Nr. 15
General-Anzeiger für Gberhesjen
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Gleiten und
Kajsel, verlangt jedoch seinen freiwilligen Rücktritt im Inter, esse der Einigkeit.
ihm, dem Minister, bic Anregung sehr sympachisch; sich mir, wer die Tränen troclnen solle, die Ge- oder, wie er vermute, der Staat.
Köhler tourt)d# Leruckfichtiguug der Müller an-der
zungs-Me»' a je 1000 chneten Bettages deren Bankkonto leisten, den Rest t diese Zeichnung
ien, Abbildungen I loslensrei jugk«
werk: zwei Fremdenzimmer, Schlafzimmer, Badezimmer, Kinderzimmer, Halle und Schrankzimmer; unter dem Dache: ein Fremdenzimmer, zwei Mägdekammern, eine Kammer zum Aufbewahren von Wäsche, ein Schrankzimmer und ein Trockenraum. Auf die Ausstattung der Jnnen- räume und die Verwendung verschiedener Holzarten usw., sowie auf weitere Einzelheiten der Bauausführung werden wir später zurückkommen. Das Haus trägt seinen
nach dem Erbauer, Architekten Johann Gewin in Darmstadt; es wird für Bauunternehmer Ludw. Wagner errichtet.
Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Unioersuäts - Buch- und ©temörucfeceL R. Lange, Gießen.
— Gießener Kunstverein. Die seither ausgestellten zwei Slubai-Büder von. A. Bennewitz aus Schönberg gingen dnrch Ankauf nach Saarbrücken, bezw. hier in Privalbesitz über. Ferner verblieben noch durch Antaui hier von G. Butzengeiger aus München „Schloß Steuschwanstein' und.Schloß Hohenschwangau", von F. v. Joeden aus Mainz .Rheinstimmung bei Atainz".
Detttßche» rreich«
Berlin, 17. Jan. Der Kaiser hielt heute im königlichen Schloß zu Berlin das KapiteldesSchwarben Adlerordens ab.
— Die polnischen Studenten sind auf Grund ministerieller Verfügungen aus den Jahren 1886 und 1902 durch den Universitätsrektor darauf aufmerksam gemacht worden, daß sie, solange sie Hörer auf der hiesigen Universität sind, von polnischen Vereinen und Versammlungen sich fernzuhalten hätten.
i— Der „Reichsanzeiger" meldet: In der gestrigen Plenarsitzung des Bundesrats wurde die dem Bundes- rate vorgelegte Berechnung der nach dem Rcichshaushalts- etat für 1908 aufzub ringend en Matrikularbeiträge genehmigt.
Zweibrücken, 17. Jan. Die hiesige Ortsgruppe des Flottenvereins findet das Verhalten des Generals Keim seit der Kölner Tagung nicht tadelnswert. Sie wünscht eine entsprechende Ehrung Keims in
Das Haus, ein einstöckiger Bau, wiederholt gleichsam in seinem Aufbau die Geländegestaltung und schmiegt sich auch eng dem terrassenförmig aufsteigenden Garten an. In die Augen fällt vor allem die vornehm und einfach gehaltene Außenarchitektur, ferner sind es die zurück- jtrebenden Fenster, die einen Einblick von der Straße aus verhindern! Dom ersten Stockwerke ab entwickelt sich der mächtige Giebelaufbau, der durch eine Loggia durchbrochen ist. Diese hat ihren Zugang von einem Schlafzimmer aus. Das ganze Dach ist mit^roten holländischen Dachziegeln gedeckt, die einen wirksamen und farbenreichen Kontrast zu dem Grün der Landschaft und den Häusern der Umgebung bilden. Die Ostseite des Hauses ist ganz geschlossen gehalten und durch einen Giebel gedeckt. Jede Fassade ist anders ausgestaltet; in ihrer Gesamtheit sind sie doch einheitlich gebildet und verleihen so dem Hause ein geschmackvolles, immer gleich anziehendes Aeußere. Die Westseite weist einen eleganten Vorbau auf mit einer durch eine Doppelsäulengruppe getragenen Terrasse mit Ausgang auf die Halle. Der Giebel ist durch das weit ausladende Dach geschützt. Die Südseite bildet gleichsam die Fortsetzung des Geländes mit ihrer Terrasse mit zurückgesetzter Loggia und durch einen säulenartigen Aufbau wird das Dach gestützt. Die Spitze des Daches gipfelt in zwei fein durch- gesührten Kaminköpfen.
