Ausgabe 
16.5.1908 Zweites Blatt
 
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wurde von Burschen in Walde er- früh aufge- Mund mit Der Täter

Sohn des hier wohnhaften Spenglers Fischer einem unbekannten ca. 18 bis 20 Jahre alten einem in der Nähe von Weinheim gelegenen mordet. Die Leiche des Knaben wurde heute funden. Der Bauch war aufgeschlitzt und der Gras verstopft. Es liegt ein Lustmord vor. konnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden.

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Sonntag den 17. Mai: Vorwiegend heiter und trocken. Nachts etwas kühler, am Tage etwas wärmer als heute.

Große Ditze herrscht in Budapest. Das Thermometer zeigte gestern im Schatten 36 Grad.

Aus Tirol. Einer der bekanntesten Gasthöfe in' Tirol das große HotelAlpcnhof" in Hinterriß, wurde bun Feuers' brunst vollständig eingeäschert. Infolge der warmen A'itterunq und per dadurch rasch bewirkten Schneeschmclze sind viel- Wildbäche ausgetreten und haben die umliegenden Kulturen über- chwemmt. Aus allen Teilen Tirols laufen Hiobspostm ein In Br ixen beschädigten die ausbrcchcnden Fluten das Elektri­zitätswerk. so daß die Stadt seit gestern abend ohne Licht ist In Pfunds im Oberinntal richtete das Hochwasser riesige Ver­heerungen an. Die Felder und Wiesen sind in einer Fläche von 10 000 Quadratmeter aus Jahre hinaus vom Ernteertrag aus­geschlossen. Viele Ortschaften sind vom Verkehr gänzlich abge­schnitten.

m. Münchholzhausen, 15. Mai. Die Gemarkung M ü n ch h o l z h a u s e n mit einem Flächengehalt von 585,8 Hek­tar steht im Zusammenlegungs verfahren. Die Für­sorge des Staates und der Provinz, die in der Grundstücks­zusammenlegung den bedürftigen Gemeinden zuteil wird, durften wir in besonderem Maße erfahren. Es sind in diesem Jahre für die Zusammenlegung an 15 Gemeinden des Kreises Wetzlar 32 180 Mk. bewilligt worden. Münchholzhausen er­hielt davon 10 000 Mk., während vielen Gemeinden nur 500 Mk. bewilligt wurden.

|| Fellingshausen, 15. Mai. Der hiesige vor drei Jahren gegründete Turnverein begeht am ersten Augustsonntag sein Fahnenweihfest. Der junge Verein zählt bereits 70 Mitglieder und ist dem Lahn - DünSberg- Turnbund beigetreten. Mit dem Fest wird die Turnfahrt des Bundes verbunden. Am 5. und 6. Juli wird im be­nachbarten Nodheim das Bundesfest gefeiert.

a. Kloster-Altenberg, 15. Mai. Für nächsten Montag ist die Eröffnung der Kreis-Jung v ie Hw eid e zu Kloster Altenburg angekündet. Sie besteht bereits 3 Jahre und hat sich bisher auf's beste bewährt. Es ist während dieser Zeit weder ein Krankheitsfall noch ein Unglücksfall bei den Tieren vorgekommen. Dahingegen waren stets große Gewichtszunahmen durch die Waage festzustellen, wie auch das Aussehen der Nmder vorzüglich und der Gang korrekt und flott war. Das tägliche Weidegeld beträgt für die Vieh- besitzec des Kreises nur 25 Pfg., da der Rest im gleichen Be­trage vom Kreise übernommen ist. Diese Preisermäßigung gilt für die ersten 40 angemeldeten Rinder. Für weitere Tiere haben die Besitzer das volle Weidegeld von 50 Pfg. zu entrichten.

ss Marburg, 15. Mai. In der heutigen Stadt- verordneten-Sitzung wurde die diesjährige Etats- beratung zu Ende geführt. Der ordentliche Etat ist kürzlich bereits festgesetzt worden. Den außeordentlichen Etat normiert man auf 415 397 Mk. Ein Antrag, in den städtischen Schulen die Türen wegen der Feuersgefahr nach außen aus­gehend umändern zu lassen, fand Annahme.

fc. Kassel, 14. Mai. Auf Schloß Arnstein bei Eichen­berg feierten der Kurfürstlich Hessische Kammerherr Arthur Freiherr v. Boden Hausen und seine Gemahlin Auguste, geb. v. Loßberg, körperlich und geistig rüstig, das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar steht im 81. Lebens- >ahre, die Jubilarin, welche eine Tochter des Generalleutnants v. Loßberg, des letzten Oberkommandierenden der kurhessischen Truppen 1866 gewesen ist, im 71. Lebensjahre.

