der Schweizer Grenze gestern verhaftet.
Der galizische
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Abends zog eine mehrere
Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen.
ÄNESTLE^
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Dollars.
In Tschang-Tschou (Kwang-tung) sind 300 Menschen während eines Taifuns uingetommen.
BeiTirlemont (Belg.) sticken zwei Züge r u s a m m e n, wobei zwei Personen getötet und fünfzehn teilweise lebensgefährlich verletzt wurden.
schrontk.
n R e i ch e n b e r g in Böhmen,
•cingt. Einzelheiten fehlen noch. j Breuer ist unter dem Verdachte,
Der Vorsitzende dc? Krell Finger Hal sich m S res Der bekannte Lauerstchre. .
3" der Herberge zur >en 1438 Gäste em, Mg gegen Slcbeils- izahler waren. Im !quenz der Herberge chweis der Herberge )ar 72 nut gelernten ungelernten Arbeitern zt werden,
Vorfall im benach« »gen, wie schon be« n bekannt. 91 hatte > Führens einer Kuh er diesen tätlich an« 1 Wut darüber eilte -ehr von der Wand in pofe befinbütyn befand sich Mtst fedoch, ba das:/• d, wieder frei gt-
der hiesigen Zellen- chepp aus Alainz, den im Streite einen rstochen hatte, wurde
Gießener Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung für Hessen am Dienstag den 20. Oktober: Wolkig, trocken, kühl. Vietsach Nachtfrost. Lebhaite östliche Winde.
l e i s u n g zurückzulühren.
Die großen rniernalionalen SalzdepotS und G e treib e- peicher in Chicago, wurden durch eine Feuersbrunst e r st ö r t. Der angerichtele Schaden beläuft sich aus 1 Million
Dermifctytes»
* Russisches. Die Cholera statt st ik verzeichnet in Petersburg 52 Neuerkrankungen und 21 Todesfälle. Die Gesamtzahl der Erkrankten beträgt 852. Seit Beginn der Seuche er- krankteir in Petersburg 7426 Personen; es starben 3009, 3565 gesundeten. Infolge eingetrctenen Frostes und Schneefalles hat die Krankheit ihren epidemischen Charakter verloren. — ^m Dienstag wird die Kommission deutscher Aerzte in Petersburg
Gittgedaudt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser gdubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Eberstadt. Seit einem ganzen Fahre treten hier in längeren ober kürzeren Zwischenräumen Scharlachsälle aus, die zum Glück bis jetzt gutartig verlauten sind. Jin Interesse aller wäre sehr zu wünschen, wenn von der Behörde die gesetzlichen Bestimmungen, welche eine Weiteroerbreitung der Seuche verhüten jollen, wieder einmal eindringlichst in Erinnerung gebracht würden.
B.-B, Darmstadt, 19. Oktt. Heute tritt hier der allgemeine 8-Uhr-Ladenschluß in Kraft. Von 859 Geschäftsinhabern haben 594, mithin die überwiegende Mehrzahl, seine Einführung gewünscht. — Der frühere Schutzmann Dilkes, der verheiratet und Vater mehrerer Kinder ist, sich aber mit einer Prostituierten einließ und ihr etiva 700 Mk. abschwindelte und daraiif flüchtig ging, wurde in Baden an
Millionenfach bewährt
Im Privatgebrauch An Fürstenhöfen
Von 40 000 Fachleuten glänzend begutachtet
Goldene Medaille Paris 1908.
Erdal überall erhiltllcb, aber ausdrücklich Erdal verlangen.
General-Vertreter: Fritz Julimann, bahnnoistraße 59.
Konstantinvpe , 19. Oki. Abends zog eme mehrere tausend Menschen zählenoe Menge durch die Straßen der Stadt und zertrümmerte unter den Rufen: „Nieder mit Oesterreich!" zahlreiche Firmentafeln österreichischer und ungarischer Kaufleute. Ein starkes Gendarmerie-Aufgebot versuchte vergebens, die Demonfiranlcn zu zerstreuen. Diese sammelten sich immer wieder an. Nach 12 Uhr nachts war endlich die Ruhe wiederhergestellt. Nur an einem Punkte der Stadt kam es zu einem Zusammenstoß mit dem Militär.
