Ausgabe 
18.2.1908 Erstes Blatt
 
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lichten christlichen DogrNatik stehen; der Vortrag dürste sonrit dem Interesse weitester Kreise begegnen und bietet eine ganz wesentliche Ergänzung des letzten Vortrages der freien landeskirchlichcn Bereinigung von Lic. Dr. Fuchs, Pfarrer in Rüsselsheim, an den sich eine äußerst lebhafte und dankenswerte Diskussion angeschlossen hatte. Möge sich auch an den bevorstehenden Vortrag eine rege Diskussion anschließen. Denn wir alle wollen ja nur die Wahrheit und nichts als die Wahrheit!

J- Lollar, 15. Febr. Kürzlich fand hier die General- versa rn m l u n g des Schwei neversicherungsvcr ei ns statt. Erschienen waren 42 Mitglieder. Der Rechner erstattete Bericht über Einnahme und Ausgabe. Man war dieses Fahr mit ganz geringen Prämien ausgekommen, so daß sich der Beitrag für ein Schwein nicht viel über eine Mark belief. 2cm Rechner wurde Entlastung erteilt. Ter Gesamtvorstand wurde wiedergewählt. Dem Verein gehören zurzeit 132 Mitglieder an. Rach Erledigung der Tagesordnung sprach Flcischbefchaucr Balth. Römer in kurzen Worten über die Gefährlichkeit des Uebertragens von Krankheiten und tierischen Parasiten auf den Menschen. Insbesondere werde die gefährlichste aller Krank­heiten, die Tuberkulose, bei Hausschlachtungen fast gar nicht beachtet und gefunden. Besonders bei Schweinen ist cs nur dem gelernten Sachverständigen möglich, sie zu finden und festzu- Itellcn. Vier ist es fast immer Fütterungstuberkulose, die durch Moltereiabfälle von den Kühen auf die Schweine übertragen wird. Tas Tier kann schon durch dcn ganzen Körper mit Tu­berkeln durchsetzt sein, ohne daß die Eingeweide unü das Fleisch eine wesentliche Veränderung zeigen. Daß massenhaft die Tuber­kulose bei Hausschlachtungcn vom Tier, auf den Menschen über­tragen wird, unterliegt keinem Zweifel. Ter Vortrag zeigte drei Tage später seine Bestätigung, da R. bei einer .Prwat- beschau bei zwei Schweinen Fütterungstuberkulose an fast sämt­lichen Organen und Flcischdrüsen seststelltc, ohne daß an den Tieren eine Veränderung zu erkennen war. Er überwies die 'Beschau an den Kreisveterinärarzt, der den Befund bestätigte.

x Nidda, 16. Febr. Eine eigentümliche Sache wird gegenwärtig in unserer Stadt viel besprochen. An dem Ausgang der Straßen nach Schotten, Bad Salzhausen und Berstadt stehen alte, mächtige Ahorn - und Kastanien- bäume. Als man begann, an diesen Straßen Gebäude aufzurichten, wurden die Bäume, hinter welche die Ge­bäude zu stehen kamen, entfernt, weil sie Licht und Luft wegnahmen und dem Dachwerk Schaden brachten. Neuer­dings weicht man von diesem Brauche ab. An der Ber- städter Straße hat der gemeinnützige Bauverein ein Ar­beiterwohnhaus errichtet; die davor stehenden Bäume ver­dunkeln das Haus vollständig. Trotzdem vermochte man bisher die Entfernung der Bäume nicht zu erwirken; sogar der Kreisausschuß hüt sich gegen deren Entfernung ans- gesprochen. Tie Folge davon ist, daß andere Leute, die auch in die Nähe bauen wollten, von diesem Plan ab- standcn. Allerdings nimmt sich die Allee sehr schön aus, allein überall müssen doch solche Bäume weichen, sobald Gebäude auf Privatgrundstücken errichtet werden, denen die Bäume schaden. Warum will man aber, was man anderen ohne weiteres bewilligt hat, hier abschtagen? Tas bleibt eine offene Frage, die der Antwort bedarf. Ter Stadtvorstand hat die alte Kleinkinderschule dem Verein Krankenpflege" zu dem Zweck zur Verfügung gestellt, ein provisorisches Krankenhaus daraus zu machen, in dem Kranke (Lehrlinge, Gesellen, Dienstboten), die in dem Hause ihrer Brotherren keine ausreichende Verpflegung finden können, Aufnahme finden sollen. Die bauliche Verände­rung in dem Hause ist bereits gemacht; die Ausstattung der Räume mit dem nötigen Mobiliar soll demnächst er­folgen.

