Bieberau, 311 Hoboken, N.-J.
Frau Elise Rang, geb.
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in der Msebereitung, Feberviehpflege,
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Erfolg Jahre
in die Erscheinung. Nun versäumte man einige die Einsetzung. Bald trat der Forellenreichtum so
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der histc Minab Hierbei Wochen Hauptstc Nassau hier ihn
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Stadt n walbelei entsprech Answal Schützer hurg u
findet di Nassau im unifc zu sicher
Ta.r, aus Seligenstadt, 70 Jahre alt, 511 Ncw-Pork.
ZLauterbach, 17. Juni. Ten Anforderungen unserer Zeit an den Verkehr trägt unsere obere Postbehörde entsprechende Rechnung. Ueberall entstehen neue Telegraphen- und Telephonlinien, so daß auch die Orte, die seither noch ohne Anschluß an bi; Hauptvec kchrsstränge geblieben, in das allgemeine Verkehrsnetz gezogen werden. So werden in nächster Zeit in unterem Kreis neue Telegraphen- l i n i e 11 errichtet an der Landstraße von Wallenrod nach Reuters, von Sandlos nach Fraurombach, von Steinfurt nach .Heisters, Zahmen 1111b WünschenmooS, von Metzlos- Gehag nach Rieder-Moos und von Schlitz-Salzschlirf nach dem Bahnhof Bernshausen.
: Von der O h m, 17. Juni. Welch großen Nutzen das Einsetzen v 0 n F i s ch brüt, insonderheit Forellenbrut, für unsere Gebirgsläufe hat, beweist klar und deutlich der Wert einer Fischerei ohne Einsetzung und der mit einer solchen. In einem Fischereibezirk des Ohmlaufes hatte man früher Brnt eingesetzt. Rach zwei Jahren trat der volle
17,5 kn allein a> richt«" mischten der viel« Bah» bi |ii gelnr ivohnun! Betrieb
*" Ein neues Geschäftshaus.
Gaireiiwtt,schäft, int Waschen und Bügeln, Reinhaltung des Hauses, Puchfüh'.'.ing. Zä in diesem Kurse auch ein sehr gründlicher
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** Hessische LandeSaus st e l l n n g.
lv e r b 1 i ch e n Korporationen in Hessen können von der Handwerkskammer in Darmstadt ermäßigte Eintrittskarten zur Landesausstellung erhalten. Von dieser Gelegenheit ist bisher schon viel Gebrauch gemacht worden, bereits 43 Anmeldungen von Korporationen mit etwa 2000 Teilnehmern sind der. Handwerkskammer schon mitgeteilt worden. Hat eine Korporation den Tag des Besuchs bestimmt und vorher die Zeit des Eintreffens mit der Bahn der Handwerkskammer mitgeteilt, so können von einem Beauftragten direkt nach der Ankunft die benötigten Karten auf dem Bureau, Gcorgenstraße 9, in Empfang genommen werden.
* * L a n d e s h l) p 0 t h e k e n b a n l. Ter Beamte der Landeshypothekenbank Hch. R ii h l aus Tarmstadt wurde zum Bankassistenten ernannt.
* * Neue r H au p t st a a t s k a s s i e r. S. K. H. der Großherzog haben den Bezirkskassier der Bezirkskasse Kastel, Regierungsassessor Gg. Wenzel zum Hauptstaatskassier ernannt.
* * Erledigt ist eine mit einem lath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeichule 311 Seligen- st a d t.
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Aus Sta-t und Land.
Gictzcn, 18. Juni 1908.
Hessische Wohttungsfürsorge.