Fall strafbar ist. ,
* Aus den „Fliegenden Blattern . Vom Examen. Professor: „Gibt es Fälle, Derr Kandidat, in denen die Unkenntnis Kandidat (nach kurzem Be- ■cinen „Assessor" gemacht hat."
G^egsnaL-Drahtmel-nngen.
Prag, 19. Okt. Nach 9 Uhr abends nahmen die Demonstrationen gegen die Deutschen einen derart ernsten Charakter an, daß ein ganzes Bataillon Infanterie ausrücken und die Straße säubern mußte. Das Militär wurde mit Biergläsern beworfen. Schließlich gelang es, nachdem 76 Verhaftungen vorgenommen worden waren, die Ruhe wieder Herzullellen.
Paris, 19. Okt. Aus Belgrad meldet der Matin: Der jüngste Sohn König Peters, der augenblicklich im Petersburger Pagen-Korps erzogen wird, ist von seinem Vater ceauftragr worden, dem Zaren ein Handschreiben zu überreichen. In diesem sucht der König die Intervention des Zaren zugunsten Serbiens nach.
Paris, 19. Okt. Ueber die Vorgeschichte der Rückgängigmachung der türkischen Mobilisation meldet der „Matiw' folgendes: Am Samstag nachmittag 3 Uhr ließ der französische Botschafter Constans beim Großwesir darauf Hinweisen, daß jede Truppenoerschiebung seitens der Türkei an der bulgarsichen Grenze als feindliche Handlung aufgefaßt werden müßte und Bulgarien den Vorwand zur Ueberschreitung der Grenze liefern würde. Gleichzeitig war Constans beauftragt, die friedlichen Absichten der bulgarischen Regierung zu versichern. J.tfolge dieser Vorstellungen wurde all bald uie Mobilisier.rückgängig g.macht.
Lturhehtzchen W nnen ber Bahn« mti) mit dem W Mn. Zn Zell nt und in Nieder- u vier ist auch du irfes'geplant, da der Dorssrraße liegt -e Feuerwehr mußte SÄ*
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Sport.
R.B. Darmstadt, 18. r_.it. Der Gauverband Mitte l r h e i n i s che r Fechtklubs hielt gestern und heute fein 2 9. Gauverbands-Preisfechten hier ab. Tas Preiswettfechten begann gestern nachmittag mit leichten Süveln, deutschen Säbeln und Schlägern und wurde heute vormittag fortgesetzt mit allgemeinem Gauwettfechten auf Florett, Senioren-Wett- fcdjtcn aus teichten Sabeln und auf schweren Säbeln. Gegenüber dem Dorf äljri gen Preis fechten in Mannheim ist bei dem dies- lührigen in sechtsportlick-er Hinsicht wieder ein Fortschritt zu verzeichnen, besonders im Florett- und leichtem Säbelfechten. Es dürfte das darin begründet sein, daß ja das Florett die eigent- lidie Sportwaffe bildet und der Fechtsport doch die hauptsächlichste Aufgabe der Fechtklubs ist. Tie Wlltfechten waren gut besucht und zeigten im allgemeinen recht günstige Resultate.
den Mord an den Mühlenbesitzer Mathonet ux St» Beit be? Aachen verübt zu haben, verhaktet worden.
In Agram wurde der italienische Honorar-Konsul Carne- l u 11 i und seine QJhiitcc von einem seiner Arbeiter wegen Lohn- disscrenzen durch Revolverschüsse lebensgefährlich, ein fremder Arbeiter tödlichoerletzt.
