Ausgabe 
14.12.1908 Erstes Blatt
 
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gelang ihm nicht, alle Abgeordneten! Kaiser von Rußland verliehenen Erinnerungszeichens vom hen; er muhte abbrechen und sein. Roten Kreuz erteilt.

nach'.ukommen, aber eS

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

SokMsctze Cages?cL>an

Ter Eio^herzog m Oldenburg

litt er vor und

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ti Lewem).

monatlich75Pl., viertel­jährlich Mk. 2.30; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post All. 2. viertel- jährl. ausscht. Bestellg. ZeilenprelL: lokal ILPj^ auswärts 20 Pfennig.

Verantwortlich für den polih|d)cn Teil, für .SeinUcion* und .PermifchteZE: Ernst Anderjon; für »Stadl u. Uanb* und.Gerichts-

in ein Gespräch zu ziel^..,

Zinlmer aussuchen. Nach Meldungen aus Mreifcn der Ab­geordneten sollen die Anfälle auf ein neuerdings ausgetre­tenes Magenleiden zurückzusähren sein. Der Großherzoa ist jetzt gezwungen, daS Bett zu hüten. Die Krankheit wird voraussichtlich in einigen Tagen völlig behoben sein.

Lehrerpersonalien. liebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Ludm. Rettig aus Groß-Rohrheim eine Lehrerflelle an der Gemeindeschule zu Mörfelden.

« Erledigt ist die Stelle cmeS Steueraufsehers

Arrs Lirrö

Gieren, 14. Lezember 1908.

* Ordensverleihung. Se. Kgl. Hoh. derGroß- herzog haben dem Direktor der Frauenklinik an der LandeS- univexsilät Gießen Professor Dr. v. Franque das Ritterkreuz 1. Klasse des Ludewigs-Ordens verliehen.

** Ordensangelegenheiten. S. K. H. der Groß-

Venezuela.

Die Holländer scheinen mut ernstlich gegen Venezuela Vorgehen zu wollen. Aus Willemstadt wird nämlich unter dem 13. d. M. gemeldet: Der holländische KreuzerGelder- lcrnd" brachte am Samstag das venezolanische Küftenwacht- schisfAU"" außerhalb von Puertogabello aus. Das Vor­gehen der "Holländer war deutlich zu sehen, doch gaben bte Forts von Puertocabello kein Feuer. Aus derAlix" wurde jic holländische Flagge gehißt und cüe Besatzung an ~anb. geschickt. Sodann wurde dieMix" mit Hvlleuderu bo mamtt und hierher gebracht, tvo sie heute morgen unter großer Begeisterung der ganzen Insel Cnracao eintras. lieber Castros Aufenthalt in Paris sind inzwischen sehr widersprechende Angaben gemacht wordeii. Die einen Diel- düngen lassen Castro mit dem französischen Minister des Aerchern längere Unterredungen halten, während naci) an­deren Meldungen Castro sein Hotel in Paris überhaupt nicht verlassen und nur Mitglieder der venezolanischen U'o- LO7iic empsangcn haben soll. Präsident Castro ist übrigens schon gestern nachmittag von Paris nach Berlin abgereist, um dort den Professor Israel zu konsultieren.

Venttzches Reich.

Deutjch -hotlündi > che Ver i ehrserlcichte- rungen. Zwischen Deutschland und Holland schweben seit aeraumer Zeit Verhandlungen zur Herstellung eines enge­ren Vercehrsverhältnisses und zwar durch Msbau der Zugs- verbindungen und Erleichterung der Grenzvorschriftcn. Diese Verhandlungen haben nunmehr ihren Abschluß gefunden. Neben diesen Vereinbarungen wird auch der Plan eines Ausschlusses Hollands an den Lloydcxpreß Hamburg-Genua der europäischen Fahrplanionferenz in Nizza unterbreitet werden.

Das neue Linienschiff Posen ist am Samstag in Lllel vorn Stapel gelaufen. Die Taufe des Schisses nahm die Fürstin Radolin vor.

Besuch des Königs von Portugal. Zwischen den Höfen Lissabon und Berlin schweben Verhandlungen, die aus eine demnächst in Berlin stattfindende Visite des Königs Manuel abzielen.

Das Reisczeuanisfür Apotheker. Die nächste Sitzung der Apothekerlainmer Berlin-Brandenburg, die am 17. Dezember stattfindet, wird sich mit einem wichtigen Anträge beschäftigen. ES handelt sich um die Bille an den Minister, dahin zu luitfen, daß so bald wie möglich für den Eintritt in den Apothekerlu'euf die Reife eines Gyümasiums, Realgymnasiums oder einer Oberrealschule gefordert wird.

