Die Kap- 42—46 werden ohne wesentliche Debatte angenommen. Bei Kap. 47, Landcsmufcum, Ausgabe 97 710 Mk., wünscht Abg. Noack die Anstellung eines .Künstlers neben dem Kunsthistoriker, sowie die Errichtung von Lehrateliers neben dem Museum. „ „
Abg. Reinhart erklärt den Betrag von 16 000 Mk. für Neuerwerbungen als zu gering; auch sei die Anfertigung eines größeren Katalogs notwendig.
Abg. Tr. O sann wünscht eine wesentliche Ausdehnung der
Besuchszeit namentlich in Rücksicht auf die Besucher von auswärts und empfiehlt, mehr Anregung.für Stiftungen durch Private zu geben oder sie zur leihweisen Hergabe ihrer Sammlungen zu bewegen. Redner gedenkt dabei besonders der generösen Böcklin- Stiftung des Freiherrn Max v. Hehl.
Rach einigen weiteren Ausführungen der Abgg. Noack und
Bähr wird das Kapitel bewilligt.
Beim Kap. 48, D e n k m a l s p f l e g c, bringt Abg. S t ö p l e r einige Wünsche bezüglich der Stadt Lauterbach vor, worauf Geh. Rat Freih. v. Biegeleben empfiehlt, daß die Gemeinden mehr bei der Denkmalspflege mitwirken möchten.
Abg. Reinhart wünscht auch eine größere Beteiligung
der Kreisämter. t
Abg. R e h ersucht um Auskunft, weshalb der schon im vorigen
Jahr in Aussicht gestellte weitere Beitrag für die NestauMerung der Walpurgiskirche in Alsfeld nicht mit angefordert worden sei, worauf „ . ..
Geh. Rat Freih. v. Biegeleben erwidert, es sei dies bei den beschränkten Mitteln nicht möglich gewesen. Doch werde es im nächsten Etat geschehen.
Die Kav. 49—56 finden ohne Debatte Genehmigung.
Beim Kap. Landesirren an st alt Heppenheim bespricht Abg. Hebel die geringe Besoldung der Irrenärzte.
Ministerialrat Dr. Weber sagt eine Aufbesserung zunächst für die Assistenzärzte zu; das öttlair für die Oberärzte erscheine deshalb nicht sehr hoch, weil sic sämtlich noch jüngere Beamte zwischen 32—43 Jahre seien.
Sowohl dieses, wie die folgenden Kapitel bis Kap. 87 werden nach einigen weiteren Ausführungen der .Abgg. Dr. Osann, Finger, Reinhart u. a. genehmigt.
Unter Beifall des Hauses konstatiert der Präsident, daß damit der Etat des Ministeriums des Innern erledigt fei und schließt alsdann die Sitzung um 8 Uhr abends.
Nächste Sitzung: Mittwoch früh 9 Uhr.
rrniverjrtäts-NachrZchrstir.
In Berlin starb am 16. März der Sanskritist und Indologe Professor Dr. Gustav O p v c r l iin 72. Lebensjahre. Er wurde, ein geb. Hamburger, 1866 Assistent an der bodleyanischen Bibliothek in Oxford, spater Unterbibliolhekar an der Blbliothek der Königin Viktoria im Schlosse zu Windsor, 1872 Professor des Sanskrn am Prestdency College Madras. In dieser Stellung verblieb er 21 Jahre lang. 1893 ließ er sich in Berlin nieder, wo er 1895 als Dozent an der Uiliversität für die nichtarischen einheimischen Sprachen Indiens, die sogenannten dravidtschen Sprachen, zugelassen wurde.
