Ausgabe 
2.6.1908 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

x Heuchelheim, 1. Juni. Am verflossenen Sonntag beging, wie schon kurz berichtet wurde, der hiesige Krieger­verein das Fest seiner Fahnenweihe. In Anbetracht einer vom hiesigen Gesangverein(Sermania* in großem Stil geplanten Festlichkeit, die zudem auch noch gleich nach Pfingsten stattftnden soll, nahm der Kriegerverein von einer größeren Feier Abstand und beschloß, die Fahnenweihe in einem kleineren Rahmen zu begehen. So versanunelten sich denn die Vereinsmiiglieder mit ihren Angehörigen am Sonn­tag nachmittag im Saale der Wirtschaftzum Treppchen", wo der Vorsitzende des Vereins unter Zugrundelegung der FahneninschriftIn Treue fest, im Sturme treu 1" eine der Bedeutung des Tages entsprechende Ansprache hielt. Konzert, Gesang und Tanz hielten die Erschienenen bis in später Stunde zusammen und verlief die Feier, die durch keinen Mißton getrübt wurde, zu aller Zufriedenheit. Richt un­interessant dürfte wohl ein Hinweis auf die vom hiesigen Kriegerverein seit seines Bestehens als Vereinsbanner benutzte Fahne sein, die, wenn sie reden könnte, uns von manchem bewegten Tag vergangener Zeiten zu erzählen vermöchte, blickt sie doch auf eine fast 200jährige Vergangenheit zurück. Wie nämlich die Fahne durch Aufschrift nachweist, wurde sie im Jahre 1722 unter der Regierung des Landgrafen Ernst Ludwig, dessen Namenszug sic auch trägt, angefertigt. So­weit sich durch Nachfrage ermitteln läßt, diente sic ursprüng­lich der aus Ortsbürgern von Heuchelheim, Rodheim und Fellingshausen zusammengesetzten Bürger wehr. Alte, den Gcmeindcakten einverleibte Rechnungen weisen darauf hin, daß diese Bürgerwehr tatsächlich bestanden, und die Familien­bezeichnungenHauptmanns" undFeldwebels" lassen mit Sicherheit einen Schluß darüber zu, in wessen Händen die Ehrenstellen zum Teile geruht haben.

§ Ruppertenrod, 1. Juni. Nach einem Vortrag des Oberrevisors der Genossenschaftskassen Hessens Lehr aus Darmstadt, den er am vorgestrigen Abend in der hiesigen Gastwirtschaft ,,Zur Krone" hielt, wurde hier eine Spar- un d Darlehn skasse m. b. H. gegründet. Der Kasse traten sofort 27 Mitglieder bei. Zum" Vorsitzenden wurde Bäckermeister Philippi, zum Rechner Gastwirt Nau, zum Kontrolleur H. Otterbein gewählt. Zum engeren Vorstand gehören Metzgermeister Völzing, Mühlcubesitzer Nahrgang und Landwirt Otterbein.

r. Hungen, 1. Juni. Das diesjährige Oberhes- fische B a u e r n f e st soll in Büdingen am 12. Juli ab­gehalten werden. Ferner wollen dieVereinigten Land­wirte für Frankfurt a. M. und Umgegend" in der südlichen Wetterau ein Baucrnfest im Laufe dieses Sommers veran­stalten. Zeit und Ort hierfür sind noch nicht bestimmt.