Der überdeckte Eingang des Hauses liegt an der Ostseite und ist durch eine Muschelkalktreppe zu errcidjen. Im Sommer ist er umrankt von wildem Wein und Kletterrosen, während er im Winter noch durch eine Glaswand seitlich geschützt wird. Der Dienstboteneingang befindet sich im Sockelgeschoß. Ein nicht zu unterschätzender Vorzug ist es, daß dort auch die Küche liegt und nicht im Keller. Die Kohlen für die Zentralheizung werden durck) einen besonderen Eingang in einen Kellerraum gebracht, der mit der Waschküche in Verbindung steht. Der Keller enthält einen umfangreichen Vorraum mit einem Meinen Aufzug, ein Bügelzimmer, die Waschküche, einen Trockenraum, einen Raum für die Gartengeräte und die eigentlichen Keller- räume. Unter diesen ist auch ein Weinkeller, bei dessen Anlage Rücksicht darauf genommen wurde, daß die Weinflaschen viel besser in Stein eingebettet liegen als auf Holzgestellen. Daher ist die Kellermauer mit Löchern durchsetzt, deren jedes bestimmt ist, eine Flasche auszunehmen; durch den die Flasche umgebenden Stein ist eine gleichmäßige kühle Temperatur des Weines gewährleistet. Im Erdgeschoß liegen: Diele, Kück)e, ein Anrichte- raum, Speisesaal, Wohnzimmer und Salon; im ersten Stocks
TW .Gletzener Laintltendlätter- werden dem ,Lnzei«er" viermal wöchentlich beigelegt, das ^Itftsblan für den Kreis Gießen" zweimal »ochemnch. Dte ..Landwirtschaftlichen Seit- tragen" erscheinen monatlich zweimal.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 5L
Redaktion:^-^ll2. rel.-AdruAnzeigerGießen.
tzMche Landeranrsteüllng Darmstadt 1908.
Das Haus Gewin.
Einen eigenartigen, vielleicht nicht den unvorteilhaf- ücsten Anblick gewährt das Ausstellungsgelände auf der Mathildenhöhe von der Erbacher Straße aus. Der alt» nützlich in Terrassen ansteigende Boden findet gleichsam s rin Widerspiel in den Ausstellungsgebäuden, die auch von den kleineren zu immer höheren übergehen. Von den Reineren Häusern, wie dem Odenwaldhause, dem Hause Gewin und dem oberhefsischen Hause strebt der Blick immer tzöher zu den größeren Ausstellungsgebäuden von Prof. Älbin Müller und Prof. Olbrich bis zum gipfelkrönenden tzochzeitsturme. In dieses sanft ansteigende Landschasts- lrild fügen sich aber nicht allein die Gehäude ein, denn auch die Gärten haben zumeist eine Anlage, die sich der terassen- s'örmigen Bodengestaltung vorteilhaft anpaßt. Dies gilt in besonderem Maße von dem Garten des Hauses Gewin, der mit dem eigentlichen Gebäude zu einer Einheit untrennbar verknüpft ist. Die Geländegestaltung des Gartens und die Umrißlinien des Hauses weisen in dem allmählichen Ansteigen analoge Formen auf. Der Pflanzenschmuck des Gartens besteht fast ausschließlich in großen Rasenflächen, hin und wieder unterbrochen von kleinen Blumenbeeten. Hinter dem Blumenflor, der im Sommer dem Ausstellungs- esucher entgegentreten wird, soll fast ausschließlich die «'ose vorwalten. Nicht ohne Reiz ist eine kleine Teichanlage Nit einem Springbrunnen im Garten, der aus zwei Teilen besteht. Der