sd. Darmstadt, 17. Febr. In Anwesenheit seiner Präsidentin I. K. H. der Großherzogin fand heute nachmittag im Saale der Äliceschule die Hauptver­sammlung des Alice Vereins für F rauen bil- d u n g und Erwerb statt. Regierungsrat N o a ck er- stattelc dcn Geschäftsbericht über die Tätigkeit des Vereins für die Zeit vom 19. Febr. 1906 bis 17. Febr. 1908, also zwei Jahre. Aus ihm geht hervor, daß erfreulicherweise neue Fortschritte in der Entwicklung der Äliceschule zu verzeichnen sind. Der Bericht enthält ausführliche Er- ,örterungen über die Einrichtung des Handelskursus.

ICkines Feuilleton.

HebbelsNibelungen" in Frankfurt. In der Siadt, bie ein Menschenaller lang einen der größten deutschen Nibelungenjäuger, Will). Jordan, beherbergte, har man am letzten Samstag den ersten Tert von Hebbels, grandrosem Nibelungen- braina ttn Schauspielhaus«: zur Aufführung gebracht. Die beiden Nidelungendichler sind in den 50er Jahren des vorigen Jahr- hunberls einanbev nähergetreten. Sie haben bamals nnteinanber korrespondiert und Hebbel hat Jordan in Frankfurt besucht. Ter von Bamberg veröffentlichte Briefwechsel Hebbels, wie auch die Epistel und Vorträge" Jordans geben darüber interessante Aus­schlüsse. Durch WagnersRing des Nibelungen" ift Hebbels Nibelungen-Trilogie zu Unrecht in den Hintergrund gedrängt ivorden und ste erscheint viel zu selten auf dem S'pielplan der deutschen Bühnen. Wagner hat aus Grund der Eddalieder sein fDhifiiDrama geschaffen, wahrend Hebbel auf eine dramatische Belebung der heroischen Gestalten des Nibelungenliebes ausguig. Es ist bewun­dernswert, wie es Hebbel gelungen ist, ans dem überreichen epischen Stosse eine straff und übersichtlich gegliederte dramatische Handlung loszulösen. In herrlich klarem Aufbau erhebt sich die monumentale Tragödie Siegsrieds uiid Krimhildens vor unseren Augen. Allerdings alle Schwierigkeiten, die die epische Grundlage seiner Dramendichtung mit sich brachte, ließen sich nicht bewältigen. Aber Szenen, wie der Fraiien Beobachten der Kampijpiele, iuie die unvergleichlich erhabenen ersten Briiuhilb-Szeneii, die Totenprobe am Schlüsse des fünften Alles, sind m. E. das Gewalligsle nnö Packendste, was die deutsche Bühnenliteratur auijiuvetjen Hal. Ja, sie hätte fein anderer, fein Goethe und fein Schiller, zu schaffen vermögen; und um ihretwillen nimmt man auch die m der Er­zählung stecken gebliebene Teile der Dichtung gern in den Kauf, zumal and) sie reich an köstlichen Schönheiten sind. Bewunders- wert bleibt auch die Schärfe der Charafteristik und die psycho­logische Berliesung der Personen. Hebbels eigene schroffe, knorrige Natur machte ihn besonders befähigt zur Nachbildung der mittel­alterlichen Recken, und doch gelang es ihm auch, die garte Lieb­lichkeit Krimhilds in aller Holdseligkeit zu veranschaulichen. Lieber die Darstellung ist leider nicht viel Erfreuliches zu sagen. Vor did;terischer Wucht stehen heute die meisten Mimen ziemlich ver­zagt. Ter große Stil des Hebbel'jchen Gedichtes ronrbc ins Genre­hafte verwandelt. K i r ch als Siegfried, der junge Halbgott, dem vor dem lieblichen Atadchenbild Kriemhild die Sprache versagt, ge- berbetc J'icl) wie ein zimperlich tuenber, affektierender Liebhaber im Moser-Stil. Und wie wurde von den meisten der Vers behaiidelt! Bald sprach man ihn nüchtern und spröde, ivie gleichgültige Prosa. Dann auf einmal wich das Phlegma an KraststeUen einem affeftirlen Pathos. Tie wundervoll plastische, konzise Sprache Hebbels mit ihrer Fülle an tiefsinnigen Weisheilssprüchen kam ganz und gar nicht zu ihrem Reck)te. Weitaus bie beste künstlerische Leistung bot darstellerisch Frl. Eichelsheim, früher in Tarmsiadt, setzt in Wiesbaden. Ausdruck und Organ standen in vollem Emllang mu