r. G e d e r n, 1. Junt. Unter Milwirkuug des Fürsten ^Stolberg-Wernigerode, der Einwohnerschaft sowie Freunden und Verehrern des Generals von Fransecky, der am 16. Nov. 1807 hier geboren wurde, ist dem Heerführer hier in seinem Geburtsorte ein würdiges Denkmal errichtet worden. General v. Fransecky war einer der hervorragend­sten Heerführer, er hat in hervorragender Weise die Ge­schichte des Deutschen Reiches mit schmieden helfen. Nach 'einer strengen Ausbildung avancierte er in kurzen Inter­vallen zum General und wurde vom König von Preußen mit den höchsten Orden dekoriert. Im Jahre 1849 wurde er zum Major im Gencralstabc befördert, führte 186064 bie_ 7. Jnfanteriebrigade bei. Königgrätz und Blumenau, 1870 das 2. Armeekorps. Seine kriegerischen Heldentaten sind in der Geschichte des Reiches mit ehernen Lettern ver­zeichnet. Bei der heutigen Denkmalsenthüllung führte der Festredner, Geh. Reg.-Rat Schönfeld- Schotten die einzelnen Daten seines Heldenlebens auf. Nach der Festrede gab der Fürst von Stolberg-Wernigerode den Be­fehl zur Enthüllung des Denkmals. Die Tochter des Gene rals, Freifrau von Buttler, schritt hierauf zum Denk­mal ihres verdienten Vaters und legte einen Kranz nieder. Nach der Besichtigung des Denkmals, eine Neliestafel aus Bronze mit umgebender Quadermauer aus Vogelsberger Basalt in schönem, modernen Stil, durch die anwesenden Herrschaften, legten noch Kränze nieder die Offiziere des Jnf.-Regts. Nr. 26 sowie eine Abordnung des Militärvereins Fransecky"-Magdeburg. Gedern hat mit Errichtung dieses Denkmals eine hervorragende Zierde erhalten und einer hohen Ehrenpflicht genügt.

Aus dem Ohmtal, 1. Juni. Noch immer nicht ist der Lauf der projektierten Ohmtalbahn endgültig ent­schieden. Tas muß doch eigentlich nach dem Schwanken der verschiedenen Projekte auffallen und zwar umsomehr, als die Eisenbahnbaufirma Lenz u. Co. durch ihre wieder­holten Vermessungen festgestellt, daß das einzig richtige Projekt das ursprüngliche, von der Mücke über Merlau, Wettsaasen und weiter dem Ohmtal hinauf gehende sei. Bereits ist auch diese Linie einer genaueren Vermessung unterzogen worden. Nun tritt neuerdings wieder das Pro­jekt über Groß-Eichen auf. Groß-Felda soll eine Stich­bahn zur Ohmtalbahn erhallen. Gegenwärtig nimmt ein /Ingenieur genannter Firma Vermessungen zu" dieser Stich­bahn vor.

Bäder und Reisen.

Die Nhön.

Schon längst erhebt sich die Lerche in die reine, blaue Lust, um dein Schöpfer ihr Morgenlied zu singen. Die Erde hat sich mit irischem Grün geschmückt, und auch in den Gebirgstälern sind jetzt die letzten Zeichen des Winters verschmnnden. Ter Frühling hat scine Herrschaft angetreten. Der Frohsinn, der sich überall in der yiatur bemerkbar macht, er überträgt sich auch auf das frühlingsfrohe Menschenherz. Das Wandern faim jetzt seinen An­sang nehnten.Wen: Gott ivill rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt". So schrieb Frhr. von Eichendorfs m jenem bekannten Gedichte, das man mit Recht em Volkslied genannt hat.

Wenn die Sonne ihre warnten Strahleit auf die Erde nieoer- sendet, dann greisen Viele zu Rucksack und Bergstock, und hinatls geht es durch die grünen Wälder und ailf die hohen Berge. Mtt erneuter Kraft kehrt man zur Berufsarbeit zurück. Während einzelne Gebirge in der Reisezeit voii Touristen überflutet sind, gibt es atidere, die in dieser Hinsicht seither etwas stiesniütterlich behandelt wurden, Vogelsberg und Rhön.