* Schadenersatzklage gegen d e n M i l i t ä r f i s k u s wegen eines Duells. Einem österreichischen Oberleutnant war nach einem Renkontre, das er im Januar 1905 mit einem Kameraden in Prag hatte, von seinem Vorgesetzten nahegelegr worden, die Sache ritterlich auszutragen. Ter Oberleutnant bat hierauf den Oberst um Nominierung der Kartellträger. Das Duell fand statt. Der Oberleutnant umrbe am rechten Arm so schwer verletzt, daß er als Invalide in bau Ruhestand versetzt wurde. Während er als Oberleutnant 3216 Kroaten Gehalt bezogen hatte, wurde ihm ein Pensionsbezug von 765 llronen und eine Perivnalzulage von 400 Kronen zuerkannt. Er klagte nun gegen die Heeresverwaltung auf Schadenersatz mit der Begründung, die Organe der Heeresverwaltung hätten ihm die Austragung der Ehrenangelegcnhcit in der Form des Duells, das vom Militär- strasgesetz verpönt sei, bei Vernreidung von Schimpf und Schande und bei sonstiger Kassierung anbefohlen. Er beanspruchte ein Schmerzensgeld von 50 000 Kronen, 2800 Kronen Heilungskosten und den vollen Bezug der Gebühren als Oberleutnant.
* Die reichste Frau Amerikas. Interessante Mitteilungen über die Lebensweise der Frau Hetry Green in Hoboken bei Newport, die die kleine Summe von zirka 75 Millionen Dollars besitzen soll, werden aus Newhort mitgeteilt. Dieser weibliche Krösus wohnt in Hoboken in einem sogenannten Flat — eine Reche meistens dunkler Zimmer in einer Art Mietskaserne — und zahlt monatlich 23 Dollars Miete. Ihr Lebensunterhalt soll ihr nur 5 Dollars wöchentlich kosten. Obwohl sie bereits neun Jahr in Hoboken wohnt, ist sie unter ihren Nachbarn kaum bekannt. Jeden Tag gehr sie morgens um 9 Uhr nach Newyork und kommt nachmittags um 5 Uhr wieder. Ihre ganze Nahrung besteht aus Eiern, Milch und Tee. Mit großer Umsicht steht sie ihrem kleinen Haushalt vor, und achtel streng darauf, daß nichts zerschlagen wird ober umrommt.
Meine Tageschronir.
Infolge eines amerikanischen Duells hat sich, wie er 'm einem hinterlassenen Brief seinen Ellern schreibt, der hoffnungsvolle 21 jährige Kaufmann Ulrich Raue aus Hamburg im Klecker Walde erschossen.
In einer B ü r g e r s ch u 1 c in Linden bei Hannover wurde die zehn Jahre alle Tochler des Maurers Bark von der Lehre r i n a m Ohr gezupft und a m Kinn gedrückt, weil das Kmd einige Anlivorteu schuldig blieb. Dle Lehrerin stellt diese Art der Bestraiung als ziemlich harmlos hin, das Kind behauptete, mißhandelt 3x1 fern. Zwei Stunden nach dein Vorfall wurde das Kmd krank und deshalb und) Hause geschickt. Im Hause klagte das Kind über starke Kopfschmerzen. Es wurde ein Arzt geholt, der emen Bluterguß ins Gehirn feflsiellte. Am Abend starb das Kind. Gegen die Lehrerin ivurde sosorl Anzeige erstattet.
Tic in Stulrgarr uenivrvene 0tau oes Geh. Zwmmer- Fieilrat Knosp hat 2 Millivneu Maut für ein Genesungsheim unb eine weitere Million gestiftet für Bildungs-, Armen- und gemeinnützige Zwecke Stuttgarts.
In M ü l h a u s e n i. Els. wurde der HandelSgehilfe Jücher nachts auf der Straße c r ft 0 che n. Man fand ihn als Leiche neben seinem Fahrrabe. — In Neudorf (Elsaß) brach ui der Wohnung eines Schriftsetzers m Abwesenheit des Mannes ein Zimm er brand aus. Als bie Türen zu der Wohnung eingeschlagen waren, fand man die tränte Frau im brennenden Bette als verkohlte Leiche.
Ter Kaufmann Händler m Lübeck, Inhaber zweier großer Schuhwarenhauser, vergiftete sich. Ter Grund ist in sinan- zielleu Berichten zu suchen.