h Homburg v. d. H., 15. Mai. Zur Einweihung der Erlöserkirche, die unter der Anweisenheit des Kaisers stattsindet, sind bisher geladen: der Großherzog und die Großherzogin von Hessen, sowie Prinz und Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, außerdem zahlreiche hochstehende Persönlichkeiten aus dem Reiche, namentlich aus Frankfurt, Wiesbaden und Homburg. Auf Veranlassung des Kaisers erhielten etwa 400^ Personen Einladungen. Außerdem wurden weitere 1100 Einladungen verschickt. Diese sind in der Hauptsache an alle in Frankfurt und Homburg wohnenden Personen ergangen, die Beiträge für den Kirchenbau gezeichnet haben.

h. Weinheim, 15. Mai. Der drei Jahre alte

des Hofgutes erstrebt werden.

Nidda, 15. Mai. Der Verband der Kranken­kassen im Großherzogtum Hessen hält im Monat Juni hier einen I n st r u k t i o n s k u r s für Versicherungsangelegen­heiten für Oberhessen ab.

-j- Uetzhausen, 14. Mai. Die Wirtschaft im Schweizerhaus, deren Besitzer diese infolge Konkurses aufgeben mußte, ging in den Besitz von Isidor Fenkel- mann in Salzschlirf über.

X Weid-Moos, 14. Mai. In unserer sowie in der Nachbargemeinde Nösberts, die beide zur Bürgermeisterei Bannerod gehören, besteht der Wunsch nach einer eigenen Bürgermeisterei. Es sollen deshalb Schritte unternommen werden.

sd. Darmstadt, 15. Mai. Eine sensationelle Ver­haftung sand heule in P f u n g ft a d t statt. Nachdem gestern ein hiesiger Bücherrevisor bei dem ca. 70 Jahre alten Holz- Händler JonaS Mainzer eine Revision vorgenommen hatte, wurde Mainzer heute durch die Gendarmerie verhaftet und mit einer Droschke in das Untersuchungsgefängnis in Darmstadt eingeliefert. Wie man höre, ist er ui verschiedenen Fällen der Bewucherung beschuldigt und besonders soll derFall" Gärtner in Auerbach in letzter Linie die Veranlassung dazu gegeben Ijexbe. Gärtner har int letzten Winter als Schreiner­meister verschiedene größere Arbeiten ausgesührt, wozu ihm Mainzer das Holz lieferte. Für seine Forderung ließ sich Mainzer einen größeren Posten von Gärtner zedieren, wourch er in Zahlungsschwierigkeiten geriet und sich vor einiger Zeit erhängte. Aus erfolgte Anzeige fanden Feststellungen stal/, aus denen «ich ergab, daß Mainzer auch in anderen Fällen Wucher­geschäfte betrieben hat. Mainzer ist Inhaber dec Firma Gebrüder Mainzer, die neben dem Holzgeschäft auch einen Papierhandel betreibt.

GereehtstzaaL.

Oldenburg, 15. Mai. Das Landgericht verurteilte einen S ch u l k n a b e n zu drei Monaten Gefängnis, weil er im Streite einem anderen Schulknaben mit einem Eisenstück aus den Schädel geschlagen hatte, so daß der Knabe starb.

Original-Drahtmel-ungen.

Parey a. d. Elbe, 16. Mai. Das Gericht hat die Ausgrabungen zweier Kinderleichen angeorbnet, da der Verdacht besteht, daß die Kinder im Jahre 1905 und 1906 vergiftet worden sind. Es verlautet, baß weitere Ausgrabungen bevorstehen.

Thorn, 16. Mai. Großes Aufsehen erregen umfang« reiche Diebstähle von Militär-Effekten. Bei dec Revision der Kammer der 12. Kompagnie des 21. Infanterie. Regiments wurden erhebliche Mankos an Mänteln, Stiefeln und Hosen entdeckt. Bei der Nachforschung wurde ein Teil der gestohlenen Gegenstände bei mehreren Droschken« kutschern gefunden und beschlagnahmt. Die Kutscher be« haupten, die Sachen von einem ihnen unbekannten Unter« Offizier gekauft zu haben. Die Untersuchung ist im Gange.

W i e n, 16. Mai. Die Vermählung d e r. E r z h e r z o g in Henriette, der Tochter des Erzherzogs Friedrich mit dem Prinzen Gottfried Hohenlohe wurde endgültig auf den 3. Juni in Baden bei Wien festgesetzt.

