91.201 Elektriz. Lahineyet
81.55
93.10
l'nnee-Henn-Eiseubahu . 118.50
153.70
1
leutsciie Bank
233.00
218.00
112.1U
Elektriz. Schlickert . .
Eschweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk
Harpenei Bergwerk Laurabütte . . Lombarden E. B.
Nordd. Lloyd . . l'iirkenlose . . .
. 200.70
. 210.20
. 23.60
. 95.60
. 150.00
91.10
81.55
90.70
91.50
98 55
Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . , Tendenz: fest.
. 163.00 . 124.80 . 232.70 , 136.00 . 175.50 . 139.00 . 198.30
. 86.70 . 17j.0C . 23 55 . 158.00
60.70
62.20
94.90
86.80
95.10
149.80
49.10
85.00
65.30
95.30
3^°/< 3-L 3/5 °/(
■6% WA Wa
do. Konsols do. Hessen . . Oberhessen
ou/e Mexikaner 4>i°/0 Chinesen . .
Aktien:
Bochum Guss . . .
Buderus E. W. . . lenden;: fest.
Berliner
Cunada E. B. .
Darmstädter Bank .
Berliner Handelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Kommandit . Dresdner Bank . . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio-
EisenLahn . . . . Gotthard bahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Uesterr. titaatsuahu . .
Oskar Cohn im Plädoyer: ,„Jch ersuche den hohen Gerichtshof, bei Beurteilung der Sachlage in geeignete Erwägung zu ziehen, daß zwischen den Kriminalbeamten und den 5) e h l e r u in Berlin ein fast unaufhörlicher Krieg stattsindet. Bei diesen Worten lehnte sich der Beisitzenbe Landgerichtsrat Dr. Krßler zu seinem Nachbar hinüber und bemerkte halblaut: „Und mit den Berliner Rechtsanwälten!" Der Verteidiger erblickte darin eine strafbare Handlung und beantragte, die Aeußerung zu protokollieren." Der Vorsitzende ersuchte den Gerichtsschreiber, die Aeußerung zu Protokoll zu nehmen. Der Verteidiger beantragte, das Protokoll vorzulesen. Ter Gerichtshof beschloß, den Antrag abzulehnen. Rechtsanwalt Dr. Cohn legte darauf wegen Beleidigung des ganzen Berliner Rechtsanwaltsstandes die Verteidigung nieder. Beisitzender Landgerichtsrat Kaeprpfe: „Na, dann schön." Rechtsanwalt Cohn fand darin eine zweite Beleidigung und verließ sofort den Saal. Im Anwaltszimmer wurde sofort beschlossen, den Vorgang dum Vorstand der Berliner Anwaltskammer mitzuteilen, mit dem Ersuchen, einen Strafantrag wegen Beleidigung der Berliner Rechtsanwälte zu stellen.
* M e t) r kann mein nicht verlange n. In den „Rodnchee Nachrichten findet sich iolgende Ehreneiklärung: „Tie beleidigenden Aeugerungen, iueld)e ich am zweiten Osterfeiertag, dem 20. d. M., im Gasthof „Hum Schwan" gegen Herrn Max Hohnbaum getan habe, erkläre ich hiermit öffentlich als eine infame Büberei meinerjeUs, wie man fich eine solche nicht gemeiner und niederträchtiger denken kann, und nehme dieselben hiermit reuevoll und mit dem Ausdruck Heilten Bedauerns zurück. Außerdem büße ich meine Beleidigungen burd) 39^)01119 von 200 Mark, welche ich binnen vier Wochen au tue städtische Krankenkasse zu Rodach entrichte. Christian Hoffmann, Maurer."
* Professor Werner Sombart, der bekannte Volkswirtschaftler und geistreiche Kritiker des Kapitalismus, Verfasser eines vortrefflichen Handbuches der „Volkswirtschaft im 19. Jahrhundert", hat jüngst tm Gegensätze zu feinen früheren seltsam törichte Ausführungen über die „SteCtarne“ gemacht und unter anderem gejagt:
„Was ist uns, die die ganze Sache nichts angeht, die Reklame? Nun ich denke, darauf kann die Antmort nur lauten: em Aergerms, und zwar ein großes. Die Reklame ist jene Erscheinung dec mobernen „Kultur", an der aber auch beim besten Willen nichts als Widerwärtiges gefunden werden kann. Sie ist als Gaiizes wie in ihren Teilen und in allen ihren Formen für jeden Menschen von Geschmack rundweg ekelhast. Schon daß sie überhaupt da ist, die Tatsache, daß man Reklame macht, wirkt abstoßend. Jede Anpreisung nun gar zum Zwecke des Gewinns ist em Greuel für jedes noch unverdorbene Gemüt."
