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R.-B. Darmstadt, 17. Juli.
Während in der Teststadt Frankfurt a. M. die letzte Hand an die Vorbereitungen gelegt wird, versammelte sich der Ausschuß der Deutschen Turnerschaft zu seiner all- jährlichen Sitzung, die am Donnerstag von dem Vorsitzenden Dr. med. G o e tz - Leipzig eröffnet wurde. Ter Verwaitungsberrcht weist darauf bin, bau die vornehmste Ausgabe der Deutschen Turnerjchajl in der körperlichen Ausbildung der schulentlassenen Jugend bestehe. Welchen Einfluß das Turnen auf die löt per»
herrschte, um 3 Uhr in den Gärten in der Laubach auf, als sie ein Hitzschlag traf. Zwe, Stunden mußte sie hilft«« liegen, bis sic aufgefunden wurde und in ihre Wohnung ge» bracht werden konnte. BtS gestern hatte sie das Bewußtsein noch nicht «viedererlangt.
Jahren gegenüber stellt, so ergibt die Zahl der Schlachtungen 3497 Stück in 1907 gegen 3326 in 1906. Bei den Schweinen beträgt das Mehr rund 1800 Stück. Hierzu kommt nun noch das durchschnittlich höhere Gewicht der Schlachttiere im letzten Jahre, so daß auch aus den Zahlen über den Schlachthofbetricb die Tatsache hervorgeht, daß der Fleischkonsum in unserer Stadt sich im abgelaufenen Rech» nungöjahr gegen 1906/07 gesteigert hat.
"Die Verwiegungen auf den öffentlichen städtischen Wagen brachten im Ganzen 5388 Mk., 404 Mark mehr atü im Jahre 1906/07 ein. Davon entfallen auf die Wagen Neuslädtec Tor 3140 Mk., Frankfurter Straße 2083 Mk., Margaretenhütte 164 Mk. Verwiegungen wurden vorgenommen Neustädter Tor 10 993, Frankfurter Straße 4960, Margatelenhüttc 370, im Ganzen 16 303 gegen 12 153 im Vorjahr, atso mehr 4150.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 18. Juli 1908.
•• Zu den Landtagswahlen. Die am Donnerstag in Darmstadt unter dem Vorsitz des Abg. Tr. Schmitt ab- gehaltene Versammlung des Landesausschusses der Zentru ms- p art ei war gut besucht. Sämtliche LandtagSabgeordnete ivaren anwesend. Man beschäftigte sich zunächst mit den zukünftigen Landtagswahlen, sowie mit einer Anzahl interner Parteiangelegenheiten.
•• Wirtschaftskonzessionen für juristi s ch e Personen. Das hessische Ministerium des Innern fällte vor einigen Tagen eine grundlegende Entscheidung für das Großherzogtum, nämlich, daß nach den Bestimmungen der Reichsgewerbeordnung die Erteilung einer Wirt sch a fts- kouzession an juristische Personen (rechtsfähige Vereine, Aktiengesellschaften usiv.) gesetzlich unzulässig i|t.
' Der Voranschlag des LandeSlchrervereins ür daS Jahr 1909 schließt mit 13 175 Mk. in Einnahme und Ausgabe ab. An Mitgliederbeiträgen sind von 3100 Mit- glicdern 12 400 Mk. zu erivarten.
" Zollstrafen. Aus Zölle und Reichssteuern, sowie die Ein-, Aus- und Durchfuhrverbote und auf privative innere indirekte Abgaben ivurden im Rechnungsjahre 1907 1727 Strafverfahren anhängig und 1693 erledigt. Wegen Hinterziehung oder Einschwärzung wurden 196 Personen betraft, sämtlich zum erstenmale. Die hinterzogenen Gefälle beliefen sich auf 1619 Mk., die ausgesprochenen Strafen aus 5043 Mk. Die meisten Verfehlungen kamen wegen der Hundesteuer vor, nämlich 96, dann wegen der Wechselstempel, steuer 61 und wegen der Abgaben von Jagdivaffenpässen 30. Wegen Ordnungswidrigkeit trat in 1186 Fällen Bestrafung ein. Es wurden an Geldstrafen dabei 3583 Mk. aus- gesprochen. Hier kommen die meisten Verfehlungen bei der Hundesteuer vor (638), ferner bei der Zigarrettensteuer 285 und der Branntweinsteuer 97. Unmittelbar mit Freiheitsstrafe wurde niemand belegt.
