nicht die Reste des letzten Schneefalls hinweg getaut, da zeigte sich heute wieder eine geschlossene, neue Schnee- decke. Im Tarife des Tages schneite es wiederholt. Die Frühjahrsbestellung, die schon dcgonnen, ruht wieder. Ja, der April ist nicht so gut, er schneit dem Bauer auf den Hut. hoffentlich bewahrheitet sich nicht die andere Apri-lregel: Aprilschnee tut Frucht und Weinstock weh.
(li.) Elpenrod, 1. April. Das vierjährige Töchterchen Kömpf, das beim Heckenverbrennen so schwere Brandwunden erlitten, ist noch am Abend desselben Tages in der Klinik zu Gießen seinen Wunden erlegen. Die Ettern konnten es nur als Leiche wieder mitnehmen.
x Ober-Ohmen, 1. April. In welchem Schwung das Heckenverbrennen stand, zeigt die Anzahl der beim Hecken- und Nainanzünden in hiesigem Felde von der Gendarmerie zu Ruppertenrod angetroffenen Jungen, Kehn an der Zahl. Sic sind aus der Schule entlassen. Seit dieser Zeit sind die Heckenfeuer auf einmal verschwunden. Schade, daß schvil vorher manche Hecke durch Feuer vernichtet wurde.
(?) Mücke, 1. April. Ter bislang in unserer Gegend unbekannte Fahrraddieb'stahl scheint nun auch hier seine Liebhaber zu finden. Ein Radfahrer kehrte in einer hiestgen Wirtschaft ein. Als er heraustrat und sein Rad beftetgen wollte, war es fort. Alles Suchen danach war erfolglos. Möglicherweise hat sich auch vielleicht ein Schall' einen Scherz erlaubt, der allerdings in diesem Falle unangebracht wäre.
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 31. März. Er will nicht gebettelt haben.
Der Kellner H. Th. aus Gladenbach hat ein Urteil des Schöffengerichts Bad-Nauheim, nach welchem er wegen Bettelns zu 4 Wochen Hast und Uebcrweisung an die Landespvlizeibehördc zur Unterbringung in ein Arbeitshaus verurteilt worden ist, angefochten. Er kann nicht verstehen, wie man in seinem Verhalten eine strafbare Handlung erblicken kann, da er doch nur um Arbeit nachgesragt habe, bei welcher Gelegenheit ihm unerbetene Gaben zugeflossen seien. Tos Schöffengericht hatte festgestellt, daß er zu Bad-Nauheim von einer Wirtschaft zur anderen gegangen ist und an mindestens vier Stellen zu erkennen gegeben )at, daß es ihm nickst um Arbeit zu tun sei, es ihm vielmehr tur aus Erlangung einer Gabe ankomme. Uebrigens wurde fein Verhalten allseits als Betteln aufgefaßt und in einem Fall hat er ausdrücklich um Unterstützung gebeten. Zur Begründung seiner Berufung gab er an, er beziehe eine hohe Militär Pension und könne nachweisen, daß er tu einem Zeitraum von zwei Monaten annähernd 200 Mk. erhalten hat, so daß er nicht zu betteln brauche. Es wurde jedoch von dem Gericht wenig Gewicht aus diese Angaben gelegt; Tatsache ist, daß er bereits 38 Vorstrafen hat, darunter eine große Anzahl wegen Bettelns und ist erst kürzlich nach Verbüßung einer Bettolstrafe entlassen worden, auch hat er schon mit dem Arbeitshaus Belannrfchalt gemacht. Tie Strafkammer hielt die vom Schöffengericht getroffene Maßnahme der 2lrbeitsyansüberweijung, gegen die ftch die Berufung hauptsächlich richtet, für angebracht, zumal feststeht, daß er sich vagabundierend in der Well nmhertreibt und gelegentlich des Bettelns, Diebstähle und Gewalttätigkeiten begeht. Dos Urteil mußte deshalb bestätigt werden.
Dec §aü hirschel.