Der Ern st-Ludwig-Verein, hessischer Ze ntral- verein fiür Errichtung billiger Wohnungen in Darmstadt, hält seine Hauptversammlung am 26. d. 9)1., vormittags IO1/, Uhr in Darmstadt ab. Im Mittelpunkte der Tagung steht ein Vortrag des Bürgermeisters und Landtagsabgeordneten Dr. Glässin g in Darmstadt über „93 o b en- politik der Gemeinden". Der Vortrag berührt in seinem ersten Teile die Stellung der Gemeinden im Gebiete des Landerwerbs und dec Verivertung des Griind und Bodens und stellt auf Grund amtlichen Materials die Ergebnisse der Bodenpolitik in den Städten Saarbrücken, Altona, Essen, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt a. M., Ulm, Freiburg i. B., Mannheim, die Frage des Wiederverkaufs und Verkaufs, sowie die Ergebnisse des Erbbaurechts dar. Auch die Vorschläge der neuesten Littecatur, so z. B. das von dem Generalsekretär de§ Deutschen Vereins für Wohnungsreform herausgegebene Werk: „Die städtische Bodenfragc" werden berührt. Der zweite Teil ist einem Ueberblick über die Verhältnisse in Hessen gewidmet. Unter Hervorhebiing besonderer Fälle von typischer Bedeutung und ihrer versuchten Lösung sollen die Möglichkeit besonderer Maßnahmen der Behörden, die Frage des Erbbaurechts in Hessen, das englische leasehold-Sqitem und die im Landtage beantragte Reform des derzeitigen Bau- und Enteignungsrechts kurz erörtert werden. Der Vortrag soll einen Ueberblick über die Fülle neuzeitlicher Gcmeinde- aufgabcn bieten. Bei letzteren ist selbstverständlich die Kräf- tigung und Erhaltung des soliden Bauuntcrnchmertums und die oft von privater Seite betriebene Pionierarbeit der Aufschließung des Bodens von größtem Werte. Das Korreferat hat Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Dr. Frcuay in Bensheim übernommen, der die Initiative zu umfangreicher kommunaler Bodenpolitik in Bensheim ergriffen hat und aus dem reichen Schatz seiner Erfahrungen Mitteilungen machen wird. An die Versammlung schließt sich eine gemeinsame Besichtigung der Hessischen Landesausstellung an, sie wird insbesondere der unter Leitung des Vereins erbauten Kleinwohnungskolonie gelten.
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Handarbeitsunterricht, in welchem das Stricken, Wäsche-Schnitt- zeichnen, Wäschezüschneidc», Hand- und Maschinennähen, Ausbessern erlernt wird, da ferner auch allgemein bildende Fächer, wie Aufsatz, Rechnen, Singen, Gesundheitslehre und Krankenpflege gelehrt werden, ist die Teilnahme an dem Unterricht nicht nur den Töchtern von Landwirten, sondern auch denen des Mittelstandes sehr zu empfehlen. Hinzuweisen ist noch auf die gründliche Ausbildung in den laufenden Arbeiten int Obst- und Gemüsebau, speziell auf die Konservierung, das Einmachen des Obstes und der Gemüse. Ebenso werden der Ernte und Winteraufbe.» Wahrung des Obstes und der Gemüse große Beachtung geschenkt. Taß zur Erlernung eines so großen Lehrplanes wie des oben, angeführten, ein mehrmonatlicher Lehrkurs notwendig ist, ist als selbstverständlich zu betrachten. Wenn auch in letzter Zeil vielfach kurze Wander-Haushaltungskurse errichtet wurden, auf denen in wenigen Wochen die Einführung in einige Obliegenheiten des Haushaltes bezweckt werden soll, so muß doch jeder Vater, der feiner Tochter die gründliche Ausbildung in den I-ausmütterlichen Pflichten geben lassen will, seinem Kind einen längeren Unterricht zukommen lassen. Zu erwähnen ist noch, daß Mädchen, die zwei Kurse mit Erfolg oesucht haben, ein Zeugnis erhalten, das iInten die Qualifikation als Handarbeitslehrerin für'hesstsche Volksschulen gibt. .Die Landwirtschaftskammer kommt den Eltern sehr entgegen, indem sie den Urnerricht und Pensionspreis denkbar niedrigst festgesetzt hat. Für Unterricht und Wohnung sind für den Kursus von Heisinnen 20 Mark, von Nichthessinnen 30 Mark-zu bezahlen. Die Kosten der Verpflegung berechnen sich nach der wirklichen Auf- wendung und dürften den Betrag von 35 Mark im Monat nicht übersteigen. — Anmeldungen zur Teilnahme an dem am 2. Zull beginnenden Kursus sind sofort an die Landwinschastskammer, Darmstadt, Rheinsiraße 34,1. zu richten, welche auch ausführliche Programme auf Verlangen versendet.