•* Der Betrieb des städtischen Schlachthof.es im abgelaufenen Rechnungsjahre 1907 brachte eine Mehr- einnahme von 3462 Mk. gegen das Vorjahr. Vereinnahmt ivurden 52 303 Mt. gegen 48 841 Mk. im Jahre 1906. Die Gesamteinnahme verteilt sich ivie folgt (die Summen in Klammern stellen die Eingänge des Vorjahres dar): Beschaugebühren 12 473 Mk. (11 562 Mk.) mehr in 1907 911 Mk. — Schlachtgebühcen 31 038 Mk. (28 536 Mk.) mehr in 1907 2502 Mk. — Trichinenschaugebühren 5053 Mark (4361 Mk.) mehr in 1907 692 Mk. — Wiege- gebühren 2848 Mk. (2538 Mk.) mehr in 1907 310 Mt. — Stallgebühren 119 Mk. (98 Mk.) mehr in 1907 21 Mk. — Futtergeld 771 Alk. (741 Mk.) mehr 1907 30 Mk. Gc schlachtet wurden im letzten Jahre, die in Klammer gestellten Zahlungen sind die Schlachtungen des Vorjahres: 1093 Ochsen (1107), 145 Stück Faselvieh (162), 461 Kühe (402), 1009 Rinder (816), Stiere 749 (839), 166 Pferde (138) 1 Esel (0), 6630 Kälber (6350), 12 379 Schweine (10 693), 903 Hänuncl (910), 184 Schafe (229), 52 Ziegen (41),
hd>€ Tüchtigkeit ausübe, beweise der Umstand, daß im vergangenen Jahre 31 2d7 -..'iiigliebcr ins Heer eingetreten sind, gegen 30 260 im Fahre 1906. Emen Fortschritt ergibt die Erhebung über den Bestand der Turnerscha't, der 8157 Vereine ang^hören, d. h. 370 mehr als im Vorjahre. Tie Mttglteoerzabl ist um 39 39o aus 847 920 gestiegen, von denen die Hälfte an den Turnübungen teilnimmt. Dazu kommen 44 919 Frauen gegen 39 765 im Bor- lahre, 50 457 Hnaten und 22 355 Mödeten, so daß die größte Körperschaft gegenwärtig über eine Million Angehörige _zahlt. Ter Kassenwart Kanzlcirat Atzrott stellt fest, day das Vermögen der Turnerschaft 232 287 Mk. beträgt. _ Aus der xr. <y. Goetz-Stiftung für Errichtung deutseter Turnstätten werden an 25 Pcreme 9200 Mk. verteilt und der Haushaltsplan nach dem Vorschlag des Kassenwarts aus 28000 Mk. in Einnahme und Ausgabe festgesetzt. Tie nächste Ausschußsitzung wird in (111 e - nach statt'inden. — Es wird beschlossen, bei dem vreutzuchen Unterrichtsminister zu beantragen, an der Landesturnanstalt in Berlin kurzdauernde Kurse iür Vereinsturnwarte und Vorturner der Teutschen Turnerschaft zur Ausbildung im Männer- und Frauenturnen einzurichten und den Einberufenen aus den zur Förderung der Leibesübungen bestimmten Mitteln Bethilie zu gewahren. — Am zweiten Sitzungstage berichtete der Vorsitzende des Turnausschusses Pros. Heßler» Stuttgart über die Lotigkeit des Turnausschusses, sowie über die Verstellung und Prutung eines elektrischen Meßapparats, der von Ingenieur Bölcke-Berltn zusammengestellt ist und die Frage glücklich gelöst zu haben ichcint. Tie Beteiligung an den olvmpiscven Spielen in London ging in geplanter Weise von statten. Als vorläufiges Ergebnis kann festgestellt werden, daß unsere Turner sich üoeraus tüchtig gezeigt und unseren Darbietungen dem deutschen Turnen manchen ,3-rtunb gewonnen haben. Eine eingehende Behandlung fand auch die Frage wegen des Tu r ne n s de r s chu 1 e n 11 ah e n e n Jugend und der F o r t b i 1 du n g s s chü 1 e r. 'Julgemun wurde der Meinung Ausdruck gegeben, daß diesem wichtigen Gegenstände die größte Aufmerksamkeit zugewendet werden mühe. Es wird beschlossen, die vom Turninspektor Schmuck-Darmstadt verfaßte Tenkschrift in den weitesten Kreisen zu veröNentkiten. Ter Ausschuß bewilligte im Laufe der weiteren Verhandlungen 1000 Mk. für Errichtung eines Denkmals für den im vorigen Jahre verstorbenen Ehrenvorsii.ienden Alfred Maul in Karlsruhe tau-3 Michelstadt i. O.- und erledigte dann ichlietzlich noch eine Reihe von kleinen Vorlagen.
