Mittwoch LS.Apri! 1908
1S8. Jahrgang
Erstes Blatt
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I die Türkei sich verschiedenen Forderungen Italiens aIUakam aw k U rvMh All Ra r t flnl A t A Xa v 11 a I , zv*>
Die heutige Nummer umfatzt 12 Seiten.
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— Erzherzog Joses Ferdinand, der zweitälteste Sohn des verswrbenen Großherzogs von Toskana, hat vom Kaiser einen sechsmonatigen Urlaub als Oberst unter Verzicht auf seine &age erhalten. Es verlautet, daß der Erzherzog nach Ablauf dieses Urlaubs aus dem Armeeverbande ausscheiden werde, da er durch seine militärische Karriere nicht befriedigt werde und bei dem letzten Avancement nicht zum Brigadier ernannt worden sei.
— Bv ykott gegen die Japaner. Der „New Park Herald" meldet: Die chinesischen Exporteure verschissen nichts mehr in japanischen Schiffen. Mehrere chinesische Firmen zer- ftörten ihre japanischen Waren. Der Boykott nimmt überhaupt beständig an Ausdehnung zu.
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" Tageskalender für Mittwoch den 16. April: Kolosseum: Letzte Vorstellung vor Ostern (Benefiz für Minny di Cerenottl-Strauh).
— Die Beerdigung des Kanzleirats Wilhelm Demuth. Eine zahlreiche Trauerversammlung hatte sich gestern nachmittag gegen 4 Uhr in der Kapelle auf dem alten Friedhof eingefunden, um dem Heimgegangenen verdienten Beamten die letzte Ehre zu erweisen. In einem schlichten Sarge, der vollständig von Kränzen und den ersten Boten des Frühlings bedeckt war, ruhte die sterbliche Hülle des Entschlafenen. Unter der Trauerversammlung befand sich fast der gesamte Stadtvorstand mit Oberbürgermeister Mecum an der Spitze. Sämtliche Beamte unserer Stadt, die den verstorbenen Kollegen gekannt haben, hatten sich ebenfalls an dessen Bahre zum letzten Abschied eingefunden. Pfarrer Aus selb von der JohanneSgemeinde hielt die Gedächtnisrede, der er das Wort der Schrift zu Grunde legte „Jesaia 46, Vers 4': .Ich will euch tragen bis in das Alter und bis ihr grau werdet. Ich will eS tun, ich will heben unb
ablehenend verhält. So hat jetzt die Pforte ber Italiens chast eine neue Note übersandt, die die Neuerrichtung von
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Das Kaiferpaar auf Korfu.
Zwischen Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef sind nach der Ankunft des Ersteren auf Schloß Achilttion herzliche Depeschen gewechselt werden. Ter Kaiser von Oesterreich beglückwünschte Kaiser Wilhelm zur Besitznahme des Schlosses, das die unvergeßliche Kaiserin Elisabeth erbauen ließ. Es erfülle ihn mit besonderer Genugtuung, zu wissen, daß der Lieblingsbcsitz der teueren Kaiserin bei Kaiser Wilhelm am pietätvollsten aufgehoben sei. — Der Aufenthalt des Kaiserpaares im Ächilleion auf Kvrfu soll bis zum 2 8. April dauern. Prinz Oskar, der nach den früheren Dispositionen heute abreisen sollte, bleibt bis zum 20. d. M.
italienischen Postanstalten in Konstantinopel, Smyrna, Jerusalem, Salonik und Balena energisch ablehnt und auf die Erklärung der Pforte anläßlich der Beilegung des Postkonslikres im Jahve 1901 hinweist, wonach die Pforte die bestehenden Post- anstalten zwar geduldet hat, die Neuerrichtung weiterer Anstalten aber nicht gestattet. Außer dein italienischen Stationär wird nun das in der Suda-BmÄ (ftteta)) liegende italienische Kriegsschiff nach Dakkar (Tripolis) abgehen. Neben dec Sühne für Ermordung des Kapuzinermönchs will Italien auch den Kirchenbau in Dakkar nachdrücklich betreiben. Die Türkei weigert sich, diesem Bau die Genehmigung zu erteilen, weil sie finoer, daß der Bau viel eher als Kaserne für mehrere Bataillone dienen könnte. Auch hegt man in Konstantinopel wegen des Fanattsmus der Muselmanen in Dakkar gegen die Italiener Bedenken.
