Material ist der Regierung in einer Denkschrift unterbreitet worden, die zu dem Schluß kommt, daß die Wirtschaftlichkeit der Anlage gegeben sei.
Neuerdings ist nun vom Ministerium die Wasserbau-Inspektion Diez mit Erhebungen betraut worden, wie groß die Menge Fracht sein würbe, die von der Eisenbahn bei Vorhandensein eines Wasserweges lahnabwärts auf diesen übergehen würde. Nachdem die belgischen Interessenten neuerdings sich an das französische Kanalnetz anschließen, wird die preußische Regierung nicht umhin können, auch Mosel und Laar zu bauen, wenn die deutsche Industrie nicht erheblich benachteiligt werden soll. Es steht zu hoffen, daß eine Vorlage hierzu im kommenden Jahre an den preußischen Landtag gelangen wird. Generaldirektor Kaiser erklärt, man müsse der Regierung dankbar sein, daß sie die Sache der Lahnkanalisation so weit gefördert hätte. Wäre doch die Ausarbeitung des technischen Projekts für den Verein wegen der dazu erforderlichen hohen Kosten eine Unmöglichkeit gewesen. Er könne konstatieren, daß die Erhebungen der Regierung über die Wirtschaftlichkeit der Frage zahlenmäßig nicht sehr weit von dem durch den Verein festgestellten Resultat abweichen. Die Kosten für den Bau werden sich fraglos noch ermäßigen, da Preise zu Grund gelegt sind, die sich heute billiger stellen. Die Kosten des Ausbaues des Wasserwegs von der preußisch-hessischen Grenze bis Gießen werden auf 1800000 Mark geschätzt, doch wird durch diese Ausdehnung die Anlage in ihrer Rentabilität erheblich gehoben.
Die preußische Regierung hat 1866 die moralische Verpflichtung übernommen, die Lahn auszubauen, sie hat dies auch 1873 anerkannt, indem sie dem Landtage eine dahingehende Vorlage machte und ca. 71/2 Mill. Mk. für den Zweck verlangt hat, die aber nicht bewilligt worden sind. Heute kann sich Preußen dieser Pflicht umso weniger entziehen, als, wenn es die Mosel und die Saar ohne die Lahn ausbauen würde, das Land an dem Flusse in veränderte wirtschaftliche Verhältnisse kommen werde, Unzweifelhaft würde die Berg- und Hüttenindustrie an der Lahn erhebliche Einbuße erleiden, wenn der Fluß nicht gleichzeitig mit Saar und Mosel schiffbar gemacht werde. Die Regierung aber könne nicht verlangen, daß die JlUeressenten allein iür die volle Verzinsung des Anlagekapitals Verpflichtung übernehmen. Sie müsse erleichternde Bedingungen stellen, denn es handelt sich um einen Wasserweg, der schon bestehe und seit Jahrzehnten vernachlässigt worden ist. Reichs- und Landtags- abgeordncter Cahensky erklärt, daß wesentlicher Vorspann zur Verwirklichung des Lahnkanalprojekts durch die Gießener Interessenten geleistet worden sei. Die Vertretung der Provtnz Oberhessen, die Vertretung der Stadt Gießen und die Han- delsrammer hätten sich in der Sache überaus rührig beteiligt. Die Regierung in Darmstadt habe ein lebhaftes Interesse an dem Ausbau dieser Wasserstraße und mit ihrer Hilfe wird es gelingen, die Sache in Gang zu bringen. Der Kvmmunal-Land- tag für die Provinz Hessen-Naussau, der in den nächsten Tagen zusammen tritt, wird nicht umhin können, sein Interesse an der Frage ebenfalls zu betätigen. Die Abgeordneten für Nassau seien sich einig, daß man energisch daran gehen müsse, für Nassau etwas zu erringen. Der Redner versichert zum Schluß, daß in der allernächsten Zeit die Frage greifbare Gestalt annehmen würde.