L
Im Januar 1906 lies von dem 1. Direktor der Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft in Friedberg, Oe.wno- mierar Schiente, eine Anzeige gegen oen 2. Dirertor, Land- tagsabgeordnelcn OÜo' i i i n; c 1 - Friedberg bei der piefigen Staatsanwaltschaft wegen Unterschlagung von Genossenschastsgelderu ein. Infolge dieser Anzeige nahm Hirschel auf seine Veranlassung Urlaub, Schienke dagegen kündigte den Posten auf den 1. Mat 190ö und ging ebenfalls in Urlaub. Während der Untersuchung, die sich sehr in die Sänge zog, wurde Hirschel im Juni 1906 von der Hauptgenosfenschaft als erster unö alleiniger Direkter bestellt. Das Ergebnis der Untersuchung war, daß An- ktage gegen Hirschel wegen Unterschlagung von Genossen- fchafisgeidern in Pöstchen von 20, 30, öO bis 500 Mt. — insgesamt von 1300 Ml. — erhoben wurde. Die Anklage sage jedoch, das, der Angeklagte nicht beabsichtigte', Die Genossenschaft um das Geid za bringen, sondern sie macht ihm lediglich nur die verspätete Ablieferung zum Vorwurf, die 1500 Mart har Hirschel nämlich gedeckt.
Am 19. Oktober 1906 stand bereits vor der hiesigen Strafkammer die Hauptveryandlung an, nachdem am 11. Augusi 1906 Der anoeraumte Verhandlungstermin auf eine Eingabe Hirschels abgesetzt war. Am 19. Oktober er- jchien oer 2Uigetiagtc unu sein Berteioiger Rechtsanwalt o. Brenlano-Oisenbach a. M. nicht. Beide hatten am 1?. Oktober um abermalige Vertagung und Ladung neuer Ent- laftungszeugen, die darüber gehört werden sollten, daß H. 1’11’15 >n der Sage gewesen, jeiite Verpflichtungen zu er- 1 allen und genug uermögenbe Freunde gehabr, die ihn jederzeit unterstützt hätten, gebeten. Ten Vertagnngsautrag iehnie das Gericht entschieden ab, gab aber der Zeugen- labung statt. Infolge des Nichterscheinens des Angeilagten im Termin am 19. Oki. 1906 befchloß auf Antrag des Oberfiaaisanwalts Theobald das Gericht, gegen Hirschel einen Vorsuhrungsbefehi zu erlassen mil der Maßgabe, zum nächsten Termin der Groph. Staatsanwaltschaft unheirnzu- gsben, die Genehmigung der Lcmdftände zur Vorführung ernzuholen und die. Verhandlung aus unbestimmte Zeit zu betragen. Der Gerichtsbeschluß betresfs des Eorführimgs- aefchls kam aber nicht zur Ausführung. Aus Ersucheii Hirschels und seines Verteidigers zu Beginn 1908 wurde nunmehr der Termin zur Hanptverhandlung von der Be- schl'iurammer auf den 3. April anberaumi. 30 Zeugen Und geladen, darunter Geh. Regierungsrat Haas-Tarmstadt, Landiagsabgeyrdnetet Bähr-Herrenhaag, Kaufmann Kart Uitrich-Frleoberg i. y., die Mitglieder oes Vorstandes der Landwirtfchaftlicherl tzauprgenvf,enschaft Frchdberg Leutnant a. D. Adolf Lols-Heidelberg, irüher in Fwiedbei-g, OeLo- nomre-Rat schiente, Leionom Kalbyenn-Biibel, Mvoelfabri-, fani tViartin Reuß-Fwdberg usw. Ten Vorsitz in der Ver- Oanblnng wird LandgenchiSdirektor Bücking führen dte Anklage Oberstaatsanwalt Theobald vertreten. T-e Verteidigung liegt in den Händen des Offenbacher Rechtsanwalts v. Brentano.
Lrleinc Chronit aus tiimft unv Wissenschaft.
^tzcilenz Rabei i o aj hat soeben in Begleitung feiner Ftau von Bremerhaven aus mit dem Lloyoöamvfer Kronprinzen m Ceeilie. eine auf einundein halbes 3 al) t berechnete Erholungsreise um die Welt migercercii Er wird sich zunächst etwa zwei Monate in ^lhEri und Dann von Sl. Francisco nach Jokohama reifen. In Japan gedenkt Koch wenigstens ein halbes Vv.n r zu bleioen. Bon Dort geht er über Elüna m längerem -.'rufcnrhalc nach Vorderiudicu. Ter l irüm» verstorbene Ho,rai Tr. Zoh. Fast en rat.h hat durch Testa-
Die Marktpreise für Bich und Frucht und die Gießener Fleisch- und Broipreife __am 30. Rtärz 1908.
Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k i u r l a. Al.
Fleischpreise in Gießen
Ochsen
Kälber Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 77—80 L'ik.
h, Kg.Schlachtgew. 92—94 Pf.
V- 59-00 „
7, Kg. 76-84 Psg.
7, , 70-76 , 7, „ 60-76 v
Getreidepreife in Mannheim
Brotpreise tn (Ließen
Weizen 100 Kg. 21.50-21.75 'Mk.
Roggen 100 Kg. 20.00—20.25 Mk.
Weißbrot H Kg. 62 P,g.
Schivarzbrot 2 Kg. 58 Psg.
ArrchLiche NaehrrchLerr.
bLiaeiiufche gemeinde.
Gottesdienst in der C^tagoge (Sübamage).
Samstag den 4. '?( p r i 1 1908:
Vorabend 6.45 Uhr.
Morgens 9.00 Uhr.
Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterklärung.
Sabbatausgang 7.50 Uhr.
Israelitische M. ^gionsgesellschaft.
Gottesdienst.
S a b b a t i e i e e am 4. April 1908:
Freitag abend 6.35 Uhr.
Samstag vormittag 8.30 Uhr.
Nachmittags 3.30 Uhr.
Sabbat-Ausgang 7.50 Uhr.
Wochengottesdtenst; morgens 6.45 Uhr, abend« 8.00 Uhr.
Teiefonösche Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Hank für Handel
und Industrie, Giessen.
Frankfurter Still' 3^j°/0 Reichsanleihe . . 91.85 3% do. . . 81.95 'ixA °/e Konsols .... 91.9Ö do 81.95 ö^°/0 Hessen 91.00 °/o Oberhessen . . . 91.20 4>0 Üesterr. Goldreute. , 98 65 4l/8z6 Oesterr. Silberreute 99.60 4% Ungar. Goldreute . . 93.85 4% Italien. Reute . . . 103 80 3?6 Portugiesen Serie I . 61.00 3% Portugiesen „ III 61.60 4>SU/O russ. Staatsau]. 190b 95.05 4X0/, ’apan. Staatsanleihe 88.20 4% Conv. Türken von 1903 95.80 Türkenlose 150.00 4% tiriech. Mouopol-Aul.. —,— 4% äussere Argentinier . 85.80 ö% Mexikaner . . . 67.20 4>»% Chinesen .... 95.30
Aktien;
Bochum Guss 203.75 Buderus E. W 112.00
Teudens: fest.
*e, 2. April, 1.15 Uhr.
I Elektriz. Lahmeyer . . . 118.90 Elektriz. Schlickert . . . 104.75 Eschweiler Bergwerk . . 207.90 Gelsenkirchen Bergwerk . 188.50 Hamburg-Amerik. PaketL 112.50 Harpeuer Bergwerk. . . 196 25 Laurahütte 212.00 Nordd. Lloyd . ... 99.40
Ubeischles. Eisen-Industrie 98.00 Berliner Haudelsges. . . 163.80 Darmstädter Hauk . . . 127.00 Deutsche Bank . . . 234.10
Deutsch-Asiat Bank . . 137.00 Diskonto-Kommandit. . . 175.20 Dresdner Bank . . . . 138 9) Kreditaktieu 204.70
Baltimore- und Ohio-
Eiseulahn 82.25
Gotthard bahu —•”*
Lombard. Eiseubabn . . 25 20
Oesterr. Staatsbahn . . . 146.50
Priuce-Heuh-Eiseubahu . 119.00
ment eine 'Stiftung mit einem Kapital von 300 ÖÖO Mk. begrünbet, bte feinen Namen tragen, in Köln ihren Sitz haben und mit den Zinsen her Unterstützung und Förderung älterer und jüngerer Schriftsteller dienen soll. Außerdem hat Dr. Fastenrath seine reichhaltige Bibliothek der Stadt Köln vermacht. — Zur Erlangung von Entwürfen für die zu erbauenden königlichen Hoftheaterin Stuttgart erläßt das württemö. Finanzministerium ein Preisausschreiben. Ter erste Preis beträgt 10 000 Mk., der zweite 7000 Mk. und der dritte 3000 Mk. Tas Preisgericht setzt sich folgendermaßen zusammen: Oberbaurat Beger bei der Domänendirektion in Stuttgart, Maschineriedirektor Hofrat Brandt-Berlin, Prof. Theodor Fischer an der Technischen Hochschule in Stuttgart, Oberdanrat v. Reinhardt-Dresden, Stadtbaurat Seeliug-Charlottenburg, Prof. v. Seidl- München, Baurat Manfred