Der Erpresser, der den Kommerzienrat L u d 0 w i e i und seine Familienangehörigen in Dl ünche n neuerdürgs mit Attentaten bedroht hat, i,t am 17. d. M. von dem zwölfjährigen Sohu eines Majors gesehen und verfolgt worden. Er hat den Knaben 0x1)1 Tage nach Denn Attentat auf bie Ludowiei an «ich gelockt, Über die häuslichen Verhättnisfe feines Vaters ausgefragt und schließlich unter Drohungen durch einen Dolchstich am Arm verwundet. Als der SVnabe den Manu wiederiah, schlich er ihm nach, um auf der Polizeidirektion einen Kriminalichutzmann zu holen. Es i)t av.r dem Erpreiier wieder gelungen, sich aus dem Staube zu machen. Außer dem Generalarzt Wagner hat auch ein bahr. Gutsbesitzer neue rostigs einen D rohories erhallen, sofort 500 Mark zu erlegen, wenn er seines Lebens sicher sein juollc. Verschiedene Um stäube lassen darauf schließen, daß ocr noch un ermittelt: Erpresser ein früherer Artillerist ooer Feuerwerker sein muß.
Im Lauie des gestrigen Spättrachmittags wurden im Osten,
Nordosten, Südosten und Norden Berlin svierncueB ran d- ftiftungen ticrübt Innerhalb zweier Stunden kamen in der Wallnertheaterstraße, der Großen Frankfurter Straße, der Michuetz- kirchstraße und der Lothringerstraße Boden- und Dachstuhlbrände aus, die durchweg böswillig angelegt waren.
In der Station W i t t i g h a n s e n in Unterfranken sprang der 16 jährige Wiesenbauschüler Endres, der versehentlich in einen Schnellzug statt in einen Personenzug geraten war, nachdem er das Gepäck vorausgeworsen hatte, aus dem in voller Fahrt die Station passierenden Schnellzuge. Er blieb tötlich verletzt liegen.
Auf dem Juraberge hei Sankt Timmer (Schweiz) wurde der 23jährige Skifahrer Jean Evrard, der sich Sonntag nacht auf dem Heimwege verirrt hatte, erfroren aufgefunden.
KredtrveretnS zu Ober-Mockstadt, eingetr. Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, wurde am 29. Februar das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Friedrich Sandmann in Hungen wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursiorderungen sind bis zum 25. März bei dem Amtsgericht Nidda anzumelden. — lieber das Vermögen des Leopold Neu in Ober-Mock- st a d t wurde am 7. März daS Konkursverfahren eröffnet Kauf' mann Louis Uhl in Nidda ivurde zum Konkursverwalter ernannt Konkursforderungen sind bis zum 25. März bei dem Amtsgericht Nidda anzumelden. — lieber das Vermögen des Referendars E m i l B u r k in G i e ß e n wurde am 5. März das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt und Notar R ö m h e l d in Gießen wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 1. Avril bei dem Amtsgericht Gießen anzumelden.
Uuttst und wiffenßchafr.
— DerKaiser über Kunst und Musik. Interessante Aeußemngen des Kaisers über Kunst unb Musik, bie er bei dem Tiner getan hat, das der amerikanische Botschafter Charlemagne Tower jüngst zu Ehren des Kaisers unb ber Kaiserin veranstaltete, werden von dem Korrespoirbenlen des New-Pork Herald berichtet. Nach dem Tiner sprach der Kaiser zunächst mit William T. Dannat, dem amerikanischen Künstler, der auf besonbere Einladung aus Paris gekommen war, unb „ohne weitere Umschweife beglückwünschte er ihn zu seinem Bilde der Großherzogin von Mecklenburg, das kürzlich in bie Natwnalgalerie gelangte, nnb sprach ihm seine Anerrennung darüber aus, baß er ein so schönes Porträt gemalt habe, das die würdevolle und anmutige Eigenart des Ori- ginals ohne irgend eine der phantastischen Uebertreibungen der neuen Schule zum Ausdruck bringe. Nach einer etwa halbstündigen Unterredung über allgemeine Kunstangelegenheiten, über die der Kaiser sich völlig unterrichtet zeigte, zog er Thomas Surette aus Newyork in ein Gespräch, der in den vergangenen Monaten in Oxford Vorlesungen über Musik geh allen hat. Das Thema, über das gesprochen wurde, war Wagners Musik, unb der Kaiser betonte, daß in der Oper der Gesang vorherrschend und das Orchester untergeordnet bleiben müsse, daß also bie Musik nicht so laut werden dürfe, daß die Sänger ihre letzte Stimmkraft hergeben müßten, um überhaupt gehört zu werden. Ter Kaiser sagte, daß dies eine Hauptfrage wäre, die bie Orchesterdirigenten voll zu begreifen und in ihrer Bedeutung zu würdigen begännen unb daß sie ihre Musik diesem Ziele entsprecheno einrichteten."