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Tritter Verbandstag der Vereine akademisch gebildeter Lehrer Deulichlands.
Mit einer Vertreterversammlung begann am 13. April im Dilhelmsgartcn zu Braunschiveig der dritte Berbaudstaq der Vereine akadeiniscy gebildeter Lehrer Deutschlands. Hinsichtlich der Schüler- )d)l bcv einzelnen Klassen und der Anstalten wurde einstimmig be- ! ilNojien, daß die Lcbülemahl der Oberklassen 25, die der Mittel- llasseu 30 und die der Unterklassen 40 nicht übersteigen und daß nicht mehr als 500 Schiller unter einem Direktor stehen dürfen. ilui§ neue wurde, ebenfalls eirrstimmig, die Forderung auf Gleich- 'lellung der Oberlehrer mit den Richtern an den fchnts- und Landgerichten im Gehalle, und wo eine Staats- und tzosrangordnung vorhanden ist, airch im Range ausgesprochen.
Nach einem Bericht des Vorsitzenden, Dir. Prof. Wernicke, Braunschweig, und nach unerheblicher Debatte wlirde folgender Antrag mit großer Mehrheit angenommen: „Für die Anwärter des Standes ist eine geeignete, der landesüblichen T i l u l a tu r bet höheren Beamtenschaft auqepaßte Amtsbezeichnung zu schaffen.
Darails begründete Prof. Wirz, Siraßburg, den Antrag Elsaß- Lrthringens auf A n r e d) »i u n g des Al i l i t ä r j a h r e s auf die Tienstzelt. Der Antrag lautet: „Der Verbandstag möge die ihm geeignet erscheinenden' Schritte tun, um in den verschiedenen Bundesstaaten und in Eljaß-Lothringen eine Aiired)nung des Mililärjahres für die akademisch gebildeten Lehrer an den staatlichen höheren Lehranstalten nach einheitlichen Grundsätzen herbei- zusühren". Der Antrag >vird einsliininig angenommen.
Sodann sprach Prof. Dr. Bünger, Görlitz, über neue Aufgaben der Statistik im SD t e n ft e der höheren Schulen. Direktor Dr. H u ck e r t, Patzschten, macht ergänzende Mitteilungen über ben Zudrang zunr ärztlichen Beruf und befürchtet einen Mangel etwa vom Jahre 1912 ab.
Der Verbandstag beschloß, den nächsten Berbandstag zu Cftern 1910 ui Magdeburg abzuhalten. Von den zahlreichen Begrüßungsansprachen sei hier nur die des Obersd)ulrats Dr. Block- Ta r m st a b t im Flamen ber Hess. Regierimg bejonbers erwähnt.
Aus Sta&t und LanS.
Gießen, 15. April 1908.
Allerlei Städtisches.
Hunderttausend Al a r k werben vom Staate zur Erbauung einer neuen UniversitätS-Ohren- und Hals-Klinik von der Stadt als Ziischuß verlangt. Die Stabt hat erst vor einigen Jahren für die Lhirurgische und für die Augenklinik 200 000 Mk. geopfert. — Jmolge einer in 1907 besonders durch Zugang von außerhalb eingetreienen erheblichen Vermehrung der Steuerkraft unserer Stadt wird die städtische Verwaltung erfreu- licherweise mit den seitherigen Steuerzn sch lägen 1908,09 auskommen. — Das Statut zu dem Bebauungsplan des Geländes ber ehemaligen Aktien-Brauerei re. ist unmittelbar nachbem die Verhanblungen über bie Angelegenheit in bet öffentlichen Sitzung ber Stadtverorbneten burch die Presse bekannt geworden waren, vom Ministerium genehinigt worden. - Oberlehrer aus Oesterreich, bie sich auf Rollen ihres Heimatsstaatcs hier aufhalten unb an einem lanbwirtschaftlichen Kursus des Prof. Dr. Gisevius teilnehmen, sprachen gestern in ber Bürgermeisterei vor und siichten um bie Erlaubnis nach, die städtischen Werke und Einrichtungen besichtigen zu können, was ihnen bereitwilligst gestattet wurde. Die Herren, 5 an ber Zahl, hatten am Sonntag abend im Stadttheater Maria Stuart geiehen und äußerten sich über die Leistungen unserer Bühne, sowie über bie Anlage und Einrichtung be5 Gießener Musentempels sehr an- erkennend.