aus der Basis deutscher Treue und Tüchtigkeit, den Fortschritt der Allgcmeiiiheit zu förtern und die deuticlv Werlsä-ätzung hoch- zuhalicn. Hierher führt Sie Ihr deutsch gebliebenes Herz und ich wünsche Ihnen, daß das auch alle Zukunft so bleiben möge. Eine solch« Brücke findet keinen Ozcan zu breit, sie bindet beide Rationen mit neuen Banden zusammen. In diesem Sinne bitte ich Sie in den Ruf cinMiftimmcn: Ihre neue Heimat und unser gemeinsames deutsches Vaterland sie leben hoch!" — Rach einem dreifachen Gut Heil! ergriff das Wort der Spreck)cr der amerikanischen Turner, Eberhard- Boston : Im Rainen meiner amerikanischen Freunde entbiete ich der deutschen Tumerschasi und dem bcutsd>eu Volke echt deutschen Ouifc) von jenseits des großen Wassers. Wir erwarten hier harte Arbeit, aber auch vergnugle Stunden. Wir freuen uns auf den heutigen Tag, wie ein Kind auf den Weihnacl isabend. Kaum weiß ich, warum uns all diese öTCiibe, diese Liebe und Anhänglichkeit aus beunctem Boden geboten wird, aber seit wir deutschen Boden betreten haben, sind wir überall ans das Herzlichste empfangen worden. Tie Ursache unserer starken Beteiligung ist l-auplsäd lich Darm zu suchen, daß vor mehreren Jahren die deutsch)« Turnerschift uns endlich einmal auch) eine Vertretung zu unserem Turnfest« geschickt hat. Damals haben wir uns gelobt, bay nächste Deinscte Turnsest stärker >vie je zu besuchen. Heute sind wir nun hier und wissen im Voraus, daß wir den deutschen Boden verlassen werden nur mit dem allerangenelMsten Eindruck an die Einwohnerschaft Frank- surlS, die teutidyc Turnerschaft und das deutsche Volk. Wir kamen zu Ihnen als aincrikanischaBürger, die ihrer Burger psi ichten wohl bewußt iinb, aber unsere Hetzen sind beutsch geblieben, wir werden auch deusich bleiben. Wir entbieten nicht nur ter deutschen Turner» schäft uni er en Gruß, sondern dem ganzen bcutidx'ii Volke. Diese gegenseitigen Besuckx werden dazu beitragen, die guten Bezieh, ungen zwischen den beiden Rationen immer noch zu befestigen und eS sollte UNS freuen, Gelegenheit zu haben, unsere deutschen Tumb rüder bei und willkommen zu heißen. Ich lade Sie deswegen ein, unser nächstes Deutsd-es Turnfest in Cincinnati so zahlreich wie möglid) Mt besuchen, ein l-crzlid>.'r Empsaug ist Ihnen udKi. Und nun Turner aus Amerika bringt ein kräftiges Gut Heil! aus auf daS Gelingen des großartig angelegten Teutsdxn Turnfestes. Rad) einem dreifachen Gut ioeil! sprach Professor B endet- Fronksurt a. M. Worte ter Begrüßung. Vor der Bahnlwishalle empsuig eine bidngthräugte Menge die Amerikaner mit Hurrarufen und geleitete die Turner nach ihrem Hotel.
Frankfurt a. M., 17. Juli
Der Empfang der amerikanischen Turner am Hauptbahnhof gestaltete sich zu einer patriotischen Demonstration. Schon lange vor Einlauf des Zuges hatte sich eine gewaltige Menschenmenge angeiammeU. Aus dem Perron, aus dem der Zug eüv laufen sollte, bemerkte man neben Mitgliedern ter amerikanischen Kolonie Vertreter Der Ausschüsse und zahlreiche Reugierige. Der cuilaufente Zug wurde von der Mcwch.mmcnge mit brausenden Hurraiiisen empsangen. Ter Vorsitzende ter deutschen Turner- fchast, Tr. G o c tz - Leipzig, gab seiner Freude Ausdruck, die Stammesbrüder auf teilt)djem Boden zu sehen. Stadtrat Bankier v. Grunelius hieß die Gäste willkommen und führte aus: „Tie deulfche lurneridiait hat große Freute daran, daß Sie den weiten Weg nid)t gcidKut haben, hierl-er zu kommen und im sriedlicl-en Wettstreii fid> zu messen mit ten deutsd-eu Stammesbrüdern. Trüben l aben Sie die Pssichl, Ihr Bestes einzusetzen
Der Fa ll des Friseurs Mosbach, der in der Sonnenwendnacht auf der fcarbt den Sohn des Hoflohn, kutfcters Hubn mit dem Messer gestochen bat, kommt am 24. dieses Monats vormittags 8 Uhr vor unserer Straf, kammer zur Verhandlung.
