Ausgabe 
19.2.1908 Erstes Blatt
 
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-mehr Mc protestantische Linie des Hauses Buseck-Buseck. Die Familie Buseck, die 'bis in das zwölfte Jahrhundert sich Nachweisen läßt, teilte sich in vier Lrnien, Buseck gen. Buseck, Buseck gen. Rüser, Buseck gen. Brandt, Buseck gen. Münch. Bujeck-Rüser starb 1575, Buseck-Münch 1750, Buseck-Brandt 1813 aus. Den alten Stammsitz der letzteren Linie hatte im vorigen Jahrhundert die Familie Enrmelius erworben und das Herrschaftshaus in eine Zigarrenfabrik umgewan­delt (in Alten-Buseck). Tas Busecker Tal, das denVierern und Ganerben des Busecker Thales" gehörte, bestand aus den Dörfern Großen-Buseck, Alten-Buseck, Albach, Beuern, Bersrod, Oppenrod, Burkhardsfelden, Reiskirchen, Rödgen. In einem gewissen Zusammenbange muß auch Trohe ge­standen haben. Das dortige Geschlecht ist 1641 ausgestorben. Die Ruinen seiner Burg sind noch zu sehen.

' Der Bezirk Gießen des .Hessisch-Nassauischen (Main-Rhcingau) Verbandes GabelsbergcrscherSteno- graphen" hielt an den beiden letzten Sonntagen im Cafe Ebel einen V o r b e r e i t u n g s k u r s u s für Stenographielehrer ab. Der Beztrkslciter, Prof. Kramer in Friedberg, gab wertvolle allgemein methodische Belehrungen, während Lehrer Kling und Sekretär Loh an mustergültigen Untcrrichtsproben zeigten, wie man Anfänger in das System einführen kann. Die Ausführiingen der praktisch sehr erfahrenen Stenographie­lehrer hinterließen bei den Teilnehmern viel Aregung.

** e r i o n a 1 i c n. D:r Assistent bet der Landes-Hypotheken­bank Joh. Jäckel zu Darmstadt wurde auf sein Nachsuchen aus dem Dienste dieser Bank entlassen, und Jean Rehorn ans Offen­bach juui Schreibgehilfen bei den Obersörstereien Grünberg und 'Tcieder-Ohmen ernannt.

** Ans b c m Bureau des Stadttheatcrs. Tas Erdgeistensemble", daS am nächsten Samstag gastiert, erzielt auf "feiner Tournee überall ausverkaufte Häuser. Ta sich auch hier lebhaftes Interesse kundgibt, und zahlreiche Vorbe­stellungen vorliegen, werden Interessenten gut tun, bei Zellen sich Plätze zu sichern. Im Zeichen des Karnevals wird der erfolgreichste französische Schwank der letzten Jahre,Fräu­lein Josctte meine Frau", bei uns feinen Einzug ballen. Am nächsten emuttag gelangt das übermütige Stück, das in Berlin am Trianontheater bereits über 300 Aus­führungen erlebt hat, mit Irl. Sylva und den Herren Goll, Becke und Reimer-Schlegel zur ersten Aufführung. Bemerkt sei, daß das Stück im Abonnement nicht gegeben wird.

"* Kolosseum. Am zweiten Tag der internationalen Tamen-Ringkämpfe ivaren die Ramne des Kolosseums bis auf den letzten Platz gefüllt. Tie Kämpfe brachten folgendes Ergebnis: Frl. Bery-Berlin siegte mit großer Ueberlegen- heit über Frl. Knorr-Rheinland in 15 Minuten 5 Sek. durch Toppel-Nelson am Boden. Ein schöner Kamps war der zwischen Frl. Simson-Haniwver und Frl. H a n l o n - Elsaß. Griffe und Paraden wechselten in steter Reihenfolge, doch die gewandte Elsässerin machte der schweren Hannoveranerin sehr viel zu schaffen, immer und immer wieder wandt sie sich aus den gefährlichsten Stellen heraus, nachdem nach 20 Minuten kein Resultat erzielt werden konnte, wurde der Kampf als unent­schieden abgebrochen, die Entscheidung wurde aus Donnerstag festgesetzt. Ter letzte Kampf des Abends war der zwischen Frl. Philippi -Aachen und Frl. Muranky-Ungarn; bei diesem Kämpfe errang Frl. Philippi den Sieg durch Toppel-Schulter- schwung in 1-1 Minuten. Alle Kämpfe wurden mit Interesse ausgenommen und das Pnblilum belohnte Siegerin wie Be­siegte mit stürmischem Applaus.