— Wilhelm Busch hat mit der holländ. Schriftstellerin Maria Anderson in Briefwechsel gestanden. In den Briefen an diese Dame zeigt sich Busch als Anhänger des Buddhismus. Ter nachsolgende Brief zeigt uns den phaiitasievollen, beinah lyrisch gestimmten Lichter, der für die großen Probleme des Taseins keine andere Lösung findet als das Märchen, welches uns statt der grausamen realen Welt eine schönere zweite vorzaubert. Ter Brief knüpft unmittelbar an Multatulis erst viel später in Teulschland bekannt gewordenen Jpeen an. Er lautet:
Wiedensahl, 26. März 75. Meine liebe Frau Anderson!
De vrije gedachte (Freie Meinung, holländische Zeitschrift) werden Sie wieder haben. Ich las mit besonderem Vergnügen Ihre Anmerkungen über das Mitleid gegen bie Thiere. Ja wohl! Tie Grausamkeit soll sich wenigstens schämen, wie die Liebe — Hm!
Tie „bundels" Multattuis „Ideen" erhielt ich gestern. Danke! Ich blättre so drin und finde, daß ich doch am Ende noch holländisch lernen muß. — Ta sind sie, die uralten ewigen Probleme. Da steht es, ansragcnd zu den Wolken, bas verwunschene Schloß der Wahrheit. Im Thal die Bauern auf dem Feld, die Hairdels- leute aus der Heerstraße, die Ochsen auf der Meide — was kümmern sich die? Es klingen die Glocken, etz wallen bie Pilger. Dort im Schatten der rauschenden Eichen sitzen bie Herren Maler unb malen,' was das Zeug halten tvill. Aber bad Schwert an der Selle, den Muth in der Brn?tz traben bie Ritter Herren unb spornen ihre Mähren bergauf. Zonk zonk! Hier das Gesttüpp! Heraus mit dem Säbel! Zu dicht, zu dicht! Ritter Kurd, 0 weh! bleibt hättgen in Rosen und Domen. Rittet! Hans macht kehrt und rettet zurück, u. reitet, bis daß er die Herberg Mdet, genannt zum goldenen Bären. — Und die Zeit vergeht, unb endlich nach hundert Jahren, da kommt der Rechte, der Königssohn in der silbernen Rüstung. Wie saust der Schimmel durch dick unb dünn! Tas Thor springt auf; ein Kuß — juchhei) — der Zauber ist gelöst, der Hochzeitszug wirb arrangiert, unb mit Pauken-- und Trompetenschall gehts zur Kapelle. Gutes, altes, optimistisches Märchen! Ich mußte lachen, wenn gerade die Welt unterginge, Hollerdipolter —: und der Ritter tarn’ gar nicht ins Ehbett ’nein.
Mit freundlichen Grüßen Ihr ganz ergebenster
Wilh. Busch
Nerv-Bork, 16. Marz. In Ehieago ist der 71jährige Millionär Jon R. Walsh, dessen Vermögen auf 15 Mil- lioneii Dollar geschätzt wird, wegen Bankerott zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Walsh legte gegen das Urteil Berufung em und wurde daraufhin gestern gegen Hinter- legung einer Kaution von 50000 Dollar freigelasjen._____________
Wöchent!. Übersicht derLoderMe t. ö.Staöt Gießen.