- Die Anlageinusik fällt am Sonntag aus.
•• Der Gi eßener Anzeiger liegt, was die Be- ucher des Festes auS Oberhessen und den angrenzenden Be- zicken interessieren dürfte, in der Lesehalle auf dem Festplatze deS Teutschen Turnfestes zur allgemeinen Benutzung auf.
-L Lollar, 17. Juli. Mit den Arbeiten an dem neuen SchulhauS wird in den ersten Tagen begonnen. — Der Aufsichtsrat der vereinigten Eisenwerke Wetzlar und Lollar stattete Donnerstag den 16. d. Mts. dem hiesigen Werke einen Besuch ab, und besichtigte eingehend amtliche neuere Anlagen. — Bei dem am Sonntag den 12. d. MtS. in Wieseck abgehaltenen Radfahrerfest errang der Radfahrervcrem Lollar 1895 in der Abteilung -ür RlchtbundeSvercme drei erste Preise im Gesamtwert von ca. 100 Mark. Ter erste Preis im Tauerfahren ist eine prachtvolle Wanduhr, im modernen Stil gehalten, der erste im Korsofahren em Trinkhoru mit Fuß und im Reigenfahren cm silberner Pokal. Infolge vorgekommener Differenzen wurden die Preise dem Verein erst gestern zugestellt.
(w.) Leihgestern, 17. Juli. Dem Tiefbauunternehmer Bender von Gießen wurde der Bau einer Was- serleitung und int Anschluß darau einer Kanalisation ür unsere Gemeinde für 90000 Mark übertragen. Bender hatte bei der Submission 16 Konkurrenten.
---- Bad-Rau heim, 17. Juli. Bis zum 16. Juli inb 18 7 56 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 7175 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 16. Juli 209 227 abgegeben.
—n> Friedberg, 17. Juli. Einen eigenartigen Anblick ge- ivährt gegenwärtig die Chaußee von hier nach Lbcr-Roßbach, ini- besondere tvou der tocnmifiingsgrciye bei Straßhemi an. Fast famtliche Aepselbäume smd trog der Dlesiährigen günstigen Blüte- zcii sowie des feuchten Sommerwetters geradezu wie versengt, schaut man sich die Sache etwas näher an, so findet man, daß die Urlache nur au< Obslschädlinge (Raupen- zurückzuführe« ist Betrachtet man hiugegeu bie Cbftanlagen in Der (tenmvfungl- grenze innerer Stabt, so sieht man nut Staunen, daß hier mindestens eine Treiviertelernte in Aussicht steht. Woran mag da« liegen ? Viele Leute behaupten, an der fachgemäßen Behandlung der hiefigen im Obstbau ausgebildeten Flurfchützen. Wohl mag dies etwas Dazu beitragen, aber sind am Dem Lande weniger mit Dem Obstbau vertraute Leute? Stein, die Urjache liegt ciiij'g und allein an dem Schutze der Singvögel, die ccr hiesige Verein, fowie die zuständige Behörde sich zur Sluignbe gemacht hat. Schon fast zwei Jahre sieht man an lebcm Baum Nistkästchen, soivohl für Staare, als auch für kleinere Sin#» vogel, und gar manchem wirb es schon aufgefaUen fein, daß mm: diefeS Jahr weniger Schmetterlinge beobachtet, als in frühere» Jahren, insbesondere die Zerstörer der Pflanzengärten, den Kohlweißling. Liber aui noch einen Mißstand mochte ich Hinweisen. Wiederholt begegnet man Buben mit Flodertgcwehren, weldje ihre Schießiertigkeit an den Singvögeln probieren. Ta sollte ganz cnergijd) emgefchritteu werben, sowohl von dem EtanDpiinkt be« Bogelschiitzes als auch beS Rlenschciifchutzcs. Auch Dem Abbrennen von Hecken und Rainen sollte Einhalt getan werben, Da schon ni hiesiger GegenD Aiangel an denselben herrscht.