Die Prüfung für Handarbeitslehrerinnen ergab, daß von 29 Prüflingen 27 gestanden. In der Kvchschule haben sich wesentliche Aenderungen vollzogen. Das im März 1907 veranstaltete Fest zu grinsten des Penfionsfonds ergab einen Reinertrag von 3500 Mk. Zwei Lehrerinnen, Frl. Meyer und Frau Hanauer, feierten im vorigen Jahre ihre 25- fährige Tätigkeit an der Schule. Beiden wurde von der Großherzogin eine Ehrengabe und ihr Bildnis gewidmet. Tie Schule wurde von der Großherzogin verschiedentlich besichtigt, auch Prinzessin Heinrich von Preußen beehrte sie mit ihrem Besuch. An der Schule wirken zurzeit eine Hauptlehrerin und acht Lehrerinnen, sowie ein Lehrer für Pädagogik zur Ausbildung von Handarbeitslehrerinnen. Das Aktivvermögen des Vereins vom 1. April 1907 betrug 124 477 Mk., dem 39 000 Mk. Passivvermögen gegenüber steht. Der Bericht fand die Genehmigung der Versammlung. Bei der dann folgenden Ergänzungswahl des Vorstandes wurden acht Damen und zwei Herren, die satzungsgemäß ausscheiden, wieder- und Frau v. Starck, geb. v. Hombergk neugewählt. Die rechnerisch geprüfte Jahresrechnung wurde gutgeheißen und dem Rechner Entlastung erteilt. Es fand dann noch eine kurze Diskussion über die Einrichtung weib­licher Fortbildungsschulen statt. Totgefahren wurde gestern abend 200 Meter südlich von der Station des Süd­bahnhofes der Kanonier Trävenstedt von der 2. Batterie des Art.-Regts. Nr. 125. Er wurde mitten durchgeschnitten. Er ist in der Nähe von Magdeburg geboren. Der Ort, an welchem die Leiche gefunden wurde, läßt auf Selbst­mord schließen.

b. Biedenkopf, 16. Febr. Der Kreistag hat beschlossen, auf das Vorschlagsrecht zugunsten des jetzigen Landratsamts- vcrwalters Regterungsassessor Tr. Daniels zu verzichten und den Wunfch ausgesprochen, daß dessen endgültige Berufung zum Landraf erbeten werden möge. Landrat Dr. Daniels ist seit dem Weggang des Lanbrats von Heimburg mit der Ver­tretung der Landratsam-tsgescl-äfte beauftragt.

ICtwjt unfc Wissenschaft.

Aus Berlin wird uns unterm 16. d. Mts. gemeldet: Ter Kaiser crschien heute im Kaiserin Friedrich-Hause, um einen Vortrag des Gel). Mevizinalrats Prof. Tr. Hartwig entgegen­zunehmen, und um die Ausstellung der für die Medizin- schule in Shanghai gestifteten Objekte zu besichtigen. Er wurde empfangen von dem Generalstabsarzt der Armee Prof. Tr. Schjerning, dem Tirektor des Kaiscrin-Friedrich-Hauses Prof. Tr. R. Kutner und dem Ersten Leibarzt General-Oberarzt Tr. Jllberg. Nach dem Vortrage nahm der Kaiser die Besich­tigung der in großer Fülle von deutschen Jndustriesirmen gestifteten pharmazeutischen Präparate, chirurgisd)en Instrumente, elektro-mebizinischen Apparate, sowie aller anderen für die Ein­richtung der Mebizinschule in Shanghai bestimmten Ausstellungs­objekte vor. Ferner wurden eine neue Vorrichtung zur mikros­kopischen Tunkelfelbbeleuchtung, sowie eine von Tr. Schefser erfundene neue stereo-photographische Methode demonstriert, die in einer bisher nie erreichten Weise die Möglichkeit zur ste­reoskopischen Photographie, wie insbesondere auch von kleinen sreilebenden Tieren (Insekten, Spinnen, Schmetterlingen usw.) gewährt. Am Schlüsse des Rundganges besichtigte der Kaiser eine für Kriegszwecke besonders brauchbare, weil überaus leichte Krankentrage, die bereits in den Kolonialkämpfen in Teutsch- Südwestafrika Verwenbung fand, ferner eine interessante Neu­erwerbung der medico-historischcn Abteilung der staatlichen Lehr­mittel-Sammlung eine Skulptur aus dem Bamberger Tom, eine Operation an Heinrich II. darstellend und endlich die die für die staatliche Lehrmittel-Sammlung von dem Porträt- Bildhauer Kawakzinsky fertiggestellte Robert Koch-Medaille. An­wesend war außer den schon Genannten der bisherige Mini­sterialdirektor Wirkl. Geh, Rat Althoff.