Dieselbe Zeitschrift, an deren Spitze der Name Prof. Sombarts prangt, wandte sich, wie der „Voss. Zig." geichrieben wird, an einen Berliner Großindustriellen um Jnieraie, erhielt aber folgende Antwort:
„Wir empfingen Ihr geschätztes Schreiben vom 12. c. Da die Reklame jene. Erscheinung der modernen Kultur ist, an der auch beim besten Willen nichts als Widerivärtiges ge'unben werden kann, die alls Ganzes wie m ihren Teilen und ift allen ihren Formen für jeden Menschen rundweg ekelhaft ist, fo können mir uns nicht eiitfchließen, Ihrer Offerte' näher zu treten. Jede Au- öcige in Ihrem Blatte ziim Zwecke des Gewinns betrachten wir als ein Greuel für die unverdorbenen Gemüter Ihrer iZcfer."
Die Antwort ist gut I Derjenige, der sie wegen |emer kindlichen Anschauungen über den Wert der Reklame hluunterfchlucken muß, ist bekanntlich Professor an der Berliner Handelshochschule! — Eure sehr hübsche Persiflage der Sombarlschen Reklame-Theorie oer- öffentlichle auch der „Ulk".
w. Wetzlar, 29. April. Unsere im Jahre 1857 gegründete Kreissparka sse hat sich in den 50 Jahren ihres Bestehens aus kleinen Anfängen zu einem großen gemeinnützigen Institut entwickelt. Sparkasseneinlage, wie Aktivkapitalicn hatten Ende 1907 die Summe von 11 Millionen Mark überschritten. Der Neservefond stieg auf 984 769 Mk. Die in sämtlichen Landbürgermeistereien deS Kreises eingerichteten Nebenstellen der Kreissparkasse (mit Hörnsheim 8) haben sich eines lebhaften Zuspruches zu erfreuen. Die bei der Kreissparkasse eingerichtete Pfennigsparkasse ist trotz ihres verfolgten gemeinnützigen Charakters auch im verflossenen Jahr wieder wenig in Anspruch genommen worden.
" Nati onallibera le Versammlung. Man schreibt uns: Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, findet am Dienstag abend im Hotel „Einhorn" eine vom jungliberalen Verein veranstaltete öffentliche Versammlung statt, in der Herr O. Riedel über „Blockpolitik und Liberalismus“ sprechen wirb. Der junge Redner hat sich seit der letzten Reichstagswahl als einer der eifrigsten Bekämpfet: des Antisemitismus im hiesigen Wahlkreise bereits einen Namen gemacht und ist auf dem Lande wegen seiner ruhigen, klaren und anregenden Sprechweise gern gesehen. Das von ihm gewählte Thema dürfte nach den Parteitagen von Kassel, Frankfurt und Mägde- bürg geeignet sein, die weitesten Kreise zu interessieren, um« iomehr, als unbeschränkte Redefreiheit zugesichert wird.
•• Opern-Vorstellung. Nächsten Freitag, 8. Mai, gastiert die Darmstädter Hofoper im Stadttheater im „Waffenschmied“.