R o m , 16. Mai. Die Unterstaatssekretäre für Unterricht und Finanzen teilten der Kammer mit, daß sich der Kaminerausjchim zu Gunsten eines rechtlichen Anspruches des Staates am die beiden farnesischen Paläste ausgesprochen hat. Tie Regierung wird infolgedessen ihre Besitznahme betreiben. In einem dieser Paläste befindet sich der Sitz der französischen Botschaft.

Paris, 16. Mai. Der K r i e g s m i n i st e r teilte mit, daß die Zahl der Arbeiter in den Militär-Werkstätten infolge Mangel an Beschäftigung um 1670 herabge­mindert werden müsse. Außerdem müssen 700 Ar­beiter der staatlichen Pulverfabrik entlassen loerben, von denen nur wenige in anderen Betrieben Beschäftigung finden können.

Paris, 16. Mai. Bei Bu-Denib an der algerischen Grenze sand ein blutiger Kampf zwischen Truppen des Generals Vigy und der Harka des Marabu- Mu l e y Hassan statt. Die Marokkaner griffen am 15. Mai nachmittags die Franzosen an. Der sich entspinnende heftige Kampf dauerte bis zum Anbruch der Nacht und endete mii der Zurückwerfung der Marokkaner durch Ar tiHerie und Spahis. Die Franzosen hatten 15 Tote un- 55 Verwundete.

Paris, 16. Mai. Echo be Paris erhält aus Tanger eine Be­stätigung, daß die kaiserliche M a h a l l a unter dem Betel. Bagdadis in Stärke von 4000 Manu zu den Anhänger,. Mulay Hafids üb e r g^e g a n g e n ist. Sie wurden da-., durch den Stamm der Beni Snassen, in bereit Gebiet sie ihr Sage.: ! aufgeschlagen hatte, unter Drohungen gezwungen, denen die Sultane- truppen im Hinblik auf die Uebermacht des Stammes nachgatm..

L o n d o n, 16. Mai. Staatssekretär Dernburg rourb- - gestern abend von König Eduard im Beisein des deut­schen Geschäftsträgers in Audienz empfangen. Her:' Dernburg gedenkt heute über Southampton nach Kapstadt abzureisen. . .

London, 16. Mai. Der parlamentarische Ausschuß für Armee wesen hat seine Arbeiten beendet. Er bei - langt Mehrausgaben von 2 Mill. Pfund für all­gemeine Kriegszwecke und von 7 Mill. Pfund fu:: Verstärkungen der B e f e st i g n n g s we r kc und Auf besserung der Offizicrsgehälter.

London, 16. Mai. ,,Daily Chronicle" meldet ain Konstantinopel: Die französische Regieruu ' hat durch Vermittelung des türkischen Botschafter. tn Paris der Pforte eine zehntägige Fr i jt gc stellt, ue' sich über ihre Rechte int Hafen von Heraklea unter Vor­legung der Dokumente zu äußern. Sollte die Pforte bie|S Frist verstreichen lassen, so würde die französische Regterünly ihren Vertreter in Konstantinopel abberufen und weuer: Maßnahmen in die Wege leiten.

London, 16. Mai. In Kalkutta explodtcrtc gestern, eine Bombe, die auf den Straßenbahngelcisen lag, al-- ein Wagen über sie fuhr. Vier Personen wurden bei wundet, darunter eine schwer. Die Bombe war kurz vory, i auf die Schienen gelegt worden und offenbar für einen ffltJ Europäern besetzten Wagen bestimmt.

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- Entsprungen. Aus dem Zellengefängnis in Butzbach ist in verflossener Nacht der Kaufmann Johann Trauntschnig, der wegen Diebstahls ?c. eine längere Freiheitsstrafe zu verbüßen hat, entsprungen. Er ist 23 Jahre alt, 1,70 Meter groß, hat schwarzes Haar, schwarzen j Schnurrbart und ist mit Anstaltskleidern (Kalmukanzug) be­kleidet. Trauntschnig war auch hier in Stellung und hat Straftaten verübt, er ist hier lokalkimdig.

? Großen-Buseck, 15. Mai. Die B a h nhof sc r - Weiterung in Großen-Buseck kommt nun endlich zur Aus­führung. Von der Bahnverwaltung ift ein _ größeres Gelande- stück jenseits der Station angckauft waren, so daß endlich der beengte Verkehr auf dem Güterbahnhof beseitigt wird. Die Ar­beiten zur Ausführung des Projekts sind der Firma Peter Schepp und Preis in Burkhardsfelden übertragen worden.

u Bad-Nau heim, 15. Mai. Bis zum 14. Mat sind 3524 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 2873 anwesend waren. Bäder wurden dis zum 14. Mai 22 944 abgegeben.