2ct akadem ische Dürerbund Gießen ver­anstaltet am 26. d. Mts. im Hotel Großherzog einenheiteren Abend".

* Der Schweineversicherungsverein hielt am 14. d. Mts. seine Generalversammlung bei Wirt Sauer ab. Der Vorstand wies in seinem Jahresbericht nach, daß im abgelaufenen Geschäftsjahr 934 Schweine mit einem Kapital von Mk. 62 163 versichert waren. Entschädigungen wurden in 14 Fällen mit Mk. 679,40 vergütet. Der Re­servefonds steht auf Mk. 719,88 und die Mitgliederzahl be­trägt 57. Ter Rechenschaftsbericht erwies eine Einnahme (einschließlich 100 Mk. von dem vorjährigen Reservefonds) von Mk. 869,00, denen Ausgaben in gleicher Höhe ent­gegen standen.

** Kaninchenzucht. Ter Kaninchenzüchterverein Votkswohl" in Dillenburg hielt am Sonntag feine Haupt­versammlung ab, in der Herr Pän necke-Klein-Linden über die Entwicklung der Kaninchenzucht im Lahntal, in Oberhessen und besonders i m K reise Gießen, sowie überDie Tätigkeit des Mitteldeutschen Kaninchenzüchter- Verbandes" einen Vortrag hielt. Nach seinen Aussührnn- gen hat die Kaninchenzucht itt. unserer engeren Heimat rapide Fortschritte gemacht, und es wurden zahlreiche Ver­eine gegründet. Zahlreiche Vereine des mittleren Lahntals und des Kreises Gießen gehören bereits dem Mitteldeut­schen Verband an. Den besten Beweis für den Stand und die Verbreitung dieser Kleintierzucht wird die demnächstige Bun d es aus ste l inn g in Wieseck bringen. Auch tn diesem Jahre wird der Verband eine rege Tätigkeit ent­falten und Vertreter hinaussenden, um immer neue An­hänger zu gewinnen. Unter anderem ist geplant, ähnlich pie in verschiedenen größeren Städten, z. B. Dresden, Gör­litz, auch iauf dem Markt zu Gießen einen Verkaufs- stand für Sch lach t t a n i n ch e n zu errichten, um das oillige und nahrhafte Fleisch dieser Kleintiere bem Publikum zugänglicher zu machen.

-dt. Lollar, 16. Febr. Tie Gen era lv ers amm - lung derLiedertafel" war sehr gut besetzt. Der Vorsitzende Ludwig Besier eröffnete die Versammlung. Tie Tagesordnung ergab im wesentlichen das folgende: DieLiedertafel" errang auch im verflossenen Vereins- jahr schöne Ehrungen in Gestalt von Preisen auf den besuchten zwei Wettstreiten. Der Zu- und Stbgang an Mitgliedern ergibt einen Zugang von 12. Die Ab­rechnung schließt trotz außerordentlicher Aufwendungen mit einem kleinen Ueberschuß ab. Bei PunktVorstandswahl" wurden sämtliche Mitglieder wiedergewählt. UnterVer­schiedenes" beschloß dann noch der Verein die Veranstaltung eines Maske nballs am diesjährigen Schalttag, 29. Febr. Es werden durch ein Komitee diesmal ganz besondere Dar­bietungen vorbereitet werden.Mögen sich diese heiteren und die nachfolgenden ernsteren Veranstaltungen in 1908 würdig denen von 1907 anreihen und auch im neuen Vereinsjahr dieLiedertafel" weiter wachsen, blühen und gedeihen!" das war der Wunsch, mit dem man die an­regend und doch sachlich verlaufene Versammlung schloß, um noch ein Stündchen beim Gesang von Chorliedern und fröhlicher Unterhaltung beisammen zu bleiben.