** Das Kolosseum feiert heute einen JubiläumStag. Ein Jahr ist darüber hingegangen, feit dieser Tempel der zehnten Muse feine Pforten geöffnet hat. Begegnete das Unternehmen damals einem gewissen Mißtrauen, heute wird allgemein anerkannt, daß die KoloffeumSleitung die berechtigten Erwartungen erfüllt hat, die an die Spezialitäten- bühne einer Mittelstadt geknüpft werden können. Eine ganze Reihe von Programmen muß als hervorragend bezeichnet werden und stand den Leistungen, die sonst nur in den großen Städten zu sehen sind, keineswegs nach. Kein Wunder, daß das Publikum den Darbietungen seine volle Aufmerksamkeü schenkt. Zahlreiche, bis auf- den letzten Platz ausverkaufte Vorstellungen geben Zeugnis davon. Mehrere Gastspiele berühmter Brettlsterne bedeuteten für Gießen geradezu ein Er- dignis; so die Saharet, Otto Reutter, Danny Gürtler und andere. DaS Künstlerpersonal wird von einer eigenen gut geschulten und mit Geschick geleiteten Kapelle wirkungsvoll unterstützt. Ein Kinematograph, ferner die Vorführung von Lichtbildern und mancherlei Verbesserungen im Saal und auf der Bühne bieten auch während der Pausen Abwechselung und gestalten den Aufenthalt angenehm und unterhaltend. Vielleicht bringt der zweite Koloffeumsjahrgang auch eine neuzeitliche Heizungs- und Entlüftungsanlage l Tas ist freilich ein Wechsel auf die Zukunft. Gut wäre es aber doch, wenn er eingelöst würde — auch für das Unternehmen selbst. Dahingegen hat sich das zweite Jahr schon jetzt mit einem tadellosen neuen Programm vorteilhaft eingeführt. Es ist mit Geschmack zusammengestellt und weist auch einige Schlager auf. Emgeleitet wird es durch Mstr. Charles mit einem Balauzierakt. Dieser offenbar fischblütige Künstler zeigt ganz verblüffende Tricks, die manchmal ordentlich gefährlich aussehen. ES folgen die dr e i H o n n e y-G ir ls, ein Damen- Tanz- und Gesangsterzett. Sie erscheinen noch einmal mit verschiedenen Tanzauffuhrungen, die ihnen den Beifall der Zuschauer eintragen. Der Star des Programms ist wohl Carlo Almado, ein Fußkünstler von erstaunlicher Gewandtheit. Sein Spiel mit vier großen Puppen ist originell und kaum zu übertreffen. Ein etwa drei Nieter langer Tisch dient ihm buchstäblich als Spielball seiner Füße, während er eine Balanzierschaukel, von zwei ausgewachsenen Männern besetzt, in Kreisbewegungen von beängstigender Geschwindigkeit auf feinen Füßen tanzen läßt. Zu angenehmer Abwechselung kommt bann ein gar fescher Tyroler Bua, Fr äule in N elly de Meglio, der tüchtig jodeln und singen kann. Eine ganz reizende Dresiurnunnner bildet den Schluß des ersten Programmabteilung. Marguerita Gilton mit ihren Tauben, die als Akrobaten, Turner, Seiltänzer und im Kutschierwagen auftreten, erntet reichen wohlverdienten Beifall. Den zweiten Teil eröffnen Ritter und Carras mit ihrem urbrolligen, exzentrischen Militärakt, einer guten turnerischen Leistung nm Doppelreck. Dann setzt der Gesang wieder ein mit Gusti Perla, einer Wiener Soubrette. Der Homorist Hermann Kunz hat die Lacher entschieden auf seiner Seite. Nlit den teilweise noch nicht gesehenen Jongleurleistungen Tilli Kaisers schließen die Darbietungen. Sie sind so reichhaltig und vielgestaltig, daß sie wohl für jeden Geschmack etwas bieten werden. Die Koloffeumsdirektion wird ihr zweites Geschäftsjahr jedenfalls mit ailsverkauften Vorstellungen beginnen können. B.
Telefonische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteüt von der Bank (Ur Handel und Industrie, Giessen.
Gerichts
"Griesheim, 1, Mai. Im Novbr. vorigen Jahres erkrankte öa§ 6 j a l) r i g e Töchterchen des Taglöhners Ehelius. Das schwächliche Kind war aus der Schule nach Hause gekommen klagte über Kopfweh und gab auf Befragen ber Ellern an, von iemem Mehrer einen Schlag gegen den Kops erhallen zu haben. Nach einem kurzen Krankenlager von 2 Wochen verstarb das Kind Gegen den Lehrer Malt aus Griesheim ivurde nun von dein Baier des Kindes Anklage wegen Körperverletzung erhoben. In der bei der Strafkammer zu Darmstadt Ende voriger Woche stattgefundenen Verhandlung wurde der Angeklagte freige- spräche n, weil die Anklage jeder tatsächlichen Beweisunterlage entbehrte. Lehrer Niall stellie entschieden in Abrede, das Kind ge- züchligt zu haben, da er gar keine Veranlassung dazu gehabt. Zu. dem er b die Sektion als Todesursache Lungen- und Gehirn- tubein. , sowie Fehlen jeder Spur einer1 äußeren Verletzung. Selbst oon den Angehörigen, der Krankenschwester und dem behandelnden Arzte sind diesbezügliche Wahrnehmungeii nicht gemacht worden. Von den als Zeugen vernommenen Schulgenossinnen Halle niemand etrvas von einer Züchtigung wahrgenommen bis aus 2 Kinder, die darüber ganz unbestimmt lautende Aussagen machten. Nach dem ganzen Ergebnis der Verhandlung konnte fest- geuetli werden, daß die Beschuldigung sich nur auf eine Aeußerung des im Fieberwahn redenden Kindes gründete.