□ Laiibach, 17. Juli. Tie 60jährtge Frau Maltern hielt sich am Sonntag mittag, wo eine Gluthitze von 80 Gr. (S.
tätlichen Nutzen des Turnens ist, mit Theodor Georgi in Eßli.igen den Aufruf zur Sammlung der deutschen Turnerschaft erlaffen und noch in demselben.Jahr konnte das 1. Deutsche Turnfest in Koburg gefeiert werden. Bon Koburg bis Frankfurt, 1860 bis 1908, hat die Turnerschaft einen an Mühseligkeiten, aber auch an Erfolgen reichen Weg zurückgelegt, der nicht besser gekennzeichnet werden kann als durch die Gegenüberstellung der Namen beiter Fest stabte Damals konnten die Turner, die hauptsächlichsten Träger des deutschen Einheit-» und Freiheitsgedankens, keinen andern £rt ftnben, alS die kleine Hauptstadt des hochsinnigen und volkssreund- lichen Schützenherzogs Ernst, der unter den damaligen Fürsten Deutschlands wohl der einzige gewesen ist, dem die Einigung Deutschlands Herzenssache ivar Heute dagegen empfängt sie bie stolze Stadt am Main, bie itabt, bie von jeher die Trägerin des beutschen Einheitsgebankens und stolzen freien Bürgertums gewefen ist. Tie saft 50 Jahre, die seitdem dahingeaangen sind, haben manchen Wandel geschaffen; aus der kleinen Schar, die in Koburg sich bemühte, zu ihrem Teil an der Einigung des Vaterlandes mitzu- arbeiten, ist eine nach Hunterttaufenden zählende Menge geworden, die im Turnen ein wichtiges Glied ter deutschen Volkserziehung, der deutschen Wehrhaftigkeit unb Vater- lanbstiebe erblickt. Tas heiße Sehnen der Stürmer unb Dränger von Koburg, das einige beutsche Vaterlanb, ist inzwischen Wahrheit geworden. Vielfach haben sich bie Aufgaben und Ziele der Turnersck)aft dadurch verändert und erweitert, eins aber ist unverändert geblieben: dem Vaterland, unbeirrt durch die politischen Streitereien unb Meinungsverschiedenheiten, ganze unb tüchtige Männer zu erziehen. In diesem Sinne begeht die deutsche Turnerschaft seitdem ihre Feste, die nach der stillen Arbeit auf den tausenden deutschen Turnstätten dazu dienen sollen, das Gelernte zu erproben unb sich gegenseitig neue Anregungen unb neuen Mut zur turnerischen Arbeit im Dienste des deutschen Vaterlandes ju geben. Dem Kvburger Fest folgte 1861 das Fest in Berlin, das zugleich die Erinnertingsfeicr an die 50 Jahre vorher erfolgte Eröfsimng des ersten beutschen Turnplatzes in Berlin war. Dann kam als Markstein in ihrer Entwicklung das große deutsche Erinnerungsfest an die Völkerschlacht bei Leipzig, das 20000 deutsche Turner in Leipzig vereinigte. Heinrich v. Treitschke hielt damals die Festrede und wenig l)at gefehlt, daß bas gesteigerte Rationalgesühl der Turner sich damals in einem Freischarenzug nach Schleswig Holstein zur Befreiung ter dortigen deutschen Bruberstämme geäußert hätte. Tami kamen die drei großen Kriege, die JahnS Traum von ter deutschen Einheit, für die er gestritten unb gelitten hatte, zur Erfüllung brachte. Im neuen Reich erblühte seitdem bas beutsche Vereinstitrneil in ungeahntem ^Raß und die deutsche Turnerschaft und ihre Feste bildeten sich ieitbem immer mehr zu dem festen Banbc aus, das alle deutschen Völkerstämme diesseits und jenseits der Reichsgrenzen vereinigt in der Liebe zum deutschen Volkstum. Die nächsten Feste — 1872 in Bonn, 1880 in Frankfurt, 1884 in Dresden, 1889 in München, 1893 in Breslau, 1898 in Hamburg und 1903 in Nürnberg — bildeten weithin sichtbare Gradmesser für die Erweiterung unb Vertiefung bes turnerischen Gedankens int deutschen Volke unb nunmehr wird in Frankfurt aufs neue Zeugnis davon abgelegt werben, daß bie Turnerschaft auch fernerhin ihrer Aufgabe treu bleiben wird, ihrer Aufgabe, die Altmeister Jahn vor mehr als 60 Jahren in die prophetischen Worte gekleidet hat: „Tas Turnen, aus Heiner Quelle entsprungen, wallt jetzt als freudiger Strom durch Deutschlands Gauen. Es wird künftig ein verbindender See werben, ein gewaltiges Meer, das schirmend die heilige Grenzmark des Vaterlandes um» löogt"
opernfänger Edmund Schlosser hat sich in dec Näht dec Station Ebcrsladt von einem Schncllzug überfahren lassen. Dem Unglücklichen wurden Kops und Arme oom Rumpf getrennt, lieber daS Motiv zu der unseligen Tat war noch nichts näheres jn erfahren.