"'Sonderfahrt zur Wasserkante. Die Kreisgruppe Mainz des Deutschen Flottcnvererns veranstaltet vom 15.—22. Juli d. I. eine Sonderfahrt nach Bremen, Bremerhaven, Helgoland, Hamburg und Kiel, deren Kosten einschließlich aller Besichtigungen, Dampferfahrten, Ausflüge, sowie Hotels und Verpflegung — Getränke ausgeschlossen — IIOMk. betragen.
* * In Amerika gestorbene Hessen. Frau Anna Hellmann, geb. Brehm, aus Kleestadt, 70 Jahre alt, zu San Jose, Jll. — Frau Marie Elisabeth Da ab aus Groß-
zurück, daß er bald ganz verschwand. In Nachbarbezirkcn dagegen, di? man mit Brut bevölkerte, war der Fischreichtum ungleich größer. Ta die Fischereien in neuester Zeit immer begehrter und dadurch immer teurer werden, so bilden sic eine keinesfalls unbedeutende Einnahmequelle vieler Gemeinden. Aus diesem Grunde ist das alljährliche Einsetzen von Fischbrut nur zu empfehlen. — Tie H e u - ernte ist in vollem Gange; cs gibt wenig und Diel Heu, je nach Lage der Wiesen. Die trockenen Grund- und Bcrg- wiesen liefern reiche Ertrüge, die nassen Wiesen dagegen zeigen lichten Grasbestand. Auf Ictztereu war das Wacys- tuiu durch die Nüsse iiitb Külte des Frühlings beeinträchtigt. Im ganzen aber füllt die Heuernte uach der Menge gut bis recht gut aus. Zu wünschen lüßt aber wohl dic Qualität wieder übrig, weil das Heuwetter den unbeständigen Witte- rungscharakier der seitherigen Zeit aufweist. Dadurch wird das Heu nicht richtig dörr und kommt zu rasch in die Scheuern. Ti: gegenwärtig überall stattftndeudeu Heugras- Versteigerungen zeigen normale Preise; an Grünfutter hat es in hiesigen Gegenden Feinen Mangel. Hoch im Preise ist noch das alte Heu; man bezahlt für den Zentner, frei Bahn- stalion, 2.80 Mk.
-n. Haingr ü nbau, 15. Juni. Das war ein schöner . Tag, der Tag der Fahnenweihe unseres Kr ie gerne rein s. Golden flieg die Sonne int Osten hinter dem Büdinger Walde auf, Festplatz, Straßen und Häuser unseres entlegenen Walddorfes im schönsten Schmucke zeigend. Und alle Bewohner hatten sich auch bestrebt, dic Ausfchmückung fürs Auge angenehm zu gcftalten und gezeigt, daß das Fest der ganzen Gemeinde gelte. Schon von 12 Uhr ab trafen die fremden Kriegervereine bei uns ein, am Eingang des Torfes von Ehrenrcitern empfangen und zum herrlich gelegenen Festplatze geleitet, ivo sic von dem 2. Präsidenten des sestgebenden Vereins Weinei bewillkommnet wurden. Um 2 Uhr setzte sich der Festzug, in dem etwa 30 Kricger- ücrciue — hessische und preußische in echter Kameradschaftlichkeit — Vertreten waren, in Bewegung. Nach einem Umzug durchs Torf auf dem Festplatze angelangi, begann der eigentliche Festakt. Vizepräsident Weinel hieß alle Fest- gaffe herzlich willkommen, der Münnergesangverein Hain- grünbau trug ein passendes Festlied vor, woraus der Ortsgeistliche Pfarrer S t r ö h e r die Weiherede hielt. Er hob besonders hervor, daß edles Streben gepaart mit guter Kameradschaftlichkeit es fertig gebracht haben, daß der Verein schon nach vierjährigem