Gerade das Rhöngebirge galt bis vor tvenigeit Jahren als abgelegen, es war wenig gekannt tind daher vielsach verkannt. Der Waiiderer siitdcl atich hier kein bleibendes und bestechendes Bild, wie es das Hochgebirge zu bieten vermag. Die Rhön ivirkl aber in ihrer Schmucklosigteit und Einsachheil anziehend nnb an­heimelnd aus den, der die Einsamkeit nut ihrer beglückenden Ruhe liebt. Es müssen ja nicht Gletscher und Seen sein, auch Berg nnb Tal mit anmutigen Wiesen nnb den eilenben Gebirgsbächlein können Auge utib Gemüt des Ratursreundes befriedigen.

Die höchste Erhebtuig der kuppenreichen Rhön, die Milseburg, ist voit Fiilda ans leicht zti erreichen. Schon von weither ist jener getvaltige Phonolttfetsen lichtbar, der dein Wanderer eine unver­gleichlich schöne Fernsicht gestaltet. Atich der Botaniker siubel hier eine reiche Ausbeute. Ent gut markierter Weg führt an dem Grabenhos vorbei nach Abtsroda, einem idyllisch gelegenen Töcs- chen am Fuße der großen Wasserkuppe. Es ist ein herrlicher An­

blick, wenn die Viehherden am Abend die Bergwieseu verladen, um zu ihren Ställen zurückzukehren. Das Dorfglöcklein läutet im Tale, uiid die Nacht konnnt von den Bergen hernieder.

In allen Teilen dieses Gebirges ist für den bescheidenen Wan­derer billige und mite Unterkünfte zu haben. Bescheidenheit in den Ansprüchen bezüglich Quartier und Verpflegung ist ja eine Eigen- schäft, die man bei einem echten Touristen voraussetzen darf.

Von Abtsroda atis ist man bald auf dem höchsten Punkt der ganzen Rhön, der Wasserkuppe, die eine Höhe von 950'm erreicht. Der Turm neben dem Schntzhaus, bas von Mai bis Oktober ge­öffnet ist, bietet einen herrlichen Fernblick. An der Fuldagtielle vorbei gelangt man halb zu bem roten Moor, dem zweitgrößten Hochmoor der Rhön. Der hier gewonnene Sehlammtorf wird in vielen Badeorten zur Bereitung von Moorbädern verwendet. Auch siuden sich hier feltene Pflanzen, wie der insektenfressende Soimen- tan und andere. Tas Wundern in diesem Teil, der fogenaunteit holten ober langen Rhön, ist jeboch während des Hochsommers nicht empfehlenswert. Lohnender sind in dieser Zeit Tottren in der inalbgebirgigen Rhön, die ihren höchsten Punkt im Dommersfeld erreicht und durch den Himmeldiinkberg mit der hohen Rhön und dem Kreuzberg verbundeii ist.

Der letztgenannte Berg sollte von jedem Rhönbesucher bestiegen werden. Hat man einen weiten Marsch zurückgelegt und diesen gewaltigen Berg erreicht, so bietet das alte Franziskanerkloster die verdiente Erguickung und Ruhe. Frater Anselm, der Pförtner, Öffnet die Klostertüre. Mit großer Behäbigkeit und offensichtlicher Gutmütigkeit reicht er den Gästen in den üblichen Maßkrügen das von den Mönchen selbstgebraute, ungesvundete Bier. Nach dem einfachen, aber vorzüglichen Abendbrot sitzen die Fremden plau­dernd im Refektorium, bis um 10 Uhr Anselm an die Hausordnung erinnert. Ein solcher Abend bringt bald die Mühen eines Aufstieges in Vergessenheit, der vielleicht von Bischofsheim über die Kniebreche unternommen wurde. Bischofsheim bildet den Mittelvunkt der Holzschnitzindiistrie des gesamten Gebirges. Aus der bortigen Holz- schnitzschule, die jedermann besichtigen kann, sind schon namhafte Künstler hervorgegangcn. Ter Lehrer, Valentin Gilbert, ist selbst ein Kind der Rhön. Ans bescheidenen Verhältnissen hervorgegangen, erteilt er seit Jahren den Unterricht im Zeichnen und Modellieren und leistet in jeder Art hervorragende?.

