Ausgabe 
20.7.1908 Zweites Blatt
 
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Montag 30. Juli 1908

Nr. 168

Zweites Blatt

Erscheint ttgNch mit Ausnahme des Sonntags.

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Hebet die geplante blcktnzitälssteuer

Kreis Gießen vom 16. März 15)06 eine größere Anzahl Milchrevisionen ah n ni u Ati« Q'-aIIa imm'Xa i t A v Ä f i «-i l\nHiiihnnA

vorgenommen. In einem Falle ivurde verdächtig besundene 'SHId) dem d)emi]"d)cii Untersuchungsamt übergeben, welches eine Wäffc-

im Alter von 63 Jahren gestorben, Tagen einer Blinddarmentzündung war. Der Verstorbene wurde 1903 bachs Chef der Eisenbahndirektion.

nachdem er vor einigen wegen operiert worden als Nachfolger Breiden-

158. Jahrgang

In sich

mn. Jagdhund äugela? lolen gegen Srjlattunc, tions- und Futterkojlell

J-ranksurter Sn.^

Die»teßenet Zamillenblätter- werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Eiehen" zweimal wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Rotationsdruck und Verlag der Drühl'schen Unwersitäts - Buch- und Stemdruderei.

R. Lange. Gießen.

** 2l ls Lektor der

delsvertrag, der bisher nicht zum Abschluß gebracht werden konnte Cb in der Beratung der beiden Staatsmänner die Schwierigierten beseitigt worden sind, ist nicht bekannt geworden. Cs verlautet jedoch, daß im Herbst die Verhandlungen wieder ausgenommen werden sollen.

Revolution in Honduras. Von dem Präsidenten von Honduras ist in Newyork folgendes Telegramm eingegangen: Tie Regierung von Tegueigalp hat der revolutronärcn Bewegung ein Ende gemacht. In einem zehn Tage währenden Kampfe ist der Feind bei Nacaome geschlagen worden und sodann nach San Salvador geflohen.

Zur Lage in Persien. Teheran ist ruhig. Dagegen lauten die Nachrichten aus Täbris noch ungünstig. In der englischen Gesandtschaft befindet sich niemand mehr von den Personen, die dort das Asylrecht in Anspruch genommen hatten. Der Schah hat ihr Leben garantiert. Verbannte aus Persien wurden im Asyl der italienischen Gesandtschaft ausge­nommen. Äerl-aftungen sanden nur noch vereinzelt statt.

Aus Algier wird berichtet, daß ein Attentat gegen den Generalrat und Bürgermeister von Eerchell in Algier verübt worden, ist. Zwei Gewehrschüsse sind auf den Bürgermeister, dec schwer verletzt worden ist, abgefeuert worden, als er nach einer Wohnung zurückkehrte. Man vermutet, daß es sich um einen politischen Racheakt handelt. /

' Haus- kürzen kürzen les verkauft.

Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- slraße 7. Expedition und Verlag: 5L

Redaktion:^^! Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

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ArrslanS.

Protest gegen die Tschechisierung. Im Laufe des gnstrigen Tages, fanden in einer Reihe weiterer Städte Deutsch- Mhmens Protestversammluiigen gegen die fortschreitende Tschechi- ji irung des Beamtenstandes besonders bei den Gerichten und bn der Post statt. Sie verliefen wie die der vorigen Woche zccnz ruhig.

Aeyrenthal und Sturdza. Bei der Zusammenkunft Frei Herrn v. Aehrenthal mit dem rumänischen Min-ster- Mäsidenlen Sturdza auf dem Semmering handelte es sich in edtet Reihe um den österreichisch-rumänischen Han-

Irtll dieAugsb. Abendztg." etwas Näheres erfahren haben, i ncr Berliner Meldung des Blattes wird erklärt, cs handle nur um eine Abgabe auf Elcktrizicät, soweit diese Leuchtzwecken - ent. Es sei bisher nirgends davon die Rede gewesen, daß auch 1 tiefe Kraft für gcmerblidje Zwecke besteuert werden solle. Am wenigsten aber denke man daran, die Elektrizität, die Vcrekhrs- . necken diene, also zur Fortbewegung von Eisenbahnen, Straßcn- l ihnen, KäafNvagen usw., mit einer Steuer zu belegen. Auch der verdacht, daß diese Elektrizitätsabgabe eine Begünstigung des

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2lns Stadt nnd Land.