X. Hörnsheim, 17. Juli. Einen schonen Preis erzielte dieser Tage ter Landwirt A. Engel III. für ein Bullenkalb, das von der Gemeinde Leihgestern für 553 Mark käuflich erworben wurde, außerdem erhielt der glückliche Züchter auf dem Tierschaufest zu Wetzlar ten ersten Staatspreis von 80 Mark, macht zusammen 633 Mark. Top bie Zucht des Vogelsberger Viehes an erster Stelle steht, beweist dieser Erlös von 633 Mark für ein 13 Monate alles Bullenkalb.
"Herborn, 17. Juli. DaS öffentliche AuSschreiben der Arbeiten für die Erbauung der 3. Landes -Heil» nnb Pflegeanstalt, die hier erbaut wird, hot zu folgender Arbeitsvergebung geführt: LoS I, 22 Gebäude, bie dir eigentliche Anstalt bilden, wurde an Peter Büscher in Münster i. Westf. vergeben; LoS II, Kessel und Maschinenhaus x, erhielt Kurt Beimborn in Oberscheld; LoS III, Oekonomirhof, bestehend aus Verwaltergebäude, Schweine-, Ochsen-, Kuh- und Pferdesiällc, Gcflügelhaus, zwei Scheuern, GcivächLhaus und sonstige Wirtschastsbailtcn, erhielt die Firma H. W. Rinn in Gießen zu bauen. Für das ganze Objekt sind 4 000 000 Mk. vorgesehen. Mit den Arbeiten soll sofort begonnen werden.
Cvm. Frankfurt a. M., 17. Juli. TaS erst kürzlich enthüllte BiSmarck-Denkmal haben Btlbcnhände in cum der letzten Älächte geschändet. Gerade dort, wo der steinerne Sockel die Aufschrift BiSmarck trägt, ist daS Denk» mal mit einer scharf ätzenden gelben Flüssigkeit begvffen worden. Obwohl am nächsten Morgen sofort seitens der Stadt gründliche Waschungen vorgenommen würben, konnten Die Wirkungen der Flüssigkeit nicht mehr beseitigt werten Ter herrliche Stein ist geschändet und zeigt sich jetzt in häßlicher gelblicher Aetznng.
•* Kleine Mitteilungen auS Hessen und den Nachbarstaaten. Ein neuer .Fremdenführer von B a d - N a u h e i m", im Verlage der dortigen VerkehiS-Kommifsroii ist erfchieuen. Em Plan von Liauheim und Umgegend erhöht da« Verständnis für die Topographie des BadeS. Ter Fremdenlüdrer wird vom VerkehrS-Biireau auf Wunsch kostenlos ueijaubL — Ter Bürgermeister Braun von Staben wurde zum Vorsteher Vorstandes (M n v f m e i ft e r) der Mark Mockstadt und ter Bürgermeister Mickcl in Ober-Mockstadt zü deffei» Etelloertreter ernannt und verpflichtet.
Spinnftuben.
Abg. Kohler schreibt uns:
Langsdorf, 17. Juli. Am vorigen Sonntag wurde» dem Vernehmen nach in ter hiesigen Kirchengemeindevenretullg Maßnahmen besprochen, die dahin zielen sollen, der Verwildung der Jugend und der Spinnstuben enigegenruwirken. Es ist LieS dasselbe Lied, das schon mehr als 100 Jahre hier gejuage» wird. Es ist der alte Faden, ten ivohlmemende Geistliche »iw
64 Spanferkel (35).
Das Durchschnittsgewicht der ge-
schlachteten Tiere betrug:
Ochsen Faselvieh Kühe Rinder
1907/08 289 326 215 188 kg
1906/07 276
313 226 184
Stiere 1907/08 218
Schweine Kälber
83 28 ,
1906/07 213
80 25—30
Wenn man das
geschlachtete Großvieh in den beiden