Musikmeister". Wie dieAllgem. Armeekorre- spondenz" mitteilt, ist durch Kabinettsorder bestimmt wor­den, daß die Stabshoboisten, Stabshormisten und Stabs- trompeter die DienstbezeichnungMusikmeister" erhalten und diese bei den berittenen Truppen daneben die Dienst- bezeichnung-Stabstrompeter" weiterfül-ren. Später können sieObermusikmeister" werden. Der TitelMusikdirigent" wird nicht mehr verliehen. Die jetzigen Musikdiriaenten führen die DienstbezeichnungOo.rmujiimeister". Zugleich ir.irb eine neue Uniform für die Musikmeister eingefül)rt, die.aus feinerem Stoff besteht und int Schnitt sowie in den Abmessungen den Uniformen der Offiziere gleicht. Außer­dem erhalten die Musiknteister den Ueberrock (JnterimS- attila) und den Paletot.

Hillen zu stellen. _ , . , . -

Wie nun von verschiedenen werten gemeldet wird, ohne Mu bisher ein offiziöses Dementi erfolgte, wird Gras Monts Rom in kurzer Zeit verlassen, und Herrn v. Iagow Platz zu machen, ein Botschasterwechsel, der gerade in jetziger Zeit eullgermaßen pberrasä-en muß. Wurde doch versichert, bau der Recawran-ler baö Rücktrittsgc>uch des Grasen Monts, das dieser bereits un Sommer eingereicht und mit Gcsundheitsrücksicylln begründet haben soll, nur im Hinblick auf die innerpolitische Lage mäst genehmigt habe Ta aber diese sich seither nicht verändert hat, lonoern eher noch ungeklärter und burd) die Verständigungwersuche znniäwn Oesterrciä)-Ungarn, der Türkei und lleußland noch krckiMr ge­worden ist, muffen es schwerwiegende Gründe sein, die den Rcichs- Lanzler jetzt zu dieser Personaloeränderrulg veranlasien.

In der politischen Persönlichkeit des Grafen Monts, m feinem politischen Verhalten lönncn sie nicht liegen. Die ^ickstliniLi: der deutschen, wie der italienischen Politik sind zu sehr sepgelegl, au daß man aus einem Botschafterwechsel am ihre Aendernng schließen könnte So scheint es fast, als wolle Fürst Bülow uw der Ab­berufung des Grafen Monks von Rom dcm italiemschen Volte, nicht der Regierung, ein UebenLwürdiges Entgegen wmmciicr- iveifen Graf RtoutS ist, wie oben angedeutet, in der romuajen Gesellschaft nicht sonderlich beliebt; die Angriffe der italrenisäien Presse, denen er wegen seines vermeintlich ausgeiprocycn öster­reich-freundlichen Verhaltens in jüngster Zeit ganz besonders nu> oesetzt war, die Debatte der italienisäicn Kammer über die ans-- toärtigc Politik, das Mißtrauen, das die Erklärung des Fürsten Bülow im Reichstage über die Unterstühung Oesterreich-Ungarno durch Deutschland in Italien erweckt hat, lassen c_- angemeisen erscheinen, den Grafen Monts durch eine Periönlichkcit zu erwtzen, die der römischen Gesellschaft sympathischer ist, der itaiieniMn Presse einwandfreier crsckjeint, und die mast durch die diploma­tischen Verhandlungen über die jüngste italienische Politik oginell <o belastet ist, wie Graf Monts. Man will in Berlin wohl den- fetten Faden der deutschen Politik fortfpinnen, aber man will ihn italienfteundlichei färben, uni damit der ui einem demo­kratisch regierten Lande nicht zu unterscl-ätzenden Vvlksstimmung "'^^Hieftur^ schäm' der Nachfolger des Grafen Monts Herr von Iagow, die geeignete Persönlichkeit zu sein Er ist 1863 tu Vertin neboren, studierte in Botin, wo erPreuge" war, und wurde Ibob Kammergerichtsrcferendar. Seit 1889 Regierungsrercreudar in Oppeln, von 1892 ab Regierungsassesfor in Potsdam, trat er zur Diplomatie über und fungierte 189b als Attachee bei der Bot­schaft in Rom und 1896 bei der preußischen Gescmduchaft in Mün­chen, von wo er all preußischer Gesandisä-afll.ckretar nach HWi- burg ging, um Ende 1897 als zweiter Sekretär zur dcuftchen^Bot­schaft nach Rom zurückzukehren. Hier ruckte er zum Legattons- -tat auf, wurde 1900 an die Geiandtlwaft rni Haag verzetz. und Tarn 1901 zum driitemnal nach Rom, diesmal all erster ^elTetar Dann 1906 all Wirklicher Legationsrat und Vortragenoer Rat ins Auswärtige Amt berufen, erhielt cr !90i den Ehuratter als außerordentlicher Gesandter und bevollmaajllgter Minister, wu.de am 2. Dezember desselben Jahres als Gesandter beim Großlierzog von Luxemburg beglaubigt und arbeitet augenblicklich vertremng^- rvcisc im Auswärtigen Amt, wo er das Reisort des aus Anlaß der Tally Telegraph-Asfäre all Gencratkonsul nach Athen o eil eßt en Geheimrats Tr. Kkehmet verwaltet. ,