untere von diesen ist durch eine Rohmauer abgeschlossen, über die sick) Schlinggewächse ausbreiten und bie gewissermaßen eine Kulisse gegen die Straße- zu bildet. In der rechten Ecke erhebt sick; ein Gartenhäuschen, von d°-m aus man, namentlich abends, eine herrliche Aussicht genießen wird. Das Häuschen ist nach Osten offen, damit d°er Blick über die umliegenden Gärten und zu den Bergen des Odenwaldes schweifen kann; gleichzeitig können aber bon dort aus auch die im Garten spielenden Kinder bequem beaufsichtigt werden. Die breite Treppe im Vorgarten wird von Stammrosen umsäumt. Den Abschluß des Gartens nack) der Straße hin bildet ein Steinmosaikstreifen, der verhindern soll, daß die Pflanzen durch den Straßen- ftau6 in Mitleidenschaft gezogen werden; sie werden dadurch stets ein frisches Aussehen haben. Ein leichtes, in weiß gehaltenes Gitter bildet dann die Grenze; der Einlaß ist eine etwas zurückgebogene Mauer mit einem Tor, des gleichfalls in weiß gehalten ist und durchbrochene Bänder und Sockel aufweist. Darüber erhebt sich eine kunstvolle vergoldete Statue mit einer Nummernplatte in Slasmosaik.
eigentlich falls sei es frage mein den,
Abg.
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poütijd>6 Lager-cbasr.
Grotzherzog Ferdinand von ToScana
In Salzburg ist der frühere Großherzog Ferdi- »and IV. von Toskana gestern nack)t 2^ Uhr gestorben. Der Verstorbene war am 10. Juni 1835 zu Florenz geboren imb folgte seinem Vater Leopold II. nach dessen Abdankung ann 21. Juli 1859 aus dem Thron. Aber lange dauerte Ferdinands Regierung nicht; unaufhaltsam vollzog sich «rotz aller seiner Versprechungen von Aufrechterhaltung Her Verfassung und Anerkennung der Volksrechte der An- ßchluß Toskanas an das Königreich Italien. Die öfter» «eichische Reaktion, die schon zur Vertreibung Leopolds »ach dem italienischen Kriege von 1859 geführt hatte, ! ßorderte auch den Sohn Leopolds als Opfer. Die Landes- Versammlung beschloß am 16. August 1859 die Thron- gmtsetzung des Hauses Habsburg-Lothringen, und nach der Volksabstimmung erfolgte am 22. März 1860 die Vereinigung Toscanas mit dem Königreiche Italien. Die ent» Ihronte großherzogliche Familie lebte seitdem in Oesterreich, »leist in Salzburg. Die älteste Tochter des verstorbenen - Großherzogs ist Frau Luise Toselli, frühere Gräfin Mvnlignoso, noch frühere Kronprinzessin von Sachsen. Einer der Söhne ist der frühere Erzherzog Leopold, der nach dem Verzicht auf alle ihm zustehenden „Geburtsrechte" imter dem Namen Leopold Wölfling bekannt ge- worden ist. An der Beisetzung des Großherzogs von Tos- caua, die am 22. Januar in der Kapuzinergruft in Wien erfolgen wird, werden Leopold Wölfling und Frau Loselli nicht teiluehmen. Ersterer wurde vom Tode ■ feines Vaters durch die Familie des Großherzogs ver- slündigt, während von Frau Toselli überhaupt nicht Notiz genommen tour' e. Der König von Sachsen sandte an die Familie Toscana ein herzliches Beileidstelegramm. Ter s ächsische Hof legt auf sechs Wochen Trauer an.