Der Südwesten rührt sich!
Der Bezirksverein „Südwest" batte für gestern eine Versammlung nach dem Hotel Schütz einberufen, die Stellung nehmen foltte zur Linientt'chrung der elektrischen Bahn. Der Besuch zeigte von dem lebhaften Interesse, das ber Bezirk an der Frage nimmt, und auch zahlreiche Stadtverordnete — die Herren Gabriel, Habenicht, Krumm, Orbig, Plank, öinum und Winn — bekundeten durch ihre Anwesenheit bas gleiche Interesse. Die Versammlung ging über das in ber Einladung angegebene Thema hinaus und beschäftigte sich mit bei feit Jabren von ber bortigen Einwohnerschaft behaupteten unb beklagten Vernachlässig- und der Bahnhofstraße überhaupt. Der Vorsitzende, Bankier Grünewald, führte in längerer Ansprache aus, daß bei dem beabudjtigten Bau euter Linie mit Stichbahn nach bei Kaiser-Allee die Bahnkwfstraße ausgeschlossen werde, was von großem geschäst-
Einführung der fakultativen Feuerbestattung in Preußen.
Nachdem fast zwanzig Jahre lang die Parteien des preußischen Abgeordnetenhauses die Einführung ber fakultativen Feuerbestattung in Preußen gefordert haben, ohne allerdings einen Erfolg verzeichnen zu können, hat sich, wie das Berl. Tgbl. erfährt, jetzl endlich die preußische Negierung entschlossen, dieser so übe rauswichtigen Franc näherzutreten. Wenigstens lind die Erwägungen und Vorbesprechungen so weit gediehen. Daß man auf eine Einführung der fakultativen Fe u e r b e ft a 11 u n g rechnen darf. In dem zuständigen Ministerium ist dem Verl. Tgbl. die Rickstigkeit dieser Information bestätigt worden. Gleichzeitig wurde über ben gegenwärtigen Stand Dtr Angelegenheit folgendes erklärt: Seit geraumer Zett schweben zwischen den beteiligten Ressorts Erwägungen und Verhandlungen, welche die Einführung der fakultativen Feuerbestattung, wenn auch unter gewissen Käulelen, erwarten lasset!. Zu diesen Stautelen, Die in erchr Linie von der Justizbehörde gefordert werden, gehört unter anderem die Bestimmung, daß eine Leiche nur dann ein- geäschert werden darf, menn sie von einem Arzte untersucht worden jt und wenn nach dem Gutachten des Arztes nichts gegen die Verbrennung geltend gemacht werden kann. Ferner wird eine dieser nautelen die Verbrennung ber Leiche verbieten, wenn die ärztliche Untersuchung ergibt, daß ber Tod nicht auf natürliche Weife erfolgt ist oder ein Verbrechen als vorliegend erachtet wird. In Diesen Fällen kann die Verbrennung natürlich erst dann erfolgen, renn eine Verwischung ober Verdunkelung der Spuren des Verbrechens nicht mehr zu befürchten ist und Gericht und Staatsanwaltschaft sich eingehend mit dem betreffenden Fall beschäftigt haben. Kömmt die fakultative Feuerbestattung in Preußen zur Einführung, so wird sie durch cinbesonderesGesetz erfolgen. Hocystivahrick^inlich dürfte dieses Gesetz bereits dem neuen Landtag in nächster Session zur Begutachtung und Verabschiedung unterbreitet werden.