X Grünberg, 19. Febr. Jrn Lause des letzten Winters wurden hier wiederholt Einbrüche in verschlossenen Gartenhäusern ausgeführt und dabei deren Inhalt an Icbenbcm und totem Inventar, soweit möglich war, vernichtet oder gestohlen. Auch nnd den Leuten mitunter bc:- Nachts die Hühncrställe usw. erbrochen worden um zu rauben ober sonst Unheil anzustiflen. So wurde cm Dezember v. Js. das Garten­haus des Wachtmeisters i. P. Jockel erbrochen, mm der Inhalt,

ca. 20 Bienenstöcke mit Völkern, sowie Gartengeräte usw., durch­einandergeworfen und dann Feuer angelegt, das zum Glücke nicht ins Brennen kam. Vor zwei Tagen wurde nun in das Gartenhaus des Gärtners Ulrich eingebrochen, die dort be­findlichen Kaninchen- und Taubenställe geöffnet, deren Inhalt teilweise getötet oder geraubt, und die anderen Sachen zum Teil zerbrochen. Ter Verdacht, diese lichtscheuen Taten zu be­gehen, richtete sich sellher schon gegen ein übelbeleumundetes Individuum namens B. Er ist im Herbste vom Militär entlassen worden unb während seiner Tienstzeit schon im Jrrenhause zur Beobachtung gewesen. Früher war er schon einmal wegen ähn­licher Taten längere Zeit in einer Besserungsanstalt interniert. Gestern weilte nun der Untersuchungsrichter, Landgerichtsrat Koch von Gießen, hier zur Untersuchung der Vorkommnisse. Als ein Gendarm und der Polizeidiener den höchstverdächtigen V. vor- sührcn wollten, entsprang er durch die Hintertür seiner Woh­nung und eilte in großen Sätzen ins Feld und dem Walde zu, verfolgt von Polizei und einer großen Anzahl Erwachfencr und Kinder. Er konnte noch nicht ergriffen werden. Es sollen übrigens iwch zwei halbwüchsige Bürschchen an den nächtlichen Streif­zügen beteiligt gewesen sein. Tie hiesigen Einwohner werden auf­atmen, wenn der unheimliche Einbrecher festgestellt und dingfest gemacht morbeit rft

w.' Retnhardshain, 16. Febr. Bei der Neuver­pachtung unserer Jagd blieb der Rentier Wasser sch lebe n- Gießen, der seitherige Jagdpächter, mit jährlich 820 Mk. Bestbietender. Bisher brachte die Jagd 450 Mk. pro Jahr der Gemeinde ein.

-st Oppenrod, 17. Febr. Am verstossenen Samstag abend hielt hier in der Wirtschaft von Weller Lehrer Volk einen interessanten Vortrag über die Belagerung von Straßburg. Der Kriegerverein, der den Vortrag gewünscht hatte, war nahezu vollständig erschienen, außerdem noch mehrere Ortseinwohner. Rach dem Gesang patriotischer Lieder erläuterte der Verbandsredner die Wohlfahrts­einrichtungen der Kriegerkameradschaft Hassia und enipfahl allen noch nicht 65 Jahre alten Mitgliedern den Eintritt in die Sterbekasse des hessischen Kanierad. Es steht gu erwarten, daß mehrere jüngere Mitglieder beitreten werden. Samstag, 29. Februar d. I., abends, wird derselbe Redner über das gleiche Thema im Kriegervecein 511 Großen-Buseck, und Sonntag den 1. März, nachmittags, in Lich sprechen. Zu diesen Vorträgen sind Gesangvereine und Nichtmitglieder, die ein Interesse für die schöne vaterländische Sache bekunden, lvillkolnmcn.

Griedel, 18. Febr. Der hiesige Zimmerpolier Adam Wetz feierte gestern sein vierzigjähriges Arbetts- jubiläiini im Dienste des Zimmermeisters Arnold Oehl- schlägel in Butzbach. Unser Kriegerverein hält am 5. und 6. Jiili das Fest feiner Fahnenweihe ab.

(tj Rockenberg, 17. Febr. Seit der Neuorganisation des hessischen Strafvollzugs herrscht in den letzten Jäh-ren hier eine rege Bautätigkeit. Ein großer Neubcru wurde an der Strafanstalt vor etwa I1/3 Jahren durch einen neuen Zellenflügel und mehrere Doppelwohn­häuser für die jetzt bedeutmtd größere Zahl der Gefcmgen- aufseher vollendet. Gegenwärtig sind wieder vier Toppcl- wohnhäuser im Bau begriffen. Sie sollen int Frühjahr bezogen werden. Das neue vierklassige Volksschul­gebäude ist int inneren Ausbau begriffen. Da die Zahl der evangelischen Einwohner in dem früher vollständig katholischen Ort stark zugenommen hat, so hat die evan­gelische K'ircheügemeinde den Bau einer Kirche be­schlossen; schon im März wird der Bau begonnen. Früher wohnten die Evangelischen dem Gottesdienst in der An­staltskirche des Zuchthauses Marieuschloß bei. Unser Ort, ist seit einigen Jahren in regem Aufschwung begriffen, es fehlt nur noch eine Eisenbahn; doch auch diese wird jetzt durch den bevorstehenden Bau der Wettertalbahn GriedelBad-Nauheim kommen.