Semper-Hamburg und aus weiteren nichttechnischen Mitgliedern. — Als nächste Uraufführung ernsten Charakters wird im F r a n k f u r t e r Stadt- theater das vieraktige Drama „Die Meisterin" von der Hamburger Schriftstellerin Johanna Wolff vorbereitet. — In München ist der durch die Reproduktionen seiner Genrebilder in Familienblättern bekannt gewordene Maler- Hugo Kot sch en r eiter im Alter von 54 Jahren gestorben. — Das Keim s ch e Mu s i k in ftitut in Mün ch en scheint saniert zu werden. Musikfreunde haben beträchtliche Betrüge aufgebracht und auch die Gläubiger haben sich zu weitgehendem (Sntgegeniommen bereit erklärt, so daß man hofft, daß die Zukunft des Instituts sichergeftellt werde. — Frl. Marie Ho rn, die im vorigen Winter dem Gießener Stadttyeater angehörte, ohne hier irgendwie in den Vordergrund treten Zu können, ist jetzt eines der bevorzugtesten Mitglieder des Stadttheaters zu Hagen i. W. Einer uns vorliegenden Besprechung in einem dortigen Blatte zufolge ist ihr dort dieser Tage als „Maria Stuart" jubelnder Beifall auf offener Buhne zuteil geworden. — Die Stadt Frankfurt hat nunmehr die Böhle-Ausstellung int Städelschen Kunstinstitut für die neue städtische Galerie erworben. Der Kaufpreis beträgt 80000 Mark. Die (Sammlung umfaßt etwa 25 Werke. — Aus München kommt die Nachricht, daß der Kaiser, der bekanntlich Eigentümer der Schackgalerie ist, den kgl. preußischen Hofbaurat v. Ihne, einen ganz in veralteten und schematischen Formen befangenen Architekten, mit der .Ausgestaltung und Innenarchitektur dieser Galerie beauftragt habe. Diese Meldung entbehrt der Begründung. Herr v. Ihne befindet sich augenblicklich auf einer Erholungsreise in Heidelberg. Auf Anfrage wurde dem stellvertretenden Baumeister des Hof- baurats die Mitteilung gemacht, daß von einem solchen Auftrag des Kaisers nichts bekannt sei.
Kleine Tageschronik.
Bei den Ringkämpfen im Berliner P a l a st t h e a t e r erlitten die Kämpfer des ersten Treffens einen Unfall. Bei dem etwas hitzigen Kampfe stürzten Ritzler und Chemjahin in das Orchester. Ter letztere wurde derartig an den Nippen verletzt, daß er in em Krankenhaus gebracht werden mußte.
Im Reichswalde bet ürnberg wurden der unverheiratete Cifeleur Blocker und die gleichialls unverheiratete Arbeiterin Effhäuser erschossen alifgefunden. Stocker hat seine Geliebte iiiid sich getötet.
Der G e m e i n d e r e n t m e i st e r Schuren aus Lobberich (Rhl.) hat sich wegen Unterschlagung freiwillig gestellt. Bisher ivnrde em Defizit von 12 000 Alk. sestgestellt.
In Z o h l o w bei Troffen (Mark Brandenburg) erhängte sich ein elfjähriger Hütejunge aus Furcht vor Strafe.'
<;n Z a lenz erh ald e (Oberschlesten) wurde eine Arbeiterfrau von einem Arbeiter vergewaltigt und ermordet. Der Täler ist perhaltet.
Ter von seiner Frau getrenut tebeude Kunstmaler Garnier aus Al ü l h a u s e n i. Els. begab sich zur Mittagszeit iu das Hotel, in welchem seine Frau zu essen pflegte. 3iach einem Woruvechsel feuerte er mit den Worten „ich mache mich selbst zum Richter" mehrere Revolverschüste auf feine Frau nb und vcrmnndete sie. Tann erschoß er sich vor den Augen der entsetzten Gäste.