(!) Der Wetterau-Lahngau-Sängerbund veranstaltet, nachdem am 3. Mai unter Vorsitz des Bundes­präsidenten Lehrer Buß-Leihgestern eine Tagung der Bundesleituug hier stattgefunden hat, in der u. a. die Kassen­verhältnisse als äußerst günstig festgestellt wurden, am Sonntag, 24. l. Mts., im SaaleZur deutschen Eiche" in Kleinlinden unter Leitung seines Bundes-Chor- meisters Musiklehrer W. Gernhardt-Gießen eine Probe 'seiner diesjährigen Bundes chöre. Außer zwei Liedern vom VorjahreSoldatenliebe" von Groß undMein Mädel hat einen Rosenmund" (Hessisches Volkslied) üben die Bundesvereine MozartsBrüder reicht die Hand zum Bunde" sowie MendelsohnsWer hat dich du schöner Wald". Das diesjährige Bundesfest, bei dem von den einzelnen Ver­einen auch Einzelchöre vorgetragen werden, wird gegen­über dem vorjährigen einen mehr geselligen Charakter tragen; ein Wettsingen findet nicht statt. Nach Art einer Sängerfahrt soll ein von allen Bundesvereinen gut zu erreichender und mit den nötigen Einrichtungen für alle Witteriingsverhältnisse eingerichteter Platz besucht werden, dessen Lage in freier Natur außerhalb der Ortschaften sein soll. Als Tag des Bundesfestes ist der Sonntag nach ^Pfingsten (14. Juni) festgesetzt; der Ort soll gelegentlich der Probe in Kleinlinden definitiv bestimmt werden. Wie wir erfahren, soll Bichlers Hardt (Textors Terrasse) viel Aussicht haben, gewählt zu werden. Ein derartiger Beschluß wäre wirklich zu begrüßen, bietet doch der große Saal bei ungünstiger Witterung eine ausgezeichneteSängerhalle" und würde doch gerade hier mancher Gießener Scmges- freund auf beuqeme Art dem Fest beiwohnen können. In­teressieren dürfte ferner noch, daß sowohl gelegentlich der Probe in Kleinlinden als auch zum Fest selbst der Besuch verschiedener auswärtiger Freunde des Männergesangs und der vom Bund gepflegten Bestrebungen in Aussicht steht. Auch beabsichtigen verschiedene Nichtbundesvereine an der Sängerfahrt des Lahngau-Sängerbundes teilzunehmen.

-r. Büdingen, 14. Mai. Heute wurde der Gardist Heinrich Friele von der 12. Komp, des Leib-Garde- Jnfanterie-NegimentS Nr. 115, der sich unerlaubter Weise von seinem Truppenteil entfernt hatte, auf dem benachbarten iHerrnhaag zwecks Verbringung in seinen Gamisonsort fest- genommen. F. trug volle Uniform.

---- Herrnhaag b. Büdingen, 14. Mai. Obwohl hier schon seit dem frühesten Mittelalter eine Kirche steht, in der Vonhausen, Diebach und Lorbach eingepfarrt sind, hat der zuständige Geistliche doch nie einen festbestimmten Wohnsitz gehabt. In alter Zeit wohnten Geistliche in Diebach, wäh­rend des 30jährigen Krieges in Vonhausen, später auf dem Herrnhaag und in Lorbach, im letztvergangenen Jahrhundert in Büdingen und da die Pfarrei Herrnhaag nach der Auflösung der lnth. Pfarrei Büdingen (1817) mit der Pfarrei Büdingen III vereinigt wurde zeitweise auch wieder in Vonhausen. Es ist erklärlich, daß dieser Zustand mancherlei Mißhelligkeiten im Gefolge hat und auf die Dauer unhaltbar ist. Namentlich kann eS nicht im Inter­esse deS Kirchspiels liegen, daß der Geistliche außerhalb desselben wohnt, wie es zurzeit wieder der Fall ist. Schon um die Mitte des vorigen Jahrhunderts wollte man ein Pfarrhaus auf dem Haag errichten; leider aber konnte man damals die beteiligten Gemeinden nicht alle drei für den Plan gewinnen. Jetzt scheint aber die Angelegenheit zustande zu kommen, denn die Neuerrichtung eines Pfarr­hauses ist bereits im Prinzip beschlossen. Zu den Bau­kosten wird die Fürstliche Präsenzverwaltung zu Büdingen 14 000 Mk. beitragen, während der Rest von den drei Ge­meinden aufzubringen ist. Der Fürstl. Baumeister zu Bü­dingen ist mit der Ausarbeitting eines Bauplanes beauf­tragt, die Auswahl des Bauplatzes sowie die endgültige Verteilung der restierneden Baukosten unter die drei Ge­meinden dürfte demnächst zu erwarten sein. Ein Übelstand wird sich allerdings von vornherein ergeben: der Wasser­mangel. Die Anlage eines eigenen Brunnens beim Pfarr­hause wird zu bedeutende Kosten verursachen, und die Be­nutzung des wenige Minuten entferntenHerrnhuterbrun- nens" ist wegen seiner Tiefe (84 Meter) sehr beschwerlich; es müßte deshalb Anschluß an die primitive Wasserleitung