Oberbürgermeister Mecum-Gießen versichert, daß die Provinz Oberhefscn und die Stadt Gießen in dieser Frage alles getan haben und für die Folge tun würden, um sic der Verwirklichung näher zu bringen. Es sei bekannt, daß die Grvßh. Regierung wegen der Lahnkanalangelegenheit mit Preußen verhandelt habe und daß das letztere sich bei diesen Verhandlungen entgegenkommend gezeigt habe. — Reichs- und Land- tagsabg. Dahlem-Oberlahnstein ist der Ansicht, daß eine Vorlage wegen der Lahnkanalisation sehr bald zu erwarten sei. Während wo anders die Kanäle erst gegraben werden müssen und lediglich im Interesse der Großindustrie geschaffen werden, liegt die Sache bei der Lahn anders. Ihr Ausbau zu einem brauchbaren Wasserweg ist nicht schwierig und dient lediglich dazu, dem in Nassau so sehr bedrückten Mittelstand aufzuhelsen, so daß der Staat die Frage seiner Leistung für die Lahn nach anderen Gesichtspunkten beurteilen muß. Der Wasserweg der Lahn hat bestanden und ist vom Staate vernachlässigt worden. Redner ist der Ansicht, daß die Frage im Frühjahr in Form einer Vorlage an den Landtag gelangen wird.
Hierauf wird folgende Resolution vom Vorsitzenden, Generaldirektor Kaiser, zur Annahme vorgeschlagen:
„Die Versammlung gibt ihrer Freude über das von der Königlichen Staatsregierung den aus eine Kanalisierung des Lahn- slusses gerichteten Bestrebungen entgegengebrachte Wohlwollen dankbaren Ausdruck; insbesondere erkennt sie an, daß daS Ziel ihrer Wünsche dadurch seiner Verwirklichung erheblich näher gerückt ist, daß die Königliche Wasserbau-Inspektion Diez mit der Ausführung der bereits bis zu einem gewissen Abschlüsse gelangten technischen Vorarbeiten zur Verbesserung der Schiffbarkeit, dieses Wasserweges betraut und die daraus erwachsenden Kosten auf die Staatskasse übernommen sind. Sie schließt daran die Bitte, die Königliche Staatsregierung möge den endgültigen Abschluß dieser Vorarbeiten und die inzwischen von ihr noch cingelciteten wirtschaftlichen Ermittelungen nach Möglichkeit beschleunigen, damit spätestens im kommenden Jahre dem preußischen Landtage em Gesetzentwurf über die Kanalisierung der Lahn zur Genehmigung vorgelegt und an die Inangriffnahme des Baues so frühzeitig herangetreten wird, daß in Gemäßheit des im Februar 1905 vom Landtage einstimmig genehmigten und vom Herrn Minister der ösfentlichcn Arbeiten gebilligten Antrages Dr. Röchling-Cahensly die Inbetriebnahme des verbesserten Schisfahrtweges gleichzeitig mit der Eröffnung des Rheiii-Han- nover-Kanals erfolgen kann."
Nachdem Oberbürgermeister Mecum (Gießen) betont hatte, daß die Verhaiidlungen m der Hauptversammlung eine ausreichende Klärung über die die Lahnbewohncr bewegende Kanalfrage ergeben hat, so daß eine Diskussion über die vorgeschlagene Resolution überflüssig erscheint, wird sie von der Versammlung einstimmig angenommen.
Gießener Strafkammer.
),( Gießen, 16. Ott. Betrug im Rückfall.
Der Dien ft kn echt G. H. aus Meiningen hatte seinen früheren Dienftherrn in Renzendorf wegen Lohnforderung verklagt. Trotzdem der Prozeß für ihn ungünstig stand und sein Anwalt das Mandat niedergelegt hatte, ging er zu einem Schuhmacher und ließ sich ein Paar Schuhe geben unter der Angabe, er habe seinen Prozeß gewonnen und solle am nämlichen Tage noch 100 Mark bei seinem Anwalt holen. Unter den nämlichen unwahren Angaben machte er auf der Kirchweihe zu Brauer- fchwend bei zwei Wirten größere Zechen und erschwrndelte sich 3 Vlark. Da Betrug im Rückfall vorliegt, wurden Strafen von 5 und zweimal 4 Monaten in Ansatz gebracht und diese Strafen auf eine Gesamtgefängnisstrafe von 9 Monaten zurückgeführt, worauf 14 Tage Untersuchungshaft aufgerechnet werden.