Malecot in Paris unternahm mit seiner Flug- maschine einen Aufstieg; er umflog einen Teil von Paris, indem er seinen Weg beständig an den Festungswerken entlang nahm. Nachdem er in den Arti llerieschieMinden von Vincennes neues Benzin eingeironuncn hatte, mußte er bei St. Chien plötzlich nieder gehen. Das Fahrzeug und die Insassen landeten glücklich.
Tem D (Sortiere' zuwlge willigte der König von Italien in die Heirat des Herzogs der Abruzzen mit Miß Elkins.
Ueber den bereits gemeldeten E i s e n b a h n u n f a l l bei Detroit bei dem eine große Anzahl Wagen verbrannten, erfahren wird, daß bisher 15 v e r k o h l t e L ei ch e n aus den Trümmern des Zuges hervorgezogen worden. Der Heizer des Zuges ist tot. Der Lokomotw- und Zugführer retteten sich, indem sie aui Händen und Füßen die Bahnböschung entlang krochen und sich so in Sicherheit brachten. Die Ursache der Katastrophe ist auf Ent-
fessor: „Gibt es Fälle, Herr des Gesetzes nichts schadet?
sinnen): „0 ja, wenn inan seh kleine
hergesell ausgesunden.
Die an unglücklichen Zwischen fällen so auffallend reichen Berliner Vallonrennen haben einen tragischen Abschluß gefunden. Der letzte der vermißten Ballons, der „Hergesell", wurde ohne Gondel in der Nordsee aufgejunden. Daraus ist mit ziemlicher Sicherheit zu schließeu, daß die Insassen nicht mehr unter den Seh en b en weilen.
Wie wir schon am 'Samstag nachmittag durch Aushang an unserer Geschäftsstelle bekauntgaben, wurde der allein iwch vermißte Ballon Hergesell auf dem Meere treibend aufgesuuden. Gin am Samstag nachmittag unt 5 Uhr bei dem kaiserlichen Automobilklub eiugegailgenes Telegramm lautet:
Zolleinnehmer Aarmouth meldet, daß Hergesell vom norwegischen Dampfer N a d d o d am Donnerstag etwa 100 Meilen nordöstlich Dar m'o u t h s (England) a u f g e - funden und nach Yarmouth gebracht wurde. Keine Spur von Insassen, Korb a b g e s ch n i t t e n. Zoll- Inspektion London.
Ter Ballon Sjbergejeft, der 1450 Kubikmeter groß war, ist am Montag als Teilnehmer an der Dauerfahrt nut ausgestiegen. Die Führer waren Leutnant Förtsch vom oberrheinischen Verein für Lustschiffahrt und Leutnant Hummel. Wie wir am Samstag mitteilten, wollte sich Leutnant Förtsch gestern verloben.
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ttsahrcne Nimrobe ''e hainijagd, ebenjo len weiden, bestätigt n Tagen dec 'bjagdcn fielen die
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 19. Okt. (Orig.-Telegr. des „Gieß Anz.") Amtliche Slotiernngen der heutigen Fruchlmarktpreis e. Weizen Mk. 20.25—21.50, Kiirhessischer A!k. 21.25—21.50, La Plata Mk. 23.75—24.60, Tanjas Pik. 23.00—23.50, Roggen (hiesiger) Mk. 18.00—18.50 Gerste (Wetterauer) Alk. 21.50—22.00, Franken- selber Mk. 21.50—22.25, Hafer 16.00—17.50, Mais Mk. 16.75—17L5. Weizenmehl Alk. 31.50—32.00, 00—00, 2. Qualität Alk. 30.50 bis 'Mk. 31.00, 3. Qualität Pik. 29.00—30.25, Roggenmehl q
Mk. 27.75—28.00, l.Qualität Mk. 26.75—27.00, Weizenklcte Mk. 10.25 bis Mk. 10.00, Roggenkleie Alk. 11.50—12.00, Maiskeime Mik. 9.25 bis Aik. 12.75, Franken, Pfälzer, Ried Pik. 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier.