In Donaueschingen ereignete sich ent Bauunglück. Das Gewölbe des neuen Kellers der Fürstlichen Brauerei stürzte c x n. Eine große Anzahl von Arbeitern wurden verschüttet und nach mühevollen Rettungsarbeilen schiververletzt nnterdeilTriuninern hervorgezogen.
In Bergerac brach in der Nacht in der Wohnung eines ed)miebes Jener aus. Tie Bewohner des Hauses konutcu sich uur dadurch reiten, daß sie aus den Fenstern sprangen. 2 junge Mädchen die den Sprung nicht wagten, kamen i n den Flam in e n um. Ein junger Mann erlitt lebensgefährliche Verletztungen. - Jni Elunytheater zu Paris verstarb während der Generalprobe einer der HaupldarsteUer namens Armand Marie infolge eines Schlaganfalls.
Tie 30-jährige Frau Gilbert in Bourges in Nord- irankreich wurde wegen M o r d e s und A! o r d v e r f u ch e s au einer ganzen Familie verhaltet. Sie hatte ihrer Base, der jrau Pallot, oergisteten Käse ins Hans geschickt, nach dessen Genuß Frau Pallot starb und alle Janiilleninuglleder erkrankten. Ter Grimd der -tat soll Gewinnsucht {ein, da Frau Gilbert lebhaftes Interesse an dem Aiissterben der Pattots hatte.
der Bank von Spanien wurde eine Unterfchlaguna von 200 000 Pe,etas zum Nachteile der Marquise von Billanova aufgedeckt. Tie Unlerschlagenen Wertpapiere waren fofort an der Bor,e verkauft worden; ein Teil von ihnen ging in den Besitz be« Staates, der übrige in die Hände von Privatperfonen über. Der mutmaßliche Defraudant, ein Rechtsanwalt, ist fluchtig.
Fußball.' Am 15. v. Mrs. eröffnete der Gießener Jutz." ballklub v. 1900 seine diesjährige Frühjahrssaison mir einem Spiele gegen den Dillenburger Fußballklub. Gießen war vollständig überlegen und errang mit 15:1 Toren einen sicheren Sieg. Sonntag daraus holte sich jedoch Dillenburg Revanche, indem sie mit 7-z gewinnen konnten. Allerdings spielte Gießen mit 7 Manu. Am 29.V.M spielte die hiesige Mannschaft in Friedberg und siegte mit 2:0 Torem Das Neiultat entspricht nicht der Ueberlegenheit der Gießener Aiaiiiifchau. welche ständig ihren Gegner in sein eigenes Feld zurück- drängte. Friedberg verteidigte mit voller Mannschaft.
Meteorologische Beobachtnuge« der Station Gießen.
April
1908
Barometer auf o° reduziert
Temperatur der Lust
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtuug
| Windstärke
Wetter
1.
| • 2“ 1
742,1
8,8
5,1
60
NNW
6
Beiv. Himmel
1.
9"
745,9
3,2
5.1
89
WNW
Klarer Himmel
7,s
749,8
1.3
44
87
WSW
2
Bcw. Himmel
Höchste Temperatur am 31. März bis 1. April = + 9 1 * c Niedrigste , „ 31. „ 1. „ = + u« c.
Briefkasten der Redaktion.