Suchte Tageschronik.

In Waidhofen-Thaya (Oesterreich) hat der Schlosser Zinnel in einem Tobsuchtsanfalle seine Fran und sein Töchterchen bestialisch ermordet. Als er vor zwei Jahren sein Haus anzündete, war er in eine Irrenanstalt gebracht ioorden. Kürzlich war er aus derselben als gänzlick; geheilt entlassen. Nach wenigen Tagen wurde er wieder tob­süchtig. Er hat sid) nun selbst der Gendarmerie gestellt.

Spielpian der vereinigten zrankjurter Stadttheater.

r^peruyaus.

Dienstag den 18. Februar *):Ein Walzertraum." Mitt­woch den 19. Februar, abenbs 6 Uhr:Die Meistersinger von

der poelycheN Gestalt. Eme red)t tüchtige Krimhild war auch Frl. Wulf s. lieber die anderen Darsteller ist fchlechterdiiigs nichts zu sagen. -o.

Rudolf Presber, ein feines Talent im Gesänge von Liebesliedern, ein angenehmes Plaudertalent, vergeudet bie ihm eigenen Gaben der erwärmenden Frisck)e, wenn er seine gefälligen Kleinigkeiten drei Theaterstunden lang durch bie stechende Erbarmungslosigkeit des Rampenlichtes ihres niedlichen Tustes entzaubert. PresbersDame mit den dreiLi- lien", einphantastisches" Lustspiel, dem Shakespeare von ferner Ferne !>er Pate stehen soll, hat demgemäß bei seiner Uraufführung in Berlin nur einen lauwarmen Eindruck hinter­lassen: dieses Gespiele im Rokokogewande ist ohne das Ge- funkel geschliffener Pointen, ohne den Sprühregen fpitzigcr Witze, ohne all jene leichtwehende Zierlichkeit, die einem Sommer­nachtstraumgetändel die flüchtige Schönheit leiht. Tie Fabel, nad) der der Tugendnimbus sanft schlafender Ahnen lieber nicht durch zufällig unverbrannt gebliebene Papiere durchkreuzt wird, von dem englischen Sudermann Pinero gelegentlid) weit drastischer und donnernder herausgekehrt worden als in dieser Komödie, die immerhin zu steif ist, um hinter die ver­nünftige Weisheit ein geriebenes Schalkeslachen zu setzen. Tie Grazie der ironischen Tändelei fehlt diesem Spiele ebenso sehr wie der sorschen und geradsinnig-humorreichen Art Presbers die Fähigkeit zum Poetisieren im geschnürten Rokokorocke. Und so kommt es zu äußerst fatalen Ausführlichkeiten, bevor sich der Prinz seine Prinzessin in die Arme schließen kann; ja selbst ins spiritistische Geisterkönigtum muß ein wenig kurzweiliger und kaum gruseliger Ausflug gemacht werden, auf daß bie Liebesbriefe der als Tugendheldin verschrienen Fürstin Valeska ihrem geheimen Schubfache entrissen werden können. Auch die spendable Ausstattungslauue des Neuen Schauspielhauses ver­mocht^ aus diese ernüchternde Weisheit nicht den verschönern­den Schimmer hinabzusenken; selbst die Darstellung, die ein tüchtiges Niveau innehielt, konnte der steigenden Ermattung nur mit Mühe den Hemmschuh anlegen.

Ans bas vom Deulsck)en Sprad)verein erlassene zwölfte Pr ei saus sd; reib en: TieAnschauungen Goethes von ber beutschen Sprache" finb 20 Arbeiten eingegangen. Tie Beurteilung der zum Teil sehr uniicmgreichen Arbeiten durch sechs Preisrichter (bie Professoren Behag Hel in Gießen, Brenner in Würzburg, Miincker ui München, Paul Pietsch in Berlin, Scheibemantel in Weimar mib Wllmcmns m Bonn) wirb viel Zeit in Anspruch nehmen, jo baß bie Entscheibung bes Wettbewerbes kaum vor Ende biejeS Jahres erwartet werben kann.