8. Woche. Vom 16. bis 22. Februar 1908.
(Einwohnerzahl: angenommen zu 30 400 (uifl. 1600 Mann Militär.) Srerblichkettszisfer.: 35,91°, „„
nach Slbjug von 9 Ortsfremden: 20,52 °/co.
Kinder
Es ft arbeit an: Zusammen:
Erwachsene:
im
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2.—15. Jahr
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Summa:
21 (9)
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3(1)
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A n m.. Die ui Klannnern gelegten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
handel.
** K 0 n k u r f c i n Heilen, lieber den Nachlaß des Slaui- manns Karl Finke in G a n - A l g e s h e t m wurde am 27. Febr. das Konkursverfahren eröffnet. Rechtspraktikant Albrecht in Lber- >)ngelhenn wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konturs- luiötrungen sind bis ,,11111 1. April bei dem Amtsgericht Ober- Ingelheim anzumelden. — Hebet das Vermögen der Finna 2)1 a $ Wertheimer u. (Sie. in Büdingen, Inhaber Bankier Host rat Ludwig Rothschild in Büdingen, ivurde am 28.Februar Konkursverfahren eröffnet. Rentner Wilhelm Griesmann in I Büdingen ivurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkurs- lorberungen find bis zum 15. April bei dem Amtsgericht Büdingen anzumelden. — Ueber das Vermögen des Vorschuß- und
GingezanSS.
Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel .;bern:ir.mt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Tie Vorschläge des Herrn Pros. Sommer über die Linienführung der elektrischen Bahn verdienen Pas vollste Interesse der Bürgerschaft — vor allem auch derjenigen, bie auf diese Weise wieder einmal, wie schon seit Jahren, benachteiligt werben würben. Tas ist vor altem bie Bahnhofstraße unb ber ganze Stabtteil links von Frankfurter Straße — Selterswe g—W alltorstraß c—M grbur ger Straße. Während ber Stadtteil rechts durch bie Linie in ber Ludwigstraße, Ringlinie unb Querlinie (Lahnbrücke—Schifsenberg) reichlich versorgt würbe, würbe ber Stabtteil links ber gebuchten Straßen total vernachlässigt, obwohl er eine weit größere Ausbehnung hat. Hier kann unb muß Abhilfe geschaffen werben unb denke ich mir bas wie folgt etwa: Zunächst halte ich es für ganz ausgeschlossen, baß in ben Straßen „Vbäusburg" und „Marktstraße" der Verkehr ber elektrischen Bahn in beiden Richtungen ohne die größten Gefahren möglich wäre. Hier müßten bie Fahrten n a ch ber Bahn bireft geführt werben, bie Fahrten von ber Bahn aber müßten umgeleitet werden. Also die Fahrt nach dem Walltor durch Seltersweg müßte am Kreuz nach rechts abzweigen unb durch bie Sonnenstraße am Lindenplatz sich wieder mit der Haupt- linie vereinigen; andererseits müßte eine Linie durch bie Bahn- hos straße gehen unb zwar bircit von Wetzsteingasse über Marktplatz—Marltstraße, währenb bie Fahrt von ber Lahn bnrch Tiefenweg—Mühlgasfe—Sandgasse—Wetzsteinstraße gipge. Tie Som- mcrsche Querlinie müßte ihren Rückweg von ber Bahn etwa burch dleuftadl — Sanbgasse — Wetzstein straße — Linbenplatz — Kirchen- Platz— Schulstraße nehmen. Eüblich muß die 9teuj"tabt ja boch einmal Lust erhalten, inbem ber Verkehr burch bie Wetzstcttistraße—. Sanbgasse—Mühlgasse—Tiofenweg abgeleitet wirb. Selbst- rebenb muß bie richtige D u r ch b r u ch s l i n i e hier erst genau festgestellt werben. Unb Damit berühre ich einen Mißstanb, ber seit Jahren ben rechten Fortschritt überall hemmt unb Fehl- speknlationen über auch glückliche Spekulationen — letzterenfalls be- sonbers für solche, bie „Fühlung" haben — Tür unb Tor öffnet: bas ist bas Fehlen eines großzügigen klaren allgemeinen Stabtbebauungsplaires! Tiejer muß bie Grunblagc auch jeber Verlegung ber Straßenbahnlinien werben! Erst ber allgemeine Stabtbebauungsplan — bann bie Straßenbahn!