le. Frankfurt a. M., 19. Okt. (Telegr. Orig. - Bericht des „Gieß. Sinz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt- preise. Zum Verkaufe standen: 456 Ochsen, 126 aus Oesterreich 52 Bullen, 0 aus Oesterreich, 10i)8 Kühe Fersen, Stiere und Rinder, 280 Kälber, 397 Schaie und Hämmel, 2041 Schweine, 00 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 00 CchaUänuner. Bezahlt wurden für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1. Qualität 79—81 Mk., 2. Qualität 70—72 Mk., 3. Qualität 58—62 Mk.; Bullen: 1. Qual. 66—68, 2. Qual. 62-64; Kühe 1. Qualität 72—74 All., 2. Qual. 64—66 Mk., 3. Qual. 52—54 Mk., 4. Qual. 00—00 All., 5. Qual. 00—00 All. Bezahlt wurden für das Pfund Schlachtgewicht: Kälber 1. Qualität 92 bis 95 Pfg., Lebendgewicht 65—56 Pfg., 2. Qualität 80—90 Psg., Lebendgewicht 47—53 Pfg., Schlachtgew 80—90 Pfg.; Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 78 bis 80 Psg., 2. Qual. 64—88 Psg. Schweine: 1. Qual. 71—73 Pf., Lebendgewicht 56,5—57 Pf., 2. Qual. 70—00 Pf., Lebendgewicht 56-00 Psg., 3. Qual. 65—68 Pfg., Lebendgeivicht 00—00 Pfg. Geschäft bet Hornvieh langsam, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh schleppend, bei Kälbern kein Ueberstand, bei Schweinen und Schalen unbedeutend.
Rav ensburg, 17. Okt. Der 26 Jahre alte Gärtner Josef Bruder aus Biberach, der am 16. Juni 1904 abends Biberach die 11jährige Tochter des Leichenveschauers Proste! Viktoria aus Biberach, an der er einige Tage vorher ein Sitt- liä^eitsverbrechen verübt hatte, mit einem Ziegelstein erschlagen hatte, wurde heute vom hiesigen Schivurgericht nach viertägiger Verhandlung wegen eines Verbrechens durch Moro und eines VerbveckienS gegen die Sittlichkeit neben dein Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte zum Tode uiti) sechs Monaten Gefängnis verurteilt.
«wartet, um die Organisation zur Bekämpfung der Cholera kennen zu lernen. — In Ka ttowitz (Oberschlesien) ist im Polizeigefängnis ein russischer Arbeiter unter choleraver- dä chtig en Erscheinungen erkrankt. Das Gefängnis wurde auf Anordnung der Medizinalbehörde auf das strengste abgesperrt. — Die Schiffahrtperiode im Gouvernement Wjatka ist beendet. Der Dampferverkehr von Nischni Nowgorod mit den Hafen an der Kama ist unterbrochen; es herrschen sechs Grad Kälte.
* Die Waldbrände wüten im nördlichen Teil von Michigan mit unverminderter Macht. Auf der Halbinsel Seoro tourt)en zahlreiche Dörfer zerstört. Genaue Angaben sind unmöglich. Ein Bremser eines Zuges mit Flüchtlingen sprang, um beit Flammen zu entgehen, in den Tank der Lokomotive. Das Wasser geriet durch die große Hitze ins Sieden und der Bremser wurde verbrüht. — Ein etiva 100 Kilometer breiter Feuer st reif wälzt sich unwiderstehlich über Michigan. Nur nördlich von West-Branch versua-en die Leute ver- zeblich die Flammen auszuhalten und mit Frauen und Kindern >urch das Feuer zu entkommen. Bon den bisher Verbrannten wurden 5 Kisten Knochen gesammelt, das einzige Ueberbleibsel der in den Flammen umgekommenen Flüchtlinge au5 Metz Von diesem Orte ist nur die Steintreppe der Kirche übrig. Die Verlustliste wird ständig länger, und es ist nod) keine Rettung denkbar, da die Wälder gänzlich ausgetrocknet sind.