(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)
A. Z., hier. Tas von Ihnen mitgemtetefe Garten,nick können ^ic nad) Belieben innerhalb der aus dem Mietverhältnis fick ergebenden Grenzen benutzen. Insbesondere sind Sie berechtig? einen Bienenstock darauf aufzustellen. Dies gehr an sich den ,'c™et-9cntuVIer nichts an, wenn er nichr bei dem Vertrags abschluß eine derartige Benutzung ausdrücklich ausge- schloßen bat. Eine Verpflichtung - zur Beseitigung des Bienen- swckes kann n'ir Sie nur bann in Frage kommen, wenn der ÄauSergentümer oder die Besitzer der Ihnen nicht mitbermie- teten Teile des Grundstückes oder anderer Grundstücke durch die Bienen in der Benutzung derselben ge- ü?.rt . werden Inwieweit dies hier zutrifft, werden Sie selbst wohl am besten beurteilen tönnen. sGesahrdung von Perionen.) Im vorliegenden Falle i)£ wohl anzunehmen, daß der Hauseigentümer selbst ein derartiges Verlangen nicht mehr an Sie stellen kann, da er nach Ihren Angaben mit der 9bif- stellung des Bienen,wcks ansdrücklicy cinverftanden war, irachdem er anfänglich Bedenken dagegen geäußert hatte. Wenn in der Tat die Aufstellung Res Bieneristocks zu einer Beeinträchtigung des Hauseigentümers führen sollte, so kann er Rech re hieraus nrcht herlciten, da ihm dies bei Gestattung der Aufstellung betannt war und er jedenfalls damit rechnen mußre. Weiter ist darauf hinzuweisen, daß er während dec verflossenen 'Äo- nate keinerlei Eimvendungen erhoben Hai. Sein naa> erfolgter Kündigung^ gestelltes Verlangen aus Beseitigung erscheinr ledig, lich als Schikane (§ 226 B. G. B., uno es bmiiajt iljm dal-er rtiajt polgc gefeilter zu werden. Ein Einschreiren der Polizei ist ausgefchlossen, da es sich um eine Zivilrechtsstrcitigkeir hon. delt und etn öfsentliches Inreresse nicht vorliegt; cs ist daher nur der Weg der Klage zulässig.
Hinsichtlich der Kündigung der Wohnung ist folgendes zu bemerken. 9cgch § 565 B. G.-B. ist eine Kündigung nur für den Schluß eines Kalenderoierteljahres, also für den 31. März, 30-, Sum,~30. September und 31. Dezember jeden Jahres zuläpig. Sie müßten daher die Wohnung so zeitig ruuincn, baß sic am 1. Juli frei ist. Diese gesetzlichen Benimmungen können redoch durch Vereinbarung avgeandcrt werden. Erne folchc ist anzunehmen, wenn der Vermieter eine Kündigung des Mieters au, einen bestimmten anderen Tag (ecwa 5. Juli- em- gegennimmt, ohne sich dagegen zu verwahren und die Kündigung zurückzuweiien. Ist von .Ihnen daher nur „pro Juli' gi> tünbigt worden, ,o muß Die Wohnung am 1 Juli frei sein. Jur die Zeit voin 1. bis -1. Oktober 1907 können Sie die Miete abziehen, ,o,ern Sie nicht für den l. Okrober, sondern ür den 5. Oktober gemietet hatten. Andernfalls müssen Sie die Miete bezahlen, auch wenn Sic erst am a. Oktober einge- Zvgcn find, es sei denn, daß Sie infolge eines Ver,chuldens des Vermieters nicht früher einziehen lonnrcn; ein solches ist insbesondere dann anzunehmen, wenn die ganze Wohnung oder ein wesentlicher Teil derselben (z. B. Kück-e) nicht gcorauchs- ähig war.
L. in Grünbcrg. Besten Tank für Ihre NichligsleNung! Wissen Sie aber auch schon, daß die „Wätzercher" juijt nach Grünberg kommen wollen, um dort pa,fenden Anschluß zu sindem
Lielsmüller in Grimberg. Verwechseln Sie Ihren Uhu von 3 Fuß nicht mit dem sranz. Major Drepius?
Berliner
Canada E. B. .
Darmstädter Bank .
Deutsche Bank . . Dortmmider-Union C. Dresdner Bank .
Tendenz: fest.
Börse, 2 April. Anfangskurse.
. 152.20
. 127.00
. 234.20
' 138.70
Harpeuer Bergwerk.
Laurahütte . . .
Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . . lürkenlose . . .
196.40
211.70
25.50
98 90
149.70
Eine Tasse Vioson kostet ■ nur in psg. -ss nnb enthält in konzentr. Form B er 2 cier. Hieraus ersteht wohl woiel blutbildende Nährfwft'e ein aeber. der genötigt tu, töte 1 Heines Beefsteak oder Kiafriiahrung zu stch. nehmen, daß Biofon alle anderen ähnlichen Attuel an Bllligren übertrifft, besonders da es nach Vrofeffor von Noordens Bersumen, selbst in großen Quantitäten genommen (120 Gramm pro Tag), w gut nne Fleisch ausgenüyt wird. Biofon fdnnerft gut und ist ta Apotheken und Drogerien das halbe Kilo 3 wtart erhältlich. 1b1