Ein lieber Geselle.
Vor dem Schöffengericht Bae Naupeim hatte sich der Maurer F. B. wegen Ruhestörung und Bedrohung zu verantworten. Er hatte nachts mit zwei anderen die Aborigrube einer Villa entleert, wobei es sehr laut herging. Arn anderen Tage präsentierte er der Besitzerin eine Rechnung über 42 Mark. Da der Frau der geforderte Betrag zu hoch schien, öenueigerte sie die Zahlung bis zur Begutachtung, zahlte aber schließlich auf Drängen 13 Mk. abschlägltch. Der Angeklagte drängte auf Zahlung des ganzen Betrages w.nd erfaßte einen Hammer, indem er in drohender Haltung vor bie Frau sprang uird rief' „Wollen Sic jetzt zahlen oder nicht?" Tas Schöffengericht nahm entgegen dcr Anklage eine Nötigung für vorliegend an und sprach unter Verweisung der Sackte an die Strafkammer seine llnzuständigkeit aus, verurteilte aber den Angeklagten wegen Ruhestörung zu 6 Mark Geldstrafe. Vor der Strarfajnmcr erklärte die als Zeugin vcr nommenc Haupttnanns ft a u, sie hab . oc. ?cin > ,Jir,1 Angeklagten nicht gcfürdjtei. lonocru ihm idmrf m. A, .. qL .sehm, worauf er sich entfernt' Da unter diesen Umftan ber I
Tatbestand der Nötigung nicht voriicgt, mußte Freispruch erfolgen.
Teuere Schuhe.
Als Ersatz für seine befetten Schuhe nahm der bei der Treim» maschine zu Harheim beschäftigte Gelegenheitsarbeiter K. B. aus London gelegentlich eines Wirtshausbesuchcs ein Pacn: Lederpantoffeln mit. Ta er in ^Deutschland zum drittenmal wegen Diebstahls bestraft wird, war die Minimalsttafc 3 Monate Gefängnis auf die, unter Anrechnung von 14 Tagen Untersuchungshaft, erkannt wurde.
9 Monate für eine Rahmeuleiste.
Wegen Diebstahls eines Stuckes Rahmerneiste wurde der Schreiner L. P. aus Niederrad zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte sich zu Butzbach in die Werkstätte emes Buchbinders geschlichen und eine Leiste mitgenommen. Alster auf dem Rückweg sich entdeckt sah, warf er die Seilte von lich und setzte über das Tor, das inzwischen verschlossen worden war. Entgegen der Anitahme der Anklage, wurde nur, einfacher Diebstahl im Rückfall für vorliegend erachtet, da nicht festzustellen war, daß er einen andern als den ordnungmäßigen Eingang benutzt hatte.
Ungünstige Erfahrungen
machte der Taglöhner ti. <sü}. 11. von Nidda mit feiner Berufung. Als er im letzten Sommer eines Morgens 5um Mähen ausging und ein anderer Arbeiter sich auf das Rufen nicht gleich melocte, machte er Skandal, daß die Ruhe gestört wurde. Er schimpfte und drohte, er werde ihm die Knochen entzwei schlagen. Die Sense in den Wanst rennen und alle „kalt" machen. Unter Berücksichtigung seiner vieren Vorstrafen wegen Gewalttätigkeiten, verurteilte ihn das Schöffengericht wegen Drohung zu 3 Wochen Gefängnis und wegen Ruhestörung zu 1 Woche Haft. Unter der Behauptung, er sei unschuldig, die teuren hatten am Schöffengericht die Unwahrheit gesagt, erhob er Berufung und beantragte die Ladung von „.oei Zeugen, die feine Unschuld beweisen sollten. Seinem Antrag wurde itatlgcgebcn; die Zeugen ^ciber konnten nur das von dem anderen Betundete bestätigen. Seiner Frivolität wurde dadurch Rechnung getragen, caß die Gefängnisstrafe auf 1 Monat und die Haftstrafe auf 2 Wochen erhöht wurde.
Der in dem Strafkammerbericht in Nr. 242 erwähnte Kaufmann W. K. ist aus Nieder- (nicht Ober-) Eschbachs
(Scridnsfanl.