So bietet dieses arme, verkannte Gebirge noch maiich herrlichen Genuß, der hier nicht erwähnt werden konnte. Arm ist die Rhön von jeher gewesen. Das bezeugen die Ortsbezeichnungen wie Wustensachjen, Schmalnau, Sparbrod, Türrhof, Wenigentrist, Wild­flecken und andere.

... Tas;das Land der armen Leute", wie der Knltnrhistorifer R>ehl die hohe Rhön nennt, viele Auswanderer liefert, bedarf keines Beweises. Doch ist der uuvcrdrosseiie Blut des Rhöners bei dem steten Kampf mit der Natur fast sprichwörtlich. Nur durch äußerste Not gezwilngen, verlassen die Leute den Boden der Heimat uub kehren, wenn genügend Geld verdient ist, wieder dorthin zurück. Einer der besten Rhönkemier, der verstorbene Pfarrer Höhl, den man durch eine Gedenktafel auf dem Kreuzberg geehrt hat, sagt: Wer die Liebe zur Heimat bewahrt, der kann auch in der Fremde nicht zu Grunde gehen".

_______ H. Wagner-Bad-Nauheim.

Getreide-Wochenbericht

der Preisbcrichtstelle des Deutschen Landwirtschastsrats vom 26. Mai bis 5. Juni 1908.

Zu Anfang der Berichtswoche riefen Klagen über Dürre in Rumänien, Ungarn und im Süden Rußlands Beunruhigung her­vor und bewirkten allenthalben ein weiteres Anziehen der Preise. Eine weitere Stütze sand die feste Stimmung in der hier während der erften Tage herrschenden kühlen und regnerischen Witterung, die bei der zum Teil ohnehin rückständigen Saatenentwickelun'g Besorgnisse wegen einer Verspätung der Ernte erweckte, ein Um­stand, der diesmal um so schwerer ins Gewicht fallen würde, als die Versorgung allgemein sehr knapp bemessen ist und die Export- leifhmgen der überseeischen Bezugsguellen von Woche zu Woche abnehmen. Daraus erklärt es sich, daß die erwähnten Wettersorgen nicht nur das Kaufinteresse für Herbstlieferungen steigerten, sondern auch den Wert der alten Ernte günstig beeinflußten. Daß der Getreidehandel der Versorgungsfrage dauernd seine Aufmerksamkeit schenkt, beweist der Umstand, daß trotz inzwischen niedergegangener Regen in einem großen Teil der bedrohten Gebiete und der außer- ordeutlich günstigen Wltterimg, die seit einigen Tagen die Ent­wickelung der Saatcii in Deutschland wesentlich gefördert haben dürfte, nur verhältnismäßig geringe Preisverluste zu verzeichnen waren, als sich die Käufer, durch bessere Wettermeldungen veran­laßt, vom Markte znrückzogen. Auch vermochte das schleppende Warengeschäft, worüber im ganzen Lande geklagt ivird, keine sonder­lichen Preisveräuderungen herbeizusühreu, zumal meist nur wenig Ware auf die Märkte gelangt, und auch das Wenige den guali- tatwen Anforderungen selten entspricht. Für Hafer'hält die Pro­vinz fortgesetzt an ihren Forderungen fest, die aber gegenwärtig weder im Konsum, noch beim Export zu erzielen sind, 'so daß das Geschäft in diesem Artikel wieder nur sehr geringen Umfang er­reichte. Die weiter gestiegenen Forderungen für Mais führten nur vereinzelt zu Abschlüssen, da sich der Konsum ablehnend verhält.