ak. Stümper tenrod, 16. Febr. Heule wurde unter Beteiligung fast der ganzen Gemeinde und zahlloser aus­wärtiger Trauergästc der Großh. Bürgermeister Stein zu Grabe getragen. 24 Jahre hatte er zur vollsten Zu­friedenheit der Behörde jein Amt geführt. Die Rede des Geistlichen, sowie die anerkennenden Worte der Vertreter der Behörden und Vereine, die Kränze am Grabe nieder­legten, zeugten von der allgemeinen Liebe und Hochachtung, deren sich der Verstorbene zu erfreuen hatte. Besonders warm war auch der Nachruf des Vertreters des Großh. Kreisamts Schotten, Kreisamtmann Haberkorn, der den Ver­storbenen als ein Vorbild der Pflichttreue, Gewissenhaftig- keit und Uneigennützigkeit schilderte. Die Wertschätzung aller Behörden tam in ihrer ausnahmslosen Beteiligung an der Leichenfeier zum Ausdruck.

th. Kirtorf, 16. Febr. Tie Neuverpachtung der hiesigen Gemein de jagd brachte eine Jahrespacht von 820 Mk. gegen 805 Mk., die bisher dafür bezahlt wurden. Pächter war bisher Graf Karl Schaumburg, für dessen Nachfolger die Jagd wieder gepachtet ist.

ltz Alsfeld, 18. Febr. Unserer Stadt stehen im Laufe der nächsten Jahre große Bauaufgaben bevor. Es ist ein Volksschulgebäude und ein Neubau für dieOberrLal­l' ch u l e zu errichten, das altertümliche Rathaus unb bie Walpurgiskirche müssen renoviert werden, die stabt. Kanalisierung unb die Feldbereiuigung sind wei­ter zu führen, unb die Erbauung der Bahnlinie Älsfeld-Nie- berauln erfordert den Umbau und die Erweiterung un­seres Bahnhofs. Tas Krankenhaus ist nahezu vollen­det und wird am 1. April eröffnet.

O Wetterfeld, 17. Febr. Die hiesige Gemeinde beabsichtigte den Bau eines neuen Pfarrhauses, falls ihr für das jetzige alte Pfarrhaus, das seinen Zwecken nicht mehr entspricht, 12 000 Mk. geboten würden. Bei der am, letzten SamStag abgehaltenen Versteigerung legte Metzger- meister Christian Müller das höchste Gebot mit 14 300 Mk. ein. Infolge davon hielt über die Platzfrage des neuen Pfarrhauses, das bis zum Herbst noch unter Dach soll, dec Kirehenvorsland am gestrigen Tage eine Sitzung ab.

BisseS, 15. Febr. Unsere 80 Hektar Wald und 140 Hektar Feld umfassende Gemeindejagd, welche bisher an eine Frankfurter Jagdgesellschaft verpachtet war, erreichte bei der Neuverpachtung nur ein Höchstgebot von 550 Mk. Die Höchstbietenden sind Friedberger Jäger, doch ist der Zuschlag für die Jagd noch nicht erteilt.

cp Gedern, 17. Febr. Die Vogelsberger Sän- gervereinigung hält am 1. März in Merken fritz eine Hauptversammlung ab, um über die Wohl eines 1- Vorsitzendmr und Anschluß an den Landessängerverbanü für Oberhessen zu beraten.

_W. W o r in 5 , 17. Febr. In dem Vororte Hochheim hal der Schremermeisler Peter Roth, anjcheiliend m einem Anfalle von Geistesstörung seine Frau durch einen Revoloerschuß in den Kops erschossen. Daraus versuchte er sich selbst zu erschießen,

wurde daran aber durch seine Söhne verhindert. Röth wurde verhaftet.

? Dutenhofen, 17. Febr. Trotz, der schönen neuen Lahnbrückc ist wieder die Verbindung mit den Nach­barorten jenseits der Lahn (Atzbach und Kinzenbach) infolge der anhaltenden Nässe fast unmöglich. Diesem Uebelstand kann nur durch die Herstellung der schon seit Jahren geplanten Straße von hier nach Atzbach obgeholfen werden.