Zum Direktor ber Düsseldorfer Kunst- g e ro er b e f d) ii l e wurde der Architekt Pros. Wilh. Kreis von der Kunstgewerbefchule in Dresden den Stadtverordneten zur Wahl oorgeschlagen, nachdem bie Verhandlungen mit Prof. -1 b t i cf) in Darrn st adl gescheitert waren.

Eine Prediat des Kaisers. Eine cnglische theo-

Nürnberg." Donnerstag den 20. Februar:Ein Walzertraum.' Freitag den 21. Februar geschlossen. Samstag den 22. Februar: Madame Butterfly". Sonntag bcu 23. Februar, nachmittags halb 4 Uhr:Die lustige Witwe." AbenbS 7 Uhr:Amelia ober ber Maskenball."

Schauspielhaus.

Dienstag ben 18. Februar *):Bei uns da drüben." Mitt- woch ben 19. Februar, nachmittags halb 3 Uhr:Wilhelm 2eU." Abenbs 7 Uhr:Minna von Barnhelm." Tonnerstag ben 20. Febr., abenbs halb 8 Uhr:T'Erbschait." Hierauf:Der rote Schornstein­feger." Zum Schluß:Verspekiilierl." Freitag ben 21. Februar: Die Nibelungen". (Ter gehörnte Siegfrieb" unbSiegwiebs Tob".) Samstag ben 22. Februar:Ncuhau ber Weise." Sonn­tag ben 23. Februar, nachmittags halb 4 Uhr:Ein Fallissement." 2(benb§ 7 Uhr:Nora." Montag beit >24. Februar:Die Nibelungen" (Der gehörnte Siegsrieb" unbSiegsriebs Tob".)

*) Ansang, wenn nicht anberS bemerkt, abenbs um 7 Uhr.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

Höchste Temperatur am 16.17. Februar = 4- 5,0 0 C.

Nlebrigste 16.17. = + 1,2 ® C.

Februar

1908

Bäionieler ' auf 0° rebuziert

Temperatur ber Lickt

Absoluie Feuchligkeil

Relative Feuchtigkeit

Wiubrichtuug

Windstärke

Weller

17.

9«

746,3

4,2

5,2

o4

SSW

4

Beb. Himmel

17.

936

739,1

1,4

4,9

96

SW

6

Regen

18.

734

735,5

4,8

6,2

97

WSW

2

Sprühregen

V eäetioß'aisctoe des Giessener Anzeigers, mitge und Industi

Frankfurter 15<irs< 3j^°/0 Reichsauleihe . . 92.70 3% do. . . 82.55 3>i°/0 Konsols .... 92.70 o% do 82.55 3^°/0 Hessen 9120 3^°/0 überliessen . . . ,92.00 4% Uesterr. Goldreute. . 99 00 4^5 % Uesterr. Silberrente 99.70 4 y0 Ungar. Goldrente . . 94 10 4% Italien. Rente . . . 104.20 3% Portugiesen Serie 1 62.40

3% Portugiesen III 62.80 4 ya °i0 russ.Staatsaul. 190u 93 75 4ya°j0 Japan. Staatsanleihe 88.35 4% k'onv. Türken von 19Uö 95.30 Türkenlose 146 60 4% Griecli. Monopol-Aul. . 49.00 4% äussere Argentinier . 86.00 ö°/0 Mexikaner .... 65.30 4>a°/0 Chinesen .... 96.00

Aktien:

Bochum Guss 197.00 Buderus E. W 111.2b

Tenden.: befestigt.

Cerliner Jllörse, 11

Canada E. B 140.10 Darmstädter Bank . . . 125.30 Deutsche Bank .... 235.40 Dortmunder-Union C. . .. Dresdner Bank .....

Tendenz: ruhig.

teilt von der Bank für Handel io, Giessen.

s, 18. Februar, 1.15 Uhr.