Es stellten sich die Preise für inländisches Getreide nm letzten Markttage:

Weizen

Roggen

Hafer

Königsberg

223

(-

) 183

(-

5)

156

(

)

Danzig

223

(-

33:

1 190

(-

4)

161

(

1)

Stettin

219

(-

]

l 189

(-

2)

162

(

)

Posen

221

(-

) 182

(-

)

157

(

)

Breslau

218

(-

) 183

(-

)

157

(

)

Berlin

218

(-

4:

) 193

(

2)

178

(

)

Magdeburg

214

(-

) 194

(

)

162

(

2)

Halle

215

(-

ij

' 194

(

2)

160

(-

)

Leipzig

216

(+

2j

i 197

(+

1)

160

(

1)

Rostock

215

(

2|

189

(

2)

165

(-

4*

Hamburg

213

(+

1) 194

(+

1)

176

(

L

Hannover

215

(

1)

i 196

(

2)

165

(+ 3)

Braunschweig

211

-

1.

> 193

(-

)

162

(+ 1)

Düsseldorf

217

(-

1)

200

(-

)

172

(4- 5»

Köln

215

(-

)

195

(

)

1727»

(-

Frankfurt a.M.

217

(-!'/>)

205

(

2)

177'4

( 2»/J

Mannheim

226

(-

2)

205

(-

)

175

(

2]

Straßburg

222'/,

(-2

'/,)

195

(-

27,)

1827,

(274

Stuttgart

232'/,

(-

1

185

(

j

München

230

(-

2)

198

(-

)

182

(-

2)

Weltmarktpreise: Weizen : Berlin Mai 218.25 ( 3.25) Budapest Cft. 188.10 (-j- 2,80). Parts Juni 181.90 ( 5.70)' Liverpool Jult 169,50 (- ). Chicago Juli 138.50 ( 0 50)

Roggen: Berlm Julr 193.- (- 2.50). Hafer: Berlin Juli 165. ( 1.75) 'Dir.

Märkte.

Kartofselmarkt - Bericht vom 1. Juni 1908. Friedberg tHessen): Rote Sorte Dlf. 1.90-2.30, Magnum bomnn 2.302.5o, weiße runde 1.902.30, Gelbfleijchige, rote, 0.00 bis 0.00, weiße 0.00-0.00. Frankfurt a. Dl.: Rote Sorte Dlf. 2.000.00, Magnum bonum 2.50-0.00, weiße runde 2.000.00, Ge tfleischige, rote, 2.50, weiße 3.50. Wiesbaden: Dlagnum boii.au 2.750.00, weiße runde 2.60, Gelbfleischige rote 0.00, weiß 3.00. Dl annhei m: Magnum bonum Dlf. 2.402.50, Gelb- fli-tschi blaue 3.50 bis 3.60, iote 4.004.10. Köln: Rote Daber .. f. 0.000.00, andere rote Sorten 0.00, Dlagnum bonum 2.75 bis . .80, weiße runde 0.000.00, Gelbfleischige rote 2.402.50, weiße 2.-.52.80. Tort m und: Dlagnum bonum Dlf. 3.10,' weiße runde 2.70. Gelbfleischige, blaue 0.00, rote 2.95, weiße 3.900.00. Dl ü n st e r : Dlagnum bonum 2.602.75, Gelbfleischige rote 2.90 bis 3.10, weiße 3.654.00 Hagen: Dlagnum bonum 2.850.00, weiße runde c.000.00, Gelbfleischige weiße 3.70. Saarlouis: Role Sorte 2.40, Dlagnum bonum Dlf. 0.00, weiße runde Dlf. 2.40. Frankenthal: Rote Sorten 2.30, Dlagnum bonum 2.50, weiße runde 2.40, Gelbfleischige blaue 3.00, rote 3.00, weiße 3.25. W1111ch b. Krese 1 d: Rote Sorte 0.00, Dlagnum bonum 2.803.00, Gelbfleischige, rote 2.80 bis 3.00, weihe 2.702.90, K e in pen : Dlagnum bonum 2.60 - 0.00, Gelb­ste gasige rote 3.20. Saarlouis: Rote Sorten 2.40, Dlagnum bonum 0.00, weiße runde 2.40. Dl ünchen: Dlagnum bonum 2.40, Gelbfleischige weiße 2.00. (Alles per 50 Kllogr.).

am 1.