Gießen, 20. Juli 1908.

* Ernennung. Am 16. Juli d. I. wurde der Referendar Dr. jur. Max Wiegand in Heppenheim (Berg­straße) zum Negierungsassessor ernannt.

Erlaubnis zu m Tragen einer OrdenS- auSzeichnung. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog hat am 15. Juli dss. Js. dem RechnungSrat Friedrich Einil Bernhard in Gießen die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem Kaiser verliehenen Roten Adler­ordens 4. Klasse erteilt.

Die zweite Pfarrstelle in Groß-Gerau. Der Großhcrzog hat am 11. Juli d. I. dem Pfarrer Theodor Kempf zu Steinbach die zweite evangelische Pfarrstelle zu Groß-Gerau, Dekanat Groß-Gerau, übertragen.

Schulpersonalien. Uebertragen wurde* am 15. Juli d. Js. dem Lehrer Georg Scheller zu Schlechten­wegen, unter Bestätigung der durch Wahl der reformierten Kirchengemeinde zu Neu-Isenburg erfolgten Präsentation, die 1. Lehrerstclle an der Gemeindeschule zu Neu-Isenburg, Kr. Offenbach; ferner mn 16. Juli ds. Js. bem Schulamts­aspiranten Johann Schaberger qii§ Gau-Algesheim eine Lehrerstellc an der Gemcindcschule zu Klein-Welzheim, Kreis Offenbach. Bestätigt wurde am 15. Juli d. Js. der von dein Herrn Fürsten zu Pscnburg und Büdingen in Büdingen auf die 1. Lehrerstelle an der Gemcindeschlile zu Stockheim, Kreis Büdingen, präsentierte Lehrer Friedrich Spitznagel zli Wolf für diese Stelle.

englischen Sprache an

** Aus dem Bureau des S t a d t t h e a t e r s. Zu derWalzertraum" - Aufführung morgen Dienstag sei noch bemerkt, daß sämtliche Hauptpartien der Operette mit ersten Kräften besetzt sind. Für die nicht unwichtige Partie der Oberkammcrfrali, die meistens durch die Besetzurig mit derkornischen Alten" leibet, hat Direktor Stcingoettcr eigens eine renommierte Opern-Altistin, Fräulein Vilma Storck, verpflichtet, die miet) am Kurtheater Bad Nauheim starken Erfolg davontrug.

* Abonnements-Konzert. Wegen Abhaltung des Jugendfestes findet das letzte Abonnements-Konzert nicht Donnerstag, sondern Mittwoch den 22. Juli in Steins Garten statt.

* Unsinnige Gerüchte sind hier über einen großen Unglücksfall beim Turnfest in Frankfurt a. M. verbreitet. All diesen Gerüchten ist auch nicht das geringste wahr.

* 3ur Rheinfahrt. An der von Großh. Kreis­behörde arrangierten Nheinfahrt beteiligten sich am Samstag 362 Teilnehnier, Bürgermeister, Beigeordnete, Rechner, Ge­meinderatsmitglieder, Vorstände von Vereinen, Geistliche und Lehrer des Kreises Gießen. Die Fahrt ging zunächst mittelst Extrazuges von Gießen durch das herrliche Lahntal nach Oberlahnstein. Hier stand das DoppeldeckschiffDrachenfels" bereit, das die Reisenden zunächst nach Koblenz, amDeutschen Eck" vorbei und wieder stromaufwärts nach Bacharach brachte. Die vorgesehene Weiterfahrt nach Bingen konnte leider wegen der um 6 Uhr bestellten Rückfahrt mit der Bahn von Ober­lahnstein aus nicht zur Ausführung kommen. Ein während des Mittagsmahles, das auf dem Schiff eingenommen wurde, niedergegangener Regen vermochte die während der ganzen Fahrt anhaltende fröhliche Stimmung nicht herabzudrücken. Das herrliche Landschaftsbild, das bei klarem Wetter nament­lich bei der Rückfahrt von Bacharach nach Oberlahnstein sich den Blicken darbot, hat bei den Teilnehmern seine Wirkung nicht verfehlt. Bei der kurz vor 9 Uhr abends erfolgten Ankunft in Gießen trennten sich die Reisegefährten mit dem Wunsche, im nächsten Jahre wieder au einem 'derartigen Aus­flug teilnehmen zu können.