parlamentarisches ans tzessem
Der Finanzausschuß der Z io c 11 e n M a nt nt e r hielt gestern eure längere Beratung ab, an ber bie Minister Dr. Braun unb Dr. Gnauth und Ministerialrat Dr. Becker teilnabmen. Zur Beratung gelangte zuerst der Gesetzentwurf, betreffend die Herstellung mehrerer Nebenbahnen. Der Entwurf bestimmt, daß die Regierung ermächtigt wird, 1. zur Herstellung einer vollspurigen Nebenbahn Alsfeld-Landesgrenze Mieder-Aula) mit Abzweigung nach Schlitz den Betrag von 8 118 000 Mk. aus Staatsmitteln zu verwenden und nach Maßgabe des Art. 20 des preußisch-hessischen Staatsvertrags ber gemeinschaftlichen Eisenbahnverwaltung zur Versiigung zu stellen; 2. bem Unternehmer einer vollspurigen Nebenbahn von Griedel nach Bad-Nauheim und dem Unternehmer einer vollspurigen Nebenbahn Butzbach-Landes grenze (Ebergöns) je einen Betrag von 30 v. H. ber wirklichen Baukosten, bei der letzteren nur, soweit sie auf hessisches Gebiet fallen, ausschließlich der Kosten des Geländeerwerbs aber, einschließlich ber Kosten ber erstmaligen Beschaffung ber Betriebsmittel zu gewähren und 3. das für bie Linie Alsfcld-Lanbesgrenze ersorberliche, zum Großh. Familieneigentum gehörige Gelände dem Unternehmen unentgeltlich als Eigentum zu überlassen, sowie weiterhin zu den Kosten des Geländeerwerbs dieser Nebenbahn 100 000 Mk. zu bewilligen. Der Finanzausschuß erklärte sich einsttmmig für die Genehmigung dieser Gesetzesvorlage. — Dann wurde noch die Beratung der Regierungsvorlage betr. die Fürsorgekasse für die Beamten der Landgemeinden unb weiteren Kommunalverbände fortgesetzt und in allen wichtigen Differenzpunkten eine Verständigung zwischen Regierung und Ausschuß erzielt, so daß begründete Hoffnung besteht, bie Vorlage noch in ber gegenwärtigen Tagung enbgültig fertigzustellen. Die Beratung darüber wird morgen fortgesetzt. — Der Gesetzgebungsausschuß der Zweiten Kammer hielt ebenfalls eine Sitzung ab und beschäftigte sich eingehend mit dem Antrag Köhler betr. den Mißbrauch ber Volksversammlungen (Gesetz vom Jahre 1849). Der Antrag dürfte zu einem gemeinsamen Ausschußantrag umgearbeitet werden. Weiter wurde im Ausschuß noch über die Vorstellung derRechts- ko n s u l e n t e n betr. die Zulässigkeit an den Amtsgerichten debattiert. — Der vierte (Beschwerde-) Ausschuß beschäftigte sich in Gegenwart des Gebeimerats Freih. v. Biegeleben mit der Revision ber Bauordnung resp. den Anträgen Müller und Dr. G läs sin g dazu, bie sich hauptsächlich um Art. 27 u. ff. drehen. Die Beratung darüber gestaltete sich äußerst diffizil und wurde schließlich auf Mittwoch, 22. April, vertagt. ____________
liehen Nachteil für sie sein werde. Tie Strecke vom Felsenkeller bis zum Markt, die bann nicht gebaut werde, sei nur 880 Meter lang unb werbe etwa 75 000 Mk. erfordern. Um eine solche Summe zu sparen, wolle man ben ganzen Südwcften und Westen bei Stadt unberücksichtigt lassen. Hiergegen müsse man energisch protestieren unb den gleichzeitigen Bau beider Linien fordern. Ter zweite Referent, Rechtsanwalt Raab, sprach sich in ähn- lichem Sinne aus und schlug eine entsprechende Resolution vor. Es entspann sich sodann eine sehr lebhafte Aussprache, an ber u. a. die Herren Käusmann Frensdorf', Stadtvv. Plank, Winn, Habenicht, Krumm und Gabriel, Kaufmann Berdux, Gastwirt Nahnefeld, Jnstallatcur Zimmer und Uhrmacher Philipp sich beteiligten. Bei allen Rednern tret der Gedanke hervor, daß die Bahnhofstraße nicht vernachlässigt werden solle. Es wurde aber auch, insbei. von den Rednern au5 