* Mißgeburt eines Kalbes. Auf einem Land gute in Oettersdorf wurde der „Allg. Fl.-Ztg." zufolge ein kräftig entwickeltes Kalb weiblichen Geschlechts mit sieben Beinen geboren. Es bewegt sich munter auf vier Beinen fort, und am Hinterteil sind noch drei mit Hufen versehene Beine gewachsen.
* Eine Zeitungsnummer ä la Potemkin. Der Fall, so schreibt ein gelegentlicher Mitarbeiter der Frankfurter Zeitung, daß eine größere Tageszeitung eine 9himmer in einer Auflage von nur vier oder fünf Exemplaren herstellen läßt, dürste in den Annalen der mobernen Preise einzig dastehen. Er hat sich ereignet in der rheinpreußischen Stadt Saarbrückem im August 1895, und das kam so: Der verstorbene Großher^vg Friedrich von Baderr vertrat damals den Kaiser bei der 25jähr. Jubelfeier der Schlacht bei Spießern in Saarbrücken. Ihm zu<A)-ren sand am 5. August ein Frühmahl im Saarbrücker Kasino statt, zu dem auch drei Vertreter der Presse, darunter ein Redakteur der Saarbrücker Zeitung, geladen waren. Beim Nachtisch, hielt der Groß Herzog eine kurze Rede, die in ein Kaiserhoch ansklang. Wie es kam, daß der Vertreter der Saarbrücker Zeitung den stattlichen Herrn mit dem weißen Vollbart nicht erkannte, ob die guten Weine, die die Stadt Saarbrücken ihren Gästen vorgesetzt hatte, dabei eine Rolle spielten, weiß ich nicht. Auf jeden Fall legte die Saarbrücker Zeitung in ihrer Ausgabe vom Abend des 5. August die Rede des Großherzogs dem kommandierenden General des VIII. Armeekorps in den Mund! Die Bürgerschaft
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der Saarstädte weiß vielleicht heute noch nicht, daß ihr falsch berichtet worden ist. Sie las die Beschreibung des Festmahles, ohne den Großherzog unter den Rednern zu vermissen. Auf dem Rathause aber herrschte am Abend des 5. August große Aufregung, denn ein badischer Hosbeamter hatte im Namen der Großherzogin um Ueberreichung der Saarbrücker Zeitung mit den Festberichten gebeten! Unmöglich konnte man doch die Nummer mit dem fatalen Irrtum nach Karlsruhe schicken! Das sah man auch in der Redaktion der Saarbrücker Zeitung ein und nach kurzem Ucbcrlegcn beschloß man, die betreffende Nummer mit der notwendigen kleinen Korrektur neu zu drucken. 2lber o weh! Die Setzer und Drucker waren alle draußen vor der Stodt, auf dem Festplatz am Spicherer Berg, wo gerade ein herrliches Feuerwerk abgebrannt wurde! Ta legten die Redakteure ent» sclstossen selbst Hand an, und nach kurzer Arbeit lagen vier saubere Abzüge der verbesserten Nummer bereit. Ein Exemplar ging noch am selben Abend nach Karlsruhe ab, ein zweites blieb im Archiv der Saarbrücker Zeitung, ein drittes wird auf dem Rathaus der Stadt Saarbrücken verwahrt, und das vierte Exemplar gelangte auf einem Umweg in den Besitz des Historischen Vereins für die Saargegend.