B e r nb u r g , 30. April. Ter ' Leutnant und Bataillonsadjutant Bullrich vom Bernburger Bataillon war seinerzeit vom Kriegsgericht in Halle wegen tätlicher Beleidigung eines wachhabenden Unteroffiziers, der vom Gericht als Vorgesetzter angesehen wurde, zu einem Jahre Festungshaft und lenltentlailung verurteilt worden. Tas Oberkriegsgericht hat letzt den Leutnant nach Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils f r e v gesprochen.
M agdeburg, 30. April. Der Musketier Reidt vom 6. Jnsanterleregiment, der als Adventist an allen Sonnabenden andauernd den Gehorsam verweigert, wurde voiti hiesigen Kriegsgericht zu 3 Pt o ii a t e n Gefängnis verurteilt. Ties ist bereits die dritte Bestrafung des Adveiitislen.
Summe 13 (8) 11 (7j — 2(1)
A n m.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel ber Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
5ordd. Lloyd .... 95.5s
Obeischles. Eisen-Industrie 9.'.70
4>o Uesterr. Goldrente. . 4llt% Uesterr. Silberrente 4>v Ungar. Goldrente . . 4-z Italien. Rente . . . 3/o Portugiesen Serie I 3% Portugiesen „ III
4 XA °/, russ.Staatsanl. 19Uo 4^uy0 japan. Staatsanleihe 4 >6 Conv. Türken von 1003 Türkenlose......
4/o Griech. Monopol-Aul. . i % äussere Argentinier .
Börse, 2. Mai. Antangskurse.
Frankfurter Börse, 2. Mai, 1.15 Uhr.
Reichsanleihe
** Kunstoerein. Die erst seit 3 Wochen ausgestellte Kollektion von A. Lüdecke-München und eine Anzahl andere Gemälde bleiben nur noch morgen Sonntag ausgestellt, von Montag an wird wieder ein größerer Wechsel der Gemälde vorgenommen. Am Montag, Dienstag und Mittwoch bleibt die Ausstellung geschlossen.
** Stenographie. Der Gabelsbergersche Stenographen- Berein Gießen eröffnet am Dienstag, 5. Mai, einen Anfänger- kursus für Dainen und am 4. Mai einen gleichen für Herren, worauf aufmerksam gemacht toirb.
fi.-B. Darmstadt, 1. Mai. Bei den Erdarbeiten auf dem Gelände des neuen Bahnhofs wurde der Stoßzahn eines Mammuts zutage gefördert. Der interessante Fund wurde sofort der Verwaltung des Landesmuseums gemeldet.
Offenbach, 1. Mai. Der auf dem Stadthause bis auf Weiteres zur Einsicht ausliegende Voranschlag für da? Jahr 1908 weist eine Erhöhung der Kommun al st euer um 30,6 Prozent auf. Erhoben werden für das laufende Etatsjahr 153,7 Prozent gegen 123,1 Prozent in den Vorjahren. Die eifrig fortgesetzten Bücherrevisionen haben ergeben, daß sich die G e s a m t s u m m e der von dem früheren Stadtlassenrechner Grebe unterschlagenen städtischen Gelder aus über 80 000 Mark beläuft. In dem Verhalten der beiden Verhafteten hat sich bis jetzt noch nichts geändert; der junge Grebe hält seine Behauptung, an den Unterschlagungen unbeteiligt zu sein, in vollem Umfange aufrecht und gab auch bei seiner gestrigen Vernehniung durch den Untersuchungsrichter an, die fehlenden Gelder seien ihm gestohlen worden. Dec frühere Stadtkassenrechner Grebe gestand dagegen ein, eä sei wohl möglich, daß er Gelder im Betrage von 80 000 Mark unterschlagen habe; auch würde er alle Veruntreuttngen, die ihm nachgewiesen werden können, nicht bestreiten. Die Untersuchung ist jetzt so iveit gediehen, daß nur noch die ausführlichen Gutachten dec Bücherrevisoren ausstehen. — Nach .einet Mitteilung des „Offenbacher Abendblattes- wurde eine Kommtssioii des städtischen Arbeiteransschusses bei der Bürgermeisterei wegen der Feier am 1. Mai vorstellig. Die Kommission echieU den Bescheid, daß einer Arbeitsruhe in den Betrieben, in uci.en 3-- angängig sei, nichts im Wege stände. Eine Mitgliedei.vci,anunlung beschloß darauf, heute nachinütag die Arbeit ruhen zu lassen.