Stadwerordnetenkreisen, festgestellt, daß ein Plan oder gar ein Beschluß, eine Linie unter Umgebung ber Bahnhofstraße zu erbauen, nickst bestehe. Wenn biese Meinung dennoch Platz greifen tonnte, so liege dies an der seither oft zu beobachtenden Vernachlässigung der Bahnhofstraße und an dem irreführenden Bericht einer auswärtigen Zeitung über die letzte Stadtvcrordneten-Sitznng. Schließlich fand die von Rechts- anmalt Raab inzwischen entsprechend dieser Feststellung abgeänbene Resolution einstimmige Annahme. Sie lautet: Tie am 14. Avril l. I. abgehaltene Versammlung des Bezirksvereins Südwest hat ihrer Befürchtung Ausdruck gegeben, daß bei Einrichtung ber elektrischen Straßenbahnlinien bet Sttastenzug Bahn- lfvistrafte—Marktplatz von ber beabsichtigten Linienführung aus- gefchlvisen werden soll. Die Versammlung führt hiermit berechtigte Klagen über die seitens der Stadtverwaltung förmlich zur Gewohnheit gewordene Vernachlässigung des West- unb Südwestteils ber Stadt unb macht hiergegen energisch Front. Nur eine vollständige Verkennung der geschästlick;e!i Bedeutung, des großen Passanten- (nicht Bummler-) Verkehrs dieser Stadtteile läßt die bisher geübte ftiefmütterliche Behandlung verstehen. Die Versammlung richtet deshalb die dringende Birte an die Bertretungs- organe ber Stadt, bei der Einführung der elekttischen Sttaßenbahn sofort zwei Linien zu bauert, von denen bie eine dem Straßenzug Bahnhofstraße—Marktstraße—Marktplatz unbedingt im Interesse der gesmtden Weiteventwickelung der Stadt folgen muß.
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LandwirtschastSkammer-Ausschukr für Oberhesfen.
Am Samstag, 11. d. Mts., hielt der Lairdwirtschastskammev-. Aussck>ub für Oberhessen seine vierte Sitzung im Hotel zum Prinz Carl in Giepen ab, an ber als Vertreter ber Großh. R-v- gier'.lng Herr Landesökonomierat Müller, 37 Mitglieder und bie Beamten Schwarz unb Musch teilnahmen. Am Erscheinen verhindert unb entschuldigt waren ber Vorsitzende ber Landwirt- fchaftsiammer, Geh. Regierungsrat Haas^Darmstabt, sowie fünf Mitglieder. Den Vorsitz bei den Verhandlungen führte ber Vorsitzende des Ausschusses, Landtagsabg. Ko r e l l - Angenwd. Der Ausschußsitzung gingen, von 9 Uhr ab beginnend, Sitzungen der KÄmmissionen für Ackerbau, Obswan und Vichzuckst voraus, die sich insbes. mit der Vorberatung des wichtigsten Punktes ber Tagesordnung, nämlich: mit der Genehmigung der vom Bureau fertiggeftellten Llrbeitspläne für die Provinz Oberhessen, befaßten. Nach der vorliegenden, im Druck erschienenen Arbett, ist die Provinz Oberhessen in 38 Bezirke mit gleichen wirtschaftlick)en Verhältnissen, gemeinschaftlichen Berufsintevessen und gleichgearteter Bevöllcrung eingeteilt, unb die zur Förderung der landwirtschaftlichen Technik in Anivendung kommenden Maßnahmen sind Jo aus die Bezirke verteilt, daß die geförderte unb unterstützte Sache auch wirklich für bie betreffende Gegend hohen wirtschaftlichen Wert besitzt, unb ein gerechter Ausgleich der Geldverwttligurrgen gewährleistet wird. Die Pläne .finden im wesentlichen sowohl den vollen Beifall ber Kommissionen als auch des später tagenden Ausschusses und werden einstimmig genehmigt. Sie werden dem-, nächst irersweise im Drucke vervielfältigt und sämtlichen Ver- ttauensnrännern, den Mitgliedern des Landwirtscha ftskammer- Ausschusses, sowie ben Bürgermeistereien ber betr. Kreise mit dem Ersuchen um Aushang auf den Bürgermeisterbureaus zugestellt werden, so daß iObermann leicht die Möglichkeit geboten ist, sich in Zukunft