Bestehen an die Anschaffung einer Fahne habe denken können. Er ermahnte, auch fernerhin diese Tugenden zu pflegen, indem er auf die Inschrift der neuen Fahne hinwies: „Das Reich, errungen mit dem Schwert, im Frieden halten wir cs wert." Frl. Ko ch entfaltete alsdann das Banner und überreichte es mit kurzen Worten dem Fahnenträger des Vereins, der seinerseits gelobte, es stets zu ehrlichem Tun dem Vereine vorantragen zu wollen. Tie Glückwünsche des Hassiaverbandes und insbesondere des Bezirks Büdingen überbrachte der Vorsitzende des letzteren, Oberlehrer Dr. Krämer-Bu- bingen. In markigen Worten forbertc er auf, die echten soldatischen Tugenden in den Kriegervercinen weiter zu pflegen und wies daraus hin, daß nicht Hurrapatrioten zu erziehen seien, sondern Leute, die auch den Mut haben, ihre freie Meinung zu äußern und an den bestehenden Einrichtungen berechtigte und maßvolle Kritik zu üben. Als Vertreter des Großh. Kreisamts sprach sodann noch Kreisamtmann Dr. Löslein. Außer den Kriegcr- vereinsmitglicdern waren dic Bewohner der benachbarten Ortschaften in großen Scharen herbeigeströmt, den geräumigen Festplatz saft vollständig füllend. Auch die Grastn Marie zu J,e.ivurg Meerholz, bic ihren Witwen sitz im nahen
Sö vtthmiil Ul Dffenl keimen dem 3tö vom Pjc erhalten. 9fl|i gen habe, bo er em H alsbald Liebhabei Pefchel u willigie i bezahlle wie 3l(ii nuiBle |d (beiiellie kommen, mußte ei schwer bi Mdchen s» Hana Linsilcige lerne Diu Wirklich! Ml und nachLiix, Wrachk. oudjti) Hans, io . K6l
ÜOfllge h berechne,. . *aii 1 °.iii nii
Abg. .Dr. Osann habe ;a nicht Unrecht, wenn er meine, bre Gendarmen und Bürgermeister würden die Bestimmungen vielfach nicht verstehen, aber diesem Umstand habe bte Regierung schon dadurch Rechnung getragen, baß sie bic Entscheidung Hauptfach lief) in die Hand der Kreisämter legte. Wenn Vorredner meinte, die Anmeldung von Versammlungen am Sonntag werde beim Kreisamt nicht möglich fein, weil ja das Kreisamt am Samstag nachmittag geschloffen sei, so sei diese Anschauung hinsällig. DaS Kreisamt werbe der diesbezüglichen Bestimmung des Gesetzes Ge itiigc tun und dafür Sorge tragen müssen, daß auch am ^amstag nachmittag icmand zur Annahme der Anzeigen bereit sei. Der Minister wolle bei dieser Gelegenheit doch daran erinnern, daß die K r c i s ä m t e r des P u b 1 i k u m s wegen und nicht das Publikum der Krcisämter wegeu da sei. (Zu- Ittmmung und Rufe: Höre!« Zum Schluß betont der Minister, die Regierung glaubte mit der Publikation in der Darmstädter Zeitung allen Wünschen Rechnung getragen zu Haden und die Bestimmungen seien wohl auch durch beit Abdruck in den größeren Blättern in der Bevölkerung entsprechend bekannt geworden.
Abg. Orb ergänzt seine gestrigen Mssührungen und erklärt, baß er trotz der sophistischen Erklärungen der Regierung überzeugt sei, baß dieselbe die Freiheiten des hessiscl-en Volkes bei den Ausführungsbestimmungen nicht in genügender Weise gewahrt habe. ..