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 1. Mai.
Ein dummer Jungenstreich.
Im vorigen Dttmot ivac oer 1 3 j a l> r i g e Schüler K. S. hier bei einem Gärtner aushilfsweise als Laufbursche tätig. Er bekam den Auftrag, der Mutter seines Dietistherrn einen Korb Kartoffeln und 5 Mark zu bringen. Die Kartoffeln lieferte er ab, das Geld behielt er aber für sich und verwendete es zu Naschereien. Einige Tage später hatte er einen Blumenkranz abzuliefern: es wurde ihm eine auf 3 Mark lautende Quittung mitgehen, die er auf 3,50 Mark abanberte und die 50 Pfg. für sich behielt, dkach den Angaben seines Lehrers besitzt er die zur Erkenntnis der Strafbarkeit seines Tuns enorderlick)e Einsicht. Er wurde wegen llrkundenfälschung im einheitlichen Zusammentreffen mit Betrug und llnterMagung zu 8 Tagen Gefängnis verurteilt
Eine Maffenverurteilung.
Tie mit der SttoiuroHc Der Wehrpli.icyngen beauftragten Behörden haben noch und nach angezeigt, daß 25 junge Leute aus Der Provinz Ober Hessen fich Der Wehrpflicht entzogen haben. Es erging deshalb gegen sie Antlage unter der Anschuldigung, daß sie in der Absicht, sich dem Eintritt in das stehenOe Heer bezw. der Flotte zu entziehen, ohne Erlaubnis das Deutsche Reich verkästen haben, bezw. nach erreichtem militärischen Alter sich außerhalb des BunOesgebiets aushatten. Nachdem die Ladung durch Veröffentlichung ui den Zeitungen und durch Anschlag an die Gerichtstaiel erfolgt war, wurden sämtliche zu Geldstrafen von je 300 Mart verurteilt und das im Inland? befinblidje Vermögen derselben, soweit es zur Deckung twn Sttafen und Kvstcn erforderlich ist, mit Beschlag belegt.
Der Heuwageu.
Im Letzten Svmnter fuhr der L a »t 0 10 i r t H. L. G. von Ulfa auf einer sehr sckMalen Straße mit einem Heuwagen, auf dem seine Fran saß. Er sah einen andern Laitdwirt, wie dieser mit einem ebenfalls mit Heu beladenen Wagen in die ©trage ein- biegen wollte und rief ihm zu, er möge aithatten, bis er vorbei fei. Als Dreier der Aufforderung nicht nachlam und G. für das Leben feiner Frau fürchtete, sprang er vor ihn und suchte ihn znrück- zuhallen, wobei er ihm einen Peitschen,chlag gegeben Haven soll. Tas Schöffengericht maß dem Gegner des Angeklagten die Schuld zu und erfannte auf Freisprechung, Da, wenn er tatsächlich auch geschlagen haben sollte, eine in Bestürzung erfolgte lieber,djrcilung Der Notwehr vorltegt, für die der Angeklagte iticht zu bestrafen sei. Der Verletzte als Nebenkläger focht Das Urteil an. Auf Grund erneuter Beweisaufnahme hielt Das Berufungsgericht für festgestellt, daß der Angeklagte tastächsich geschlagen hat; es erachtete aber Die Voraus,etzungen der Notwehr nicht für gegeben, Da der Verletzte ausgennchcn ist und der Angeklagte ochie Schaden zu nehmen, hatte Vorverfahren können und auch gefahren ist, so Daß anzunehmen ist, er have sich lediglich von ,einem Zorn Hinreisen lassen. Nach einer Polizeivervrdnung hätte er selbst an einer geeigneten Stelle beiseite fahren unD hatten müssen. Unter Diesen Umftänben mußte auf Strafe erianiU werden, die mit 5 Mark bemessen wurde.
KräulerweiN'Handel.