* Neue Denkmäler der römischen Kaiserzert. Aus Pola wird berichtet: Während des Abbruchs einer Gruppe alter Häuser in der Nähe des alten Augustus-Tempels, an der (Stelle, wo in alten Zeiten sich das römische Forum erhob, hat man soeben einen außerordentlich interessanten archäologischen Fund gemacht. Bei den Arbeiten stieß man auf alte Mauern und aus eine große, von Marmor bedeckte Plattform, die offenbar 5um Forum gefrört haben muß. Die weiteren Ausgrabungen förderten dann eine prachtvolle große Statuengruppe aus weißem Marmor zutage. Sie ist zwar stark befdjäbtgt, läßt aber doch die Meisterschaft der Arbeit erkennen. Die Gruppe, bestand ursprünglich aus zwei Figuren: aus der eines Kaisers, die in doppelter Lebensgröße ausgestihrt ist, und aus der eines baciicfren Sklaven in flcincren Dimensionen. Von der Kaiserstatue siich nur noch der linke Fuß, das rechte Bein bis zum Küie und ein Teil der rechten Schulter erhalten. Nach dem Urteil der Fachleute handelt es sich um ein Werk aus der sog. „goldenen Zeit^ Poias, aus der Zeit Trajans. Der Daeier, mit einem engen, bis zu den Füßen herabreichenden Beinkleid bekleidet, kniet zur Rechten des Kaisers und scheint dessen Gnade anzurufen. Die Szene bezieht sich wahrscheinlich aus die von Trajan erzwungene Unterwerfung der Daeier; eine aus jener Zeit stammende alte Tafel berichtet von einem König der Rossolanier, eines daeischen Stammes. Dieser König, der Rasparagaiw hieß, wurde in den Kriegen gefangen genommen und zusammen mit seinem Sohne auf dem Ollvenfels gegenüber Pola bis zu seinem Tode gefangen gehalten. Die Gruppe erhob sich über einer Marmor- basis von 1,20 Meter Länge und 70 Zentimeter Breite. Tie Ausgrabuna wird weiter geführt, und es steht zu hoffen, daß sie noch weitere interessante Denkmäler aus der trajamschen Zeit, an denen Pola so reich gewesen, zutage fördern wird.
* Falschmünzerei zum — Zeitvertreib. Mit einer eigenartigen Affäre hat fich augenblicklich die Pariser Polizei zu befchästigen. In einem eleganten Hause der Rue Victor Masse wohnten vier junge Leute, die die Schule für Teckpiik und Elektrizität besuchen. Alle vier gehören angesehenen und ehrenwerten Familien an. Der Vater des einen jungen Mannes ist Staatsrat, ein anderer Direktor einer großen Fabrik in Rennes, der dritte ein angesehener Kaufmann in Marseille und der Vater des vierten Studenten ist Arzt in Amiens. Die Freunde hallen sich in der letzten Zeit in ihrer Wohnung eingeschlossen, weil sie angeblich mit einer großen Arbeit beschäftigt waren. Selten nur ließen sie sich sehen, und die Leute int Hause wußten nicht genug den großen Fleiß der Studenten zu loben. Umso bestürzter iutd überraschter waren die Hausbewohner, als dieser Tage ganz plötzlich die Kriminalpolizei erschien, eine Haussuchung vornahm und alle vier verhaftete. Bald erfuhr man dann auch, daß die jungen Leute beschuldigt werden, Falschmünzerei getrieben zu haben. Die Kriminalpolizei fand in der Wohnung Werkzeuge zur Prägung falscher Zehnsranksstücke. Vor dem Untersuchungsrichter machten nun die Verhafteten folgende merkwürdige Aussage: „Wir sind keine Falschmünzer im gewöhnlichen Sinne. Allerdings haben wir falsche Zehnsranksstücke fabriziert. Aber nur um uns zu amüsieren und um die Elektrizität und die Galvanoplastik praktisch zu studieren. Wir haben auch niemals diese falschen Geldstücke in Umlauf gesetzt. Außerdem haben wir das auch garnicht nötig. Denn unsere Eltern find reich und versehen uns genügend mit Geld. Wir sind lediglich die Opfer einer Rache geworden, die Unbekannte durch Anzeige bei der Polizei an uns genommen haben." Die Untersuchung bestätigte zwar die Behauptung der Angeschuldigten, daß sie fein falsches Geld in Umlauf gesetzt haben. Trotzdem behielt man sie in Hast, weil die Falschmünzerei, ganz gleichgültig zu welchem Zweck, auf jeden
Kaufmann Abraham Körber, der früher in Frankfurt a. M. wohnte und seit 1901 in Offenbach ein größeres Weißwaren- geschäft betrieben hat, ist gestern wegen betrügerischen BankerottL verhaftet worden. Er war im April d. I. in Konkurs geraten und eS hat sich nun herausgestellt, daß er größere Beträge und Forderungen beiseite geschafft hat.