So hat Herr v. Jagow saft 10 Jahre seiner diplomatischen Tätigkeit in Rom verbrackst. Er hat poillisch und geiellschastlich am Tiüerstrand Wurzel' geschlagen, und wie sehr er es^verstMiden hat, sich dort all Attachce, Sekretär und Legalionsrat ^vmpathicn zu erwerben, geht aus 'den Artikeln chervor, In denen die italie­nische Presse von dem bevorstehenden Börschafterwechicl ia)ou jetzt Notiz nimmt. Man begrüßi ihn als einen alten, bewahrten ^reund Italiens, der ztocisetlos mit der italienischen Regierung auss^glück­lichste zusammenarbeiten werde, nnt nicht nur zwischen Italien und Teutschiand, sondern auch zwischen Italien und Oesterreich herzliche. Beziehungen herzustellen. Er gilt ülv Mann der ^uuation, von dessen Tätigkeit man sich bei der (intiuiirnhg her Ballanftagen alles mögliche Gute verspricht.

Gesandter v. Krderlen Wachter.

DieNvrdd. Alla. Ztg." schreibt: Gegen den kaiser­lichen Gesandten in Bukarest, v. lliderlen-Wächter wurden in mehreren Blättern Angriffe gerichtet, die seine häus­lichen Verhältnisse betreffen. Wie wir erfahren, hat eine erneute Prüfung der Sache die Haltlosigkeit der Beschuldi­gungen ergeben. Gegenüber der Behauptung, daß v. Kider- l en-Wächter nur auf kurze Zeit auf feilten Bukarester Posten zurückkehren werde, find wir in der Lage mitzutetlen, daß der Genannte zurzeit noch mit einigen bcsondereti Arbeiten int Auswärtigen Amt beschäftigt ist, dann aber seinen Pvjten in Bukarest wieder übernehmen wird.

Eine Demonstration gegen de« Statthalter vou Böhme».

Bei einer Promotion an der Lemberger Untversitäl wurde der Statthalter Bvörzynski von polnischen Studen­ten insultiert. Sie riefen: Nieder mit Bobrzynski! und be­warfen den Statthalter mit Eiern. Anlaß zu der Demon- tration gab die ^Nachricht, daß der Statthaller ohne Verein- )arung mit dem polnischen Akademischen Senat bei der Regierung die Errichtung zweier Lehrkanzeln mit ruthe­il i scher Dortragssprachc an der Lemberger Universität durch- gesetzt hatte. Hierin erblicken die politischen Studenten eine Beeinträchtigung der nationalen Aillonointe der Universität. Die vou der Studentenschaft veranftallete Demonstration erfolgte spontan al3 äußere Anregung. Bobrzynsli verließ sofort die Uirtversitüt.

Der deutsche Sotschafierwechsei in Rom.

