Herrscherhause jetzt steht. Humoristische Vorträge, u. a. z. B. Gedichte in 9tafjauer Mundart des Wiesbadener Dichters R. Dietz, sowie Tanz hielten die Erschienenen bis in die frühen Morgenstunden in froher Stimmung beisammen. Es mußte besonders er- freuen, gerade die Bevölkerungskreise stark vertreten zu sehen, Denen man sonst so leicht und ohne genügenden Grund jeg­liche patriotische Gesinnung abzusprechen geneigt ist. Um so ausfallender erschien es aber manchem und man konnte es von Anwesenden hin und wieder auch zu hören bekommen daß bei einer solchen Feier, wo doch eigentlich alles einmütig beisammenstehen sollte und der Kastengeist sich nicht bemerfbai machen dürfte, sich die anderen Gesellschaftskreise in schwächerer Zahl beteiligten. Es mag dies wohl darin seinen Grund gaben, daß vorher wenig von der Veranstaltung bekannt war, und daß man sie für nicht öffentlich hielt. Für die Mit- gliebcr des Kriegerverems trifft aber dieser Entschuldigungs- griind nicht zu. Tenn das muß doch trotz des schönen Ver­laufes der ganzen Feier noch gesagt werden: die Beteiligung hätte eine bessere sein dürfen. Die Gründung eines Damenturnvereins steht hier in Aussicht. Schon haben sich eine größere Zahl Tarnen ziisammengefnnden, die zurzeit noch in Unterhandlungen mit dem Vorstand des Turnvereins wegen SJiietung der Turnhalle stehen. Aiich ist ein geeigneter Turnlehrer bereits für die Sache gewonnen worden.

-d. Bad-Nauheim, 1. Dez. In einer öffentlichen Versammlung des Bürger- und Siadtoer ke hrs- Vereins sprach gestern abend dessen Vorsitzender, ^Rechts­anwalt Dr. Brücher, über die Gas- und Ekelt rizi- lätsftcuer. Eine Resolution, in der zum Ausdruck kommt, daß diese Steuer eine schwere Schädigung der Industrie, des Handels und des Gewerbe?, besonders aiich der Nauheimer Bade-Industrie bedeute, wurde einstimmig angenommen.

Vilbel, 1. Tez. Unser Bahnhofs-Umbau ist jetzt soweit gediehen, daß das neue Stationsgebäude und die Güterhalle im Rohbau vollendet sind. Der ganze Bahn­körper wird hier an der Straße Vilbel-Massenheun um 1,50 bis 2 Meter gehoben. Die Erde kommt von einer Anhöhe bei Gronau. Die genannte Kreisstraße wurde heute auf die Dauer von 14 Tag^n gesperrt, da größere Gleisverschieb- ungen üorgenoinnicu werden. Die Straße selbst wird ver­legt und erhält eine Unterführung unter der Mam-Weserbahn.

x Nidda, 1. Tez. Heute nachmiltag 1 Uhr ließ ein starker Rauch in dem benachbarten Kohden auf einen aus- brechenden Brand schließen. Um ls/4 Uhr wurde die hiesige Feuerivehr zu Hilfe gerufen. Es brannte eine mitten m einem Gebäudekomplex gelegene Scheuer des Landwirts 3oll. Nur die Windstille und der Umstand, daß das Feuer bei Tag ausbrach, sowie die vereinten Anstrengungen der Wehren von Kohden uud Nidda beschräiikten das Feuer auf seinen Herd, andernfalls wäre ein ganzer Teil des Dorfes zusammengebrannt. Wahrscheinlich liegt Brandstiftung vor. Der Besitzer, der in einem anderen Hanse wohnt, hat einerfahrenden Horde* einen Raum vermietet und soll abends vorher einen Wortwechsel mit der Gesellschaft gehabt baden. Kaiim war deren Wagen abgefahren, so brach der Brand ans. Gewisses weiß man nicht. Die Gendarmerie requirierte einen Wagen und verfolgte die Bande. Vom Inhalt der Scheuer war nichts versichert. Außer Heu- und Strohvorräte verbrannten gegen 20 Malter Weizen in Säcken.