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ikiltjnn der G'ichcrtc, Quinta, vornehmstes und feinstes. oblous:c.

is Konzert im uoxbeten e/uche labet höflichst ein irertor u. "v-ibakz.

Frauenversammlung. Auf vielfältige Anfragen teilen wir mit, daß gu der am Mittwoch den 22. Juli im Konfirmandensaal der Johanncskirche stattfindcndcn Frauen- Versammlung selbstverständlich auch Unverheiratete Zutritt haben. Besondere Einladungen sind nur an die in der Gc- meindearbeit irgendwie schon tätigen Frauen gesandt luorben. Sollte auch von biefen Jemand übergangen sein, so wird gebeten, daß sich Niemand durch ein derartiges Versehen von der Teilnahme abhaltcn laffe.

' Kornernte. Tie vorausgegangenen heißen Tage tmd darauf folgender Regen haben die Reise des KorneS so begünstigt, daß in einzelnen Orten des Kreises Gießen mit der Ernte bereits begonnen werben kann.Der Wind weht durch die Stoppeln" das erste Zeichen der kommen­den kühleren Tage.

Obst ernte. Soweit sich die Anzeichen für die in Aussicht stehende Obsternte überschauen lassen, haben wir in der Umgebung von Gießen eine gute Apfelernte 511 erhoffen. Die an den Kreisstraßen gepflanzten Bäume sind stellenweise so mit Früchten behangen, daß die Tragäste mit Stricken hochgebunden werden müssen.

Diebstahl. Einem hiesigen Bäckermeister, der auch Kaffeeausschank betreibt, wurde gestern vormittag seine Laden­kasse im Betrage von 110 Mk. gestohlen. Verdacht lenkte sich auf einen jungen Burschen, der kurz vorher Kaffee dort getrunken hatte. Der Bursche wurde in der Person des 15 jährigen Handlangers K. aus Eichzell sestgestellt. In seinem Koffer fanden sich noch 103 Mk. vor, die dem Be­stohlenen zurückgegeben werden konnten. Die beiden mitent­wendeten Portemonnaies hatte der Bursche in einen Abort ge­worfen. Die Polizei nahm sich deS Burschen an.

"Wieder eingefunden hat sich die vor einigen1 Tagen als vermißt gemeldete Dienstmagd Rappolt.

** In Amerika v erstorbene Hessen. Julie Becker, geb. Sellheim aus Schotten, 77 Jahre alt, gest. in New-Pork.

" Lebens Mittelkontrolle. Lebensnuttelproben und Gcbrauchsgegcnstände witvben bei hiesigen Geschäftsinhabern ent­nommen und dem chemischen Uutersuchimgsamt dahier übergeben. Ferner wurden auch aus Grund der AHlchverkauisordnung für den

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oherhejsen

Deutsches Reech.

Der Kaiser in Bergen. Nach dem Eintreffen des Kuriers arbeitete der Kaiser am Samstag allein. Zum Früh- sll'ick waren geladen: Museumsdirektor Korer-Wiborg und Echitekt Kjelland. Den Tee nahm der Kaiser bei dein Minister Michelsen ein. Gestern vormittag hielt der Kaiser 0 ff derHohenzollern" Gottesdienst ab und hörte nachher Worträge. Nachmittags machte der Kaiser einen Spaziergang g n Land. DaS Wetter war trüb.

Keine neue Militärvorlage. DieNordd. Allg. Ng." bezeichnet in ihrem Wochenrückblick die von einem berliner Zentrumsblatt verbreiteten Mitteilungen über einer bum Reichstag zugehenden neuen Militärvorlage als blanke Erfindungen.