Abg. Molthan weist ebenfalls auf verschiedene Mitzstänbe bei bett Ausführungsbestimmungen hin, worauf die Tebattc geschlossen wird.
Bei der 3(bttinini ungjuirb unter allgemeine r Bewegung i nt Hause d c r Au s s ch » ßa n tr a g , welcher bic Anträge Köhler und Ulrich für c r 1 c b t g t wissen will, mit großer Mehrheit a b g c l c 1) n t. Dagegen werden bic A «träge Köhler und Ulrich ongeno m- m c n, nach welchen bic Regierung ersucht wird, beit Ständen alsbalb bic Aussührungsbestimmungen zum Rcichsvcreinögesctz, zur Begutachtung vorzulegcu. Auch der weitere Antrag Köhler, die Regierung zu ersuchen, Anordnungen zu treffen, für ioforiige Zurückziehung und Außerkraftsetzung der Verordnung vom 17. September 1849, betr. die Verhütung des Mißbrauchs der Volksversammlungen wirb angenommen.
Sonstiges.
Nach einer kurzen Pause nimmt Minister Braun das Wort und betont, daß die Landesausstellung wesentlich durch Eitt- gegcukommen der Laubstär,de ermöglicht worben sei. Es sei ihm eine angenehme Pflicht, auch an dieser Stelle für das bewiesene Entgegenkommen bestens zu baukeu. Um den Kammermitgliedern auch einmal zu zeigen, >vaS in der Ausstellung geleistet worden sei, lade die Regierung dieselben für Freitag nachmittag 4‘-> Uhr zu einer gemeinsamen Besichtigung ein, auch die Erste Kammer fei dazu eiugeladeu.
Präsident Haas dankl bent Minister für die Einladung und bemerkt, baß bas Haus derselben gern Folge leisten werbe.
Dann wirb der dringliche Antrag Köhler, betr. Abwehr maßregeln gegen Tierfeud>e» beraten unb nach kurzer Debatte beschlossen, für bic mündliche Berichterstattung einen Referenten zu bestimmen.
Dann begrünbet Abg. Finger in längeren Ausführungen seinen bringlicheit Antrag, betr. bic burrfj bas Hagelunwetter Ge- fchäbiglen vom 5. Juni.
Abg. Seel in g er spricht gleichsatts für bic Annahme bes Antrages unb betont, daß aus bent Joubs für Wasserschäbcit sehr wohl auch bie nötigen Mittel für bic burch bnö Unwetter so schwer betroffenen Ortschaften in Rheinhessen zur Verfügung gestellt werben könnten.
Minister 93 r a n it ^weift dagegen darauf hin, daß es sich hier um Bewilligung von Staatsmitteln handele: deshalb müsse sich erst der Finanzausschuß mit der Angelegenheit beschästigen. Tas Haus beschließt darauf, einen Abgeordneten zur mündlichen Berichterstattung über beit Antrag zu ernennen.
Bezüglich ber dringlichen Anfrage Leun unb Genossen, betr. die Fürsorgekassc für bic Lanbgemeinbcu usw. verliest Ministerialrat Beit als Regierungsantrag eine längere Erklärung, bic auf der Tribüne nicht deutlich vernommen wirb.
Auf Antrag des Abg. Leun beschließt das Haus, dic Trncl- legung dieser Erklärung unb vertagt bic Beratung darüber auf nächsten Freitag.
Zur Beratung gelangt bann die Vorstellung der Gemeiudc Budenheim bet Mainz, betr. bic Schäbigung der Landwirtschaft durch bic dortige Zemeittfabrik.
Abg. Dr. David stellt fest, daß trotz des jüngsten einstimmigen Kammerbeschluffes in dieser Sache von der Regierung anscheinend noch nichts geschehen sei, um bie viel beklagten Mißstände zu bcicitigeit und die bedrohten Landwirte vor weiteren Schäden durch d:e Zemeuttabrik zu bewahren. Die Letztere arbeite ruhig in bcr bisherigen Weise um, ohne ihren Berpflichtungeu, bezüglich der Geschädigten nachzukommcn, ober die zu beanspruchenden Ent- schädtgungen ohne Klage zu gewähren.