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*Derneue Aeroplan der Gebrüder Wright, der von den Erfindern als der erfolgreichste Flugapparat ausgegeben wurde, ist bei einem Flugversuch in Manteo im Staate Nordkarolina vollständig in Trümmer gegangen. Vorgestern abend stieg Wilbur Wright mit der Flugmaschine auf, er legte zuerst acht englische Meilen mit einer Ge­schwindigkeit von 45 Meilen in der Stunde zurück, wobei er die Maschine vollkommen in der Gewalt hatte. Auf ein­mal funktionierte das Höhensteuer schlecht, der 2lpparat verlor das Gleichgewicht und fiel von einer Höhe von 30 Fuß zur Erde. Wright wurde leicht verletzt, die Maschine da­gegen zertrümmert. Die Gebrüder beabsichtigten, einen 50 Meilenflug zu unternehmen und in diesem Sommer eine Reise nach Europa anzutreten. Graf Zeppelin beabsich­tigt, am württembergischen Bodenseeuser den Ankauf eines größeren Geländes zur Fortsetzung des aeronautischen Ver­suchs und sucht Teilnehmer zur Gründung eines solchen Unternehmens.

Kleine Tageschronik.

In gefährlicher Situation befand sich in der ver­gangenen Nacht die Ehefvau eines Restaurateurs in Dortmund. In einem Tobsuchtsanfall und offenbar in selbstmörderischer Absicht sprang die Frau aus dem im fünften Stock befindlichen Dachfenster, blieb jedoch an der Dachrinne mit den Kleidern hängen. Ein sofort herbeigerufener Schutzmann konnte die Frau jo lange halten, bis die entschreitende Feuerwehr beide Personen aus ihrer lebensgefährlichen Lage befreite.

Erdbeben. In der vergangenen Nacht wurden im Distrikt von Aciveale, wie aus Catania gemeldet wird, wiederum mehrere Ett)stöße verspürt, um 4 Uhr morgens richtete ein sehr hef­tiger Erdstoß neue Schäden an den Häusern an, auch int Markt­flecken Guardia. Die Behörden verteilten Zelte unter die Be­völkerung, da die Dörfer bereits großen Schaden gelitten haben.

In Hamburg verzeichneten die Apparate der Hauplstation für Erdbebenforschung ein mittelstarkes Beben in einer Entfernung von 7500 Kilometern. Die Aufzeichnungen begannen um 9 Uhr 42 Minuten 21 Sek. und dauerten ungefähr drei Stunden.

Selbstmord e ines B a n kd ire kto rs. In seiner Villa zu Käputs bei Potsdam erhängte sich Bankdirekwr Schlosser aus Berlin.

Schauerlicher Fund. Im Brirtscheider -Walde bei Aachen wurde gestern morgen die Leiche eines jungen Mädchens aufgcfunden, die nach ärztlicher Feststellung etwa 10 bis 14 Tage int Walde gelegen hat. Die Leiche war halb verscharrt und bereits von Raubzeug angesresscn. Sie wurde durch ein mit I. ge- zeichnetes Taschentuch und durch Rabatmcrrle»t von Geschäften, in denen die Ermordete Einkäufe gemacht hatte, als die 15 jährige Lina Klinken berg rewgitoSziert. Man nimmt Lustmord an, weil die Lag!e der Leiche und der Kleider daraus schließen läßt

Erklärung.

Auf die vielen offenen und versteckten Beleidis ungen, mit denen sich Herr Th. Reuther in der heutlgc Nummer seiner Zeitung für den für ihn so üblen Ausgw': seines Prozesses an mir rächen zu muffen glaubt und «. mit Unwahrheiten reichlich durchsetzt sind, habe ich nur erwidern, daß ich ein für allemal auf die persönn Kampfesweife jenes Herrn nicht eingehe.

Gießen, den 16. Mai 1908.

Osw. Riedel.