Nösberts, 1. Dez. Die Gemeinden Nösberts und Weid-Moos sind mit Wirkung von heute von der Bürgermeisterei Bannerod losgelöst und zu einer Bürger­meisterei Nösberts vereinigt worden. Die beiden Gemeinden bilden nunmehr auch einen gemeinschaftlichen Ortsgerichts- und Standesamtsbezirt Nösberts.

R.B. Darmstadt, 1. Tez. Der Bürgermeisterei-Bureau- vyrsteh-er Reckmirngsrat Kröll feierte beute sein 50jähriges S>i cnfti ub iI au in. Im Ratbaussaate fand ein Festakt tfatt, bein sämtlich? Beamte und Stadtverordnete beiwohnten. Ober» bürgermeifter Morneweg hielt eine Ansprache, in der er die Pflichttreue und Vorbildlichkeit des Jubilars für die gesamte Beamtenschaft bric->. Er überreichte sodann dem Jubilar das vom Großherzog verliehene Zriltertreuz 1. Klasse des Verdienst­ordens Philipps des Großmütigen und überwies dem Jubilar vonoer ^tadt zwei Sessel. Der Attest: Stadlv. Lehr sprach die Glückwünsche des ^tadwerordnetenkvllegiums aus. Obersekretär Ebert verlas eine Adresse der Beamten und überreichte als Ge­schenk eine losteare Vase der Großher^glichen Edelglasmanufaktur. Rechnungsrat Taub gratulierte namens der Amtsvorstande der städtischen Betriebs- und Kassenverwaltungen. Der Jubilar dankte tiefbewegt für die ihnr erwiesenen Ehrungen. Polizeisekretär Söil&elm Kaiser feierte heute sein 25jähriges Dienst tubiläum als Bureauvorstand des hiesigen Polizeiamtes.

8. Marburg, 1. Dez. Tie Meldung mehrerer Blätter, daß das hiesige Jägcrbataillon nach Rudolstadt verlegt werden soll, entbehrt jeder Begründung. ßn ber Eisenbahn CreuzthalMarburg wurden drei be­waffnete Kroaten, die im Siegerlande Einbrüche begangen haben, im Schlafe überrumpelt und verhaftet.

. _ K i r chh a i n, 1. Dez. Bei Nachprüfung der Resultate des «Läinskampses beim 11. Deutschen Turnfeste in Frankfurt hat sich herausgestellt, daß auch ein Wetturner des hiesigen $8er= ein3, Kaufmann Albert Diehl, die zum Siege nötige Punkt­zahl erbu u . nd nut #5' 2 Punkten als o4. Sieger erklärt wurde. -Lie bette;nm:. Elnenurtundc luucU dem Tntiwerein Kirchhain vereits zugest:llt. Diehl, der in Turnerkreisen des Ostmes Vc»>en etne bekannte Persontichkeit iit uno bei den Gauveranstal-- tungcit <'' . ner der Sieger inr Weulanrpf hervor-

ging, i|t uit Vciujt d. nach '.t m e r i f a ausgewanoert.

w. Frankfurt a. M.. 1. Dez. In der tjeutigen.