1908.

Ä

S r/r S <

Tic Marktpreise für Biet, und Frucht und die Gießener Fleisch- nnd Brotprcise

* D i c T r i n k g e l d e r f r a g c. Wir haben zur kniff- ltchen Frage der.Trinkgelder im Anschlüsse an eine dieser Tage wieder einmal beschlossene Forderung des Verband-, tages der Angestellten des Gastwirtegewerbes einige Be­merkungen gemacht, die mehrfach ausgenommen und er­örtert worden sind. Nun fordern die 'Berliner N. Nachr. das Publikum auf, die anerkannte Misere wenigstens nicht ständig zu verschlechtern und geben eine Zuschrift wieder, die lautet: Als Norm darf cs in Deittschtand angesehen werden, zehn Prozent der Rechnung als Trinkgeld zu geben; in Cafes und ähnlichen Lokalen, wo die Zahlung eine Mark meist nicht erreicht, sind zehn Pfennig aus die Person das übliche, völlig ausreichende Trinkgeld. Hieran sollte nun aber auch unbedingt sestgehalten werden. In Wahr­heit sieht es leider ganz anders aus. Leute, die in der glücklichen Lage sind, nur gelegentlich bei besonderen, mehr oder weniger festlichen Gelegenheiten Restaurants oder Hotels aufsuchen zu müssen, neigen dazu, diesen Satz oft wesentlich zu überschreiten. Und gewöhnlich sind das gerade solche Leute, die am ehesten Grttud hätten, ihre Groschen zusammenzuhalten. Der echte Kavalier hat es nicht nötig, und verzichtet auch selbstverständlich darauf, sich in den Augen des Kellners durch ein Trinkgeld, das den üblichen Satz überschreitet, zum feinen Mann zu stempeln. Anders der kleine Mann, der törichterweise glaubt, jeden berech­neten Bückling des Kellners besonders honorieren müssen. Die Folge aber ist, daß durch solches Verhalten die Trink­gelder eine immer größere Höhe erreichen, daß auch der, der innerlich gegen diese unbequeme Steuer wettert, mit- zumachcn beinahe gezwungen wird. Ein Uebcrmaß im Trinkgeldergeben ist ebensowenig am Platze und ebenso un­fein, wie ein schmutziges Knausern, so lange die Bediensteten in öffentlichen Lokalen, Gasträumen usw. auf diese Art der Bezahlung angewiesen sind. Für die bevorstehende Reise­zeit ist es sehr angebracht, daß jedermann für sich zu der Trinkgelderfrage Stellung nimmt und sich bei der Hand­habung grundsätzlich durch nichts aus dem Gleichgewicht bringen läßt. Man vermeide es, die Dienste dieser Ange­stellten in außergewöhnlicher Weise in Anspruch zu nehmen, Verkehre mit ihnen freundlich, aber bestimmt, und es wird eine seltene Ausnahme sein, wenn ein Bedienter es wagt, uns mangelhaft zu betreuen oder uns unfreundliche Ge­sichter zu machen. Und in diesem Falle scheue man vor einer ernsten Beschwerde nicht zurück. Der Sorge um die zahlreichen Hände, die sich uns bei der Abreise aus dem Hotel verlangend entgegenstrecken, ivird man am besten durch die vielfach angewandte Praxis eutgehen, daß man bei Be­zahlung der Rechnung zehn Prozent zur Verteilung an die Dienstboten hinzufügt. Damit haben wir unsere Schuldig­keit getan, eine ehrliche Arbeit ehrlich und genügend bezahlt. Und wer danach bei langen Gesichtern der Kellner, Pförtner und Hausdiener noch das beschämende Empfinden hat, in deren Augen nicht als Kavalier zu gelten, dem kann nicht geholfen werden der ist auch keiner.

Sport.