(!) Krofdorf, 17. Febr. Die durch den Tod des Försters Schneider im vorigen Herbst hier zur Erledigung gekommene Förfterstelle wurde zum 1. März dem Förster Echternacht zu Forsihaus Tenn, Oberförsterei Adenau übertragen.

Q Atzbach, 16. Febr. Auf Anregung des Handwerker- Vereins der Bürgermeisterei Atzbach-Launsbach findet Montag, 24. Februar, eine öffentliche Handmerkerversammlung statt, in der u. a. die Errichtung einer gewerblichen Fort­bildungsschule für Atzbach imd Umgegend auf der Tages­ordnung steht.

th. Frohnhausen b. Gladenbach, 16. Febr. Fabrikant I. RoetS in Alienhunden pachtete die hiesige Gemeinde­jagd für jährlich 705 Mk.; bisher >oar sie an den Fabri­kanten I. Rahmer in Altena i. Wests, für 350 Mk. ver­pachtet.

w. Frankfurt a. M., 18. Febr. In der heutigen Stadt-- verordnetensißung kam es zu lebhaften Auseinandersetzungen, weil der Kultusminister dll Eröffnung von vier neuerbauten Schulen als Simultan schulen verweigert hat und die Errickstung dreier Konfessionsschulen verlangt. Dec Magistrat wurde darauf Hinzuwirten ersuchst, daß die neuen Schulen beim Inkrafttreten des Bolksschulgesetzes am 1. April nicht mit in Berechnung gezogen roerßen. Bürger meister Grimm erklärte, her Magistrat stehe auf dem Standpunkte der Simultanschule, müsse aber auch das Vvlksschnlgefetz loyal durchführen.

h. Hanau, 18. Febr. In der Nähe der Putveriabrik hat sich in der verstossenen Nacht ein Liebesdrama abgespielt. Der 20jährige Emil Wendel and von hier brachte seiner Braut, der 19jährigen Amra Langer mit deren Einverständnis zwei Schüsse bet unb versuchte bann sich selbst durch einen Schuß ui bie Brust zu töten. Beibe würben schwer verletzt; das Mädchen dürste kaum mit dem Leben davonkommen.

** Kleine Wc i 11 e u u it g e n a n s Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. In dem gestrigen Bericht aus Nidda muß es statt an derBerstädler" Straße an der Ran stad ter Straße heißen. In Bürgel brachte in einer Backstemfabrik der Arbeiter Schätzte feinem Arbeitskollegen N 0 th einen Stich in die Lunge bei. Au Roths Aufkommen wird gezweifelt. Am Tunnel vor dem Mainzer Hauptbahnhof ist eine erhebliche Senkung eingelretcu. Eine amtliche Darstellung des Vorkommnisses wird von der Cisenbabiidirektion ausgegeben werden.____________

Gcrichts?<raL.

[] Marburg, 18. Febr. Wegen Vergehen gegen das Nahrungsmiilelgefel; stand heute der Käiefabrlkant Schlannwih aus Thalitter vor der Strastämnier. Ihm wurde zur Last gelegt, nn vorigen Jahro dem Kaufmaim Schlegel m Frankfurt a. M, mehrere Kisten v e r s ch 1 m m e t I e n K ä j c gesandt zu haben. Tie Verhandlung endete mit der Freispre ch 11 n g deä Angeklagten, da angenommen wurde, daß die Schimmetpitze sich auch nach der Abscudimg Zutritt zu den Käsen verjchasst haben konnten.

W a d o w 1 e c, 18. Febr. Im Prozeß gegen die wegen des B 0 m b e n - A 11 e n t a t e s ans beit Gen e r a l g 0 u v er n e ur Skal 0 n in Moskau angeklagte Wauba Tobordzicka verneinten bie Gefchworenen die Schtüdfrage auf verjuchlen Ateuchelmord und aus Vergehen gegen das Spreugstosfgesetz. Nach kurzer Beratung der"Geschworenen vertändele der Präsident die Freisprechung der Angellagten. Sie ivurbe mit Blumen überschüttet und sofoci m Freiheit gesetzt.