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unjeren Zeichnung Er dmeilung 2oo i 19us, 1909, 1910 jt UOuö •* betrog, dit l' d“ieüuiig 2000 4 tl jcbren je 2500 JL. en nul C, verzins: wer Aerrchnunq btt oibeuie von 800 * 3«.
hessische Zweite Kammer.
B. B. Darmstadt, 17. Jan.
Arrt Ministertisch: Minister Tr. Braun und mehrere Mi- rtiftcrüalrüte.
Nachdem Präsident HaaS die Sitzung um 9Vs Uhr eröffnet hat und die Kammer mit der Beratung des
Bachgejehes
fortsahren will, bezweifelt Abg. Schönberger die Beschlußfähigkeit des Hauses. Da bie Auszählung nur die Amoestnl)ett von 17 Mitgliedern ergibt, wird die Sitzung bis 10 Uhr vertagt. In dcr dann wieder eröffneten Sitzung erfolgt die Spe- ii<nberatung des BachHe.etzes. Zu Art. 6a beantragt Abg. Erk, in der vom Ausschuß vorgeschlagenen Fassung das Wort: „erheblich" zu froeicyen, während Abg. Ko re l l beantragt, statt „erheblich" zu setzen „mit mehr als 10 Prozent seines Bedarfs". Ter Ausfchubamrag für Art. 6 b lautet dagegen: Wer d^s auf oder in leinern Grundeigentum vorfindliche Wa,fer in einer Weise fördert, ableitet oder sonst benutzt, daß hierdurch dem Besitzer e.ms Triebwerkes oder einem sonst an der Nutzung des Wassers Beteiligten das für [einen häuslichen oder wirtschaftlichen Bedarf erfotiKtludje Weisser ganz oder teiüveise entzogen und birfcr hierdurch erheblich geick-ädigt wird, ist zum Schadenersatz verpflichtet. Entschädigungsverechtigt ist nur derjenige, welcher selbst oder durch seine Rech^svorgänger die Wassernutzung seit 30 Jahren ununttrbrochen aus geübt hat."
Abg. Schönberger wendet sich gegen die Anträge Erk und Kvr.'ll und empfiehl d.e Annahme d.s Ausschußantrags. Dieser w.ro darauf angenommen und dec Antrag Err abgelehnt, rooourd) der Antrag Karell gegenstands.c-s wird.
Art. 6 b behandelt d.e Vecpittchrung der Grundeigentümer zur Anzeige beim K'reisamt. Art. 6 c. Tie zu leistende Enischidr- gung. Art. 6d bestimmt: „Tem Grundeigentümer steht der Pachter uno der dinglich Berechtigte gleich." Diese Artikel werden oedattclos genehmigt.
Em als Art. < gewünschter Antrag Korell: Zum Zwecke der Erbauung emer öuentAehen Waiserteitung kann auch außer- l)aib der Gemarkung Qnel.wasser auf Grund des Gesetzes, de Enteignung von Grundeigentum betieiienb, zur Beircedigung dieser Zivecke in Ansvcuch genommen werden", wird nach un- iveseml.ä-er Debatte abgelchnt.
Der Ausjchuß spricht m seinem Bericht noch einen Wunsch dahingehend aus, daß die Regierung Mittel und Wege finden solle, um die Besitzer der Triebweme, die vor Erlaß dieses Gesetzes durch Amagcn von Wasserleckungen gesch.rdigt, in ihrer Existenz oedrobt und dicsi.ezügieck)e Desätiverden bei der Negierung eüi- geveicht blauen, in kgcnd einer Weise zu entschuldigen.
Bei Besprechung der verschiedenen Vorstellungen zum Back)- gesetz emvsleht Aög. Büchner die Unterstützung der Trieb- werisvesitzec F. Müller zu Atomard incb Georg SDiüUer und L. Hahn zu Zell.
Aiinistcr Braun bemerkt, er habe alle Empfindung dafür,
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Lauter, der Horloff und d^r Wetter.