Stadtverordneten-Sitzung wurde eine Vorlage deS Magistrats, der Neuen Theater-2lktiengesellschaft zur Er­höhung der Gehälter von Orchester, Ballet und Cho, der beiden Stadttheater einen weiteren Zuschuß bis zur Höhe von 25 000 Alk. zu gewähren, zur näheren Prüfung an den Finanzalisschuß überwiesen. Wegen der Umgehung Frankfurts durch den neu eingerichteten Lloyd-Expreßzug wurde der Magistrat einstimmig ersucht, an zilständiger Stelle geeignete Schritte dagegen zu ergreifen. Der Rlagistrat er­klärte, daß er bereits beschloßen habe, deshalb beim Minister vorstellig zu werden, dlußer dem Lloyd-Expreßzug handle es sich aiich um einen Schnellzug, der von Berlin über Hom­burgWiesbadenKreuznach unter Umgehung Frankfurts geleitet werden soll.

te. Limburg a. d. Lahn, 1. Dez. Hier wurde aus Veranlassung des Landrats Büchting einKreis-Sänger- bunö1 gegründet, dein bis jetzt 38 Vereine beigelrcten sind. Ter Zweck des Bundes soll die Pflege des Volksliedes ohne Wettitreit, ohne überflüssigen Luxus sein und an Sonntag» Rachmiltageii staltsiiiden.

** Kleine Mitteilungen aus Hessen uud den Nachbarstaaten. Rentner I. Koob in Friedberg vol­lendet am 4. Dezember in außetgLivohntiä»er Rüstigkeit sein 80. Levens^ahr. In Bisses wutoe der seitherige Beigeord­nete Schultheis mit 27 Stemmen wieoergewahlt. Sern Gegenkandidat Philipp Lotz, erhielt 25 Stimmen.

Spenden für Nadbod.

Tie Stadt Worms beschloß die Ueberkveijung von 1000 an die Hinterbliebenen der aui Zeche Radbod Berunglücklen.

Die Sammlung des Gießener Anzeigers:

Bisher quittiert: 2354.67 Ulf., Proiessor v. C. 10.> Skat­kränzchen B. S. 5., St. B. 1., I. W. 1., R. G. 2. Zusammen 2373.67 Mk.

LusrsHiffcihtt.

Nachdem durch eine Jtwtvur.^ti ueiannt geworden ist, daß an der Danziger Technischen Hochschule Pläne für ein lenk Da re 3 Luftschiff ausgearbeilet sind, ist dieDanziger All­gemeine Zeitung" zur Veröffentlichung folgender Angaben er­mächtigte Tas Lustschiff, beifen Plane von Hochschui-PWfefsor Schütte-Danzig audgearbeitet worden find, ist nach starrem System entworfen. Ter Trag körper ist 100 Meter lang Und hat einen Durchmesser von 16 bis 17 Metern. Die Enden verlauicn para- ooloidföiinch. Tas Gerippe wird nicht aus Aluminium, londern aus doppelt diaogonal verlaufenden Holzträgern ocricrtigt Tie etwa 4u Meter lange und 4 Meter beeile Gondel wird in der Form des Schiffskörpers gebaut uud ist mit dein Trag körper fest verbunden. Seinen Antrieb erhält das Schiff durch einen 150- pstrdigen Gasmotor, der die Fahr.schraube direkt antreibt. Tic Turchschniilsge,^Würdigkeit wird 70 bis 80 Kilometer pw Stunde betragen. Ta die Tragfähigkeit infolge der Verwendung von Holz an Stelle des Aluminiums wesentlich größer ist, können außer der Bemannung und sämtlichen erforderlichen Betriebe Materialien etwa 2u0ü Kilo Sprengstoff mitgeführt werden. Beim Steigen und Ralfen ändert das Luniausf infolge eines besonderen Apparates feine horchoutale Lage nicht. Mit dem Bau des Luft- fchiffes wird im Sommer 190h begonnen werden.

Äletuc Tageschrontk.

Zwei Pforzheimer Firmen haben gegen das bekannte M a il s ch e 11 e n k il o p f °P a t en t des Kronprinzen 6 in- I p r u ch erhoben. Sie oeisertigeii solche Alanschettenknöpte schon leit Jahren.

In das Amtsgericht 31t Au gsbnrg wurde e i n g e - b r 0 eh c u und aus zwei Kaffenschränken 7000 Aiark gestohlen.