u. Rom, 18. Febr. Im Nasi Prozesse hielt der Vertreter der Llntlage, Pozzi, sein Plaidoyer. Er sagte, bie Ration selbst sei es, die Nasi der Veruntreuung Öffentlicher Gelder anklage. Er habe ungeheuere ungerechtfertigte Ausgaben für Reisen, Ankäu'e für Bauten nnd Möbel gemacht und große Unterstützungen an Künstler gezahlt, die da'ür dem Minister ihre Huldigniig zollten. Ter Staatsanwalt schloß: Ter Staatsgerichtshof wolle die beiden Angeklagten der forlgejetzlen Unlerschlagnng von Geldern für Reise- fo[len für schuldig befinden. In einigen anderen Punkten sei Nasi allein schuldig. Die Anklage wegen Unterstützung von Künstlern zog der Staaisanwalt znrnck. Er forderte, daß man für die Be- ftrofung Nasi's die Bestimmungen des Strafgesetzbuches in An- Wendung bringen solle.

rrvrLver-Ltäts-AachL'ichrsn.

[] Marbu r g, 18. Febr. Für das nächste Sommersemester sind die Jrn ni atri k u 1 a tl 0 nst e r >n i n e wie folgt festgesetzt: Theologen am 21. und 27. April, 1. und 7. Mai, Juristen am 22. nnd 28. April, 4. und 8. Mai, Rkediziner nm 23. nnd 29. April, 5. und 9. Mai, Philosophen am 24. und 30. April, 6. und 11. Mai. Tie elldgnltige Immatrikulation soll am 16. Mai in der Aula stall- finden; die Vorlesirngen müssen bis 511m 18. Mai belegt sein, andernfalls das Semester als Studienzeit nicht Ungerechnet wird.

. Märkte.

Saatgutmärfte. Tie Landwirtschastskammer hält, um den Landwirten Gelegenheit zur Beschaffung von bestem Saatgut unserer ertragsreichsten Sorten zn geben, eine Anzahl Saatgntmärkle ab. Aul ihnen werden Proben von Getreide und Kartoffeln aus den SaalbausleUen der LandmirtfchaftSkammer aus­gestellt und ist Gelegenheit dortfelbst geboten, Bestellungen austu­geben. Die nächsten Saatgulmärkte finden statt: Wörrstadt, Rheinhessen, Donnerstag, 20., Febr. im Rathaus von norm. 10 bis nachm. 3 Uhr; Sprendlingen, Rheinhessen, Montag, 24. Febr., im Hotel Demmer von vorm. 9 bis nachm. 3 Uhr; B ü dingen, Oberhessen, Dienstag, 25. Febr., von vorm. 11 bis nachm. 4 Uhr.

ss Kirchhain, 18. Febr. Heute wurde hier em Rind­vieh- und Schwei ne markt abgehalten. Bei ersterem be­trug der 2(iiftrieb 700 Stück, die bei hohen Preisen flott gehandelt ivurden. Aus dem Schmeinemartt ging bas Geschält flau. Ferkel kosteten 1420 Btk., Läufer 3050 Mk. bas Paar. Bei Fett- schweineir wurde das Pfund Lebendgewicht mit 4044 Pfg. berechnet.

fc. Frankfurt a. M., 19 Febr. Schweinemarkt. (Org.- Tel. des Gieß. Anz.) Zum Verkaufe standen 1546 Schweine. Bezahlt wurden: für Schweine 1. Qiial. 5758 Pig., Lebendgewicht 45,5 bis 45,5 Pfg.; 2. Qualität 5600 Pfg., Lebendgewicht 44,5-00 Pfg.; 3. Qual. 4850 Pfg. Preise gut, Ueberftanb unbebeutenb.

Tie Marttpreise für Bieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Broipreise am 17. Februar 1908.

Höchste Schlachtviehpreife in F r a n k i u r t a. Di.

Fleijchpreise m ® i e B e»

Ochsen

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 8083 Mk.

/2 Kg.Schtachigew. 9294 Pi.

vli. ' 58

7, Kg. 80-88 Pfg.

7, , 7080 ,

7, 66-80 ,___,

Gelreidepreise in Mannheim

Brotpreife in Gießen

Weizen 100 Kg. 22.25-00.U0 Atk. Roggeii 100 Kg. 19.7500.00 Mk.

Weißbrot 2 Kg. 62 Pig.

Schwarzbrot 2 Kg. 58 Pfg-

VoranSsichtLichc Witterung für Hessen am Donnerstag den 20. Februar 1908: Nach vorübergehender Aufheiterung und Nacht' frost moigen wieder Trübung und Erwärmung. Später Nieder­schläge. Auffrischende westliche Winde.

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