Minister Braun wende, >ich gegen die Auffassung des Vorredners, als ob jettens der Regierung in der Sache nichts geschcl-en fei. ES hätten bereits ivicdcrholt Verhanblungen darüber statt- gesunbeu, auch sei Herr Provinzialbirctior Freiherr von Gagern mit bcr Kontrolle ber Entstaubungsanlagen betraut worden. Er müsse ttllerdings ebenfalls konstatieren, daß der erwünschte Erfolg noch nicht cingetreten sei.
Nach weilercn kurzen AuSsührungen bcr Abgg. Dr. F renn v, Adelung unb Tr. Tavtb beschließt bas HauS, auch hierfür einen Abgeoroneteit zur mündlichen Berichierstattimg zu ernennen.
Zur Beratung gelangen baraus mehrere Rückäußerungen ber Ersten Kammcr, bett. beS N e 1> e u b a h n g c s c y e s. Die Erste Kammer hu hierzu eine Ausschußresolurion angenommen, welche '■tbg. '.Ui ti 1 11) a n zuzustimmen beantragt. Auch in bem Gesetz, betr. bic Fürsorgekasjc für bic LanbZemcinbebcamten, hat die Erste Kammer einige Abänderungen befchlosfcn, welche
Abg. Tr. O s n n n anzunehmen bittet.
Endlich tt iid i auch Abg. Fulda mehrere Abänderungen bei Ersten Kammer, inbetreff des Bachgesetzes zu genehmigen.
Tas Haus stimmt sämllichcn von der Ersten Kammer vor- gefchlagenen Abänderungen ohne Debatte zu.
Eine längere Debatte entspinnt sich noch bei der Vorstellung des Karl Schmid, aus Mühlheim ujit Herabsetz u n g der S t c ut p c 1 a b g a b e für den Austritt auS bcr K t r ch c. Der Petent wünscht bte Hcrabschung von 6 Mk. auf 1 Mk. 50 Pfg. Ttc Aus-'chußmehrheit beantragt unter Hinweis auf bic AuSführmtgen der Regierung, cs liege kein Grunb basiir vor, beit Austritt aus der Ztirche durch eine besonbcrs mäßige Gebühr zu bcgüiiftigeit und noch weniger sei Veranlassung vorhanden, in dem erst im vorigen Jahr revidierten Stempclgcictz schon wieder eine Aenderung vorzunehineu. Die Mehrheit beantragt deshalb, bic Vorstellung für erledigt zu erklären, während die Ausschuß- mindcrheit die Vorstellung der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen wissen will.
Staatsminister Ewald bittet, bent Antrag der Ausschußmehrheit beizutreten. Der Stempel wirke wegen seiner geringen Höhe nicht vrohtbitiv und es sei auch dem Staate nicht gleidy- gültig, ob bte Bürger einer Religionsgemcinbe angehörten oder nicht. Auch könne dem Unbemittelten der Stempel ganz oder teilweise criassen werben. Der Antrag der Ausschußmehrheit wird darauf angenommen.
Abg. Tr. O s a n n fragt noch, was dic Regierung in der Schtther Angelegenheit zu tun gedenke, worauf Minister Braun erwibfti, die Regierung könne jetzt keine Antwort darauf geben, da bic Verhanblungen zwischen beit beteiligte» Parteien noch fort» bauerten, sie sei aber später zu einer schriftlichen Antwort bereit.
Aus Anfrage Ulrichs, wie es mit der Unterschlagungs- tlssärc bes Rechtsanwalts Link in Tieburg stehe, erklärt Staarsminister E W a 1 b , es bedürfe langwieriger Ermittcliiitgen, nut festzustellen, welche Unterschlagungen Link in seiner Eigenschaft als Rechtsanwalt ober 9iotav begangen habe.
Daraus schließt bic Sitzung kurz por 2 Uhr.
Nächste Sitzung F-reilag vormittag 10 Uhr.