Abg. v. Brentano bemecit, die TriebwerlZbcsitzer hatten ja keinen berechtigten Anspruch auf Entschädigung, er sei aber dafür, daß solche nach billigem Ermessen gewahrt werde und er glaube auch, daß d.e Regierung die beste Absicht habe, den Geschädigten zu hetien, was nrohl am besten durch die Vorlage eirttä Spczialgefetzes geschehen könnte.
— Kleine Kunstchronik. Nach Münchener Meldungen ist Wilhelm Busch kurz vor seinem Tode vom Kapitel des M a r i m i l i a n s - O r d e n s für Wissenschaft und Kunst der ans Gelehrten unb Dichtern besteht, einümunig zu seinem Mitglied vorgeschlagen worden. Tie allerhöchste Sanktion erfolgte aber nicht, da das Gutachten aus dem Kultusministerium über den Vorschlag lautete: „Unwürdig dieser Auszeichn ung.,<- Jn der Luitpoldgruppe der aiigesehenen Münchener Künstler-Vereinigung. die sich aus etwa 40 ausübenden Münchener Künstlern und 40 außerordentlichen Mitgliedern zusammensetzt, haben 20 aktive Mitglieder ihren Austritt erklärt. — Irene Triesch hat mit Direktor Brahm in Berlin einen neuen Vertrag abgeschlossen, die sie auf weitere 6 Jal)re für das Lessingthcatcr in Berlin verpflichtet gegen einen Jahresgehalt von 35 000 bis 40 000 Mk. — Aus Viünchen wird gemeldet, dag Albert Heine mit 30000 Mk. Jahresgage ans Berliner Theater bei dreimonatlichem Urlaub berufen wurde. — Im Berliner Lustspielhaus wurde das Lustspiel Rickstird S ko wr o n n e k.s „Pann e", ein liebenswürdiger, lwrmlofer Schwank, vom Publikum mit Beifall ausgenommen. — Karl Schönherrs Bauer n k o m ö d i e „Erde", die das alte Motto ppm Vater und Sohn ohne künstlerische Vertiefung mit groben Bühnenmitteln durch drei handlungsarme Akte schleppt, wurde bei der Erstaufführung im Düsseldorfer Schaufpielliaus und durch die ausgezeichnete Darstellung vor einem glatten Durchfall gerettet. — Zmn Professor an der Akademie der Tonkunst in München: wurde der Sänger Dr. Felix v. Kraus in Leipzig ernannt. — Im norwegischen Brief des „Literarischen Eckws" teilt Viggo Moe mit, daß Björnson, der 75 jährige, an einem polit. Drama arbeitet Der Entwurf geht neben dem Plan literar. und persönlicher Lebenserinnerungen einher, die den Dichter sck-on seit längerer Zeit beschäftigen. Die Fertigstellung des Dramas war ursprünglich schon für den Herbst erwartet, stcht jedoch nach .der Unpäßlichkeit, die den Dichter zum Winteraufenthalt im Süden zwang, erst für den Frühling bevor. Das Werk soll, im Anschluß an die Unionstrennung von 1905, den professionellen Lobredncrn des „neuen nationalen Arbeitstages" uiuuv genehme Wahrheiten sagen.
die Entschädigung angenommen :
„Tie zweite Kammer wolle beschießen, die Großh. Regierung zu erfuchen, Anordnung zu treffen, dahingehend, daß die Bescher Der Triebrverle, lvelche vor Erlaß dieses Gesetzes durch Anlagen von Wafscrteitungen geschädigt, in ihrer Existenz bedroht und diesoezüglül>e ^schiverden bei der Regierung einge- reickst haben, in irgend einer Weife entschädigt werden."
Nach einer längeren Geschäftsordnungsdebatte, in der von den Abgg. N e i n h a r t, Tr. Schmitt, Molthan, Bähr u. a. die Notwendigkeit möglichster Beschleunigung der parlamentarischen Arbeiten betont wurde, tritt die Kammer in die Beratung des
flreiSgeometer- und DermessnngSwesens ein, wozu nicht weniger als 10 Vorstellungen vorliegen.