Z u m R e i ch s k 0 m m i s s a r f ü r d i e W e l t a t, s st e l l u n g in Brüssel 1910 ist der Negierungsrat im NeichSamt des Amern Heinrich Albert, zu seinem Vertreter in Behinde- u.ngsfällen der kaiserliche Konsul in Brüssel, Legationsrat Gobrif, bestellt worden.

Die Direktion der Stettiner Maschinenbau- AktiengesellschaftVulkan" sieht sich genötigt, das Werk je. lange zu schließen, bis die Nieter der an sie gestellten An- ; iarberung, 14/, Stunde Ueberarbeit von 51/, bis 7 Uhr zu ' Insten, entsprechen. Von dieser Maßregel werden die ge- j pnten 9(rbeiter, beinahe 8000, betroffen.

politische Tagesschau.

Die Vertagung des Prozesses gegen Eulenburg.

Die öffentliche Meinung Frankreichs, soweit sie in den Pa- infec Zeitungen zum Ausdruck kommt, hält die Vertagung des ; <-ulenburgprozesses für logisch und gerecht. In allen Zeitungen, d D :e den Fall behandeln, gibt sich das Mitgefühl für den kranken " ja erkennen. Wiederholt wird darauf zurückgcwiesen, daß Fürst (Ätlenburg cs war, der im fritifd)en Augenblick der Ataroklo- .-iiampagne zum Frieden riet. Dabei kommt aufs neue die Ab- rüigung der Franzosen gegen von Holstein zum Ausdruck, der noch immer als heimlicher Ratgeber Hardens betrachtet wird. 2erFigaro" schreibt:Sie haben nicht den Mut gehabt, den Prozeß Eulenburg fortzusetzen. Es war Zeit! Nie hat man einem '.Nörd'er oder an dem gefährlichsten Apachen derartige Grau- farnifeiten geübt, da man sogar das Krankenhaus in einen Ge- 1 chtshof umwandelte, um den in seinem Bett vor die Richter 1 geschleiften Sterbenden gar keine Folter zu ersparen. Tie An- tl'agen waren nur ein Vorwand des Prozesses. Wenn^ man schmutzige Handlungen ausgrub, die vor mehr als 30 Jahren ligangeu sein sollen, so ist es, weil Eulenburg die Politik der ! 1 Bonner des Anklägers störte. Seit man die Marokkofrage geschickt r fingierte, um einen Zusammenstoß zwischen Deutschland und Frank- $ 1 ich herbeizusühren, duräfkreuzte der friedenssreundliche Einfluß Eulenburgs und seiner Freunde auf den Kaiser die herausfordcrn- bom kriegerischen Pläne der Personen, bei denen der Ankläger sich seine Losungsworte holte. Daher dieser geschickte Feldzug i-,n Beschuldigungen und Prozessen, in die man sogar unseren Botschaftsrat Lecomte einzubeziehen suchte, in der Hoffnung, uns sicherer zu treffen. Das Kvmplott ist wunderbar eingesädelt utorben, indem man Eulenburg in seiner Ehre angriff, richtete ;uan ihn in der Freundschaft des Kaisers zu Grunde und §er- 'tirte seinen Plan der Versöhnung mit Frankreich. Das Ziel ij: erreicht." Der Zustand des Fürsten Eulenburg hat fick) infolge der überstandenen Auflegungen wesentlich verschlechtert. Ser Fürst befindet sich zeitweise in einem ohnmachtsähnlichen . ustande. Es besteht jedoch gegenwärtig keine unmittelbare Lebens- H erfahr. Fürst Eulenburg wurde am Samstag vormittag von seiner Gattin und einer Tochter besucht, die beide bis gegen 1 Uhr mittags ff cm Krankenbett im Konferenzsaal der Charits verweilten. Sie BerlinerNeuesten Nachruchteir" melden: Gegen den Hoflat .'Distler-München wurde nunmcW gestern die gerichtliche Vor- mckersuchung wegen des Verbrechenrp'der Verleitung zum Meineid eröffnet. Kistler wurde vorläufig in Freiheit belassen.