Mosbach (Baden), 16. Ott. In dein Prozeß wegen des Hecksfelder A a u u n g l ü ck s, bei dem seinerzeit sieben Per- lonen gelotet worden sind, würbe gestern abend nach dstiindiger Verhalibtiliig vor der Slrastanmier bas Urteil verkündet. Der Zumnermeister Zoh. Georg Preis und der Zimmermeister Johann Preis, beide von Oberjchlpf, würben der icihrtastigen Baunchrung und Körpei Verletzung für schuldig erklärt und der erslere zu füni Monaten, der letztere zu vier 'Dloimten Gefängnis verurteilt.
— Berichterstattung über Gerichtsverhandlungen. Der Dekorationsmaler Peter Gaßner Dun Pt ü n ch e n war wegen Mißhandlungen und Körperverletzung vom Schöffengericht zur Gefängnisstrafe von einem Monat, auf eingelegte amtsanwaltliche Berufung von der landgcrichtlichen S;rafiammer zur Gefänglttsstrafe von 1 Monat Id Tagen verurteilt. In beiden Urteilen wurden die Straftaten des Gaßner als Roheiten bezeichnet, lieber die Schöfsengerichtsvcrhandluag brachte die '.Jiündjncr „Neue freie Volkszeitung" einen Bericht mit der llcber- schrist „Ein besonderer Z'tohling". Durch den Jiihalt und ius- bcionöere durch die Ueberschrist des Berichts fühlte sich Gaßner beleidigt und stellte gegen den Redakteur des Blattes Anton Städele Privattlagc. Das Sü-ösfengericht erkannte jedoch auf Freisprechung des beklagten Nedaktcurs, weil die in dem Bcrhandlungsbcrichtc gewählte Bezcichnuiig „Ein besonderer Rohling" sich mit den gerichtlich konstatierten Straftaten des Gaßner decke. Gegen das schuf fengerichtliche Urteil legte Gaßner Bcrusuiig zur landgerichtlichen Strafkammer ein. In der Verhandlung erklärte Redakteur Städele wie in der Vorinstanz, er habe den Gaßner nicht beleidigen, sondern in der gewählten Spitzmarkc nur auf den Inhalt des Verhauolungsbcrichtes Hinweisen wollem Die Strafkammer erkannte auf ko st en fällige Verwerfung der Berufung.
Vermischtes.
* Der gcohrfeigte Großfürst. Ucbcr den seltsamen Vorgang, der seinerzeit den Anlaß zur sttückkehr des bekannten französischen Schauspielers Lucien Guitry, des ehemaligen vergötterten Lieblings des Petersburger Publiiums uno jetzigen Diicltors des Pariser Renaifsancetheaters, nach Paris bildete, erzählt jetzt der Korrespondent beS „Nuovo-Giorualc" einige interessante Einzelheiten, wenn auch die Geschichte längst ein offenes Geheimnis ist. Als vor Jahren Guitry das Pctersvurger Michael- Theater leitete, traf cs sich eines Tages, baß ein Großfürst, ein Onkel des heutigen Zaren, in lustiger Gesellschaft in einem Restaurant pokulierte, währetid der sratizösisck>e Schauspieler in Ge- lellschaft einer Dame in einem ckfambre separäc weilte. Ter von der Anwesenheit r Paares unterrichtete Großfürst ließ in feiner animierten Stimmung Guitry zur Tafel laben, erhielt auf seine wieoerholte Einiaoung aber eine höfliche Ablehnung. So begab er sich beim selbst zu bem Schauspieler in bas Kabinett, aber auch seine persönliche Einlabung würbe höslich, aber ent» schieben abgelehnt. Die Situation wurde immer peinlicher: hinter bem Schauspieler ftano bie verschämte Schöne, hinter bem Groß- fürstc.i drangt sich die tuschelnde unb kichernde Schar der Höflinge, die der Weiterentwickelung der Dinge mit gespannter Neugierde cntgegcnjalj. Für den Prinzen aus kaiserlichem Geblüt gab cs unter oen obwaltenden Umständen kein Zurück. Kurz entschlossen schob er mit dem Ellbogen den bie Türschwelle ver- teibigenben Schauspieler zur Seite und suchte ins Zimmer ein- zubringen, um sich der schönen Unbekannten zu bemächtigen. Ta erschallte plötzlich ein klatschendes Geräusch, über dessen Ursprung niemand im Zweifel jein konnte. Guitry hatte den Großfürsten geohrfeigt. Die Höflingsschar verstummte sofort, es wurde tvten- fttll im Saal. Stumm unb kleinlaut schlichen die eben noch so überlauten 'Nachtschwärmer von bannen. Am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe erhielt aber Lucien Guitry, ber Liebling ber Petersburger, den Befehl, bas Zarenreich binnen 24 Stunden 5U verlassen. e>o wurde der große Schauspieler ber Pariser Bühne wiedergegcben, während er ohne bie historisch Ohrscige wahrscheinlich am Straube ber Newa seine Tage beschlossen haben würde.
