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der Technischen Hochschule, Geh. Oberbcrgrat Dr. Richard LepsiuS, von der ihm übertragenen kommissarischen Versetzung dec Amtsgeschäfte eines Mitgliedes für geologische Angelegenheiten in der Abteilung des Ministeriums der Finanzen für Forst- und Kameralverwaltung zu entheben.* , Da Prof. LepsiuS am vorigen Freitag in der „Frankfurter Zeitung* einen Artikel über „DaS Projekt der Neufassung der Sprudel in Bad Nauheim- hatte erscheinen lassen, '«so ließ sich das genannte Blatt flugS nach Erscheinen deS Regierungsorgans unter der sensationellen Spitzmarke „Eine behördliche Maßregelung?* auS Darmstadt telegraphieren, daß „man dem übrigens nur kommissarisch beamteten Mit- gliede einer Behörde anscheinend einen Strick gedreht hat" auS der Veröffentlichung jenes Artikels. Damit dieses Sensations-Kunststück einleuchtender wirkt, heißt eS vorher u. a.: „Die Enthebung von seinem (Lepsius) Posten kommt letzt ganz plötzlich und eS ist nicht von der Hand zu weisen, daß sie in ursächlichem Zusammenhang steht mit der freimütigen Kritik, die Prof. LepsiuS letzthin in einem Artikel in dec „Franks. Ztg.* übte . . .* Hesien soll eben wieder einen „Fall* haben.
WaS istS nun mit der „Maßregelung*? Daß die Enthebung deS Prof. Lepsius von seinem Posten als kam- misiarischeS Mitglied in der Forstabteilung „so ganz plötzlich kommt*, glaubt die „Franks. Ztg.* doch selbst nicht. Wenigstens sollte man von dem Blatte erwarten, daß eS weiß, warum und wozu seinerzeit vor 13 Jahren Pros. Lepsius als „Kom- miffar* in daS Finanzminlstecium berufen wurde. Die Arbeiten und Aufgaben LepsiuS in Bad Nauheim sind nämlich erledigt; in Betracht käme jetzt nur noch eine kleine Arbeit in Bad Salzhausen. Man konnte somit nun auf die Dienste dieses besonderen Geologen verzichten. Und das umsomehr, als sich herausstellte, wie Prof. LepsiuS sein „Kommissarium*, daS ihn berufen hatte, im Verein mit den anderen Beamten einträchtlich zum Wohle des Bades Nauheim zu wirken, nach und nach auffaßte. Warum sollte da also den ständigen Reibungen nicht einfach ein Ende geniacht werden dadurch, daß man LepsiuS seines Kommissoriums enthob? Noch dazu, wenn der Ziveck des Kommissoriums nahezu erfüllt ist.
Und nun der Lepsius'sche Artikel über „Das Projekt der Neufassung der Sprudel in Bad-Nauheim*. Es ist menschlich wohl begreiflich, daß Prof. Lepsius, der großes Verdienst an dem Werden des neuen „dritten Sprudels* hat, seinem Kinde auch ein stolzes äußeres Gewand sichern möchte. Ob er in diesem Streben genötigt war, die Flucht in die Oeffent- lichkeit zu ergreifen, darf vorerst füglich bezweifelt werden. Es handelt sich zunächst nur um ein Projekt. Und daß für die Neufasiung der Sprudel neben dem künstlerischen auch der finanzielle Gesichtspunkt in Betracht kommen muß, das mag vielleicht Prof. Lepsius und die „Franks. Ztg.° wenig beirren, wird aber dem hessischen Steuerzahler durchaus einleuchtend sein. Nebenbei gesagt, der finanzielle Punkt wäre auch nicht so ganz unwichtig bei einer weiteren Tätigkeit des Pros. Lepsius in der genannten Ministerial- Abteilung. Wenu Prof. Lepsius der in Nauheim aufgestellte Entwurf nicht gefiel, dann hatte er die Möglichkeit, seine Meinung darüber in dem zuständigen Ressort zu sagen. Die eigentümlichee Art jedoch, in der der Geologe LepsiuS in der „Franks. Ztg.* an dem Jost'schen Projekte „Kritik* übte, paßte sich vollständig dem an, was bisher schon zu Reibungen geführt hatte. Glaubte Prof. Lepsius auf dem ordnungsmäßigen Wege einer kollegialen Verhandlung in dem betreffenden Ressort mit seinen Spezialwünschen nicht durchdringen zu können, dann gab eS für ihn nur eines: Die Konsequenz zu ziehen und auf die weitere Mitgliedschaft in der Ministerialabteilung zu verzichten. Da er diese einziggegebene Konsequenz selbst nicht zog, mußte er mit einer Losung deS Verhältnisies von anderer Seite rechnen.
Der Versuch der „Franks. Ztg.*, die Enthebung deS Prof. LepsiuS von seiner Mitgliedschaft in der Domänen- Abteilung des Finanzministeriums nun gewissermaßen als eine Beamten-Maßregelung hinzustellen, darf sonach als verfehlt gelten. Die Meldung des Frankfurter Blattes hat aber das eine mit dem LepsiuS'schen Artikel gemein, daß sie nämlich beide einen starken sensationellen Einschlag haben.