Stabil*- Mtzutt iceni9cn, fei bst
Elsoffer, gegr. 1875, bie seit über 10 Jahre ihr Geschäft im Warenhattsstil betreibt, sah sich durch ben immer größer werdenden Geschüftsumfang und burch ben Braud, der s. Zt. das Lagerhaus vottsiündig zerstörte, veranlaßt, ihre Gebäude: Wohnhaus nach der Marktstraße unb Hinterhaus uach ber Rittergasse niederzulegen und auf dem Komplex ein modcrues Geschäftshaus zu errichten. Der Bau aus rotem Sandstein, nach den neuesten gesetzt. Baubestimmungen für Warenhäuser errichtet und mit allem der Neuzeit entsprechenden Komfort oersehen, wurde vou der Baufirma H. Winn & Co., G. m. b. H., errichtet. Die Geschäftsrätuuc: Souterrain, Parterre und erster Stock umfassen cn. 1000 Quadratmeter und werden zu den größten für Dctailgeschäfte am hiesigen Platze gehören. Die Eröffnung findet im Juli statt.
** Landwirtschaftliche Haus halt» ngss ch u l e zu Lind h e i m. Die Landwirtschaslsläinmer Tarmstadt eröffnet am 2. Juli ben zweiten diesjährigen 5-monatlichen Haushaltungskursus an ihrer Haushallungsschnle zu Lindheim. Der praktische unb theoretische .Hanshaltungsunterricht erstreckt sich auf bie Anleitung im selbstänbigen Koche» mit Rücksicht auf bic Bebürfnisse bes ländliche» unb bürgerliche» TifcheS, Zubcreiiiittg unb Anf-
vor einem Jahre, läßt auch jetzt bic „Gesellschaft zur Förderung des Tierschutzes imb verwandter Bestrebungen" in Berlin W. 57, Bulowslraße 95 in großen Mengen ein Flugblatt verbreiten, das bic Kinder davon abhalten soll, während der großen Ferien — und auch sonst — sich bie Zeit mit dein quälerischen Fangen und Töten von Schmetterlingen und anderen kleinen Tieren zu vertreiben. Die erste Seite des hübsch ansgestatteten Flugblattes, das schon von zahlreichen Lehrern und mehreren hohen Schulbehörden lucit verbreitet worden ist, enthält eine kurze, zum Herzen gehende Ermahnung der Kinder; ans der anderen Seite sichen Sprüche und Verse von Friedrich Hebbel, Johannes Trojan u. a. Einige Probe-Exemplare versendet die genannte Gesellschaft (Berlin W. 57, Bülowslr. 97) gern unentgeltlich jedem, der sie darum ersucht. — Es ist ein schwerer Fehler der heutigen Erziehungsweise, daß man bie kleinen Tiere ber Willkür ber Kinder preiszugeben pflegt; das Flugblatt verdient daher von jedem Tier- und Kinderfreunde verbreitet zu werden.
Stenograph is dies. Ter Bezirk „Oberhessen und D i 11 t a l" bcS Miltcttvcstdculschcn SlenographcnbundcS „S t o l z c - S ch r e y" halt seinen 2. Bezirkstag am 5. Juli in H e r b o r n ab. Ein größeres Wettjchreibcn ist damit verbunden, für ba5 von der Stadt Herborn und bem Bundesvorslande^wert- volle Ehrenpreise gestiftet worden sind. Tic Gießener Stolze- Schreysehen Vereine werden sich in stattlicher Zahl an bem Weltschreiben beteiligen. Es ist erfreulich, daß bas Eiuigungssystem „Stolze-Schrey", bas in früheren Jahren in Gießen kaum bekannt war, jetzt eine jo große Zahl eifriger und tüchtiger Anhänger gewonnen hat. Gegenwärtig werden Oiird) bie 4 Slolze-Schvcpschen Vereine (Stadtverein, Atllitärverein, Schülervereine am Gymnasium, Realgymnasium und der Obcrrcalschlllc) 81 Personen unterrichtet.