„ . r Die Wiederherstellung von Mumien. Man berichtet ans Newyvrk: Prof. Harris H. Wilder, der Letter der zoologisck.en Abteilung an der Smith-Universität, macht soeben die Mitteilung, daß es ihm gelungen ist, durch bie Anwendung einer schwachen Lösung von Aetzkali die völlig eingefallenen Mumien von amerikanisck>en Höhlenbewohnern wiederherzustellen. Der Erfolg soll 0 vollständig sein, daß die Linien des Gesichtes und selbst Krankheiten ber Haut genau zu erkennen sinb. Professor Wilder machte seine ersten Experimente mit einem ausgetrockueten §rofchlorper, ben er ein Jahr lang in seinem Laboratorium ge- l-alten hatte, -tic fast gestaltlose Körperfülle würbe in eine ^>£1)010 nut einer Aetzcali-Lösung gelegt, unb am nächsten Mor- gen fchwamm ber ^rvschkörper an ber Oberfläche ber Flüssigkeit wie ein lebendiger Frosch, mit natürlichen Farben ausiebcnd' spater machte ber Gelehrte seine Experimente mit Mumien. Die .Nuniicn emes Mannes unb einer Frau, bie aus einerä Höblc ftanimc?' konnten auf diese Weise fast zu scheinbarem Leben wieder erweckt werden. An dein Kopf einer anderen .Niimie, der der Einwirkung der Flüfsigkett ausgesetzt wurde erfchien über der rechten Augenbraue eine aufgeworfene 'Narb/ unb Mitten am der e>tirn trat deutlich eine alte Tätowiemua wieder hervor. 43
Handel.
ln Hesi en. lieber das Vermögen der ' Ve.cnc 0 r st 111 a n n Witwe geb. Liebherr zu Aad - .taayclm urbe am R. Okt. das Konkursverfahren etbn.iet, da )cl Hau lUQ,in Kopmsky zu Frankfurt a. M. eine ihm zu
stehende Forderung von 3000 Mk. Hauptgeld unb 5 Proz. Zinse» aus 50 000 Mk. seit 1. April 1907 sowie die Zablilngsunicchigkeit' der Schuldnerin glaubhaft gemacht hat, die Schuldnerin auch ihre Zahlungseinstellung eiugeräumt bat. Rechtsanwalt Dr. B r u ch e r in Bad-Naubeim wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkurs» iorderungen sind bis zuni 29. Okt. bei dem Amtsgericht Bad- Nauheim anzumeiden. — lieber das Vermögen des Jobann Adam H e i l m a n n I., Slembruchbesitzer m Hetzbach, wurde am 7. Okt. das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Win- d i s ch in Michelstadt wurde zum Konkursverwalter ernannt. Koukursforderuugen sind bis zum 30. Okt. bei dem 'Amtsgericht Beer'elden anzumelden. — Uebcv das vermögen des Spezereihändlers K a r l H e r m a u n Matthias Eheleute m 'M ainz wurde am 12. Okt. das Konkursver-ahren eröffnet. Anwalls- gehille Peter Fre i t a g in Mainz wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursfordenmgen sind bis 511111 2. Noo. bei dem Amtsgericht Mainz anzuiuelben. — Uebfr bas Vermögen des Eduard Rupp, Schmiede- und Wagnermelster zu Bieber, wurde am 12. Okt. das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Tr. K a tz in Offenbach wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkilrsforderungcn sind bis zum 3. Noo. bei dem Amtsgericht Offenbach anzumelden.
tiloiißtl. lieberficht der LodersäUe in der Lladt-Gietzcii.