Meteorologische Beov.rchrnngett
der Station Gieße».
Wetter
März 1908
17.
17.
18.
2«
9'"
72s
745,9 -1-2,8
745,1 -t- 0,1
743,3 -|-0,2
4,2
4,2
4,2
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90
90
Höchste Temperatur yiiebrigfte „
am 17.—18.
, 17.—18.
ESE ENE NE
Schneeflocken KlarerHunrnel Bew. Himmel
März = 4- 3,3 0 C.
„ = — 0,8 8 U.
El eleicnesche KLaiä-siierfic^te
des Giessenei Auzeigers, untge und Industr
Frankiurter Stör 3*z% Ixeichsauleihe . . 91.85 3% do. . . 82.25 3)i0/0 Konsole .... 92.00 3% do 82.25
3>$7o Hessen 91.25 3^°/o Oberhessen . . . 92.00 4ZU6 Uesterr. Goldrente. . 99 10 4l/s% Uesterr. Silberrente 99.50 4>o Ungar. Goldrente . . 94.00 4% Italien. Heute ...--
3?» Portugiesen tierie I . 60.75 3% Portugiesen „ HI 61.30 4ya°/0 russ.8taatsaul. 190d 94.20 4/4% Japan. Staatsanleihe 87.40 4^o Uonv. Türken von 1UU3 95.10 Türkenlose 150.00 4 % Griech. Monopol-Anl. . 49.70 1% äussere Argentinier . 86.00 du/o Hexikauer . . . 07.50 4>a7o Chinesen .... 95.70
Alt. ti eu;
Bochum Guss 198.00 Buderus E. W 111.00
Tendenz.: befestigt.
Berliner Börse, ] Cauada E. B 145.70 Darmstädter Bank . . . —. Deutsche Bank .... 238.50 Dortmunder-Union C. . . —. Dresdner Bank . . . 138.00
Tendenz: fest.
teilt von der Bank für Handel ie, Giessen.
*e, 18. März, 1.15 Uhr.
' Elektriz. Lahmeyer . . . 118.80 Elektriz. tichuckert . . . 103.00 jLschweiler Bergwerk . . 205.09 Gelsenkirchen Bergwerk . 183.20 Hamburg-Amerik. PaketL 110.50 Harpeuer Bergwerk. . . 193.: 0 Laurahütte 209.00 Nordd. Lloyd . ... 97.00
Obeischles. Eisen-Industrie 96.00 Berliner Handelsges. . . 159.00 Darmstädter Bank . . . 124.30 Deutsche Bank .... 238.70 Deutsch-Asiat Bank . , 138.00 Diskonto-Kommaudit . . 176.60 Dresdner Bank .... 13800 Kreditaktien 202.20 Baltimore- und Ohio-
Eiseulabn 82.25 Gotthard bahn .... —.— Lomuard. Jbasenbahu . . 25 80 Uesterr. blaatsuahn . . . 144.00 Prince-Henri-Eisenbahn . 118.50
3. Mälz. Anlangskurse.
Harpeuer Bergwerk. . . 193.50 Laurahütte —.— i.oinbarden E. B. ... 25.80 Nordd. Lloyd 96 30 l'ürkenlose . ..... 150.30
Neuttadt a. b. Haardt (Rheinpsalz), 17. März 1908.
Bum Königlich Bayerischen Hottleseranlen wurde Konrad Hammeil der Inhaber der durch ihre 'Jtaturmcine bckanmen Kellerei Konrad Hammell-Reuttadt a. d. Haardt ernannt. ss“7»
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