Abg. Molthan gibt als Ausschugreserent eine längere Darlegung über die Angelegenheit. Eine Aushebung der Kreis- vermesfungSämter sei nach seinem Dafürhalten nicht angängig. Tie Uebernahme von Privatarbeiten durch die Kreisvermessungs- ämter sei durch Verfügung der Regierung wesentlich eingeschränkt worden: es müsse aber auch darüber gewacht werden, oaß diese Versügung richtig gehandhabt werde, Damit der Privatgeometer nicht der Konkurrenz unterliege. Dem Finanzminister sei es zwar gelungen, das Budget ohne Fehlbetrag abzuschließen, es sei 0*6er keine Aussicht vorhanden, auch iwch eine größere Summe für andere Zwecke flüssig zu machen. Dcr Ausschuß hat sich deshalb entschlossen, zu beantragen, von einer Verstaatlichung des ^eisgeometerwesens Abstand zu nehmen, inbczug auf die zahlreickwn sonstigen Wünsche und Vorschläge nach verschiedenen Richtungen hin aber alle billigen Wünsche nach Möglichkeit zu berücksichtigen.
Minister Tr. Braun dankt dem Ausschußberichterstatter für die übersichtlick)e und prompte Bearbeitung der schwierigen Materie und bespricht dann die Einzelheiten des Berichts. (£r bedauert daraus, daß, nad>bem die Frage schon Jahrelang die Stammet beschäftige, der Abg. Tr. Heidenreich erst heute mit einem ganz neuen „Primärantrag" hervortrete und bittet, diesen in der Kammer abzulehnen.
Abg. Tr. Heidenreich legt die Absicht seiner Anträge näher dar und betont, daß sie durchaus nicht neu, sondern, meist nur eine Wiederholung der früheren Anträge seien. Er hege vor allem den. Wunsch, daß das ganze Kreisvermessungswesen unter einem Ministerium vereinigt werde.
Ministerialrat Tr. Becker betont, daß bie Regierung nt erster Linie die sachlichen Interessen bei der ganzen schwierigen Frage vertrete und Abg. Dr. Heidenreich hätte dem zweifellos ebenfalls mehr gedient, wenn er seine Anträge rechtzeitig und nicht erst jetzt rm letzten Moment eingebracht hätte. Er hätte doch vor allem dem Ausschuß Gelegenheit geben sollen, zu diesen Anträgen Stellung zu nehmen. Tann waren jedenfalls auch die vielen Irrtümer richtig gestellt worden, die in den Anträgen enthalten seien. Es sei auch nicht richtig, daß sie eine Wiederholung der früheren Anträge bildeten; dies treffe nur bei ganz wenigen zu. Redner wendet sich dann noch ausführlich gegen diese Anträge und ersucht das Haus um Ablehnung derselben. , t
Um 1 Uhr wird die Beratung abgebrochen und auf Timstag, 9 Uhr, vertagt.
R.B. Darmstadt, 17. Jan. Die von einem Lokalreporter verbreitete Nachricht, daß der Seniorenkonvent der zweiten Kammer eine öffentliche Erklärung erlassen und darin sein Bedauern ausdrücken werde, daß ein Mit« glied des Gesetzgebungsausschusses (gemeint ist der sozial-
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daß den Betreffenden nach billigem (Sanenen Entschädigung gewährt werde, fck-on in Rücksicht daraus, daß diese Leute ja die gesetzliche Regelung veranlaßt haben. Jeden-
I Abg. Brauer erklärt sich mit dem Vorredner einverstanden. Tie Forderungen der Wcüller seien häufig viel zu hoch gewesen und d.e bewilligten Entschädigungen gerecht. — Nach lurzer weiterer Debatte wird folgender Antrag Lang über
Zweites Blatt 158. Jahrgang Samstag 18. Januar 1868
G^tzener Anzeiger