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rung der beanstandeten Dtllch seststellte, desgleid)en mußten An­zeigen erhoben werden, wxgen Verwendung fdnnutvger Alllchgesaße. Auf Grund der Polizeiverordnuiui vom 27. Juni 1907 wurden teils bei hiesigen Bäckern und Brolhändlern, fowie bei alisivärtigen Bäckern Revisionen des Brotes nack) dem Gewick)t vorgenommen. Bei einigen derselben wurden Brote mit Mindergewicht vorge­funden und Anzeige erstattet.

** Gewerbepolizeiliche Revisionen. In den Monaten April, UJiai und Juni wurden in Gießen gewerbe­polizeiliche Revisionen der nachstehend verzeichneten Arten vorgenommen: 1. betr. die Sitzgelegenheit für Angestellte in öffentlichen Verkaufsstellen (Verordnung des Blmdesrats von: 28. Oktober 1900), 2. betr.: Entnahme von Kies aus dem Bette der Lahn (Lokalreglement vom 16. Mai 1895), 3. betr.: das Ver­bot der Sonntagsarbeit im Gewerbebetrieb; hier: int Barbier­tmd Friseurgewerbe in der Stadt Gteßen (Kreisanttljche Bckannl- madjung vom 20. März 1895), 4. Lagerung von Earbtd (Vcrord- nung vom 20. Oktober 1905), 5. betr.: den Verkehr mit Giften vom 17. April 1895 und Verordn, vom 15. Juni 1901, 6. in den Betrieben der Dialer, Llnstreicher, Weißbinder oder Lackierer, tvo Bleifarben zur Verlveiidung gelangen bezüglich Einhaltung der BmidesratsbestinintlUigen vont J. Januar 1906. Tie Interessenten werden Darauf aufmerksam gemacht, daß Die §§ 16 dieser Be­stimmungen unbedingte Amvendiing auf sie finden, 7. die Barbier- und Frifeiirstilben aus Einhaltung der Polizeiverordmutg, den (Gewerbebetrieb der Barbiere betr. vont 8. Atigust 1904, 8. Hntei- bringung Der in Backstcinsabrikcn (yiufienl'teinbrciuiereien) unD Ziegeleieit befdjäitigteii Arbeiter (PolizeiverorDn. für Den Kreis Gießen vom 1. Aprt 1907) sowie Besck)ästigung yon Arbeilennuen unD jiigenDl. Arbeitern in Ziegeleibctricben msbcsonDere Eiiihallung der auf GrimD Der §§ 135 unD 136 Der G.-O. unD Der Dazu er­lassenen Ausführungsbestimmungen gesetzlich zulässigen Slrbeitszeit, 9. Konfektionsiverkstätteii in Bezug auf Einhaltung Der Kaiserlichen VerorDnung voiii 4. Juni 1904, soivie Der auf GrunD Des § 107 Der G.-O. für minderjährige Personen zu sührenden Arbeitsbücher. Bei der Annahme solcher Arbeiter bezw. Arbeiterinnen unter 21 Jahren hat Der Arbeitgeber Das Arbeitsbuch emziiforDern, eine Bestimmung, gegen Die noch vielfach gefehlt wird, 10. Einrichtung und Betrieb von Backereien in Bezug aus Einhaltung Der Die Reinhaltung in Backereien betreffenden Vorschriften Der VerorD­nung vom 20. Nov. 1907, 11. Die Beschäftigung von schulpflichtigen Kindern in gewerblichen Betrieben (Gesetz vom 30. März 1903>. Es hat sich in Den letzten Atonalen eine auffallende Zunahme von Uebertretungen Dieses Gesetzes bemerkbar gemacht unö es mußten vielfach Anzeigen erhoben werben.

/X Klein-Linden, 20. Juli. Für die seither von Schuloerivalter Bernius verwaltete 4. Schulslelle dahier wurde Schulverwalter Röder aus Groß-Bieberau ernannt.