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* Die Zahl der Kirchen in Deutschland erhöht sich von Jahr zu Jahr in erheblichem Umfange. Nach Ermittelungen des Berliner Nachrichtenbureaus Adolf Schustermann an der Hand von amtlicher und privater Mitbenutzung eines umfassenden Zeitungsmatcrials wurden vom Oktober 1907 bis September 1908 1167 Neubauten, Um- oder Erweiterungsbauten von Kirchen zur Ausführung gebracht oder in Angriff genommen.
* Der geplatzte Dampfer. Ein eigenartiger Unfall ist dem Dampfer „Sir John Jakfon" auf seiner Fahrt von Saigon nach England zugestoßen. In Ceylon nahm das Schiff eine große Ladung von Reis an Bord. Durch ein kleines Leck kam Wasser in den Laderaum, unter dessen Einwirkung der Reis einzuquellen begann, so daß er gegen die Schiffswände einen ungeheuren Truck ausübte. Die Schiffswandung konnte diesem Druck auf die Tauer nicht standhalten, und das Schiff barst an seiner ganzen Seitenwand. Die Mannschaft machte sich sofort daran, die Ladung auszuwerfen, um so das Schiff zu erleichtern. Die Reiskörner, die bereits zu faulen begannen, entwickelten giftige Gase und ein großer Teil der Mannschaften erkrankte schwer, einige starben sogar unter Vergiftungserscheinungen. Erst als der Reis völlig aus dem Schiff entfernt war, konnte dieses ohne Gefahr seinen Kurs fortsetzen.
Lirerariscyes.
— Städtische Finanzen. Kürzlich hat Dr. Wilhelm Fritsch, Beamter des Statistischen Amtes der Stadt Darmstadt, im Berlage von Eugen Kranzbühler (Gebr. Enyrim) in Worms interessante volkswirtschaftliche Studien unter dem Titel: „Die Finanzen der Stadt Worms im 19. Jahrhundert" erscheinen lassen. Das Werk hat in Kreisen der Fachgelehrten sehr anerkennende Besprechungen gefunden, von diesen sei u. a. das Urteil des Stadtbeirats Prof. Dr. Schott, Studiendirektors der Mann- ,Heimer Handelshochschule, hervorgehoben. Dieser schreibt: „Das Buch ist — einer im Schlußkapitel der „Geschichte der rheinischen Städtekultur" von Professor Boos gegebenen Anregung zur weiteren Darstellung der Wormser Geschichte entsprechend — als Beitrag zur Städteentwicklung auf Grund der behördlichen Akten und Urkunden der Stadtarchive geschrieben. Die Entwicklung von Worms wird gezeichnet nach der Gestaltung der Finanzen — des Budgets — der Stadt. Der Titel der Druckschrift ist somit für seinen Inhalt zu eng gegriffen. Der Verfasser schildert ausgehend vom Normaletat der freien Reichsstadt Worms von 1751 die städtischen Verwaltuugsnormen vor 1801, die französische Verwaltung ohne Budget, sodann die Budgetwirtschaft bis 1814, die Zeit der hessischen Gemeindeordnung in den drei Zeitperioden 1814/26 — erster deutscher Voranschlag 1816 — 1826/70 und schließlich 1870/1906. Dieser Abschnitt des Buches bringt die Budgets ».Voranschläge) der Stadt zum Teil vollständig, zum Tell im Auszug. — Die eigentliche Beschreibung der Gesetze, Einrichtungen und Ordnungen, sowie der Vermögens- und Einkommensverhältnisse der Stadt und ihrer Bewohner, ausführ- liche Erläuterungen zu den Budgets, Auskunft über die Finanz- .gebarung, Steuern, Abgaben, Gebühren, sonstige Lasten, Schuldentilgung, Konvertierung, Bürgergenuß, Bodenprcise, Gehalte, Löhne, Militär, Hoch- und Ticfbanten, Rhcinschiffahrt, Hafenanlagen, Bebauungsplan, Grunderwcrbssonds, Stiftungen, Armen- und Krankenpflege, gemcinwirtschaftliche Betriebe, Sparkasse, Kirchen, Schulen, Theater u. s. f. enthält der 3. Abschnitt. Vier graphische Darstellungen — darunter Gehalte der Volks» schullehrer von 1824 bis 1906 — und kurze Erläuterungen zu den Tabellen vervollständigen das Bild der Entwicklung von Worms im 19. Jahrhundert. Die Aufnahme dieses Bildes vom Standpunkt des Budgets aus gibt der fleißigen Arbeit ein eigenartiges Gepräge und einen über die Grenzen der Stadtgcschichte weit hinansgehenden Wert.
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am 16.—17. Nov.
, 16.—17. Nov.
Meteorologische Oeolmchruugen der Station Gießen.
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Handel.