Dem Inhaber der Firma E. K'. in Hannover und bereit Rei- lenbcn H. H. gingen Strafbefehle über je 20 Mark zu, weil der Reisende Geheiutmittel hausierens verkauft l)at, die von Der Firma effettuiert wurden. Auf Grund ihres Ein,pruchs fand Verhandlung vor dem Schöffengericht statt. Da bestritten wurde, daß es sich um ein Gel-eimmittel handelt, hatte das KtLisgefunbheus- amt das Mittel zu begutachten. Es handelt sich um einen sogenann- ten Kräuterwein, der zur Beseitigung von Nkagenleiden und deren Begletter,cheinungen, schlaflosigteu, Rheumatismus, Skrofeln, MandelentHÜndung und alle möglichen Leiden empfohlen wird. Der Sachverständige erklärte, das Mittel bestehe aus Wasser, Zucker und Alkoholzusatz unter Beimengung von Bitterstoffen und ist nicht imstande, Die angegebenen Ucbel zu heilen, überdies sei der Preis im Verhältnis zu den Herstellungskosten viel zu hoch. Der Rei,eirde hatte m dem Orte 'Rödgen allein an einem Tchge 100 Flaschen abgesetzt. Festgestelltermaßen hat sich ein Magen- leidenDer nach Verabreichung des Mittels schlechter geftchll als zuvor und ist es geeignet, das körperliche Befinden der Kttider erheblich zu gefährden. 'Rach dem Ergebnis der Verhandlung ist der Kräuterwein als Geheimmittel aufzufaffen und da er im ttmhcrziehen verkauft wurde, ist der Reffende in ziveifacher Beziehung strafbar. Das Schöffengericht beließ es deshalb bei der straft uiid die Angeklagten wchten das Urteil an. Der Staals- anmalt hielt angesichts des Umstandes, daß die Firma einen großen Verdienst erzielt, deren Sttafe nickst für ^hoch genug und beantragte 150 Aeart Geldstrafe. Da Die Sachlage eingehende Prüfung erfordert, wurde die UrteilerntiinDung auf 8 Tage ausgesetzt.
VeLttMi!-<chtcs.
* ZusammeNst 0 ß zwischeN Strafrichtern und Recptvanwalt. In einer Verhandlung vor der 7. Straf>- ta.mmer des Landgerichts Bertip, 1 DeinerRechtsanwalt Ar.
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— D i e U n i d e r fj t ä t Zürich feierte am Mittwoch ihren 7 5. Geburtstag. Sie ist am 29. April 1833 eröffnet worden. Die Anregung zur Gründung einer Universität ging von Der Tag- fatzung zu Luzern 1832 aus, auf der Der WaaDtlänDer MonnarD Die GrünDung einer eidgenössischen Universität empfahl. Die Universität zählte bei ihrer Eröffnung 8 orDentllche unD 16 außerordentliche Proiessoren und 161 Studierende. Heule wirken an ihr 77 Professoren und Die Zahl der Studierenden beträgt 1489. Ter erste Rektor war der betaimte Naturphilojoph Lorenz Oken. Bei der Feier, Die mit einem akaDennjchen Akt anhob und mit einem Kommers schloß, hielt Der Rektor Proiessor Klemer eine Rede über die Ergebnisse Der physikalischen Forschungen Der letzten zehn Jahre. Mit Genugtuung ward auch Der Volksabstimmung vom vergangenen Sonntag gedacht, in der das Zürichensche Volk Die 'Mutet für Den Bau eines neuen Unioerjitcitsgebäu des beioilligte. Und ireudige Ueberraschung bereitete die Mitteilung, daß Abegg-Arter, Der Verwaltungspräsident der Schweizerischen Kreditanstalt, für Die Universität eine Stiftung von 250 OOu Franken errichte, Deren Zinsen zum Teile Dem Pensionsfonds der Dozenten zugute kommen soll.__________
Mcherttl. Uedersicht derCodesMe Lö.Staöt Sieben.
16. Woche. Vom 12. bis 18. April 19u8.
Einwohnerzahl: angenommen zu 30 400 sinkt. 1600 Mann Alilitär.) Sterblichkeitsziffer: 22,23°/,,, nach Abzug von 8 Ortsfremden: 8,88 u/qo.
Kinder
ES starbe>i an: Zusammen:
Erwachsene 1.
: tm
Lebensjahr
vom
2.—15. Jahr
Diphtherie
1 (1)
_
—
1(1)
Tuberkulose
1 (1)
1 (1)
—
Blutvergiftung
2(2)
2(2)
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Lungenentzüridung
1
1
—
Herzentzündung
KD
1 (1)
—
—
Embolie
1 (1)
1 (1)
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Mandelabszeß
1(1)
1 (1)
—
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Krebs
1
1
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—
Altersschwäche
2
2
—
Ertrinken
1
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1
im Wochenbett
Kl)
1(1)
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