über baS Vorgehen unb die Aiaßnahmen ber Land- wirtschaftskammcr zu informieren. Zu einigen Aenderungen bett Unternehmungen des Landwirtschaftskammer-Ausschusses gibt der von der Landwirtschaftskammer in Darmstadt in einzelnen Punkten abgeänderte Voranschlag, der ttlsbes. in den Mttteln für Förderung der Rindvtthzucht um einen Betrag von ca. 4000 Mark gekürzt worden ist. Zur Ausgleichung dieses Ausfalles soll ttt diesem Jahve von einem Import von Zuchtvieh aus der Schweiz abgesehen werden, zumal zurzeit die Gefahr eurer Seuchenein- Meppung besteht, und bie hierfür verfügbaren Mittel im Bettage von 3700 Mark zur Unterstützung an Gemeinden beim Ankäufe von Simmentaler Herdbuchbullen verwendet werden. Bon ben sonstigen Beschlüssen der ergebnisreichen Sitzmrg fei nur noch hervvrgehoben, datz man sich über bie Zusammensetzung der Kör- kommissionen für bie einzelnen Kreise verständigte, als Referenten für Pferdezucht beit Vorsitzenden des Landespferde-zuchtvereins, Oekonomierat Müller-Neuhof, wählte und als Mitalieder der Lutweidenrommission bie Herren Korcll-Angenrod, Jost-Bermuths- hain unb Eellavius-Schvtten ernannte. Ein Antrag auf Verlegung des Bureaus nad) Gießen wird nach eingehender Erörterung dahin abgeändert, daß man eS dem Vorstände anheimgibt, den Zettpunkt der Bettegung selbst zu bestimmen. Nach Dierftünbigey Verhanblungen wurde die Sitzung gegen 6 Uhr geschlossen.
Der Aletzener Anzeiger ÄSM8Ä Bezugspreis:
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& Do(mmagTiönu!)" Rotattonstirud und Verlag der vrühl'schen Univ.'Vuch. NN» Stdnöruderel R. lange. Redaktion, Expedition UN» Druckerei: Schulstratze 7.
Die Besserung der deutsch-französischen Handelsbeziehungen.
„ Dcr Teutsch-srauzösische Wirtsck-astsverein unb das Komitee ^ranco-Allemand haben sich über ein vorläufiges gemeinsames - rbettsprogramm geeinigt. Die beiden Bereinigungen sollen nach d-m Bert. Tgbl. zunächst diejenigen Reformen ins Auge fassen, die auf eine Beschleunigung und Verbesserung des Per- ”nen- und Waren t ranspor tes sowie eine Verbllligung bs Drucksachen tarifeS zwischen beiden Ländern hinzielen, und gewisse bringende Verbesserungen auf bem Gebiete des Pa - tent- unb Biarkenwesens herbeiführen. Die beiden Ver- enigungeu wünschen die Beziehungen zwischen Känfleuten und Industriellen beider Länder zu fördern unb werden zu diesem Zweck an ber Besserung der Zolls erhäl tnis se zunächst in o^rbereitenbem Sinne arbeiten, ohne in oie Tätigkeit der Regie- niigen cin^ügreifen. Beide Gruppen betrachten es als ihre Auf- Albe, die Wünfck)e, die ihnen von den durch sie Dertret^ien Jn- Aesien kreisen zu gehen, in geeigneter Weise bei ben zdindrgen «Horden zu vertreten. Außerdem beabsickstigen beide Vereinigungen, sich gegenseitig Mitteilungen statistischer, legislativer und Uirlschastlicher Natur zugehen zu lassen und alles zu tun, um tine genaue Kenntnis ber Verhältnisse der beiden Länber und eine -Verbesserung der Beziehungen in Handelspol i- ^sischer Art zu erreichen. Außerdem sollen die Mitglieder dr einen Vereinigung für den Fall von SckfLvierigkeiten in Zoller ähnlichen Fragen berechtigt sein, die Hilfe der anderen Gruppe v!i deren Heimatsbehörde zii beanspruchen. PolitischeFragen derben aljo von bem Programm Her Vereinigung gänzlich ausgeschlossen sein. *
Italienisch-türkische Mihhelligkeiten.
Zwischen Italien unb der Türkei sind verschiedene Mißhellig- «Wn auSgebrocheu, die sich dadurch zu verschärfen drohen, daß
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