Monat September 1908.
Eimvohnerzahl: angenommen zu 30 400 sinkt. 1600 Mawi Militär.) Slerblichkellszifser: 20,10706, nach Abzug von 27 Ortsfremden 9,4 /oo.
Kinder
Es starben an: Zusammen:
Erwachsene: l.L
UN ebensjahr:
vom
2.-15. Jahr
Keuchhusten
1
—
1
—
Typhus
Itungentuberkulose
Tuberkulose anderer
1
1
—
—
6(3)
6(3)
—
—
Organe
4(2)
2(1)
—
2(1)
Limgeuentzündimg
3(1)
3(1)
—
——
Herzkrankheiten
6(4)
6(4)
—
—
SajlaqfluB anderen Gehirn-
2(1)
2(1)
—
—
krantheilen
5(1)
3(1)
2
—
Unlerleibsenlzündung 3 (2)
3(2)
—
—
Vlinbdarmenlzünd.
3(3)
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—
2(2)
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3 (2)
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—
——
üieubildungen
7(5)
7 (o)
—
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Beriuigtuckiing
- (1)
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—
—
anderen Krankheiten
6 (2)
2
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Summa. 51 (27) 40 (22) «1 7 (5-
'1111111.. Tie m Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle m der belrefjenden Krautheu auf von auswärts nach Gießeil gebrachte kranke tommeiu
LLiechliche Nachrichten.
Lvattgeüjche GemeinSe.
Montag, den 19. Oktober abends 8 Uhr, im Lukassaale: B i b e l jt u n d c. Pfarrer B e ch t 0 ls h e i m e r.
der Station Gießen.
Oktober
1908
Bciromeler au' 0° leduzierl
Temperatur der Lust
Absolute stcucbtigkeil
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Teieionisciu des Giessenei Anzeigers, mitge und J niiiis.tr Fruiikliirter Börse Beichsanleihe . » 92.40, 0% do. . . 83.30 d><;0/0 Konsols .... 92.30 do.....83.10
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4 % Griech. Monopol-Anl. . 49 60 4% äussere Argentinier . 86.10 u°/e llexiuauer . . . 63.50 J>i7o Chinesen .... 96.75
Aktien:
Bochum Guss.....219.15
Buderus E. W.....111.50
Tendenz: schwach.
Berliner Börse, 1!
Cauada E. B. . ... 175.10
Darmstädter Bank . . . 126.50 Deutsche Bank .... 237.60 Dortmunder-Union C. . . ö7.öu Dresdner Bank . . . 145J0
Tendenz: schwach.
KursoeriCitfe
teile von der Bank für Handel ie, Giessen.
, 19. Oktober, 1.15 Uhr.
1 Mektnz. Luhmeyer . . 120.50
Elektnz. tchuckert . . 120.50
Esch weilet Bergwerk . . — Gelsenkirchen Bergwerk 186 50 HawDurg-Amenk. Pak eil 106.20 Darpener Bergwerk. . . 198.50 Laurahntte...... 200.50
>ordd. Lloyd ..... 85.30 Übeischles. Eisen-Industrie 98.00 Berliner Bandelsges. . . 166.50 Darmstädter Baut . . . 126.25 Deutsche Bank .... 237.70 Deutsch-Asiat Bank . . 137 00 Diskonto-Komuiaudit. . . 176.80 Dresdner Bank .... 145.50 hreditaktien.....Iv8 20
Baltimore- und Ohio-
Eisentahn.....98.25
Gotthard bahn ..... —.— Lombard. Eisenbahn . . 22.50 Uesterr. Staatsuahu . . . 146 90 1 rince-H euri-Eiseubahu . 123.00
Oktober. Anfangskurse.
Harpeuer Bergwerk. . . 198.50 Laurahütte .....199.25
Lombarden E. B. ... 22.50 N'ordd. Lloyd.....85.50
Liirkenlose......140.00
Braut ■ Seide v. mk. 1.35 ab
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G. Henneberg, Zürich.
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