Aui Veraulafsmig der Pariser Polizei wurde ein Buch- druckerelbesitzer in Lausanne unter der Beschuldigung verhaftet, f a i s ch e Aktien der tranzösiichen Nordbahn her- gestellt und h.ervon für 140 000 Franks periäuit zu haben.

In der GrubeMariana" sind 130 Arbeiter um- g e k 0 m m e n, wie aus New-Port gemeldet wird. Tie Leichen sind bis auf iveuige geborgc 11.

Märkte.

FC. A u s 9t a i f a u, 1. -rez. "Jini den letzthin in Wester­burg, Seck, Mengerskirchen, Atarieuberg und Hachenburg abgehalieuen Biehmärkten behaupteten sich meistens die seitherigeu Preise, bei Fettvieh und jungen Schweinen trat ein geringer Abschlag em. Ter gestrige Markt in Ufingen brachte in Rindvieh cm flaues, hei Schweinen ein lebhaftes Ge­schäft. Tie 9lotierungen zeigten bei Rindvieh einen Rückgang, während Schweine weiter stiegen. Der nächste Biehmartt in Herborn findet am 22. Dezember statt.

fc. Frankfurt a. 9)1., 2. Tez. Schweinemarkt. (Org.- Tel. des Gieß. Anz.) Zum Verkaufe standen 1332 Schweine. Bezahlt wurden: ^sür Schweine 1. Qual. 7172 Pig., Lebendgewicht 06,0 bis 00 Psg.; 2. Qualität 6970 Pig., Lebendgewicht 55,556,5 Pfg^ 3. Qual. e500 Pig. Geschäft gut, Ueberstand unbedeutend.

Voiaitosichtliche Witterung ihr Hesjen am Donnerstag den 3. Dezember: Fortdauer der trüben nebligen Witterung. Trocken. Temperatur wie heute.

Wien, 2. lcj,. Wie die 'Jieiie Freie Pre,ie erfuhrt, erklärte Ministerpräsident Bicnerth in einem Privatgespräch, daß, falls in Prag keine Ruhi' eintrete, nicht nur der Ausnahmezustand son­dern eventuellen Falles das Standrecht verhängt werven wird.

Paris, 2. Dez. DerLanterne" zufolge ist Louis Neuard im gestrigen Ministerrat zum Schiedsrichter in der EasLblanco-Angelegenheit ernannt worden.

20 nd 0 n, 2. Tez. Tie Sklbung derPall Mall Ga« zette" über ein angeblich beabsichtigtes holländisch­en g l i s che s A b k 0 m m e 11 entspricht nicht den Tatsachen. Im Auswärtigen Amt er Härt man, es sei nicht einmal der Muhe wert, die Nachricht zu demenlieren.

London, 2. Tez. J.n Laufe einer Versammlung in Hamstead, die von der Liga für nationale Verteidigung zu dem Zweck, den militärischen Geist im Lande z.u wecken, einberufen lvar, hielt der Riarschall White eine Ansprache, in der er u. a. aus führte, die englischen Matrosen seien wirk­lich Nachfolger Nelsons, aber solange England keine Armee besitze, seics einer großen Gefahr aus- a e s e tz t. Jeder Burger müsse in der Lage sein, das Vater­land zu verteidigen. Schließlich tourde eine Resolution ange­nommen, die sich für die Einführung der allge­meinen Wehrpflicht aussprichr.

Petersburg, 2. Dez. Tie ^oiizei gelangte zur ftenntniä, daß in einer geheimen Sitzung des revolutionären Komitees veschlossen worben sei, die panslawistische Bewegung so­wie jeden internationalen Ko ns litt zu fördern, um so die lNöglichkcit einer Revolution hcroeizufuhren. Hier­mit stehen die gestrigen Verhaftungen und Haussucbungen in Zu­sammenhang.

Am ütitcjibcigdejikmal. M«ju

L. üauges«