RadlervereinB o r u f f i a". Bei dem Vereinsrennen des RadlervereinsBorussia" am 31. Mai 1903, Abendstern-Biedcr und zurück holten den 1. Preis Ad. Heck, 2. Preis Peter Sviebnann 3. Preis H. Schott, 4. Preis Ad. Flick in der I. Klasse, den 1. Preis in der II. Klasse W. Hamel.

Sandel.

H o u b en S o h n Earl Df t.°G es., Aachen, Fabi- i» patentierter Gasbade- und Gasheizofen %. V Generalversammlung vom 30. Mai er. wurden sämtliche ©eoen' stände der Tagesordnung einstimmig genehmigt. Die Aussicht? für das laufende Geschäftsjahr wurdet, als günstig bezeichnet gs auf 6 °/0 festgesetzte Dividende ist sofort zahlbar. ' e

Höchste Schlachtviehpreife in Frankfurt a. Dl.

Fleischvreise in Gießen

Ochsen

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 8083 Dlf.

'/, Kg.Schlachtgeiv. 98lOODf.

7, 63-64

7. Kg. 76-84 Pfg.

7, 7080 , V, 60-76

Getreidepreise in Dl a n n h e i m

Brotpreise in Gießen

Weizen 100 Kg. 22.7023.00 Dlf.

Roggen 100 Kg. 20.25-00.00 Dlf.

Weißbrot 2 Kg. 62 P,g. Schwarzbrot 2 KgPst 58

Frankfurter 8Sör«e

2. Juni, 1.15 Ubr.

91.651 Elektriz. Laluneyer .

Elektriz. Schuckert

3?<

3% Portugiesen Serie I .

Portugiesen

35.

III

89.75

Ungar. Goldrente Italien. Rente .

212.70

110.00

119.40

108.00

Uarpener Bergwerk Laurahütte . .

Lombarden E. B.

Nordd. Lloyd . . 1iirkenlose . . .

4%

4%

62.60

63 75

95.60

89.90

96.10

150.00

51.50

86.75

66.40

96.90

83.15 91.90

83.15 90.80

91.50 98 90

99.15 93.70

Berliner llandelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. .

195.25 209.50

94.50 97.80

161.20 123.75

231.50

4% Üesterr. Goldrente. . 4*/6 % üesterr. Silberrente

Reichsanleihe do.

Konsols . .

do. . .

Hessen . . . Oberhessen

Hamburg-Amerik. PaketL Harpener Bergwerk. . . Laurahütte......

Nordd. Lloyd.....

Obeischles. Eisen-Industrie

136.60 . 174.10

138.10 197.50

Aktien:

Bochum Guss . . . Buderus E. W. . .

Tendenz: fest.

Berliner

Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz fest.

. 157.70

. 124.10

. 231.50

. 59.00 . 138.10

Dresdner Bank . .

Kreditaktien . . .

Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn . . .

Gotthardbahu .....

Lombard. Eisenbahn . . 2&30 Üesterr. Staatsbahn . . . 147.2o Priuee-Henri-Eisenbahn . 118-00

4 Vz u/0 russ.Staatsanl. 1905 4yau'O japan. Staatsanleihe 4% Gonv. Türken von 1903 Türkenlose......

4% Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 3"/o Mexikaner . . . 4>$70 Chinesen . . . .

Börse, 2. Juni. Anfangskurse.

. . 195.00

209.50

26.20

. 94.50

. . 149.20

TeJefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.

Eschweiler Bergwerk . . 204.00

Gelsenkirchen Bergwerk . 187.40

.....- - - ' 110.00

£orRoos FlatulhrPillen

~.x Vor?-,.,, , _ Brißindscirachte:tlt.id. Apctheken

Bush Dppks. Nair. HhaLt IcMaj.je 4 Fenchel-ffeffem KilmmdöL je 3

Ws feiert

^beray;

N]es.]

quets-1 le, Tur Schau Sänger B.I

Ziiuiuii

iniiimi iimnii iiuinni iinnn 'nimm iiiiimn

ÜB '.Ü'.UUU

i Hiiiim «nnnn «mm

'III