— HofbrauhauS Hanau vor nt. G. P h. N i c o l a y, Akt. - Gef. Tic Gesellschail wird eine Tividende von nur 3', Prozent gegen 5 Prozent nn Vorjahr ansrichten können. Im neuen Geschäftsjahr werden sich die Produktionskosten nicht niedriger stellen, da zwar Hopfen eiwas billiger geworden ist, für Gerste und Malz dagegen wieder höhere Preise angelegt werden müssen. Es kann daher, wie in dem Geschäftsbericht angeführt wird, nur durch eine Besserung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und bei künftigen Witterungsverhälmissen eine Steigerung des Mehrabsatzes und damit ein besseres Geschäftserlrägnis erwartet werden. Leider ist, wie die Verwaltung weiter bemerkt, eine neue Beunruhigung und Beeinträchtigung der Brauindustrie durch die dem Reichstag vorliegende Brauslcuercrhöliuug zu gewärtigen.
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1908 2 5-q
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Telefonische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank tllr Handel und Industrie. Giessen.
Frankfurter Börse, 3%*/, Reichsanleihe . . 94.25 3% do. . - 84.85 3^°/e Konsols .... 94.25 3% do. .... 84.80 3X°/o Besäen 93.00 3’a°/0 Oberhessen . . . 92.00 426 Gesten Goldrente. . 98.15 41/6 26 Oesterr. Silberrente 98 90 426 Ungar Goldrente . . 92.80 4% Italien. Rente . . . — 3% Portugiesen Serie I . 57 90 3% Portugiesen „ III 58.60 4'/a°l0 russ.Staatsanl. 1905 97.10 4>£u/0 japan. Staatsanleihe 91.45 426 Conv. Türken von 1903 92.30 Türkenlose —.— 126 Griech. Monopol-Anl.. 49.30 426 äussere Argentinier . 86.80 ö°/0 Mexikaner . . . 63.55 4>$% Chinesen .... 97.50
Aktien:
Bochum Guss .... 218.60
Buderus E. W 112.50
Tendenz: fest.
Berliner Börse, 17.
Canada E. B. . . . . 178.50
Darmstädter Bank . . . 128.00 Deutsche Bank .... 239.90 Dortmunder-Union C. . . 60.20 Dresdner Bank .... 147.6u Tendenz fest.
17. November, 1.16 Uhr.
Elektriz. Lahmeyer . . . 115-00 Elcktriz. Schuckert . . . 118.9g Escbweiler Bergwerk . . 191.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 188.20 Hamburg-Amerik. Paket!. 112 50 Harpener Bergwerk. . . 195.20 Laurah iitte — .— Nordd. Lloyd 89.70 Ob ei achtes. Eisen-Industrie 99.00 Berliner Hondelages. . . 167.50 Darmstädter Bank . . . 128.00 Deutsche Bank .... 240.10 Deutsch-Asiat Bank . . 138 30 Diskonto-Kommaudit . . 180.00 Dresdner Bank .... 146.90 Kreditaktien 199.40 Baltimore- und Ohio-
Eisenlahu 109.10 Gottbardbahu —.— Lombard. Eisenbahn . . 21.40 Uesterr. Staatsbahn . . . 146 5 Pnuce-Henri-Eisenbahn . 123.00
November. Anfangskuree.
Harpener Bergwerk. . . 195.40
Lanrabütte .....195.60
Lombarden E. B. . . . 21,90
Nordd. Lloyd — 1’ürkenlose ..... 143.40
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Kchmnm WchkHk-Milttii, Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
Es ist von einer Konkurrenz eine Reklame-Broschüre gegen uns verbreitet worden, welche auf Ausforschung ungetreuer Angestellter beruht und aus tendenziösen Entstellungen und direkten Unrichtigkeiten zusammengesetzt ist.
Wir haben uns in der Oeffentlichkeit mit dieser Broschüre, die sich durch chre Tonart von selbst richtet, nur insoweit befaßt, als wir deren Beschlagnahme und unser strafgerichtliches Vorgehen publizierten.
Die Beschlagnahme der Broschüre wurde zwar vom Amtsgericht Bremen vorübergehend ausgehoben, ist aber vom Kgl. Amtsgericht Berlin und nunmehr trotz Einspruchs der Konkurrenz, auch vom Kgl. Landgericht Berlin, der letzten Instanz, wiederholt und endgültig ausgesprochen wordeu. Die Broschüre darf demgemäß nicht mehr verbreitet werden.
Hiernach möge man ermesien, wie hinfällig — um nicht einen schärferen Ausdruck zu gebrauchen — der Vorwurf ist, daß wir die Beschlagnahme „durch falsche Angaben" erwirkt hatten, ein Vorwurf, gegen dessen wir ebenfalls Strafantrag gestellt haben.
Damit schließen wir unsererseits die öffentliche Erörterung über diese Konkurrenz-Broschüre.
München, Uerdingen a. Rh., Berlin, den 16. November 1908.
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Ziehung am 3 —5. Dezember 1908 S
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Bei der am Mittwoch den 18. November, abends 8 Uhr in der Stadtkirche stattfindenden
msMW-litiilgWll Ksomlltmsseier, bei der Pf. 42 von F. Mendelssohn und eine Reformation^- kantate von Bartmuß zur Aufführung kommen, werden die beiden Emporen und die vorderen Bänke im Schiff für unsere inaktiven Mitglieder reserviert bleiben. bu/u
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