= Langd, 17. Juli. Einen erhebenden Verlauf nahm daS diesjährige Dekanats-Missionsfest des Dekanats Nidda, das am vorigen Mittwoch hier gefeiert wurde. Sonn­tägliche Stille umfing, sobald die GemarkungSgrenze erreicht war, die auswärtigen Festgäste, für die am Bahnhof Hungen Wagen bereitstanden, freundlich begrüßten sic die dem Feste zu Ehren geschmückten Häuser des Dorfes. In der stattlichen Kirche versammelte sich dann eine überaus zahlreiche Ge­meinde und lauschte den Worten der Festprediger, deS Pfarrers Büchner aus Selters und des ehemaligen Chinamissionars Fl ad. Kaum weniger groß war die Beteiligung am Nach- mittagSgotteSdienst, in dem Missionar Poth, ein geborener Hesse (aus Groß-Zimmern), aus der Geschichte der evange­lischen Mission auf der Goldküste erzählte, und Pfr. Wiegel aus Bingenheim über daS Missionsleben, in der Heimat, speziell im Dekanat Nidda, berichtete. Beide Gottesdienste wurden verschönt durch die Mitwirkung des Friedberger Posaunenchors, der bereitwillig, trotzdem das Fest an einem Werktage gefeiert wurde, der Bitte um Teilnahme entsprochen hatte. Ihm war es wohl, neben dem regen Missions­interesse, das in der Gemeinde herrscht, zu danken, daß auch noch zur Nachversammlung im nahen Buchenwalde jung und alt hinausströmte. Der ChoralNun danket alle Gott", mit

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rohlenfyndilätcs und dessen Bestrebungen darstelle, erscheine hin- fTülig. Ein solcher Vcrpacht habe allenfalls aufkommen können, i-1 lange nur das elektrische Licht besteuert werden sollte. Tat- 1 chlich solle dies auch ursprünglich allein im Plan deS Rcichs- s. .atzsefletärs gelegen haben. Aber es habe nur des einfachen Qtnweifes darauf bedurft, um den Staatssekretär Sydow zu ver- n ulassen, auch sofort eine Abgabe auf Leuchtgas seinen Steuer- planen einzufügen. Also eineLichtsteue r" in aller Form. Tie natioimlliberaleBadische Landeszeitung" kommt wohl nicht v bnc besondere Information auf die geplante Elektrizitätsabgabe z2i sprechen. Tas Blatt führt aus, die füddeutschcn Finanzminister, d eren Staaten dabei die Hauptleidtragenden wären, hätten ihre Sonderinteressen unter dem dringenden Eindruck der aufs höchste g eftiegenen Finanznote des Reiches nicht bcttont, wie anderseits bwr von Nheinbaben feine noch vor einigen Jahren geäußerten u -denken zurückgestellt l-abe. Damit scheinen Rheinbabens frühere l-airoänbc gegen die Erbschaftssteuer gemeint. Die Reform gründet |i ch nach wie vor in der Hauptsache auf die großen Steuerobjekte Labak, Branntwein, Bier und Erbschaften". In der Aus- frlöpfung dieser Quellen werde das Reich diesmal verjuchen, um dnr Grenzen des erreickcharen zu gehen. Die verbündeten Re- g iecungen seien über den ganzen Reformplan soweit er fertig ist, civtig. Aus Karlsruhe wird uns einiges unter dem 18. Juli g> -meldet: Am Schluffe der Kwmnerfitzung brachten die Sozial- ti imotraten Geck und Genossen folgende Interpellation ein:Ist l r Regierung bekannt, daß seitens des Reiches eine Elektrizitäts- sckruer geplant wird, und ivelche Stellung nimmt sie dazu ein?"

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unserer Universität wird (vom Wintersemester an) Herr Marshall Ntontgomery, M. 21., in Cambridge angeslellt.

Schenkung an die Ludwig- und Alice- Stiftung. Der benannter Stiftung als Ehremitglied an­gehörende, nunmehr verstorbene Dr. Berh. Schröder- Darmstadt hat der Unterstützungskasfe für Lehrerwitwen und -Waisen ein Legat von 500 Mk. ausgesetzt, das nach Ab­leben seiner Ehegattin zur 2lu§zahlung kommen soll.

** Todesfall. Eisenbahndirektionspräsident a r I v. Rabenau ist gestern früh im Rochushospitale zu Mainz

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