' Elektnz. Lahmeyer . . . 120.20 Elektriz. Schlickert . . . 104.30 Eschweiler Bergwerk . . 205 00 Gelsenkirchen Bergwerk . 182 80 Hamburg-Amerik. Paket! 118.00 Harpener Bergwerk. . . 197.00 Lanrahütte 212.00 Nordd. Lloyd .... 105.50 Obeischles. Eisen-Industrie 95.50 Berliner Hondelages. . . 158.00 Darmstädter Bauk . . . 125.80 Deutsche Bank .... 235.50 Deutsch-Asiat Bank . . 138.20 Diskouto-Kommandit. . . 174.00 Dresdner Bank .... 137.70 Kreditaktien 201.30 Baltimore- und Ohio-

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Gotthard bahu Luin'uatd. Eisenbahn . . 25 4) Uesterr. Staatsbahu . . . 143.90 lriuce-Henri-Eisenbahu . 117.50

i. Februar. Anfangskurse.

Harpener Bergwerk. . . 196.c0 Lanrahütte 212.40 Lombarden E. B. ... 25.30 Nordd. Lloyd. 1 üraenlose 146.20

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logische Zeitichrgi, öiivomucitic Rcoicw", hat in'il)rem"Januar- hefte den Text einer Predigt veröjsentlicht, die Kaiser Wilhelm an Bord feiner JachtHohenzollern" gehalten hat unb die unseres Wissens in Teutschlalid noch nicht bekannt geioorbcn ist. Ten Text dieser Seepredigt bildet. Ev. Luc. ö, 7:Und sie winkten ihren Gesellen, die im anderen Schisse waren, daß sie kämen unb hälfen ihnen ziehen. Und fie lauten, und füllten beide Schiffe voll, also, daß sie sanken." Im Anschluß an dies Wort erklärte der 5tckiser: was für jene Fifchersleme das Winken gewesen sei nämlich das einfache unb ursprüngliche Zeichen gemeinsamer Freude unb_ gemeinsamer Arbeit das habe sich in unseren Tagen zu einer Sprache entwickelt, die jeder Seemann kenne, dem internationalen Eode der Soesignale. Dann suhr der Kaiser also fort:Es gibt eine ähnliche -spräche für Christen, für alle die, die zuiammen auf dem Ozean des Lebens fegein und dem Hasen der Ewigkeit zusteuern. Auch diese ist eine internationale Sprache, ein Winken von einer Seite zur anderen, das besondere Signal der Mitglieder des ch,ristlia)en Bekenntnisses, und zugleich auch eine Sprache für die, diein dem aiioercn Schiffe" finb, wenn nur bertelbe Herr Himer dem Signale steht unb bi: gemeinsame Segnung verbürgt. Hierin liegt die echte christliche Weisheit nämlich bie, in allen Wegen und Wendungen des Lebens nicht nur das Wort des Herrn, lonbetn auch seinen Wink zu beobachten; und wer in lebendiger Vereinigung mit ihm steht, der lernt mehr unb mehr nicht nur feine Worte, sondern auch seine stillen Winke zu beobachten und zu befolgen."

Richard Wagner über die Wagnerianer. Interessante persönliche Erinnerungen über Richard Wagner kommen aus einer Chronik aus dem Todesjahre des Meisters zu Gesicht. Sie stammen von dem Sohu des damaligen Bürgermeisters von Bayreuth, Munüer. Es heißt da:Wagner verdroß es, wenn man etwas Besonderes von ihm erwartete. Ec war in den letzten Jayren viel von eifrigen Anhängern und fanatischen Vereyrern umgeben. Er duldete sie, wenn auch nicht immer, doch lange um sich; aber er freute sich ihrer wenig. Selbständige Freunde zog er ihnen immer und oft augenfällig vor. Rach der ersten Aufführung desParsifal" erklärte er dem Bei­fall klatschenden Publikum, er nähme den Applaus für seine Künstler dankend an, aber iyn selbst möge mau nicht in gewöhnlicher Theatermanier ais Autorhercrusrusen'^. Als beim nächsten Akt blmüe Anhänger die BeisailSäußer- rungen durch Summen uno Zi,chen zu unlerorücken streb­ten, da ries er in heftigem Zorn: Diese Wagnerianer sind die dümmsten Kerle u o n ber Welt; Tür unb Tor könnte ich mit beiten einrennen!

Kleine K u h st ck- roni k. Ein Gastspiel des Berünct Lustspielhaus-Ensembles sand am Sonntag beim Kronprinzen m Ammicrtheit des Kaisers statt. Es luurbeUnfcrc Käthe" gegeben.