al» Tie Persönlichkeit des deutschen Botschafters am Quirinal hat insofern eine ganz besonders hohe politische uni) diplomatische Bedeutung, als es ihre Älusgabe ist, nicht nur die an sich ja ireund- lichen deutsäj-italienischen Beziehungen Weller zu pflegen mch sich in Anbetracht des Gegensatzes zwischen Quirinal und Vatikaii keine Blöße zu geben, sondern auch auf die zwischen. Italien und Ocsterrcich-Ungarn bcstehendcn Tifierenzen, wie sie sich teils ans den frül)eren Besitzvcrhältnisscn beider Länder, teils aus der jüngsten Balkanpoliti! Oesterreich-Ungarns hcrschreiben, ausglei­chend zu wirken und so den Weiterbestand des Dreibundes zu er­möglichen. "Anton Gras Monll de Mazin, der, 1850 geboren, nach einer ziemlich wechselvollen diplomatischen Laufbahn sell dem^ahce 1903 das deutsche Reich am Quirinal vertrat, hat sich dieser Aufgabe nach besten Klüften unterzogen, ohne sie doch in dem erfolgreichen Sinne lösen zu können, wie seine Vorgänger, der damalige Herr v. Sßuloto und Graf Wedel. Ein kluger Kopf, aber satirisch veranlagt, um sich auf dem glatten und junt xcil auch brüchigen Parkett der rörnisck>en Gesellschaft allerlei bistige und spöttische Bemerkungen versagen zu lönncn, die ihm wohl Eaäjer sicherten, aber mich viele Feinde erweckten. Gin begabter Diplomat, aber infolge dieser Charaktereigenschaft Nicht vorsichtig genug, um den sich immer mehr regenden dreibundfeindlichen Strömungen in Rom die Spitze bieten zu können. Wohl ist unter ihm im Jahre 1906 der Treibnnd noch einmal erneuert worden und hat auch in Form von Monarchcubegegnungen und Tivlo- malcnzusammenkünften einig# Lebenszeichen von sich gegeben, aber an Extratouren Italiens hat es trotzdem nicht gefehlt, co, von seinem Verhältnis zu England ganz abgesehen,, in Algeciras nut Frankreich, so vor allem in Tesio mit Rußland. Es würde nun nicht der Gerechtigllll entsprechen, wollte man für vieles Ab- ichwenien Italiens von der Politik der Treibundmachte ohne wei­teres den Grafeii Aionts verantwortlich machen. Es mar viel- -mchr die. Folge der Zugehörigllit Italiens zum Bunde der -.litte,- meermächle und der Aehreitthalschen Balkanpolitik, die zu verhüten weder Teuischland noch sein Vertreter in 8llm imstande >vam politischen Verhältnisse erwiesen sich eben stärker, als alle -trvlo- matenkmist und es gelang dem Graferi Monts Nicht, den Drei­bund wieder aus eine feste Grundlage bei internationalen Kon-

allei' Energie suchte er trotzdem seinen Pilichten vis zujetz'.'laubms -ur Annahme und zum ^ .agen de^ ih..cn vom

bei dem Hauptstcueraiut Worm§.

** Zusammenschluß der hessischen Privat­beamten. Unter dem Vorsitz des Herrn Eichenauer von der Darmstädter Privatbeamten-Vereinigung fanden am Donnerstag in Worms roeüere Beratungen statt über dre Frage des Zusammenschlusses der hessischen Privatangestell- tcn-iVereine zu einem Landesverband. Die ZLonrmission be­faßte sich eingehend mit der Besprechung des für einen zu. gründenden Landesverband gegebenen Arbeitsfcldes und beriet sodann den Statutentwurf. Der Entwurf lvird deu bisher an den Verhandlungen beteiligten Vereinen zn- gestellt werden, um innerhalb der einzelnen Korporationen nochmals durchberaten zit werden. Die Konstilltierung des Verbandes dürfte noch im Laufe dieses Jahres erfolgen. Auf flnregung des Vertreters des Sozialen Ausschusses Offtubach wurde beschlossen, zur Frage der Emführuna der vollständigen Sonntagsruhe in Offenbach a. M an die Groß- herzogliche Staatsregierung eine Eingabe zu ridjtcn.

** Die Hessischen Lan dw. Genossenschaften halten am Montag, 21. Dez., zu D arm sta dt ihren 46. VerbandStag ab. Die Tagesordnung enthält u. a.; Jahresbericht des VerbandsdirektorS; Vorlage und Be­scheidung der Rechnung und Bilanz für 1907; die Erweite­rung deS genossenschaftlichen Bezugs von landw. BedarfS- fioffen, inSbes. von 5ialisalzen, Referent Dr. Spickermann; hat sich die neueingeführte, unangefagte jährliche Revision bewährt? Referent Generalsekretär Haas; die Besteuerung der Ueberschüsse der Einlagen bei den Spar- und Darlehnskassen, sttefercnt Generalsekretär Genncs; Neuwahl des Verbands­direktors und deL stellvertretenden VerbandsdirektorS; Neu­

wahl von Verbandsausschußmitgliedern.