Evm. Wetzlar, 18. Okt. Zwischen der Stadtverwaltung und dem Kriegsministevium schweben feit längerer Zeit Verhandlungen wegen Erbauung cinerUnteroffizierschule in unserer Stadt. Das Ministerium verlangt außer der freien Her- gave des Platzes, daß die Stadt auch die Kaserne errichten sott. Die Stadt bat den Minister in einem Gesuch, von dieser Forderung Abstand zu nehmen. Der Minister lehnte das ab, da der Staat kein Geld dafür habe. Der Bau dürste der Stadt etiva zwei Millionen Mark kosten. Der Bürgermeister wurde beauftragt, nochmals bei dem Minister vorstellig zu werden.
[] Marburg, 18. Ott Heule vormittag um 11 Uhr fand in der Aula der Universität der akademische Festait xur Einführung des neugewählten Rektors für das Amtsjahr 1908/09 statt Nachdem der Saal bis aus /ben letzten Platz besetzt war, zogen die Chargierten der studentischen Korporationen ein und nahmen mit ihren Fahnen an den Seiten Ausstellung. Unter Leitung des ttniversitäts-Musikdirektors Professor J.nner sang dann ein akademischer Chor und hieran anschillßend erstattete der seitherige Rektor, Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Tüczek einen Rückblick auf das verflossene Universitätsjahr. Er erwähnte die durch die Verlegung einiger Verwallungsburcaus aus dem Univer,itätsgebäude möglich gewordene Eiitrichtung von neuen Hörjälen, die Vergrößerung sonstiger Jitstitute und gedachte auch der Tatsache, daß sein Amtsnachfolger, Geh. Rat Prof. Dr. Vogt, zum erstenmal Frauen mit den Rechten und Pflichten der Männer immatrikulieren könne. Er übergab dann dem neuen Rektor die Insignien seiner neuen Würde. Dieser hielt darm eine Antrittsrede über „Die Geschichte des Wortes Edel". Mit einem G,sang des gemischten Chors ging die Feier zu Ende.
X Hanau, 18. Okt. Die in Gelnhausen lebende Frau von Kutzleben, geb. Freiin Schenk zu Schweinsberg, erhielt aus Wilhelmshaven die Trauernachrlcht, daß ihr dort beim 3. Slamm-Seebalaillon dienender Sohn, der 27jährige Leutnant Fritz von Kutzleben, infolge einer schweren Verletzung (man nimmt eine Geschützexplosion an), oer- ft o r b e n ist.
tos. Kassel, 18. Okt. Mit einem Festakt wurde freute vormittag der Neubau der Königl. Kunstakademie eingeioeifrt. Direktor Professor Kelitz hielt die Begrüßungsrede und brachte ein Hoch auf den Kaiser aus. Geh. Overregierungsrat Schmidt- Berlin übermittelte die Grüße deS verhindertest Kultusministers, Prosejsvr Uamps, der Präsident der Berliner Akademie, die Grüße des Kaisers, sowie dessen nochmaligen Ausdruck seiner Genugtuung über die frier gesehene Ausstellung. Die Festrede hielt Professor Krmckfuß.
Univcrsitäts-rracHricyrcu.
S. Darmstadt, 18. Okt. Die er ste o r den t licke S t u- dentin ist am 17. d. M. in die Technische Hochschule aufge» uummen worden und zwar in die Architekturabteilung auf Grund des Reifezeugnisses eines preußischen Realgymniasiums.