Erweiterter Schalter- und Bestelldienst der Post zu Weihnachten und Neujahr. Bei den hiesigen Postämtern sind a) die Paketschalter am Sonntag den 20. ds. geöffnet wie Werktags; b) Paketbestcllung findet statt am 20 25. wie Werktags und nm 26. eine Bestellung vor-

mittags; c) Briefbestellung: am 1. Januar eine zweimalige Bestellung, d) Geldbestellung: am 26. Dezember und 1. Januar eine Bestellung; e) Landbestellung: am 20., 26. Dezember eine Brief-, Geld- und Paketbestellung nach allen Orten, am 1. Januar eine Briefbestellung nach alle« Orten, dagegen fällt am 25. Dezember die Bestellung aus.

** Den zweiten der Naturwissenschaftlich. Vorträge iin Winter 1908/09 hielt am 10. Do zernber Professor Kosfel in dem vollbesetzten großen Hörsaal der Universität über koloniale Bestrebungen und medizinische Forschung. Redner knüpfte an die Worte an, die der Staatssekretär des Reichskoloiriakamtes, Exz. Dern- biirg, bei der Eröffnung des lLolonicllinstituts in Hamburg Über die ethischen Aufgaben der KolonisationSarbeit ge- prochen hatte. Der medizinischen Forschung kommt bei Der Kolonisierung eine wichtige Rolle zu, oa es sich darum handelt, unter der eingeborenen Bevollerung yerrschenda Seuchen auszurotten und den httrausziehenden Monieren der Zivilisation Gesundheit und Leben zu erhalten. An der Hand der Fvrschnngsergebnisse über Malaria, Gelb­fieber und Schlafkrankheit wurde gezeigt, wie solche Pro­bleme in Anariff genommen sind, welche praktisck)e Le- kampsungsmaßnahmen auf Grimd der wissenschaftlichen Er­gebnisse getroffen werden und welche Erfolge bisher er­zielt sind. Namentlich das Beispiel des Panamakanals iüiiL-bc yervorgehoben, dessen Ban durch die F-ranzosen nicht zu Ende geführt werden konnte, well die Arbeiter der Malaria und dem Gelbfieber in Scharen erlagen etwa 50 000 Menschenleben sollen damals zu Grunde gegangen sein. Jctzr fuhren die Amerikaner den Bau erfolgreich durch, indem sie gegen Malaria und Gelbfieber auf Gründ der wissenschaftlichen Forschungsergebnisse Vorgehen. Der Vortrag wurde durch zahlreiche Lichtbilder erläutert. Besonderes Interesse erregten die Lichtbilder, die über die Schlaskrankheic vorgesührt wurden und die deut Vortragen­den von dein Leiter der deutfck-en Schlafkrankheitsexpedition Exzellenz Rodert Koch in freundlichster Weise für den Abend zur Berfügnjig gestellt waren. Die Zuhörer begleiteten die Worte, in denen der Redner dem berühmten Forscher hierfür seinen Tank aussprach, mit lautem Beifall. Zum Schluß 'wurde das deutsch-englische Abkommen über die Be­kämpfung der Sckftafkranlhcit erwähnt, das am 1. Januar nächsten Jahres ui Kraft tritt Tie Maßnahmen beivcgcn sich in den durch die Forschungen der üvchschen Expedition sestgelegten Richtlinien.

'** Zur ForderungKauft am Platze" schreibt inan uns aus hiesigen Bnchhandelskreisen: Das ganze Jahr über werden unsere Bächerliebhaber mit Prospekten, sogenanntengünstigen Offerten" und dergleichen von aus­wärtigen, namentlich Berliner und Leipziger ginnen, über­schwemmt. Soweit es sich um neue Bücher handelt, kann von einem günstigen Angebot schlechterdings keine Rede sein. Jedes Buch hat seinen, vom Verleger selbst festgestellten, be­stimmten Preis, den ausnahmslos kein einziger Buchhändler ui Deutschstand straflos irgendwie abändeni, oder ga-iz unter­bieten darf. Tas hiesige Publikum kauft alfo düse Kategorie Luäjer außerhalb Gießens unter keinen Umständen billiger als am Orte, wohl aber resultteren aus dem Bezüge von auswärts allerlei -Zeitaufwand und unnötige Spesen. Vor allem wolle man sich die Unmöglichkeit, oder mindestens Oie Sc ereilen bei ^genwärllgen vei einem. Umtausch, oder ul der ywNauwiion von Tesllten. Nicht zu vergessen des großen Vorteils, der da. ..t Liegt, daß das Publikum in den . hiesigen Läden die vor ihm auf gestapelten Bücher selbst an-

Nr. 294 Erstes Blatt 158. Jahrgang Montag 14. Dezember 1908

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